Ausgabe 
18.2.1933 Frühausgabe
 
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ng des gewerblichen Mittel- für den Wiederaufbau von Wirtschaft

Bedeutung des

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Verhandlungen folgendes beschlossen:

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fachen Pianos zu entsprechen. Den melodischen m

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trauensmannes der mittelständischen Wirt- schäft an entscheidender Stelle und mit entsprechen­den Vollmachten zu.

Südliches Gerichtsidytt.

Don Or. Gustav W. Eberlein, ZRom.

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Als die Revolution kam. fragte ich Mallenthin:

Was wirst du tun, wenn du nicht mehr aktiv bleiben kannst?"

Er antwortete:

,Zch werde mir ein Zimmer mieten, und neben der Tür bringe ich ein Schild an: Mallenthin, Re­paraturen."

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichspräsent empfing den Besuch des Herzogs Karl Eduard von Sachsen- Coburg und Gotha: der Empfang dauerte ungefähr eine Stunde.

Der Reichspräsident hat den Staatsrat Dr. Schäf­fer als Führer der Bayerischen Volkspartei emp­fangen. Den Anlaß zu der Unterredung gaben die Auseinandersetzungen, die sich an die Regierungs- bildung durch den Vizekanzler v. Papen angeschlos- sen haben, wobei die Bayerische Dolkspartei und das Zentrum nicht befragt wurden.

*

Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau hat die Kasseler sozialdemokratische ZeitungK a s- selerVolksblatt" bis einschließlich 23. Fe­bruar 1933 verboten, weil die Zeitung Ar­tikel veröffentlicht hat, durch die der Reichs­kanzler, der Vizekanzler und die Polizei be­schimpft und böswillig verächtlich gemacht wor- den sind.

Der österreichische Nationalrat hat einen Ent- schließungsantrag der Großdeutschen auf Vorlage eines Gesetzentwurfes über die Angleichung des österreichischen Ehetechtes an das deutsche mit 78 gegen 75 Stimmen an­genommen.

Japan lehnl die Empfehlungen des 19er- Ausschusses ab.

Ls bestehl darauf, daß die japanische Denkschrift zum Lytkonbericht vom völ- kerbund als Grundlage zur weiteren Beur­teilung der politischen Lage im Fernen Osten anerkannt wird.

Japan verlangt die Anerkennung Blandschukuas durch den Völkerbund.

Ls ist zu Verhandlungen über die Beilegung des Streits mit der chinesi­schen Zenlralregierung bereit. Japan ist gegen jede Beteiligung von Amerika und Rußland an die­sen Verhandlungen.

Sollten die Empfehlungen des Neunzehner- Ausschusses vom Völkerbund bestätigt wer­den, so würde die japanische Abordnung auf Grund des § 5 Absatz 15 des völkerbunds- flaluts Einspruch erheben.

In diesem Falle ist die japanische Abordnung angewiesen, Genf sofort zu verlas- s e u und sich nach London oder Paris zu be­geben und keine weiteren Verhand­lungen. mit dem Völkerbund zu führen, bis die Empfehlungen des Neun- zehner-Ausfchnsses zurückgezogen wer­den.

Japan bleibt vorläufig lm Völkerbund und wird eine abwartende Haltung ein­nehmen.

Neue Anwe»sungen für die japanische Delegation. Bei Annahme dcs Berichts Rückzug aus Genf.

Tokio, 17. Febr. (TU.) Das japanische Kabinett hat am Freitag nach Mitteilung der Telegraphenagenlur Schimbun Rengo zu den Gen-

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Eine Frau, eine hohe, schlanke und ganz blonde Frau! Nußbraunes, hinreißend elegantes Kostüm. Lind sie lächelt und verneigt sich ein wenig, vor der Majestät des Gesetzes", wie mein Kol­lege von der Gerichtsberichterstattung glaubt er­läutern zu müssen. 3m Nu hat sich der Saal ge­füllt, aus den Gängen strömt es herein, man schiebt und drückt und reckt den Hals.

