Ausgabe 
17.10.1933 Drittes Blatt
 
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seiner mit großem Beifall aufgenommenen An» spräche bat der Redner um rege Unterstützung de» Handwerks. *

Schriftleiter und (Sauredner Or. Röder als -weiter Redner des Abends erinnerte zunächst an die politischen Ereignisse oom Samstag und be­tonte dabei, jetzt komme es darauf an, daß sich das deutsche Volk, das seinem Führer Adolf Hiller nur dankbar sein könne, auch in dieser schicksalschweren Zeit bewähre. Die Welt sehe, welche Schöpferkraft und Arbeitsfreude im deutschen Volke leoendiy sei, zugleich sehe sie aber auch, welche Friedfertigkeit unser Volk beseele. Den Worten des Führers werde heute in der Welt viel eher geglaubt, als den Wor­ten der früheren deutschen Regierungsvertreter. Eine gründliche Wandlung sei in unserem Volke vor sich gegangen, das ein ganz anderes Gesicht bekommen habe. In gleicher Weise habe sich das Gesicht des deutschen Handwerks grundlegend ge­ändert. Das sei eindrucksvoll bei dem Umzug am Nachmittag zutage getreten, bei dem in dem Marsch der Kolonnen sich ein einmütiger Wille dokumen­tierte. (Beifall.) Heute trete das Handwerk mit kraftvoller Energie für seinen Stand ein und sei bereit, aus eigener Kraft seinen Weg zu gehen als Glied der deutschen Volksgemeinschaft, in der das Handwerk einen hervorragenden Platz einnehme. Im Gegensatz zu den früheren Parteiführern, die das Handwerk nur alsStimmvieh" benutzten, auf der anderen Seite aber liberaliftische Politik betrie­ben und die Warenhäuser unterstützten, sehe Adolf Hitler Immer nur auf das Ganze, in dessen Rah­men auch das Handwerk zu seinem Recht kommen werde. Wesentlich sei es jetzt für das Handwerk, daß es sich eine neue ethische Grundlage schaffe. Es müsse sich von dem händlerischen Geist, wie er in der geistigen und wirtschaftlichen Einstellung des liberalistischen internationalen Kapitalismus zu er­blicken ist, frei machen und zurückkehren zu dem alten berufsständischen Echo», das im Handwerker­stand einst lebendig war und ihn zu hoher Blüte brachte. Von entscheidender Bedeutung sei, daß sich auch im Handwerk die deutschen Menschen als Charaktere bewähren. Dem deutschen Handwerk könne geholfen werden durch die Weltanschauung des Nationalsozialismus. Auf dieser einheitlichen geistigen Grundlage müsse aufgebaut werden. Dann finoe das Handwerk zu den Tugenden zurück, die es einst zierten.

Der Geist der Redlichkeit, der Biederkeit, der Berufstreue und der beruflichen Ehrauffassung müsse wieder zurücksehren, dann werde auch das Handwerk als wichtiges Glied der deutschen Volks­gemeinschaft sich wieder durchsetzen. Früher sei unser Volk uneinig und in viele Teile gespalten seinen Weg gegangen, ungeachtet der außenpoliti­schen Bedrohung. Angesicht» der außenpolitischen Lage könne unser Volk sich nur dann behaupten, wenn es in seiner Gesamtheit dastehe wie ein eherner Block. Das pazifistische Denken der Wirt­schaftsführer der Vergangenheit sei unserem Volke nicht dienlich gewesen. Der nationalsozialistische Staat erziehe die Bürger zum Geist der Fried­fertigkeit, der auf Macht gegrünbet sei. Einem starken und mächtigen Volke stehe es an, friedfertig au sein. Das sei etwas anderes als der Dallfismus, der nur feige Unterwerfung bedeute. Unser Volk könne der Welt gegenüber nur den Glauben an die Nation und an die national,OAlanftifd)e Welt- anschauung in die Waagschale werfen. Da» deutsche Volk habe keine Schwerter und Kanonen wie die anderen, aber es habe den einmütigen Willen, sich zu behaupten, und es habe den Glauben, daß Deutschland leben werde und leben müsse. Jetzt gehe es um das Dritte Reich, um die Zukunft unserer Kinder. Die Reichs-Handwerkerwoche müsse zu einem machtvollen Bekenntnis für den national­sozialistischen Staat werden. Das Feuer der Be» getfterung für ihn müsse brennen, daß das ganze Deutschland wie eine lohende Fackel dastehe und jeder deutsche Volksgenosse dessen eingedenk sei, daß auch auf ihm die Verantwortung für die Zukunft der deutschen Kinder liege. (Lebhafter Beifall.) Alle deutschen Menschen fühlten sich heute unlöslich oer- bunben mit dem deutschen Schicksal. Das sei ein Große« und Gewaltiges, bas unser Volk wieder zusammengeführt haoe: der schicksalverbundene deutsche Mensch, der nur dort lebendig werbe, wo alles Schlackenhafte und Frembe von ihm abfalle. Möchte bas beutsche Volk sich würbig erweisen bem großen schicksalhaften Geschehen. Das hohe Ziel bes deutschen Strebens sei: ein Gott, e i n Volk, ein Reich und e i n Führer! (Langanhaltenber, leb- haster Beifall.)

