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185. Jahrgang
Samstag, 18. Februar 1955
Erlchrini täglld), nutzet Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Jlluftrierle (Bießtner Familienblätter Heimat mBild DieScholle monatsBejugspreis:
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MetzeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Chefredakteur:
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen.
Probleme der deutschen Wirtschastspolitik.
Das neue Stillhalteabkommen.
Ermäßigung der Zinssätze.
Berlin, 17. Febr. (WTD.) Die Stillhalte- konferenz hat ihre Arbeiten beendet. Das am 28. Februar d. 3. ablaufende Stillhalteabkommen wird durch ein am 1. März 1933 in Kraft tretendes und bis zum 28. Februar 1934 laufendes neues Abkommen erseht. Bon diesem neuen Abkommen werden die dem bisherigen unterstellt gewesenen Kredite von etwa vier Milliarden Mark sowie ein weiterer Betrag von etwa 31 Millionen Mark besonderer Stillhaltekredite ersaht. Die deutschen Wünsche in der Zinsenfrage konnten erst nach langwierigen Derhandlungen durchgeseht werden. Die Sähe für Leihgelder und Kassavorschüsse an deutsche Banken sowie an deutsch« Handels- und Industrieschuldner werden durchweg u m 0,25 Prozent, nämlich von 5 auf 4,75 Prozent bzw. von 6 aus 5,75 Prozent gesenkt und die Höchstsätze für Trattenkredite um 0,5 Prozent bis 0,63 Prozent ermäßigt. Der Kürzung der Kreditlinien um 5 Prozent (das letztemal um 10 Proz.), die im wesentlichen durch Streichung unbenutzter Kredite erfolgt, steht eine Empfehlung der ausländischen Gläubigerausschüsse an ihre Mitglieder gegenüber, in gleichem Ausmaß neue Kredite für deutsche Ein- und Ausfuhrfinanzierung außerhalb der Stillhaltung zu gewähren. Dadurch ist dafür Sorge getragen, daß einer Belebung der deutschen Wirtschaft nicht durch Fehlen der internationalen Kredite besondere Hindernisse in den Weg gelegt werden. Dem Gläubiger wird gestattet, einen Teil seiner Kredite in Reichsmark unter Entlassung des Schuldners aus der Balutaverpflichtung abzurufen, und zwar innerhalb bestimmter Prozentsätze.
OteAnspoliiik derReichsbank
Dr. Luther gegen künstliche Eingriffe.
F r a n k f u r t a. M., 17. Febr. (WTD., Bei Der Einweihung des neuen Reichsbankgebäudes in Frankfurt a. M. machte Reichsbankpräsident Dr. Luther Ausführungen über Zinspolitik und Währung. Er erklärte u. a.: Aus dem allgemeinen volkswirtschaftlichen Wunsch, daß sich alle der deutschen Wirtschaft zu gewährenden Kredite a l s wirtschaftlich zweckmäßig erweisen mögen, hebe sich als besonders dringender Gegenwartswunsch das Verlangen hervor, diese Kredite so billig wie nur irgend möglich zu gestalten. Grundfalsch wäre es, dabei an künstliche Eingriffe in die Zinsbildung und in die Zinsvereinbarungen zwischen Schuldnern und Gläubigem zu denken. Aber vernünftig sei alles Wünschen, das sich auf eine organische, in sich wirtschaftlich begründete Senkung des Zinsen-Pegels beziehe. Die Bereitwilligkeit zur Hergabe von möglichst billigen Krediten sei bei der Reichsbank auch heute vorhanden. Mit einem Diskontsatz von vier Prozent sei jetzt wieder der Stand vom Sommer 1930 erreicht, und die Reichsbank werde alles Mögliche tun, um den Diskontsatz soniedrig wiemög- l i ch zu halten. Das Erwachen eines neuen Kreditlebens in Deutschland werde wesentlich von der Wiederherstellung einer die Rationalwirtschaften in vernünftiger Weise ergänzenden Weltwirtschaft abhängen, so daß die niedrigen Geldsätze und Kapitalmarktsähe eines großen Teiles des Auslandes auch für die deutsche Wirtschaft nutzbar gemacht werden könnten. Das bedeute kein Verlangen nach einer Bermehrung der Auslandskredite. Für die Entstehung und Dauerhaftigkeit billiger Zinssätze in Deutschland seien Rechtssicherheit und Kapitalbildung die wichtigsten Voraussetzungen. Die Unabhän- gigkeit der Währung und ihrer Berwal- tung von politischen Entscheidungen müsse gewährleistet fein.
