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18.5.1933 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

en er-

Wirtschaft

irit.

Nachdruck verboten

Ohne Gewähr

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17. Mai 1933

1. Ziehungstag

206992 212909 238692 259752

mit: ge­nug

80643 154179 232530 311694

138744 194955

109360

156613

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184648 260789 387551

500 Dl.

135219

202308 360342

218437

219803

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Denkt an dieStiftung für Opfer der Arbeit"!

Einzahlungen an Rclchskrcdilgefcllfchast Berlin W 8. Behrnvsstrahe 2122, sowie auf deren Reich»- bantgirotonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Konlobejeichnung:Stiftung für Opfer der Arbeit".

4 ®«winn« iu 5000 W.

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en toutbe andrsprä- lich eröff- 'elellschast er Musik- sikdirektor

ZAHNPASTA erhält die Zähne. f schön weiss » gesund

In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen

2 Oetttnne tu 100000 M. 98097

2 Otwiant ,u 10000 Dl. 162771

Gewinnauszug

2. Älafle 41. Preubisch-SllbbeuIsche (267. Preuß.) Staals-Lotterie

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In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen

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38 »ettHnne *n 800 M. 19594 53429 86548 140404 157680 174399 188037 197759 209191 223792

232774 247443 263539 280960 292984 322651

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105194 290562

752026739 98276 105654

200634 326169 373647

111557 118315

209872 211848

295168 303602

3472 5089 12304 25559

138998 153449 160829

245086 297129 318399

362348 306431 377909

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3- P. Bember g 21®., Wuppertal- Dar m e n- 2n der Aufsichtsratssihung der Ge­sellschaft wurde der Abschluß für das Geschäfts­jahr 1932 vorgelegt und genehmigt. Der Gene­ralversammlung am 24. 3uni soll eine Zusammen­legung des Aktienkapitals im Verhältnis von 2:1 vorgeschlagen werden, wodurch ein Buch- gewinn von 20 Millionen entsteht, der zu» Deckung des bilanzmäßigen Verlustes, zu not­wendig erscheinenden Wertberichtigungen und zur Bildung des gesetzlichen Reservefonds dienen soll. Die Verwaltung hofft, auf Grund der sanierten Bilanz und nach dem vorläusigen CBccIauf des Geschäftsjahres 1933 äleberschüsse erzielen zu können. Von der künftigen Entwicklung hänge cs ab, inwieweit diese Lieberschüsse der inneren Stärkung des Llnternehmens bzw. der Wieder­aufnahme der Dividendenzahlungen dienen werden.

Frankfurt freundlich und befestigt.

Frankfurt a. M 18. Mai. (WTB. Draht­meldung.) Die Mittagsbörse war nach einem recht uneinheitlichen Beginn nach den ersten Votierun­gen meist leicht befestigt, die Llmsahtätig- keit hielt sich dabei aber in sehr engen Grenzen. Für die freundliche Stimmung waren der gute Eindruck der Reichskanzlerrede auch im Auslande und die Befestigung der deut­schen Auslandsbonds maßgebend, während an­fangs die vollkommene Orderlosigkeit der Kund­schaft störend empfunden wurde und vielfach einige Glattstellungen auslöste. Die Kursgestaltung war daher unregelmäßig, wenngleich große Verände­rungen nach der einen oder anderen Seite nicht zu verzeichnen waren. 3m allgemeinen wartet die Börse die Entwicklung der außenpolitischen Lage ab.

