Ausgabe 
15.11.1933 Erstes Blatt
 
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m. 268 Erstes Blatt

183. Jahrgang

Mittwoch, 15. November 1935

Eriche««, ugltO), außo Sonntags unb ^tiertag» Beilagen; Die 3üuftTtert» Gießener Familienblättei hennat im Bild Die Scholl» monatsBcingsprets;

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MetzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Brief in» »erlog: vrühl'lche Unioerfttäts.Bn* in» Steinörutfetei 8. Lange in Sieben. Schriftleitung un» SeschSftsftelle: Schulitr-ile r

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Übefrebahteui

Dr (ynebr Will) Lange. Verantwortlich für 'Politik Dr 51 Wilh. Lange, 'ü* Feuilleton Di Ibqr oi; für ßen übrigen Teil Trust Vlumschein und'ür >enAn. leiqenteil t V Th.Kümmel mtlich 'i Hie t

Geburtstag der Aentenmark.

103abre Festwährung

Der 15. November 1923 ist als der Geburtstag der deutschen Festmark anzusehen, denn an diesem Tage wurden die ersten Rentenmark­scheine ausgegeben. Man kann heute nur noch mit Schrecken und fassungslosem Staunen an die deutschen Währungszustände zurückdenken, die vor dem 15. November 1923 herrschten. Die Papier- mark war ins Bodenlose gefallen. 4,2 Billionen Papiermark galten zuletzt nur noch einen Dollar. Man mußte schon astronomische Zahlen, Ziffern mit 12 und mehr Nullen zu Hilfe nehmen, um überhaupt Goldwerte in Papiermark umrechnen zu können.

60 Druckereien mußten damals Tag und Nacht mit Hochdruck arbeiten, um die für den Warenaus­tausch erforderlichen Papierscheine herzustellen. Da­neben waren aver noch ungeheure Mengen von Notgeldscheinen und allen möglichen Ersatzzahlungs­mitteln im Verkehr. Niemand konnte den Wirr­warr unserer Währunasverhältnisse mehr übersehen, niemand Ordnung in oas Chaos hineinbringen. Es schien aber auch, als ob niemand mehr die Papier­markflut, in der Deutschlands Wirtschaft zu ertrri- ken drohte, aufzuhalten und einzudämmen in Oer Lage war. Schon drohte diese Flut auch die bisher aus dem Zusammenbruch von 1918 gerettete Reichseinheit zu gefährden. Im Rheinlande tauchten Pläne zur Schaffung einer rheinischen Währungsbank auf, deren Verwirklichung mit großer Wahrscheinlichkeit zur Lostrennung des Rheinlandes Dom Deutschen Reich geführt haben würde.

Da trat, als die Not am höchsten war, Helffe- r i ch als Retter der deutschen Währung und damit auch als Retter von Volk und Reich auf den Plan. Helfferichs Währungsplan war auf dem Gedanken aufgebaut, einen festen, beständigen Wert wie den des Getreides zur Grundlage einer neuen, stabilen Währung zu machen. Er knüpfte dabei an die Tatsache an, daß eine Reihe öffentlicher rnb privater Unternehmungen, aber auch kommunale Körperschaften schon in der Zeit des Währungs­verfalls Anleihen ausgegeven hatten, die nicht mehr in Mark, sondern in bestimmten markt­gängigen Sachwerten, so z. B. in Roggen, Kohlen, Zucker, Kali, aber auch in bestimmten Mengen Goldes bemessen waren. Diese Anleihen waren wertbeständig, weil sie ja nicht auf schwan­kende Markbeträge, sondern auf so und so viel Zentner Kohle oder Getreide bzw. auf so und so viel Gramm Feingold lauteten. Auf Gold konnte die neue Festwährung freilich nicht aufgebaut wer­den. weil das Reich ja nicht mehr genügend Gold besaß. Aber Roggen war damals ein allgemein ge­schätztes Gut. dessen Wertbasis stabil genug er­schien, um die Grundlage einer neuen Festwährung bilden zu können. Darum veröffentlichte Helfferich schon im Sommer 1923 den Plan einer Währungs­reform, die in der Schaffung einer Roggen- mark gipfelte.

