Nr. so Lrühattssabe
183. Jahrgang
Mittwoch, 15. Zebruar 1935
Lricheini tdgltd), außer Sonntaas und ^tierioq» Beilagen: Die DDuftnerte (Bienenei Jamilienblätter Heimat >m Bild Dieöcholle monatsBeingspreis:
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GiehemrAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Chefredakteur
Dr Friedr. Wilh. Gange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Gange, für Feuilleton Dr H.Tdqr ot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und fflr fronAnzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen.
Oie Beisetzung der 62 Opfer von Neunkirchen.
Neunkirchen, 14. Febr. (TU.) Während schwere Wetterwolken am Tage der Katastrophe I die Stimmung der schwergeprüften Bevölkerung der Stadt noch mehr niederdrückten, lag am Tage : der Traucrfeicr strahlender Sonnenschein über ■ Neunkirchen. Der Wiederaufbau wurde, nachdem t, I die allerschwerste Gefahr gebannt war, nur unterbrochen, um am Nachmittag den Todesopfern der furchtbaren Explosionskatastrophe ein stilles Gedenken zu widmen.
Nachdem am Vormittag in der Herz- I e s u k i r ch e ein feierlicher Gottesdienst abgehalten worden war, an dem Vizekanzler v. P a - pen, Ncichsarbeitsminister Seldte, der Ober- Präsident der Nheinprovinz Dr. Fuchs und der Präsident der Regierungskommission des Saar- gebicts, Knox, sowie zahlreiche Vertreter der Behörden, Organisationen und Vereine teilgcnom- men hatten, fand um 15 Uhr auf dem Unteren Markt die eigentliche Trauerfeier statt.
Die Trauerfeier.
Die Feier begann mit dem Glockengeläute aller Kirchen der Stadt. Auf dem Unteren Markt standen die Wagen mit den 62 Särgen und dahinter die Angehörigen der To - t e n. Links von der Kanzel sah man den Vizekanzler v. Papen, den Reichsarbeitsminister S e l d te , Oberpräsidcnt Fuchs, den Präsidenten Knox an der Spitze der Saarregierung, Vertreter des Eisenwerks sowie sämtlicher Behörden des Saargebiets. Auch der französische I Arbeitsministcr Paganon nahm an der Feier teil. Auf dem Platz und in den Zugangsstraßen hatten Mitglieder der NSDAP., der Stahlhelm, die Krieger- und Arbeitervereine Aufstellung genommen. Den Hintergrund bildet die Chri- stuskirche, wo die Rcdnerkanzel aufgestellt ist. Um diese haben sich Bergknappen in ihrer Berufstracht gruppiert, hinter ihnen Reihen französischer Grubenarbeiter in Uniform. Eine lange Reihe von Kranzträgern von Vereinen und Körperschaften sowie die Fahnenabordnung schließen sich an. Wenige Minuten vor 15 Uhr kommt der katholische Klerus, in seiner Mitte Weihbischof Dr. Mönch, in feierlicher Prozession auf den Platz. Die evangelische Geistlichkeit hat sich auf der anderen Seite des Katafalks aufgestellt. Die Feuerwehrleute entzünden ihre Fackeln. An den Fenstern des Diltoria-Hospitals sieht man hie unD_ da weinende, schwarzgekleidete Frauen, Angehörige oder Krankenschwestern.
