Ausgabe 
14.12.1933 Zweites Blatt
 
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ßu arbeiten. Seine Arbeit Hal Form, inneren Gehalt und damit Würde. Er kann seiner Sache wieder froh werden. Da5 Schiff der Schule trieb müde in seichten Gewässern. Nun hat es die Flut der oölki- schen Bewegung mit fi<h gerissen zu hoher Fahrt. Aber das Steuer muß richtig geführt werden. Man wird sich nicht wundern, wenn die Männer der Be­wegung selbst den Kurs bestimmen wollen. Nicht um zu herrschen, sondern um der Sache zu dienen, um die Schule wirklich der neuen Ordnung der Dinge gemäß zu gestalten und sie in Zusammen­hang zu halten mit dem großen völkischen Ge­schehen.

Die Grundgedanken des Nationalsozialismus, die sich, wie im Dolksaanzen, so auch in der Schule durchsetzen sollen, sind bekannt. Auf den großen schulpolitischen Tagungen in Leipzig, Magdeburg, Darmstadt usw. haben sie ihre klassische Formulie- rung erfahren. Machtvoll drangen die Urworte: Blut, Nasse, Heimat, Volk, Wehr, Gott an unser Ohr. Sie hegen in sich unendlichen Gehalt. Auf einige der in ihnen beschlossenen Sinnkeime wollen wir hindeulen. , ,, _, ,

Es war der Mangel der liberalistischen schule, daß sie über kein Schaubild menschlichen seins verfügte, das verpflichtend vor der Seele aller, der Lehrer wie der Schüler stand und sie zu ge­meinsamem Dienste berief. Die dhingegangene Schule besaß keinen Typus, von dem bezwingende Formkräfte ausgegangen wären. So fehlte aller Bildungsarbeit Nichte und Halt. Es ist mit das Größte an der völkischen Bewegung, daß aus dem von seelischer Glut umlohten Schmelztiegel der Re­volution nicht nur der neue deutsche Staat, son­dern auch der neue deutsche Mensch emporgestiegen ist. Zwar ahnen wir alle erst die Umrisse seiner Ge­stalt. Und doch wissen wir von seiner Geburt, wissen, daß er da ist und in uns allen, soweit wir ihm Or­gan und Mittel sein können, Wirklichkeit werden will. Noch kann er sich nicht rein in uns verkör­pern. Aber die Jugend wird ganz in seine Form hineinwachsen und ihm willig dienen. Wir erah­nen ihn erst, den deutschen Menschen. Und doch wis­sen wir Entscheidendes von ihm. Er wird nicht nur Bildungsmenjch sein. Höher als der allseitig Ge­bildete steht uns der Held. Neben dem Pol des Geistes bricht der Pol stahlharten Kampfeswillens glühend hindurch. Neben Weimar steht Potsdam. Und erst in dieser Doppelung findet der deutsche Mensch die Erfüllung seines weitgespannten Seins. Wie die Führer der völkischen Bewegung Ideen- träger und Kämpfer in einem gewesen sind, wie die Bewegung nicht nur Gedanken von unerhörter Fruchtbarkeit aus sich heroorgetrieden, sondern auch das scharfe Instrument der SA. geschaffen hat, so wird der deutsche Mensch der Zukunft beides in einem sein: Künder des Geistes und Mann der Tat. Diese doppelte Verpflichtung müssen wir den Schü­lern in die Seele legen und es ist sicher: sie werden das heldische Ideal begieriger aufgreifen und in sich hineinziehen als das Ideal der formalen Allgemeinbildung oder einer ästhetisch-literarischen Gestaltung. Welche Mittel die Schule findet, um dem Bild des deutschen Menschen im jungen Her­zen zur Verwirklichung zu verhelfen, wie sie zurück- greift auf das geschichtliche Gut des Urgermanen- tums, das uns die ragenbften Bilder heldischer Lebensführung bietet, wie sie den sachlichen Geist des Preußentums beschwört und die Beispiele männ­lichen Einsaßes aus der Heldenzeit der völkischen Bewegung selbst nimmt, wie sie Zuchtformen straf­fer Willensschulung in sich entwickelt und dem Geist der Wehrhaftigkeit Raum gibt kurzum, wie sie durch Lehre, Ordnung, Führung und Zucht den deutschen Jungen wirklich innerlich ersaßt und zur Männnllchkeit strafft, das muß einer späteren Be­trachtung Vorbehalten bleiben. Wir haben es hier nur mit den geistigen Grundlagen der neuen Schule zu tun. Diese sind vom Nationalsozialismus gelegt worden. Er will auch darüber wachen, daß auf dielen Grundlagen richtig weitergebaut werde ...

