Alle Betriebe werden in der „Deutschen Müller schäft (DM.)" zusammengeschlossen.
Sämtliche in Frage kommenden Betriebe werden wiederholt aufgefordert, bei der vorläufigen Bezirksgeschäfts st eile Nr. 3 Adresse Süddeutsche Mühlenoereinigung Mannheim, Prinz-Wilhelmstr. 10 unoerzüg- l i ch die Antragsformulare (Fragebogen) auf Erteilung der Erlaubnis zum Weiterbetrieb anzufordern, falls ihnen diese Fragebogen nicht bereits ^ugegangen sind. Es wird darauf hingewiesen, daß jeder Betrieb für die Beschaffung dieser Anträge verantwortlich ist. Die Versäumnis der Anmeldung hat den Verlust der Mahlerlaubnis zur Folge.
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— Tageskalender für Freitag: Stadt- thoater: 20 bis 22.30 Uhr, „Wiener Blut". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Unsichtbare Gegner". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Revolte im Zoo".
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns getrieben: Heute abend als 7. Vorstellung im Freitag-Abonnement die klassische Operette „Wiener Blut" von Johann Strauß unter der Leitung von Wrede-Eujö-Bäulke. Operellen-Preise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Samstag, 19. Noo., von 20 bis 22 Uhr Luther-Feier. Vortrag des Pg. Professor G. W. F r e y t a a - München: „Luther, der Führer, der Kämpfer, der deutsche Mensch"; im Programm u. a. Chorgesänge des Akademischen Gesangvereins und des Bauerschen Gesangvereins unter Leitung von Professor Dr. Temesoary. Preise von 50 Pf. bis 1,50 Mark. — Sonntag, 19. November, Vorstellung außer Abonnement zu ermäßigten Preisen das Segel- fliegerstück: „Am Himmel Europas" von Schwen- zen-Malina; Spielleitung: Anton Neuhaus Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr.
— Volkshochschule. Heute beginnen der Lehrgang Heimat und Volkstum" von Dr. Glöckner und der „Französische Oberkurs" von Stud.-Ref. Graf. Näheres siehe heutige Anzeige.
— Großes Konzert der 33. SS. - Standartenkapelle. Der Musikzug der 33. SS.- Standarte Darmstadt veranstallet am kommenden Sonntag, 19. November, 16 Uhr, im Casä Leib ein großes Konzert. Das Programm sieht neben einigen Märschen auch Darbietungen klassischer Musik vor. U. a. gelangen das „Steuermannslied und Matrosenchor" aus der Oper „Der fliegende Holländer", ferner „Sonst spielt' ich mit Szepter" aus der Oper „Zar und Zimmermann", ein großes Potpourri „Vom Rhein zur Donau", eine Paraphrase über das Lied „Ein Vöglein sang im Lindenbaum" u. a. m. zur Aufführung. Das Konzert der etwa 35 Mann starken Kapelle Dürfte den Zuhörern einige unterhaltsame Stunden bereiten.
— D i e LukasgemeinLe veranstaltet am kommenden Sonntag, 20 Uhr, im Lukassaal einen Familienabend. Das Programm sieht einen Vortrag über das Thema „Aus dem Leben Martin Luthers", sowie eine Reihe musikalischer und gesanglicher Darbietungen vor. Ihre Mitwirkung haben Frau Landgerichtsrat Strack, Frl. Milli von der Heydt und Herr Pianist Julius Hahn zugesagt. Auf die heutige Anzeige fei hingewiesen.
