Aus der Provinzialhauptstadt
Buntes Allerlei
:8.
rodetz.
Sohlen widerrechtlich verkauft ZU haben. Giegerlch beteuerte feine Unschuld und betonte^ daß er diese Kohlen als Deputatroblen von der «ladt erhalten und nicht verbraucht habe, da er Kohlen im Haushalt nicht benötige, öo hatte sich ein größerer Haufen Kohlen angesammelt, die er im November v. F. mit Zustimmung des Schlachlhofdezernenten. Bürgermeister Kappus, an die Schlachthofarbeiter in aller Oeffentlichkeit unter Preis abgegeben habe.
Wen.
nmunisiische der sich in sängnis in
vartet. Die achtet Wirb, die 6ng- enn Giraten i sie nicht >r russischen r sie harte
drei Damen d i e
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1Qlen und
frühere Korruptionsaffaire strengste Llntersuchung erfahre.
Aus der Haft entlaffen.
WSN. Frankfurt a. M., 15. April. Der vor einigen lagen in Haft genommene frühere Direk - tor des Offenbacher Schlachthofs, G i e- ge r i ch, ist wieder aus der Haft entlassen worden. Er mar beschuldigt, auf dem Schlachthof lagernde
der den fiu- >n wollen um Vaterlandes lestimmt ein nehr Spanil cs immer um das Kesse sind also im die 2ior. mersahrenes, n die Hande i ohne » ZU t'schen Spion ,r Vaterland Hinterhalligk ileiben; Mut ordert, durch t, sorgsame .epaart, fen- len die eng' lieaern iunt !tt°>L 'Ilnenselder mährend»' auf tragisch' Bombe g Mission, dar nat bring-"
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Oie Schule der Kunkreporter.
Das Mikrophon vor der Filmleinwand. — Oer „drahtlose Lehrlings Höri sich selbst.
Von Egon Larsen.
Oer Kuß in der Anlage.
»Das Küssen in den öffentlichen Anlagen Londons ist verboten, das wissen Sie doch?" sagte der Richter zu einem Pärchen, daS sich wegen Verletzung der guten Sitten und Erregung öffentlichen Aergcrnisses vor ihm verantworten mußte. Run ist zwar der etwas oberflächliche Kuß langjährig verheirateter Eheleute und der konventionelle Handkuß nicht verboten, Wohl aber der Austausch von Zärtlichkeiten junger Leute, die an das Heiraten noch nicht denken. Und dieses Pärchen hatte sich eben an einem schönen Tage in aller Oeffentlichkeit mit einer Herzlichkeit geküßt, die dem überwachenden Polizeibeamten verdächtig schien und ihn pilichtgemäß zum Einschreiten veranlaßte. Dor Gericht stellte sich aber heraus, daß die beiden Derliebten doch schon verheiratet waren, wenn auch noch nicht sehr lange. Auf die Frage des Richters, warum sie dann zur Bekundung der gegenseitigen Sympathie gerade eine öffentliche Anlage ausgesucht hätten, erklärte der Mann mit dem ganzen Elan eines jungen Ehemannes, daß Liebe nicht nach den äußeren Umständen frage. Außerdem sei die Kußdauer nicht über das normale Maß hin- ausgegangen. Aber gerade hier war der Polizeibeamte. der es wissen mußte, anderer Meinung. Er erklärte, daß der Kuß, wie er mit Hilfe seiner Stoppuhr festgestellt habe, acht Sekunden gedauert habe und damit Über das noch seiner Meinung und Erfahrung hochstzulässige Maß von drei Stunden erheblich hinauSging. Rachdem nun der Kuh und seine Dauer mathematisch analysiert worden waren, kam der Richter schließlich zu einem Freispruch mit der »on ° weisheit zeugenden Begründung, daß^t verscptebl künden zwar eine lange Zeit seien, *un cmen doch nicht vergessen dürfe, daß es noch junges Ehepaar handele und zu - gemeldet: daß eS in absehbarer Zeit mit der »lang-O^ gelassenen Kuhdauer vLn^drei Sekunen
eir LDAP.
Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. 23. (21. o. D), Gießen: Die Provinzialstraße Bleichenbach — Büches wird ab 24. April für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Stockheim, Lindheim, Düdelsheim, Büches und umgekehrt. — Die Provinzialstraße Schotten — Rudingshain wird ab 19. April für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Götzen. — Die Provinzialstraße Orten- berg —Lißberg vom Abzweig nach Eckarts- dorn wird ab 24. April für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Eckartsborn—Lißberg oder Usenborn—Hirzenhain.
Oie Erbgroßherzogin von Heffen
von einem Prinzen entbunden.
WSN. D a r m st a d t, 15. April. Die E r b g r o ß- Herzogin von Hessen schenkte gestern einem zweiten kräftigen Prinzen das Leben. Mutter und Kind sind wohlauf.
Wetzlar ehrt Hitler und Hugenberg.
MSR. Wetzlar. 15. April. Dieser Tage trat die neugewähltc Stadtverord- neten-Dersammlung zum ersten Wale zusammen. Die 8 SPD.-Mitglieder blieben aus. Bürgermeister Dr. Bangert legte kurz die wichtigsten Probleme der Kommunalpolitik dar. Unter grohem Beifall teilte er sodann mit, daß die Stadt zu Ehren des Reichskanzlers eine Anlage in „Adolf-Hitler-Anlage" um- benannt habe. Eine große Eisenbahnbrücke würde künftig den Hamen „Hugenberg-Brückc" führen. Fabrikant Dr. Ernst L e i tz (Staatspartet) erkannte rückhaltlos die Berdienst« Adolf Hitlers an und sagte aktive Witarbeit der Staatspartei zu. Rechtsanwalt Dr. Oppermann (RSDAP.) erklärte, daß in Zukunft für äußerste Sauberkeit und Ordnung gesorgt werde und die
Ein Meister der Grimasse.
3n manchen Museen findet man in der Abteilung für Barock-Plastik seltsame steinerne oder bleierne Figuren, die groteske Mesen mit verzerrten und doch höchst eindrucksvollen Gesichtern zeigen. Cs sind dies die „Charakterköpfe", die ein Meister des Wiener Barocks, Franz Taver M esse r s ch rn i d t, in der Zeit seines Irreseins geschaffen hat. Messerschrnidl war vor seiner Erkrankung an Schizophrenie, die ihn auf der Höhe seines Schaffens erreichte, ein angesehener Künstler, und die mehr als 60 Charakterköpfe, die er als Irrer schuf, zeigen seine technische und künstlerische Begabung in einem überaus merkwürdigen Lichte. Für die Bildnerei der Geisteskranken, mit der man sich in letzter Zeit vorn medizinischen wie kunstgeichichtlichen Standpunkt beschäftigt hat, sind diese Arbeiten von besonderer Bedeutung. Der Wiener Kunsthistoriker Ernst K r i S hat ihnen eine ausführliche Abhandlung gewidmet, über die Berndt Götz in der „Deutschen Literaturzeitung" berichtet. Mesferschmidt hat seinen Figuren Bezeichnungen beigelegt wie z. 2. der tapfere Feldherr. der Melancholiker, der mürrische alte Soldat. der Satirikus. der Riefer, der aus dem Wasser Gerettete, der naseweise Spötter, der Erzbösewicht. der mit Verstopfung Behaftete, der unfähige Fagottist, der kindisch Weinende. WaS den merkwürdigen Gestaltungen gemeinsam ist. das ist eine geniale Darstellung der Grimasse, in der Kris eine ‘ „mißglückte Ausdrucksbewegung' erblickt, d. h. die Spieglung einer verdrängten Empfindung im Gesicht. Doch dürste die Grimasse noch eine allgemeinere Bedeutung besitzen, indem sie nämlich in der Darstellung Mesferschmidts als die verzerrte Abbildu.rg eines typischen Ausdrucks erscheint, während die Karikatur einen tendenziös verzerrten Hinweis aus einen bestimmten Menschen bedeutet. „Die Grimasse erfaßt die Quintessenz einer ganzen Gruppe", meint Götz. „Daher ist die Maske das LebenSelement der Grimasse. denn sie verhüllt und negiert daS Individuelle und zeigt dafür ein Ueberpersönlich-All- gemeingültiges." I
g e beizubringen.
nn meldet sich, tritt vor ein Mi-
Ser „naue Hout".