Die Aussichten für eine Oiskontsenkung.
Berlin, 17. Febr. (CNB.) Durch den Abschluß der Stillhalteoerhandlungen mit dem Erfolge, daß die Stillhaltezinsen im Durchschnitt um 0,50 o. $)., allerdings mit Wirkung ab 31. März, ermäßigt werden, isteinederwesentlichstenGründe gegen eine erneute Diskontsenkung gefallen. Die Gefahr einer Umlagerung von Baluta- in Markkrcdite in größerem Umfange und damit die Möglichkeit einer Gefährdung der Devisenbilanz besteht jetzt im Falle einer Diskontsenkung nicht mehr. Da der Status der Reichsbank auch weiterhin eine günstige Entlastung zeigt, andererseits die Verfassung des Gcldmartte^ als leicht bezeichnet werden kann, so hält man in unterrichteten Kreisen d i e Frage einer Diskontsenkung um 0,50 a u f 3,5 v. ch. für akut. Das Reichsbankdirektorium hat sich allerdings mit der Diskontfrage noch nicht be- fchäftigt, man erwartet dies aber nach Vorliegen des nächsten Reichsbankausweises.
Der Reichsverband
der Deutschen Industrie zur Lage.
Derlin, 17. Febr. (WTD.) Präsidium und Borstand des De'.chsverbandes der Deutschen Industrie traten zu einer (Beratung der politischen und wirtschaftspolitischen Lage zusammen. Das Präsidium vertrat einmütig die Auffassung, daß die Stellungnahme der Industrie auch gegenüber der neuen Regierung von ihren wirtschaftspolitischen Maßnahmen
abhängig bleiben müsse. 'Für die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist es nach Auffassung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie von ausschlaggebender Bedeutung, daß Störungen der inneren Ruhe und des sozialen Friedens vermieden werden, Damit die vorhandenen Möglichkeiten einer organischen Gesundung, die für die Gesamtheit des deutschen Bolkes lebenswichtig ist, nicht vernichtet werden. Dazu müssen Unternehmer und Arbeiter im Interesse der Allgemeinheit bc tragen. Für Staat und Wirtschaft bleibt es wichtig, daß das deutsche Berufsbeamtentum in seiner Grundlage unangetastet erhalten wird.
Verstärkte pflege des Getreidemarktes.
Berlin, 17. Febr. (WTD. Funkspruch.) Das Reichskabinett hat neue Vorschläge des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. H u g e n b e r g , für die Pflege des Getreidemarktes angenommen. Danach sollen vor allem neue zusätzliche Absatzmöglichkeit en für Getreide erschlossen werden, während andererseits ausländisches Getreide jeder Art — abgesehen von Austauschgetreide — vom Markt ferngehalten werden wird. Hiernach wird, mögen auch im ganzen beträchtliche Getreidemengen vom Reich aüfgenommen werden, in der öffentlichen Hand Getreide nur im Rahmen einer von jedem Standpunkt aus vertretbaren nationalen Reserve magaziniert bleiben. Die verstärkte Preispflege des Getreidemarktes wird sich nicht, wie bisher, nur auf Weizen und Roggen, sondern auch auf Hafer erstrecken. 3m einzelnen handelt es sich besonders um Maßnahmen zur Förderung der
Derfütterung von Roggen in Verbindung mit Kartoffelflocken bei der Schweine- m a st und von eofiniertem Weizen anHüh - ner. Zur Förderung der Ausfuhr von Müllereierzeugnissen aus Weizen und Roggen wird das Ausfuhrscheinsystem wieder eingeführt. Darüber hinaus sind besondere Aussuhr- möglichkeiten, vornehmlich für Hafer, erschlossen worden.
Wirischastsverhandlungen mit Holland gescheitert.