— „A l p e n s y m p h o n i e". Der Kulturfilm, der am kommenden Sonntag (11.15 Uhr) und am Montag (14.15 Uhr) im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gezeigt wird, führt in die Schweizer Bergwelt. Er ist ein Geschenk eines Menschen, der mit seiner Ka- mera in die Berge auszog, nicht um einen sensationellen Kulturfilm Heimzubringen, sondern um eine Wunderwelt in die Kamera emzufangen, damit die Daheimgebliebenen sie nacherleben. Ein ständiger Wechsel der Landschaft ergiot sich aus der Verschiedenheit der Gebiete, die der Film durchgleitet: Glarn, Genfer See, Vierwaldstätter See, Berner Oberland, Engadin, die Matterhorngegend. In innigster Verbundenheit mit der Natur stehen die Menschen und Tiere in der Landschaft. Der Film ist ein rechter Reifefilm, der froh macht, aber auch mit Sehnsucht nach den Bergen erfüllt. Dielen ist es nicht vergönnt, die herrlichen Berge des Schweizerlandes in Natur zu erleben! Niemand sollte diesen prächtigen Hochgebirgsfilm versäumen. Auf die heutige Anzeige fei besonders aufmerksam gemacht.
** Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Am Samstag, 18. Noo., vormittags 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialaus- fchusfes der Provinz Oberhefsen statt mit folgender Tagesordnung: Klage des Richard Schmidt in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 2. Oktober 1933 wegen Versagung des Wandergewerbescheines. — Klage des Karl Friedrich Heinrich Noll in Gießen gegen den Bescheid des Krcisamts Gießen vom 16. Oktober 1933 wegen Versagung des Wandergewerbescheines.
** Spende für d i e NS.-Dolkswohl- fahrt. Man schreibt uns: Der Wanderverein „Bund der Lahnfreunde Gießen, Zweigverein des Oberhessischen Gebirgsvereins in Marburg" hat in feiner Vorstandssitzung vom Dienstag beschlossen, mit Rücksicht auf die Not vieler Volksgenossen die zur Abhaltung einer Wintervereinsveranstaltung vorgesehenen Mittel in Höhe von 25 Mark der NS.-Dolkswohlfahrt der Stadt Gießen zur Verfügung zu stellen. Sobald es die Mittel erlauben, will der Verein auch weiterhin dazu beitragen, die Not unserer Volksgenossen lindern zu helfen.
** Die NS. -Dolkswohlfahrt Gießen- Nord bat ihr Geschäftszimmer in der Marburger Straße 52. links. 2. Stock, eingerichtet. Sprechstun- den Montag, Mittwoch und Freitag von 10 bis
•• Don der NS. -Hago-Kreisführung Gießen wird mitgeteilt, daß der Sonderzug zum Tag des deutschen Handwerks in Braunschweig am morgigen Samstag, 9.10 Uhr, in Gießen abfährt Die Fahrtteilnehmer müssen eine Viertelstunde vorher am Bahnhof fein.
•• Bfrf ehr su nf all. An der Einmündung des Lichtenauer Weges in die Marburger Straße ereignete sich gestern nachmittag ein Verkehrsunfall Ein Motorradfahrer fuhr peaen einen Kraftwagen der aus dem Lichtenauer Weg in die Marburger- Straße einbog. Der Motorradfahrer und fein Bei- fahrer stürzten, erlitten jedoch nur leichtere Verletzungen.
“ Landstraßensperre bei Schneeverwehungen. Nach einer Mitteilung der Provinzialdirektion Oberhessen werden bei sehr starken Schneefällen und Schneeverwehungen die nach- stehenden Provinzialstraßen für den öffentlichen Der- kehr gesperrt: Homberg—Dannenrod, Büßseld__
Schadenbach, Arnshain—Neustadt. Heimertshausen —v -Straße Alsfeld—Kirchhain Solange es äußerst möglich ist, werden die Strecken frei gehalten Wird jedoch eine Sperrung erforderlich, fo sind die gesperrten Strecken am Anfang und Ende durch Ta- fein, auf welchen auch die Umleitung angegeben ist, kenntlich gemacht.
Auftakt zum Luthertag in Hessen.
Aufruf.
EPH. Die hessische Kirchenregierung und die evangelischen Vereine und Verbände des Landes erlassen folgenden Aufruf:
Liebe Volks- und Glaubensgenossen!
