Ausgabe 
15.3.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 65 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderhessen)

INittwoch,l5.Mär;l933

Aus dem Reiche der Krau.

Baby am Morgen.

Don Elisabeth Lindemann.

Vorbedingung zur Erziehung eines gesunden Säuglings ist, daß die Eltern vernünstig genug sind, um das Kind unter allen Umständen zur ungestörten Vachtruhe anzuhalten. Es schadet nichts, wenn ein Kind schreit, es liegt durchaus nicht immer etwas Schlimmes oder gar eine ge­sundheitliche Störung vor. Wird ein Kind rich­tig gepflegt, genährt und sauber gehalten, so wird es schon in der zweiten, dritten Rächt, in der man es seinem Schicksal überläßt, ruhig wer­den. Kinder merken alles. Vimmt man sie nur ein einziges Mal während der Rächt hoch, ver­langen sie es gebieterisch auch in Zukunft.

2m allgemeinen wird das Kind von abends 10 Uhr bis morgens 6 Uhr durchschlafen, dann legt man es trocken und gibt ihm zu trinken. 2e nachdem, ob das Kind gestillt wird oder Flafchennahrung erhält, richten sich die Vorberei­tungen. 2n beiden Fällen ist größte Sauberkeit Voraussetzung. Bekommt das Kind die Flasche, darf die Mutter niemals mit ihrem Mund kosten oder vielleicht versuchen, ob der Sauger richtig zieht. Wir haben stets Bakterien an uns, und können sie so auf das noch nicht widerstands­fähige Kind übertragen. Die Milch darf stets nur bis zu dem gewünschten Grad im Wasserbad e- hiht werden. Kochen tötet die lebenswichtigen Bestandteile der Nahrung, und man unterstützt dadurch die Entstehung des Rachitis. Wird das Kind gestillt, muß die Brust vorher mit einer desinfizierenden Lösung gewaschen werden. Vach der Wahlzeit wird das Kind wieder hingelegt und muß weiterschlafen. Morgens um 10 Uhr wird es gebadet. Man richtet das Bad aus 35 Grad Celsius und legt vorher ein sauberes Hemdchen und Jäckchen, in leicht angewärmtem Zustand zurecht Vor dem Baden darf Baby ein wenig strampeln, man befreit es dazu von Windel und Wickel und legt es auf den sauber vorberei­teten Wickeltisch. Besonders gern liegt es auf dem Bauch, und man soll dieser Veigung ruhig nachgehen. Man kann das Strampeln auch durch ein wenig Gymnastik unterstützen. Man unter­richtet sich darüber am besten durch die überall käuflichen Schriften über Säuglingsgymnastik. Die flanke Prozedur des Turnens und Badens muß in einem gelüfteten, zugfreien Zimmer vorgenom­men werden.

Nach dem Waschen wird das Kind gut abge» trocknet, leicht gepudert und frisch gewindelt. Qleuglein und Gesicht werden in lauwarmem Wasser mit einem Extraläppchen gewaschen. Das Baby darf niemals zu fest gewickelt werden. Viel­fach verzichtet man sogar auf die Decke, in die man es früher fest einschlug und mit Wickelbän­dern befestigte und läßt es nur mit der Windel, Hemdchen und Jäckchen befleißet, unter einer leich­ten, aber warmen Wolldecke im Leineneinschlag ruhen. Natürlich muß man im Gefühl haben, ob das Kind warm genug ist, Kälte würde ihm sehr schaden. Nach der '.Reinigung erhält es seine Morgenmahlzeit, wieder unter Beachtung aller Hygieneregeln. Jede Selbständigkeitsregunq des Kindes soll man unterstützen und ihm nicht zu­viel Hilfe erteilen. Vielfach besteht eine gewisse Abneigung dagegen, den Kops des Säuglings fest zuhalten, er baumelt ein wenig hilflos in der Welt herum, aber keine Angst, er ist nicht so zerbrechlich wie es scheint. Die Genick- und Nackenmuskeln stärken sich schnell, und das ind bekommt später eine gute, freie Kopshaltung.