Ich begreife nicht, was es da zu sehen gibt", erbost sich eine dicke Gemüsehändlerin,eine Frau wie jede andere!" ..Sagen Sie!" Und 2IH und Ach und Oh und Ooooooh! Der Vor­sitzende gebietet mit männlicher Schärfe Ruhe

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Oer 19er Ausschuß gibt China recht.

Genf, 17. Febr. (WTB.) Der Präsident außerordentlichen Völkerbundsversammlung, belgische Außenminister Hymans, hat Völkerbundsversammlung zur Behandlung

Der Mandschurei-dencht wird am Dienstag dem Völkerbund vorgelegt

Bogen der Einleitung spannte das Orchester mit großem Atem und Ausdruckskraft. Dr. H.

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Oer Reichswehrminister bei der Marine.

Kiel, 17. Febr. (WTD.) Neichswchrminister General v. Blomberg ist zu einem Besuch der Neichsmarine in Kiel eingetroffen. Nach einer kurzen Besichtigung des PanzerschiffesDeutsch­land" schritt der Minister die Front der Truppen­teile des Standortes Kiel und der Abordnungen der Flottenstreitkräfte ab und hielt eine An­sprache, in der er u. a. erklärte: Ich habe als Befehlshaber in Ostpreußen die Marine kennen­gelernt, ich habe erfahren, welche entscheidend wichtige Rolle die Reichsmarine für die Vertei­digung des Vaterlandes zu erfüllen hat, ich habe ihre Schisse, ihre Führer und ihre Soldaten ken­nengelernt und ich kann versichern, daß in mei­nem Herzen gleichberechtigt und gleichgeachtet Heer und Marine stehen. Das deutsche Volk er­lebt in diesen Wochen und Monaten eine beson­dere Bewegung. Die Welt sieht auf uns und besonders aus die Wehrmacht. Wir sind her­ausgehoben aus dem politischen Kampf, für uns gibt es keine Parteien, für uns gibt es nur das ganze Volk. Mit uns fühlcn Millionen deutsche Männer. Sie wissen, daß es für einen wahren deutschen Mann gilt, für Deutschland zu kämpfen und für Deutschland zu leben und für Deutschland zu sterben. Das soll uns ein Gelübde sein." Der Reichswehrmini­ster schloß seine Ansprache mit einem dreifachen Hurra auf das deutsche Deutschland.

WahlvorschlägesürHeffen-Mssau

Frankfurt a. M.. 17. Febr. (WTB.) Die Nationalsozialistische Partei hat fol­gende Kandidatenliste ausgestellt: Reichskanzler Hitler, De'.chsinnenminister Dr. Frick. Reichs- Minister Göring. Oberpostinspector Spren­ger, Frankfurt a. W-: Schlosser Weitzel, Düssel­dorf: Landwirt Seidler, Landershausen: Ober- steuerselretär Linder, Frankfurt a. M-: Oberst­leutnant a. D. v.Lllrich. Kassel: Kaufmann Oberlindober, Obermenzing; Bureauinspek­tor Lengemann, Kassel: Diplom-Volkswirt D e ck e r l e, Frankfurt a. M.; Schlosser Schmidt, Kassel: techn. Kaufmann Dörnemann. Kassel: Lehrer Petersohn, Kassel; Drogist S e m p f, Ka,sel; Stadtobersärelär Woog, Kassel. Ins­gesamt stehen 43 Bewerber auf der Liste der Nationalsoz.alistischen Partei.