Die liberale Welt sprach vom Ideal der auto­nomen Persönlichkeit, das längst zum blassen Schemen geworden war, wenn es nicht als Deck­mantel des massivsten Egoismus biente. Auch in der Schule trieb dieses Gedankengespenst sein Wesen, umgab die ABC-Schützen mit der Gloriole der Autonomie und ließ den Lehrer andächtig auf die Offenbarungen der Kindesseele lauschen, statt selbst w sichren. Der Nationalsozialismus hat dieses Ideal" als Wahn erwiesen. Er hat uns gezeigt, daß es den selbständigen Einzelmenschen gar nicht gibt, sondern nur den Menschen als Glied seines Volkes. Nicht der einzelne ist höchster Wert, sondern das Volk. Der Mensch schöpft den Sinn feines Lebens nicht aus den Urtiefen der eigenen Per­sönlichkeit, sondern aus dem Volksgrund. Er ver­armt, wenn er sich absondert. Der Liberalismus schuf ein Koordinatensystem, das auf das Ich aus- gerichtet mar; der Nationalsozialismus hat eine Be­zugsordnung begründet, die sich um das Volk als Mittelpunkt aufbaut. Dieses Ordnungsgesetz muß auch über der Schule stehen. Auch die Schule kennt fortan kein anderes Maß als das des Volkes. Was sie tut und treibt, muß abgezweckt fein auf diese oberste Sinngestalt: das Volk. Wenn sie Wissen übermittelt, und sei es noch so sachlich im Hinter­grund steht der Gedanke: wie dient dieses Wissen dem Leben meines Volkes Wenn sie die Gemüts­kräfte des Kindes bildet, so muß es heißen: wie führe ich das Kind ein in Sitte und Brauchtum meines Volkes, wie lasse ich es teilnehmen am Datererbe, wie begäbe ich es mit dem Urschatz deutschen Seelcnlums. Wenn sie den Willen formt, [o gilt die Frage: wie wappne ich diesen jungen M-nAen zum Dienst am Volk. Dieser Gedanke des Volkes, des schaffenden Lebens, der völkischen Juilturgeftalt. der nationalen Machtordnung, der echten Volksgemeinschaft ist das geheime Gesetz, das ber bie $bee des deutschen Menschen hinaus alle Arbeit der Schule bestimmen, die Auswahl des Stoffes leiten, den Gang des Unterrichts füh­ren unb alle technischen Orbnungsformcn bedingen mnft. Dieses Geftaltgesetz ist ein Geschenk des Nationalsozialismus Es kommt daraus an baß es nicht falsch gehandhabt werde

Der Liberalismus war heimisch in den Bereichen der Vernunft. Er verweilte im Bezirk des formalen Denkens und endigte im Flachsand des Jntellek- hialismue Die völkilche Bewegung strebt bin zu den Kräften des Ursprungs, zu Blut, Boden Hei- mut. Volkstum. Sie bringt dem Menschen Be­wußtsein, daß er kein bloßes Verstandeswesen ist sondern eingebettet ruht in der mütterlichen Erde in der lebendigen Geschichte seines Volks, in der schick­salhaft geschmiedeten Gesamtsorm der Nation, und ki6 er sein bestes Teil verrät und wesenlos wirb, wenn er bie Beziehung zu den Mächten des Ur- sprunas löst und sich vom Wesensgrund der Schöp. fung lostrennt Sie lehrt Ibn, daß er ein Bluterbe zu verwalten hat. daß rassisches Erbgut in ihm 'cdt unb ihm Verantwortung auferlegt, daß ihm gehem? Straft zuströmt aus dem Boden, her nut dem - chw , und Blut der -Ihnen getränkt ist. Die volki'che V> -ne< gung drängt bin nach neuer Bindung an die tragen.

Das Problem der Zweisprachigkeit.