Amsterdam, 17. Febr. (ERD. Funkspruch.) Wie der „Telegraaf" meldet, können die Vorbesprechungen über einen neuen Handelsvertrag zwischen Holland und Deutschland als gescheitert betrachtet werden. Der Verlauf der Dinge habe in landwirtschaftlichen Kreisen ernstliche Besorgnis hervorgerufen. Man sehe einer dunklen Zukunft entgegen, vor allem deshalb, weil auch Frank- re ich für viele Artikel die Maximaleinfuhrzölle sich zu fordern anschicke. Die Verhandlung gen über den Handelsvertrag selbst sollen erst nach den Wahlen geführt werden. Richtsdesto- toeniger sei das negative Ergebnis der jetzt gescheiterten Versuche, eine vorläufige Regelung zu erzielen, äußerst entmutigend. Dadurch, daß jeht für eine Reihe wichtiger Produkte erhöhte Einfuhrzölle in Kraft treten, würden die holländischen Exporteure schwer getroffen. Man stehe aber er st an Bem Beginn einer neuen Entwicklung. Deutschland setze mit vollen Segeln Kurs nach einem wirtschaftlichen Protektionismus, der den Zweck verfolgt, die Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte unmöglich zu machen.
Der Reichskanzler spricht in Dortmund.
Wahlkundgebung der AHDAp. in der Westfalenhalle.
Dortmund, 17. Febr. (TU.) 3n der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle veranstaltete am Freitagabend dieR S D A P. eine große öffentliche W a h l k u n d g e b u n g , auf der nach einem Dahmenbericht von Dr. Goebbels Reichskanzler Hitler vor etwa 15 000 Zuhörern eine Rede hielt, die vom Westdeutschen Rundfunk übernommen und gleichzeitig auch durch Lautsprecher auf vier großen Plätzen in Dortmund- Hörde bekanntgegeben wurde. Um Gegenkund- gebungen im Keime zu ersticken, hatte die durch Heranziehung auswärtiger Kräfte erheblich verstärkte Dortmunder Schutzpolizei schon in den frühen Abendstunden umfassende Vorkehrungen getroffen. 3nsbesondere waren die Lautsprecheranlagen und das Rundfunkkabel Gegenstand schärfster Bewachung.
Reichskanzler Hiller
führte in einer einstündigen Rede u. a. aus: Am 30. 3anuar 1933 hat eine Geschichtswende ihren Anfang genommen. Es wäre eine Lüge, wollten wir behaupten, in wenigen Tagen das wiedergutzumachen, was in den vergangenen 14 3ahren veroorben wurde. Wir wollen aber unser Regiment nicht mit einer Lüge gewinnen. Die Gegner erwecken den Eindruck, als sollte das Volk am 5. März über uns zu Gericht sitzen. Tatsächlich aber soll über ihre eigene Politik der letzten 14 3ahre abgeurteilt werden. Sie verlangen von uns die Vorlegung eines Programms, aber sie schämen sich heute, das Programm zu wiederholen, mit dem sie 1918 das Volk auf die Barrikaden gelockt haben.
linier stürmischen Beifallskundgebungen wiederholte der Kanzler die in Stuttgart abgegebene Erklärung, diejenigen hatten kein Recht, heute nach Freiheit zu rufen, die 14 Iahte lang dem nationalen Teil des Volks die Freiheit genommen hätten. 3a, fügte der Kanzler hinzu, wir wollen der Jlallon die Freiheit geben, indem wir sie befreien von denen, die niemals diese
Freiheit verdienten.
Wenn heute Herr Braun sagt, er habe nichts angcstellt, so führen wir nur als Beispiel an die zwei Millionen, die er dem bekanntenFonds entnommen hat. Wir sind jetzt daraus gekom
men, daß es tatsächlich viel größere Summen waren, die von den Herren verwendet worden sind für Zwecke, die sie selbst nicht zugeben wollen. (Pfuirufe.) Herr Braun sagt, er sei berechtigt gewesen, das Geld so zu verwenden. Wir antworten ihm: Sie haben Millionen aus Steuergeldern verwendet für Ihre Partei, und Sie haben über 700000 Reichsmark im letzten Jahr ausgegeben, für die Sie überhaupt keinen Beleg haben. (Minutenlang anhaltende Entrüstungskundgebungen.) Die Herren wissen darauf keine Antwort. Das ist nur ein einzelner Fall. Wir werden in diese Korruption viel Licht hineinbrinaen. (Stürmischer Beifall.) Wir werden in den nächsten Wochen dem deutschen Volk eine ganz ungeschminkte Generalbilanz ausmachen, damit es klar erkennt, welche beispiellose Mißwirtschaft in den letzten 14 Jahren von den bisherigen Inhabern der Macht betrieben worden ist. Die gewaltige Arbeit, das deutsche Volk aus diesem Zerfall herauszuheben, werde ich mit derselben fanatischen Energie aufnehmen, wie ich vor 14 Jahren als halbblinder Kriegskrüppel unsere Bewegung aufgebaut habe.