Die Entscheidungsschlacht um Deutschlands Ehre, Freiheit. Recht und Frieden ist geschlagen. Sie ist ju einem Sieg über Erwarten geworden. Der 12. Jlo-
Oie deutsche Jugend ist bedroht!
Kämpft für sie im Winterhilsswerk!
Spenden auf Postscheckkonto Frankfurt Ttr. 28100 oder auf
Girokonto der Nassauischen Landesbank 6200.
oember wird ein geschichtlicher lag ersten Ranges sein. Nun wollen wir als evangelische Deutsche den Deutschen Lutherlag doppelt dankbar begehen. Wir rufen Luch alle zur einmütigen Feier des 450jäh- rigen Geburtstages des größten Deutschen, unseres Reformators Martin Luther, am Sonntag, dem 19. November, auf.
Geht geschloffen in die Kirchen! Nehmt allesamt teil, auch an anderen Gedenkfeiern. Legt das Festabzeichen, die Lutherrose, an! Flaggt Eure Häuser! Bekennt Luch in evangelischer Eintracht zu dem i Großen, den Gott uns gab, zu dem Evangelium, das er durch ihn aufs neue erschloß! Nehmt diese |
Kraft Gottes immer mehr auf in her; und Gewissen, daß sie die Kraft Eures Ledens fei zum heile Eurer Seelen und zum Dienst, den wir dem deutschen Volke und der evangelischen Kirche schuldig sind!
(Snnn rungen an das Lutherjahr.
Dom EPH. wird uns geschrieben: Wenn die bevorstehenden Feiern anläßlich des Deutschen Luthertages eine tiefere Bedeutung haben sollen, dann muß vor allem erreicht werden, daß sie sich so fest wie möglich der Erinnerung des deutschen Volkes einprägen. Nicht nur heute und morgen soll von Luther als dem großen deutschen Dolksmann die Rede fein, sondern es muß von dem Erinnerungsjahr 1933 eine wirkliche innere Besinnung auf die Persönlichkeit und das Werk des großen Reformators ihren Ausgang nehmen. Martin Luther ist einfach zu schade dazu, daß man Stimmung mit seinem Namen macht, die ebenso schnell verfliegt wie sie gekommen ist.
Don feiten des Deutschen Luthertages ist deshalb eine volkstümliche Festschrift herausgebracht worden, die 52 Seiten Text und 79 Kupfertiefdruckbilder umfaßt und für den ungewöhnlich billigen Preis von 30 Pf. zu haben ist. Diese Schrift sollte man allen deutschen Evangelischen, den Kindern und den Erwachsenen in die Hand geben und — gelesen werden. — Eine andere wertvolle Erinnerung an das Lutherjahr 1933 ist die sehr dauer- hafte und geschmackvoll ausgesührte Luther- Plakette, die 25 Pf. kostet und die bekannte Lutherrose zeigt. Man wird nicht zu weit gehen, wenn man sagt, daß diese Plakette das schönste Fest- abzeichen des ganzen Jahres 1933 ist. Sie kann nicht nur an dem Tage des 19. November, sondern als Brosche auch noch später getragen werden. Die Festschriften und -abzeichen sind bei allen Pfarrämtern zu haben.
LlWWgeWechiingvoiiLinkaussgenoffenschasten
Verbot des Treuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen.
Aus allen Teilen des Rhein-Mainifchen Wirtschaftsgebietes mehren sich in der letzten Zeit die Klagen über die Werbemethoden Der an vielen Orten bestehenden Einkaufsgenoffen- schäften. Insbesondere wird mir gemeldet, daß einige dieser Einkaufsgenossenschaften bei ihrer Mitgliederwerbung sich des Hinweises auf einen angeblich in kurzer Zeit in Kraft tretenden Zwang zum Beitritt in diese Organisationen bedienen. Auch ist es wiederholt vorgekommen, daß in Werbekundgebungen und bei anderen Anlässen den Einzelhändlern, die bislang einer Einkaufsgenossenschaft noch nicht angehörten, Nachteile Partei- politischer Art in Aussicht gestellt wurden, und daß Genossenschaften sich auf parteiamtliche Stellen für ihre Zwecke beriefen.
