Aus der Provinzialhauptstadt
en er-
Wirtschaft
irit. —
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
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17. Mai 1933
1. Ziehungstag
206992 212909 238692 259752
mit: genug
80643 154179 232530 311694
138744 194955
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500 Dl.
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Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"!
Einzahlungen an Rclchskrcdilgefcllfchast Berlin W 8. Behrnvsstrahe 2122, sowie auf deren Reich»- bantgirotonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Konlobejeichnung: „Stiftung für Opfer der Arbeit".
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In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen
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Gewinnauszug
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In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen
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3472 5089 12304 25559
138998 153449 160829
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• 3- P. Bember g 21®., Wuppertal- Dar m e n- 2n der Aufsichtsratssihung der Gesellschaft wurde der Abschluß für das Geschäftsjahr 1932 vorgelegt und genehmigt. Der Generalversammlung am 24. 3uni soll eine Zusammenlegung des Aktienkapitals im Verhältnis von 2:1 vorgeschlagen werden, wodurch ein Buch- gewinn von 20 Millionen entsteht, der zu» Deckung des bilanzmäßigen Verlustes, zu notwendig erscheinenden Wertberichtigungen und zur Bildung des gesetzlichen Reservefonds dienen soll. Die Verwaltung hofft, auf Grund der sanierten Bilanz und nach dem vorläusigen CBccIauf des Geschäftsjahres 1933 äleberschüsse erzielen zu können. Von der künftigen Entwicklung hänge cs ab, inwieweit diese Lieberschüsse der inneren Stärkung des Llnternehmens bzw. der Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen dienen werden.
Frankfurt freundlich und befestigt.
Frankfurt a. M„ 18. Mai. (WTB. Drahtmeldung.) Die Mittagsbörse war nach einem recht uneinheitlichen Beginn nach den ersten Votierungen meist leicht befestigt, die Llmsahtätig- keit hielt sich dabei aber in sehr engen Grenzen. Für die freundliche Stimmung waren der gute Eindruck der Reichskanzlerrede auch im Auslande und die Befestigung der deutschen Auslandsbonds maßgebend, während anfangs die vollkommene Orderlosigkeit der Kundschaft störend empfunden wurde und vielfach einige Glattstellungen auslöste. Die Kursgestaltung war daher unregelmäßig, wenngleich große Veränderungen nach der einen oder anderen Seite nicht zu verzeichnen waren. 3m allgemeinen wartet die Börse die Entwicklung der außenpolitischen Lage ab.
Gegenüber der zum Teil schwächeren Abendbörse lagen Montanwerte wieder unter leichtem Druck, die überwiegend Rückgänge bis zu 1 Prozent aufwiesen. Rhcinstahl verloren 1,65 Proz., nur Phönix setzten etwas höher ein. Am Chemie- morkt zogen 3.-G.' Farben nach unverändertem Beginn später um 1 auf 132 Prozent an, Scheideanstalt lagen 3 Prozent höher. Elektrowerte waren meist nur um Bruchteile eines Prozentes verändert. Fester waren aber Licht und Kraft mit plus 1,50 Prozent, und Gesfürel mit plus 1 Prozent, während Siemens und Rheinische Elektro Mannheim je 1 Prozent nachgaben. Einiges 3nteresse zeigte sich für Zellstoffaktien, von denen Aschaffenburg erneut 0,65 Prozent, und Waldhof 1,25 Prozent gewannen. Dau- und Ze- mentwcrte lagen nach etwas leichterer Eröffnung im Verlaufe gebessert. 3m übrigen eröffneten u. a. Reichsbank mit plus 1,25 Prozent, Süddeutsche Zucker mit plus 2 Prozent, Gebr. 3ung- hans mit plus 1,39 Prozent, dagegen Akkumulatoren mit minus 2,50 Prozent, AG. für Verkehrswesen und Kali Westeregeln mit je minus 1 Prozent. Schiffahrtsaktien waren um 0,25 bis 0,50 Prozent befestigt. 3m Verlaufe lagen die Kurse bei kleinem Geschäft weiter uneiicheitlich. 3G. und einige andere Werke gingen um etwa 1 Prozent zurück, während andererseits Licht u. Kraft und Gesfürel weiter etwas anzogen.