Es hat lange, viel zu lange gedauert, bis der Plan Helfferichs sich gegen alle Widerstände, Ge­genpläne und Verzogerungsversuche durchsetzen konnte. Die parlamentarische Maschine arbeitete allzu langsam und mit ungeheurem, die sachliche Behandlung lebenswichtiger Fragen nur schädigen­den Geräusch Kostbare Zeit ging so oerlor-'n. Wahrscheinlich hätte der Markkurs niemals in die Milliarden und Billionen abzusinken brauchen, wenn die damalige Reichsregierung kurz entschlos­sen an die Verwirklichung des Helfferichschen Pla­nes herangegangen wäre. Aber erft nach dem Ab­bruch des Ruhrkamvfes und dem Sturz des marri- ftifchen Finanzministers Hilferdings rourbp her Währungsneubau in Angriff genommen. Helfferich war freilich von vornherein bavon überzeugt, baß eine Roggenwährung und eine SachwertwöHrung überhaupt nur eine Notlösung sein könne, und daß man früher ober später ro i e b e r z ,i r Golbwährung werbe zurückkehren müssen. Aber zunächst galt es, überhaupt roieber eine Fest­währung in Deutschland zu schaffen um zu ver- hindern, baß bas deutsche Volk bei vollen Scheuern verhungerte. Um diese große Gefahr abzuwenden, war eine Roggenwährunn das gegebene Hilfs­

mittel.

Um die Ausgestaltung und die praktische Ver­wirklichung des Helfferichschen Währungsplans ha­ben sich der Reichsbankpräsident Dr Schacht .mb der damalige Reichsfinanzminister D r. Luther, jetzt Botschafter Deutschlands in USA., große Ver­dienste erworben. Nach dem ursprünglichen Projekt Helfferichs sollten die Landwirtschaft unb die In­dustrie für je 2 Milliarden Goldmark Garantien übernehmen, und zwar die Landwirtschaft in Form einer Grundschuldbelastung des Bodens. Industrie und Handel durch Uebereignung non Schuldoer­schreibungen. Aus Grund dieser Sicherheiten sollte die neue Währ ngbanf auf Roggenmark lautende Rentenbriese ausgeben, und diese sollten dann die Deckung für 3'/- Milliarden Goldmark Festmai k- noten bilden. Unter Mithilfe von Luther und Schacht wurde dieses Helfferich-Projekt in einigen wichtigen Punkten verändert. Vor allem wurde der der Name des neuen Geldes, der ursprünglich Rog­genmark lautete, inR e n t e n m a r f" umge« wandelt. Trägerin der neuen Festwährung wurde die Deutsche Rentenbank, die mit einem Grunö- fnnital von 3,2 Milliarden Rentenmark ausgestat­tet wurde, wovon die Hälfte die Landwirtschaft in Gestalt 6 prozentiger g°ldverzmslicher Grundschu - den, die andere Hälfte Industrie, Handel und Ge­werbe in Gestalt gleichfalls fiPro^nhger galdoer- zjnslicher Schuldverschreibungen aufbrachten.

3 Die Ausgabe der Rentenmark war vor zehn Jah­ren angesichts der weit vorgeschrittenen Vertrauens- zerstörung sicherlich ein Wagnis Nur wenige glaubten damals an sein Gelingen. Man hat darum

©arraute Antwort an Hitler.

Frankreich verhanblungsbereit aber in.vollem Rampenlicht und auf norm"'«"--

Paul-Boncour antwortet den Interpellanten.