Das neue Deutschland darf nicht wieder die einseitige Herrschaft von Klassen und Ständen bringen, sondern es soll über »lassen und Stände hinweg das deutsche Volk in allen feinen Ständen und Berufen vereinen zu einem einigen Deutschland.
Für dieses große Werk des Wiederaufstiegs wollen wir das ganze Volk gewinnen. Die anderen haben 14 3 ah re lang versagt. Ich sage, vier 3ahre, vier 3ahre verlangen wir für uns und dann beurteilen Sie und richten Sie uns. 3ch werde mich diesem Urteil nicht entziehen. Mein Wille ist unerschütterlich und meine Zähigkeit wird durch nichts besiegt werden. Rur eines möchte ich, daß es in Zukunft nicht heißen soll, einer muhte sich gegen alle durchsetzen, sondern daß es in Zukunft heißen werde, das ganze deutsche Volk hat endlich wieder zu sich selbst den Weg gefunden und damit erreicht. daß aus unserem verfallenen Vaterland wieder wird das Deutschland der inneren Gröhe, der Kraft und damit auch der Herrlichkeit für unsere Kinder.
Die Sorge für die akademische Jugend.
Das studentische Werkhalbjahr Reichsarbcitsminist?r Leidte über Arbeitsdienst und Wehrsport.
Berlin, 17. Febr. (TU.) Der Reichsarbeitsminister E e l d t e empfing Dr. Stadtler und Dr. Kiekebusch vom Stahlhelm-Studentenring Langemarck zu einer Aussprache über die vielfältigen Beziehungen des Arbeits- Ministeriums zu der studentischen Arbeit, wobei er u. a. erklärte:
Die Grundzüge für die Einführung des freiwilligen Werkhalbjahres lagen bei meinem Amtsantritte bereits vor. Die erforderlichen Ausführungsbestimmungen werden in
Kürze ergehen. Das Werkhalbjahr wird Abiturienten, Studenten und 3ungakademiker in geschlossenen Lagern mit Angehörigen aller anderen Dolkskreise zusammenführen. Sechs Wochen Wehrertüchtigung werden vier Monaten Arbeitsdienst folgen. 3m Rahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes und des Reichskuratoriums für 3ugendertüchtigung werden die Lager unter führender Mitwirkung der Organe der studentischen Selbstverwaltung durchgeführt werden. Unterkunft und Verpflegung der Dienstfreiwilligen sind kostenlos. Für die An- und Abreise gewährt die Reichsbahn halbe Fahrpreisermäßigung.
Reben dem Werkhalbjahr werde ich als Minister für Iugendertüchtigung der studenti
schen Wehrarbeit meine besondere Aufmerksamkeit widmen. Die Begeisterung und Opter- willigkeit, mit der die deutsche Studentenschaft in immer steigendem Maße in den letzten 3ahren ihre Wehrerziehung durchgeführt hat. gibt mit die Gewißheit, daß, solange Deutschland den ihm gebührenden Lebensraum noch nicht gesunden hat, der Typ des deutschen Studenten der deutsche Wehrstudent sein wird. 3n diesem Sinne rufe ich meine Kommilitonen zur gemeinsamen Arbeit an dem Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes auf.
Schärfere Siebung des akademischen Nachwuchses.
Nur geeignete Abiturienten sollen auf die Hochschule gehen.
Berlin, 17. Febr. (TU.) Amtlich wird mit- geteilt: Ostern 1933 werden über 4 0 0 0 0 Abi« turienten d i e höheren Schulen Der« lassen. Die bisherigen Erfahrungen lassen besorgen, daß ein großer Teil von chnen auf die Hochschule übergehen wird, trotzdem schon heute die Zahl der Studierenden und der Anwärter für akademische Berufe außer allem Cer« b ä 11 n i s zu den akademischen Berufsmöglichkeiten steht. Bloße allgemeine Warnungen vor dem Hochschulstudium bleiben ohne merklichen Erfolg, sie können auch keine geeignete Auslese der Begabungen herbeiführen.