Der Rentenmarkt tendierte überwiegend f e st e r. Deutsche Anleihen zogen 0,5 bis 1 Prozent an, Stahlvereinsbonds gewannen 0,6 Prozent, wogegen Reichsschuldbuch-Forderungen nur knapp gehalten waren. Am Pfandbriefmarkt zeigte sich Kauflust, so daß Goldpfandbriese meist
2 »twlnn« I« 50000 M. 114634
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bis zu 1 Prozent, Liquidationspsandbriefe und Kommunalobligationen etwa 0,5 Prozent höher lagen. Am Auslandrentenmarkt lagen türkische Anleihen uneinheitlich, Rumänen blieben gut behauptet. Tagesgeld war etwa gesucht und wurde auf 3,75 Prozent erhöht.
Frankfurter Schlachtvichmarkt.
Frankfurt a. M., 18. Mai. Auftriebt 163 Rinder, 973 Kälber, 57 Schafe, 689 Schweine. Cs notierten: Kälber. Deste Mast- und Saugkälber 40 bis 43, mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 39, geringe Kälber 27 bis 34. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 25 bis 28, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 24. Schweine. Dollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 38 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund 38 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfund 37 bis 40. Marktverlauf. Kälber und Schafs ruhig, geräumt; Schweine mittelmäßig, ausverkauft.
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339219 351109 368106 _____
50 Gewinn. >» 800 Dl. 30241 33685 68250 72744
Beruf und Tuberkulose.
Don Reg.>Med.»Rat i. ZR. Or. Denker
Zum Schutze vor den Gefahren einer Tuber- kuloseansteckung muß man wissen, wie diese Krankheit übertragen wird. Der Krankheitserreger, der Tuberkelbazillus, kann aus der erkrankten Lunye eines Schwindsüchtigen auf verschiedene Weife in den Körper eines gesunden Menschen gelangen. Gewöhnlich werden die Bazillen mit dem Auswurf aus der kranken Lunge entleert, oder sie sind in den feinen Tröpfchen enthalten, die beim Husten, Niesen oder Sprechen fortgefchleudert werden. Unmittelbare Ansteckung kann im Bereich dieses Sprüh-
von Kotzebue unter der Spielleitung von Dberfpiel« leiter Peter F a s s o t t. In der Rolle der Frau Etaar Frau Auguste Prasch-Grevenberg, Ehrenmit- glieb des Meininger Landestheaters, als Gast. Gewöhnliche Preise. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. — In Vorbereitung das Schaufpiel: „Schlageter" von Hanns Iahst unter der Spielleitung von Intendant Dr. Rolf P r a f ch. Erstaufführung am Dienstag, 23. Mai, als 32. Vorstellung im Dienstag-Abonne- ment.
— Männer-Turnverein. Am Samstag, 20. d. M., findet im Cafe Ebel eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt, die sich mit der vom neuen Kreisführer angeordneten Gleichschaltung des Vereins, Wahl des 1. Vorsitzenden, befassen wird. (Siehe heutige Anzeige.)
— Volkshochschule. Am kommenden Sonntag, 21. Mai, findet der zweite „Pflanzenkundliche Ausflug" statt, um die nähere Umgebung Gießens in ihrem Pflanzenbestand kennenzulernen. Näheres sieh.- heutige Anzeige.