Die KampffrontSchwarz-Weih-Rot hat als Kandidaten benannt: Reichsminister Dr. Hugenberg; Staatsminister H e r g t; Land­wirt Wegmann. Gut RöhrigLdorf; Indu- striekler Frhr. v. Schrenck-Notzing. Berlin; Febrilarbeiter Schäfer, Daubhausen (Kr. Wetz­lar); Pfarrer Zeidler, Kassel: Oberpostselretär Fey, Frankfurt a.M.; Frau Else Ackermann, Warburg: Fabrikbesitzer Braun, Weisungen: kaufm. Angestellter Häg er ich. Frankfurt a. W-: Vizeadmiral a. D. B oedicker, Kassel; Maler­meister Reu he, Kassel; Frau Hertha Man­ge l s d o r f, Wwe., K.-.ss.l: Lan^w.rt Rüdiger, Ochshausen bei Kassel: Oberschaffner Th eile, Kassel.

Die Deutsche Staatspartei hat aufge­stellt: Schriftsteller Dr. Heuß, B:rlin: Dr. Rosa Kempf, Fr nt.url a. M-; Arzt Dr. med. Sch ek­le n b e r g. Wiesbaden: Rechtsanwalt Dr. Ro­ch o l l, Kassel.

Keine eigenen Landvolktisten.

Berlin, 17. Febr. (TLl.) Die Landvolk- Partei stellt für die Reichstags- und preußische Landtagswahl keine eigenen Listen auf. Sie wird vielmehr ihren Anhängern die Stimmabgabe für eine ausgespro-

Aus aller Welt.

Zwei weitere Tote in Neunkirchen geborgen. Das Hilfswerk.

In den letzten Tagen ist es im Verlauf der Ber­gungsarbeiten gelungen, zwei weitere Tote aus den Trümmern hervorzuholen. Die Zahl der geborgenen Toten ist somit auf 63 gestiegen. In den letzten Tagen verbreitete fid) plötzlich die Nachricht, daß eine neue Explosion in der Benzol­anlage des Neunkirchener Werks zu erwarten sei. Aus Angst vor einer neuen Katastrophe fuhren infolgedessen zahlreiche Neunkirchener Einwohner nach Saarbrücken, um dort die Nacht zu verbrin­gen. Von der Leitung des Neunkirchener Werks wird auf das Bestimmteste versichert, daß diese Gerüchte jederGrundlage entbeh­ren. Bei den noch brennenden Retorten habe sich die Glut etwas vergrößert, worauf die Feuer­wehrwache pflichtgemäß Mitteilung machte. Eine eingehende Untersuchung habe aber ergeben, daß keinerlei Gefahr mehr bestehe.

*

Der Verwaltungsausschuh des Hilfswerks für Neunkirchen trat in Neunkirchen unter Leitung von Minister Cotzmann zu seiner er­sten Sitzung zusammen. Bürgermeister Dr. Blank gab einen Lleberblick über den Stand der getroffenen Hilfsmaßnahmen. Danach ermöglich­ten die von der Regierungskommission zur Ver­fügung gestellten 500 000 Franken, daß jeder Fa­milie mit einem oder mehreren Todesopfern oder mit einem oder mehreren Schwerverletzten eine sofortige Darunter st ützung von 1500 Franken zur Verfügung gestellt werden konnten. Von den obdachlosen Familien konnten bisher 102 in Schulen, in Heimen und bei Privatleuten un­tergebracht werden. Mit der Errichtung von 10 Wohnbaracken ist bereits begonnen worden. Da­durch werden 60 Kleinwohnungen mit je zwei Zimmern geschaffen. Auf das Konto des Hilss- werks bei der Städtischen Sparkasse waren bis gestern 200 696 Ml. und 189 120 Franken über­wiesen worden.

Die Branntroelnoergiffungen in Sanborfafoa.