©er unterhaltende Teil des Abends würbe mit dem MafsenchorWeihe des Gesangs" von Mozart, den die vereinigten Gießener Gesangvereine unter Leitung von Gauchor­meister Blaß prächtig zu Gehör brachten, ein­geleitet. Unser Heimatdichter Georg Heß (Leih­gestern) erfreute mit feinen ausgezeichneten eigenen Dialektbichtungen, von benen bie erste ein Gruß an das Handwerk, die zweite ein Mahnwort an alle deutschen Volksgenossen, die dritte die Odenwald- sahri eines Vogelsberger Dauern war; Georg Heß. der schon bei seinem Erscheinen mit herz- lldjer Sympathie empfangen wurde und mit Recht gewaltigen Beifall erntete, konnte seinen Erfolg durch die weiteren Vorträge noch erheblich steigern und einen Beifall der Zuhörer entfesseln, wie er an diesem Abend einzigartig dastand. Das Verdienst von Georg Heß ist es auch, daß er die Gießener an diesem Abend mit einer Volkstrachten- gruppe aus Erxdorf (Kreis Kirchhain) be- kanntmachie, die unter Führung des dortigen Leh­rer» Grünewald steht und die Georg Heß aus einer großen Kulturbundveranstaltung In Kassel entberft hat. C» war eine ausrichtige Freude, die diese Trachtengrupoe mit ihren reizvollen und be­wundernswerten Volkstänzen den Zuschauern be- reitete Herzlicher und langanhaltenber Beifall, so- role eine sehr eindrucksvolle Abschiebskunbgebung beim Abmarsch der Trachtengruppe (die ganze 23er-

«unÖ Erhob sich von den Plätzen und grüßte ble (Bruppe mit btm S>itleraru6) zwecks Heimkehr am gleichen Abend dokumentierten die Dankbarkeit der Menge für die ausgezeichnete Darbietung. Man wirb sich In Gießen freuen, diese Trachtengruppe bald wieder einmal sehen au können. Der Inten- baut unsere» Stadttheaters Hann» König und ein Mitglied des Ensembles boten mit lebhaftem Bei- soll au,genommene Rezitationen Die Standar­te n k a p e 11 e unter Kapellmeister TU e berg all erfreute weiterhin mit vortrefflichen musikalischen Darbietungen, die verdientermaßen großen Beifall tanben. Ein weiterer besonberer Höhepunkt de» Ibenb» war bas Auftreten der Bodenturn- r t e g e unsere» Bataillon», die einfach fabelhafte, berounberneroerte Leistungen hu Boden- turnen zeigte unb bie Zuschauer zu stürmischer Be­geisterung mit entsprechenden Beifallskundgebungen hinrissen. Einige weitere Masienchore dec ^e sang vereine unter Gauchormeister Blaß unb prächtige» Musizieren der S t a n b a r t e n t a -

pelle gaben ber Dortragsfolae den gebotenen schonen Ausklang. Mit einer Huldigung für den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler unb bas deutsche Vaterland fand der Abend seinen Abschluß. Die Veranstaltung als Ganze» verdient die unein­geschränkte Anerkennung aller Besucher.