•• Die Gießener H o ch f ch u l g e f e l l - schäft hält am nächsten Samstag ihre Jahres- Tagung ab. 3m Rahmen dieser Tagung findet von 17.15 Llhr ab im Großen Hörsaal der Universität eine Festsitzung statt, in deren Mittelpunkt der Festvortrag von Prof. Dr. Kuhn über „Die medizinischen Fakultäten in Deutschland" stehen wird. Der Eintritt ist frei. Gäste sind willkommen. (Siehe heutige Anzeige.)
•• Dom Hessischen Rotarverein. Unter der Leitung seines zum Unterbeauftragten für das Hessische Notariat ernannten seitherigen Vorsitzenden haben die am 13 Mai fast vollzählig versammelten Hessischen Volare einstimmig ihren Verein in den Dund nationalsozialistischer deutscher Juristen übergeleitet.
— Heilsarmee- Morgen, Freitag, abend im Universitätsgebäude Vortrag über „Die Heilsarmee in Beziehung zu Staat und Kirche". (Siehe heutige Anzeige.)
Sitzung des Darmstädter Sondergerichts.
WSV. Darmstadt, 16. Mai. Dor dem Eondergericht Darmstadt hatten sich heute wieder zahlreiche Angeklagte zu verantworten. Zunächst wurden mehrere Kommunisten aus Klein-Steinheim wegen einer politischen Versammlung und Weiterverbreitung hochverräterischer Flugschriften zu einem IahrdreiMo- naten Gefängnis, vier weitere Kommunisten zu einem IahrGefängnis, ein Kommunist auS Klein-Auheim wegen Verbreitung hochverräterischer Flugschriften zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Ein kommunistischer Landwirt aus Seeheim hatte auf seinem Anwesen Waffen mit Munition und etliche Sprengkapseln versteckt, wofür er acht Monate Gefängnis erhielt. Wegen Vichtablieferung erner von einem SA.-Mann in Pfand gegebenen Pistole erhielt ein jüdischer Händler aus Lengfeld eine Geld strafe von 150 Mk. Die Frau des Vorsitzenden der Darmstädter Roten Hilfe hatte hochverräterische Flugschristen, in denen Greuel- märchen standen, weiterverbreitet und erhielt da-
n di- A fift würben. 1 Crp|Ol Miet, '«euer, '.eßende Oie hort L6jpio. Mer ‘Weiter Bte, um n »elfer "brachte kr am .Thur, otoun« ehre alte leweren
für ein Jahr Gefängnis. Wegen deS gleichen Delikts erhielt ein junger Mann auS Reustadt (Odenwald) acht Monate Gefängnis. Sin IahrGefängniS erhielt ein Kommunist auS Mainz, der ein Dlatt der .Roten Fahne" mit Greuelmärchen weiter verbreitet hatte. Eine 50- jährige in Deutschland ansässige russische Jüdin hat auf dem Wiesbadener Bahnhof Beamten gegenüber Greuelmärchen kolportiert. Sie erhielt eine Gefängnisstrafe von fünf Mo na len.
Bekenntnis zum NS.'Lehrerbund.