Die schöne Wohnung.

Don Irma Lohse.

Nur in einer schönen Wohnung kann man sich wohl fühlen .. Kein Heim, in dem man sich nicht wohl fühlt, wird wenigstens auf die Dauer schön erscheinen. Dieneue Sachlich­keit" in der Architektur und im Hausrat stellt als wichtigstes Prinzip die Forderung auf, das Haus im ganzen, jede Wohnung, jeder Raum und jeder Gegenstand müssen zweckentsprechend gebaut fein. Das bedeutet aber keineswegs, braucht und darf nicht bedeuten, daß künstlerische Gesichtspunkte nicht mehr berücksichtigt werden müssen, daß es auf Schönheit nicht mehr an-

Kinder arbeiten im Garten.

Don Elly Petersen.

Gar nicht früh genug kann man damit anfan­gen, Kinder spielend im ©arten helfen zu lassen. DaL wird jeder erfahren, der je ein Kind das erste Radieschen ernten sah. Das erste Radieschen eigener Zucht! Wie stolz wird es den Eltern übergeben geschenkt! Eine Gabe, selbst erzielt, selbst geschaffen. Nicht große Laten später im Leben können diesem ersten Erfolg gleichen.

Wie schön ist es auch für die Erwachsenen, daß die Kinder durch diese Arbeit, durch das Er­leben des Wachsens die erste wirkliche Beziehung zur Natur bekommen. Eine Beziehung, die später im Leben gar so schwer wieder einzuholen ist. Das Geheimnis der Natur wird sich dem emp­fänglichen, einfachen aber um so aufnahmefähi­geren Kinde unauslöschlich einprägen. Wird blei­ben, bis das Kind groß geworden, bis das Kind wieder Kinder hat und sein Erlebnis weiter­geben kann. Wieder so ein Samenkorn legen in einen neuen und guten Boden...

Wie wenig wissen die Stadtkinder, wissen die Großen, die einst auch so arme Kinder waren, von all dem Werden draußen! Gemüse wird gegessen. Blumen werden in den Läden, werden in' den Gärten im Vorbeigehen bestaunt. Wie eine Blume aber entsteht wie eine Mohrrübe, ein Radieschen das begreifen nur die, die es unter den Augen, unter den Händen haben wachsen sehen. Sie haben die wahre Beziehung zur Natur. Die unverlierbare, die erlebte.

Gebt den Kindern ein ©ärtlein. Ein Kinder- gärtlein. Laßt es ein kleines Stückchen Land, ein paar Meter Boden bearbeiten.- Laßt ihnen hiese Arbeit selbstverständlich werden. Sie haben ein Plus im Leben.

Eifrig und emsig gießen und spritzen die Kin­der. Geschickt und vorsichtig hüten sich die kleinen Füßchen, eine Blume niederzutreten. Und die Kinder denken auch bei dieser Arbeit mehr, als

komme. 3m Gegenteil, gesunde Ueberlegung wird stets zeigen, daß die eine Forderung der an» deren nicht nur majt widerspricht, sondern mit ihr geradezu übereinstimmt.

Was ist schön? Schön kann nur fein, waS unseren Sinnen wohl tut, und so individuell unsere Augen, Ohren und Nasen auch beschaffen sein mögen, in den Grundlagen ihrer Arbeits­weise stimmen sie natürlich überein und werden sie von bestimmten Gesehen beherrscht. Bekannt­lich tut es unserem Auge wohl, wenn sich Linien in einem bestimmten Verhältnis schneiden oder anstoßende Linien in bestimmtem Verhältnis zu­einander stehen. Schon die Künstler des Alter­tums kannten die Lehre vomgoldenen Schnitt" und verwerteten häufig diese Kenntnis. 3n der Tat empfindet unser Auge es als angenehm, wenn die anstoßenden Seiten eines Rechtecks (z. B. eines Bildes oder eines Möbels) im goldenen Verhältnis" zu einander stehen, d. h., daß die eine Linie sich zur anderen verhält, wie die andere zur Summe beider. Bestimmte Farben­zusammenstellungen sind unserem Auge sympa­thisch. Gewisse Farbenkompositionen können ge­radezu dem Auge weh tun. Aehnliche Gesetze gelten für die Akustik: Disharmonien und Lärm finb immer unschön.

