national gebundenen Mächte Zentrum, Sozialdemokratie und Kommunismus der deutschen Politik und dem kulturellen Leben unseres Volkes das Gepräge gegeben. Run soll im Kampf gegen sie die Erneuerung Deutschlands von innen heraus beginnen.
Evangelische Christen, erkennt den Ernst und die Verheißung dieser Wahlentscheidung. Es geht bei ihr nicht um Einzelparteien und ihre mehr oder weniger berechtigten Vestrebungen, sondern um eine politische Geisteswende. Laßt deshalb alle Bedenken fahren und kämpft durch eure Stimmen mit dafür, daß die nationale gegenrevolutionäre Bewegung auf gesetzlichem Wege zum Siege kommt. Tretet hinter die Männer der gegenwärtigen Regierung, um ihnen Gelegenheit zu schöpferischer Arbeit zu geben. Seid eurer Verantwortung eingedenk. Es geht um Deutschlands Rettung I"
Oie Kandidaten des Christlichsozialen Volksdiensteö für Heffen-Aaffau.
Frankfurt a. M., 16. Febr. (WSR.) Der Christlichsoziale Volksdienst gibt für die Reichstagswahl folgende Kandidatenliste für Hessen- Rassau bekannt: Schriftleiter Paul Schmid t- Kas»?l, Pfarrer Karl V e i d t - Frankfurt a. M., Arzt und Stadtrat Wilhelm Rohrbach -Kassel, Landwirt Heinrich Klü se II.-Diedenbergen, Obe-clandesgerichtsrat Wolfram Faber-Kassel. Für die Landtagswahl: Pfarrer Karl Veidt- Franffurt a. M., Arzt und Stadtrat Wilhelm R o h a ch - Kassel, Gewerkschaftssekretär Ewald Otto- Dillenburg, Landwirt Ottto Wicke- Balhorn (Kr. Wolfyagcn), Steuerinspektor Ernst Kaiser- Corbach (Waldeck).
Oie Kandidaten der Deutschen Volkspartei für Heffen'Naffau.
WSR. Frankfurt a.M., 16. Febr. Die Deutsche Vollspartei stellt im Wahlkreis Hessen- Rassau für die Reichstagswahl folgende Liste auf: Kaufmann Dr. Richard Merton, Frankfurt a. W-: Oberstudiendirektor Dr. Franz Beller, Kassel; Hausfrau Marie Ä o e t h e r, Wiesbaden; Landwirt Friedrich Dinges V., Bad Soden i. T-; Vermessungstechnller Adolf Geyer, Kassel; Amtsgerichtsrat a. D- Dr. Walter Lohmann, Weilburg (Lahn). — Für die Wahl zum Preußischen Landtag wurden folgende Persönlichkeiten aufgestellt: Magistratsoberschulrat Wilhelm Echwarzhaupt, Frankfurta.M.; Hausfrau Dr. Clse Bröllelschen, Goslar a. $>.; Hu i^zrechnungsrevisor Karl Beer es, Frankfurt a. M.
Starke Erhöhung der Heeres- haushalte in England.
London, 18. Febr. (TU.) Die Haushalte der englischen Armee-, Marine- und Luftfahrt-Streitkräfte werden, wie „Daily Telegraph" meldet im kommenden Haushallsjahr b e - deutend höher fein als im laufenden Finanzjahr, wo sie durch die allgemeinen Sparmaßnahmen stark eingeschränkt waren. Die Voranschläge würden eine Erhöhung um mehrere Millionen Pfund vorsehen. Die Regierung habe erkannt, daß eine Erhöhung der Ausgaben trotz der weiterhin notwendigen Sparsamkeit unumgänglich sei. Die hauptsächlichste Erhöhung werde der Marinehaushalt, der im vergangenen Haushaltsjahr um 1,1 Millionen Pfund herabgesetzt worden sei, aufweisen. Da die Stärke der englischen Flotte angesichts der fortgesetzten Vergrößerungen der Flotten in Amerika, Frankreich und Italien einen gefährlich niedrigen Stand erreichen würden, falls England keine umfassenden Neubauten vornehme. Die Armee- Ausgaben würden um rund 1 Mil- lion Pfund höher sein, nachdem sie im vergangenen Jahr um 3,5 Millionen Pfund gekürzt worden seien. Die Summe von 1 Million Pfund sei für die Durchführung der territorialen Feldübungen vorgesehen, die im vergangenen Jahr gestrichen worden seien. Auch bei den L u f t st r e i t -
Kleine Fahrt.