Vortrag im Gau Ausland des AS.-Lehrerbundes

den Urfprungsmöchte alles Seins. -ie will rin en neuen Mythos schaffen. Sie entdeckt tief im Grunde der Dinge eine ewige Schäpfungsordnung, die kein Mensch und keine Kultur ungestraft durchbrechen kann Sie kettet uns im Letzten an den Ursprung aller Wirklichkeit, an Gott Wir alle haben diese Tiesenordnung der Dinge, die im Liberalismus ver­schüttet lag, erst wieder erkennen muffen. Die Schule soll -chon dem jungen Menschen den Sinn für die allen Wechsel überdauernden Grundgestalten der Welt wecken und sie in Ehrfurcht an sie binden. Die Volksschule hat ihre Aufgabe, bas Kinb in das Leben unb Weben der Heimat rinzuführen, schon früh begriffen. Aber auch die höhere Schule muß die Kruste des Intellektualismus durchbrechen unb wie­der Anschluß gewinnen beim Wurzelgrunb bes Seins. In Biologie, Geschichte, Deutsch unb Religion sinb reiche Möglichkeiten hierzu gegeben. Der Schule harren unerhört neue Aufgaben. Daß sie biefe erken­nen, lösen, unb ben jungen beutschen Menschen reic­her hinabführen möge in bie Quell gebiete bes Ge­bens, wo bie ewigen Sinnbilder weben, bie Schick­salsmächte wirken unb bie göttliche Schäpfungsorb- nung fest gegrünbet ruht, ist ihre höchste Verpflich­tung, bie nur aus nationalsozialistischem Geist her­aus erfüllt werben kann.

Die Bilbung bes Kinbes ist bann kein Problem, wenn es wie von selbst in ein allumfaffenbes Form­gesetz ber Nation hineinrvachsen kann, sich von einer Gesamtgestalt getragen weiß unb sich gliebhast in

Die Mitglieder des (Baues Ausland im NS - Lehrerbund des Kreises Gießen fanden sich gestern nachmittag zu einer Versammlung in der neuen Pestalozziichule ein. Der (Bauobmann, Kreisschul- rat Dr. S) e n ß, sprach zum Test an Hand eines umfangreichen Materials maßgebender Wissen­schaftler und Pädagogen überDas Problem der Zweisprachigkeit* unb setzte bamit einen seinerzeit von uns schon berichteten Vortrag fort, in bem ber große Fragenkomplex ber Schule unb Erziehung ber Ausländsdeutschen aufgewor­fen worben war.

Zweisprachigkeit im Sinne unserer Arbeit sei, so führte ber Redner u. a. aus, etwas anberes als bas, was man im allgemeinen barunter verstehen könne Kernproblem ber Zweisprachigkeit sei bie psychologische Auswirkung auf bie Entwicklung bes Kinbes bzw einer ganzen Volksgruppe, bie in ein ihr an sich frembes Sprachgebiet eingeschlossen sei. Ein typisch mehrsprachiges Land sei die Schweiz, dabei aber doch im Sinne ber Schule ein einspra­chiges Lanb. Eine zweite Sprache werbe in ber Schweiz erst im 12. Lebensjahre an bie Schul- tinber herangebracht. Eine Schulzweisprachigkeit

Don entscheibenber Bedeutung für die Erkennt­nisse auf bem Gebiete der Zweisprachigkeit sei bie Luxemburger Tagung gewesen, bei der von rein pädagogischer Seite ber, unter Ausschluß politischer Rücksichten, das Problem der Zweisprachigkeit unter­sucht wurde. Auf dieser Tagung sei die Forderung einer gründlichen (Erhebung von Erfahrungen her- ausgestellt und deren wisfenschaftliche Auswertung angeregt worden. Wesentlichstes Ergebnis bes Äon- greües sei gewesen, baß mit Zustimmung beV meisten Teilnehmer empfohlen wurde, die Ein­führung einer zweiten Sprache in ber Schule nicht unter bem 10. Lebensjahr oorzunehmen.

Es gebe, so fuhr ber Vortragenbe fort, die ver­schiedensten Arten ber Zweisprachigkeit. Sie könne iowohl von den Eltern, von der Schule, der täg­lichen Umwelt, vom Spiel mit anderen fremd­sprachigen Kindern und vom Völkischen her kom­men Weiteres Problem im Fragenkomplex ber Zweisprachigkeit bebeute bie Jnbioibualität. Wenn ein Kinb einen natürlichen Reiz zur Erlernung zweier Sprachen verspüre, könne es möglich fein, daß Schädigungen nicht in Erscheinung träten. Solche Fälle bedeuteten aber Ausnahmen.