Vie wird daher eine Wohnung für schön gelten können, die nicht mindestens in einem Teil ihrer

Räume die Möglichkeit gibt, sich dem Lärm zu entziehen und Ruhe zu genießen. Vie wird eine Wohnung schön genannt werden können, in der nicht Stühle, Sofas, Betten bequem genug sind, daß man sich darin von des Tages Arbeit wirk­lich erholen kann. 3n einer schönen Wohnung müssen Wände, Fußboden, Möbel leicht zu reini­gen sein. Diese wähle man daher möglichst glatt und ohne viel Verzierungen. Eine schone Wohnung muß sich leicht und ausgiebig lüften lassen, denn auch Vase und Lunge haben ein Anrecht auf Erfüllung ihrer Wünsche nach Er­holung und Beglückung. Besonders wichtig ist es. daß im Speiseraum Auge, Ohr und vor allen D ngen die Vase in keiner Weise belästigt wer­den, denn das in angenehmer Umgebung und daher in behaglicher Stimmung verzehrte Essen schmeckt doppelt so gut. Eine schöne Wohnung darf auch von der Hausfrau kein Uebcrmaß an Arbeit verlangen, denn abgearbeitet und ab­gehetzt wird sie für Schönheit kein Empfinden haben. 3st es dir möglich, dich mit ein paar schönen Bildern oder auch nur Drucken und hübschen Vasen zu umgeben, so betrachte eine solche Anschaffung nie als Luxus! Ein Blick auf ein Bild, das man liebt, kann ablenken von Sorgen, wohltun, beglücken. Kannst du dir nichts dergleichen leisten, so tun es auch ein paar Blumen in einer einfachen Schale.

Kinderkleidung heute und vor sechzig Zähren.

Nach einem Gespräch mit Pros. Or. Leo Längstem, Sireftor des Kaiserin-Auqusta-Dirtoria.Sauses zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reiche

Erft in den letzten Jahren haben wir gelernt, in Kindern nicht nur kleine Erwachsene zu sehen. Diese Verschiebung zeigt sich auch deutlich bei einer Betrachtung alter und neuer Kinderkleider. Kinderkleidung vor 60 Jahren: wo war da ein Unterschied zu der allgemein herrschenden Mode? Die Kunst der Schneider mag ja recht erfreulich gewesen sein. Die Kinder aber, die man in diese schonen Sachen steckte, waren nicht gerade zu be­neiden. Trug die Dame eine Krinoline, so mußte auch das Dreijährige in ein weites und gesteiftes Röckchen schlüpfen. Schrieb die Mode eine eng- anliegende Halskrause vor, so wurde auch das Kind ein halber Säugling noch in solch einen Kragen gesperrt. Heute wissen wir: Kör­per und Organe, die wachsen und sich gesund ent­wickeln sollen, dürfen nicht allgemein modischen Gesetzen unterworfen werden. Sondern sie ver­langen auch in der Kleidung eine beson­dere und individuelle Aufmerksamkeit und Pflege. Diese Umstellung zeigt sich schon beim Säugling. Stickkissen und Wickelbänder sind wenigstens in den Städten völlig verschwunden. Vorbei sind die Zeiten, in denen man Babys so fest ver­packte, daß sie sich kaum rühren tonnten. Heute sind Ober- und Unterkörper nur noch locker von Stoff umgeben, die Gliedmaßen haben volle Be­wegungsfreiheit.