Gegenüber der zum Teil schwächeren Abend­börse lagen Montanwerte wieder unter leichtem Druck, die überwiegend Rückgänge bis zu 1 Pro­zent aufwiesen. Rhcinstahl verloren 1,65 Proz., nur Phönix setzten etwas höher ein. Am Chemie- morkt zogen 3.-G.' Farben nach unverändertem Beginn später um 1 auf 132 Prozent an, Scheide­anstalt lagen 3 Prozent höher. Elektrowerte waren meist nur um Bruchteile eines Prozentes verändert. Fester waren aber Licht und Kraft mit plus 1,50 Prozent, und Gesfürel mit plus 1 Prozent, während Siemens und Rheinische Elektro Mannheim je 1 Prozent nachgaben. Eini­ges 3nteresse zeigte sich für Zellstoffaktien, von denen Aschaffenburg erneut 0,65 Prozent, und Waldhof 1,25 Prozent gewannen. Dau- und Ze- mentwcrte lagen nach etwas leichterer Eröffnung im Verlaufe gebessert. 3m übrigen eröffneten u. a. Reichsbank mit plus 1,25 Prozent, Süd­deutsche Zucker mit plus 2 Prozent, Gebr. 3ung- hans mit plus 1,39 Prozent, dagegen Akkumula­toren mit minus 2,50 Prozent, AG. für Ver­kehrswesen und Kali Westeregeln mit je minus 1 Prozent. Schiffahrtsaktien waren um 0,25 bis 0,50 Prozent befestigt. 3m Verlaufe lagen die Kurse bei kleinem Geschäft weiter uneiicheitlich. 3G. und einige andere Werke gingen um etwa 1 Prozent zurück, während andererseits Licht u. Kraft und Gesfürel weiter etwas anzogen.

Der Rentenmarkt tendierte überwie­gend f e st e r. Deutsche Anleihen zogen 0,5 bis 1 Prozent an, Stahlvereinsbonds gewannen 0,6 Prozent, wogegen Reichsschuldbuch-Forderungen nur knapp gehalten waren. Am Pfandbriefmarkt zeigte sich Kauflust, so daß Goldpfandbriese meist

2 »twlnn« I« 50000 M. 114634

4 »«Winne iu 10000 TL 143545 365900 ----- 227441 330227

bis zu 1 Prozent, Liquidationspsandbriefe und Kommunalobligationen etwa 0,5 Prozent höher lagen. Am Auslandrentenmarkt lagen türkische Anleihen uneinheitlich, Rumänen blieben gut behauptet. Tagesgeld war etwa gesucht und wurde auf 3,75 Prozent erhöht.

Frankfurter Schlachtvichmarkt.

Frankfurt a. M., 18. Mai. Auftriebt 163 Rinder, 973 Kälber, 57 Schafe, 689 Schweine. Cs notierten: Kälber. Deste Mast- und Saug­kälber 40 bis 43, mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 39, geringe Kälber 27 bis 34. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weide­mast) 25 bis 28, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 24. Schweine. Dollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 38 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund 38 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfund 37 bis 40. Marktverlauf. Kälber und Schafs ruhig, geräumt; Schweine mittelmäßig, ausver­kauft.

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375411 377134 392651

62 »«Winne «n 500 TR. 28955 49720 52425 53849 58298 69083 77218 80662 93926 103237 113521 ------ ------ 155979 180410 182232 182367

339219 351109 368106 _____

50 Gewinn. >» 800 Dl. 30241 33685 68250 72744

Beruf und Tuberkulose.

Don Reg.>Med.»Rat i. ZR. Or. Denker

Zum Schutze vor den Gefahren einer Tuber- kuloseansteckung muß man wissen, wie diese Krankheit übertragen wird. Der Krankheitserreger, der Tuberkelbazillus, kann aus der erkrankten Lunye eines Schwindsüchtigen auf verschiedene Weife in den Körper eines gesunden Menschen gelangen. Ge­wöhnlich werden die Bazillen mit dem Auswurf aus der kranken Lunge entleert, oder sie sind in den feinen Tröpfchen enthalten, die beim Husten, Niesen oder Sprechen fortgefchleudert werden. Un­mittelbare Ansteckung kann im Bereich dieses Sprüh-

von Kotzebue unter der Spielleitung von Dberfpiel« leiter Peter F a s s o t t. In der Rolle der Frau Etaar Frau Auguste Prasch-Grevenberg, Ehrenmit- glieb des Meininger Landestheaters, als Gast. Ge­wöhnliche Preise. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. In Vorbereitung das Schaufpiel:Schlageter" von Hanns Iahst unter der Spielleitung von Intendant Dr. Rolf P r a f ch. Erstaufführung am Dienstag, 23. Mai, als 32. Vorstellung im Dienstag-Abonne- ment.

