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daß zum Zustandekommen der Erkrankung nicht nur die Dazillen, sondern auch eine gewisse Disposition des Körpers notwendig sind. Diese Erkenntnis wurde dann für die weitere Erforschung der Bekampfunasmaßnohmen gegen die furchtbare Seuche von größter Wichtigkeit, wenn auch Petten- kosers eigene Theorie über die Cholera sich nicht aufrechterhalten ließ. Die Worte, die er vor dem entscheidenden Experiment äußerte, sind wert, hier wiedergegeben werden, denn sie drucken deutlich die heroische Einstellung gerade des deutschen Forschers aus: „Selbst wenn ich mich täuschte und der Versuch lebensgefährlich wäre, würde ich dem Tobe ruhig ins Äuge sehen, denn es wäre kein leichtsinniger oder feiger Selbstmord, ich stürbe im Dienste der Wissenschaft wie ein Soldat auf dem Felde der Ehre. Gesundheit und Leben sind allerdings sehr hohe irdische Güter, aber doch nicht die höchsten für den Menschen. Der Mensch, der höher stehen will als das Tier, muß bereit sein, auch Leben und Gesundheit für höhere ideale Güter zu opfern.'
Opfer der Strahlenforfchung
Da» Gebiet, auf dem die Wissenschaft vom De- f|inn an nur unter Opfern und rücksichtslosem Einehen von Leben und Gesundheit der Forscher vorwärts kommen konnte, ist das der Str ah- lungsforschung. Die moderne Medizin wäre
ohne die Ergebnisse dieser »rbetten gar nicht denk- bar; wir brauchen z. D. nur an die Röntgenstrahlen und die Anwendung des Radiums bei der Krebsbekämpfung zu denken. Aber gerade die Röntgenstrahlen und das Radium haben namentlich im Anfang, als man die Wirkungen der Strahlung noch nicht genau abfchätzen und regulieren konnte, bei zahlreichen Forschern schwere darunter tödliche Erkrankungen verursacht. Heute vermögen wir uns gegen Strahlungsschäden besser als früher zu schützen, aber trotzdem sind auch jetzt noch derartige Arbeiten nicht ungefährlich, und Radium- oder Röntgenschädigungen bei den auf diesem Gebiet tätigen Forschern sind keineswegs selten. So starb im Jahre 1931 der bekannte Wiener Röntgenologe Professor Holzknecht an den Folgen einer Röntgenoerbrennung, und erst vor kurzem fand der Grazer Radiologe Prof. Dautwitz infolge einer schweren Radiumschädiguna ein tragisches Ende. Die Aerzte hatten versucht, Dautwitz durch eine ganze Reihe von Operationen an den erkrankten Körperteilen zu retten, ihre Bemühungen blieben aber erfolglos. Trotz dieser Gefahren arbeitet die Wissenschaft weiter auf diesem und auf anderen ebenso gefährlichen Forschungsgebieten. Stille Helden kämpfen den er- oittertsten Kampf der Menschheit, den Kampf gegen ihren größten Feind: die Krankheit.
Wirtschaft.
Oer deutsche Außenhandel im September.
Die Einfuhr betrug Im September 337 Millionen Mark. Gegenüber dem Vormonat ist sie somit um rund 10 Millionen Mark, d. h. nicht ganz 3 v. H., zurückgegangen. Mengenmäßig beträgt die Verminderung sogar fast 5 v. H. Der gewogene Durchschnittswert der Gesamteinfuhr hat sich hauptsächlich infolge jahreszeitlicher Preissteigerungen bei einigen Lebensmittelgruppen um 2 v. H. erhöht. Rach der Saisontendenz war mit einem Rückgang der Einfuhr in diesem Umfang von August zu September nicht zu rechnen. Die Ausfuhr ist von 413 Mill. Mark im August auf 432 Mill. Mark im September, d. h. um fast 5 v. H., gestiegen. Mengenmäßig ist die Zunahme eher noch etwa größer, da der Ausfuhrdurchschnittswert weiter gesunken ist. Die Zunahme der Ausfuhr im September ist damit etwas stärker als im Durchschnitt der früheren Jahre. Dabei ist zu berücksichtigen, daß diesmal der Export nach Rußland, der (m Vormonat stark erhöht war, erheblich abgenommen hat. Ohne das Rußlandgeschäft ergibt sich für die Ausfuhr eine Steigerung um fast 8 v. H. Im ganzen hat sich hiernach also auch im September die Saisontendenz voll durchsetzen können.