Die Leichen der nach dem Genuß von selbstberei­tetem Alkohol gestorbenen Holzfäller aus Sandor- faloa in Ungarn sind jetzt obduziert worden. Dabei hat man feftcjefielü, daß die Unglücklichen derartig unterernährt waren, daß ihr geschwächter Or­ganismus die genossenen Mengen nicht vertragen hat. Der Branntwein selbst war nicht vergiftet, wie man ursprünglich glaubte. Daher ist auch der Dranntweinhändler N e m e n t, der den Leuten in freigiebigster Weise feinen Branntwein angeboten hatte, rehabilitiert, und das Verfahren gegen ihn dürfte eingestellt werden. Bei der Obduktion ist übrigens festgestellt worden, daß einer der Holz­fäller nicht weniger als einen Liter Branntwein zu sich genommen hatte. Inzwischen ist ein weiterer Teilnehmer an dem Trinkgelage gestorben, so daß die Zahl der Opfer auf sieben gestiegen ist.

vom Zuge angefahren und getötet

Auf dem schrankenlosen Bahnübergang in der Nahe des Bahnhofes Sindelfingen (Württ.) ist die ledige, 40 Lahre alte Elisabeth KepPeler aus Sindelfingen, die mit dem Fahrrad zur Ar­beit nach Böblingen fahren wollte, von dem von Böblingen kommenden Person:nzug angefahren und getötet worden. Die Lokomotive und die Wagen des Zuges sowie der Bahnübergang waren beleuchtet. Auch hat der Lokomotivführer die vorgeschriebenen Läute- und Pfeifensignale rechtzeitig abgegeben.

Die Pankower Raubmörder sesigenommen.

Die älrheber des Raubes in dem nördlichen Berliner Vorort Pankow, bei dem am 1. Februar der Malermeister Koch erschossen, sein Begleiter schwer verwundet und 12500 Mk. Mietgelder geraubt wurden, sind jetzt er­mittelt und fest genommen worden. Ein Zapfer, der früher in dem Häuserblock gewohnt hat, und ein Sportlehrer, der wegen Fahr­rad- und Motorraddieb st ahls Dor- bestraft ist, haben die tödlichen Schüsse ab­gegeben. Außerdem wurden drei Männer und zwei Frauen verhaftet, die der Mittäterschaft verdächtig sind.

nur eins: Ich habe jetzt drei Uhren, zwei sind mei­stens kaputt, aber die dritte, die aus der «Somme- schlacht, gebt seit dem Tag von Longueval am folgenden Morgen ging uns der Ort verloren

So geschah es. Er wurde entlassen. Es fand sich ein Zimmer, wie er es brauchte, und nun wurde alles repariert, was entzwei war: Eine Fleischmaschine, ein Motorrad, ein Pfropfenzieher, eine Venus von Milo ... alles, was ihm gebracht wurde. Er bekam bald einen Ruf. 1921 kaufte er Holz und baute eine moderne Bank für Schüler. Er erkaufte diese Bänke Stück für Stück und fuhr sie auf einem Handwagen Zu den Leuten. Er bekam ein Patent darauf. Von dem Geld, das er sich verdiente, studierte er nebenbei an der Technischen Hochschule. 1924 machte er sein Ingenieurexamen. Seit 1927 ist er leitender Ober- aenieur in einer Motorensabrik.

Wenn er mich besucht, fragt er:

Was ist mit ihr?"

Ein Nichts: Strafbefehl nach § 61 wegen Fahrens ohne Licht. Der Vorsitzende blättert zer- streut in den Akten, der Anklagevertreter gähnt, der Gerichtsschreiber kaut an seinem Federhalter. Das Publikum schaut teilnahmslos zu den Fen­stern hinaus, vor denen ein griesgrämiger Regen herunterrieselt. Plötzlich reißt einer die Türe auf, hereintritt der Frühling. Ein Hauch von Veilchen, Sonnenschein und Spatzengezwitscher: die Angellagte. Große Bewegung. Alle Köpfe fliegen herum, der Schreiber kriegt die Maul­sperre. das hohe Gericht kann nicht umhin, das ! essigsaure Lüntsgesicht freundlich zu verziehen. |

chene Rech tsp artei empfehlen. Nach­dem ein Wahlblock der Parteien zwischen Natio­nalsozialisten und Zentrum nicht zustandegekom- men ist, hat die Landvolkpartei auch auf ein Zu­sammengehen mit der DDP. und dem Christlich- Sozialen Volksdienst? verzichtet, weil sie als erklärte Rechtspartei den Anschein vermeiden will, als gehöre sie parteipolitisch zu den Mittel­gruppen.