- Tiefes SchweigenI Drei Schläge von Herz 3esu, von St. Paul, von den anderen Kirchen! — Jetzt legt der Handwerker im ganzen Saargebiet sein Werkzeug aus der Hand, der Schreiber die Feder, der Chauffeur läßt den Volant — zehn Minuten Schweigen im ganzen Saarland! Und dann erschallt der Choral der Feuerwehrkapelle. Der Gencralsupcrintendent der Rheinprovinz D. Stoltenhoff, Koblenz, betritt die Kanzel. Er erinnerte daran, daß kaum das Leid, daÄ die furchtbare Grubenkatastrophe im 3ahre 1930 über das Land an der Saar brachte, verblaßt sei. und schon wieder fahre lähmendes Entsetzen durch Herz und Glieder. 3 n eng ft er Verbundenheit mitfühlender und mit» tragender Liebe stehe die weite deutsche Heimat zu allen so schwer Heimgesuchten. 3c finsterer der Tag und je unbegreiflicher unser Erleben, desto sehnsüchtiger mühten wir unsere Hände durch die schier undurchdringlichen Wolken äußerer und innerer Bedrängnis emporheben. Alles sei zu überwinden durch die Kraft dessen, oer die Menschheit gebildet habe. Gott gebe, daß die Trauerstunde für alle ein tief eindringlicher Ruf sei hin zu dem. der das unerhört gewaltige Wort sprechen durfte: 3ch bin die Auferstehung und das Leben.
Das ergreifende „Es ist bestimmt in Gottes Rat" tont, gesungen vom Saar-Sängerbund, in weichen dunklen Klangen über den Platz, und dann spricht der Weihbischof von Trier Dr. Mönch, der früher 15 Jahre lang als Pfarrer in Neunkirchen Freud' und Leid mit seinen Pfarrkindern geteilt hat. Er wies darauf hin, wie viel furchtbarer die Wirklichkeit die Berichte übertroffen hat: Not, Leid und Zerrissenheit überall, wohin man sieht, wohin man hört. Aber die innigste Teilnahme des ganzen deutschen Volkes mit den Hinterbliebenen sei gewiß, Wenn die Frage nach dem Warum dieses Unglückes auftauchc, so gebe es keine Antwort. Aber vielleicht sollte es (ein, um in unserer Zeit des Eigennutzes und der kalten Selbstsucht die enge Verbundenheit der Menschen in ein helles Licht zu rücken, die heldenmütige Treue der Feuerwehren, der Männer vom Roten Kreuz, der Polizei, der Behörden, der Aerzte und Krantenschwestern, der Opferwilligen im ganzen Lande. Vielleicht habe ^Gott eine Gelegenheit geben wollen, der ganzen f’Sßelt zu zeigen, daß dieses Pflichtbewußtsein, diese reine Menschenliebe, diese echt christliche Bruder- gcsinnung immer noch und unterschiedslos vorhanden feien.
Letzte Sofort.
Nach dem von der Feucrwehrkapelle gespielten Choral „Wenn ich einmal soll scheiden", seht sich der Trauerzug nach dem Friedhof in Bewegung. Dumpfes Glockenläuten setzt von allen Kirchen ein. Die Vereine, die sich auf der Hauptstraße formiert haben, setzen sich mit ihren Fahnen in Bewegung, zuerst die weltlichen Vereine, dann die kirchlichen, dann die Beamten und Angestellten des Eisenwerkes und der Stadt, an die
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sich die Teilnehmer an der eigentlichen Trauerfeier auf dem Unteren Markt anschließen, deren Kernpunkt die lange traurige Reihe der zehn Leichenwagen mit den 40 evangelischen Toten bildet, und alle Angehörigen. 3hnen folgt in ähnlicher Anordnung der Trauerzug der katholischen Toten. Zwischen beiden Trauerzügen haben die offiziellen Persönlichkeiten, die Trauergäste aus dem Reiche usw. Aufstellung genommen. Mehr als 20 000 Menschen bewegen sich hinter den Särgen durch die Stadt. Eine halbe Stunde lang währt der Zug unter dem ergriffenen Schweigen der Zuschauer. 3n dem um die Kapelle liegenden Teil des Friedhofes hat man das Ehrengrab gegraben, ein gemeinsames Grab für alle Katholiken auf der einen Seite und für die Evangelischen auf der anderen Seite des Weges. 3n der Mitte der Anlage wird bald ein Denkmal errichtet werden und ein gemeinsamer Grabstein für alle.