Paris, 14. Nov. (TU.) Der französische Außen­minister Paul -Boncour hielt am Dienstag nachmittag in Beantwortung der außenpolitischen Interpellationen eine l'/rstündige außenpolitische Rede, die ziemlich alle Gebiete der französischen Außenpolitik streifte, vor allem die gegenwärtigen Ereignisse müßten objektiv betrachtet werden, ohne daß man die Kraft und die Freunde Frankreichs vergesse. Die Kräfte, auf die die französische An­näherungspolitik gerechnet habe, seien in Deutschland durch die nationale Revolution vernichtet. Man müsse dem Rechnung tragen. Welcher Art aber auch die Versicherungen seien, die von der anderen Seite des Rheins her im Sinne der Friedensbereitschaft abgegeben würden die Konzeption, die gegenwär­tig die deutsche Außenpolitik beherrsche, vor allem die grenzenlose Verherrlichung des nationalen Ge­fühls schaffe Gefahren, gegen die die benachbar­ten Völker sich beizeiten sichern müßten. Das werde sie aber nicht daran hindern, jeden greifbaren neuen Vorschlag, der ihnen unterbreitet werde, zu prüfen. Deutschland habe unbestreitbar seine Auf» r ü ft u n g beschleunigt. Es sei also nicht zu verwundern, wenn die Nachbarn beunruhigt seien. Paul-Boncour erklärte, zur Rechten gewandt, man habe sich in Frankreich über die französische Ab­rüstungsbereitschaft beschwert. Wenn man aber der Konferenz gar keine Zugeständnisse habe machen wollen, hätte man gar nicht erst hinzugehen brau- chen. Welche Regierung aber hätte sich dem Zu- fammtritt der Abrüstungskonferenz widersetzen ton­nen, von der alle Völker eine neue Sicher- h eit erwarteten? Die Sicherheit entspringe dem Ver­hältnis der Kräfte. Wenn Deutschland aufrüfte, was würde dann mit der Spanne der Ueberlegenheit Frankreichs werden? Wenn Deutschland aufrüfte, würde Frankreich auch aufrüsten müssen und das würde zum Wettrüsten führen. Man habe wählen müssen zwischen einer Politik der (Be­malt und einer Politik der Zusammen- arbeit. Frankreich habe gewählt, wolle aber, daß die Zusammenarbeit, der es so viele Opfer gebracht habe, nicht nur ein leeres Wort bleibe.

Der Friede müsse durch bestimmte Garantien ge­sichert fein. Der Artikel 213 (3 n o e ft i g a 11 - onsartikel) des Versailler Vertrages könne den Vorteil einer allgemeinen Abrüstungskon- vention nicht ersehen. Eine Berufung auf diesen Artikel halte er für unzweckmäßig, weil die öffentliche Meinung der anderen Mächte Frankreich auf diesem Dege nicht folgen würde.

Frankreich bleibe, indem es für die Fortsetzung der Abrüstungskonferenz eintrete, dem einzigen Wege treu, der zu einer Einigung der Mächte führen könne. Die französischen Vertreter hätten die Er­richtung der Kontrolle als Vorbedingung für alle von Frankreich zuzugeftehenden Abrüstungs- beftimmungen gefordert. Man habe den Verzicht auf die Forderung nach gegenseitiger Un­terstützung kritisiert. Wenn aber die öffentliche Meinung der Welt tatsächlich reif gewesen wäre für die Organifatio n einer international 1 e n Streitmacht im Dienste des Völkerbundes, so wäre dieser vor gewissen V-rsagern b'wahrt ge­blieben, die seinen Kredit erschüttert habrn. Heute sei die Politik der 'afh w ästig. vor allem der Locarnopakt, dr voll unb ganz in Kraft bleibe, sowie die damit zus mmmhängenden Garan­tien, Vrm Wirksamkeit Paul-Bon^'"- besonders unteistrich unb baran erinnerte, baß England um der belgischen Neutralität w'llen in den Krieg ge­gangen sei Der Minister verteidigte auch den

Viermächtepakt, in dem er auf die Besserung des italienisch-französischen Verhältnisses hinwies und bestritt, daß der Viermächtepakt den Beziehun­gen Frankreichs zur Kleinen Entente und zu Polen abträglich gewesen sei. Frankreich habe die Bedeu­tung des Donauproblems erkannt. In Ueber- einftimmung mit Italien unb Südslawien betrachte Frankreich die Unabhängigkeit Oester­reichs als ein wesentliches Element des Gleich­gewichts Mitteleuropas. Auf die Besserung der Be­ziehungen zu Rußland eingehend, erklärte Paul- Boncour, es geschehe alles, um den mit Rußland unterzeichneten Pakt zu erweitern.