chinesisch-japanischen Konflikts für Dienstag einberufen. Gleichzeitig ist der Bericht, den der 19er Ausschuß ausgearbeitet hat, ver­öffentlicht worden. Der Wortlaut bestätigt, daß der Völkerbund in seiner Auffassung über den chinesisch-japanischen Konflikt weitgehend China recht gibt Die Boykottmaß­nahmen, die China nach dem Beginn der Feindseligkeiten, gegenüber Japan, ergriffen hat werden als legale Vergeltungsmaß­nahmen charakterisiert. Die militärischen Maß­nahmen, die Japan seit diesem Tag in der Mandschurei ergriffen hat, könnten nicht als zulässige D e r t e i d i g u n g s m a h n a h - men anerkannt werden. Die neue mandschu­rische Regierung sei eine japanische Grün­dung. die von der Mehrheit der Bevölkerung in der Mandschurei abgelehnt werde, die Anerkennung der Mandschurei-Regierung durch Japan sei mit dem Geist der Völkerbundsreso­lution vom 11. März 1932 nicht vereinbar. Es wird ausdrücklich festgestellt, daß die Sou­veränität über die Mandschurei China zufteht und daß Japan seine Truppen zurückzuzie­hen habe. Für die Mandschurei wird ein au­tonomes System unter der Souverä­nität Chinas vorgeschlagen. Die Völker­bundsstaaten werden aufgefordert, den neuen Mandschureistaat auch weiterhin w ed e t d c jure noch de facto a n z u e rk e n n e n. Sie verpflichten sich, in dieser Frage keine isolie­rende Haltung einzunehmen und sich unterein­ander und mit den interessierten Nichtmitglieds­staaten des Völkerbunds über ihre weitere Hal­tung jeweils zu verständigen. Schließlich wird noch der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Nichtmitgliedstaaten sich dieser Haltung des Völ­kerbunds anschliehen.

Können schöne Augen die Scheinwerfer setzen? Schöne Augen können das, jawohl, können sogar blenden, derart blenden, daß wohl­bestallte Gesetzeshüter die Lider schließen müssen. Sin langweiliger Gerichtssaal gehört freilich auch dazu und ein tüchtiger Journalist. Wer würde in einem solchen Fall nicht gerne zu einem tüchtigen Journalisten?

Eie geht."

Don Georg von Der Dring.

Dr. G. erzählte mir:

Mitten in Der Sommeschlacht, bei Longueval, ver­sagte meine Taschenuhr, oie war stehen geblieben. Nichts zu machen. Ich faß im Unterstand und wurde sehr traurig? Man hängt an einer Uhr. Draußen trommelte der Tommy feit zehn Tagen. Die Treppe lag voll Steinsplitter und Sand. Draußen war Helle Mittagssonne. Hier unten brannte und stank die ewige Marbtblampe. Manchmal hielt ich dis Uhr ans Ohr, aber sie schwieg. Sie war tot.

Nachmittags tarn Oberleutnant Mallenthin ge­rannt. Er war unser Bataillonsadjutant, ich war der Arzt. Ihm klagte ich mein Unglück. Er sagte-

Gib sie."

Ich gab sie. Er rückte die Karbidlampe zurecht, breitete eine Zeitung über den sandigen Tisch und begann, das Werk zu untersuchen.

Er macht es wie Charlie Chaplin, dachte ich er­schrocken ... denn er löste die Räder und Steine und alles und schüttete den Inhalt der Uhr auf den Tisch.

Ich verstehe nämlich was davon", sagte er.

Ich antwortete nicht, mir war schon alles egal. Er untersuchte weiter und sagte dann:

Da haben wir den Schaden. Die Feder ist ab. Wir werden sie löten müssen."