' Die Handelsbilanz schließt im September mit einem Ausfuhrüberschuß von 95 Mill. Mark gegen 66 Mill. Mark im Vormonat ab. Auch der Ausfuhrüberschuß im September 1932 wird durch das Septemberergebnis dieses Jahres um rund 12 Mill. Mark übertroffen. Dagegen bleibt das (Ergebnis für die ersten neun Monate des laufenden Iah- res mit 477 Mill. Mark noch erheblich hinter dem Ausfuhrüberschuß in der gleichen Zeit des Dorjah. res, der 847 Mill. Mark Betrug, zurück.
Frankfurter Börse.
Mittagsbörse. Ruhig und schwächer.
Frankfurt a.M., 16. Okt. Die Börse hatte heute zum erstenmal Gelegenheit, zu der am Samstag neu- geschaffenen politischen Lage Stellung zu nehmen./ Man kann sogen, daß sich Die Effektenmärkte angesichts der schwerwiegenden Ereignisse zunächst überraschend widerstandsfähig zeigten. Natürlich verhielt man sich großenteils abwartend, und die Nachfrage wies nur geringen Umfang auf. Immerhin wirkte sich die Reichskanzlerrede und der darin erneut betonte Friedenswille der Regierung dahin aus, daß keine nennenswerte Beunruhigung Platz griff Wenn die Kurse überwiegend schwächer lagen, so dürfte dies einwandfrei mit dem Geldbedürfnis der Spekulation zusammenhängen, die noch von der vorigen Woche her größere Materialbestände liegen hatte, und deren Abgaben auf eine heute naturgemäß geringe Unter- nehmungsluft stießen.
Die ersten Kurse lagen bei sehr kleinem Geschäft im allgemeinen nur wenig unter Samstagniveau, was die Spekulation zu größeren Realisationen veranlaßte, die nun ihrerseits aber einen weiteren Rück- flang der Kurse zur Folge hatten. Die Durchschnitts- Verluste beliefen sich auf etwa 1,5 bis 2 v. H. Stär- ter rückläufig waren Eonti Gummi (4,5 v H), Schlickert (3,25 v H ), Harpener (3 v. H.) und Stahl- verein (2,75 0.5) ). Buderus wurden mit Minus- Zeichen angeschrieben, und kamen schließlich mit 61,5 um 5v. H. niedriger zur Notiz. Der (Tbemlemarft Leigte sich verhältnismäßig widerstandsfähig, die Spezialw'rte waren hier um etwa 1 o. H. gedrückt. Reichsbank gaben 1,25 o. H., Hapag und Norddeut
scher Lloyd Je 1 v. H. nach. Ziemlich behauptet eröffneten Gement Heidelberg, Zellstoff Waldhof, AEG. und Bemberg. Bel fast vollkommener Stagnation gaben die Kurse im Verlaufe meist noch von etwa 0,5 bis lo. 5). nach. Mehr gedrückt waren Schlickert (2,25 o. H.), Siemens (2 v. H ), ferner tarnen Bekula 2,5 0.5)., Kali Westeregeln 4,5 o. H. und Lahmeyer 3 v. H. niedriger zur Notiz. Gegen Schluß der Börse machte sich etwas Rückkaufsneigung geltend, IG.-Farben etwa plus 0,5 v. H. und Schlickert ebenfalls plus 0,5 v. H. Der Kassamarkt lag sehr still und überwiegend etwas schwächer. Größere Veränderungen traten jedoch nicht ein.