OaS volle Gelingen des Haupt- werbetages

ist auf die hingebungsvolle, sehr umfangreiche Dor- bereitungsarbeit zuruckzuführen, um deren Erledi­gung sich Buchbindermeister und Tapetenhändler Steinhäuser besonders verdient gemacht hat. Die Leitung der Handwerks-Werdewoche fühlt sich weiterhin allen Mitwirkenden bei den Veranstaltun­gen oom Sonntag zu herzlichem Dante verbunden, und sie hat uns gebeten, der öffentliche Ueberbringer dieses Dankes zu sein.

Gictzener Wochenrnarttpreise.

* Gießen, 17. Dlt. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Kochbulter 1, bis 1,10 Mark, Malte, 20 bis 25 Pf., Käfe^ das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 7 bis 8 Pf., der Zent­ner 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 6 Pf., Oer Zentner 3 bis 3,50 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 7 Mark, Gelbe Rüben 10 Pf., Spinat 10 bis 15, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen

(grün) 25, (gelb; 25, liniert ohlrabi 6 bi» 7, Rosen- kohl 25 Pf., Feldsalat 1 Mark, Tomaten 10 bi» 15 Pf., Zwiebeln 8, Meerrettich 25 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kürbis 6 bis 8, Pilze 35 bis 50, Kartoffeln 3 S Pf., der Zentner 2,50 bi» 2,80 Mark, Lepfel, das Pfund 10 bis 18 Pf.,' Birnen 10 bis 15, Zwetschen 12 bis 15, junge Hähne 70 bis 75, Suppenhühner 65, Gänse 70, Tauben, das Stück 40, Nüsse, das Pfund 50, Blumenkohl 10 bis 25, Salat 5 bis 10, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Ra­dieschen, das Bund 10, Rote Rüden, das Pfund 8 bis 10 Pf.,

Ziimecte und Schulfilm.

Die Lanbesfilmstelle Südwest der NSDAP, ver­anstaltet mit den örtlichen Organisationen folgende Volksfilm-Veranstaltungen: 18. Oktober Eberstadt, 19. Oktober Bettenhausen, 20. Oktober Obbornhofen, 21. Oktober Trais-Horloff, 22. Oktober Rodheim.

Zur Vorführung kommen die FilmeBrand von Moskau", eine Wochenschau vom Reichsparteitag 1933 in Nürnberg und ein Film .Linderjahre Lernjahre" Die Eintrittspreise sind sehr niedrig gehalten, das Programm ist lehrreich und sehr inter­essant, so daß mir jedem Volksgenossen und den Kindern den Besuch empfehlen können. Karten tm Vorverkauf und bei den Ortsgruppen.

An alle Pflicht- unb beulschbewußten Arbeitgeber

Ein Appell der Allg. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt.

Don O. Jung, Vorsitzendem der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen-Stadt.

Untere letzten Maßnahmen, um die teilweise er­heblichen Beitragsrückstände zu mindern, wurden vielfach verkehrt ausgelegt und durch einen größe­ren Teil der Arbeitgeber nicht verstanden. Das Recht der Versicherten, deren Rechte und Pflichten wir als soziales Institut wahrzunehmen haben, er­fordert es, daß

bie Beiträge pünktlich an uns abgeführt werden, zumal Zweidrlttel der Beitragsanteile von den versicherten selber aufgebracht werden müssen bzw. aufgebracht werden sollen und rechtlich einen Teil de» Lohnes darstellen.

Wir glauben an dieser Stelle eindeutig darauf Hin­weisen zu müssen, daß gerade in den letzten Jahren eine zu große Nachsicht mit manchen Arbeitgebern geübt worden ist und aus dieser Nachsicht heraus sich die heutigen erheblichen Beitragsanforderungen ergeben haben. Diesen Zustand zu beseitigen, muß sowohl im Interesse der Arbeitgeber, als auch Ar­beitnehmer unser Bestreben sein. Wir wollen und werden in keiner Weise der Wirt­schaft Schaden zufügen. Doch ist die Ver­antwortung, die wir als soziales Institut zu tragen haben, so ungeheuer und erst dann verständlich, wenn man beoenkt, daß von der pünktlichen Bei­tragsbegleichung die Gesundheit von mehreren taufend deutschen Volksgenossen abhängt. Wenn wir auch bestrebt sind, Härten zu vermeiden, so läßt sich doch manches Unangenehme nicht umgehen. Doch sei daraus hingewiesen, daß wir 2400 Arbeit­geber in unserer Kartei zu führen haben.

wir richten hiermit einen Appell an die deutsch- bewußten Arbeitgeber, uns in jeder Hinsicht zu

unterstützen und unberechtigte Anwürfe gegen die Krankenkasse nicht anzuhören!

