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Oie Anfänge der Stadt Gießen
Aus der Provinzialhauptstadt
Seminar, Gartenstrahe 30, 11 bis 13, 15 bis 17 Llhr, Ausstellung von Schülerinnenarbeiten. — Alice-Schule, Turmhaus am Brandplah, 11 bis 13, 14.30 bis 18 Uhr, Ausstellung von Schü» lerinnenarbeiten der Kurse und Fachschule. — Gewerkschaft der deutschen Cifenbahn-Fahrbeam- ten und Anwärter, „Stabt Wehlar", 15 Uhr. Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „... und es leuchtet die Puhta". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Razzia in St. Pauli".
— Die oberhessische Viehoersicherungsan st alt hält am Samstag, 25. März, 15.30 Uhr, im Hotel „Deutsches Haus" zu Friedberg ihre Mitgliederversammlung ab. (Siehe Anzeige.)
Bandendiebstahl, wegen Hehlerei und Urkunden- sälschung vier Jahre Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust. Die Verurteilten hatten Autos gestohlen und in eigener Werkstätte so umgearbeitet, dah selbst die Besitzer sie nicht wiedererkannten.
jung flieget Karl Schwabe überquert die Rubische wusle.
Der deutsche 3ungflieger Karl Schwabe ist in Khartum eingetroffen. Er flog von Kairo ohne Zwischenlandung des Ailtal entlang nach Wadihalfa. Dort setzte er zum Flug über die nubische Wüste an und erreichte in einem Tages- flug Khartum im englisch-ägyptischen Sudan. Mit diesen beiden Etappen legte er eine Strecke von ettoa 1500 Kilometer zurück.
Deoifenschmugglerin auf dem Transport entflohen.
Auf dem Badischen Bahnhof in Bafel gelang es der vor kurzem verhafteten Devisenschieberin Frau Irene Blum aus München, die dort- I
hin verbracht werden sollte, zu entfliehen. Der begleitende Gefängnisaufseher wurde von einem Mann plötzlich angefallen und z u D o d e n geschlagen. Frau Blum benutzte diesen Zwischenfall, um bis zum Schweizer Polizei p o st e n am Bahnhofsausgang zu kommen, wo sie ihr Wann mit einem gültigen Pah und einer schweizerischen Aufenthaltserlaubnis erwartete.
Jabrifbranb In Schlesien.
Bei Dolkenhain (Schlesien) brannte meiner der letzten Rächte das Maschinenhaus einer Kar. tofselfloäenfabrik nieder. Auch der Dachstuhl der Fabrik wurde ein Raub der Flammen. Man hat begründeten Verdacht, dah Brandstiftung vorliegt. Dor einigen Tagen waren in ^lken- Hain bereits Geruch e im Umlauf, dah Kommunisten die Fabrik anzünden wollten. Elf Kommunisten wurden unter dem Verdacht der Brandstiftung fe st genommen.
sich die Feiern in gleicher Weise. Die Ansprachen in der Schillerschule und in der Goetheschule hielten die Rektoren Kneipp bzw. Reul.
Die Feiern fanden für dte Volksschulen jeweils in der Turnhalle, bei den höheren Schulen in der Aula statt. Die Schüler waren — das lieh sich allgemein feststellen — mit großem Interesse bei der Sache und fangen das Deutschlandlied, wie auch das Horst-Wessel-Lied mit groher Begeisterung.
Bornotizen.
— Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr, „3m weißen Rößl". — DHV.: 20.15 Uhr, Cafe Leib, Vortrag über „Sozialer, kultureller und wirtschaftlicher' Aufbau im heutigen Sowjetrußland". — VRG. 1913: 20.30 Uhr, Bootsyaus, ^conatsverfammlung. — GDA.: 20.30 Uhr, „Hessischer Hof", Monatsversammlung. — Fröbel-Seminar: Gartenstrahe 30, Ausstellung von Schülerinnenarbeiten, 15 bis 17 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhosstr.: .. und es leuchtet die Pußta". — Astoria-Lichtspiele: „Razzia in St. Pauli".
— Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 18.30 bis 21.30 Ubr, „3m weißen Rößl". — Studentenhaus, Leihgesterner Weg, 16.30 Uhr, Konzert der Klavierschule Körner. — Obst- und Gartenbauverein, 15.30 Uhr, „Hotel Hopseld", Vortrag über „Erfolgreiche Gemüse-, Obst- und Blumenzucht im Klein- und Hausgarten". — Bund Hessischer Leibgardisten, Cafö Leib, 15 Uhr, Lerbgardisten-Tag. — Fröbel-
** Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhefsifchen Automobil-Club E. V. (A. v. D.), Gießen: Folgende Provinzialstraßenstrecken werden ab 20.März für jeglichen Verkehr gesperrt: Schlitz — Fulda (von Hemmen bis zur Landesgrenze), Umleitung über Salzschlirf, Bad-Nauheim—Ockstadt, Umleitung über Friedberg.
** 60 Jahre Mettenheimer. Die Firma Hermann Mettenheimer, Äreuzplatz, kann jetzt auf ihr 60jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß veranstaltet die Firma bis einschließlich 3. April einen Jubiläumsverkauf, um dadurch dem Publikum ihre Leistungsfähigkeit in der Glos-, Porzellan- und Steingutwarenbranche zu beweisen. Im Kreise der Gießener Wirtschaft nimmt die Firma ^Mettenheimer einen hervorragenden Platz ein.
weitere Cotalnadiridjten tm zweiten Blatt
Volk und Buch.
Don Reinhold Braun.
„DaS Lese-Bedürfnis ist das Erwachen von Seele unh Geist."
Das ist oberster Sah jeder Betrachtung von „Volk und Buch", daß die Beziehung zwischen beiden nicht in theoretischen Erörterungen hängen- bleiben darf, sondern Praxis, Leben, schöpferische Verbindung sein muß! Wir müssen, wenn wir wieder über den Berg kommen wollen, zu der Erkenntnis gelangen, daß die Beziehung zwischen Volk und Buch eine unserer großen Lebensfragen ist. Denn jede Frage nach dem guten Buche ist ein Stück vom Verlangen nach dem wahrhaften Leben.
Der sittliche, seelische und geistige Inhalt eine« Volkes steht in einem gesetzmäßigen Verhältnis zu dem lebendigen und in doppeltem Sinne „erlesenen" sittlichen, seelischen und geistigen Gehalte seiner Buchwelt. Im Impuls eines Volksganzen schwingt auch der Impuls seiner Buch- weit mit. Höllenfahrt oder Himmelfahrt einer Ration liegen zu einem nicht geringen Telle schicksalhaft in feinem Buchwesen begründet.
Wohl dem Volke, wenn in seinen entlegensten Daseinsvinkeln die lebendige Beziehung zu seinen Büchern vorhanden ist. Wer vor der Radiozeit beispielSoeise in einem weltfernen norwegischen Bauernhöfe einkehrte, konnte dort Feierstunden seltenstem Art erleben. Er sah dort den Hausvater alends, wie er aus einem alten Sage- Buche dm ©einigen und dem ganzen Hofgesinde vorlas. cIch glaube kaum, daß sich an dieser Sitte — trotz des Radios — allzuviel geändert haben dird. Schon damals wünschte ich mir das nleibe Erlebnis im eigenen Volke.
Wir Aden bei uns immer zuviel vom „Büchermarkt" gesprochen und zu wenig von Duchwelt! Einzig sus die Schönheit, Gesundheit und das wirklich Volksgemäße, das Dauerhafte dieser Buchwek kommt es an, auf ihre Erscheinung als ein lebnbiger, blühender Organismus. Das Wort „Büchermarkt" ist zu sehr mit dem Begriff „Konjuiftur" belastet, mit dem Element des Zell- Dienerishen und des Rur-Verdienerischen. Das Eintagsliegenhafte schwillt dort zu mächtigen Stapeln an. Büchermarkt in seinen Auswüchsen genommn kann Verschüttung der Quellen bedeuten.
Die ef)te Duchwelt dagegen steht da wie ein Dollwem! gegen den Ungeist einer Zeit. An den Unsähigeiten eines anatomischen Zc.talters waren nicht zubtzt die unseelischen und unseligen Buch- Erscheimngen schuld, die unser Dolk in einem miß- geleitetet Hunger verschlang.