Nach der Ankunft auf dem Friedhof vollzog die katholische Geistlichkeit die Einsegnung ihrer Toten nach dem üblichen Ritus, und dann sprach Pfarrer Teske für die evangelischen Toten und ihre Hinterbliebenen die Worte der Einsegnung. Unter den Kränzen sah man zwei große Kränze aus Rosen mit weißen Nelken, die im Namen des Reichspräsidenten niedergelegt worden waren, daneben Kränze der Reichsregierung, des Reichskommissars, der Saarregierung und der Familie Stumm. Feierliche Choräle beschlossen die Seiet.
Oie Ausräumungsarbeiten.
Neunkirchen, 14. Febr. (TU.) Die Aufräumungsarbeiten wurden auch am Dienstag mit aller Energie weitergeführt. Von den zwölf Vermißten konnten noch am Vormittag fünf als Leichen geborgen werden, die zusammen mit den übrigen Toten am Nachmittag im Rahmen der großen Trauerfeier beerdigt wurden. Die Saarbrückener Straße ist nahezu vollständig geräumt. Man ist zur Zeil mit dem Abbruch der am schwersten beschädigten Häuser beschäftigt. In phantastischen Formen ragen nur iwd) die Ueberreste der Benzol- bebälter und (9a fo triller hervor. Der ausgeglühte Kondensator droht einzustürzen, so daß gewisse Absperrungen unvermeidlich sind.
Oer BOA. sorgt für die Kinder der Neunkirchener Opfer.
Berlin, 14. Febr. (TU.) Der Hauptvorstand des Vereins für das Deutschtum im Ausland hat beschlossen, in seinen Heimen Plätze für Kinder der Neunkirchener Opfer zur Verfügung zu stellen. Wenn das Saargebiet erfreulicherweise auch kein deutsches Auslandsgebiet ist und in kurzer Zeit auch äußerlich wieder zum Reich zurückkehrt, so handelt es fidf doch um ein im nationalen Kampf und unter fremder Verwaltung'stehendes Grenzland, dessen Schicksal auch vom VDA. immer mit besonderer Anteilnahme verfolgt wird.
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Die Beisetzung des Grasen Apponyi.
Die Menschenmenge strömt in den Kuppelsaal des Budapester Parlamentsgebäudes, um von dem großen ungarischen Staatsmann Graf Apponyi Abschied zu nehmen. Im Hintergrund am oberen Ende der Treppe ist der Sarg aufgebahrt.
Unter riesiger Beteiligung des ganzen ungarischen Volkes wurden die sterblichen Ueberreste des Grafen Aponnyi zu Grabe getragen. Tausende von Trauernden standen auf dem riesigen Platz vor dem Parlament. 3m Kuppet- saal selbst hatte nur ein Teil der Trauergäste Platz nehmen können. Die Familienangel, ör gen, der Reichsverweser Admiral Hort Hy, die Vertreter der fremden Regierungen und Monarchen, Darunter der deutsche Gesandte Baron von Schön. Die riesigen Kranzspenden waren im Erdgeschoß des Parlamentsgebäudes längs der Säulen und Wände untergebracht worden, unter
ihnen die Kränze des Reichspräsidenten von Hindenburg, Mussolinis, des Königs von Bulgarien, des Prälidenten der österreichischen Republik usw., auch ein Kranz des Nationalverbandes deutscher Offiziere mit schwarz-weiß-roter Schleife.
Der Fürsterzbischof von Gran, Kardinal S z e - redy zelebrierte das feierliche Requiem. Ministerpräsident G ö m b ö s feierte danach mit einem Rückblick auf das lange erfolgreiche Wirken des Verstorbenen seine Verdienste um sein Land und den Weltfrieden.
Braucht Hessen einen Reichskommissar?
Staatspräsident Or. Adelung erklärt: Ruhe und Ordnung sind in Hessen nicht gefährdet.