Don 3o Hanns Rösler.
Dobert von Haugh trat aus dem kleinen Restaurant. Er blieb einen Augenblill vor der Tür stehen, unschlüssig, streifte seinen rechten Handschuh über. Plötzlich bemerkte er, nicht weit von ihm. eine junge Dame, die vor einer kleinen blauen Limousine stand und sich verzweifelt bemühte, die Tür des Wagens zu öffnen. Sie schien nicht älter als zwanzig Jahre zu sein, und ihre großen Augen schauten aus einem Kindergesicht nervös zu ihm herüber. Robert von Haugh trat zu ihr.
„Kann ich Ihnen behllflich sein?"
^Das wäre sehr liebenswürdig."
Er brüllte das Schloß kräftig nieder und öffnete mit einer kurzen Bewegung die Tür. Die junge Dame nahm am Volant Platz. Ein wenig zögerte sie, bevor sie sagte:
«Darf ich Sie ein Stüll mitnehmen?"
.Gern!"
„Wohin?"
„Wohin Sie wollen!"
Der Motor sprang an. Die Fahrt ging durch einige belebte Straßen, über drei Plätze und verlor sich in den Abendschatten der Vororte. Robert von Haugh lächelte, als er ihre nervösen Bewegungen am Steuer sah.
„Wohin fahren Sie?" fragte er plötzlich.
„An das Ende der Welt."
„Ich bin Ihnen sehr dankbar für den Ausflug."
Sie sah ihn groß an und sagte ernst:
„Das ist kein Ausflug. Das ist eine Flucht."
„Eine Flucht?'.
„Jo!"
„Vor wem fliehen Sie?"
Sie antwortete nicht, sondern steigerte noch die Fahrt des Wagens. Rur noch von fern kamen die Lichter der Stadt. Ein breiter Wald tat sich nun vor ihnen auf.
Plötzlich riß sie den Bremshebel heftig zurück. Der Wagen stand.
„Halten Sie stets so. gnädige Frau?" lächelte Robert von Haugh.
„Stets! — Warum fragen Sie?"
„Weil mir der Wagen leid tut. Sie vergessen, den Gang zuvor auszuschalten."
„Jeder Mensch hat eine andere Fahrtechnik."
„Gewiß! Verzeihen Sie!"
Sie errötete und sah ihn lange an.
„Ich muß Ihnen etwas gestehen!" sagte sie unvermittelt. „Sie müssen mir helfen."
Die Machen der Gasexplosion in Aeunkirchen.
Oer Bericht des Gewerbeausfichisamts über die Entstehung der Katastrophe.
Saarbrücken, 16. Febr. (WTB.) Das G e - werbeaufsichtsamt veröffentlicht über die Ursache der Explosion des Neunkirchener Gasbebäl- ters eine Erklärung, in der es u. a. heißt: Auf Grund der bisherigen Zeugenaussagen kann behauptet werden, daß die erste kleine Explosion, die später die große Behälterexplosion zur Folge hatte, in dem sogenannten U m - gehungsrohr des Gasbehälters entstanden ist. Zur Zeit der kleinen Explosion war dieses Rohr außer Betrieb, da an ihm gearbeitet wurde. Es ist möglich, daß durch irgendeine von den an dem Rohr arbeitenden Arbeitern nicht erkennbare Undichtigkeit Gas in das Rohr gelangt ist. Durch einen Hammerschlag eines Arbeiters kann dieses Gas zur Explosion gebracht worden fein. Tatsache ist, daß die kleine Explosion in dem Augenblick erfolgte, als ein Arbeiter einen kräftigen Hammerschlag gegen den Kopf einer Stütze tat, auf der das Umgehungsrohr ruhte.
