Nationalsozialistischer Zunglandbund- tag in Nidda.
Der 27. und 28. Mai, die beiden Tage, an dem sich in Nidda der HessischeJunglandbund ein Stelldichein gibt, rücken immer näher. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird der Nationalsozialistische Junglandbundtag ein Freudentag erster Ordnung.
Nidda, bas alte freundliche Hessenstädtchen, Kreuzungspunkt der Bahnlinien Gießen — Gelnhausen, Friedberg—Nidda und Nidda—Schotten, ist Hauptoerkehrsplatz in Oberhessen und wichtig für den Fremdenverkehr nach dem nahen Bad Salzhausen und dem Vogelsberg. Günstig sind die Anschlußoerbindungen der Bahnstrecken Frankfurt- Gießen und Frankfurt—Gelnhausen. Das zu Fuß in etwa 15 Minuten erreichbare Bad Salzhausen (regelmäßiger Autoverkehr) ist ein besonderer Anziehungspunkt und ist den nach Nidda kommenden Jungland- bündlern zu einem kurzen Besuch bestens zu empfehlen.
Das Programm für den 27. und 28. Mai liegt jetzt in großen Zügen fest. Am Samstagnachmittag tagen neben dem NS.-Lehrerbund die Kreis- und Bezirksvorsitzenden des Hessischen Junglandbundes unter Leitung des Landesführers Robert Schmidt (Steinheim). Abends findet ein Begrüßungsabend statt, für den ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet wird. Staatspräsident Dr. Werner und Oberschulrat Ringshausen (geborener Niddaer) hoben ihr Erscheinen zugesaat.
Den Sonntag leitet ein Wecken der Standarten
kapelle Friedberg ein. Es folgt ein Festgottes-
d i e n st, verbunden mit S ch l a g e t e r f e i e r. Den Hauptanziehungspunkt wird der um 12 Uhr marschierende historische Festzug bilden, der in vielen Wagengruppen erinnerungsreiche Zeitbilder aus den Jahren 1914/1933 bringt. Ab 2 Uhr sprechen der Reichsführer Walther Darr6, der Staatskommissar für Landwirtschaft Dr. Wagner und voraussichtlich Ministerpräsident Hermann G ö - ring. Die am Festplatz gelegene große Turnhalle und ein ausreichender Festplatz hatten bereits Reichsminister Dr. Goebbels zu Gast und werden auch diesmal ausreichen, die Besucher zu fassen.
Lautsprecheranlagen werden die Kundgebung jedem verständlich machen.
Landkreis Gießen.
Bg Großen-Duseck, 16. Mai. Dieser Tage wurde in unserem Gotteshause ein Kirchenkonzert veranstaltet. Der unter Leitung von Sy Äikolai stehende Posaunenchor eröffnete mit einer Ouvertüre über „Ein feste Burg ist unser Gott", bei der der gute Ansatz und die reine Tonführung angenehm empfunden wurde. Cs folgten weitere Chöre von Mendelssohn-Bartholdy und Händel, die an das Können große Anforderungen stellten. Die unter Leitung von Pfarrer Müller gebotenen Chöre des Kirchenchors machten durch Exaktheit und Klangfülle dem Fleiß und der Hingabe der Sängerinnen und des Dirigenten Ehre. Die beiden Trios für Orgel, Cello und Violine — Ausführende: cand. math. Inderthal, Rektor 2 nderthal und Pfarrer Müller — gefielen in ihrer Ausgeglichenheit sehr; besonderen Anklang fand „Reigen seliger Geister" von Gluck. Etwas ganz neues waren für die Besucher die Solovorträge von Frau Gertrud Weyl, Gießen. Mit sympathischer Stimme begabt, schlug die Sängerin durch seelenvollen Vortrag die Hörer in Dann und zwang zu andachtsvollem Lauschen. Es verdient besondere Anerkennung, daß solch gute Kunst einmal aufs Land getragen wurde. Der erste Versuch eines derartigen Kirchenkonzertes kann als voller Erfolg gebucht werden. Der infolge des starken Besuchs ansehnliche Reinertrag — sämtliche Ausführende wirkten in uneigennütziger Weise mit — ist für Zwecke der Kirchenheizung bestimmt.
Buntes Allerlei.
Oie ersten Ackerbauer.
Rach Len Funden, die der amerikanische Vorgeschichtler Georg Grant Mac Curdy bei seinen Grabungen in Palästina nördlich von Ioppe gemacht hat, dürften die Höhlenbewohner des heiligen Landes die ersten Ackerbauer gewesen sein, von denen wir bisher Kunde haben. Diese vorgeschichtlichen Bewohner von Palästina, die zu der neuentdeckten Rasse der Matufir gehören, stellten bereits vor 20 000 Iahren große Sicheln her,
die auf einen gewissen Hochstand deS Ackerbaus Hinweisen. Diese Werkzeuge sind um mindestens 10 000 Iahre älter als die sonst bekannten frühesten Ackerbaugeräte. Die Sicheln waren über einen Fuß lang, sie wurden aus gekrümmten Tier- knochen, die von Ratur eine Sichelform besahen, hergestellt, und die scharfe Schneide, die an ihnen befestigt wurde, bestand aus geschärften Feuersteinklingen. Diese Höhlenbewohner hatten auch Steinmörser und -Stößel, ein weiterer Beweis für den von ihnen betriebenen Ackerbau. Alle diese Werkzeuge wurden in geologischen Schichten gefunden, die ein größeres Alter anzeigen als die, in denen ähnliche Geräte sonst irgendwo entdeckt worden sind. Aber in dieser Frühkultur Palästinas scheint es noch keine Spur von Töpferwaren gegeben zu haben. Mac Curdy vermutet daher, daß in der Geschichte der Menschheit der Ackerbau der Erfindung der Töpferscheibe vorausging und diese wahrscheinlich veranlaßte. In Palästina wenigstens forderte das Getreide gebieterisch Behälter, in denen es aufbewahrt werden konnte, und so dürfte es nachher zur Entdeckung der Töpferei gekommen sein.
