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Neuordnung in der Hess. Bauernkammer
Darmstadt 16 Okt (WEN.) Am Freitag- I dann die Geschäfte der Hauptabteilung. Große Aus- »achmittaa fanden sich in dem mit der Hakenkreuz- gaben im Sinne des Führers und Kanzlers Adolf
ind lckwarxweißroten Fahne, sowie mit Grün und Hitler für den Bauernstand seren zu erfüllen. Nur
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Obecheffen
Scauernstandes.
Der Vestechnngsprozeß Mhrdel - Mm
Dom Llhrmacher — dem Betreuer der kleinsten Präzisionsmaschine.
Arbeit aus.
Hauptabteilungsleiter Sauerbier übernahm
ausgesetzt gewesen.
noch ein Beamter anwe der Zeuge trug keine nehmen, da er ihn ja aus der Hand seines Borge etzten bekam. Der Zeuge läßt sich dann über seine Eindrücke hinsichtlich des Zusammenwirkens von Dr. Marx und Mührdel aus. Er bekundet, den Eindruck gehabt zu haben, daß nach Besuchen des Dr Marx im Präsidium Vorlagen gemacht wurden, und daß man dabei das Gefühl gehabt habe, es handle sich nicht um so hochpolitisches Material wie es dem Gericht heute vorliegt, sondern daß es
täglicher Kleinkram war.
Ls bestand bei dem Zeugen auch der Eindruck, daß Dr. Marx mit wissen und Willen des Polizeipräsidenten Steinberg im Hause ver-
Kriminalbezirkssekretär Siebe r, der nächste Zeuge, gibt eine noch prägnantere Schilderung von
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die Qualitäts - Erzeugnisse
mmen yal. rjaueu uhlcl die einfach Öffentlichkeit zu . olle Nach- I sagen, denn es ist für beide Seiten notig.
der Delohnungsvertellung. Mührdel kam und stellt, die Frage: Wie verteilen wir das? Darauf will ihm Sieber erwidert haben: dividiert durch drei. Mührdel sagte: Ich habe doch in der Sache nichts getan. Der Sekretär erwiderte: Sie sind doch im» mer Mitarbeiter der Abteilung. Mührdel entnahm dann seiner Brieftasche zwei 50-Mark-Scheine und übergab sie ihm und Dr. Schröder. Dem Zeugen ist es bekannt, daß Mührdel von Dr. Marx Mate» rial erhalten hat. Die mündliche Anordnung, die Mührdel bezüglich des Erkennungsdienstes gab, lautete, daß alle festgenommenen Personen, die in Schlägereien verwickelt waren und Waffen hatten, erkennungsdienstlich behandelt würden, aber diese Anordnung wurde nicht zu hundert Prozent durch» geführt. Es gab nämlich Fälle, in denen es sich nicht rechtfertigen lieh, so zu verfahren und Muhr» del selbst habe auch manchmal nachgegcben. Schikanös sei Mührdel nicht vorgegangen, aber
die festgenommenen Nationalsozialisten sollten schärfer als die aus den Mittelparteien flam- wenden Gefangenen angefaßt werden.
Als die beiden Kriminalbeamten über die Tätigkeit der Svitzel Aussage machen, wird wegen Gefahr» düng der Staatssicherheit tue Oeffentlichfeit aus» geschlossen. Die Verhandlung wird Montag fort- gesetzt.
daß die bisherige Arbeit zum Wohle des Bauernstandes in den vergangenen Jahrzehnten getragen war von nationalen und sozialen Gedanken. Erst jetzt unter der neuen Regierung habe man der Landwirtschaft das Erstgeburtsrecht, die Anerkennung, daß sie die Grundlage des Staates ist, gewährt. Die seither in der Landwirtschafts- und Bauernkammer geleistete Arbeit wird sich in Zukunft vereinen mit dem neuen Geist, den nationalsozialistischen Zielen und Gedanken zur Förderung unserer deutschen Landwirtschaft. Er werde auch in seinem neuen Amt, in dem er in enger Fühlung mit seinen seitherigen Mitarbeitern bleiben werde, seine ganze Kraft einsetzen zum Wohle des hessischen und des deutschen Bauernstandes. Zum Schlüsse dankte Dr. Hamann dem Landesbauernführer Dr Wagner, der bis heute zugleich der Vorsitzende der Bauernkammer gewesen ist, für seine hervorragende Führung dieser Geschäfte und für sein jederzeit wohlwollendes Entgegenkommen den Beamten und Angestellten gegenüber.