Es muß eine Ehrenpflicht für einen deutschen Menschen sein, sich erfolgreich an dem Kampf um den Wiederaufbau von Volk und Vaterland zu be­teiligen. Wir wissen, daß wir nicht umsonst an unsere Arbeitgeber appellieren, unb wollen als deutsche Volksgenossen den einmal begonnenen Weg gemeinsam weiterschreiten. In absehbarer Zeit wird auch der Arbeitgeber, welcher heute noch stark im Rückstand ist, unseren Maßnahmen, die er heute kurzsichtig verurteilt, zustimmen. Indem wir ihn manchmal mit etwas harter Hand von seinen Rück­ständen befreien, bitten wir ihn gleichzeitig, neue Rückstände nicht mehr entstehen zu lassen, indem er seine laufenden Beiträge pünktlich bezahlt. Bedenkt, daß Tausende von Versicherten und Kran­ken vertrauensvoll zu Euch und uns als Verwal- tungsinftitut ihrer sozialen Belange aufdlicken. Sie glauben ihre Gelder gesichert, wir wollen sie nicht enttäuschen.

Indem wir die Arbeitgeber bitten, ihre Rück­stände alsbald zu begleichen oder bei wirt- schafllicher Notlage uns angemessene Raten­zahlungen vorzuschlagen, umgehen wir die Durchführung von unangenehmen Zwangs­maßnahmen.

Die laufenden Beiträge werden bis zum 15. des folgenden Monats durch Monatsrechnung ange- fordert, und die Begleichung soll bis zum 25. bes genannten Monats erfolgen. Die rechtzeitige Be­zahlung wirb burch Zeitungsnotiz gesonbert ange- forbert. Nach ergebnisloser Verstreichung der ge­lebten Frist muß die Einsetzung von Zwangsmaß- nahmen erfolgen.

Oie Erziehung in -er Zukunst."

Monatsversammlung des AS-Lehrerbundeel. Oer sächsische Staatsminister Or. Hartnacke spricht.

In der Restauration Liebigshähe sand am Sams- tagnachmittag die Monatsoersammlung des NS.- ßehrerbunbes tm Kreise Gießen statt. Die Ver­sammlung war sehr gut besucht unb wurde durch einige musikalische Darbietungen des NS.-Lehrer­orchesters unb durch eine gesangliche Solodarbietung eingeleitet. Kreisschulrat Dr. Henß wies zunächst darauf hin, daß bie Versammlung gleichzeitig eine Versammlung bes Gaues Auslanb im NS.-Lehrer- bunb sei unb gab nach oerschiebenen organisato­rischen Erläuterungen für die Arbeit im Gau Aus- land der Hoffnung Ausdruck, daß sich recht viele Lehrer als fördernde Mitglieder dem Gau Ausland anschließen möchten.

Sodann gab Kreisschulrat Dr. hentz bekannt, daß cs ihm durch seine umfangreiche Tätigkeit als Leiter zweier Schulämter nicht mehr möglich sei, die Kreisleitung im US CB. weiterhin bei- zubehalten. Als Nachfolger in der Kreisleitung bestimmte er Rektor 71 e b e l i n g unb bat, ihm das gleiche vertrauen entgegenzubringen, bas ihm entgegengebracht worden sei.

Rektor N e b e l i n g hielt Johann eine kurze An­sprache unb betonte, daß er das Amt in besonders schwerer Stunde übernehme. In der Zukunft dürfe es nichts anderes mehr geben, als das Ziel:Nur Deutschland!" Es müsse der Welt gezeigt werden, daß das Deutschland von heute ein anderes sei, als bas von vor Jahren Der Lehrer müsse beweisen, baß bie Volksgemeinschaft im Lehrkörper bereits vollzogen sei. Die Gemeinschaft im Stande der Er- yeher muffe vorbildlich fein. Im Kampf um die Gestaltung der Zukunft des Vaterlandes müsse der Lehrer in vorderster Linie stehen