Für die Bekleidung der Ein- bis Zweijährigen läßt sich grundsätzlich sagen, daß sie desto besser sein wird, je freier der Körper sich bewegen und je mehr Luft an ihn heran kann. Vatürlich müssen hier starke Unterschiede je nach Ent­wicklung und Widerstandsfähigkeit gemacht werden. Eine besondere Rolle spielt in dem Babyalter die Unterkleidung. Stets sollte sie aus leicht durchlässigen und bequem waschbaren Stoff fein. Seinen oder Halbleinen ist gut im Som­mer, im Winter Wolle. Es ist ein weitverbreite­ter Aberglaube, daß gehäkelte Wollsachen zu luftdurchlässig seien, um gut wärmen zu können. Sie halten wundervoll warm und gestatten dabei einen guten Luftdurchgang. Allerdings muß be­rücksichtigt werden, daß vor allem nicht ganz gute Wollstoffe gelegentlich Hautreizungen Hervorrufen. Es empfiehlt sich, bann ein dünnes Hemdchen darunter zu ziehen, ©ummuüge zum Halten von Höschen und Röckchen sind für die Entwicklung der leicht verletzlichen inneren Or­gane gefährlich. Man lasse Kinder daher stets Leibchen tragen, an die dann Hose ober Rock angeknüpft werden können. Diese Leibchen müssen über der Brust recht weit und über dem Rücken

die ©roßen annehmen. Ein Beispiel: Ein kleines erst dreijähriges Mädchen sah zu, wie ein Er­wachsener Pflanzen es war Löwenmaul pikierte. Und bas Kinb wollte helfen. Da bekam es auch ein Kistchen mit Erbe unb ein kleines Pflanzholz. Aber statt der noch sehr zarten Sämlinge erhielt es ausgezupftes ©ras. Eine Zeillang arbeitete bas Kinb ruhig. Dann hörte es aber ärgerlich auf unb wollte bierichtigen" Blumen haben! Dasselbe Kind hat tagtäglich zum Umtobten bie alten Blumentöpfe ganz sauber in einem Schafs mit Wasser unb einer Bürste ge­waschen unb zum Trocknen hingestellt. Unb babei wohnte bieses Kinb stets in ber Stabt unb war nur über Sommer in einem ©arten. Dieser ©ar­ten schuf ihm unenbliches Vergnügen. Immer aber wollte bas kleine Kindarbeiten". Es sah so verständig beim Unkrautzupfen zu, daß man spüren konnte, wie dieses Kind bald Wichtiges und sogenanntes Unkraut unterscheiden lernte. Gibt es etwas schöneres, als Kinder beim Erb- beerpflücken?! Vie wird eine Frucht in den Mund gesteckt werben. Das Körbchen muß voll werden, das ist bie Losung. Unb emsig arbeiten die klei­nen Händchen, pflücken Deere um Beere...

Winke für dasgroßeAeinemachen

Don Edith Loheyde, Meisterin der Hauswirtschaft.

Mit den ersten Frühiahrssonnenstrahlen kom­men für bie allzu besorgte Hausfrau schwere Wol­ken gezogen! Recht gesehen sind es nur winzige Staubwölkchen bes gefürchteten Großreinemachens. Wir möchten einige Winke geben unb alle Wol­ken damit verscheuchen!

Dicht bie ganze Wohnung mit einemmal Um­stürzen! Wenn die Raumoerhältnisse es zulassen, wenigstens ein Zimmer freihalten von aller Reine- macherei! Ein stilles Plätzchen für den Haus-

eng gearbeitet sein. Sonst wirken sie bei rasch wachsenden Kindern leicht umgekehrt wie Ge- radehalter: sie biegen die Wirbelsäule nach vorne. Auch müssen Hänger unb Unterleibchen stets breite Trager haben. Schmale Träger, die nur am äußeren Ende des Schulterblattes aufliegen, schie­ben dieses oft allmählich nach innen und vorne unb führen so eine ungünstige Haltung herbei. Recht ungesund sind bie runben ©ummistrumpf- bänber, benn sie stören bie Dlutzirkulation. Wer­ben lange Strümpfe getragen, die nicht aus einer so guten Wolle finb, baß sie von selber halten, so bringe man die Strumpfhalter senkrecht nach unten verlaufend auf der Innenseite ber Schen­kel an.