Nachdem die einzelnen Beamten und Angestell- ten dem neuen Hauptabteilungsleiter vorgestellt waren, schloß die der großen Sache würdige Feier.
Vom Uhrmacher wird viel verlangt. In vierjahri» riger Lehr- und langjähriger Gehilfenzeit verschafft er sich die erforderlichen Fachkenntnisse, die er in dieser Zeit durch allerlei Prüfungen und offiziell durch die Gehilfen- und Meisterprüfung mit ihren schweren Anforderungen zu beweisen hat. Aber er muß auch als Kaufmann seinen Mann stehen, und darin unterliegt er der strengen Kritik der Käuferschaft, von deren Ausfall seine Existenz abhangt. Im allgemeinen kann man sagen, daß er auch diese Prüfung besteht, so daß sich die Ueberlegung Bahn brechen muß, daß ein Fachmann mit Jo gründlicher Ausbildung unbedingt die sichere Garantie bietet, bei ihm in guten Händen zu sein in allen Dingen, die das Gebiet „Uhren" betreffen. Das versteht sich eigentlich von selbst — aber alle Berufe, die nicht ohne weiteres durchsichtig sind, haben unter mangelndem Verständnis seitens der -......... i leiden — und darum muß man es
‘ Im Anschluß hieran gab Dr. Fing e r Kenntnis )anon, daß der Landesbau er nführer im Einvernehmen mit dem Staatsminister den lang- adrigen, bewährten geschäftsführenden Direktor der Zoadwirtschasts- und Bauernkammer, Generaldirek- Dr Dr. H a m a n n , in die M i n i st e r i a l a b t e i» Inn g für Landwirtschaft des Hessi ° jf)e n Staatsmini st eriums als feinen Verirrter berufen habe. Er gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß Dr. Hamann seine langjährigen Er- iafjrungen und seine große Arbeitskraft bei den nichtigen noch bevorstehenden Aufgaben zur Verfügung stellen werde. Er sprach ihm gleichzeitig den Donk für feine bis jetzt für die hessische Landwirt- chaft seit vielen Jahren geleistete hervorragende
durch die Rettung des Bauernstandes ist auch die Zukunft des deutschen Volkes sicherzusteuen. Er gedachte dabei seiner engeren Heimat Oberheffen, wo die Verhältnisse in den landwirtschaftlichen Betrieben durch die Entwicklung der letzten Jahre sehr schwierig geworden seien uno viele Betriebe einen schweren Kampf um die Erhaltung ihrer Scholle führen. Don seinen Mitarbeitern verlange er äußerste Pflichterfüllung, Offenheit und Einigkeit im persönlichen Verkehr wie nach außen in Rücksicht auf das zu verfolgende große Ziel. In diesem Sinne gelobte er dem großen Kanzler Hitler, dem Reichsernährungsminister D a r r 6 und dem Ländesbauernführer Dr. Wagner selbstlose Mitarbeit. Seins" Worte klangen aus in ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Volkskanzler Adolf Hitler, Reichsernährungsminister D a r r 6 und Landes- bauernführer Dr. Wagner.
Generaldirektor Dr. Hamann erinnerte daran,
3m Gegensatz zu dem starken Einfluß, den die Laden und Schaufenster der Uhrmacher auf das geistliche Bild einer Stadt ausüben, lassen diese Handwerker von ihrer Facharbeit nur wenig sehen. | Sie verträgt den lärmenden Verkehr der Oeffentlich- iteit nicht, verlangt vielmehr für ihr Gelingen ungestörte Ruhe, größte Sauberkeit und Staubfreiheit. Schon mikroskopisch kleine Fremdkörper aus der Lust müssen einem so kleinen, aber ganz präzisen Mechanismus, wie ihn die Uhren darstellen, fern- gehalten werden, denn sie wirken abnützend und da- mit die Genauigkeit störend. Daher haben nur ver- HLltnisrnäßig wenig Laien in das Wesen der Uhr- mocherarbeit Einblick, während die große Masse von ihr keinen rechten Begriff hat, sie vielfach unter- itzt oder umgekehrt von trickhaften Geheimnissen urnrooben glaubt.
