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17. Fortsetzung.
waren
Innigkeit.
konnten. Als Frau Bettina aus ihrer Ohnmacht erwachte, war es später Abend, an ihrem Bett sah die Frau des Inspektors Durhardt und beantwortete den verzweifelten, fragenden Blick der Gutsfrau mit traurig-ernstem Lächeln', und dann war plötzlich Konrad da, der seinen Kops zu ihr nicdcrneigte.
„Mutter, wie fichlst du dich, Mutter, wie gut, dah du wieder die Augen öffnest. Ich hatte jo so grausame Angst, du wolltest dem Vater nachlaufen. Bleibe bei mir, Mutter." Er nahm zärtlich ihre auf der Bettdecke ruhenden $)änb€. „Sei stark, Mutter, Vater hat einen so leichten und raschen Tod gehabt, dah. uns das ein Trost sein muh."
Frau Bettina sagte bebend: „Ich kann mir das Leben ohne ihn nicht vorstellen, es muh grenzenlos öde sein."
Er sah sie bittend an.
„Ich bin doch da, Mutter, ich, dein sohn. Da zog ein Heller Schein über ihr Gesicht.
„Ja, du bist ja do!" flüsterte sie mit mütterlicher
Oie stummen Gäste von Zweilinden
Roman vonAnnyvonpanhuys.
Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold.
trug, in ihrem Kiosk unb hatte olle Hände voll zu tun, ihre Käuferinnen zu befriedigen. Die eine wollte Lilien, di« andere rote Rosen, und eine dntt» lieh sich ein Sträußchen von verschiedenen Blumen zusammenstcllen, das hübsch und billig sein sollte. Angelas Gesicht, das von Natur leicht bräunlich angehaucht war, als hätte es die Sonne zuviel geküßt, war voll Leben. Ihre fast zu großen Augen strahlteck alle Käuferinnen an, und für jede hatte sie ein paar
verflixt unheimlich, ich glaube, wir suchen fieber einen anderen Raum aus!"
Konrad Zweilinden sah seinen Baler an. Man sollte wirklich den Bankettsaal verlaßen, auch würde seinem Vater eine Tasse Kaffee gut tun, sein ®e sicht war zu dunkelrot gefärbt
Frau Bettina erhob sich, rief mit bebender Stimme, aber sehr deutlich: „Wir haben alle den Spuk von Zweilinden gehört! Ich und niemand meiner Familie kann Erklärungen darüber abgeben, mir stehen selbst vor einem Rätsel! In der Kirchen- chronik von Zweilinden ist der Spuk als authentisch verzeichnet. Ich bedaure von ganzem Kerzen, wenn irgendeiner von unseren lieben Gästen Unbehagen verspürt wegen der Störung, aber wir gehen jetzt, bitte, in die oberen Räume, und ich hoffe, öie werden bald alle vergessen, was immerhin»befremdend und seltsam ist."
Sie versuchte ,}u lächeln, doch jeder bemerkte, wie mühsam dos Lächeln erkämpft war.
Die Gäste standen fdjon an der Tür, sie konnten den Saal nicht schnell genug verlaßen.
Gegen Abend brachte der Gesangverein aus der Kreisstadt ein Ständchen und wurde gut bewirtet, bann sollte getanzt werden. Ein Klavierspieler und ein Geiger traten an. Die Jugend tanzte, die alteren
Es war an einem Samstagvormittag. Um den Mervado 'Dhieno, um die Markthalle des Stadtviertels Sans in Barcelona, ging es wieder sehr laut und lebendig zu. Die Sonne schien vor Lust oben am Himmel zu tanzen, und die Menichlem unter ihr waren Frühlingstrunken. Morgen war Palmsonntag. UcbcraU wurden Palmenwedel zum Verkauf angeboten, Buden mit Bändern in allen Farben waren dicht umlagert von kaufenden Frauen. Am Palmsonntag will jede Famllie, die ein bißchen aus sich hält, ihren 'Palmenzweig in die Kirche tragen, wo er geweiht wird, damit er noch vor Ostern draußen am Balkon oder vor der Türe angebracht werden kann. Er soll das Unglück für das ganze kommende Jahr vom Hause sernhalten.
Angela stand in einem rosa Kattunkleidchen, über das sie ein dünnes weißes Jäckchen aus Waschstoff
freundliche Worte. ,
Angela war allgemein beliebt, unb die Frauen erzählten sich, daß sie mehr Navios haben könne, wie sie Finger an den Händen hätte, wenn sie nur wolle. Der Flavio ist der Bräutigam. Aber man erzählte sich weiter, keiner gefiele Angela, u£> sie rönne doch gute Partien machen. Ein lunger Backer mit eigenem Geschäft aus der Straße Massini laufe sich die Beine nach ihr ab, und so viele andere auch.