Ferner wies der Redner noch auf die praktischen Auswirkungen berWaliser These* hin, zeigt« gleichfalls ihre Gefahren auf unb nahm Bezug auf bie Konsequenzen für untere deutschen Minder­heiten. Schließlich wurde noch die Frage

Elternrecht oder kindesrecht".

soweit sie sich auf die Streitfrage:Welche Sprache soll bas Kind lernen?" bezog, behanbelt. Mit der zusammenfassenden Betrachtung über die speziellen Verhältnisse in Ostoberschlesien, als einem typischen Beispiel für bie Probleme ber Zweisprachigkeit, fanb ber interessante Vortrag seinen Abschluß

Die Vortragsreihe übe biefes Thema soll vor­aussichtlich mit einem weiteren Vortrag über ba» Verhältnis ber Munbartsprache zur reinen Sprache fortgesetzt bzw. beschlosien werben.

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dev Stadt und des -ttvettes Gieße« 1933

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ein lebenbiges Ganzes einreiht. In allen organisch gewachsenen Kulturen gibt es keine pädagogische Frage. Der Staat ber Spartaner hat keine päba- gogischen Fachkünstler nötig gehabt, weil bie Lolks- ?eftalt ben Einzelnen wie eine Selbstverstänblich- eit umhegte unb wie selbstverstänblich nach ihrem Silbe prägte. In ben feftgegrünbeten Kulturen bes Mittelalters unb bes Astprotestanlismus war es genau so. Gelingt es bem Nationalsozialismus, reic­her ein völkisches Gesamtleben von einheitlicher Prägung zu schaffen, so ist ber Schule bie Hauptlast ber Erziehung bereits abgenommen. Sie hat bann nur bie Aufgabe, in ihrer Art ein Abbilb bes völ­kischen Ganzen zu sein unb biefes in ihren Orbnun- gen unb Formen kinbesgemäß reiberzuspieaeln. Das Kinb atmet bann überall bie gleiche Lust, wächst von selbst in eine allgemeine Drbnung hinein unb wirb in Familie, Jugenbbunb, Schule unb Arbeits­lager einheitlich erzogen. Was ber Schule als Haupt­aufgabe bleibt, ist nur bies: bem heranwachsenben unb sich nach deutlicher Erkenntnis sehnenden Men­schen die Volksgestalt zu Hellem Bewußtsein zu bringen unb ihm zu helfen, sich frei unb verant­wortungsvoll für fein Volk zu entfdjeiben. Denn nicht durch pflanzenhaften Wuchs allein, erst durch bewußte Entscheidung wird ber Mensch wirklich (Blieb seiner Nation. Alle Lehrpläne, Stoffe, Me- thoben unb Formmitteln können zuletzt nur bem einen Ziel bienen: bas Kinb stufenweise unb feinem jeweiligen Scrftänbnis entsprechenb in bas nationale Leben mit seinen mannigfaltigen Sinnbezügen ein- zuführen unb es an ihm freubig unb entfliehen teilnehmen zu lassen.

Freilich, biefe ibeale völkische Schule, bie in sich ein Abbilb bes völkischen Gesamtorganismus ist, hoben wir noch nicht. Wir leben in einer Zeit bes Uebergangs Wir müssen noch mühsam sinnen unb ringen um Gestalt, Stoss, Methode unseres Unter­richts. Wir müssen uns erst einleben in bie neue Gedankenwelt, unb selbst mit ihr burdjbringen unb prüfen, roie wir sie im einzelnen ausroerten unb für ben Schulzweck nutzbar machen. Um biefe Fra­gen zu burchbenken, sinb bie Fachschaften bes NS - Cehrerbunbes gegrünbet worben. Er will bie Ver- binbung Herstellen zwischen ber machtvoll strömen­den völkischen Bewegung unb unserer beruflichen Facharbeit, damit- Schule nicht rückständig werbe und das beutsche Kind nicht in zwei verschiebenen Westen aufwachse. Wir haben heute bie allgemei­nen geistigen Grundlagen ber völkischen Schule an- gebeutet. Es bleibt nun noch übria, von hem tech­nischen Aufbau ber Fach Organisation zu berich­ten. die sich bas hier umriffenc Ziel gesetzt hat. Späterhin werben wir bann in bie Facharbeit selbst eintreten.