Der Reichsminister des Innern hat diese Lage und Vorschläge zur Eindämmung des Zu« ganges zur Hochschule mit den Unterrichtsministerien der deutschen Länder erörtert. Diese Erörterungen haben zu der einheitlichen Anordnung aller Unterrichtsverwaltungen geführt, daß die Prüfungskommission der höheren Schulen für jeden einzelnen Abiturienten bei Erteilung des Reifezeugnisses f e ft 3 u ft e 11 e n haben, ob ihm nach seinen menschlichen und geistigen Anlagen, seinen Neigungen und feinen Leistungen vomHoch schul st udiumab- jurnten ist. Die Schule wird den Erziehungsberechtigten solcher Abiturienten, denen vom Studium abgeraten ist, diese Entscheidung mitteilen. Diesen Abiturienten wird die Hochschule nicht verschlossen fein. Sie können jedoch nicht damit rechnen, irgendwelche Studienver- günftigungen zu erhalten. Ferner haben sie zu gewärtigen, daß ihre Eignung zum Hochschul- ftubium in den Anfangsfemeftern nachgeprüft wird.
politischer Zwischenfall aus der Staatlichen Kunstschule Berlin.
Tic Prüfungskommission gesprengt.
Berlin, 17. Februar. (ERB.) Die Räume der Staatlichen Kunstschule in Berlin-Schöneberg sind heute nachmittag während des Staatsexamens von nationalfozialistischen Studenten besetzt worden. Die Prüfung wurde von den Studenten unterbrochen. Der Direktor Kamps, die Professoren Lahs und Tappen und der Vorsitzende des künstlerischen Prü- fungsamts Franck wurden genötigt, die Räume zu verlassen. Die Studenten zogen Dann ab. Eine polizeiliche Darstellung der Vorgänge war noch nicht zu erlangen, dagegen verbreitet der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund eine Mitteilung, in der es u. a. heißt:
„Mit steigender Erbitterung hat die nationalsozialistische Studentenschaft die auf der Staatlichen Kunstschule Berlin-Schoneberg seit Jahren herrschen- den skandalösen Zustände verfolgt. Systematisch ist dieses wichtigste Kunstinstitut Preußens, das di« Aufgabe Hot, Kunftlehrer heranzubilden und zu prüfen, marxistisch und kommunistisch durchsetzt worden. Da in diesen Tagen ein nationalsozialistischer Studenten« bund führet, der zugleich Assistent an der Staatlichen Kunstschule ist, durch eine Professorenkonferenz seines Amts enthoben und gerichtlich belangt werden sollte, weil er in der nationalsozialistischen Studentenzeitung „Der deutsche Student" einen Vorfall an der Kunstschule kritisiert hat, griffen die Studenten zur S e l b st h i 1 f e. Ein . Studenten-SA.-Sturm besetzte, als er von diesen Vorgängen Kenntnis erhielt in spontaner Erregung Das Gebäude der Staat- lichen Kunstschule während Des gerade dort statt, findenden künsllerischen Staatsexamens. Die Prü- fung wurde zwangsweise von Den Studenten unterbrochen. Die als Juden bekannten Professoren Direktor Kamps, Professor Lahs und Tappen und der Vorsitzende des künstlerischen Prüsungs- amts Franck wurden aus den Prüfungsräumen zwangsweise entfernt und vor die Tür des Gebäudes auf die Straße ge-fetzt. Daraufhin vernagelten die Studenten die Türen der marxistischen Professorenateliers. Die Polizei traf erst nach Be- enbiguna der Vorfälle am Tatort ein. Die nationalsozialistischen Studenten verlangen die sofortige Auslosung oder Umorganisation Der Staatlichen Kunstschule und Entfernung Der marxistischen Professoren vom Kultusministerium."
£anbtt>erfert>erfrefer beim Reichskanzler.
Berlin, 17. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Reichskanzler empfing heute vormittag im Beisein des Staatssekretärs in der Reichskanzlei und Der Sachbearbeiter der Reichsleitung Der NSDAP, das Präsidium des Reicysver- banbes bes deutschen Hanbwerks. Bei biefer Gelegenheit brachte ber Reichskanzler feine vorbehaltlose Ueberzeugung von ber entscheidende»
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Un- ugust. c. um ntlich i. daS as er . Die *n das chnell ß zur d Dort erum- t aus
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