Johannes Löffler, genannt Löffelshannes, war , zum Beigeordneten seiner Gemeinde gewählt , worden, und dies gab seiner darob stolz gewordenen Frau Veranlassung, ihn zur Anschaffung ] eines neuen HuteS au überreden, denn mit dem ; .ghle Gemeuskroppe , den er seit ihrer Derhei- latung trug, könne er unmögl:ch auss Kreisamt «ehen. Des langen „GebrÄbels" müde, zog Lösselshannes eines Tages zur Kreisstadt, wo er leim Hutmacher den von seiner besseren Ehe- jälfte ersehnten „neuen Hout" erhandelte. Er Bereit ihn auch gleich auf dem Kopfe: der Hutmacher wickelte den alten Filz in Seidenpapier inb schlug dem Hannes vor, ihn in den nächsten Teich zu werfen, mehr sei er nicht wert. Cs fing IHon an, dunkel zu werden, als Hannes den Hut- laben verließ. Der „naue Hout" muhte natürlich begossen" und die abgehandelten 60 Pfennige in ..Vertelchen" umgesetzt werden: als es zum Ausbruch kam, hatte HanneS „einen sitzen". Unter dem inzwischen eingetretenen Regen wackelte er feiner Dorfgemeinde entgegen. Trotz seines Schw.bses hielt er es für ratsam, den neuen Hut tor dem Raßwerden zu bewahren: er holte deshalb den alten aus der papierenen Hülle und wickelte den neuen hinein. Angesichts des vor dem Dorfe befindlichen TeicheS fiel ihm der Gute Rat des Hutmachers ein. den alten Hut in den Teich zu werfen, und da der genossene Branntwein die Erinnerung erloschen hatte, daß er die Hüte vertauscht, flog die Hülle mit dem neuen Hut in hohem Bogen in den Teich. Als er heim kam, hatte sich seine Frau schon zur Rach.rühe niedergelegt: er tat in aller Stille dasselbe. Am andern Morgen, als er noch im Jette lag, wünschte die Frau den neuen Hut zu sehen. ..Ee is c wink nah geworde. eich yun en in die Küch' gehängt", erwiderte Hannes. Rach durzer Zeit erschien die Frau wieder in der Schlafkammer, mit dem Ausdruck des Entsetzens den alten Hut dem noch Schlaftrunkenen vor die Rase haltend mit den Worten: „2s das der raue Hout". Mit einem Satz war Hannes aus dem Bette, schlüpfte in die Kleider und raste zum Hause hinaus dem Teiche zu. Hier bot sich ihm ein alle bösen Geister erheiterndes Schauspiel. Eine Rotte zur Schule wandernder Buben hatten den „kieloben" schwimmenden neuen Hut inmitten des Teiches entdeckt und eine regelrechte Steinkanonade daraus gerichtet. Ehe Hannes sich ton seinem Schrecken erholt hatte, fanZ das Hutprachtstück nach einem von einem halben Backstein herrührenden Volltreffer unter dem Gejohle der Schulbuben wie eine torpedierte Korvette in die Tiefe. Hebet den folgenden häuslichen Krach mögen sich die Leser selbst einen Vers machen.
H. E.-Dr.
OaS Wandern wird billiger.
Um in dieser schweren Zeit die Möglichkeit zu terbiltigtcn Wanderungen zu geben, hat der Reichsverband Deutscher Gebirgs- und Wander- vereine ein Abkommen unter den ihm angeschlos- fenen Vereinen herbeigeführt, das wesentliche Preisvergünstigungen für deren Mitglieder bringt. Reben der Möglichkeit. Karten und Führer verschiedener Wandergebiete zu Vorzugs- breiten zu beziehen, stehen die meisten Unter- funfts- und Berghäuser — im gamen sind es 70 — für Uebernachtung und Erholungsurlaub zu ermäßigten Preisen zur Verfügung. Darüber hinaus wurden mit etwa 700 Gastwirten (besonders in der Lausitz, im Rheingau, in der Sächsischen Schweiz, Thüringen, Vogtland. Westerwald. Sauerland) Sonderabkommen getroffen.