Gut, ich sah ihm eine Zeit lang zu. Dann waren Verwundete gekommen, und ich lief hinüber. Manch» mal kam ich zurück, um nach der Uhr zu sehen. Mal- lenthin war im Begriff, die kleine Feder zu löten. Mir wurde schwindlig, wenn ich zuzusehen versuchte. Cs gab schwere Einschläge.

Präzise arbeiten kann man nicht bei dem Spek­takel", sagte er. Solange aber der Tommy noch nicht kommt, haben wir ja Zeit."

Gegen Abend flogen wieder Splitter und Sand die Treppe herunter. Aber die Karbidlampe gab einen guten Schein. Dann, tura nach acht, wurde einer der Stolleneingänge eingeschossen. Als ob die Welt schaukelte und unterginge.

Mallenthin sagte zufrieden.-

So, jetzt hält sie."

Wirklich, so schien es. Danach begann er die Uhr wieder zusammenzusetzen. Es gab neue Verwundete. 2Us ich zurückkam, knipste er den Deckel zu, zog die Uhr auf .hielt sie an sein Ohr und gab sie mir. Sie ging.

Eine Uhr, die in der Sommeschlacht stehenblieb und wieder in Gang gebracht wurde. Erstaunlich ist

Regierungspräsident B e r g e m a n n - Düsseldorf hat sein Verhältnis $ur Sozialdemokratischen Par- tei gelö st. Der Regierungspräsident erklärte gleich­zeitig, daß er sich keiner anderen Partei anschließe.

Vertreter der Hanse st ädtischen Senate und Handelskammern hatten Gelegenheit, den Reichsminister Dr. Hugenberg und Frhrn. v. Neurath die Notlage Der Hansestädte darzu­legen und ihre Bedenken gegen eine Reihe von handelspolitischen Maßnahmen der Reichsregierung zum Ausdruck zu bringen. Beide Minister erklärten sich bereit, Einzelsragen mit den Vertretern der Hansestädte zu erörtern.

(Siebener Konzertverein.

VII. Konzert: Brahms UND Reger.

Sin Vergleich der Requiemaufführung mit der vor sechs Iaycen, die mit denselben Solisten stattfand, läßt, klar heraustreten, welche Ent­wicklung die Gießener Wusikpflege in der Zwi­schenzeit genommen hat. Die Vrahms-Auifaftung von Prof. Dr. T e m e s v a r y hat sich bedeutend bere.chert: im Eingehen auf die organischen Ent» wiwlungsansatzpunlle im Werke, in der indi­viduellen Durchdringung und in klarer Glie­derung und Artikul-.erung. Iqtzt steht seine in­nere Persönlichleit in engstem Kontakt mit dem Werke, es in Wärme, Breite und Tiefe des Imputses durchflutend, erfüllt von den mystischen Schauern der im Requiem ruhenden nordischen Hintergründigkeit mit ihrer unerbittlichen Strenge uni) ihrem verklärenden Licht. Der Chor (Akade -- Wischer Gesangverein) ist zu einem nach- giebigen Aeußerungsmittel geworden, mit reicher Modulationsfahigkeit des Klanges, von einem fast überirdischen Pianissirno (im Eingangssatze), von akzentfähigem, meitatmigem Fortebogen, voll lyri­scher Kraft, mst intensivierter Thematik und über­wältigender Klanggipfslung in den Fugen. Besonders edel war der Sopran; selbst im stärksten Fortissimo immer von weichster voluminöser Fülle; der Tenor wird im weiteren Studium noch an Gelöstheit gewinnen.

Das Orchester desGießenerOrchesteroer- e i n s folgte anschmiegsam, ganz eingenommen von ber Weihe der gestellten Aufgabe, ihr mit klanglicher Schönheit und in voller Ausnützung der Abtönungs­möglichkeiten in den Holzbläsern wie auch in dem Blechkörper nachkommend.