Am Rentenmarkt eröffneten Altbesitz 1 o. H., Neubesitz 60 Pf., späte Reichsschuldbuchforderungen zunächst nur 0,25 o. H., später aber nochmals 0,5 0.5). niedriger. Bel Industrie-Obligationen beliefen sich die Rückgänge auf etwa 2 v. H., etwas mehr Stahloerein-Bonds (minus 2,75 o. H.). Staats- und Länderanleihen bröckelten etwa 0,5 bis 0,75 v. H. ab. Am Pfandbriefmarkt beobachtete man gute Kurspflege, so daß kleines Angebot nur wenig Kursdruck für Goldpfandbriefe (etwa 0,5 bis 1 o. H.) oerursachte. Einzelne Liquidationspfandbriefe und Kom- munal-Obligationen, besonders Frankfurter, waren jedoch etwas stärker rückläufig, letztere bis 2 o. H. Stadtanleihen waren angeboten und größtenteils gestrichen, die Rückgänge betrugen etwa 1,5 bis 2 o. H. Don Auslandsrenten lagen Schweizer Werte weiter etwas fester.
Tagesgeld war zu 3,25 o H. unverändert, Exportvaluta mit 20 v. 5). (19) gesucht.
Abendbörse: sehr ruhig.
An der Abendbörse blieb das Geschäft weiter sehr ruhig. Don der Kundschaft lagen in verschiedenen Spezialwerten einige Derkaufsorders voi7 so daß gegenüber dem Berliner Schluß meist weitere leichte Abschwächungen zu beobachten waren. IG. Farben kamen lange nach Börsenbeginn noch nicht Zur Notiz, die Taxe stellte sich auf 117,25 v. 5). (—0,75 v. H). Am Rentenmarkt standen besonders Altbesitzanleihe unter Druck und gaben um 0,50 o. 5). nach. Dagegen vermochten sich Neubesitzanleihe au behaupten. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 86,25 v. H. niedriger. Goldpfandbriefe und dergleichen waren gegen den Mittagsverkehr unverändert während in Stadtanleihen eher noch Abgabeneigung vorhanden war.
Im Verlaufe hielt die Zurückhaltung weitgehend an, doch waren die Kurse gehalten. Etwas Nachfrage zeigte sich gegen Schluß der Börse nach deutschen Anleihen. U. a. notierten: Neubesihanleihe 11,60 bis 11,65, Altbesitzanleihe 76,25, Schutzgebietsanleihe alle 7,55, 6 v. H. Frankfurter Hypotheken- Bank Goldpfandbriefe R 8 bis 10 87, 5,5 v. 5). do. Liquidation 85,5, 6 v. H. do. Gold-Komm. 78.75, 6 v. 5). Preußische Landespsandbriefe Anst. Bln., R 19 88, 6 0.5). do. Gold-Komm. R 20 81,25, Reichsbank 145,75, Reichsbahn-BA. 99,25, Bud-rns 61.5, Harpener 78, Klöckner 51, Stahloerein 30.75, AEG. 17,75, Bekula 116,5, (Tonfi Gummi 127.5, Daimler 26,5, Licht & Kraft 87, IG. Farben 117,25 frankfurter lnuarkt
Frankfurt a. TI, 16. Okt. Auftrieb: Rinder 1442 (gegen 1060 am letzten Montaasmarkt), bar- unter 470 Ochsen, 96 Bullen. 460 Kühe und 416 Färsen. Kr'ber 391 (489), Schafe 172 (96) und Schweine 4025 (3958). Notiert wurde für ein Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen al) 30 bis 32, a2) 26 bis 29, h) 22 d's 25. Dullen a) 27 bis 30, b) 23 bis 26. Kühe a) 25 bis 29, b) 21 bis 24,
c) 17 bis 20, d) 13 bl» 16. Färsen a) 30 bis 33,
b) 27 bis 29, c) 22 bis 26. Kälber a) 36 bis 40,
b) 30 bis 35, c) 25 bis 29, d) 20 bis 24. Schake
e) beste Schafe 26 bis 28, f). mittlere 22 bis 25