Die Frauen hatten recht, viele Freier stellten sich nach unb nach ein. Die Schönheit der achtzehn- jährigen Blumenverkäuferin stieg den jungen Leuten zu Kopf, und sie streckten verlangend die Hande au» nach dem reizvollen Mädchen.
Sie hatte eben einer Kundin die letzten Lilien verkauft, und es trat einen Augenblick Ruhe ein. Alle Blumen waren schon fort, außer den Rosen. Davon standen noch ein paar Dutzend in den verschiedensten Farben vor ihr in den hohen Glasern. Sie dachte, morgen war Palmsonntag, morgen konnte sie einmal gründlich ausruhen. Zwar waren auch Sonntag vormittags die Lebensmittelgeschäfte und die Markthalle offen, zwar durften morgen vormittag auch die Geschäfte verkaufen, die nut dem Palmsonntag in irgendwelchem Zusammenhang standen, also mich sie, aber sie würde ihren Kiosk zulaßen. Sie wollte morgen gar keine Blumen mehr loswerden, sie wollte ihren vollen Palmsonntag genießen, denn heute mußte sie auch am Nachmittag verkaufen. Mittags würde sie sich Blumenvorrat von zu Hause holen.
Sie hatte plötzlich das seltsame Gefühl, das einen überfäüt, wenn man beobachtet wird, oic blickte auf und gerade in die Augen eines Herrn, der nur wenige Schritte von ihrem Kiosk entfernt stand, sie senkte sofort die Lider, denn der Blick des Fremden war ihr peinlich, weil sie allzu deutlich Bewundening darin las. ,, ,. .
Sie machte sich an den Blumen zu schassen und ordnete die Rosen in den Gläsern gefälliger Doch als sie so herumhantierte, stand der Fremde plötzlich dicht vor ihrem Kiosk, sagte in äußerst gebrochenem Spanisch: „Ich möchte Rosen kaufen, seSorita.
Sie mußte nun doch hochschauen, unb wieder blickte sie gerade hinein in die zwei Augen, die |ic bewundernd ansahen. Ueber ihre Wangen legten ich rosige Schleier, die der bräunlichen Haut einen seltenen Farbton verliehen. Sie dachte, er hatte so tiefblaue Augen und war ein Ausländer. Dielliecht war er ein Deutscher?
I Fortsetzung folgt.)
Gutsherrn em jähes Ende bereitet. Mit gesenktem Kopf stand der Sohn vor dem toten Vater, und langsam drängten sich ein paar Tränen aus seinen Augen.
An Frau Betttnas Ohr war das Wort „tot" gedrungen, und ihr schien, das Wort war ein spitzer Stahl, der sich tief in ihr Herz bohrte und ihr grausamen Schmerz bereitete. Sie wollte rufen: „Das ist nicht wahr, das darf nicht wahr fein!" 2lbcrjl)rc Lippen klappten aufeinander, ohne daß eine, eilbc darüber kam, und bann machte sie ein paar Schritte und brach lautlos zufaimnen. — Zu Füßen des Toten, der ein silbernes Myrtensträußchen im Knopf loch trug, lag die schlanke Frau mit dem silbernen Myrtenkranz im braunen Haar bewegungslos, wie der Tote selbst. .
Tiefe, wohltätige Ohnmacht hielt ihre sinne
umfangen.
Fluchtartig verließen die Gäste das Herrenhaus von Zweilinden, nur ein paar ganz gute Freuyde zurückgeblieben, um zu helfen, so gut sie . Als Frau Bettina aus ihrer Ohnmacht er-
gedauert?
Unb wieder Hangen Gläser aneinander, bann wurden Stühle gerückt, unb Schritte gingen burch
StM. s°lchich'° ist I WM. “h‘w' HLÄ d°m Urten d--
„Ich halte auch noch mit!" rief der Landrat des Kreises, und Anton brachte den Kühler, wie es sein Herr gewünscht, schaffte Platz dafür auf der Tafel.
In diesem Augenblick, niemand bewegte sich durch den Saal, wurden Schritte laut, die sich zu nähern schienen, gleich daraus wurden Stühle gerückt, obwohl alle plötzlich ganz still auf ihren Stühlen saßen, und trotzdem kein einziger Settleld) erhoben wurde, klangen nun laut unb helltönenb Glaskelche anein- ander. Dann war alles wieder ruhig, ganz ruhig. Die Gäste sahen starr da wie Marionetten.