Alle Vergünstigungen sind in einem Verzeichnis zusammengefaht. das die Mitgliedsvereine des Reichsverbandes abgeben. Zur Inanspruchnahme der Vergünstigungen sind die Mitglieder der Derbandsvereine mit ihren Ehefrauen und unversorgten Kindern berechtigt. Als Ausweis gilt die Mitgliedskarte des betreffenden Gebirgs- oder Wandervereins mit aufgellcbtcr Iahresrnarke des Reichsverbandes
Ditcn für Dienstag, 18. April.
1521: Luther auf dem Reichstag zu Worms: — 1864: die Preußen erstürmen die Düppeler Schanzen in Rordschleswig: - 1873: der Chemiker Iu- stus v. Liebig in München gestorben: 1892: der Dichter Friedrich v. Bodenstedt in Wiesbaden gestorben.
Theater-Eonderveranstaltung der ASOAP.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrie- ! den: Aus Anlaß des Geburtstages des Führers Adolf Hitler findet morgen im Stadttheater Gießen eine Sonderveranstaltung der RSDAP. i Kreis Gießen) statt mit einer Ausführung des Schauspiels „Der 18. Oktober" von Walter-Erich Schäfer. Der Dichter dieser historischen Episode hat ein Stück Weltgeschichte aus knappen Raum zusammengesügt, szenisch und dialogisch äußerst geschickt bewältigt. Dieses Schauspiel ist gekonnt, tote selten ein anderes Werk jüngster Schauspielliteratur. Der 18. Oktober" packt seine Zuhörer erst ganz sachte, dann mit immer kräftigerem Griff und läßt nicht mehr los. Die Linie des. Stuckes ist gradlinig und aufrecht. Ein straff und kraftvoll gespanntes Stück, hinreißend in lebendig geballter Handlung umgesetzt. Spielleitung dieser historischen und doch aktuellen Szenensolge hat Oberspielleiter Peter Fassott, der auch die Rolle des Obersten Bauer spielt. Anfang 20 Uhr: Ende 22.30 Uhr.
Reichsbahn-Turn- und Sportverein Gießen.
Der Bund der deutschen Reichsbahn-Turn- unb Sportvereine mit über 50 000 Qllitglicbcr hielt — wie man uns berichtet — am 31. Mar; und 1. April eine Reichsschulungstagung und am 2. April feine diesjährige Gesa in t - vorstandssihung im Eisenbahnerholungs- heim in Tutzing bei München ab. Beide Veranstaltungen, die von Vorträgen. Filmvorführungen und einer Bismarck-Gedächtnisfeier umrahmt waren, wiesen regen Besuch auß allen Teilen des Reiches, u. a. auch der Saarländischen Eisenbahn-Sportvereine auf.
Die Tagung wurde von dem 1. Bundesvorsitzendern Heinz Baumeister, geleitet, der namens des Bundes ein entschiedenes Bekenntnis zur nationalen Regierung ablegte und der Freude Ausdruck gab, daß der Bund nach jahrelangen Anfeindungen nunmehr endlich seine -Ziele frei and unbeschränkt verwirklichen könne. Seme Mahnung, alle Äraftbem nationalen OBtc-
tragen, „wir sehen zuerst eine Aufnahme aus dem Rheinland: Kasernen der ehemaligen französischen Besatzungsarmee werden abgerissen. Arbeiter mit Spitzhacken reißen die Mauern nieder. Lastwagen kommen und ... und ... Lastwagen ..
„ ... holen den Schutt ab", Hilst der Lehrer weiter. .
„Jetzt ein neues Bild. Leben und Treiben aus den Philippinen. Man sieht ... hm ... man sieht ...— Donnerwetter", unterbricht sich der Schüler und wischt sich den Schweiß von der Stirn.
„Lassen Sie sich nicht irritieren", tröstet der Lehrer. „Wir haben alle mal unseren schlechten Tag."
Beim nächsten Bild — Ueberschwemmungen — fängt sich der junge Mann wieder. Unwillkürlich veriucht man, es ihm im Stillen gleichzutun. Wie würde ich dieses Bild schildern? fragt man sich. Welches Tempo wäre für mich zu schnell? — Schon wieder wechselt die Szenerie, der Schüler stellt sich auf einen Boxkampf um. Man merkt, wie kom- pliziert solch eine Sportreportage sein muß ...