Steigen wir das Erlebnis „Aufbruch der Ration" ini Rein-Geist-Seelische, so bedeutet es nicht an letzte Stelle Aufbruch ins deutsche, adlige Buch! Aich-Ehre bedeutet auch Volks-Ehre! Es kommt in Leben des einzelnen und eines Ganzen auf ne Verknüpfungen an. Die Verknüpfung mit allm Guten, Hohen und Schönen, wie es sich auch in Büchern offenbart, kann Schicksal bedeuten, iefinnerste Rotwende, Impuls zur Höhe, kann bei en bei der Leid-Ueberwindung.
Zum Dechsel im Gießener Schulamt.
lieber en Lehcnsgang des neuen Gießener Schulr> ts Dr. H e n ß erfahren wir folgendes:
Schulrt Dr. H e n ß wurde 1892 in Beuern geboren, beuchte dort von 1898 bis 1906 die Volksschule, hirauf die Präparandenanstalt in Lich und Das ßeßrrleminar in Friedberg. Im Frühjahr 1911 trat er inöen Schuldienst ein und versah dann u. a. in Ulrichftin, Lauterbach und Schotten Lehrerstellen. Im Derdnde des Jnf.-Regts. 116 stand er an der Front, vm Sommer 1915 ab war er Lehrer an der deutfchenAuslandsfchule in Sofia, von wo er 1918 in die Himat zurückkehrte. Nach vorübergehendem bchuldieit in Salz (Kreis Lauterbach) wurde er im
Im Oberhefsifchen Geschichtsver- ein sprach am Donnerstag Professor Dr. K. Ebel über die Anfänge der Stadt Gießen.
Städte können entstehen, oder sie werden gegründet, sehr oft im Anschluß an eine Burg oder ein Stift. Gießen ist eine Gründung im Anschluß an eine, bereits 1197 vorhandene Burg der Grafen von Gleiberg. Als Besitzerin kennen wir nur eine Gräfin Salome, die die Gattin oder die Tochter des einen der beiden letzten Glei- berger, deS Grafen Wilhelm, war. Ihre Tochter Mechtild heiratete den Pfalzgrafen Rudolf von Tübingen und brachte ihm ihr Erbteil der Grafschaft Gleiberg, die Grafschaft Gießen, als Mitgift zu. Beider jüngster Sohn Wilhelm erhielt wohl noch zu Lebzeiten des Vaters Teile der elterlichen Besitzungen, darunter die Grafschaft Gießen, nach dec er sich auch nannte. Er ist als Gründer der Stadt anzusehen.
Für eine Stadtgründung lagen mehrere Anlässe vor. Schon die Burg war an einem für den Verkehr günstigen Platz, auf einer von Lahn und Wieseck gebildeten Insel erbaut. Zwei Furten führten oberhalb und unterhalb über den Fluß, der dritte Uebergang war in der Mitte, an der Stelle, wo heute noch die Lahninsel an der Durk- schen Mühle liegt und wo die alte Lahnbrücke hinüberführte, leicht zu bewerkstelligen. Kreuzungen der Straßen Süd—Rord und West—Ost ermöglichten Zollerhebungen, die Verteidigung war leicht. Zur Befriedigung der Bedürfnisse der Burginsasien, deren Lebensmittelbedarf aus den Dörfern Selters, Achstadt, Kropbach gedeckt wurde, entstand neben der Burg, an der Außenseite ihres Grabens in dem Winkel, den die genannte Straßenkreuzung bildete, ein Markt. Anfänglich nur mit Buden in der Form unserer Jahrmarktsbuden, oder mit leichten Bauten besetzt, wurden nach der Etadtgründung feste Häuser errichtet. Hier liegt einer der Beweise für eine beabsichtigte Gründung: die Grundstücke am Marktplatz, vor allem die nach der Buraseite gelegenen, weisen heute ntxß alle annähernd gleiche Größe auf, oder lassen die erste Austeilung des Bodens noch erkennen. Durch Ummauerung erhielt der Markt Schuh, wurde aber auch gleichzeitig militärischer Stützpunkt in größerem Umfang, als ihn die Burg bot. Einen solchen Stützpunkt aber brauchten die Tühinger für ihr entfernt liegendes Gebiet. Zugleich war er billiger als eine Burg, denn die Stadt erhielt sich selbst, baute ihre Befestigungen selbst, brachte sogar noch etwas ein in Gestalt des Grundzinses, der Bede und ariderer Abgaben. Zur Arbeit an den Befestigungen waren auch die Dauern der umliegenden Dörfer heranzuziehen, die in Fällen der Gefahr in der Stadt Zuflucht fanden.