O Wetzlar, 17. Mai. Der Svangeli fche Lehrerverein für den Kreis Wetzlar ist dem Vationalfozialisti- schen Lehrerbund beigetreten. Hierzu teilt der Evangelische Lehrerverein folgendes mit: .Der Ev. Lehrerverein für den KreiS Wetzlar, eine Ortsgruppe des Ev. Lchrervereins der Rhcinpro- vinz, stellt sich einmütig hinter die Entschließung seines Provinzialvereins. Arn 11. Februar 1920, in sturmbewegter Zeit, wurde er gegründet, um gegen die auch in Schule und Lehrerschaft einbre» chcmde marxistische Flut an seinem Teil einen Damm aufzurichten. „Christliche und nationale Jugenderziehung in der evangelischen Bekenntnisschule" steht auf seiner Fahne geschrieben. Dreizehn Jahre lang hat er das Danner unentwegt hochgehalten und in der schwach besetzten Kampffront der bewußt evangelischen Lehrerschaft feinen Abschnitt gegen alle Anfeindung und Mißachtung standhaft verteidigt. Es ist ihm nun größtes Erlebnis, daß jetzt viele Taufende aus der deutschen Lehrerschaft sich in dem Rationalsozialistischen Lehrerbund zufammengeschlossen, in die glcidje Kampffront eingeschwenkt sind, die marxistische Herrschaft auch in der Schule gebrochen und da« Morgenrot einer neuen, will's Gott, einer besseren Zeit für unsere 3ugenb- und Volkserziehung aufgegangen ist. Der Ev. Lehrerverein für den Kreis Wetzlar hat daher in feiner letzten Vollversammlung einstimmig beschlofsen, sich den neuen Kampfgenossen anzuschließen und dem neuen, großen, christlichen nationalen Dunde — dem Vatio- nalsozialistischen Lehrerbunde — beizulreten, um mit vereinten Kräften und neuen Impulsen den Kampf gegen alles älnchristliche und ilnbeutfcbe weiterzuführen und an seinem bescheidenen Teil mitzuhelfen, unsere Jugend, unser Volk und Vaterland einer besseren Zukunft entgegenzuführen."
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Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II
nommen werden sollte. Heil wird in den nächsten Tagen nach Gießen in das Landgerichtsgefängnis überführt werden.
Gictzcncr Wochcnmarktprcisc.
* Gießen, 18. Mai. Cs kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Landbutter 130, Matte 20 bis 25 Pf. bai Pfund, Käse 5 bis 10, (Sier, inländische, 8 Pf. das Stück, Wirsing, grün, neuer, 20 bis 25, Rote Rüben 10, Spinat 10 bis 15, Spargel 35 bis 55, Erbsen 30, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln 3 (per Ztr. 2,30) Pf. das Pfund, Gelbe (Rüben, neue, Bund 20 bis 25, Dörrobst 30 bis 35, Obstmus 40 bis 45, Vüsse 60, Junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pf. das Pfund, Tauben 40 bis 60, Blumenkohl 40 bis 50, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 45, Ober-Kohlrabi 15 bis 18, Lauch 5 bis 10, Rettich 15 bis 20, Sellerie 10 bis 25 Pf. das Stück, Radieschen 8 bis 10 Pf. das Bund.
Vornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag. Wilhelm Schüttlers Schule für höheres Violin- spiel: 19.30 Llhr, Singsaal des Realgymnasiums, Konzert zum Besten der „Stiftung für Opfer der Arbeit". — Reichsbahn-Tum- und Sportverein: 20 -ilbr, Turnhalle, außerordentliche Generalversammlung. — Krieger-Verein: 20 30 Uhr, (Safe Ebel, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Tochter des Regiments". — Astorial-Lichtspiele: „Ich geh' aus und du bleibst da" und „Eirenen um Mitternacht".
— Aus dem Stadttheaterbureau wcrd uns geschrieben: Morgen, Freitag, 19. Mai, als 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement, letzte Ausführung des Lustspiels: „Die deutschen Kleinstädter"
den und so in die Atmungsorgane anderer Menschen gelatwen. Schließlich kommt noch eine Übertragung der Krankheitskeime durch Hände, Kleidungsstücke, Geräte und dergl. in Frage, die mit dem An- fteckungsstoff beschmutzt sind. Der erwähnte Sprühkegel und damit der unmittelbare Gefahrenbereich erstreckt sich beim Husten bis etwa 1 Meter, beim Niesen bis etwa 3i Meter vom Munde des Kranken. Diese Uebertragungsweise hat praktische Be- deutung nicht nur für die Tuberkulose, sondern auch für zahlreiche andere Infektionskrankheiten: Schnupfen, Grippe, Masern, Scharlach, Keuchhusten usw.