g) geringe 18 bis 21. Schweine a) —, b) 50 bis 53, c) 48 bis 52, d) 46 bis 51, e), f) und g) gestrichen. Im Preisvergleich zum letzten Monlagsmorkt blie- ben Rinder, Kälber und Schweine ziemlich unverändert, Schafe zogen eine Mark an. Marktverlauf: Rinder rege, nahezu ausverkauft. Kälber ruhig, Schafe rege, geräumt. Schweine langsam, geringer Ueberftanb. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 671 Viertel Rindfleisch, 22 ganze Kälber, 16 ganze Schafe und 274 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in RM.: Ochsen- und Rind- fleisch I 52 bis 55, II 46 bis 52. Bullenfleisch 46 bis 52. Kuhfleisch II 36 bis 42, III 25 bis 32. Kalb- fleisch II 62 bis 70. Hammelfleisch 60 bis 65. Schweinefleisch I 65 bis 70. Geschäftsgang: lebhaft.
frankfurter b>c. rciöcburic.
Frankfurt a. Tt, 16. Okt. Die Getreidebörse rotes etwas festere Grundstimmung auf, das ®e- fdjäft blieb jedoch sehr Nein und die Preise zeigten gegenüber der Vorwoche keine nennenswerte Veränderung. Futterartikel lagen z. T. etwas fester. Es notierten in Mark (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm Frachtparität Frankfurt a. M.): Weizen 194, Roggen 161 bis 162, Braugerste 182,50 bis 185, Hafer 137,50, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 28,75 bis 29,50, do. ohne Aus- tauschweizen 27,25 bis 28, Roggenmehl 0 bis 60- proz. 22,75 bis 23,25, do. fübb. Spez. 0 23,75, Weizenkleie 8,85, Roggenkleie 8,60, Soyafchrok mit Monopolzuschlag (m. M.) 14,40 bis 14,60, Palm- kuchen 14,05 bis 14,20, Erdnuhkuchen 16,15 bis 16,30 (beides m. TL), Treber 15,50, Heu 5,80 bis 6, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2 bis 2,25, do. gebündelt 1,60 bis 2. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 2,25 Mark (in der Dor- woche 2,15 bis 2,20) per 50 Kilogramm bei Wag- gonbezug. Das Geschäft war etwas lebhafter.
Mannheimer (Getreidebörse
Mannheim, 16. Okt. Weizen (inländischer, gut gesund und trocken, 76'77 kg) 19,70 bis 19,80 Mark, Festpreis per Oktober Bezirk 9 18.80, Bezirk 10 19, Bezirk 11 19,30; Roggen (süddeuticher, frei Berlin) 16,25 bis 16,60, Festpreis per Öftober Bezirk 9 15,80, Bezirk 8 15,50; Hafer (inländischer) 14,25; Sommergerste (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19,50; Gerste (Pfälzer) 19 bis 20,50; Buttergerste 16,50; Mais gelber, mit Sack) 18,50; ojaschrot (Mannheimer Fabrikat, prompt) 14 50; Biertreber (mit Sack) 16 bis 16,50; Trocken- fdjniöel (ob Fabrik) 8,75; Erdnußkuchen (prompt) 16; Wiesenheu (loses) 5,80 bis 6, Rotkleeheu 6; Luzernkleeheu 7,50 bis 8; Stroh: Preßstroh Roggen- Weizen 2, Hafer-Gerste 1,80 bis 2; geb. Stroh: Roggen-Weizen 1,40 bis 1,70, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0 mit Austauschweizen) per Oktober 29,25, per November 29,40, per Dezember 29,55; Weizenmehl (mit Inlandweizen, alte Ernte) per Oktober 27,75, per November 27,90, per Dezember 28,05; Roggenmehl (60 bis 70 v. H. Aus- Mahlung) 22 bis 23; Roggenmehl (Pfälzer und süd- deutsches) 22,75 bis 23,75; Weizenkleie (feine, mit Sack) 9, (grobe) 9,50; Roggenkleie 8,50 bis 9,50; Weizenfuttermehl 10,40; Roggenfuttermehl 9,50 bis 1150; Weizennachmehl 14 bis 15 50; Rapskuchen 12; Palmkuchen 14; Leinkuchen 16,75; Sesamkuchen 16 Mark.