Den ältesten Umfang einer mittelalterlichen Stadt kann man sich gar nicht klein genug vorstellen, die Einwohner zählen — auch in Gießen — während des ganzen Mittelalters nach Hunderten, nicht nach Tausenden. Die älteste Ummauerung und der Stadtgraben umfaßten daher nicht viel mehr als die Häuserblöcke des Marktes. Ihr Lauf wird bezeichnet durch Kirchenplatz, Lindenplatz bis zu den Marktlauben, bann hinüber nach der Kaplaneigasse durch die Brühlsche Druckerei, Wagengasse, Wettergasse, vordere Sandgasse, wo sie wieder an Burggraben und Burgmauer anstießen. Hinter den Städtemauern lausen über
all Gassen her, die bleiben, wenn die Bescstiguna weiter hinausgeschoben wird. Das wurde auch an den Plänen anderer Städte gezeigt. Die Annahme, daß die älteste Stadt bis an den Tiesen- wcg gegangen sei, die Birnenform gehabt habe, ist irrig; das war der Fall nach der ersten Stadterweiterung vom Jahre 1325, von der uns eine Urkunde des Landgrafen Otto berichtet. Um dieselbe Zeit mag auch die zweite Burg, am Brand, in die Befestigung einbezogen worden fein.
Die älteste D e r s a s s u n g der Stadt wurde beeinflußt durch zwei Elemente der Bewohnerschaft: die Burgmannen und die Bürger. Beide führten die Geschäfte der Stadt gemeinsam. AuS den Bürgern wurden Schöffen erwählt, die mit den Burgmannen das Gericht bildeten. Den Dorfitz führte der Amtmann, auch Schultheiß genannt, als landesherrlicher Beamter, wie c8 scheint, auch in den städtischen Derwaltungs- angelegenheiten. Rathmanncn (consuies) traten 1307 auf. Ein Bürgermeister als Führer deS RateS erscheint erst 1341 in den Urkunden. DaS Gericht bleibt unter landesherrlicher Leitung, die Aemter des Amtmannes und des Schultheißen find jetzt getrennt, im 15. Jahrhundert tritt der Rentmeister als weiterer landesherrlicher Beamter hinzu, der Amtmann ist als höchster militärischer Befehlshaber zugleich Hauptmann. Unter Landgraf Hermann tritt eine Weiterbildung deS Rates ein, es werden von der „Gemeine" vier Delegierte dem Rate zugeordnet, von der Dor- mundschaft Ludwigs des Friedfertigen 1414 wieder beseitigt, von Ludwig aber, nachdem er inzwischen volljährig geworden war, 1430 wieder eingeführt. Die Ratsverfassung von 1414 war für die obc^hessischen Städte gleichmäßig, für Alsfeld, Grünberg und Marburg liegen z. T. fast gleichlautende Urkunden vor. Die Reuordnung von 1430 aber blieb im großen und ganzen bis 1721 bestehen. Der Rat bestand ans den zwölf Schöffen, die Zünfte, die „Gemeine", wählten im 16. Jahrhundert einen besonderen Rat aus sech-^ zehn Mitgliedern, den sog. „Sechzehnerrat" oder kurzweg die „Sechzehner" genannt. Aus ihnen wurden dem Schöfsenrat erst vier, dann sechs, zuletzt sieben Ratsmitglieder als „Gemeiner Rat'8 zugeordnet, wodurch die Dermehrung der Aemter gekennzeichnet wird. Die Sechszehner wählten alljährlich aus dem Schöffenrat den Bürgermeister, der Schösfenrat wählte den Unterbürgermeister aus dem „Gemeinen Rat" und ebenso die zweiten Amtsträger des Bedamts, Bauamts. Weinamts, der Brot- und Fleischbeseher und der Märkerei.
Je nach Bedarf wurden dann noch andere Aemter eingerichtet, ettoa ein Quartieramt, die ebenso mit je einem Schöffen und einem aus dem „Gemeinen Rat" beseht wurden. Die Ordnung von 1721 brachte Vereinfachungen. Hatten sich früher die Schöffen durch Zuwayl aus dem „Gemeinen Rat" ergänzt, so ergänzten sich die „Sechzehner", deren Zahl aber 1721 unter Beibehaltung ihrer Bezeichnung auf acht herabgesetzt worden war, aus vier von den Zünften präsentierten Kandidaten. Die neue Gemeindeordnung von 1821 beseitigte die alte Ratsverfassung.