Darmstadt, 14. Febr. (WSN.) Zu den Gerüchten über die Ernennung eines Reichskommissars für Hessen erklärte Staatspräsident Dr. Adelung im „Darmstädter Tagblatt" u. a.: Die Reichsregierung hat erklären lassen, daß ihr von der Absicht, einen Reichskomm.ssar nach Hessen zu entsenden, nichts bekannt sei. Bei einer Rücksprache mit Mitgliedern des Reichskabinetts in Berlin fand ich diesen Eindruck bestätigt. Ein solches Vorgehen stände auch nicht im Einklang mit Wortlaut und Sinn der Reichsverfassung, die in Artikel 48 vor- sieht, daß der Reichspräsident erforderlichenfalls mit Hilfe der bewaffneten Macht einschreiten kann, wenn „die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes gestört ober gefährdet wird". Es muß aber immer wieder betont werden, daß die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Hessen nirgends gestört oder gesä-hrdet ist. Keines
wegs können die wenigen Zusammenstöße links- und rechtsradikaler Gruppen in Hessen als „erheblich" bezeichnet werden, besonders dann nicht, wenn man die Nachrichten über derartige Zusammenstöße i m kommissarisch regierten Preußen zum Vergleich heranzieht.
Die hessische Polizei hat es bisher in vorzüglicher Weise verstanden, Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten und ist auch in Zukunst imstande, sich restlos durchzusetzen. Es würde allerdings die Arbeit der Polizei sehr erleichtern, wenn sich alle Volksgenossen unterschiedslos zur Richtschnur nähmen, daß die Polizei allein berechtigt und in der Lage ist, etwaige Störungen des öffentlichen Lebens zu unterbinden, und es wäre besser um die Form des politischen Kampfes unserer Tage bestellt, wenn nicht immer wieder das „Recht auf die Straße" von den verschiedensten Seiten so ein
seitig betont würde. Der Grundsatz der Gesinnungsfreiheit ist im Dolksstaat Hessen stets gewahrt worden. Das gilt auch für d i e Beamten und deren politische Tätigkeit, die nur an die durch das Dienstverhältnis gezogenen Schranken gebunden ist. Nach wie vor ist für die Landesregierung oberster Pflichtfatz die Beobachtung der Reichs- oerfaffung und der Verfassung des Volksstaats Hessen. Darin wird sie sich auch nicht beirren lassen durch die planvoll organisierten Alarmruse nach Berlin. Jeder Schrift gegen die Selbständigkeit Hessens und seine verfassungsmäßigen Rechte wäre Bruch der Reichsverfassung.
Oos 'Zentrum erwartet Leuschners Rücktritt.
Stirn beiger doll daS Fnncnmin stcrinm kommissarisch verwalten.
Bingen, 14. Febr. (Lpd.) Das Bingener Zentrumsorgan, Die ..M ittelrheinische Volkszeitung", schreibt heute u. a.: Minister Leuschner hat bei einigen in Der Letzten Zeit abgerollten Prozessen nicht . günstig bestanden. Die Verhandlungen haben nicht Dazu beigetragen, das Ansehen das eine Quelle Der Autorität ist, zu heben. Daraus Folgerungen zu ziehen, ist Leuschners eigene Angelegenheit Aber er weiß auch. Daß seine Person Der hessischen Regierung politische Angelegenheiten bereitet, er weiß, Daß Die Prozesse seine politische Stellung nicht g e ft ä r f t haben, sonDern Der Opposition ganz empfindliche Angriffsflächen boten. 3st es da zu viel verlangt, wenn man Minister Leuschner bittet, fein Ausscheiden aus Der hessischen Regierung zu vollziehen? Wir halten es nicht nur für politisch klug sondern sogar für politisch notwendig, Daß Leuschner aus Der nunmehr gegebenen Situation Die Konsequenzen zieht. Die beste und begrüßenswerteste Lösung wäre Die Bildung einer geordneten Mehrheitsregierung. Die Nationalsozialisten als stärkste Fraktion haben hier eine Pflicht, die schon über ein 3ahr alt ist. Solange eine geordnete Mehrheitsregicrung nicht zustandekommt, bleibt nur eine Möglichleit: Das 3nnenminifte- rium muh Minister Kirnberger in kommissarische Verwaltung nehmen. Minister Kirnberger ist nicht nur ein persönlich unt tabeiiger Mann, er hat obendrein das Kunststück fertiggebracht, trotz der politisch bewegten und erregten Zeit außerhalb des Kampfes yl bleiben. Die hessische Regierung müßte nur die Entschlußkraft haben, drohenden Gefahren vorzu» beugen. Das ist gar nicht schwer, nur ein mutiger Entschluß von Minister Leuschner ist notwendig.