Die weiteren Geschehnisse verliefen folgendermaßen: Durch die kleine Explosion im Umgehungs- rnhr wurde das mit diesem Rohr verbundene Gasaustrittsrohr des Gasbehälters nicht weit von der Stelle, wo es in den Gasbehälter ein- mündet, zertrümmert. Aus der hierdurch ent
standenen Oeffnung des Gasbehälters trat Gas aus. Es wurde dabei entweder durch die Flamme der ersten Explosion oder durch die bei der Zerreißung des Rohrs natur- notwendig entstandenen Funken zur Entzündung gebracht. Da sehr viel Gas ausströmte, die Oeffnung war 65 Zentimeter groß — entstand nun eine sehr große Flamme, die an der Außenwand emporschlug. Die Höhe dieser Flamme wird von Zeugen mit 30 bis 50 Meter angegeben, die Breite mit etwa 5 Meter. Fest steht, daß die Flamme höher schlug, als sich die innere Scheibe des Behälters befand, die das unten befindliche Gas von der oben befindlichen Luft trennt. Die große Flamme schlug etwa fünf Minuten lang an d e m Behälter empor und brachte die aus verhältnismäßig dünnem Blech bestehenden Wandungen des Behälters z u m Glühen. Hierdurch ist die Dichtung zwischen Scheibe und Behälterwand im Inneren des Behälters unwirksam geworden, so daß Gas aus dem unteren Teile des Behälters in den oberen mit Luft ungefüllten Teil gelangte. Hier bildete sich ein explosives Gas - Luft-GeMifch, das durch die heiße Wandung des Kessels zur Explosion gekommen ist.
kr ästen werde eine Erhöhung eintreten, da zehn Luftgeschwader zur Vervollständigung des Heimat-Verteidigungsplanes erforderlich feien.
Lloyd George gründet eine neue Partei.
London. 15. Febr. (TU.) Die „Walliser Liberale Partei", eine neue Oppositionspartei, wurde am Dienstag im Unterhaus gegründet. Ihr Präsident ist Lloyd George, der sich damit zum ersten Male wieder aktiv an der Parteipolitik beteiligt. Die Gruppe besteht aus zehn Walliser Abgeordneten, von denen sechs den Samuel-Liberalen, einer den Simon-Liberalen und drei der ursprünglichen Lloyd-George-Gruppe angehören. Die Partei be-- schloß, das sozialistische Mißtrauensvotum, das am Donnerstag eingebracht wird, zu unterstützen. Die Beteiligung von sechs Samuel-Liberalen ist insofern bemerkenswert, als diese Partei dadurch sechs weitere Mitglieder an die Opposition verliert, nachdem sie vor kurzem beschlossen hatte, die Regierung vorläufig zu unterstützen.
Das Attentat auf Roosevelt.
Noch keine Klarheit über die Motive Zangaras.
Miami, 16. Febr. (WTB.) Die Vernehmung Guiseppe Zangaras, die immer noch andauert, hat bis jetzt keine Klarheit über die Motive seines Anschlages auf Roosevelt gebracht. Zangara spricht die Landessprache nur gebrochen, behauptet aber, naturalisierter amerikanischerDürger zu sein. Er scheint sich über die Bedeutung feiner Taten im klaren zu sein. Sein Benehmen erinnert an das eines Menschen, der sich geistig nicht i m Gleichgewicht befindet. So hat er u. a. erklärt, daß eine große Operationsnarbe in der Rabel- gegend sich bisweilen zusammenziehe und ihm solche Schmerlen verursache, daß er nicht mehr Herr seiner Sinne sei. Während dieser Zustände beherrsche ihn der blinde Trieb, irgendeinen Menschen zu töten. Dann wieder hat er behauptet, er habe einen Haß auf die Regierung, weil er schon von Kindesbeinen an schwere Arbeit habe verrichten müssen, statt sich auf der Schule Kenntnisse zu erwerben. Zangaras Vernehmungen haben ergeben, daß er vor zehn Jahren plante, ein Attentat auf den König von Italien zu verüben.
Wie er angibt, ist es ihm damals nicht möglich gewesen, sich durch die Menschenmenge bis in die Rähe des Königs durchzudrängen. — Der Leiter der amerikanischen Geheimpolizei, Morgan. teilt mit, daß sich Zangara als A n a r - ch i st zu erkennen gegeben habe, der sich den Anarchisten Leon C z o l g o s z. der im Jahre 1901 den Präsidenten Mc. Kinley ermordete. zum Vorbild genommen habe.
Der Reichspräsident und dieReichs- regierung haben den deutschen Botschafter in Washington beauftragt, dem Präsidenten Hoover ihre Genugtuung über das Mißlingen des Attentates auf Roosevelt zum Ausdruck zu bringen.