Der Uhrmacher findet, wie alle braven Hand- roerter, seinen Stolz darin, beste Facharbeit zu liefern und sie nach den Grundsätzen der theore- Ihifchen und praktischen Mechanik und IHetaU- lechnik auszuführen.
2>ie produktive Seite des Uhrmacherhandwerks ist > heute fast ganz von der Erhaltung der Werte durch btt Reparatur dargestellt. Die fachliche Ausbildung iss demnach so gestaltet, daß Neuanfertigungen von Ibbren geleistet werden könnten; sind sie doch oft nenuq Gehilfen- und Meisterstücke. Aber wirtschaftlich ist es nicht möglich, denn die Maschine leistet ebnen großen Teil der zeitraubendsten Arbeit billl- ner und läßt dem Uhrmacher nur jenen Teil der Menbungsarbeit, für den Hand und Hirn inJorg- Mtigstem Zusammenwirken unentbehrlich sind und bleiben werden.
Keine Uhr ist reines Maschinenprodukt — wie v ielfach im Publikum geglaubt wird — je feiner und teurer sie ist, um so wertvoller ist der Anteil, den die Kunst des Uhrmachers an ihr genommen hat. Selbst fertig ist die Uhr keine „Ware" die einfack gehandelt wird, denn sie verlangt Kontrolle, Nach
Kreis Schotten.
c. Schotten, 14. Okt. Eine neue Organisation ist auch für alle deutschen Gemeinden geschaffen, die früheren Städte- und Landgemeindetage sind aufgelöst, die deutschen Gemeinden sind in den deutschen Gemeindetag zusammengefaßt worden, der sich wieder in die einzelnen Landesverbände gliedert. Die hessischen Gemeinden ge- hören dem „Hessischen Gemeindetaa an der von feinem Vorsitzenden Bürgermeister Ritter, Bingen, geleitet wird. Die einzelnen Gemeinden Der Kreise sind wieder in eine Kreisabteilung vereinig worden. Der Vorstand einer Kreisabteiluna besteht aus einem Vorsitzenden, Stellvertreter und einem Schriftführer. Für den Kreis Schotten sind ernannt worden: Bürgermeister Menge!, Schotten, zum Vorsitzenden, Bürgermeister Högy, Laubach, zum Stellvertreter und Verwaltungsobersekretar Alles zum Schriftführer. Nach den gegebenen Anordnungen der oberen Stellen soll allmonatlich eine Versammlung der Gemeinden bzw. deren Bürgermeister ftattfinben, in der alle wichtigen Fragen der Kommunalverwaltung und der die Gemeinden interessierenden Tagesfragen eingehend besprochen wer- den sollen. Vorträge werden gehalten, aus der Versammlung heraus sollen die gestellten Fragen aus dem praktischen Tätigkeitsfeld der Gemeinden beantwortet und behandelt werden, damit insbesondere auch die neu in ihr Amt gekommenen Bürgermeister sich einarbeiten fernen.
preutzen.
Versammlung der landwirtschaftlichen Ortsfachberater und Vertrauensleute.
0 Wetzlar, 14. Okt. Dieser Tage sand in Wetzlar eine Versammlung der land- ! wirtschaftlichen O r t s f a ch b e r a t e r und der landwirtschaftlichen Vertrauensleute statt. Der Führer der Kreisbauernschaft Langsdorf (Grotz- Rechtenbach) hieß in (einer Eröffnungsansprache besonders den Leiter der Landwirt chaftlichen Schule Wetzlar, Landwirtschaftsrat W i 11 g e n, willkommen. In feinen weiteren Ausführungen sprach der Kreisbauernführer über bie* Sammlung für die Winternothilfe, bie bisher im Kreise 1800 Zentner Kartoffel unb 200 Zentner (Betreibe erbracht habe. Er gab für bie weitere Sammelarbeit Richtlinien bekannt unb sortierte dazu auf, sich auf das nach- drücklichste für Bie Winterhilfe einzusetzen. Kem
Sonderzüge
der Luhbach -L cher-K senbahn.