Oie Wasserwerke des Vatikans.
Die neue Wasseranlage der Vatikan-Stadt wird als die vollkommenste Einrichtung dieser Art in Europa geschildert; sie ist von deutschen Firmen hergestellt worden und kostet mindestens 3,5 Millionen Mark. Jeder Quadratmeter der vatikanischen Gärten wird durch ein System von Hydranten bewässert, die eine überaus feine Berieselung ähnlich der eines feuchten Rebels, hervorbringen. Die Feuerlösch-Apparate, die an zwei Stellen auch im Innern des Petersdomes angebracht sind, haben die modernste automatische Einrichtung. In den großen Zisternen, die sehr geschickt hinter den Blumengärten auf der Spitze des Vatikan- Hügels verborgen sind, arbeitet ein System von elektrisch betriebenen Pumpen, die Wasser aus einem kürzlich w'ederhergestellten antiken Viadukt ziehen, und versorgt die Wasserbecken mit 54 000 Hektoliter Wasser, das bis in die letzten Winkel gebracht werden kann. Die Anlage enthält ein Röhrensystem von 80 Kilometer Länge und 9300 Wasserspeier, von denen 1300 sich von selbst drehen.
Oer Rapofeonskarpfen.
In diesen Tagen ist ein Zeitgenosse Rapo- leons I. gestorben. Der ärztliche Befund lautet dahin, daß der Tod infolge Altersschwäche eintrat. Der jetzt Verstorbene wird sicher nicht der letzte noch lebende Zeitgenosse Rapoleons I. gestorben. Der ärztliche Befund lautet dahin, daß der Tod infolge Altersschwäche eintrat. Der jetzt Verstorbene wird sicher nicht der letzte noch lebende Zeitgenosse Rapoleons I. gewesen sein, abcr er war sicher der letzte, der in Paris gelebt hat. Vielleicht hat er sogar Gelegenheit gehabt, dem großen Korsen einen seiner schi fen Blicke zuzuwerfen, wenn dieser in Fontaineblau spazieren ging, und sich am Schloßteich am Spiel der Fische erfreute. Dort im Schlohteich gab es schon zu Rapoleons Zeiten Karpfen, und um einen solchen Karpfen handelt es sich. Er gehörte zur Gattung der Riesenkarpfen und trug den Ramen Polo. Der Karpfen soll 1814, ehe Napoleon nach Elbe ging, in den Teich eingesetzt worden sein. Cr war mit einem Ring gekennzeichnet, in dem der Rame des Kaisers eingraviert war „Rapo- leon Empereur". Polo war die Sehenswürdigkeit des Schlohparks von Fontainebleau, er wurde von den zahlreichen Ausflüglern mit Brot und Kuchen gefüttert, sein Wärter mit einem Trinkgeld belohnt. Man behauptet, daß er im Laufe des Icchr- hunderts sehr zahm und menschenfreundlich geworden sein soll. Er soll buchstäblich aus der Hand gefressen haben. In den letzten Tagen sah man ihn nicht mehr an der Freitreppe, die zum Schloßteich hinunterführt, wo er sich täglich sein Futter holte. Erst nach einigen Tagen tauchte er an der Wasseroberfläche auf — als Leiche.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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„Ich geh aus u. Du bleibst da“ ■
a. d. bek. Roman der Bert 111. Ztg.
II. Ein Sensation. Kriminalfilm I in deutscher Sprache mit
J. Robertson und 6. Robinson I „Sirenen um Mitternacht“ |
Heilsarmee
Freitag, den 19. Mai. abends 8 Uhr, in der Universität, Hörsaal 33
Wissenschafti. Vortrag. Thema: Die Heilsarmee in Be* J Ziehung zu Staat u*Kirdic Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen-Giaöt.
Unsere Kassenmitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, daß vom 17. Mai 1933 ab die Ausgabe von Heilmitteln, Verbandstoffen und Artikeln der kranken- pflege eingestellt wird. 3324D
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Samstag, 20. Mai 1933, 5.15 Uhr nachm. pünktl., im großen Hörsaal derUniversität
Festsitzung
1. Schubert, Heroischer Marsch (Collegium musicum der Universität)
2. Vortrag von Prof. Dr. Philalethes Kuhn:
„Die medizinischen Fakultäten in Deutschland“
3. Schubert, Deutsche Tänze • (Collegium musicum der Universität)
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gegründet 1878