Mainzer Lchwememarkt.
Mainz, 16. Okt. Austrieb: 977 Stück. Marktverlauf: mäßig belebt, bedeutender Ueberftanb. Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in RM.: von ca. 120 bis 150 kg 50 bis 54, von ca. 100 bis 120 kg 48 bis 52, von ca. 80 bis 100 kg 44 bis 48.
Runft und Wissenschaft.
Die herbstneuerscheinungen der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart.
Auf dem Gebiet der schönen Literatur wird die Deutfrf)e Derlagsanstaft Stuttgart-Berlin im Laufe der nächsten Wochen und Monate folgende Werke veröffentlichen: Henry Benrath: Die Mutter der Weisheit. Roman. Dorett Hanhart: Die gläserne Wand. Roman. Friedrich Karl Frhr. von Koenig.Warthausen: Weiter mit 20 PS. Neue Abenteuer des Hindenburgfliegers. (Ein Buch, das sich auch an die Jugend wendet.) Charles Morgan: Der Quell. Roman. Borries Frhr. von Münchhausen: Die Garbe. Aufsätze. Josef Ponten: Volk auf dem Wege. Roman der deutschen Unruhe: Im Wolgaland. Michael Prawdin: Eine Welt zerbricht. Ein Tatsachcnroman. Ina Seidel: Der Weg ohne Wahl. Roman. Clara Diebig: Insel der Hoffnung. Roman. Maria Wafer: Begegnung am Abend. Ein Der- mächtnis. Joses Winckler: Ein König in West- faken. Roman einer Staatsgroteske in Deutschland. Ernst Zahn: Die guten Kameraden. Erzählungen
für die Jugend. Eduard Thorn: Frauen um Dichter. Essays. Don zwei Mitgliedern der Dichter- Akademie werden Gedichtbände erscheinen: Ina Seidel: Die tröstliche Begegnung. Hemr. Lersch: Mit brüderlicher Stimme. Weitere in Vorbereitung befindliche Werke: Lloys Schulte: Verfassung, Macht und Grenzen des deutschen Staates. Sir Ja« mes Ieans: Die neuen Grundlagen der Natur« erkenntnis. Iof4 Ortegay Gaffel: Buch des Betrachters.
Auftakt zu den Iubiläumspasfionsfpielen io Oberammergau.
Das stille Passionsdorf Oberammergau, das mit den vafflonsfpielen 1934 das 300jährige Iudi« \ °,u mJ**efer weltbekannten Spiele feiert, hatte die llvlze Freude, zum ersten Mal seit der Durchfüh« rung der Spiele einen Vertreter der Staatsregie» nmg au bem wichtigsten Vorbereitungsakt, der Wa hl der Dar ft eiter, in Staatsmlnifter Esser begrüßen zu können. Gleichzeitig hatte die Gemeinde über 100 Vertreter der In- und Aus- lanbspreffe zu Gast, die mit einem Sonderzug nach Oberammergau kamen Das Reichsministerium für Volksausklärung und Propaganda hatteRegierungs» rat Dr. Kueke entsandt. Die Gäste hatten Gelegenheit, bas Passionstheater zu besuchen unb sich über Einzelheiten der Iubiläumsspiele zu informieren. Zum Empfang des Staatsministers Eifer hatte bas Dorf Feftfchmuck angelegt. Der erste Bürgermeister des Ortes, Raimunb Lang, hieß ben Minister herzNcb willkommen; Staatsminister Esser oer» wies Darauf, daß das Spiel von Oberammergau dem Gedanken des Friedens dienen wolle. Auch der Nationalsozialismus sehe seine vornehmste Ausgabe darin, ein Garant des Friedens zu sein unb ber größten Gefahr für ben Frieden ber Menschheit, dem zerstörenden Bolschewismus, zu Leibe zu rücken. Abends fand eine Ausführung des „Gelübde- spiels" statt, dessen Verfasser, der fränkische Dichter Leo Weismantel, ebenfalls erschienen war.