Will man sich gegen die Ansteckung schützen, fp sind entsprechende Vorsichtsmaßregeln notwendig. Der Kranke soll von anderen Personen mindestens 1 Meter Abstand halten, beim Husten und Niesen die linke Hand ober das Taschentuch vorhalten und soll für feinen Auswurf geeignete Spuckgefäße benutzen. Im übrigen ist für ihn und [eine Umgebung größte Sauberkeit der beste Ansteckungsschutz.
Die unmittelbare Gefährdung durch einen tu der- kulösen Arbeitskollegen richtet sich ganz nach den Verhältnissen des Einzelfalles. Nicht alle Menschen sind gleich stark gefährdet, weil die Empfänglichkeit für Tuberkulose von der Konstitution des Betreffenden abhängt. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, ältere Erwachsene sind da- gegen in der Regel weniger empfänglich für Tuber- kulose. Wenn der Kranke daher wenig oder gar nicht hustet und im übrigen die nötigen Vorsichtsmaßregeln sorgsam beachtet, bietet er nur eine geringe oder gar keine Gefahr für erwachsene Mitarbeiter, wobei Voraussetzung ist, daß gewisse Bedingungen bei der Wahl des Arbeitsplatzes und der Arbeitsart erfüllt werden. Der gegenseitige Abstand zwischen den Arbeitenden soll mindestens lj Meter betragen. Wenn die Arbeitsplätze sich beispielsweise in Kontoren einander unmittelbar gegenüber befin- den, empfiehlt sich die Anbringung einer gläsernen Scheidewand. Am besten ist es natürlich, wenn der Tuberkulöse in einem Raum für sich allein arbeiten kann und auch sonst seinem Krankheitszustand ent- sprechend beschäftigt wird. Auch in der Arbeitstechnik müssen gesundheitliche Vorschriften beachtet werden.
Sauberkeit in den Arbeitsräumen und Beachtung persönlicher Hygiene durch die Arbeiter muß gefordert werden. Der Kampf gegen die Tuberkulose darf ober nicht zu einem Kampf gegen den Tuberkulösen ausarten. Der sorgsame und gutwillige Tuberku- löse hat ein Recht auf Arbeit, wie jeder andere. Nur bei schweren Krankheitszusländen dürfte seine (Ent- lassung mit Rücksicht aus die Arbeitskameraden ge- rechtfertigt sein. Selbstschutz durch entsprechendes Verhalten ist für jeden einzelnen die beste Waffe gegen Ansteckungsgefahr, insbesondere Luft und Sonne, Sauberkeit und eine gesundheitsqemäße Lebensweise, wodurch die Abwehrkraft des Körpers gestärkt wird.
»Sparkaffe« gesetzlich geschützt.
Die jahrhundertealten Beziehungen der Sparer zu ihren Sparkassen haben die Bezeichnung „Sparkasse" mit einer besonderen Sphäre von Vertrauen umwoben. Diese bekannte Tatsache formulierte kürzlich eine Zeitung treffend, indem sie schrieb: „Schon allein von dem Wort „Sparkasse" geht eine Welle des Vertrauens aus." Diese Anzugskraft in der Bezeichnung „Sparkasse" verlockt natürlich zweifelhafte ilntcrncfjmungcn dazu, sie sich nutzbar zu machen, indem sie den Hamen ihrer Gesellschaft in irgendeine Verbindung zu dem Wort „Sparkasse" bringen. Tatsächlich ist es oft unzuverlässigen Gesellschaften gelungen, auf diese Weife von den Sparern Ersparnisse anvertraut zu bekommen, die dann durch unsolide Geschäftspolitik und Zusammenbrüche mehr oder minder verloren gingen. Solche Vorkommnisse und Erfahrungen beeinträchtigen naturgemäß das Vertrauen der Sparer und führen fo zu einer Schädigung der dringend notwendigen heimischen Spartätigkeit und Kapitalbildung.