Aus Anlaß des G a l l u s m a r k t e s i n G r ü n- berg werden auf der Strecke L i ch — Grun° berg Sonderfahrten eingelegt: Am Mitt- woch, 18. Oktober, die Sonderzüge Llch Sud ab 13 Uhr, Grünberg (Oberheffen) Sud an 13-48 Ubr; (Brünberg (Oberhessen) Süd ab 20.S0 W, ßiej Sud an 21.18 Uhr. Am Donnerstag, 19. Oktober, Die Kraftwagenfahrten Lich ab 12.30 Uhr, ®r«nb”9 Marktplatz an 13.20 Uhr; (Brunberg Marktplatz ab 17.30 Uhr, Lich an 18.20 Uhr.
Für alle Züge und Kraftwagenfahrten zwischen Lich und (Brunberg werden am 18. und 19 Oktober verbilligte Rückfahrkarten ausgegeben. Näheres bei den Bahnhöfen, Zugführern und Fahrern.
0>iJien
4- Treisa d. Lda., 15. Okt. Gemeinderechner Wil» Helm Linnestruth, dahier, konnte heute fein 25jähriges Amtsjubiläum begehen. Der Gemeinderat ehrte feinen verdienstvollen Rechner, der (ein Amt stets mit größter Gewissenhaftigkeit geführt hat, durch Ueberreichung eines Sessels.
= (Brünberg, 16. Okt. Aehnlich wie m den beiden letzten Jahren, fand als Einleitung zum diesjährigen Gallusmarkt am gestrigen Sonntag
। ein Heimatabend in der umgebauten Turnhalle statt. Der Besuch war so stark, daß die be- beutend erweiterte Turnhalle, bie erst im Rohbau hergestellt ist, vollstänbig besetzt war. Im Mittel- punkt der Veranstaltung, die mit Begrubungswor. ten von Bürgermeister Dr. M i l d n e r eingeleitet wurde, standen zwei Vorträge „Wissenswertes aus Grünbergs Geschichte" von Archivverwalter Christoph S ch w e i ß g u t h und „Rückblick und Ausblick" von Rechtsanwalt Lind. Umrahmt wurden bie Vorträge von Darbietungen bes Bunbes deutscher Mädel, des Jungvolkes, des Mannerckores, des Turnvereins und des Goetheorchesters, dessen musikalische Leistungen unter der Leitung von Dr. Herdt auf beachtlicher Hohe standen Ein drei- faches Sieg-Hell auf unfern Führer, den Reichs- tangier Adolf Hitler, und der Gesang des Horst- Wessel-Liedes beendeten die Veranstaltung.
Kreis Büdingen.
-s- Nidda, 15. Okt. Mit dem 1. November werden die Gemeinden Schwickartshausen, Boden- Haufen und Bellmuth, die seither postalisch zu dem Landbezirk des Postamtes Ortenberg gehörten, ihre Post direkt von Nidda her erhalten durch ein Postauto, das täglich zweimal verkehren wird und außer den drei genannten Gemeinden auch die Dörfer Fauerbach, Wallernhaufen und Michelnau berühren wird. Man verspricht sich m allen diesen Landorten, die seit Einstellung der Autobussahrten des Zweckverbandes Ulfa-Nidda im Mai des vorigen Jahres schwer geschädigt waren, eine neue Belebung des Verkehrs mit Nidda.
Das Zeugenverbör
begann mit Der Vernehmung der Frau Dr. Marx. Die Zeugin, bie hingewiesen wirb, baß sie auch be- eiblgt werben könnte, hat sich nach ber Vernetz» mung ihres Mannes in bie Wohnung der Familie Mührdel begeben. Sie betont, daß dies nicht in der Absicht geschah, von Mührdel etwas zu erfahren, sondern sie habe aus rein freundschaftlichem Interesse wegen des Schicksals Mührdels gehandelt Kriminalkommissar Dr. Schröder der nächste Zeuge- war Untergebener Mührdels in der politischen Abteilung. Er berichtet zunächst über bie er ken nungsbienstliche Beyanb t un a ber Fes genommenen. Nach einem Minister.aler^ß sind die Äewerbs- unb Berufsverbrecher erten- nungsblenftlid) zu behanbeln. Vor etwa 2 bis Jahren orbnete Mührbel rnunblich an baß alle Haftsachen erkennungsdrenstlich zu behanbeln seien. Ein Beisitzer: Hatten Sie ben Einbruck, baß Mührbel zu schikanösem Vorgehen gegen Nationalsozialisten neigte? Zeuge.