Für die Kinder zwischen drei und zehn Jähren gibt es die verschiedensten Formen gesunder Kleidung. Sehr beliebt ist bas Spielhöschen. Hals, Arme unb Deine bleiben frei. Der Körper hat volle Dewegungsfre'cheit und ist nirgendwo von der Lust abgeschlossen. Für Mädchen sind auch bie losen Hängerchen praktisch und hygienisch ejrttoanbfrei. Eie werden jetzt oft mit in ber Taille angelegten unb unter bem Rock sitzenden Höschen gearbeitet; das ist eine saubere unb nette Lösung. Doch muß barauf geachtet werden, daß die Deine dieser Höschen nicht durch einen ©ummizug fest um die Schenkel gehalten werden. Denn das würde die gleichen nachteiligen Fol­gen haben, die wir bei runben ©ummiftrümpf» bändern feststellen. Für Jungen sind Sweater oder Dluse mit darunter sitzendem oder ange- knüpftem Höschen nett und gesund. Auch für Mädchen lassen sich ähnliche Kombinationen mit Rocken Herstellen. Die Dekleidung ber Füße sollte von ber indivibuellen Entwicklung abhängig ge­macht werden. So sind in manchen Fällen etwas höhere 'Absätze besser. Deim Wandern sind hohe Schuhe oft empfehlenswerter als Halbschuhe. Ein unbedeckter Kopf ist für die Kinder meist aus­gezeichnet. Rur bei starker Kälte sollte man ihnen Wollmützchen aufsehen. Stets muß Kinderkleidung einfach unb möglichst leicht zu reinigen fein. Vicht nur, weil Kleider kein Gegenstand fein sollen, auf den das Kind beständig achten muß, sondern auch, weil komplizierte Kinoerkleider eine völlig unnötige und also auch ganz unökono­mische Belastung der Hausfrau bilden.

Kinderfachen können nicht oft genug gewaschen unb gelüftet werden. Sorgfältigste B^andlung ist ara Platze, denn durch bie Wäscherei ver­dorbene besonders aber auch verfilzte Unterwäsche ist keineswegs gesundheitsfördernd.

Herrn, ein fröhliches Gesicht, wenn er nach Hause kommt! Vach einem sesten Arbeitsplan arbeiten, für das Mittagessen Vorsorgen!

Oben angefangen! Gardinen herunter, alle Dinge im Zimmer, wie Teppiche, Decken, Polster­möbel, Kissen, Vasen usw., die einstauben, her­aus! Die Bilder ab! Dann die Wände von oben heruntersaugen oder mit einem Besen, den man mit einem Tuch umwickelt, allen Staub herunter­fegen.

Beim Fensterputzen darauf bedacht sein, daß die Leiter gesichert ist. Die Rahmen abwaschen, klar nachwischen. Beim Putzen ber Fenster keine Soba verwenben. Um Tücher zu sparen, zunächst mit Zeitungspapier nachreiben, das zugleich eine stark reinigende Wirkung hat.

Teppiche nach bem Klopfen bzw. Saugen mit einer Essiglösung, auf Liter Wasser 1 Eßlöffel Essig, abbürften, um bie Farben aufzufrischen. Auch Großmutters Sauerkraut bewährt sich oft, obwohl Teppichfachleute zuweilen bie Behandlung mit Essigwasser vorziehen. Teppiche, bie mit einem der üblichen Sauger behandelt werben, bie nicht zugleich Hopfen, müssen unbebingt geklopft wer­den.

Dorraisschränke nach der Reinigung mit einer schwachen Lösung von übermangansaurem Kali und Wasser auswaschen.