Deutsche Mil,

von Anfang an gebe es nicht. Die Vermischung zweier Sprachen werbe abgelehnt. L o m b a r b, ein Schweizer Päbagoge, habe sich mit bem Pro­blem ber Zweisprachigkeit ausführlich auseinander­gesetzt unb insbefonbere bie schädliche Auswirkung einer Zweisprachigkeit für bie Kultur eines Volkes gekennzeichnet. Bcsonbers weise her Verfasser in einer Schrift auf bie Fragwürbigkeit von lieber- etzungen hin, benen immer bie eine ober bie an- bete Sprache zum Opfer fallen müsse, ßombarb zeige besonders bie Schäbigungen auf, bie burch bie Zweisprachigkeit in ber Westschweiz entftünben, unb forberc im Zusammenhang bamit bie Beibe­haltung bes Charakters ber einzelnen Teile her Schweiz. Zweisprachigkeit bebeute Mittelmäßigkeit her Kultur.

Selbst Mundartsprache unb Hochdeutsch ergäben oft erhebliche Differenzen im Verstänhnis.

Der volksschullehrer auch In unserer (Degenb habe auf ben Dörfern manche derartige Erfah­rung machen können. Manche In ihrer TITunb- artssprache von Natur aus gesprächigen Kinder würden häufig, wenn sie sich hochdeutsch aus­drücken sollten, bas, was manmundtot ' nenne. Zweisprachigkeit in deutschen Landen herrsche in Ost-Oberschlesien unb im Elsaß. Auch in blefen bei- ben Gebieten seien jeweils erhebliche Schwierig­keiten in ben Schulen erwachsen, und sie bestünden auch heute noch, weil die Schulen, besonders in den börslichen Gemeinden, nicht zweckentsprechend ausge­baut werben könnten. Vielfach seien aber auch wie besonders aus ben Aufzeichnungen eines ostobcrschlesi- schen Schulmannes hervorgehe, wesentliche psycho- logische Momente nicht berücksichtigt worben.

lieber bie Zweisprachigkeit lägen auch exakte Forschungen vor. Bei methobischer Behanblung Im Einzelfalle fei festgestellt worben, baß bei gleich­zeitiger Erlernung zweier Sprachen an sich kein Zeitverlust entstehe. Versuche in biefer Hinsicht könnten aber für uns nicht rnaßgebcnb fein, ba sic praktisch für eine größere Volksgemeinschaft keine Auswertung zuließen.

Interessant sei bie Tatsache, baß für die Kinder von Eltern verschiedener Nationalität und Sprache die Sprache der Mutter die Sprache des Gefühls sei, während die des Vaters im Dienste des Intellekts stehe.

Festzuhalten sei, baß bie Sprache überhaupt eine Angelegenheit des Gefühls ist.

Die verhängnisvollen Auswirkungen ber Zwei­sprachigkeit seien sehr mannigfaltig. Zweisprachig- feit bebeute eine fast SOprozentige Wortschatz- beschränkung. Eine zweite Sprache könne sich nur auf bie Muttersprache grünben unb verlause stets im Denken ber Muttersprache Man könne zwar in verschiebenen Sprachen benken, gegenseitige Stö­rungen, Hemmungen, Verlangsamung her Sprache, falsche Ausbrücke unb unterschiebliche begriffliche Bestimmungen seien aber die unbebingte Folge. Das Nedene-nanber zweier Sprachen bebeute eine Fessel bes Denkens Die Erlernung einer fremden Sprache bedeute überhaupt ein notwendiges liebel. Es müsse auf bas Nottoenbigste beschränkt werben. Waliser Forscher hätten festgestellt, baß sich zwei Sprachen, nebeneinander gelernt, gegenseitig zu verdrängen suchten.

Kinder, die nur eine Sprache sprechen, seien, was den Schulerfolg anbetreffe, hinsichtlich der Intelligenz den Kindern zweier Sprachen weitaus überlegen Diese Benachteiligung reich« weit über das Kindesaster hinaus. Festgestellt sei ferner, daß zweisprachige Kinder unsicher in der Unterscheidung von links unb rechts feien.

Die Verwirrung Im Sprachzentrum rufe also auch Störungen im Bewegungszentrum hervor.

Neue Gesetze in Hessen.

Vereinfachung des Verfahrens zur Ent­eignung von ttrundeiaentum zugunsten der N2TAP.