Männer-Turnverein. Am Samstag, 20. d. M., findet im Cafe Ebel eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt, die sich mit der vom neuen Kreisführer angeordneten Gleichschal­tung des Vereins, Wahl des 1. Vorsitzenden, befassen wird. (Siehe heutige Anzeige.)

Volkshochschule. Am kommenden Sonn­tag, 21. Mai, findet der zweitePflanzenkundliche Ausflug" statt, um die nähere Umgebung Gießens in ihrem Pflanzenbestand kennenzulernen. Näheres sieh.- heutige Anzeige.

Die Gießener H o ch f ch u l g e f e l l - schäft hält am nächsten Samstag ihre Jahres- Tagung ab. 3m Rahmen dieser Tagung findet von 17.15 Llhr ab im Großen Hörsaal der Uni­versität eine Festsitzung statt, in deren Mittel­punkt der Festvortrag von Prof. Dr. Kuhn über Die medizinischen Fakultäten in Deutschland" stehen wird. Der Eintritt ist frei. Gäste sind willkommen. (Siehe heutige Anzeige.)

Dom Hessischen Rotarverein. Un­ter der Leitung seines zum Unterbeauftragten für das Hessische Notariat ernannten seitherigen Vor­sitzenden haben die am 13 Mai fast vollzählig versammelten Hessischen Volare einstimmig ihren Verein in den Dund nationalsozialistischer deut­scher Juristen übergeleitet.

Heilsarmee- Morgen, Freitag, abend im Universitätsgebäude Vortrag überDie Heils­armee in Beziehung zu Staat und Kirche". (Siehe heutige Anzeige.)

Sitzung des Darmstädter Sondergerichts.

WSV. Darmstadt, 16. Mai. Dor dem Eondergericht Darmstadt hatten sich heute wieder zahlreiche Angeklagte zu verantwor­ten. Zunächst wurden mehrere Kommunisten aus Klein-Steinheim wegen einer politischen Ver­sammlung und Weiterverbreitung hochverräteri­scher Flugschriften zu einem IahrdreiMo- naten Gefängnis, vier weitere Kommuni­sten zu einem IahrGefängnis, ein Kom­munist auS Klein-Auheim wegen Verbreitung hochverräterischer Flugschriften zu neun Mo­naten Gefängnis verurteilt. Ein kommuni­stischer Landwirt aus Seeheim hatte auf seinem Anwesen Waffen mit Munition und etliche Sprengkapseln versteckt, wofür er acht Monate Gefängnis erhielt. Wegen Vichtablieferung erner von einem SA.-Mann in Pfand gegebenen Pistole erhielt ein jüdischer Händler aus Lengfeld eine Geld strafe von 150 Mk. Die Frau des Vorsitzenden der Darmstädter Roten Hilfe hatte hochverräterische Flugschristen, in denen Greuel- märchen standen, weiterverbreitet und erhielt da-

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für ein Jahr Gefängnis. Wegen deS glei­chen Delikts erhielt ein junger Mann auS Reustadt (Odenwald) acht Monate Gefängnis. Sin IahrGefängniS erhielt ein Kommunist auS Mainz, der ein Dlatt der .Roten Fahne" mit Greuelmärchen weiter verbreitet hatte. Eine 50- jährige in Deutschland ansässige russische Jüdin hat auf dem Wiesbadener Bahnhof Beamten ge­genüber Greuelmärchen kolportiert. Sie erhielt eine Gefängnisstrafe von fünf Mo na len.

Bekenntnis zum NS.'Lehrerbund.