Die deutschen Sparkassen sind daher seit langem bemüht gewesen, einen gesetzlichen Schutz für das Wort „Sparkasse" zu erhalten, um gegen den Mißbrauch der Bezeichnung „Sparkasse" durch unlautere Clemente künftighin geschützt zu sein. Dieser Schuh des Wortes Sparkasse wurde in den letzten Jahren um so notwendiger, als unter dem Einfluß der Wirtschaftskrise solche Unternehmungen, die sich die Bezeichnung Sparkasse zulegten, aber in Wirklichkeit keine oder nur entfernte sachliche Verbindung dazu hatten und nur zu häufig auch nicht die Gewähr solider Gcschäftspolitik boten, immer zahlreicher wurden.
Zwar hatte bereits eine zur Lieberwindung der Zahlungskrise 1931 ergangene Verordnung einen gesetzlichen Schutz für die Bezeichnung Sparkasse" gebracht, wonach grundsätzlich in erster fcinic nur die öffentlichen Sparkassen zur Führung dieser Bezeichnung berechtigt waren. Jedoch ließ diese Verordnung eine Reihe von Ausnahmen zu. die praktisch eine Verwässerung des Firmenschildes bedeuteten. Der vor kurzem ergangene Erlaß des Preußischen Iustizministers über Firmenbezeichnung von Zwecksparunternehmen ist daher besonders zu begrüßen, weil er sich gegen den Mißbrauch der Bezeichnung „Sparkasse" und überhaupt gegen falsche Angaben im Firmentitel mit Schärfe wendet und die Gerichte entsprechend angewiesen hat, ihr besonderes Augenmerk auf Verstöße gegen die Grundsätze der Firmenwahrheit zu richten.
Nur zwei Sprechtage bei den hessischen Ministerien.
WSN. Die hessische Staatspressestelle bittet um Ausnahme der nachstehenden Anordnung:
Der Publikumsverkehr bei den Dienststellen der Ministerien hat in letzter Zeit einen derartigen Umfang angenommen, daß eine Neuregelung d e r A m t s t a g e erforderlich geworden ist. Der Staats
sekretär hat für die Geschäftsbereiche der Ministerien des Innern, der Justiz und der Finanzen daher mit Wirkung vom heutigen Tage an die Amtstage in diesen Ministerien aus Mittwoch und Samstag, vormittags von 10 bis 1 Uhr festgesetzt
gez. Jung, Staatssekretär für die Ministerien.
Ehrenamtlicher Sonderkommissar für den Fremdenverkehr in Hessen. Die hessische Staatspressestelle teilt mit: Der Hessische Minister des Innern hat den Vorsitzenden des Hessischen Verkehrsverbandes, Regierungsrat a. D. Dr. jur. Roefener, Erster Syndikus der Industrie- und Handelskammer Darmstadt, zum Sonderkommissar für den hessischen Fremdenverkehr bestellt. Die Tätigkeit ist ehrenamtlich. Der Komissar hat die Aufaabe, den Vorstand und den Verwaltungsrat des Hessischen Verkehrsver- bandes umzubilden und in enger Zusammenarbeit mit den benachbarten Ländern für eine einheitliche Gestaltung der Fremdenoerkehrspolitik in Hessen unter Arisschaltuny unfruchtbarer Doppelarbeit Sorge zu tragen. Für Bad Nauheim sind besondere Anordnungen vorgesehen.
Oie Landhilfe in Oberheffen.