Kleine politische Nachrichten.
DaS 2 e i ch s g e r i chpt hat auf die Beschwerde des „D o r w L r t-s" hin entschieden, daß das vor etwa 14 Tagen erfolgte dreitägige Verbot des sozialdemokratischen Zentralorgans, das wegen der Veröffentlichung des sozial- demokratischen Wahlaufrufes erlassen worden war. zu Anrecht ergangen sei. und deshalb aufgehoben werde.
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Durch Verfügung des Regierungspräsidenten in Düsseldorf ist das Verbot der kommunistischen Tageszeitung „Freiheit" in Düsseldorf und „Ruhr - Echo" in Essen mit ihren Blättern, das vom 1. bis 23. Februar befristet war, u m die Hälfte verkürzt worden, so daß die genannten Zeitungen am 15. d. M. wieder erscheinen konnten.
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Der Polizeipräsident von Berlin hat die im Llllstein-Verlag erscheinende Zeitung „T e m p o" bis zum 23. Februar verboten. Anlaß zu diesem Verbot hat eine Rotiz „Verstimmung in der Burgstraße, Aktien unter Druck" gegeben, die offenbar bewußt eine falsche Darstellung der Dörsentendenz gab, die geeignet ist. das Vertrauen größerer Kreise der Bevölkerung in die Zielsicherheit und Richtigkeit der Aegie- rungsmaßnahmen zu erschüttern,und damit bei der augenblicklichen gespannten Lage lebenswichtige Interessen des Staates $u gefährden.
Der Reichskommissar für das preußische Ministerium des Innern Reichsminister Göring hatte mit dem Regierungspräsidenten von Aachen S t i e l e r eine grundsätzliche Aussprache, in deren Verlauf Reichsminister Göring den Regie-
„Gern!"
Sie zögerte.
„Ich habe Angst, es Ihnen zu sagen."
Er legte leise seine Hand auf ihren Arm.
„Ist es so schlimm?"
„Ja! Sehr schllmm! Ich habe gestohlen!" „Gestohlen? Lind warum sagen Sie es mir?" Sie senkte den Kopf.
„Well ich Vertrauen zu Ihnen habe. Weil ich es wieder gutmachen will. Es war eine Dummheit von mir. es zu tun. Aber ich konnte nicht widerstehen. Lind dann kamen Sie. Sie halfen mir. Es ging alles so leicht."
„Ich habe Ihnen geholfen?"
„Ja! Sie haben mir geholfen. Ohne Sie hätte ich es nie fertig gebracht, ohne Sie hätte ich nie den Mut dazu gefunden. Sie sind schuld daran, daß ich gestohlen habe!"
„Was haben Eie denn gestohlen?"
Tränen traten ihr in die Augen. Ihre Stimme zitterte.
„Das Auto."
„Dieses Auto? Diese blaue Limousine?"
Sie nickte.
„Werden Sie mir helfen? Ich will auch alles tun, was Sie von mir verlangen."
„Alles?"
„Alles!"
Plötzlich nahm Robert von Haugh ihren Kopf in seine Hände und küßte sie auf den tränenfeuchten Mund. Willenlos lag sie in seinem Arm. Dann riß sie sich los.
„Was erlauben Sie sich?"
„Ich habe Sie bestraft."
„Eie haben mich nicht zu bestrafen!"
„Wäre es Ihnen lieber, wenn der Eigentümer des Wagens Sie so büßen ließe?"
Ihre Augen blitzten zornig auf.
„Bestimmt! Er hat wenigstens ein Recht dazu!"
Da nahm Robert von Haugh sie zum zweiten Male in seine Arme und küßte sie immer und irymer wieder.
„Aber...."
„Schweig'!" sagte er und verschloß ihren Mund mit Küssen. „Ich habe mich schon die ganze Fahrt über auf dieses Geständnis gefreut. Schon, als ich Ihnen die Tür des Wagens öffnete."
Sie war fassungslos.
„Ja, wußtest du denn, daß der Wagen nicht mir gehört?"
„Ratürlich!"
„Woher?^
Er lächelte:
„Well eS mein Wagen iftr
Kinder.
Von Hans Riebau.
„Wenn ich vier Wochen ganz artig bin", erzählt Ilse, „bekomme ich ein Fahrrad. Aber ich glaube, so lange kann ich gar nicht artig sein."