O Wetzlar, 17. Mai. Der Svangeli fche Lehrerverein für den Kreis Wetzlar ist dem Vationalfozialisti- schen Lehrerbund beigetreten. Hierzu teilt der Evangelische Lehrerverein folgendes mit: .Der Ev. Lehrerverein für den KreiS Wetzlar, eine Ortsgruppe des Ev. Lchrervereins der Rhcinpro- vinz, stellt sich einmütig hinter die Entschließung seines Provinzialvereins. Arn 11. Februar 1920, in sturmbewegter Zeit, wurde er gegründet, um gegen die auch in Schule und Lehrerschaft einbre» chcmde marxistische Flut an seinem Teil einen Damm aufzurichten.Christliche und nationale Jugenderziehung in der evangelischen Bekennt­nisschule" steht auf seiner Fahne geschrieben. Drei­zehn Jahre lang hat er das Danner unentwegt hochgehalten und in der schwach besetzten Kampf­front der bewußt evangelischen Lehrerschaft feinen Abschnitt gegen alle Anfeindung und Mißachtung standhaft verteidigt. Es ist ihm nun größtes Er­lebnis, daß jetzt viele Taufende aus der deutschen Lehrerschaft sich in dem Rationalsozialistischen Lehrerbund zufammengeschlossen, in die glcidje Kampffront eingeschwenkt sind, die marxistische Herrschaft auch in der Schule gebrochen und da« Morgenrot einer neuen, will's Gott, einer besse­ren Zeit für unsere 3ugenb- und Volkserziehung aufgegangen ist. Der Ev. Lehrerverein für den Kreis Wetzlar hat daher in feiner letzten Voll­versammlung einstimmig beschlofsen, sich den neuen Kampfgenossen anzuschließen und dem neuen, gro­ßen, christlichen nationalen Dunde dem Vatio- nalsozialistischen Lehrerbunde beizulreten, um mit vereinten Kräften und neuen Impulsen den Kampf gegen alles älnchristliche und ilnbeutfcbe weiterzuführen und an seinem bescheidenen Teil mitzuhelfen, unsere Jugend, unser Volk und Va­terland einer besseren Zukunft entgegenzuführen."

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Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II

nommen werden sollte. Heil wird in den nächsten Tagen nach Gießen in das Landgerichtsgefängnis überführt werden.

Gictzcncr Wochcnmarktprcisc.

* Gießen, 18. Mai. Cs kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Landbutter 130, Matte 20 bis 25 Pf. bai Pfund, Käse 5 bis 10, (Sier, in­ländische, 8 Pf. das Stück, Wirsing, grün, neuer, 20 bis 25, Rote Rüben 10, Spinat 10 bis 15, Spargel 35 bis 55, Erbsen 30, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarz­wurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 12, Kartof­feln 3 (per Ztr. 2,30) Pf. das Pfund, Gelbe (Rü­ben, neue, Bund 20 bis 25, Dörrobst 30 bis 35, Obstmus 40 bis 45, Vüsse 60, Junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pf. das Pfund, Tauben 40 bis 60, Blumenkohl 40 bis 50, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 45, Ober-Kohlrabi 15 bis 18, Lauch 5 bis 10, Rettich 15 bis 20, Sellerie 10 bis 25 Pf. das Stück, Radieschen 8 bis 10 Pf. das Bund.

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Wilhelm Schüttlers Schule für höheres Violin- spiel: 19.30 Llhr, Singsaal des Realgymnasiums, Konzert zum Besten derStiftung für Opfer der Arbeit". Reichsbahn-Tum- und Sportverein: 20 -ilbr, Turnhalle, außerordentliche General­versammlung. Krieger-Verein: 20 30 Uhr, (Safe Ebel, Monatsversammlung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Die Tochter des Regiments". Astorial-Lichtspiele:Ich geh' aus und du bleibst da" undEirenen um Mitternacht".

Aus dem Stadttheaterbureau wcrd uns geschrieben: Morgen, Freitag, 19. Mai, als 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement, letzte Aus­führung des Lustspiels:Die deutschen Kleinstädter"

den und so in die Atmungsorgane anderer Menschen gelatwen. Schließlich kommt noch eine Übertragung der Krankheitskeime durch Hände, Kleidungsstücke, Geräte und dergl. in Frage, die mit dem An- fteckungsstoff beschmutzt sind. Der erwähnte Sprüh­kegel und damit der unmittelbare Gefahrenbereich erstreckt sich beim Husten bis etwa 1 Meter, beim Niesen bis etwa 3i Meter vom Munde des Kran­ken. Diese Uebertragungsweise hat praktische Be- deutung nicht nur für die Tuberkulose, sondern auch für zahlreiche andere Infektionskrankheiten: Schnup­fen, Grippe, Masern, Scharlach, Keuchhusten usw.