Diese Art der Mitgliedswerbung ist u ^zulässig und entspricht nicht den Tatsachen. lieber das Schicksal der Genossenschaften und deren Eingliederung in die wirtschaftliche Ver- tcilungsorganifation im nationalsozialistischen Staate ist eine Entscheidung noch nicht getroffen.
Darüber hinaus sind Derartige Maßnahmen, die naturgemäß den regulären Großhandel auf die
Dauer erheblich schädigen, geeignet, den Wirisch a f t s f r i e d e n zu stören und dadurch die Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogrammes der Reichsregierung zu gefährden.
Bis zur endgültigen Regelung der Genossen- fchaftsfrage seitens der Regierung ordne ich daher für das mir unterstellte Wirtschaftsgebiet folgendes an:
Es ist den Einkaufsgenossenschaften für die Zukunft verboten, in der eingangs geschilderten Art für ihre Zwecke Propaganda zu machen. Jeder D r u ck auf den Einzelhändler, um ihn zum Beitritt in die Genossenschaft zu bewegen, hat zu unterbleiben. Ich weise ferner ausdrücklich darauf hin, daß es nach dem Genossenschaftsgesetz nicht Zweck der Genossenschaften ist, anderen als ihren Mitglieds firmen Ware anzubieten oder zu verkaufen. Auch dies muß in Zukunft seitens der Einkaufsgenossenschaften unter allen Umständen beachtet werden.
Der Treuhänder
der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen.
Dr. Lüer.
Sprengstoffdiebe vor Gericht in Gießen.
Große Strafkammer.
Angeklagt waren gestern vier Einwohner aus Burg-Gemünden und zwar der Elektrotech- niker Ernst Vesper, der Weißbinder Otto Becker, der Landwirt Karl Becker und der Landwirt Heinrich Leiser.
Vesper, Otto Becker und Heinrich Leiser wußten, daß sich im Lager eines benachbarten Steinbruchs Sprengstoffe befanden. Sie verabredeten nun, den Spreng st off z u stehlen. Vesper und Otto Becker drangen mit Gewalt in den Sprengstoff-Aufbewahrungsraum ein und entwendeten eine große Menge Sprengkapseln. Damit nicht zufrieden, wurde ein weite- rer Raum geöffnet und daraus etwa 5 bis 10 Pakete Ammonit gestohlen. Während dieser Tat stand Leiser außen Schmiere. Zwei Pakete der gefährlichen Sprengstoffe bekam Leiser ausgehändigt, der sie jedoch schon am nächsten Tage ablieferte.
Die Angeklagten, die im wesentlichen geständig waren, gaben an, sie hätten Den Sprengstoff zum Fischen verwenden wollen. Die Angeklagten haben sich neben dem schweren Diebstahl nach Ausfassung des Staatsanwalts noch des Verstoßes gegen § 8 Des Sprengstoffgesetzes schuldig gemacht, eine Bestimmung, Die Den Besitz von Sprengstoff unter Strafe stellt, wenn nicht erwiesen roerDen kann. Daß Der Besitz zu einem erlaubten Zweck, wie sich bas Gesetz ausDrürft, erfolgt. Der politische Hinter-
grunD der Tat rourbe vom Gericht, obwohl zwei ber Angeklagten mit ber Linken sympathisierten, abgelehnt. Was ben Karl Becker anbelangt, so hat er sich insofern strafbar gemacht, als er bie Sprengkapseln geraume Zeit bei sicy unter einem Holzstoß aufbewahrte. Strafmilbernb fällt bei ihm jebod) bie Tatsache ins Gewicht, bah er ben anderen Angeklagten eine Frist setzte, innerhalb ber sie bie Sprengstoffe roieber entfernen sollten, anbern- falls seinerseits Anzeige erfolgen würbe. Außer- bem gab er ihnen auf, sich ber Polizei zu stellen.
