Ausgabe 
15.4.1933 Erstes Blatt
 
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Alltags, geben ihm Licht unb Wärme: bcnn bas Dill» vom Kreuz im Gebirge, vom Mond im Re- bel, von der Tanne im RauHreif ist trotz aller Armut ein lebendiger Schatz.

Die Scholle des Heimatbodens erzählt von unserer Väter Taten. Und wenn der mittägliche Gluthauch vom Drodem des Weizenfeldes, der Ackerkrume Duft unseren Sinnen erkenntlich wird, so flüstern die Vlutwellen, die der Boden trank, von den Verteidigern der Heimat, von ihren Heldentaten, ihrem Heldenlied, ihrem Heldentod.

Der feine gekräuselte Rauch heimatlichen Her­des, der vom Dörfchen in den Abendfrieden emporschwebt, beruhigt unsere vom Wirrwarr des Lebens zerfetzte See. 2m schönsten Wiesengrunde liegt meine Ruhe, liegt meine Stärke, will ich begraben sein. Die ursprünglichen, schlichten Ver­hältnisse des Dorfes lassen uns Rach­geborene von dem Großen alter germanischer Urzeit tief empfinden, und das Große wird un­serer Seele Größe verleihen.

Die in der Ferne zum Himmel ragenden Türme der Stadt weisen uns auf eine Zeit, in der das ganze Volk erglühte in einem einzigen Gedan­

ken: Gott allein die Ehre! Und da erschuf Erwin von Steinbach das Haus, da zahlten die welt­lichen und kirchlichen Fürsten, da gab jeder sein Scherslein. Da arbeitete jeder gotische Mensch an der (Belebung des Steins, der am Fundament und der an der Säule und der am Kapital und den am Schwibbogen und der an der Kreuzblume, alle Kinder eines Gedankens, alle in kultureller Ein­tracht. Dadurch erst entstand das wundervolle große Kulturwerk und die Kulturgemeinde. Aber der Wanderer ergreift die Gedanken, sie ergreifen ihn, und als Kulturträger gibt er dem Gedanken Weg unb Ziel im Wanderverein.

Mit hellen, aber kalten Scheinwerfern beleuch­ten unsere Jahrzehnte höchster Technik, höchster Zivilisation unsere Erfindungen und Entdeckun­gen. Man leuchtet bis $um Plankton im tiefsten Meer, bis zur Stratosphäre hinauf. Aus dem Le­bensrhythmus mit dem natürlichen Wechsel ist das rasende Tempo mit dem Einerlei des Vor- wärts-Vorwärts geworden.

Aber doch blüht noch still und einzig in der tiefsten Seele die kleine blaue Blume des deutschen Wesens,

die kleine Blume wie bas Auge unserer Mütter. Des Wanderers Kulturaufgabe ist's, jeden deut­schen Bruder dahin zu führen, daß er den Müt­tern, Ratur und Heimat, ins Auge sehen lernt. Den Schlüssel?

Der rechte deutsche Wanderer hat den Schlüssel!

Bergistungser-scheinungen in einem Arbeitsdienstlager.

500 Arbeilsdienstwillige nach dem Essen erkrankt.

WSR. Bingen, 13. April. Ein ungewöhn­licher Vorfall spielte sich Mittwoch im Lager Bismarck höhe des freiwilligen Ar - beitsdienstes ab. Als nach dem Wittagsessen die Mannschaft antrat, wurden mehrere junge Leute ohnmächtig und fielen in Krämpfe. Einer von ihnen fiel plötzlich hin und zerschlug sich das Gesicht unb brach den Unterkiefer. Von der ganzen Belegschaft von 50 0 Mann war nicht mehr einer gesund. Eine Untersuchung wurde eingeleitet

Die Lagerverwaltung gibt über die Vergif­

tungserscheinungen folgenden Bericht heraus: Hierdurch wird bekannt gegeben, daß nach den Vergiftungserscheinungen, die sich bei der Mann­schaft einstellten, die Wurst und das Fe,,, wovon die Leute genossen hatten, vom Rahrungs- mitteluntersuchungsamt in Kreuznach untersucht und als einwandfrei befunden wurden. Da­gegen wurde das Brot als nicht ein­wandfrei festgestellt. Zum Backen war stichiges Mehl verwandt worden. Rach Aus­sage von Sachverständigen sind die Krankheits­erscheinungen bei der Mannschaft allein auf den Genuß des Brotes zurückzuführen. Das Brot wird augenblicklich vom Rahrungsmittelunter- suchungsamt in Mainz untersucht. Von Maß­nahmen gegen den Bäcker wird solange abgesehen, bis das Ergebnis der Untersuchung aus Mainz eintrifft."

Wie wir heute früh erfahren, sind alle von den Dergiftungserscheinungen betroffenen Per­sonen wieder gesund. Der Verletzte wurde in das Bingener Krankenhaus überführt. Sämt­liche Vorräte an Mehl und Brot wurden bei dem Bäcker beschlagnahmt

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2. Für die Durchführung der Reinigung und der Desinfektion find die Vorschriften der Anweisung für das Desinfektionsver- fahren bei Viehseuchen (Anlage A zum Reichsviehseuchengesetz) maßgebend.

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Dem Schornsteinfegermeister M e y er zu Ulrichstein wurde mit Wirkung vom 1. April 1933 der Kehrbezirk II zu Offen­bach a. M. übertragen. Das Kreisamt überträgt gemäß 8 6 der Schornsteinfeger­ordnung vom 4. März 1921 den Kehrbezirk Ulrichstein mit Wirkung vom selben Tage ab dem Schornsteinfegermeister Georg Klemmer zu Worms. Klemmer wird seinen Wohnsitz in Laubach nehmen. Der Bezirk wird in Zukunft mitSchorn­steinfegerbezirk Laubach" bezeichnet.

Kreis Lauterbach.

Da durch die z. Z. herrschende Trocken- heit und das viele dürre Gras und Laub in den Wäldern das Entstehen von Wald­bränden begünstigt wird, ordnet das Krüs- amt auf Grund des Artikels 65 der Kreis- und Prooinzialordnung an:

1. Jegliches Rauchen im Walde ist ver­boten. Desgleichen das Feueranzünden im Walde und in dessen Umkreis von 30 Meter.

2. Zuwiderhandlungen werden mit Geld­strafe bis zu 90 RM. bestraft.

Weiter weift das Kreisomt darauf hin, daß jeder, der einen Brand durch Vorsatz oder Fahrlässigkeit verursacht, für den da­durch herbeigeführten Schaden verantwort­lich gemacht werden kann.

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