Die kleine Baronesie Rückert war kreidebleich geworden. Der Landrat lobte: „Ein drolliger, äußerst gelungener Scherz!"
Er blickte zur Dame des Hauses hinüber, die fahl unb schweratmend in ihrem Stuhle lehnte.
Sie schüttelte den Kops: „Es ist kein scherz Herr Landrat, was wir alle gehört haben, niemand von uns würde einen solchen geschmacklosen Scherz in Szene setzen." m .
Kaum hatte sie das letzte Wort gesprochen, da stießen schon wieder geheimnisvolle Kelche aneinander. ,
Mehrere Gäste erhoben sich. Die Baronesse nahm angstvoll Konrad Zweilindens Hand, umklammerte sie, flüsterte: „Ich fürchte mich!"
Der Hausherr lachte: „Das ist ja doch bloß ein bummer Schnickschnack, auf der Welt geht alles mit natürlichen Dingen zu."
Anton stand hinter den Stühlen des Silberpaares wie eine Bildsäule. Seit jenem Mittagsmahl hatte er die stummen Gäste von Zweilinden nicht mehr gehört, und heute waren sie wiedergekommen. Ihm war zumute, als legte sich unter den Kleidern ein eiskaltes Laken um seinen Körper. Frau Betttna hatte die Linke auf das Herz gepreßt, das heftig schlug.
Der Spuk sollte ja stets Unheil antunbigen.
Als sie die stummen Gäste zum erstenmal gehört hatte, war kurz danach ihr Pflegevater erschossen worden. Als sie zum zweiten Male hier Einkehr gehallen, hatte sie erfahren müßen, daß sie einem Lug- ner ihr Herz geschenkt, einem gemeinen Menschen: auch halle es im Herrenhaus gebrannt.
Was kündete der unselige Spuk diesmal nur an? War ihr Glück zu groß, hatte es schon zu lange
Herrschaften plauderten. «. ..
Konrad Zweilinden tanzte mit Molly Rückert, der Tochter des Gutsherrn von Karlshof. Sie schmiegte sich an ihren Tänzer und blickte andächtig zu ihm auf. Er lächelte auf sic nieder, dachte wie feine Mutter vorhin, Molly Rückert würbe ein liebes, nettes Frauchen werben: sie paßte gut zu »hm.
Sein Dater unterhielt sich lebhaft mit dem Laubrat unb einigen anderen Herren. Er sprach fast zu laut, aber es 'fiel ihm nicht auf, benn laut sprachen hier fast alle, der Sekt hatte allen geschmeckt.
Ottfried von Zweilinden rief vergnügt: „Ich hoffe bestimmt, nach weiteren fünfundzwanzig Jahren sehen wir uns alle hier wieder! Kemer soll dann
Er"brach^plötzlich ab, sein rotes Gesicht war du och dunkler, er griff mit beiden Händen Halt und stutze suchend, vor sich ins Leere und glitt bann mit einem sonderbaren Gurgeln seitlich vom Stuhl, ehe ihn noch jemand festhallen konnte.
Einige Frauen schrien auf, die Tanzmusik brach ab und die Männer faßten gleich zu, schleppten nun den schweren regungslosen Körper auf em Sofa.
Frau Bettina starrte auf ihren Mann, als hatte sich ihr das Haupt der Medusa gezeigt. Sie war nicht fähig, sich zu bewegen, sie war nicht fähig, zu vrechen. Sie empfand nur die grausame Gewißheit, das Unheil, das die stummen Gäste von Zweilinden angekündigt, war schon eingetroffen. Schnell, überschnell war es nun wieder über sie heremgebrochen.
Zwei Aerztc befanden sich unter den Geladenen. I Sie untersuchten den starren Körper Ottfried Zwei- I findens, erklärten beide, es wäre keine Hilfe mehr
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2. auf schweren, untätigen Böden oder m trockenen Lagen. ,
3. zur Kräftigung zurückgebliebener oder lückenhaft stehender Saaten sowie zur Ergänzung ursprünglich zu knapp bemessener Stickstoffgaben.
4, um möglichst schnell eine geschlossene Pflanzendecke und dadurch Schattengare zu erzielen oder Unkraut zu unterdrücken.
6. zur Rübendüngung, da die Ruben besonders große Vorliebe für Salpeterstickstoff haben.
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