Durch Gesetz bes Herrn Staatsministers vom 11. Dezember 1933, bas am 13. Dezember in Kraft trat, wirbzur Vereinfachung bes Verfahrens zur Enteignung von (Brunbeigentum zugunsten der NSDAP." in § 1 bestimmt:Die Nationalsoziali­stische Deutsche Arbeiterpartei, hie SA. unb SS, ber angeschlosfene Stahlhelm unb bie sonstigen Neben- unb Unterglieberungen ber NSDAP. (Hit- lerjugenb, Jungvolk, BdM usw.) sinb zum öffent­lichen Nutzen bienenbe Unternehmen im Sinne bes Art 1 bes Gesetzes über bie (Enteignung von Grund- eiqentum in ber Fassung her Bekanntmachung onm 30. September 1R99. Zu ihren 3ro<*cff,n kann bie Enteignung (Entziehung ober Beschränkung) von Grundeigentum gegen ooUftänblge Entschädigung ftattfinben." In den folgenden Barographen wer­den bie Vorschriften bes Enteignungsgesetzes vom 30. September 1899 vereinfacht unb bem Staats­minister erweiterte Vollmachten übertragen.

Acndcrunq detzBrandvcrfichcrunqsgefetzcS

Durch Gesetz bes Herrn Staatsministers vom 30. November 1933 werben Art. 55 Abs 2 bes Ge­setzes bie Brandversicherungsanstalten betreffend vom 28. September 1890 unb Art. 9 Satz 1 bes Abänberungsgefetzes vom 11. September 1924 tu bem Brandversicherungsgesetz wie folgt ersetzt .Die Branboersicherunasbeiträge sinb in ganzen Reichs» Pfennigen ober Bruchteilen davon auf ie 100 NM. Umlagekapital auszufchlaaen unb zu erheben.* Die­ses Gesetz gilt erstmals für bie Umlage des Rech­nungsjahres 1933.

Oberbeffen

KreiS'(-?flüge1sckau, Saninchenschau und Nauernlundgebuna.

Die Vorbereitungen für die 1 Kreisgeflügelfchau vom 15. bis 17. Dezember in Watzenborn- Steinberg find nunmehr abgeschlossen, lieber 400 Nummern Geflügel sind gemeldet, ein Melde» ergebnes, bas bas anberer Kreisfchauen weit über­trifft. Für bie gleichzeitig ftattflnbenbe AUg. Äa- ninchenlchau sinb annähernd 100 Nummern gemel­det. Die Bewertung her Tiere erfolat gm Freitag. Hierfür stehen den Preisrichtern reichlich Ehren- und Geldpreise zur Verfügung, die von ber Hessischen Bauernkammer, non ber Fachschaft II. Rossegetsü- aelzucht (Bau Hessen unb Kreis Gießen, von ben Kreisv-reinen und non Privaten gestiftet mürben. Das Tierseucheninstitut unb bas Tierzuchtinstirut her Universität Gießen zeigen auf einer Sonber- schau Ausschnitte aus ihren Arbeitsgebieten, bie bei ben Züchtern unb Besuchern sicherlich großen An­klang und Anerkennung finden werden

Die Eröffnung her Ausstellung erfolgt Samstag nachmittag durch den Schirmherr ber 1 Kreisgc» flügelfchau, Herrn Qanbesbauernführer Dr Wag­ner (Darmstadt!, her auch anfchließenh auf einer großen Vauernkundgebuna sprechen mied. Ferner hat her Gaumalter für Geflüa-stwirtschast und Kleintierzucht, Herr Eckard t ((Beffügelhof Deidenmühle) (ein Erscheinen zuaesagt Die Bauern» funbgebuna findet unter Mitwirkung der Stanbar» tenkapelle R 116 statt Sonntag nachmittag kom­men bie Mitalieber ber Geflügelzuchtvereine zu einer Rreisoerfammfung zusammen, bei welcher ber Kreisfachherater für Geflügelzucht, Herr Dr. Lang fGi.'ßen) unb voraussichtlich auch der (Bau- fgchlchgftsführer, Herr Ackermann (Sprendlin­gens sprechen werden.

Werbeabend der sondorf

im Llnierbonn 116/11.

Londorf, 13 Dez Trotzdem erst vor einigen Tagen in her Bolkshalle zu Londorf ein M'li'är- konzert der Reichsw'hr stattgefunden hatte, war die (tinmohnerirfiaft Londorfs am vorigen Sonntag wie­der lehr zahlreich erschienen, um auch vom Leben und Treiben ber Hitler-Jugenb etwas zu hören und zu sehen.

Unter den Klangen eines flotten Marsches zog bie HI unb bas Jungvolk ein unb nahm guf der Sühne Aufstellung Scharführer 0 lemotz begrüßte In kurzen Dorten die Anwesenden und besonders unteren Oberbannführer R. Hainer und Unter­bannführer Wilhelm Schneider Sodann erteilte er bem Hauptredner R. Hainer das Wort. Dieser sprach in eindringlichen Dorten von bem Willen