Dei der Reinigung ber Schränke im Schlaf­zimmer an das Einmotten denken! Konnten bie coachen den ganzen Sommer hindurch geklopft, ge­saugt und gesonnt werden, so würde sich ein Ein­motten erübrigen. Da es jedoch selten möglich sein wird, so müssen die Wintersachen zweckmäßig eingemottet werden. Zunächst auf Flecke nach» sehen unb diese entfernen, bann Hopfen unb bür­sten, auch bie Taschen lücht vergessen! Dunlle, angeschmutzte Stellen werMn von Motten zur Ei­ablage bevorzugt. Die Sachen in mottensichere Kisten packen, d. h. in solche, bie vor Luftzug ge­schützt finb! Mottensichere Wittel bazwischenlegen bzw. streuen!

Gardinen ausstauben, bann in immer zu er»

Ein Punkt, der häufig beim Ankleiden der Kin­der nicht genügend beachtet wird, ist bie Wit­terung. Würben bie Mütter genauer achtgeben, ob es wohl regnen wird, oder ob die Sonne scheint sie würden ihren Kindern manche Krankheit ersparen können. Vicht empfehlenswert zum Schuh gegen Regen sind Kleidungsstücke aus Gummi ober Kaullchuk. da sie kaum Lust burch- laTfen. Man nehme lieberimprägnierte Stoffe, ©egen zu starke Sonne bieten weiße ober hell­gelbe Kleiber ben besten Schutz. Auch der Kopf sollte bann durch ein Helles, locker sitzenden Strohgeflecht geschützt werden. Wärmende Äki« düng muß stets über den ganzen Körper ver­teilt sein. Oben ein dicker Pelzmantel unb dazu bloße Knie, das ist ein mobischer Unfug, ber schon manchem Kinde böse gesundheitliche Schä­digungen eingebracht hat. Eine natürliche, das heißt ben Debingungen des Wachstums und Luftwechsels angepaßte Kleidung ist nicht nur die gesündeste, bei geschickter Machart ist sie auch die kindlichste unb schönste. P. E.

Erprobte Rezepte.

Lieberbackenes Gulasch. @ut abge­hangenes ©ulaschfleisch wird geklopft, in Stücke geschnitten unb mit Pfeffer unb Salz gewürzt. Man legt bie Stücke in bie Backform unb gießt zu V, bis 3/t Pfunb Fleisch V« Liter frische Milch, Die mit einem Ei verrührt wurde. Dies wird in ben sehr heißen Bratofen geschoben, unb nach knapp einer Stunde hat man ein zartes, weiches, mit einer gelbbraunen Kruste versehenes Fleisch­gericht.

Linsen auf Mecklenburgische Wan weicht bie Linsen einige Stunben ein und kocht sie bann mit kleingeschnittenen Pvreestangen und einer halben geraspelten Sellerieknolle mit Maggibrühe weich. Einen Löffel Wehl läßt man in einem Löffel Fett unter Zutat von geriebener Zwiebel hell­braun anbünften unb schüttet die Linsen dazu. Es muß einLöffelgemüse" fein, das trotzdem, mit ber ©abel gegessen wirb. Man gibt Bratwürstchen ober Halberstädter Würstchen, auch Scheiben von gebratenem Speck dazu unb stellt bereits in ber Küche abgeschälte Pellkartoffeln neben die ©c- müseschüssel.

Einfaches Fischgericht. (Für 4 Per­sonen.) Zutaten: 1 Kilogramm Seefisch, 3 Zwie­beln, 50 ©ramm Margarine, 1 Kilogramm Kar­toffeln, V3 Liter Fleischbrühe aus 2 Maggis Fleischbrühwürfeln, etwas Essig, Gewürz, Binde­mittel. Zubereitung: Der Fisch wird sauber vor­bereitet, in Portionsstücke geschnitten, die man mit ben geschälten, seingeschnittenen Zwiebeln und den geschälten, in Scheiben geschnittenen rohen Kartoffeln mischt. Wau brät alles kurz in bet heißen Margarine an, gibt bie Fleischbrühe dar­über und läßt das Fischgericht ganz langsam gar werden; es muß mehr ziehen als kochen. Hat es zuviel Flüssigkeit, wird diese mit etwas kalt angerührtem Kartoffelmehl gebunden unb das fertige Gericht zuletzt mit etwas Essig unb Ge­würz abgeschmeckt.

