Ausgabe 
15.2.1933 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft.

*Dolerit-Basalt-AG., Köln. Der der AR-S'.tzung der Dolevil-^Zasalt-AG., Köln, vor­gelegte Abschluß für 1932 weist einen Reinertrag von 164 670 Ml. (i. V. 383 686) aus, für welchen der auf den 10. Uuärz einberufenen GV. zu Ab- schreibungszwecken 163 405 Mk. (188 800) vorge­schlagen wird. (3. D. wurde das AK. im Ver­hältnis 10:4 zusammengelegt.) Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr werden etwas günstiger beurteilt; von dem Arbeitsbeschaffungs- Programm wird ein besserer Auftragseingang er­wartet.

Berlin abgeschwächt.

Berlin, 15. Febr. (WTD. Funkspruch.) Die nicht anders zu erwarten, bewirkte die in der Presse eingehend erörterte Bankenkrise in Mi­chigan und die damit zusammenhängende Schwäche Wallstreets auch in Berlin etwas Abgabeneigung, die bei der geringen Llnternehmungslust weiter äu empfindlichen Abs chwächungen führte. Während die Kursrückgänge im allgemei­nen bis zu 1,5 Proz. gingen, machten sie bei Thü­ringer Gas, Deutsche Telephon und Kabel, Ber­lin-Karlsruher Industrie, einer ganzen Reihe von Montanen und Braunkohlenwerten, bei IG., Iul. Berger, Kali Aschersleben, Gesfürel und Siemens bis zu 3 Proz. aus. Rhein. Braunkohlen waren sogar 5 Proz. gedrückt. Die Außenhandels­bilanz für Ianuar mit einem Exportüber­schuß von nur 23 Millionen Mark gegen 68 Millionen im Bormonat fand Beachtung. Bon günstigeren Momenten waren die Meldungen von der Stillhaltekonferenz und die Rachrichten vom Internationalen Stahlkartell und vom In­ternationalen Zinkkartell vorhanden, die sich je­doch nicht auswirken konnten. Lediglich Hamburg- Süd eröffneten auf Zufallsnachfrage 3 Prozent höher. Im Verlaufe waren bei den anfangs stär­ker gedrückten Werten einige Deckungen und Bank­käufe festzustellen, so daß sich, allerdings nur für Epczialwerte, einige Erholungen bis zu etwa 1 Prozent ergaben.

Die Rentenmärkte lagen ebenfalls

schwächer, da die für heute mittag erwartete Veröffentlichung der neuen Vollstreckungsschuh- verordnung zur Zurückhaltung mahnte. Beson­ders in Rcichsschuldbuchforderungen kam etwas stärker Material heraus, so daß sich Abschläge bis zu etwa 2 Prozent ergaben. Von deutschen An­leihen waren Altbesitz fast 1 Prozent gedrückt. Etwa 1 Prozent schwächer stellten sich variable Industrieobligationen. 3m gleichen Ausmaße ge­drückt lagen ferner Pfandbriefe, Kommunalobli­gationen, Stadtanleihen usw. Von Ausländern waren die seit Weihnachten 1932 nicht notierten Oesterreicher gefragt, von denen 4prozentige Gold­anleihe 3,39 Prozent über dem damaligen Stand notiertem 3m übrigen waren meist Keine Ab­bröckelungen festzustellen.

Am heutigen Medio war natürlich eine gewisse Versteifung am Geldmarkt zu beobachten, die aber doch ziemlich unbedeutend war. Tagesgeld stellte sich an der unteren Grenze auf 4,39 bzw. 4,25 Prozent. 3nfolge der anhaltenden Geld­flüssigkeit blieben Privatdiskonten trotz des Medio weiter gesucht, und auch für Reichswechsel und Reichsschatzanweisungen hielt die Nachfrage an.

Frankfurt schwächer.

F r a n k f u r t a. M., 15. Febr. (WTB. Draht­meldung.) Nachdem bereits an der Abendbörse von gestern auf Grund der schwächeren Neuhorker Börsenkurse und auf die Bankschwierigkeiten in Amerika die Kurse zur Schwäche neigten, er­öffnete auch die heutige Börse in überwiegend schwächerer Haltung. Neben den amerika­nischen Vorgängen verstimmten die innenpoliti­schen G^msätze, wie sie z. B. im gestrigen lieber* w. chungsa s chuh des Reichstages wieder Her­vorrufen. lotoie der außenpolitische Druck. Von gewisser Beruhigung dürfte aber gewesen sein, daß das Publikum seine erst kürzlich erworbenen Papiere nicht zum Verkauf stellte, sondern daß die kleinen Abgaben nur aus weiteren Glcrtt- stellungen der Kulisse resultierten.