Totenmaske von Paul Ernst.
Vom Albert Langen / Georg Müller Verlag, Mün- chen, ber seit Jahren ber Förberer bes umfassenden Werkes btefes Dichters unb Denkers ist, erfahren wir, baß von ber Totenmaske Paul Ernsts Abgüsse hergeftellt würben, als ausdrucksvolles unb ein» dringliches Erinnerungszeichen an ben großen Toten.
Aus aller Well.
Hindenburg wirb Schirmherr, Reichsstatthalter Ritter von Lpp Ehrenführer bes kyffhäuserbundes.
Der Reichspräsident hat die Schirmherrschaft des Kyffhäuserbundes übernommen. Dem Reichsstatthalter von Bayern, General Ritter von Epp, wurden zu seinem 65. Geburtstage die Glückwünsche des deutschen Reichskrieger- bunbes Kyffhäuser übermittelt. Bei dieser Gelegenheit wurde ihm die Ehrenführerschaft des Kyffhäuserbundes angetragen, die er mit großer Freude annahm. Gleichzeitig wurde ben Mitgliedern des Kyffhäuserbundes das Tragen der Hakenkreuz» binbe erlaubt.
Deihe eines ..Riobe"-Lhrenmals auf Fehmarn.
Am Strande bei Gummendorf (Fehmarn) wurde das Ehrenmal für die bei dem „TiobeM-Unglü<f unweit von Fehmarn ertrunkenen Matrosen ein» geweiht. Die Reichsmarine hatte unter dem Rom» mando des Kapitäns zur See Mewes vorn neuen „Segelschulschiff „G o r ch Fock" eine Abordnung von 40 Mann entsandt. Unter den Ehrengästen befanden sich u. a. Admiral v. Hippel sowie die Seeleute, die bei ber Katastrophe mit dem Rettungsboot einen Teil der Besatzung der „Niobe" gerettet hatten.
Vinterhilfsspende des Deutschen Genosfenschaftsoerbanbes.
Bereits zur Abolf-Hitler-Spenbe ber deutschen Wirtschaft hatten die im Deutschen Genossenschaftsverband vereinigten gewerblichen Genossenschaften rund 300 000 Mk. zur Verfügung gestellt. Jetzt stellen sich die gewerblichen Genossen- fchasten wieder in ben Dienst bes großen Win- terhilfswerks der Reichsregierung, auch hier kann mit einer Summe von ungefähr 300 000 Mark gerechnet werden, da die Mitgliedsqenossen- schäften von der Leitung des Deutschen Genossen- fchaftsverbandes aufgefordert wurden, den gleichen Betrag zur Verfügung zu stellen, der für die Adolf- Hitler-Spende der Wirtschaft von ihnen gegeben wurde.
5000 chinesische Soldaten ertrunken.
5000 chinesische Soldaten sind nach einer Mel- buna aus Schanghai bei der Ueberquerung des Flusses Min ertrunken. Sie wollten während eines Kampfes gegen feindliche chinesische Truppen den Fluß mit jelbstqebauten Flößen aus Delbe» hältern überqueren. Die Flöße wurden jedoch von ben Stromschnellen erlaßt unb zerschlagen, so daß die Soldaten in den Fluten umkamen.
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5,295
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3,02
58.28
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