Sodann hielt

Kreisschulrat Or. Henß

einen Vortrag über dasD e u t s ch t u m i m A u s- land", fernen Ausführungen sei folgendes ent­nommen: Das Schicksal des 'Vaterlandes sei unlös­lich verbunden mit dem des Deutschtums im Aus- lanbe. Der Nationalsozialismus mache nicht an den Grenzen halt, sondern beziehe alle Deutschen ein. ectjon scharten sich überall bie Ausländsdeutschen um das Hakenkreuzbanner Der Ausländsdeutsche

abhängig von der Stellung des Muttervolkes >n der Welt Die Ohnmacht des 'Vaterlandes habe dem Ausländsdeutschen alles Recht genommen Ein Markes Deutschland sei für ihn unbedingt notwenbla wenn er sich innerhalb bes fremden Volkes bebaue- ten rooKe Der Nationalsozialismus sei am nachdrück, hdjften vom Ausländsdeutschen erlebt worden Es !*' W» daß Adolf Hitler Grenzland-' und der zweite Führer Hetz Auslandsdeuckcher seien Das 'ei em votkspsychologische Erscheinung. Die <Äan3beit eine» Volke» werde immer am stärksten btr "nzelne hrh i rön(Q nur sinnvoll entwickeln, wenn er

bK®uif ki Deutsche seelische «anzhett werde von ber Grenze her gestattet. Der

wertvollste Träger volksdeutscher Gedanken sei im­mer der Grenzlanddeutsche.

Der Heimatgedanke sei der Grundgedanke aller nationalen Politik. Der Heimatgedanke allein führe zum Vaterland sgefühl. Dem Ausländsdeutschen durfte man das Heimatrecht im Mutterlande nicht verweigern, wenn man es jedem Ostjuden zugestan­den habe. In seinen weiteren Ausführungen be- schciftigte sich der Redner mit der Südtiroler Frage und betonte, daß die Wiedererlangung verlorenen Landes nur möglich sei durch die politische Freiheit und die Macht des Mutterlandes. Letzten Endes werde man aber keinen Deutschen verloren geben. Allzulaute Forderungen aber, von denen man wisse, daß sie nicht zu erfüllen seien, müßten zurücktreten um der Gesamtheit willen. Es dürfe mcht in den Fehler ber Vorkriegszeit verfallen werben, alles auf eine Karte zu setzen unb schließlich nicht» zu er- reichen. Wenn es bas Interesse bes ganzen Volke» erforbere, könne es sein, bah ganze Volksgruppen Opfer bringen müßten.

Der Nationalsozialismus gehe in feiner Außen­politik von raumpolitischen Grundsätzen aus. Unter biefem Gesichtswinkel müsse man Deutschland al» schicksalsmäßig in Europa eingeschlossen betrachten. Wir seien (Erbmitie, Schicksalsmitte, Verkehrs-, Kul­tur-, Zioilisations-, Kampf- unb Schlachtenmittel­punkt. Wenn Deutschland stark fei, könne es die ganze Umgebung beherrschen: in der Schwäche aber werde e» von allen Seiten bedrängt. Aus Kraft­mitte Deutschland sei nach 1918 Schwächezentrum geworden. Deutschland habe nur noch Ausdeynungs- Möglichkeit nach Osten. Kampfziel könne nur die Erweiterung des Lebensraumes (Befestigung des Korridors, Wiedergewinnung Danzigs und Ober- fchlesien» ufro.) fein. Im Osten sei der aktivistische Wille der Bevölkerung offensiver als im Westen. Der Kampf im Westen sei mehr Kulturkampf, im Osten aber Kamps um den Raum. Gegen die Ost­staaten sei der Kampf erfolgversprechender.

Europa werde durch Deutlchlanb seine neue Ord­nung finden müssen. Borausfeöung dafür fei, daß das Minderheitenrecht auf eine ganz andere Basis gestellt werde. Die Zugehörigkeit zu einem Staat müsse von völkischen Grundsätzen au» bestimmt wer- den und nicht vom Willen de» Einzelnen her. Das Recht der Minderheiten werde bestimmt durch Bo- benoerbunbenbeit, lebendige Sprachgemeinschaft und einen einheitlichen Willen. Primär sei immer da» Volk, sekundär ber Staat. Der Nationalsozialismus werbe bas Auslanbsbeutschtum bewußt in ben Kampf eingliedern. Der Zusammenschluß aller Ausland», deutichen sei die Voraussetzung für die Schaffung eine» neuen Minderheitenrechtes. Mit lebhafter Propaganda im Ausland werde der Nattonattozia- sismus die wahren Feinde der Ordnung unb des .yiebens zeigen Die Träger de» zwttchenstaatlichen Vertrauen» in der Zukunft werden die Ausländs­deutschen sein müssen Sie sollen deshalb nicht mehr «cherben des Volke» fein, sondern bedeutsamste Borporten deutscher Eigenart und deutschen Welen». Le 8*** höhere» Ziel, als jedem Deutschen en*