Gefüllter Kohlkopf: Einen festen Kohl­kopf bwanchieren (bas heißt kurz kochen). Aus- einanberbiegen, das Innere herausnehmen, fein hacken und mit Zwiebel, Fett, Stückchen Zucker, und Salz sowie Pfeffer braun rosten. Das Ge­hackte dann mit 50 Gramm halbweich gekochtem Reis, einem Ei, 100 Gramm gehackten Champig­nons (eventuell Pökelfleifch) vermischen, in den ausgehöhlten Kohlkopf füllen, in eine 'Serviette locker binden und eine Stunde im Wasserbad kochen.

Käseschnitten. (Besonders zu Spinat und Salat.) 5 bis 6 weiße Brötchen werden in fin­gerdicke Scheiben geschnitten, kurz durch Milch ge­zogen und sofort wieder leicht ausgebrückt. 125 ©ramm geriebener Käse, 2 Eier, 2 Löffel Milch, 2 Löffel Mehl unb Salz werden zusammengerührt. Mit dieser Masse werden die Weißbrotscheiben auf einer Seite bestrichen, bann werden sie in gutem Butterschmalz zuerst auf der bestrichenen Seite und bann erst auf ber unbestrichenen gold­gelb herausgebacken.

neuernbem Wasser den Staub nach Möglichkeit herausspülen. Vach bem Auskochen spülen, zu­erst heiß, bann kalt, bis sie ganz frei von aller Seife finb. Es ist von großer Wichtigkeit, Da sich bei ungenügendem Spülen in dem kalkreichen Wasser die Seifenreste mit bem Kalk zu Kalk­seife verbinben und mit der Zeit zur Zerstörung des Gewebes führen würden.

Lim beim Klopfen der Polstermöbel bas Auf» wirbeln von Staub zu verhüten, ein feuchtes La­ken barüberlegen! Mngeftricßene Holzmöbcl ent­lang ber Maserung scheuern, ebenso bie Holzge­räte in der Küche. Küchenmöbel, lackiert, lasiert ober gestrichen nicht abseifen, sondern mit Kleielösung abwaschen. Har nachwaschen, abtrock­nen unb nachpolieren.

Parkettfußböden zunächst von Flecken befreien! Gründliche Reinigung mit Spänen, dann leicht einwachsen und träftig nachpolieren! Wenn bas Entfernen ber Flecke indessen immer regelmäßig geschieht, wenn regelmäßig aufgerieben wird, so ist der Fußboden immer gut erhalten. Linoleum bei gründlicher Reinigung mit lauwarmem Wasser unb einer neutralen Seife abwaschen, sofort, nicht zu naß, klar nachwischen und zum Schluß, wenn der Fußboden ganz trocken ist, dünn einwachsen und gut nachpolieren. Je schwerer bet Bohner» besen ist, desto weniger eigene Kraft ist beim Auf reiben nötig.

Vasen unb Karaffen werben von ihrem Satz mit rohen Kartoffelstücken und Schalen befreit Diiberrahmen nicht naß behandeln! Goldene Samen mit Zwiebeln abreiben, dunkle nur polie­ren ^w. leicht einwachsen! Porzellansachen aul der Vitrine mit einem in Terpentin getauchten Flanellappen polieren. Verzierungen an Meiß­ner Porzellan ober dergleichen mit einer kleinen Bürste (alte Zahnbürste) reinigen!

Wenn bie Arbeit des FtühjahrshauspuheS übertounben ist, wenn blütenweiße ©arbinen von Hausfrauenarbeit erzählen, dann mag die Haus­frau den Frühling genießen!