Gegen Schluß dieser von der Kammer mit ge­teilten Gefühlen aufgenommenen Uebersicht ging paul-Boncout auf die Frage der künftigen Ge­staltung der deutsch-französischenBe- Ziehungen ein. Lr verwahrte sich gegen den Vorwurf einer Einkreisungspolitik gegen Deutschland. Frankreich bemühe sich nur. die Völker einander näher zu bringen unb zu stär­ken, die bereit seien, für den Frieden zu ar­beiten. Paul-Boncour belonteFrcmkreichsV e r- handlungsbereitfchafl mit Deutschland, wobei er allerdings unterstrich, daß das (Ergeb­

nis im Rahmen öss Boiler >< . v e 5 liegen müsse. Denn nullt eine diplomatische Vor­bereitung der Verhandlungen wünsche, so sei er, Paul-Boncout, nicht dagegen. Frankreiä . e einen Botschafter in Berlin d Deutschland einen in Paris. ~ec.t vorsch.ag, öer auf diesem Dege überrolle i wurde, muri e bereitroiUigft geprüft werden. Hitler habe er­klärt, daß Deutschland und Framreich nichts trenne außer das Saargebiet. -e.ost bus Saargebiet trenne die beiden Lander nicht. Ztlc.i werde sich über die Saarfrage unterhalten müssen. Aber Frankreich suhle sich nicht berech­tigt, eine Konvention zu mißachten, die einem Volk dasRecht der Selbstbestimmung gebe. Die Rolle der französischen Regierung be­stehe in dem Schuh ihrer Staatsbürger :m Saar­gebiet, in der Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interefsen^ Es sei Aufgabe Frankreichs, die Auf­richtigkeit der Volksabstimmung sicherzvslellen. Der Völkerbundsrat habe die Pslichl, für d e Volksabstimmung der BeoöHerung die freie

Meinungsäußerung zu garantieren.

SleichverechlWna aber auch Sicherheit."

. In der Nachtfitzung der Kammer machte vor der Abstimmung Ministerpräsident S a r r a u t längere Ausführungen. Er erklärte, die Aufgabe der Re­gierung sei zuerst, kaltes Blut zu bewahren, 40 Millionen Franzosen kennten keine Furcht. Die Mütter in Frankreich mühten wissen, daß Frank­reich neben der moralischen Macht noch seine ma- teriellen und militärischen Kräfte zur Dcrfüaung hat. Frankreich hat niemals den Wunsch gehabt, zu diktieren. Er, Sarraut, werde von den Rechten Frankreichs, das vier Jahre lang in einem auf­gezwungenen Krieg verwüstet worden fei, nichts nachlassen, und er sei von diesen Rechten Frank­reichs überzeugt. Frankreich habe in seiner Edel­mütigkeit und in seinem Willen zur Annäherung bei öer Organisierung des großen menschlichen WerkesFrieden" die (Bremen der Vorsicht er- reicht. Es wolle weiter am Aufbau des Friedens Mitarbeiten. Weshalb auch nicht? Was gebe es denn Neues oder Unerwartetes? Er wolle nicht etwa behaupten, daß die Abstimmung eines 60- Millionen-Volkes ohne Bedeutung wäre-, aber habe man sich etwa vorgeftellt, daß die Abstimmung hätte anders ausfallen können? Man müsse den Gedanken eines Panikfriedens an Stelle eines Si­cherheitsfriedens, an dem Frankreich immer arbeite, zurückweisen. Frankreich werde heute noch weniger als gestern das in Genf verankerte Terrain auf­geben, das Terrain des Völkerbundes, der Abrü­stungskonferenz und der Zusammenarbeit aller Völ­ker für die Verteidigung des Friedens. Frankreich müßte mit feinen Freunden alle Anstrengungen machen, um eine Verständigung zu erreichen. Nur die Einigung aller Völker könne die Gefahren be­schwören. Könnte man etwa zur Verhütung der Gefahren einen Präventivkrieg ins Augen fassen? Die Organisierung des Friedens, so wie Frankreich ihn sich vorstelle, werde vielleicht nicht alle Konllikts- aussichten aus der Welt schaffen. Frankreich werde nur unter Bedingungen obrüften, und zwar wenn die unerläßlichen Gegen­leistungen gewährt würd"n. Es wolle für sei­nen Teil die Hoffnung bewahren, daß Deutschland in Gens ein Abrüftungsabk^mmm unterzeichnen werde, wenn es wahrhaft dem Frieden dien"n wolle, so wie der Reichskanzler es erklärt habe. D's fran­zösische Regierung habe übrigens dadurch, daß sie