»Och", zuckt Peterle die Achsel, „nicht so schlimm. Mein Vater hat mir auch so was gesagt. Lind dann habe ich zwei Fensterscheiben eingeworfen, die Lisa verhauen und die ganze Erdbeermarmelade aufgegessen. Lind als die Zeit rum war, habe ich das Brüderchen doch gekriegt."
e
Die Mutter räumt das Wohnzimmer auf. Die Mutter hat es eilig. Martha, das Mädchen, wischt Staub.
„Martha", ruft die Mutter, „gehen Sie doch mal schnell in den Garten, sehen Sie nach, was die Kinder machen und sagen Sie, wenn sie nicht sofort damit aufhörten, käme ich selbst!"
•
Klaus wird zu Bett gebracht. „Ach", seufzt er, „ich möchte mal träumen."
„Träumen?" lacht die Mutter, „weißt Du denn überhaupt, was ein Traum ist?"
„'türlich", sagt Klaus, „ein Traum ist Kino, wenn man schläft."
«
Herbert ist zum Schlittschuhlaufen gewesen. Herbert kommt erst um zehn Llhr, als es längst dunkel ist, nach Hause.
„Llnerhört", sagt der Vater, „so spät zu kommen! Als ich so alt war wie Du, hat mein Vater streng darauf geachtet, daß ich abends um neun Llhr im Bett lag."
„Ra", verzieht Herbert den Mund, „da muß Dein alter Herr ja ein vorsintflutlicher Pädagoge gewesen sein."
„Llnerhörte Frechheit!" ruft der Vater, und seine Stimme zittert vor Erregung, „mein Vater war ein hundertmal besserer Pädagoge... als Deiner."
Der Lehrer nimmt die Personalien auf.
„Harne?“
„Gustermann."
„Vorname?"
„Peter."
„Religion?"
„Zwei bis drei."
rungSpräsidenten in Anerkennung seiner Amtsführung ersuchte, sein Amt weiter fort» zuführen. Die Beurlaubung des Regierungspräsidenten von Aachen ist damit aufgehoben.
Die Kommissare des Reiches haben beschlossen, den Landrat a. D. S a r r a z i n in Kassel zum Polizeipräsidenten in Bochum zu ernennen.
Die Kreuzer „Leipzig" und „Emden" werden Ende des Monats auf Befehl des Chefs der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Rael^r zur Durchführung artilleristischer Erprobungen im Atlantik von Wilhelmshaven auslaufen. Die Rückkehr der beiden Schiffe ist für Mitte März vorgesehen.
e
Oekonomierat Dr. Schi ft an hat in freundschaftlicher Vereinbarung mit der Leitung der DVP. seine Beziehungen zur Parteiorganisation gelöst. Der Grund zü dieser Entscheidung liegt in der verschiedenartigen Beurteilung wirtschaftlicher Einzelfragen zwischen Schiftan und der Gesamtpartei.
*
Die belgische Regierung hat sich entschlossen, dem Wunsche des Königs zu enriprecyen und weiter im Amte zu bleiben.
/ Kunst und Wissenschaft.
/ Sie Vorgänge
in der Preußischen Akademie der Künste.
Berlin, 16. Febr. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Der Reichskommisfar für das preußische Kultusministerium Rust hatte den Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste Max v. Schilling ersucht, eine Stellungnahme der Akademie zu einer Frage herbeizuführen, die für ihn von entscheidender Bedeutung seü> Heinrich Mann, der Vorsitzende der Abteilung für Dichtkunst an der Akademie der Künste, hatte einen Aufruf mitunterzeichnet, der mehrere Tage lang an den Berliner Anschlagsäulen angebracht war. In ihm wurde zur Bildung einer einheitlichen Front der SPD. und der KPD. aufgerufen, damit man nicht in der Barbarei versinke. Deo Aufruf schloß mit dem Appell: Setzt die Verantwortlichen unter Druck!
Der Reichskommissar führte gegenüber dem Akademiepräsidenten aus, daß er für die Haltung des Vorsitzenden der Abteilung für Dichtkunst die Körperschaft als solche verantwortlich machen müsse, und zunächst an die Aufhebung der Dichterabteilung gedacht habe. Deichskommissar und Akademiepräsident kamen dann darüber überein, daß zunächst die Gesamtakademie selbst Gelegenheit haben müsse, zu dem Verhalten Heinrich Manns Stellung zu nehmen. Demgemäß berief der Präsident beschleunigt eine Vollsitzung i>er. Akademie für den gleichen Tag ein. Diese Sitzung wurde nach § 23 der Akademiesatzung durch einstimmigen Beschluß für vertraulich erklärt.