Heimat zu schaffen, seine Irdcsche Heimat unb tm Glauben an Gott auch die himmlische Heimat. Im Kampfe um die irdiiche und himmlische Hetm^ müssen die Deutschen des Reichs unb die Deutschen des Auslandes in unüberwindlicher Einheit zusam- menftehen. (Lebhafter Beifafl!)

Als zweiter Redner sprach

Staatsminister Or. Hartnacke

über bas Thema:Die Erziehung in der Zukunft".

In ber Vergangenheit fei niemanb auf ben Ge­danken gekommen, baß beutsches Geistesleben unb deutscher Geist gefährdet fein könne. Man habe sich lange Zeit auf höchster Hohe gefühlt unb nicht wahr haben wollen, baß man auf den Schultern ber Bater siehe. Man habe kaum unterschieben zwischen Kulturstand und Kulturträger. Insbesondere um ben .Kulturträger für unsere Zukunft habe man sich roemg bekümmert. Wenige seherische Prebiger nur '"EN ES gewesen (Gobineau, Galton usw.), die die gesahruche Entwicklung erkannten, die au» dem rassischen Verfall der westlichen Völker erstehen mußte. Spengler habe zwar auch gewarnt, aber babei nicht bie Deutung zur Abwehr bes Kleber- ganaes gefunben. Er habe nicht bie liefe be» Problem» geflaut, nicht bie Bedeutung erbbiolo­gischer Gesetze berücksichtigt. Demokratismu», immer 2^rr^k.ufnl) genußbezogen, sei nie aufbauend. Erst Zlbolf Hitler habe kommen müsien, um ihm ent­gegenzutreten. Der Nationalsozialismus allein werde die Zukunft unsere» Volkes sichern können. Da» Volk lebe mit qutem, ober sterbe mit schlechtem Erbgut. Nicht auf demokratische Maßnahmen komme es im Leben eines Volkes an, sondern auf Männer und ihr Erbgut. Gerade der Erzieher müsse wissen, daß er sich immer bann am Schüler vergeblich be- mühe, wenn ba» rechte (Erbgut fehle. Der ewigen Wandelbarkeit bes formalistischen Demokratismu» müsse unb mußte etwas Festes entgegengesetzt wer­ben. Der Gedanke, baß allein im gesunden Blut und Erbgut die Kraft fei, müsse unbedingt Raum gewinnen. Noch fei das Westlerische zu lebendig, noch sei der Nachwuchs verraten, noch die Krise nicht überwunden, denn der Wurm des Geburten­rückganges habe allzufrüh zu nagen begonnen. Wenn jemals die Bevölkerungsbewegung ber Groß- stabte ausschlaggebend für das Wachstum des deut­schen Volkes wäre, bann wäre es um unsere Nation sehr schlecht bestellt. Das beutsche Volk lebe gegen­wärtig ja nur noch von seinem burchschnittlich längeren Lebensalter. Bereit» ein Drittel des Nach- wüchse», der zur Erhaltung unseres Dolksbestandes^ notwendig sei, fehle. Jedes oolksbioloaifche Denken habe in ben letzten Jahrzehnten gefehlt. Größte Schanbe für die weiße Rasse unb für die Franzo­sen insbesondere sei es gewesen, daß schwarze Trup­pen gegen die weiße Raste am Rhein standen. Be­dauerlich sei es, daß auch England kein Gefühl gehabt habe für diese» Verbrechen an weißen Men­schen. Die Völker (Europas müßten unbedingt oolks- biologisch denken lernen, wenn sie nicht In abseh­barer Zeit von der gelben Rasse hinweggefegt wer­ben wollten.