„Meine Damen und Herren, die Wochenschau ist zu Ende!"
Der junge Mann darf sich auf seinen Platz bc- geben, und zwei seiner Mitschüler suchen die Aufgabe zu bewältigen. Der eine zieht einen Stuhl vor's Mikrophon, verschränkt gemütlich die Arme und beginnt zu sprecheii. Der andere kommt nicht ohne weitausholende Gesten aus — trotzdem er fpater einmal, in der Praxis, nur Zuhörer, aber feine Zuschauer haben wird. Haltung und Arbeitsweise des Funkreporters ist feiner individuellen Veranlagung überlaufen.
Der Raum wird wieder bell. Der Lehrer beginnt mit feiner Kritik. „Sie müssen sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß Sie später nicht so bequeme Verhältnisse oorsinden werden wie hier. Oft teht man mit seinem Mikrophon eingekeilt zwischen Tausenden, die Menge ist unruhig, man hat Angst, daß sich ein Unberufener herandrängt und etwas ins Mikrophon schreit — und trotzdem muß man seine Reportage durchführen. Dabei kommt es aber nicht auf d i e sogenannte gute Form an, in der sich der Sprecher befinden muß. Glauben Sie mir — manchmal ist unwillkürliches und unbeholfenes Stottern plastischer und lebendiger als die schönsten geschliffenen, stilistisch abgerundeten Phrasen! Es ist das Fluidum des persönlichen Erlebens, das sich vom Sprecher auf den Hörer übertragen muß."
Der Techniker im gläsernen Abhörraum erhält einen Wink. Und aus dem Lautsprecher kommt die ganze Reportage nochmals — der „drahtlose Lehrling" härt sich selbst reden, kann sich selbst kritisieren. Der Laie staunt — für den Fachmann ist dieses „Wunder" schon längst eine Selbstverständlichkeit. Die „Schularbeiten" der Schüler werden auf Wachsplatten oder — einfacher und billiger — auf eleUromagnctifiertem Draht festgehal- ten, der sich sofort wieder abspielen läßt.
Zweiter Teil des Unterrichts: die „Direkt» R e p o r t a g c". Drei Schüler werden ^ausgesucht und hinausgeführt — der Techniker des Studios ist der einzige, der das Ziel kennt. Sie sollen aus irgendeinem Teil dieses großen Gebäudes, der Staatlichen Hochschule für Musik in Charlottenburg, einen Hörbericht „senden". Wir anderen warten hier oben im Dachgeschoß, im Unterrichtsraum der „R u n d f u n k v e r s u ch s st e 11 e", auf die Dinge, die uns von den drei angehenden Reportern aus dem Lautsprecher erzählt werden sollen.
Inzwischen lassen wir uns berichten, daß der Kurs für Sprecherziehung, Reportage und Zeitfunk erst in diesem Semester eingerichtet wurde — als Ergänzung der übrigen „Funkdisziplinen", die schon jahrelang gelehrt werden: Mikrophonsingen, musikalisches, pädagogisches und aktuelles Hörspiel, Unterhaltungsmusik, Funkkomposition, Funkdramatur- gie, und über den Rahmen des „Drahtlosen" hinaus Tonfilmdramatik und Filmmusik.
Funkreporter kann man werden, wenn man drei Semester studiert hat. Zunge Leute über 18 Jahre, ohne besonderen „Berechtigungsnachweis", werden ausgenommen. Wer wirkliches Talent hat, dem wird der Sprung von der Akademie zum Funkhaus leicht gemacht: btc Dozenten.selbst, alles praktische Fach leutc, holen die Begabtesten aus dem Nachwuchs vor das „echte" Mikrophon. Ueberdies macht die Rund- sunkoersuchsstelle ganz Europa mit den Leistungen ihrer Schüler bekannt: sie hat einen eigenen Kurzwellensender, der vielleicht demnächst als Studio-Sender in das offizielle deutsche Pro gramm eingegliedert und ausgebaut werden wird. Schon jetzt erfreut sich dieser kleine Sender mit seinen von Wachsplatten übertragenen Darbietungen der Funkschüler großer Beliebtheit unter den euro päischcn Kurzwellenhörern. Auch technische Neuerungen werden in Zusammenarbeit des Elektrikers mit dem Künstler geprüft: etwa ein jüngst konstruierter tragbarer Kurzwellensender mit Akku und Plattenaufnahme-Vorrichtung, oder ein neues Mikrophon, nicht großer als ein Mantellnops, das man sich einfach an den Rockausschlag steckt. Mit solch einem „Knopfmikrophon" sind die drei Funkjchüler nun unterwegs durch das Haus der Akademie.
