Ausgabe 
14.9.1933 Erstes Blatt
 
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kagsbratid entstanden wäre (Hetterkett), und daß der preußische Ministerpräsident Gö­ring ihn praktisch durchgesührt habe, so kann ich nur sagen:Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Ich glaube euch nicht, daß das Ausland diese Dinge ernst nimmt, ebensowenig wie das deutsche Volk sie ernst nimmt Die arbeitenden Menschen in Deutschland sehen unsere Erfolge und sie messen daran die Rüstigkeit unseres

Kurses.

Wenn die Revolution vor einigen Wochen ihren Abschluß fand und von einer evolutionären Entwicklung abgelöst wurde, so standen wir damit an dem Beginn einer neuen Epoche, in der Bewegung uno Staat eins gewor­den sind. Die Macht ist in unserer Hand. Und nicht nur besitzen wir die Macht, wir besitzen auch das Volk. Ich möchte fast sagen, daß wir sogar viel zu viele haben, mehr als wir brauchen. Denn die, die heute am überschwenglich­sten sind, werden am tief st en die Köpfe hängen lassen, wenn es wieder einmal bunt wird. Wir kennen das, wir haben das so oft mit­gemacht. Allerdings find sie immer da, wenn es gilt, durch heimliches Nörgeln und Biertischkritisie­ren der nationalsozialistischen Idee und dem Auf­bau unseres Staates Abbruch zu tun.

Sie sagen: Ach, die nationalsozialistische Bewe­gung kann nur Feste feiern! Wenn das der Fall wäre, so wäre das doch immerhin schon etwas, denn das konnte die Republik nicht. Ich denke noch mit Schaudern an die herrlichen Verfassungsfeiern mit Bockwürsten und ähnlichen Scherzen. Gewiß, Feste feiern, das verstehen wir.

Aber wir feiern nicht Feste ohne Anlaß, und jedes Fest hat einen Sinn, und nach jedem Fest kommt irgendeine Aktion, die durch das Fest erst möglich gewesen ist. (Bei­fall.) wenn wir uns in Nürnberg zu einer einigen deutschen Ration zusammenschlossen, so ist es nur dadurch möglich, heute an die Soli­darität dieser Ration zu appellieren und gegen hunger und Kälte des kommenden .winters zu kämpfen. (Starker Beifall.)

Ls glaube doch niemand, daß uns so etwas zu­fällig einfällt. Rein! wir haben einengroh- angelegten Plan. Dieser groß angelegte Plan existiert schon seit Jahren. Dieser groß angelegte Plan wird Stück um Stückund Zug um Zug erledigt, und jeder große Tag der Ration ist nur ein Markstein auf dem Wege zur Verwirklichung dieses einen großen Planes.

Diese Regierung hat ja auch auf anderen Ge­bieten nicht gefackelt. Wir haben nicht etwa die Korruption der demokratischen Republik so unbe­sehen mit übernommen, sondern wir haben immer ausgemistet und das ist noch lange nicht zu Ende, das geht immer noch weiter (Heiterkeit, Beifall).

Wir brauchen uns aber bei der Darstellung der bisherigen Regierungsmaßnahmen nicht auf die Innenpolitik zu beschränken. Das wäre allein schon viel gewesen, wenn wir bisher nur politisch ge­handelt hätten. Aber darüber hinaus haben wir noch grandiose Wirtschaftsprojekte in Angriff genommen. Der Ansturm gegen die Arbeitslosigkeit ist zweifellos gelungen. Kein Land kann, wie das deutsche Volk, von sich behaupten, daß seine Arbeitslosigkeit in einem Sommer um zwei Millionen gesunken sei (Beifall).

Immer wieder von stürmischem Beifall unter­brochen erläuterte Dr. Goebbels noch einmal im einzelnen die Pläne des Winterhilfs­werks, wie er sie am Mittag in seiner Rede im Reichspropagandaministerium entwickelt hatte und fuhr dann fort:Das Winterhilfswerk, das wir jetzt durchführen, ist wahrer Nationalsozialis­mus, ist ein Sozialismus der Tat. Man hat uns in der Vergangenheit so oft vorgeworfen, wir seien Heiden. Ich glaube aber, es hat in Deutschland noch niemals eine Regierung gegeben, die so christlich handelt. Das ist praktische N ä ch st e n I i e b e , die sich nicht mit einem Lippen­bekenntnis begnügt, sondern die mit der Tat ein­tritt.

Lassen Sie mich nun, meine Parteikameraden, noch einen kurzen Blick auf unsere Berne- gung selbst werfen. Ich Hobe es Ihnen fchon zu oft gesagt, als daß ich es noch einmal wieder­holen möchte: Ich fehe in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei nicht den Ursprung, son­dern die Fortdauer unserer Macht. Die Partei muß das deutsche Volk erziehen, damit bas national­sozialistische Denken dem Volk in Fleisch und Blut übergeht.