Will man sich gegen die Ansteckung schützen, fp sind entsprechende Vorsichtsmaßregeln not­wendig. Der Kranke soll von anderen Personen mindestens 1 Meter Abstand halten, beim Husten und Niesen die linke Hand ober das Taschentuch vorhalten und soll für feinen Auswurf geeignete Spuckgefäße benutzen. Im übrigen ist für ihn und [eine Umgebung größte Sauberkeit der beste Ansteckungsschutz.

Die unmittelbare Gefährdung durch einen tu der- kulösen Arbeitskollegen richtet sich ganz nach den Verhältnissen des Einzelfalles. Nicht alle Menschen sind gleich stark gefährdet, weil die Empfänglichkeit für Tuberkulose von der Konstitution des Betref­fenden abhängt. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, ältere Erwachsene sind da- gegen in der Regel weniger empfänglich für Tuber- kulose. Wenn der Kranke daher wenig oder gar nicht hustet und im übrigen die nötigen Vorsichts­maßregeln sorgsam beachtet, bietet er nur eine ge­ringe oder gar keine Gefahr für erwachsene Mit­arbeiter, wobei Voraussetzung ist, daß gewisse Be­dingungen bei der Wahl des Arbeitsplatzes und der Arbeitsart erfüllt werden. Der gegenseitige Abstand zwischen den Arbeitenden soll mindestens lj Meter betragen. Wenn die Arbeitsplätze sich beispielsweise in Kontoren einander unmittelbar gegenüber befin- den, empfiehlt sich die Anbringung einer gläsernen Scheidewand. Am besten ist es natürlich, wenn der Tuberkulöse in einem Raum für sich allein arbeiten kann und auch sonst seinem Krankheitszustand ent- sprechend beschäftigt wird. Auch in der Arbeitstech­nik müssen gesundheitliche Vorschriften beachtet wer­den.

Sauberkeit in den Arbeitsräumen und Beachtung persönlicher Hygiene durch die Arbeiter muß gefor­dert werden. Der Kampf gegen die Tuberkulose darf ober nicht zu einem Kampf gegen den Tuberkulösen ausarten. Der sorgsame und gutwillige Tuberku- löse hat ein Recht auf Arbeit, wie jeder andere. Nur bei schweren Krankheitszusländen dürfte seine (Ent- lassung mit Rücksicht aus die Arbeitskameraden ge- rechtfertigt sein. Selbstschutz durch entsprechendes Verhalten ist für jeden einzelnen die beste Waffe gegen Ansteckungsgefahr, insbesondere Luft und Sonne, Sauberkeit und eine gesundheitsqemäße Lebensweise, wodurch die Abwehrkraft des Körpers gestärkt wird.

»Sparkaffe« gesetzlich geschützt.

Die jahrhundertealten Beziehungen der Sparer zu ihren Sparkassen haben die Bezeichnung Sparkasse" mit einer besonderen Sphäre von Vertrauen umwoben. Diese bekannte Tatsache formulierte kürzlich eine Zeitung treffend, indem sie schrieb:Schon allein von dem WortSpar­kasse" geht eine Welle des Vertrauens aus." Diese Anzugskraft in der BezeichnungSparkasse" verlockt natürlich zweifelhafte ilntcrncfjmungcn dazu, sie sich nutzbar zu machen, indem sie den Hamen ihrer Gesellschaft in irgendeine Ver­bindung zu dem WortSparkasse" bringen. Tatsächlich ist es oft unzuverlässigen Gesell­schaften gelungen, auf diese Weife von den Sparern Ersparnisse anvertraut zu bekommen, die dann durch unsolide Geschäftspolitik und Zu­sammenbrüche mehr oder minder verloren gingen. Solche Vorkommnisse und Erfahrungen beein­trächtigen naturgemäß das Vertrauen der Sparer und führen fo zu einer Schädigung der dringend notwendigen heimischen Spartätigkeit und Ka­pitalbildung.