Ein Staatssekretär««! für den Mittelstand.
Erklärungen Minister Hugcnbcrgs.
Berlin, 14. Febr. (TU.) 3n einer Bespre^ chung des Reichswirtschaftsministers Dr. Hu- g e n b e r g mit Abordnungen des Mittelstandes, besonders auch des Handwerks und des Einzelhandels, wurde u. a. auch die Frage der Einrichtung eines Staatssekretariats für Den Mittelstand erörtert. Dr. Hugenberg erklärt, daß er die Einrichtung einer solchen Stelle beim Reichswirtschaftsministerium für den neuenHaus- ha11 beantragen werde. Gelegentlich der Kabinettsbildung fei bereits klargestellt, daß im Rahmen der einheitlichen Behandlung aller Wirtschaftsfragen von Reich und Preußen, wie sie durch die Zusammenfassung der Ministerien erstrebt werde, eine unmittelbar dem Minister unterstehende neue Stelle geschaffen werden solle, deren Aufgabe es sei, dafür zu sorgen, daß die Gesichtspunkte mittelständischer Wtrlschaftsauffas- fung praktische Berücksichtigung finden. Cs wurde dann auch die Frage des m i 11 e I ft ä n- dischen Kredites besprochen. Dr. Hugenberg erklärte, es werde die Aufgabe der nächsten Zeit fein, die ungesunde Zentralisierung des inittelständischen und ländlichen Kredites, die mit Kriegsbeginn eingesetzt habe, wieder abzubauen und zugleich auch solche Härten und Schäden zu beseitigen, wie sie z. B. durch die seinen Auffassungen nicht entsprechende Gestaltung der O st h i l s e zu Lasten des Handwerks, Einzelhandels usw. entwickelt habe. Selbstverständlich dürfe man auf diesem Gebiete nicht voreilig experimentieren. Er sei aber mit den zu treffenden neuen Maßregeln beschäftigt und werde sie entsprechend der großen Wichtigkeit der Sache beschleunigen.
Oie Neuregelung des Bollstreckungsschuhes.
Berlin, 14. Febr. (ENB.) Wie wir erfahren, hat das Reichskabinett die Beratungen über die Neuregelung des Vollftreckungs- f ch u tz e s beendet. Die Verordnung, die verabschiedet wurde, wird nunmehr dem Herrn Reichs- Präsidenten zur Unterzeichnung oorgelegt. Ihre Veröffentlichung ist für morgen zu erwarten. Der wesentliche Unterschied gegenüber dem bisherigen Vollstreckungsschutz besteht darin, daß der Voll- streckungsschutz nunmehr vollkommen gleich- mäßigausdasganze Reich Anwendung findet. Bis zum 31. Oktober wird durch die neue Verordnung allgemein die Zwangsvollstreckung in landwirtschaftliche Grundstücke und in alle Gegenstände des festen und beweglichen Inventars einschließlich des Hausrats aller Betriebe der Land- und Forstwirtschaft und des Gartenbaues untersagt. Räumungsklagen gegen Siedler find hiernach nicht mehr möglich.
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