Ich hatte öfters den Eindruck, daß durch genauere Bearbeitung der Sache ast ein anderes Resultat herausgekommen wäre, öchstane ,ei zuviel gesagt, aber Mührdel sei schärfer gewesen, als es der Tatbestand erforderte. Dieses Verhalten zeigte er den Nationalsozialisten und den Kommunisten gegenüber. Es war ganz offiziell, daß Dr. Marx »ns Präsidium kam oder Mührdel telephonisch anrief. Der Verkehr ging etwas über das Normale hinaus. Der Zeuge erinnert sich, Dr. Marx einmal b einer Wahl in einem D.enstz.mmer des Präsidiums gesehen zu haben, wo Dr. Marx v Resultate, die der Rundfunk verkündete, anhorte.
I Mührbel hatte behauptet, daß zwischen den Beamten der politischen tP-W Warner ab j schaf tsoerhültnis bestanden habe. Dr. Schro»
der ist nicht dieser Ansicht, er sagt, die Grenzen hätten sich nicht verschoben und Mührdel sei selbstverständlich immer Der Vorgesetzte gewesen und habe auch die Autorität besessen. Der Zeuge laßt sich dann über die Verteilung ber Belohnung von 150 Mark aus, bie nach Ermittlung ber Grab- schänber bezahlt würbe. Mührbel sei zu ihm gekommen uno habe gesagt, es sei eine Belohnung ausgesetzt gewesen. Mührbel gab ihm — es war (enb — fünfzig Mark und Siebenten, ben Betrag zu ber Hanb seines Dor-
Lanbwlrt bürfe sich ausschließen. Der Abtransport und die Verteilung der gespendeten- ßebensmittel werde durch die NS.-Dolkswohlfahrt geschehen. Hauptgeschäftsführer Dornberger wies dar- auf hin, daß bei den Spenden ein bestimmtes Wert» Verhältnis gewahrt bleiben müsse. In längeren Ausführungen forderte Landwirtschaftsrat Witt» n e n dazu auf, dafür zu forgen, daß im Interesse ber Ausbildung des bäuerlichen Nachwuchses Die Landwirtschaftliche Schule immer gut besucht sei. Die drei Klassen der Schule müßten ständig besetzt sein. Eine solide Fachausbildung (ei für jeden Bauern dringend erforderlich. Im weiteren Ver» lauf der Versammlung beschäftigte man sich mit ber Abhaltung von N u tz v i e h m a r k t e n. Lanbwirtschaftsrat Dr. Tornede (Biebenkopf) sprach über seine Erfahrungen hinsichtlich der Vieh» vorschätzung. Der «ebner empfahl, diese Nutzvieh» Märkte, die unter dem Ausschluß jüdischer Händler abgehalten werden, recht eifrig in Anspruch zu nehmen. Für die Nutzviehoermittlung wurden, (o teilte Kreisführer Langsdorf mit, d®£1„cvPft* liehe Händler, und zwar Schwemehandler Muller (Ehringshausen) und Händler Waldschmidt (Wetzlar) mit der Viehverwertung von Bauer zu Bauer betreut. Diplom-Landwirt M e n z i n g e r sprach über die Erfahrungen als Geschäftsführer Der Viehverwertungsgenossenschaft und betonte, Daß bei Anmeldungen von Tieren darauf zu achten sei, Dag schlachtreife Tiere geliefert werden. Sämtliche Ver- trauensleute müßten Mitglied der Genas enschaft sein. Das Auspfunden von Rindern (olle nach Möglichkeit vermieden werden.