Der Staatsanwalt beantragte, unter Zubilligung milbernber Umftänbe, ba bie Angeklagten ein Ge- ftänbnis ablegten, gegen Vesper unb O. Becker ein Jahr acht Monate, gegen Leiser ein Jahr brei Monate, gegen Karl Becker gemäß § 9 bes Sprengstoffgesetzes brei Monate Gefängnis.
Das Urteil lautete: Vesper ein Jahr brei Monate Gefängnis, O. Becker ein Jahr zwei Monate Gefängnis, Leiser neun Monate Gefängnis. Ihnen werben sieben Monate Unter- fuchungshaft angerechnet. Karl Decker erhielt eine Gefängnisstrafe von brei Monaten unter Anrechnung von acht Wochen Untersuchungshaft. Für ben Reit erhält ber Angeklagte bebingten Strafaufschub auf brei Jahre.
Der Haftbefehl gegen bie brei ersten Angeklagten rourbe aufrechterhalten.
Beratungen im Hausbesitzerverein.
Der Hausbesitzer • Verein hielt gestern abenb im Hotel Hindenburg" eine Mitgliederversammlung ab.
Der Führer bes Vereins, Weibbindermeister Launsboch, wies in feiner Einleitung darauf hin, daß ber Hausbesitz infolge der steuerlichen Be- lastung seither außerstande gewesen sei, weitgehende Jnslanbjetzungsarbeiten durchzuführen. Besonders schwierig sei auch Die Finanzierung Derartiger Arbeiten gewesen. Die Schuld an diesen Verhältnisien trage Die frühere Regierung, Die Der Senkung Der oonberfteuer dzw. Der Verwendung dieser Mittel zur Finanzierung von Jnstandsetzungsarbciten nicht genügend Beachlung geschenkt habe. Nachdem die jetzige Regierung weilgehende Maßnahmen zur Ar- beitsbeschassung und Belebung Der Wirtschaft getroffen habe, sei es notwendig, daß auch Der Haus- besitz dem Rufe Des Führers folge und Die Maß- nahmen Der Regierung weitgehend unterstütze.
Oer Leiter des Arbeitsamtes Gießen, Or. Lift
sprach loDann über .Hnstandsetzungsarbei- ten Durch den Hausbesitz und deren Finanzierung". Der Redner führte u a. folgendes aus:
Durch Die Maßnahmen ber Regierung fei es gelungen, die Zahl Der Arbeitslosen gegenüber Dem
Vorjahr um 50 o. H. zu senken. Inzwischen sei ein ZustanD Der Beharrung eingetreten. Wenn Der Derzeitige StanD gehalten roerDen könne. Dann sei Der Beweis erbracht, daß Der Grundsatz: erst Arbeit, dann Kapital", nicht erst Kapital, bann Arbeit, richtig sei. Man sei dazu übergegangen, sich der Arbeiten zu erinnern, die trotz Kälte durchgesühri werden könnten. Hierzu gehörten insbesondere bie In- stanDsetzungsarbeiten im Innern ber Gebäude.
Die Auffassung, Daß keine Arbeit da wäre, sei Irrig. Wir seien für Jahre hinaus mit Arbeit versorgt. Durch falsche Finanz- unD Steuerpolitik seien diese Arbeiten seither nur nicht znr Ausführung gekommen.
Mit dem zu erwartenden weiteren Abbau Der Son- Derfteucr werbe eine wesentliche Erleichterung für Den Hausbesitz eintreten Zn Den 700 Millionen, die das Reich für Instandsetzungsarbeiten, Umbauten unb Erweiterungen zur Verfügung stelle, kamen noch bie weit höheren Beträge, welche die Hausbesitzer aufzubringen hätten, so daß insgesamt etwa 2,5 Milliarden umgefeßt werben Es fei not- wendig, baß das im Hausdesitz vorhandene Vermögen wieder schlagfertig werde unb kein.? Neuinvestie- rungen notwendig seien. Der Hausbesitz habe ein In- teresfe an der ordnungsmäßigen Instandsetzung ber Gebäude und an der Schaffung neuzeitlicher Ein
richtungen (Zentralheizung, Badeeinrichtungen ufro.X weil hierdurch der Errrogswert Der Hauser gesteigert werde.