Ungemein gewonnen hat Dia Ginster (So- Pran)-Franlfurt. Mit scharf gezogener melo­discher Kontur ließ sie ihre Stimme über dem Ganzen schweben, getragen von hingebungsvoller Verinnerlichung in natürlichem Entfalten ihrer reichen Mittel. Hermann S ch e Y stellte eine der ausdrucksvollsten deutschen Baritonstimmen in den Dienst des Werkes: frei von Pathos, mit inner­licher Strenge und doch voll Wärme, mit Ge­messenheit und Schlichtheit, darum um so herber und ursprünglicher, wurde er zum geistigen Kün­der, in seiner Abgeklärtheit menschlicher Teil­nahme gewiß.

Mit Verhaltenheit. Insichgekehrtheit, stim­mungsergeben, gestaltete Hermann Scheh den Ge­sang des Einftedlers, auswachsend zu breiter Lime. In diesem Reger'schen Werke wurde auch die Schönheit und Ausgeglichenheit des Chor­klanges wieder offenbar; angesichts der zarten Tongabe im Requiem wäre es auch hier sicher möglich gewesen, den Anforderungen eines drei­

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und Volksgemeinschaft zum Ausbruck. Der Reichs- kanzler sagte bie Bestellung eines Ver-

Also, so steht das in der Zeitung und wird mit hörbarem Zungenschnalzen von den Lesern verschlungen. Ein Nichts, gewiß, aber ein süßes Nichts. Jeder weiß schon, wie der Fall ausgehen wird und jeder ist trotzdem furchtbar gespannt.

Die Angeklagte weiß natürlich von nichts. Warum soll sie denn ohne Licht gefahren fein, wieso könne sie denn ein Interesse Daran haben? Ein Druck, und die Scheinwerfer brennen, das ist doch keine Mühe, bie man sich ersparen mochte.

Der Richter will aufbegehren, schmilzt aber sichtlich dahin. Diese Augen! Dieser Frühling! Zeuge heran, der Verkehrspolizist. Soll die An­gellagte, um sie zu erkennen, genau anschauen. Läßt es sich nicht zweimal sagen, geht freund­lich zu Werk. Schaut blinzelnd in diese Schein­werfer. Schmilzt auch.

Mso, wie ist das nun? Hat die Dame am Steuer gesessen oder nicht?

Nein, er glaube das nicht, es könne auch ein Herr gewesen sein

Seliges Aufatmen der Zuhörer. Der Sonnen­schein greift um sich wie ein Oelsleck, es wird ganz hell im Saal und es riecht tatsächlich nach Veilchen.

Noch ein Zeuge, ein Mechaniker im schmierigen Arbeitsanzug. Das ist die Rettung, der kann als Blitzableiter dienen. Wieso er es wagen könne, die Würde des Gerichts durch einen sol­chen Auszug zu beleidigen? Ob er etwa behaup­ten wolle, mehr gesehen zu haben als der an­dere? Was er überhaupt aussagen könne?

Ich kann bloß aussagen, grinst er zerschmelzend, daß der Wagen der Signora, auch der Wagen, zwei mächtige Scheinwerfer besitzt!

Der Herr Staatsanwalt erhebt sich und tut seine Pflicht, indem er ohne weiteres die Der- urteilung verlangt. Und das Gericht tut feine Pflicht, rudern es der älebermacht des Frühlings weicht.

Freispruch. Lächelnde Verbeugung. Sonne. Ma­donna mia, wie süß es nach QkiJ/h<m riechU

Der Regierungspräsident von Köln hat im Zu- Anmenhang mit der Tötung eines 621. Mannes durch Schüsse aus dem SPD.-Volkshaus in Siegburg öffentliche Versammlungen der SPD., der Eisernen Front und der ihr nahestehen­den Organisationen bis auf weiteres verboten. Auch alle öffentlichen Versammlungen der KPD., auch solche in geschlossenen Räumen, wurden d er­bot e n.