Bei minimalen Umsätzen betrugen die durch­schnittlichen Rückgänge von 0,5 bis 1 Prozent.

Am Montanmarkt waren Gelsenkirchen und Phönix mit je minus 1,25 Prozent etwas stärker gedrückt. Buderus, Mannesmann und Stahlverein verloren bis zu 0,75 Prozent. Von Chemiewerten gaben IG. um 0,75 Prozent auf 106,13 Prozent nach, Rütgerswerke setzten 0,25 Prozent niedriger ein, während Scheideanstalt behauptet blieben. Am Elektromarkt eröffneten Dekulo 0,65 Prozent, Gesfürel 0,5 Prozent, Licht & Kraft und Siemens bis 1 Prozent schwächer. Schiffahrtsaktien waren knapp gehalten. Reichsbank gaben 0,5 Prozent und Deutsche Linoleum 0,75 Prozent nach. An den übrigen Marktgebieten herrschte Stagna­tion.

Der Rentenmarkt war schwach, beson­ders späte Reichsschuldbuchforderungen mit minus 1,5 Prozent und 6proz. Stahlvereinbonds mit minus 1,75 Prozent. Reichsaltbesitz und Neubesitz verloren 0,5 bzw. 0,39 Prozent. Am Ausland­rentenmarkt blieben Türkische Werte behauptet.

Gold- und Liquidationspfandbriefe tendierten uneinheitlich. Rheinische Hypothekenbank, Kom­munalobligationen waren gesucht. Im übrigen bröckelten die Kurse bis zu 0,50 Prozent ab. Staats- und Stadtanleihen lagen wenig verän­dert.

3m Verlaufe herrschte Geschäfts st ille und die Kurse konnten sich um eine Kleinigkeit erholen. Von Kassawerten lagen Ultramarin im Ange­bot und gegen die letzte Notiz vom Montag etwa 5 Prozent niedriger. Tagesgeld war zum Medio 3,50 Prozent gesucht.

Kirche und Schule.

Landkreis (Rieften.

00 Klein-Linden, 14. Febr. Der hiesige Frauenverein feierte am Sonntag sein 10- jähriges Bestehen. Aus vielen Orten der Umgebung waren Mitglieder der dortigen Schwe- sternvereine erschienen. Von der Kanzel in der Kirche grüßte das Kreuz des Verbands der hes­sischen Vereine. 3m Gottesdienst, der durch Chor­gesang des Frauen- und Mädchenchors unter der ehrenamtlichen Leitung von Lehrer Rau eine Be­reicherung erfuhr, hielt Pfarrer Wahl (Lang- Göns) die Festpredigt. Die Nachversamm­lung wurde mit Posaunenchorvortrag eröffnet.

Pfarrer Bremmer, der Ortsgcistliche und Vor­sitzende des hiesigen Vereins, begrüßte die Teil­nehmerinnen, überbrachte die Glückwünsche des Dekans Guß mann (Lollar) und streifte das segensreiche Wirken des Vereins. Pfarrer Draudt (Lichl beantwortete an Hand der bibli­schen Geschichte3esus und die Samariterin" die Frage:Hat unsere kirchliche Vereinsarbeit Sinn und Zweck?" Der Vortrag hinterließ einen tie­fen Eindruck. Kreisverbandsvorsihende Frau Kreud er (Gießen) grüßte im Auftrag des hes­sischen Hauptvereins, des Kreisvereins Gießen, der Arbeitsgemeinschaft der Frauenvereine und Gießener Vereine und forderte auf, dem gesteck­ten Ziele nachzustreben. Für den hiesigen Verein erzählte eine Mitgründerin, Frau Dormehl, von der Entstehung des Vereins unter Pfarrer Ackermann. Pfarrer Bremmer dankte zum Schluß allen, die im Verein mitgearbeitet batten.

Guter $ang

der Darmstädter Kriminalpolizei.