„Achtung, wir befinden uns im Vorraum der Hochschule für Musik", hören mir aus dem Lautsprecher. Während der Reporlerlehrling sich bemüht, und einen Begriff des Raumes zu geben, erkennt man die ungeheure Schwierigkeit solch einer Aufgabe — und man bekommt plötzlich Hochachtung vor der scheinbar so mühelosen Eleganz, mit der uns täglich die Berufssprecher des Rundfunks ihre Hör- berichte geben.
„Wir werden jetzt den Portier des Hauses um ein Interview bitten. Run, mein Lieber, wie lang sind Sie schon hier in der Akademie? Was können Sie uns über die Geschichte des Hauses erzählen?"
Was nun folgt, ist ein kleines Wunder. In unserem Hörsaal verstummen die halblauten Gespräche, das ungenierte Lachen über manche Ungeschicklichkeit des Reporterschülers. Der Lehrer tritt näher an den Lautsprecher heran. Und wir lauschen der Erzählung eines einfachen Mannes... Er berichtet über die Großen der Tonkunst, die an seinem Fensterchen im letzten Vierteljahrhundert vorbeigingen, über Feste und Feiern, über Besuche von Kaisern und Königen.
„Unser Portier war der beste von allen", kritisiert der Lehrer das Resultat der heutigen Kursstunde. „Er hat das ins Mikrophon gezaubert, worum wir uns alle bemühen müssen: persönliche Atmo- s p h ä r e."
r Angells MU fein Prozeh-.
eiche Äch oolutionarer Mrgeoisie, en der eng, l>. daß ba5 ericht ist, Tthung, bah 'estehe. Für ! Drilliche
Manöver Mstig sind khouse verdös Tcsuhl >cr Staats- n, die ihre Mt verseht )ulbigungen H tzegen )t nicht: die Personen der (s von der ch sich die ^russischen llen. Lieser chiehung Hage gegen dem sowjel- :n zugesüat r berültsich- Todeesiiase >en fordere, gungdcr ’iftrebe. Die dusscss, 6u« »ff, Solaloss. hny müsse io lussoge bei der 001)11. iterbie- ?reche nicht 9 Stunden mmen wvr-
dera ufbau zu weihen, fand begeisterten Widerhall. Sin demnächst herauszugebender Aufruf an alle nationalbewußtcn Eisenbahner, zur Stärkung des Wchrwillens und der Gesundung unseres Volkes mit ihren Angehörigen dem Bund beizutreten, soll mithelfen, diesen Willen in die Tat umzusetzen.
Einstimmig wurden die vorgefchlagenen Satzungsänderungen angenommen und nach einem Vortrage des Oberstleutnant H ö r l vom Reichskuratorium für Iugendertüchtigung beschlossen, den Wehrsport mit allen Kräften zu fördern. Ein dahingehendes ausführliches Reichsprogramm wurde ausgearbeitet und der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft zugeleitet.
Die Veranstaltung verlief in größter Einmütigkeit und war von vaterländischer Begeisterung getragen.