Bei der Besprechung der Bestimmungen über Reichszuschüsse bei Instandsetzungsarbeiten ufm. wies der Redner darauf hin, daß
der Antrag sowohl vom Hausbesitzer, wie vom Wider gestellt werden kann.
Besondere Schwierigkeiten bereite Dem Hausbesitzer Die Aufbringung des den Reichszuschuß übersteigen- den Betrags. In vielen Orten des Reiches seien zur Durchführung der Finanzierung Selbsthilfe- verbände gegründet worden. In Hessen hätten diese Bestrebungen bis jetzt noch nicht zu einer günstigen Losung geführt werden können Die Gewäh. rung von Kredit gegen hypothekarische Sicherheit könne bei Instandsetzungsarbeiten nicht in Frage kommen, dagegen sei dies bei Umbau- ober Erronte- rungsarbeiten möglich. Während bei den Instandsetzung sarbeften ein Reichszuschuß von 20 o. H. gewährt werbe, erhöhe sich biefer bei Umbauten und Erweiterungen auf 50 v. H., wozu noch bie Steuererleichterungen zu rechnen seien.
Es fei empfehlenswert, Anträge auf Gewährung des Reichszuschusses baldigst zu stellen, zumal die Anmeldefrist beschränkt fei, außerdem müsse auch damit gerechnet werden, daß Die Regierung sich bei Dem nächsten vauprogramm anderen Projekten zuwenden werde. Jedenfalls würden Wittel in diesem Umfang im nächsten
Jahre wohl nicht zur Verfügung gestellt.
Die Aussprache.
In Der anschließenDen Aussprache betonte Architekt Ph. Nicolaus, daß die Maßnahmen ber Regierung zur Arbeitsbeschaffung auch vom Hausbesitz begrüßt würden. Der Hausbesitz habe von je- her diese Gedanken gefördert, doch fei' die Ausführung seither an der Finanzfrage gescheitert Bei Der Einstellung Der Derzeitigen Regierung bestehe Die Hoffnung, Daß Die Sonbersteuer früher wie vorgesehen beseitigt werbe. Der Rebner empfahl bie Errichtung einer Beratungsstelle für Instand- setzungsfragen im Büro bes Hausbesitzervereins, sowie die Heranziehung Der Architekten.
Bankdirektor Mattern wies darauf hin, daß die Banken bei Der Finanzierung der Instand- fetzuygsarbeiten aus eigenen Mitteln helfen, fow.'it Dies möglich sei, allerdings müßten Die bankmäßi- gen Voraussetzungen erfüllt roerDen. Er erläuterte bann eine Reihe von Vorschlägen, Die sich mit Der Durchführung Der Finanzierung beschäftigen.
Sparkassenoberinspektor Ritsert betonte bas Bestreben Der Sparkassen, die Maßnahmen der Regierung zu unterstützen, soweit Mittel verfügbar unb bie erforderlichen Sicherheiten gegeben feien.
In ähnlichem Sinne äußerte sich auch Bankdirsk- tor Meine (Dresdner Bank), unter Erläuterung Der Richtlinien, unter Denen Kredite für Instand- fetzungsarbeiten usw gewährt werden können.
StaDtdauoberinspektor Höhn wies darauf hin, daß nach Erlaß her Aussichrungsbestimmungen eine schnellere Bearbeitung ber Anträge möglich fei. Er erläuterte einige Bestimmungen über bie Einreichung von Anträgen und bie Beibringung Der erforderlichen Unterlagen.
Weißbindermeister Launsbach regte an, die Stadt möge bei Den zuständigen Stellen auf eine schnellere Auszahlung der Zuschüsse hinwirken.