Die Gesetze der Vererbung seien von zwingender Kraft. Untersuchungen an vielen Hilfsschülem hätten eindeutig bewiesen, daß bei deren (Eltern meist erb- mäßig irgendetwas nicht stimmte. Besondere Be­stätigung erhielt die Lrblehre durch die Wissenschaft- llchcn Forschungen an Zwillingen. Die Statistiken zeigten, daß die Kriminellen immer mehr Kinder haben, als bie normalen und gebildeten Kreise bes Volkes Spätehen seien für die Entwicklung des Volkes von verhängnisvollsten Auswirkungen. Ein großes Hindernis für die Entwicklung unsere» Vol­kes sei der Bildungsfimmel. Manches dritte unb vierte Kind fei durch ihn ungeboren geblieben, weil man dem einen oder dem zweiten Kinde ben Himmel auf Erden bereiten wollte. Solche Tenden­zen bedeuteten den Völkertod. Geistiae Berufe feien überschätzt unb der Zwang zur Bildung weiter gefördert worden. Zwar könne man ben Intellekt nicht entbehren, mit bem Verstanb allein sei es aber auch nicht zu machen. Der Begabte müsse nach wie vor gefördert werden.

Der Wille zum Kinde fei gelähmt worden durch eine falsche Steuer-, Gehalts- und durch eine falsche Schulgeldpolitik. Die Belastung der kinderreichen Familien sei zu schwer. Jede Scheibe Brot, die in einer kinderreichen Familie gegessen werde, sei eine Steuer, die der Junggeselle nicht bezahle. Kinder- egen habe bisher ben ßebensftanbarb beschränkt. Der Vorteil einer finberlofen Ehe für die Lebens- Haltung müsse illusorisch gemacht werben. Alle Lebenssicherungen müßten lediglich auf bie (Erhal­tung bes (Erbgutes gerichtet sein. Wer über gute» (Erbgut verfüge, ber werbe ohne befonber» Zutun ein ganzer Kerl unb zwar in, neben unb außer­halb ber Schule. Der Sinn für das Notwendige fei immer wertvoller, als aller Fleiß, ber in Prü­fungen lebiglich zu blcnben gestatte. Wenn er, ber Redner, da» sage, so gehe das nicht gegen die akademische Bildung, denn der Forschungstrieb müsse unbedingt erhalten bleiben. Dem Erziehungsgedan­ken bleibe immer noch breitester Raum. Jeder aber müsse veranlaßt werden, an seiner Stelle da» Beste zu leisten. Thcorettker und Praktiker müßten sich hier als Gleichwertige ergänzen und ihre Arbeit tun ohne Neid unb Scheel auf den anderen. E» müsse alles getan werden, um unserem Volke sein geistiges Gesicht zu erhalten. Dabei könne man nicht auf die klassische Gedankenwelt verzichten, zudem die hellenistische Welt nordischer Prägung und Wunschbild be» norbischen Menschen sei. Allerdings solle das humanistische (Bpmnafium nicht Dummei» plap für alle und jeden fein. Das gegenwärtig in unterer akademischen Jugend brachliegende Erbgut müste unserem Volke wieder nutzbar gemacht wer­den. Die Kunst habe lange Zeit rassische Wunsch­bilder völlig ignoriert. Auch auf diesem Gebiete muffe Wandel geschaffen werden. Unsere ganze Kulturarbeit müste abgestellt werden auf die Zu­kunft und zwar unter nachdrücklichster Berücksichti­gung erbbiologischer Gesetzmäßigkeiten. Der Natio­nalsozialismus wolle ben Geburtensieg ber Lebens­tüchtigen. Deutschland müste sich ewig erneuern aus feinem besten Blute. Gott gebe dem deutschen Volke die große Zukunft, wenn es sich besten würdig er­weise. (Lebhafter Beifall!)

Im Hinblick auf den Vortrag wies Kreisschulral Dr Henß auf zwei Schriften des Redners hin und zwar auf bas BuchNaturgrenzen geistiger Bildung" (Quelle und Meyer, Leipzig) unb ole SchriftBilbungswahn Volkstod!" (Verlag Lehmann, München). Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen sprach Herr Bartholomäus noch über das Gießener Stabttheater unb fordert» bie Erzieherschaft zu regem Besuche und zur Er­werbung der Mitgliedschaft derDeutschen Bühne" auf. Nachdem sich ber NS -Lehrerchor unb bas Orchester mit weiteren Darbietungen um bie Be­reicherung ber Versammlung verdient gemacht hatten, wurde bie anregende Tagung mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf ben Dolkskanzler Adolf Hitler und mit je einem Vers des Deutschland« und be» Horft-Wesfel-Liede» geschlossen.

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