Vom Arbeitsamt Gießen wird uns über die Organisation der Landhilfe in Oberhessen geschrieben:
Das Arbeitsamt Gießen hat in Zusammenarbeit mit den Kreisämtern und den Bürgermeistereien, sowie mit den Verbänden des freiwilligen Arbeitsdienstes und der NSDAP, erreicht, daß die bei den Jugendlichen zunächst vorhandene geringe Neigung zur Annahme von Landhelferstellen zum größten Teil beseitigt werden konnte. So erfreulich die Tat- lache ist, daß bisher schon über 300 Landwirten im Bezirk des Arbeitsamts Gießen durch Anerkennung der Arbeitsoerträge für Landhilfen geholfen werden konnte und daß damit zugleich auch 300 arbeitslosen jungen Menschen Unterkommen, erfreulicherweise sehr häufig auf ein ganzes Jahr, zu normalen Arbeitsbedingunaen geschaffen werden konnte, so wenig kann es mit dieser Zahl sein Bewenden haben. Es gibt sicherlich noch sehr viele Landwirte, die eine Förderung aus der Landhilfe beanspruchen können.
Uebereifrige Volksgenossen glaubten Veranlassung zu haben, darauf hinzuweisen, daß auch solchen Landwirten geholfen worden sei, die mit genau so viel Personal versehen seien wie in früheren Jahren und von denen man infolgedessen erwarten könnte, daß sie die Arbeit mit diesem Personal schassen könnten. Die Denunzianten übersehen dabei, daß es ja gerade Sinn und Aufgabe der Land- Hilfe ist, in solchen Fällen zu helfen. Gerade diese Betriebe kommen für die Landhilfe in Frage, weil zweifelsfrei die ZusätzUchkeit des Helfers als Ar- beitsfraft gegeben ist. Die Höhe der in den Anerken- nungsbefcheiben bewilligten Beihilfen schwankt zwi- schen 12 Mark monatlich als dem niedrigsten und 25 Mark als dem höchsten Betrag. Die Beihilfe richtet sich nach dem Alter, dem Geschlecht, dem Können und dem gezahlten Lohn. Geeignete junge Landhelfer sind dem Arbeitsamt Gießen aus allen Teilen Deutschlands in großer Zahl angeboten worden, so daß also irgendwelche Gefahr für die Nicht- Stellung von Landhelfern für die zuyelalsenen Betriebe nicht besteht. Schwieriger ist die Beschaffung von Mädchen, aber auch hier wird sich im Ausgleich mit anderen Bezirken die Mehrzahl der Anträge befriedigen lassen.
Antragsformulare sind bei den Nebenstellen des Arbeitsamts, bei den Bürgermeistereien ober direkt beim Arbeitsamt anzuforbern. Das Arbeitsamt Gießen bittet um beschleunigte Einreichung ber Anträge unter Angabe ber Löhne, bie gezahlt werden sollen und der sonstigen Wünsche, damit möglichst bald die günstigen Wirkungen der Landhilfe spürbar werden können.
Oer vielfache Einbrecher Heil verhaftet.
fegels durch (Einatmung der feinen Iröpfthi folgen, ober indirekt dadurch, daß die verstreuten Bazillen antrocknen, mit Staub ausgewirbelt roer-
Der heutige Gießener Polizeibericht teilt Der schon seit einigen Monaten polizeilich suchte vielfache Einbrecher Ludwig Heil Gießen konnte jetzt in Kelsterbach bei einem neuen Einbruch verhaftet werden. Auf das Strafkonto Heils sind über 70Cinbrüche inGießen und in der Provinz Oberhessen zu sehen, die er im Verlaufe der letzten Monate verübt hat. Dabei hatte es der Verbrecher auf Le- bensmittelgeschäf e. Genußmittelhandlungen, Gastwirtschaften. Tuchgefchäfte, Garagen, Motorräder, Fahrräder usw. abgesehen, kurzum, alles fand fein Interesse, was nur irgendwie mitnehmenswert war. Wiederholt entging Heil nur mit knapper Rot der Festnahme, durch feine Gerissenheit und Kaltblütigkeit gelang es ihm aber immer noch, im letzten Augenblick, sich dem Arm der Gerechtigkeit zu entziehen. Heil schreckte auch nicht davor zurück, auf seine Verfolger zu schießen, als er in der vergangenen Wc>che nach einem Einbruch in Gießen in Butzbach erkannt und festge-