in der Regierungserklärung betonte, die '21 iißen- Politik ihrer Vorgängerinnen zu verfolgen, zu-a Ausdruck gebracht, daß sie gegenüber keinem Vorschlag taub bleiben werde, der auf­richtig im Interesse des Friedens und in der Sorge um die internationale Zusammenarbeit gemacht werden würde.

Auf die Erklärungen, die Reichskanzler Hitler im Namen der deutschen Regierung abgegeben habe, antworte er freimütig, klar und entschie­den: Sie betonen Ihren Friedens- und 23er- ständigungswunsch. Dieser Dunsch i st auch der Wunsch Frankreichs, Frankreich hat ihn seit langem vorgebracht. Frankreich hat diesem Wunsche Opfer gebracht, einem Wunsche, der stets die Politik Brianös beseelte. Frankreich wünscht weiterhin die Verständigung, die Einigung und die Annäherung mit einem Lande, das Frankreich weder erniebrigen noch bedrohen und mord n will. Frankreich wünscht mit dem ihm eigenen Adel, daß Deutsch­land f e i n en richtigen (j u s t e) Platz itn Konzert der Rationen habe. Es ist gegenüber den deutschen Leiden nicht unempfind­lich. Es hat niemals der deutschen wirt chc-fl­uchen Ausbreitung seine Türen geschlossen und hat die Zusammenarbeit bei gewissen großen internationalen Arbeiten gefördert. Frankreich hat die Pflicht, einen aufrichtigen 23er- ständigungswillen zn verlangen: n^r müssen loyal unb ehrlich die T rare der G l e ' ch- beredjtigung regeln. Deut'chland fordert die Gleichberechtigung, indem es erklärt: Frank­reich hat sie ihm versprochen. Gleicht,ei', a, aber auch Sicherheit! Dle'es Wort sind"! sich in der Erklärung, auf die Deut'chland sich beruft. Die Vertreter Frankreichs und die an­deren Unterzeichner haben b'e'er (E*-flärung nur unter der Bebinqun- der Sicherheitsgarantie 3 u g e f! i m m t. Deut'chland verlangt nur Gleichberechtigung es lägt die Sicherheit beiseite und hat die Ab-