Außerhalb der Sitzung jedoch fand eine Aussprache zwischen dem Präsidenten und Heinrich Mann statt. Hierbei erklärte Heinrich Mann sich bereit, sein Amt als Vorsitzender der Abteilung für Dichtkunst nieder zulegen und aus der Akademie auszuscheiden. Cr erkannte dabei an, daß der Präsident nicht anders habe handeln können, da er an das Wohl und das Bestehen des Ganzen denken müsse. Im Verlaufe der Sitzung erklärte auch Stadtbaurat Martin Wagner seinen Austritt aus der Akademie. Bereits am gestrigen Rachmittag hatte sich Frau Professor Käthe Kollwitz entschlossen, auf ihre Mitgliedschaft in der Akademie zu verzichten.
Friedrich Schnack im Insel-Verlag.
Der Dichter Friedrich Schnack, dem wir eine Reihe schöner Vers- und Prosabücher wie „Das blaue Geisterhaus", „Die Orgel des Himmels", „Sebastian im Wald", „Goldgräber in Franken", „Das Leben der Schmetterlinge" verdanken, ist mit seinen bisherigen und künftigen Werken aus dem Verlag von Jakob Hegner in den Insel-Verlag, Leipzig, übergegangen.
„Wie heißt das zehnte Gebot?" fragt der Lehrer.
„(Sie sollen nicht begehren Ihres Höchsten Weib", sagt Heino.
„Erstens", lächelt der Lehrer, „ist das nicht bad zehnte Gebot, und zweitens: Warum sagst Du „Sie"?"
„Ich darf doch", stotterte Heino, „ich darf doch nicht Du zu Ihnen sagen."
Zeitschriften.
— Im Februarheft der „Deutschen Zeitschrift" (Callwey, München) tritt u. a. Paul Al« oerbes im Leitaufsatz „Vom Trost der Dichtung" der einseitigen und überhitzten Forderung entgegen, daß es heute einzig und allein Ausgabe der deutschen Dichter und Schriftsteller sein dürfe, ihre Kräfte sich in der „politischen Provinz" auswirken zu lasten und daß die „ästhetische Provinz" heute keine Existenzberechtigung habe. W. A. Briccius stellt nüchtern sachlich fest, daß wir noch mit einer „fortdauernden Wirt« schaftsdepression" zu rechnen haben. Karl Megerle mahnt in seinem Beitrag „Kamps um Oesterreich" eindringlich, Oesterreich als einen „deutschen Eckstein" zu erhalten. Die lebendig wiedergegebenen „Ein» drücke aus Sowjetrußland" von Hanns Braun, die Erzählung „Mary" von I. Schmeljow, die Erfahrungen eines Teilnehmers an einem Arbeitsdienstlager, die kritische Fllmübersicht von W. Petzet u. a. m. runden den Inhalt des vielseitigen Heftes ab.
— Das Februarheft der „Zeitwende" (C. H Deck'sche Verlagsbuchhandlung, München! bringt Bismarcks letztes Gebet für Deutschland wenige Tage vor seinem Ende. Seine Tochter, die im Hebenzimmer für ihn wachte, hörte es durch die offene Tür. Der Wortlaut wird jetzt von Professor A O. Meyer zum erstenmal mitgeteilt In seiner eindringlichen Schlichtheit bildet dieses Gebet einen ergreifenden Abschluß der bedeutsamen Ausführungen A. O. Meyers über „Bismarcks Glaube im Spiegel der Losungen und Lehrtexte", die uns neue tiefe Einblicke in Bismarcks Innenleben gewähren. — Eröffnet wird das Heft durch eine Betrachtung von Paul Althaus Über „Die Wirklichkeit Gottes", hinter der ganz unmittelbar die Wirklichkeit des heutigen Lebens steht. — AuS dem übrigen Inhalt des Heftes seien noch Werner Betckes „Gedanken zur Wirtschaftsethik" und Rudolf Steglichs Beitrag über „Die Christusgestalt in der deutschen Passionsmusik" hervorgehoben.