Hinsichtlich der K a r t o f f e 1 r i ch tp r e i f e teilte Kreissührer Langsdorf mit, daß der Preis von 3 Mark pro Zentner frei Keller gehalten worden fei. Die Frage der Milchadfatzregelun a gehe nur die Ortschaften Wetzlar, Hermannstem, Naun» heim, Garbenheim, Dorlar, Ebergöns, Grob-Rechtenbach, Hörnsheim, Lützellinden, Hochelheim und Niederkleen an. Für die nächsten Tage feien m dieser Sache weitere Besprechungen vorgesehen. Johann wurden noch die Namen der Beisitzer und deren Stellvertreter, die für die einzelnen Amts» geriete in Vorschlag gebracht werden sollen, be» fanntgegeben. Kreisführer Langsdorf teilte ferner die vorgefchlagenen Beisitzer für die Be» schwerdeausschüsie (Schuldenregelungsgefetz) mit. Geschäftsführer Schmidt referierte über Steuer» qutscheine. Dr. Tornede wird demnächst einen Vortrag über das veredelte Landschwem halten. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Volks- fanxler Adolf Hitler wurde die Versammlung geschlossen. ,
Oer $all Reiiinqer geht nach Leipzig.
Prüfung unb Nachhilfe, bie ben Fachmann unentbehrlich macht. Seine fachliche Sorgsamkeit, bie unterstützt ist von bem Wissen über bie Leistungsfähigkeit einer Uhrengattuna im allgemeinen unb von der einzelnen Uhr — infolge der Kontrolle und Nachprüfungen — im besonderen, macht ihn zu dem berufenen Vermittler zwischen Erzeugung und Verbrauch. Daraus erklärt sich auch zwanglos, daß der Uhrmacher stärker als manche andere Handwerker der fachmännische Verkäufer einer Ware geblieben ist, deren Erzeugung industriell erfolgt. Diese Entwicklung entspricht einem Bedürfnis, bas auch in Zukunft gelten wird, weil es mit der Eigenart bes Gegenstandes verbunden ist.
Uhrmacherei ist nicht nur eine präzise und „knifflige", sondern auch zeitraubende Arbeit, die große Um- und Vorsicht verlangt. Mer sie kennt, der schätzt sie und auch seine Uhr, die immer ein Münder der Technik ist, selbst wenn sie relativ wenig kostet und äußerlich einfach ist.
F r a n k f u r t a. M., 15. Okt. (WSN.) Der wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Landfrie» densbruch und Mordversuchs in drei Fallen aumf Tode verurteilte 20jährige Kochlehrling Josef Reitinger hat durch seinen Verteidiger Revision gegen das Schwurgerichtsurteil emlegen lassen. Der Fall wird also noch das Reichsgericht beschäftigen. .
Kreis Wetzlar.
# Krofdorf, 16. Okt. Aus der jüngsten Sitzung der G e m e i n d e v e r t r e t u n g o o n Krofdorf-Gleiberg ist u. a. zu berichten: Als Schöffe für den freiwillig zuruckgetretenen Landwirt Wilhelm Winter, Gleiberg wurde der Heizer Hermann Haibach, Krofdorf, einstimmig gewählt. In den Ortswohlfahrtsausschuß wurde als Ersatz für Wilhelm Winter der Weißbinder Karl Leib, Gleiberg (Haus-Nr. 24), in Vorschlag gebracht. Für den Dienst des Nacktwächters wurde einstimmig Ludwig Leicht, Wiesenstraße 303, gewählt. Die Anschaffung einer R u n d f u n k a n - läge für die Schule wurde zunächst abgelehnt. Die angeregte Anschaffung ei n e r M o t o r- spritze mußte wegen Mangel an Mitteln zuruckgestellt werden. Die Wiegegebühren für bie Be- Nutzung ber Gemeinbeviehwaage wurden wie folgt festgesetzt: Großvieh 50 Pf., Schweins unb Kälber 30 Pf. Die (Bemeinbeoertretung lehnte es ab, für ben Zentralwaifenfonbs eine Hausfamm- lung durchführen zu lassen, da aus Anlaß der Nv.- Winternothilfe alle anderen Sammlungen z. Z. ver- boten sind. Dem Gleibergverein wurden zur Er- richtung eines Jugendnotwerks auf der Burg (Aus- bau des Albertusbaues) 30 Kubikmeter Fichtenholz aus dem Einschlag 1933/34 frei Wald unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Der als Notstandsarbeit in Aussicht genommene Ausbau des 2ur nf) a lle n m e g e s unb bes Fohnbachweges soll in Angriff genommen werben, sofern ber Forstfiskus für den Fohnbachweg einen Zuschuß gewährt unb Die Quote ber Wohlfahrtserwerbslosen mit einem höheren Prozentsatz in Anrechnung gebracht wirb.