III iri 17 IHT---- -

im Auslande nachher, als sich die Rentenmark wi­der Erwarten als stabil erwies, von dem Ren­tenmarkwunder gesprochen. Nicht mit Un­recht Aber Wunder ereignen sich immer nur dann, wenn menschlicher Wille und menschliches Genie Höchstleistungen vollbringen. Diese wurden sowohl von dem geistigen Urheber des neuen Wahrungs­plans, Helfferich, als auch von Dr. Schacht und Dr. Luther zum Gelingen des großen Werkes beiqe- steuert. Denn damit die neugeschaffene Festmark wertbeständig bleiben konnte, muhte sie vor allem knapp genug gehalten werden. Reichsbankprastdent Schacht hat' damals alle Versuchungen zu einer von vielen Seiten geforderten Kreditausweitung rücksichtslos abgewiesen. Dem Reichsflnanzminlster ßutber aber ist es zu verdanken, daß das Reich trotzdem feine Finanzen wieder in Ordnung brachte und in feinem Haushalt, von verhaltlusmaßig ge­ringen Fehlbeträgen abgesehen, das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben wiederher- stellte. Beide Leistungen schufen d i e ne u e -o e r trauensgrunblage, auf der die Renten­mark sich stabil erhalten konnte Erst das Zusam­menwirken der drei Männer Helfferich, Schacht und Luther ermöglichte das Rentenmarkwunder

Manche Gefahr hat auch nachher noch die Sta- bilität der Rentenmark bedroht. Sie ist aber lebes- mal glücklich überwunden worden. Als spater Deutschland auf Grund des Dawesplans eine aus- ländifche Goldanleihe erhiett, wurde die Renten­mark wieder in die Reichsmark ubFrgeleitet. Heute sind nur noch einige hundert Millionen Renten- markscheine im Umlauf.

Aber die deutsche Währung ist nach dem großen Rettungswerk unerschüttert geblieben. Jetzt, zehn Jahre nach der Währungsstabilisierung, fiept den abgewerteten Währungen Englands, der Ber­einigten Staaten und vieler anderer Länder die fest und vollwertig gebliebene deutsche Mark ge­genüber. Dankbar darf das deutsche Volk am Ju­biläumstage der Währungsstabilisieruna der Män­ner gedenken, deren Erfindergeist und Tatkraft da­mals das Rentenmarkwunder haben Wirklichkeit werden kaffen.

Reue $orbe des SA-Oienftanzuges.

Berlin, 14. Nov. (TU.) Der Chef des Stabes hat, wie die NSK. berichtet, eine Verfügung er- lassen, in der es u a. heißt:

Ab 15. November 1933 wird für die Dienst- mütze, den D i e n st r o ck und die Kiesel- Hose eine neue Farbe eingeführt. Muster lie­gen ab.November 1933 in der Reichszeugmeisterel bereit.

I Die bisher in brauner (Heller ober dunkler) Farbe hergestellten Dienstanzüge (Dienstmütze, Dienstrock unb Stiefelhose) können weiter und ausgetragen werden. Ebenso ist es gestattet, Stücke verschiedener (alter unb neuer) Farbe $u(am« menzutragen. Jedoch müssen Dienstrock unb Dienst­mütze in ben Farben überein ft immen. Darüber hinaus werben einengenbe Bestimmungen mit Rücksicht auf bie wirtschaftliche Lage der SA.- Männer nicht erlassen werden."

Dank an die Ahe^-Mam sche

Ich habe vor der Volksabstimmung öffentlich dar­auf verwiesen, daß neben der RSD2.P. nunmehr die gesamte Presse Gelegenheit habe, zur unitt crheb- lichen und ernsten Wahrung der naionaler El re und zur Ermöglichung eines auch die kühnsten Er­wartungen übertreffenden Ergebni es des 12. No­vember. Die rhelu-mainische Pres e ist der vollsab- stlmmung nichts schuldig geblieben c n Raum und Aufmerksamkeit. Sie hat sich voll und eindeutig positiv eingesetzt und die Verbundenheit zwischen Volk und Führung festigen helfen. Der Erfolg des 12. Rovember ist auch ihr Erfolg.

Ich weiß, daß ohne die allgemein zu beobachtende Bereitwilligkeit der Redaktionen der Erfolg des Zu- fammenarbeitenb zwischen Partei und Presse nicht im vorllegenden Umfang möglich gewesen wäre. Darum gebührt der Presse auch verdienter D a n k, den ich hiermit zum Ausdruck bringe.

Der Führer des Landesverbandes Rhein-INain Im Reichsoerband der Deutschen Presse gez.: w o w e r i e s.