WSN. D a r m st a d t, 14. Febr. Ein 35jähriger Musiker aus Wiesbaden-Biebrich wurde heute von der Darmstädter Kriminalpolizei als ein langgesuchter Manteldieb fe st ge­nommen. Der Täter fuhr wiederholt mit sei­nem Fahrrad von Wiesbaden nach Darmstadt, wo er in der Technischen Hochschule seine Diebereien ausführte. 3n der Hauptsache hatte er es auf Herrenmäntel abgesehen.

preutzen.

Kreis Wetzlar.

J Dornholzhausen, 14. Febr. Bei der hier abgehaltenen Holzversteigerung wurden fol­gende Preise erzieh: Eicyenschsit 5 bis 6,40 'Mark, Eichenknüppel 4 bis 6 Mark je Raummeter, Eichen- reifer 5 bis 6 Mark je 5 Raummeter, Buchenscheit 8 bis 10,20 Mark, Buchenknüppel 6,50 bis 7,80 Mk. je Raummeter, Buchenreifer 6 bis 9,80 Mark je 5 Raummeter, Hainbuchenknüppel 5 bis 6 Mark je Raumeter, Hainbuchenreiser 6 bis 8 Mk. je 5 Raum­meter, Fichtenscheit 3,50 bis 4 Mark, Fichtenknüp­pel 2,50 bis 3,60 Mark, Kiefernscheit 3 bis 4 Mark, Kiefernknüppel 3 bis 4 Mark je Raummeter, ge- mischte Reiser 4,50 bis 5,80 Mark je 5 Raummeter.

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Solisten:

Ria Ginster (Sopran), Herrn. Schey (Bariton) Eintrittskarten: 2, 3 und 4 RM. bei Ernst Challier und abends an der Kasse Studenten karten RM. t bei Herrn

Aufforderung.

Folgende Einlagebücher bzw. Hinter- legungs- und Depotscheine der Vezirks- sparkasse Gießen sind abhanden gekommen: Reichsmark-Spurouch Nr. 326, lautend auf

Namen Philippine, Ed. Rupp Wwe. in Gießen,

Reichsmark-Sparbuch Nr. 11 663, lautend auf Namen Frl. Fanny Schiffmann, Gießen,

Reichsmark-Sparbuch Nr. 22 584, lautend auf Namen Bernhard Beck, Gießen

Aufwertungs-Sparbuch Nr. 15 393, lautend auf Namen Elisabeth Moßbach, Wallen- rod,

Auswertungs-Sparbuch Nr. 16 817, lautend aus Namen Friedrich Otto Wenzel, Gießen,

Aufwertungs-Sparbuch Nr. 31 922, lautend auf Namen Gg. Martini, Leihgestern,

Aufwertungs-Sparbuch Nr. 43 004, lautend auf Namen Otto Balser, Gießen,

Aufwertungs-Sparbuch Nr. 54 758, lautend auf Namen Frl. Johanna Grau, Gießen, Aufwertungs-Sparbuch Nr. 59 378, lautend auf Namen Johannes Gärtner, Klein- Linden,

Aufwertungs-Sparbuch Nr. 76 442, lautend auf Namen Otto Biedenkopf, Gießen,

Aufwertungs-Sparbuch Nr. 8454, lautend auf Namen Elisabeth Nau, Gießen,

Hinterlegungsschein zu Aufwertungs-Spar­buch Nr. 15 518, lautend auf Namen Johannes Altensen, Gießen,

Hinterlegungsschein zu Aufwertungs-Spar­buch Nr. 69 991, lautend auf Namen Hans und Wilh. Gärtner, Klein-Linden

Derwahrungsschein Nr. 257A, lautend auf Namen Wilh. Dapper, Gießen,

Berwahrungsschein Nr. 2208, lautend auf Namen Pfarrer Karl Schlaudraff Die Inhaber der genannten Einlage- bücher bzw. Hinterlegungs- und Depot­scheine werden hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche an dieselben binnen drei 2Ro- nalen, vom Erscheinen dieser Bekannt­machung an, bei uns geltend zu machen, andernfalls die Kraftloserklärung erfolgen wird. H06D

Gießen, den 14. Februar 1933.

Der Vorstand

der vezirksfparkasse Gießen. _____________I. B.: Noll.

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