Im gleichen Geiste fand dieser Tage die Iahres- hauplversammlung des Reichsbahn-Turn- und Sportvereins Gießen unter Leitung des Oberbahnhofsvorstehers Heinzelmann statt- Auch dieser Zweig deS ReichSbahn-Turn- und EportbundeS hat sich von Anfang an auf streng nationalen Boden gestellt, um die Eisen- bahncrjugend in der Stärkung deS Wehrwillens zu erziehen. Um dies auch nach außen hin fest- zulegen, wurde auf Antrag deS Mitgliedes Reichsbahn-Oberinspektor Kliff mülle r einstimmig folgende Ergänzung des § 1 der Satzung beschlossen:
..Der Verein bezweckt die Erziehung zur Kameradschaft durch Pflege aller Leibesübungen und Sportarten unter besonderer Berücksichtigung der Iugend zur Kräftigung von Körper und Geist" Als neuer Absatz wurde hier eingeschaltet: ..Der Dergin steht aus nationalem Boden.“
Aus dem Geschäftsbericht des 2. Vorsitzenden Heinzelmann war zu entnehmen, daß die Erhaltung der ehemaligen Wagenhalle und deren Umbau zu einer Sporthalle für Gießen eine Rotwendigkeit war. Rch.'zu der gesamte Sportbetrieb unserer Universität wickelt sich in der Halle ab. Der Radklub „Germania", der Gießener Schwimmverein, die Pfadfinder „Horst Gießen" sind dort • zu Hause. Ein sportlich-kameradschaftliches Zusammenarbeiten mit diesen Gruppen und Verbänden bietet die Gewähr, daß neues Leben auch aus den Ruinen dieser Halle wieder blüht, zum Wohle unserer Iugend und zum Segen der Stadt Gießen.
Durch den Umbau der ehemaligen Wagenhalle hat eine große Anzahl kleiner Geschäftsleute und Handwerker in Gießen in schwerer wirtschastlicher Zeit lohnende Beschäftigung gefunden.
Der Kassenbericht, der von Reichsbahnsekretär Schütz erstattet wurde, ließ eine gesunde geldliche Grundlage erkennen. Die Raffenprüfer, Reichsbahn- sekrctäre Reichel und Pauly, konnten mit Befriedigung die mustergültige Geschäftsführung anerkennen.
Aus dem vom Sportleiter, Reichsbahnsetretär E i d m a n n , vorgetragenen Sportbericht war zu entnehmen, daß die Jugend des Vereins auch im letzten Jahre recht rege war. UeberaU haben sie in Ehren die Farben des Vereins vertreten. Die größten Lorbeeren hat die Kleinkaliber-Schießabteilung geerntet. Bei stärkstem Wettbewerb haben die Scharfschützen (Eidmann, Hainbach, Mootz, Rabenau und Schilling) in Marburg den 1. Preis in Gestalt eines wertvollen Pokals errungen, desgleichen beim Bezirksschießen in Herborn den von der Reichs- bahndirektion Frankfurt a. M. gestifteten Wanderpreis — eine wertvolle Radierung aus der Altstadt Frankfurt a. M. — überragend für Gießen gewonnen.
Bei der Neuwahl wurde an Stelle des nach Fran- furt a. M. versetzten 1. Schriftführers Weber der Reichsbahnsetretär Heinrich Lu h und als 2. Schrift- führer Rcichsbahnaffistent B e 11 o f einstimmig gewählt. Ebenso wurden die übrigen Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt.
Bornotizeu.
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, als 28. Vorstellung im Dienstag-Abonnement zum erstenmal das heitere Volksstück, das sich mit Politik beschäftigt, das aber gar nickts weiter will, als für einige Stunden zu belustigen, der Schwank „Hasenklein kann nichts dafür!" von Hans Mahner-Mons (Spielleitung Karl H e y f c r). In der Titelrolle Ludwig Linkmann vom Reußifchcn Theater in Gera als Gast. Gewöhnliche Preise. Ende 22.15 Uhr. — Mittwoch, den 19. April, Sonderoeranstaltung der NSDAP. (Kreis Gießen» aus Anlaß des Geburtstages des Führers Adolf Hitler.
„Also, wer hat Mut?" fragt der Lehrer, im Zivil- beruf Sprecher der Berliner Funkstunde. Heute müht er sich, einem Dutzend junger Männer und Anfangsgründe der
Funkreporta^ Ein junger Mann ------- ,
krophon, räuspert sich und blickt auf die kleine Film- leinwand, die sich letzt zu erhellen beginnt. Es läuft eine alte stumme Wochenschau.
„Achtung, meine Damen und Herren", spricht der hinge Mann ins Mikrophon, als würden seine Worte an Millionen von Rundfunkhörern über-
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