Das alte angestammte Heimatblatt in der neuen Zeit
Oie Heimatzeitung ist das ureigene Ausdrucksmittel der deutschen Landschaft und ihrer Bewohner,- sie schöpft aus den Tiefen des völkischen Lebens in der Heimat und ist geformt nach den Gesetzen des heimischenBodens. OieHeimatzeitung strebt ihremWesen nach zumVaterland wie in seinemFnnersten der Mensch, der die Heimaterde besiedelt und befruchtet. Oie Vielgestaltigkeit der deutschen Landschaft und die Eigenart ihrer Bewohner bedingen die Verschiedenheit der deutschen Heimatblätter und ihre große Zahl, die in ihrer Gesamtheit von jeher den vaterländischen Gedanken verkörpern. Niemals konnte eine altangestammte deutsche Heimatzeitung zum Träger marxistischer Gesinnungen werden. Dieser Erkenntnis sind wohl auch die grundsätzlichen Erklärungen unserer führenden Männer zu danken, nach welchen eine Gleichmachung der presse im neuen Staat gar nicht erwünscht ist. Oer Gießener Anzeiger und Hunderte von Heimatblättern im Reiche dienen dem Staate vorbehaltlos und freudig aus ihrem inneren Wesen heraus, ohne ihre Geschichte und Unabhängigkeit aufzugeben.
Ein Jahrhunderte altes Heimatblatt wie der Gießener Anzeiger, dessen Dienst an Heimat, Volk und Vaterland stets von hohem Verantwortungsbewußtsein getragen war, brauchte nicht gleichgeschaltet zu werden. Der Gießener Anzeiger stand immer hoch über den Parteien und ihren Fehden,- er hatte während der letzten zehn Fahre unter Verzicht auf wirtschaftliche Vorteile Parteiankündigungen werberischer oder gar hetzerischer Art nicht einmal in seinem Anzeigenteil zugelaffen. Oie Berichterstattung des Gießener Anzeigers über Vorgänge im parteiteben war stets sachlich,- seine eigene politische Linie war und bleibt unbedingt vaterländisch. Zu allen Fragen des täglichen Lebens stand der Gießener Anzeiger aufklärend und beratend in bestem Sinne. Stets ist er eingetreten für vaterländischen Aufbau und für Überbrückung der Gegensätze. Warm hat er sich von jeher eingesetzt für die Heimat und ihre Belange. 3n vaterländischer Pflichterfüllung stand der Gießener Anzeiger stets im entschiedenen Kampfe gegen unnationale Gesinnung,- in der Wahrung heimatlichen Volkstums wurde er von allen Kreisen verstanden. Federzeit war und ist sich der Gießener Anzeiger seiner Verantwortung bewußt. Nachdem nun die Einheit des deutschen Volkes im nationalsozialistischen Staat Wirklichkeit geworden ist, kann die Aufgabe einer Zeitung nicht Kritik am Staate und an der Staatsform sein, sondern die Erfassung der im Staate vereinten Volksgemeinschaff und ihre Erziehung zu staatlichnationalem Denken. Darüber hinaus hat das Heimatblatt naturgemäß noch andere Aufgaben. Es steht den Volksgenossen in Stadt und Land, ihren Bedürfnissen und Belangen am nächsten. Fn seiner heimatlich gerichteten Arbeit kann das alteingesessene Heimatblatt gar nicht übertroffen werden.
So hat denn auch die Reichsregierung ost erklärt, daß allen Zeitungen, die ehrlich am Aufbau des neuen Reiches mitarbeiten und ihre Verantwortung für Volk und Vaterland ernst nehmen, ein freies Wirkungsfeld gesichert werden muß. Oie deutschen Heimatblätter erfüllen diese Aufgaben gerade durch ihre Eigenart,- sie sind die Mittler zwischen Stämmen und Landschaften und die Quellen heimatlicher und völkischer Erneuerung. Wenige Zeitungen sollen nicht Tausende ihrer Schwestern im Reiche verdrängen, sondern sie alle müssen mit und nebeneinander den gleichen Zielen zuffreben. Oer Kurs der heutigen Zeitung kann nur bejahend und wegweisend sein im Smne der großen vaterländischen und wirtschafflichen Aufgaben, vor die das deutsche Volk sich gestellt sieht. Es geht in ehrlichem Ringen um die Erziehung zur Nation, um Heimat, Volk und Vaterland! Daran aufrichtig mitzuarbeiten, ist und bleibt der Kurs des angestammten oberhessischen Heimatblattes, u