Zum Schlüsse wurden Lichtbilder aus dem alten Gießen vorgeführt. Die Versammlung war sehr gut besucht.
Frühjahr 1919 nach Gießen versetzt, wo er eine Hilfsklasse der hiesigen Volksschule übernahm. Nachdem er sich wissenschaftlich für den höheren Schuldienst vorbereitet hatte, war er kurze Zeit Studienassessor in Friedberg. Von dort wurde er an die deutsche Schule in Scheveningen (Holland) berufen. Einige Jahre später kehrte er nach Gießen zurück, wo er seitdem als Studienrat am Realgymnasium tätig war.
Nationale Schulfeiern.
Heute morgen fanden in den Volks- und in den höheren Schulen unserer Stadt, entsprechend einer Anordnung der Hessischen Regierung, Schulfeiern a u s A n l a ß d e r n a t i o n a l e n Revolution statt. Die Feiern nahmen einen ernsten und würdigen Verlauf. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen standen jeweils die Ansprachen der Schulleiter, die in ihren Ausführungen auf die Bedeutung der Tage der nationalen Revolution hinwiesen und an die glorreichen Taten des deutschen Heeres während des Weltkrieges erinnerten. Man sprach ferner von den Verdiensten der Partei, die die nationalen Kräfte wieder wachgerusen habe, von den Erziehungsidealen im nationalen Tteutschland, von der Erziehung zur nationalen Gemeinschaft ohne Ansehung des persönlichen Vorteils: die Redner sprachen weiter von den unvergänglichen Werten der deutschen Kultur, die es zu erhalten gelte, von der Liebe zu Heimat. Volk und Vaterland und von den Der- psllchtungcn jedes einzelnen Bürgers gegenüber der Ration. Sie forderten auf, dem deutschen Wesen treu zu bleiben und stets für das Vaterland einzutreten, wo und wie es immer erforderlich fei. Die Ansprachen waren dem Verständnis der Zuhörer angepaßt, sie wurden mit ernsthaftem Interesse angehört, während das gemeinsam gelungene Deutschlandlied im Laufe der Feiern zum Bekenntnis zu Volk und Vaterland wurde.
Im Landgraf - Ludwigs - Gymnasium hielt Oberstudiendirektor Dr. Alten- d o r f die Ansprache. Orchesterdarbietungen und Chorgesänge umrahmten die Feier. Reben den Schülern nahmen auch zahlreiche Eltern und Gäste an dem Festakt teil. Eine Reihe Schüler kam im Braunhemd der Hitler-Jugend, andere in Pfad- finderuniform. Zum Schluß wurden das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen.
In der Oberrealschule wurde die Feier mit dem Riederländifchen Dankgebet eröffnet. Einige Gedichtvorträge patriotischen Charakters gelangten zu Gehör. Die Ansprache hielt Oberstudiendirektor Hniversitätsprofessor Dr. R o l - l e r. Ein Studienreferendar gab einen Heberblick über das Leben Horst Wessels. Das Schülerorchester wartete mit einigen musikalischen Darbietungen auf. Das Deutschlandlied beschloß die Feier.
3m Realgymnasium hielt Oberstudiendirektor Angelberger die Ansprache. Das Schülerorchester und der Schülerchor verschönten die Feier. Auch ein Sprechchor gelangte in eindrucksvoller Weise zur Ausführung. An der Feier nahmen viele Eltern und Gäste teil. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die Stunde.
3n ähnlicher Weise fand auch die Schulfeier in der Aula der Studienanstalt statt, in der Oberstudiendirektor Dr. Kalbfleisch die Ansprache hielt.
Die Pestalozzischule mußte ihre Schulfeier für die 1300 in der Schule vereinigten Kinder in zwei Teilen abhalten. Hm 8 Hhr waren die älteren Schüler, um 10 Uhr die Kleinen in der Turnhalle versammelt. Für die oberen Jahrgänge sprach Rektor Kaufmann, für die jüngeren Rektor Kling in leichtverständlicher Weise über die Bedeutung der nationalen Erneuerung unseres Vaterlandes. In der Schiller- und in der Goethe-Schule vollzogen
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