Stadtobersekretar Dern besprach eingehend Die Schwierigkeiten, die sich bei der Bearbeitung und Weiterleitung der Anträge unb bei Der Rechnungsstellung ergeben, unD gab praktische Winke zur Erlangung ber Reichszuschüsse.
Zum Schluß regte Bauunternehmer Gg. Becker an, Die Arbeiten möglichst an hiesige Handwerker zu vergeben.
Mit dreifachem Sieg-Heil auf ben Führer Abolf Hitler rourbe bann die Versammlung geschlossen.
Die Banknoiensälscheroffäre
Der zweite Schwindler stellt sich Der Polizei.
Frankfurt a. M., 15. Nov. (WSN.) Der seit Dem 11. November flüchtige Banknotensälscher Heinrich H ö k e hat sich gestern bei her Polizei freiwillig g e ft e 111. Er war am Samstag, bem Tag ber Festnahme seines Brubers, von Frankfurt a. M. nach Mainz gefahren. Mit seinem Bruber hatte er sich bahingeyenb verstänbigt, baß sie sich nach bem Vertrieb ber falschen Hunbertmarkscheine im Frankfurter Hauptbahnhof treffen wollten. Als fein Bruber zu ber oerabrebeten Zeit nicht kam, fuhr er in ber Annahme, baß biefer festgenommen worben sei, nach Mainz. Dort las er in einem Frankfurter Blatt von ber Festnahme seines Brühers. Er kehrte baraufhin zurück unb stellte sied freiwillig ber Polizei. Bei feiner Vernehmung gab er an, daß er seinen Bruder nicht im Stich lassen könne, und er habe sich aus diesem Grunde frei- willig gestellt. Weiter gab er an, daß er der alleinige Fälscher der Scheine (ei; sein Bruder habe nur den Vertrieb vorgenommen Die Herstellung der Falsiftkate will er bereits in Buenos- Aires begonnen haben, nach seiner Rückkehr nach Deutschland habe er sie fortgesetzt Andere Personen wüßten von ber ganzen Angelegenheit nichts. Sic hätten niemanb in die Schwinbeleien eingeweiht. Die Polizei fanb noch Drei Der gefälschten Scheine im Besitz Des Heinrich Höke.
Großer Zuwelendiebstahl in Marburg.
Marburg, 16. Noo. (WSN.) Hier verübten Mittwochabend bisher unbekannte Täter einen Wohnungseinbruch unb entwendeten folgende Gegenstände: Zwei Pappkartons mU blauer Seide überzogen und mit Brillantenstaub übermalt, eine Platinkette mit großen und kleinen Brillanten unb beweglichen Platinstäbchen, ein Paar Ohrringe aus kleinen unb großen Brillanten mit einem Platinstab verbunden, eine Nadel aus neun Brillanten, longaestrecktc Rhornbusform mit Platinfassung, eine Armbanduhr mit drei Brillanten in quabratiger Platinfassung mit beweglichen Blatingliebem, ferner drei Ringe, einen Ring mit schmalem Goldreif mit ovaler Platte, in ber Mitte ein größerer Brillant, runbherum sechs kleine Brillanten, ein Goldfinger- ring mit Diamantrofe, drei schmale Goldri nae mit schmalen Goldreifen und länglicher BlatinDlatte besetzt, ein Smaragd, in der Mitte Drei Brillanten und Diamantrofe, ein Baar Ohrringe, chinesische Arbeit, ein Zwanstnmarkstück aus ber Borfrieas- zeit, eine etwa 1 Meter lange Goldkette mit fiel- nen engen Gliedern, daran ein großer eierförmiaer flmethnft, Durchmesser 4 bis 5 Zentimeter, eine goldene Armbanduhr, Werk und Schloß defekt, runde Form, ein Paar Ohrringe (große goldene), drei paar Ohrringe mit Goldfassung mit grupnenför- migen Onirsteinen und eine kleine goldene Sicher-
Lei