Die deutschen Sparkassen sind daher seit langem bemüht gewesen, einen gesetzlichen Schutz für das WortSparkasse" zu erhalten, um gegen den Mißbrauch der BezeichnungSparkasse" durch unlautere Clemente künftighin geschützt zu sein. Dieser Schuh des Wortes Sparkasse wurde in den letzten Jahren um so notwendiger, als unter dem Einfluß der Wirtschaftskrise solche Unternehmungen, die sich die Bezeichnung Spar­kasse zulegten, aber in Wirklichkeit keine oder nur entfernte sachliche Verbindung dazu hatten und nur zu häufig auch nicht die Gewähr solider Gcschäftspolitik boten, immer zahlreicher wurden.

Zwar hatte bereits eine zur Lieberwindung der Zahlungskrise 1931 ergangene Verordnung einen gesetzlichen Schutz für die Bezeichnung Sparkasse" gebracht, wonach grundsätzlich in erster fcinic nur die öffentlichen Sparkassen zur Füh­rung dieser Bezeichnung berechtigt waren. Jedoch ließ diese Verordnung eine Reihe von Aus­nahmen zu. die praktisch eine Verwässerung des Firmenschildes bedeuteten. Der vor kurzem er­gangene Erlaß des Preußischen Iustizministers über Firmenbezeichnung von Zwecksparunterneh­men ist daher besonders zu begrüßen, weil er sich gegen den Mißbrauch der BezeichnungSpar­kasse" und überhaupt gegen falsche Angaben im Firmentitel mit Schärfe wendet und die Gerichte entsprechend angewiesen hat, ihr besonderes Augenmerk auf Verstöße gegen die Grundsätze der Firmenwahrheit zu richten.

Nur zwei Sprechtage bei den hessischen Ministerien.

WSN. Die hessische Staatspressestelle bittet um Ausnahme der nachstehenden Anordnung:

Der Publikumsverkehr bei den Dienststellen der Ministerien hat in letzter Zeit einen derartigen Um­fang angenommen, daß eine Neuregelung d e r A m t s t a g e erforderlich geworden ist. Der Staats­

sekretär hat für die Geschäftsbereiche der Ministerien des Innern, der Justiz und der Finanzen daher mit Wirkung vom heutigen Tage an die Amtstage in diesen Ministerien aus Mittwoch und Sams­tag, vormittags von 10 bis 1 Uhr festgesetzt

gez. Jung, Staatssekretär für die Ministerien.

Ehrenamtlicher Sonderkommissar für den Fremdenverkehr in Hessen. Die hessische Staatspressestelle teilt mit: Der Hessi­sche Minister des Innern hat den Vorsitzenden des Hessischen Verkehrsverbandes, Regierungsrat a. D. Dr. jur. Roefener, Erster Syndikus der Indu­strie- und Handelskammer Darmstadt, zum Son­derkommissar für den hessischen Frem­denverkehr bestellt. Die Tätigkeit ist ehrenamt­lich. Der Komissar hat die Aufaabe, den Vorstand und den Verwaltungsrat des Hessischen Verkehrsver- bandes umzubilden und in enger Zusammenarbeit mit den benachbarten Ländern für eine einheitliche Gestaltung der Fremdenoerkehrspolitik in Hessen unter Arisschaltuny unfruchtbarer Doppelarbeit Sorge zu tragen. Für Bad Nauheim sind besondere Anordnungen vorgesehen.

Oie Landhilfe in Oberheffen.