Kreis Wesiiar
< Wißmar, 16. Okt. Der Gemeinderat be- schloß in seinen jüngsten Sitzungen u. a.: Die Holzhauer-Arbeiten f ü r das Jahr
zweißroten Fahne, ,owie mu «nun unu Blumen geschmückten Sitzungszimmer der H e ((i - die n Bauernkammer deren (?uitliche Bernie und Angestellte zusammen, um die Mitteilung -chzegenzunehmen, daß, nachdem durch Verfügung €= Herrn Reichsbauernfuhrers unb Reichsernah- ungsminifters Darrä bie Neuorganisation des Ichchsbauernstandes und damit auch des Landes- lawernftanöes Hessen-Nassau erfolgt ist, bie U e b e r- lÜbrUng ber Hessischen Bauernkam- Ttr in bie Hauptabteilung II ber lanbesbauernfdjaft stattfindet. Von Reichs- rnährungsminifter Darr 6 wurde Parteigenosse 5 .ü u e r b i e r (Hof (Beorgental) auf Vorschlag des '«adesdauernführers zum Leiter der Hauptabtei- urig II berufen. Er wird in Zukunft auch die Füh- Ung der zu einer Hauptabteilung II mit der Hessi- Ü)<n Bauernkammer vereinigten Landwirtschafts- bmmer Wiesbaden übernehmen.
5m Namen bes ßanbesbauernpräfibenten über» iat ber Stabsleiter ber Hauptabteilung II Dr. finger an Herrn Sauerbier bie Geschäfte iei Hauptabteilung II unb gab ihm das Verspre- haa, zugleich im Namen aller Mitarbeiter unb Mitarbeiterinnen, jebergeit ihre ganze Kraft einzu- rtzen für das Wohl des heffifchen und des deutschen
Frankfurt a. M., 15. Okt. (WSN.) In der Lerhandluna am Samstag kam nochmals die Sprache auf die Verfügung des preußischen Mini- ; fders des Innern vom 29.Juli 1930 an die Ober- - unb Regierungspräfibenten, wonach monatlich über 1 bie Stennesgrupve berichtet werben sollte. \ Cs wirb festgestellt, daß bie Regierungspräfibenten • □on Kassel unb Wiesbaben hierüber ben Polizei- • präübenten in Frankfurt benachrichtigten, unb daß bas Schreiben bes Regierungspräsidenten von Wies- baden den Stempel „(Befrei m" trägt und „eigenhändig an den Polizeipräsidenten gekennzeichnet ist.
Dr. Marx ist im Besitz der ministeriellen Der- süqung gewesen, Mührdel behauptet aber, daß es sich um kein Original handeln konnte, denn er habe nie ein Original Dr. Marx zur Verfügung gestellt. Der Oberstaatsanwalt ist im
U vorliegenden Fall mberer Meinung.
Mührdel bezeichnet es als sonderbar, daß der Er- laß den Aufdruck „geheim nicht tragt und dgß nur das Schreiben bes Regierungspräsidenten m Wiesbaden den Vermerk aufweist. Mührdel meint, Laß man zur Erreichung politischer Zwecke Wege «elfen mußte, die mit den formaljurlst.schen Bedin jungen nicht in Einklang 3u bringen waren. Mit Lern Wort „geheim" sei bie Unfug getrieben wor- ien. Auf Antrag bes Oberstaatsanwalts unb die Hem Antrag schließen sich die beiden Verleid ger cn, beschließt das Gericht, den 'N Potsdam weilen- len früheren Polizeipräsidenten Steinberg für Dienstag als Zeugen zu laden, da man dievon Lhm eingereichte Entschuldigung als "'^l^enug <nsieht. Da Steinberg nach bem eingereichten Attest, Bas angeblich von einem Gerichtsarzt stammen (o , leibenb ist, trifft das Gericht vorsorglich bie An- erbnung, daß während ber Vernehmung Stein- Bergs ber Gerichtsarzt im Sitzungssaal anwesend hin muß.