Vom Arbeitsamt Gießen wird uns über die Organisation der Landhilfe in Oberhessen ge­schrieben:

Das Arbeitsamt Gießen hat in Zusammenarbeit mit den Kreisämtern und den Bürgermeistereien, sowie mit den Verbänden des freiwilligen Arbeits­dienstes und der NSDAP, erreicht, daß die bei den Jugendlichen zunächst vorhandene geringe Neigung zur Annahme von Landhelferstellen zum größten Teil beseitigt werden konnte. So erfreulich die Tat- lache ist, daß bisher schon über 300 Landwirten im Bezirk des Arbeitsamts Gießen durch Anerkennung der Arbeitsoerträge für Landhilfen geholfen werden konnte und daß damit zugleich auch 300 arbeits­losen jungen Menschen Unterkommen, erfreulicher­weise sehr häufig auf ein ganzes Jahr, zu normalen Arbeitsbedingunaen geschaffen werden konnte, so wenig kann es mit dieser Zahl sein Bewenden haben. Es gibt sicherlich noch sehr viele Landwirte, die eine Förderung aus der Landhilfe beanspruchen können.

Uebereifrige Volksgenossen glaubten Veranlassung zu haben, darauf hinzuweisen, daß auch solchen Landwirten geholfen worden sei, die mit genau so viel Personal versehen seien wie in früheren Jah­ren und von denen man infolgedessen erwarten könnte, daß sie die Arbeit mit diesem Personal schassen könnten. Die Denunzianten übersehen da­bei, daß es ja gerade Sinn und Aufgabe der Land- Hilfe ist, in solchen Fällen zu helfen. Gerade diese Betriebe kommen für die Landhilfe in Frage, weil zweifelsfrei die ZusätzUchkeit des Helfers als Ar- beitsfraft gegeben ist. Die Höhe der in den Anerken- nungsbefcheiben bewilligten Beihilfen schwankt zwi- schen 12 Mark monatlich als dem niedrigsten und 25 Mark als dem höchsten Betrag. Die Beihilfe richtet sich nach dem Alter, dem Geschlecht, dem Können und dem gezahlten Lohn. Geeignete junge Landhelfer sind dem Arbeitsamt Gießen aus allen Teilen Deutschlands in großer Zahl angeboten wor­den, so daß also irgendwelche Gefahr für die Nicht- Stellung von Landhelfern für die zuyelalsenen Be­triebe nicht besteht. Schwieriger ist die Beschaffung von Mädchen, aber auch hier wird sich im Ausgleich mit anderen Bezirken die Mehrzahl der Anträge befriedigen lassen.

Antragsformulare sind bei den Nebenstellen des Arbeitsamts, bei den Bürgermeistereien ober direkt beim Arbeitsamt anzuforbern. Das Arbeitsamt Gießen bittet um beschleunigte Einreichung ber An­träge unter Angabe ber Löhne, bie gezahlt werden sollen und der sonstigen Wünsche, damit möglichst bald die günstigen Wirkungen der Landhilfe spürbar werden können.

Oer vielfache Einbrecher Heil verhaftet.

fegels durch (Einatmung der feinen Iröpfthi folgen, ober indirekt dadurch, daß die verstreuten Bazillen antrocknen, mit Staub ausgewirbelt roer-

Der heutige Gießener Polizeibericht teilt Der schon seit einigen Monaten polizeilich suchte vielfache Einbrecher Ludwig Heil Gießen konnte jetzt in Kelsterbach bei einem neuen Einbruch verhaftet werden. Auf das Strafkonto Heils sind über 70Cinbrüche inGießen und in der Provinz Oberhessen zu sehen, die er im Verlaufe der letzten Monate ver­übt hat. Dabei hatte es der Verbrecher auf Le- bensmittelgeschäf e. Genußmittelhandlungen, Gast­wirtschaften. Tuchgefchäfte, Garagen, Motorräder, Fahrräder usw. abgesehen, kurzum, alles fand fein Interesse, was nur irgendwie mitnehmenswert war. Wiederholt entging Heil nur mit knapper Rot der Festnahme, durch feine Gerissenheit und Kaltblütigkeit gelang es ihm aber immer noch, im letzten Augenblick, sich dem Arm der Gerech­tigkeit zu entziehen. Heil schreckte auch nicht da­vor zurück, auf seine Verfolger zu schießen, als er in der vergangenen Wc>che nach einem Ein­bruch in Gießen in Butzbach erkannt und festge-