Im Auftrage des Führers habe ich heute nach- mittag für die gesamte Organisation die Anord­nung herausgegeben, daß mit dem 1. Ok­tobereingroßer Propagandafeld­zug der nationalsozialistischenBe- w e g u n g einseht. Jeder Rebner ist ausgesorbert wenn er ein hohes Staatsamt bekleidet, in zwei Monaten 15, wenn er kein Staatsamt bekleidet, in 2 Monaten 25 Termine für Versammlungen zur Verfügung zu stellen, wir werden in zwei Monaten 150 000 öffentliche Ver­sa mmlungen abhalten, wir werden wieder mit dem Volke die lebendige Verbindung onfnehmen. Der Führer wird, wie immer, bei allen Gelegenheiten, so auch hier sich an die Spitze der Versammlungskam­pagne stellen. (Beifall.) Rachdem wir in den Regierungsgeschäften bas Gröbste hinter uns haben, werden wir uns bann wieder mit voller Kraft unserer Bewegung widmen.

Nicht umsonst haben wir sie in Nürnberg vor der ganzen Welt fühlbar herausgestellt. Die Partei soll wissen, daß sie Die Trägerin unserer Macht ist. So bitte ick) Sie, meine Parteigenossen, sich mit ganzer Kraft und ganzer Hingabe unserer Bewe­gung und ihren großen Aufgaben zu widmen. Wir hoben gar keine Veranlassung, müde zu sein. Auf. gaben von gigantischer Größe war- len unferer. Wir werden noch tausend- und aber- tausendmal in unserem Leben den Ruf ausstoßen, den wir so oft in der Vergangenheit ausgestoßen haben, als wir noch um die Macht kämpften: Es lebe unser Führer, es lebe unsere Partei!"

Mächtig brauste das dreifacheSieg heil!" der versammelten Parteigenossen durch die weite Halle des Sportpalastes. Mit dem Gesang des fjorfb Wessel-Liedes und mit dem Fahnenausmarsch schloß die Kundgebung des Gaues Groß-Berlin.

Oie Slowaken fordern Autonomie.

Don unserem V.-Äerichterstallei.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Prag, im September 1933.

Wenn Hans Vaihinger, der greife Philosoph des Als-Ob", der der Welt zum Bewußtsein gebracht hat, wieviel im Menschenleben der Schein, die Fik­tion, die Illusion ausmachen, sein Lebenswerk ein­mal in neuer Auflage herausgibt, dann wird er sicherlicht nicht versäumen, als ein Musterbeispiel einer böswilligen Fiktion Wort und BegriffTsche- choÜowakei" anzuführen.

Wie die Fiktion wurde: Die Zertrümmerung der österreichisch-ungarischen Monarchie und Bildung neuer Staaten geschah bekanntlich unter dem Vor­wand, daß bas Zeitalter des National- st a a t e s angebrochen sei. Aus dem Nationalitäten­staat Oesterreich-Ungarn sollten mehrere Staaten entstehen, die vom Fluch, der über der Donau-Mon- arcyie lastet und ihr ein klägliches Ende bereitete, nämlich vom Fluch, aus verschiedenen Völkern zu­sammengesetzt zu sein, befreit sein sollten. Der Ge­danke war schön und gut, die Art, wie er in die Tat umgesetzt wurde, weniger. Nationalstaaten wurden allein Oesterreich und Ungarn. Die Tschechoslowakei und S ü d s l a w i e n , als die beiden anderen Nachfolgestaaten, bekamen Mil- l i o n e n Menschen überantwortet, die einem an­deren Volk angehören als dem Staatsvolk. Die Serben als tragende Nation in Südslawien wären immerhin stark genug gewesen, einen eigenen Staat zu bilden. Den Tschechen wäre das schwerer gelun­gen. Sie entsannen sich daher desunerlösten slawi­schen Brudervolks", der Slowaken, und schlossen mit ihnen 1917 in Pittsburg ein Bündnis, nach dem sich beide Völker darauf einigten, im Falle eines für die Entente günstigen Ausgangs des Krieges einen gemeinsamen tschechoslowakischen Staat, in dem je­des der beiden Völker auf seinem Gebiet Herr sein sollte, zu gründen.

Die Mittelmächte verloren den Krieg. Die Aas­geier hatten Oberwasser. Am 28. Oktober 1918 wurde in Prag die tschechoslowakische Republik ausgerufen. 3n der Begeisterung jener Tage vergaßen die Tschechen das Wort tschecho-slowakisch" zu kuppeln. Sie haben es b i s heute unterlassen. Mit dieser kleinen Aeuher- lichkeit vergaßen sie auch, was man in Pitts­burg ausbedungen hatte. Sie betrachten das slo­wakische Problem nicht mehr unter dem Leit­wort:3d) Herr du Herr!" Der Welt redeten sie ein, das slowakische Bolk sei eigentlich das gleiche wie das tschechische, die slowakische Sprache nur eine Mundart der tschechischen. So großzü­gig verfuhr man mit [einen slawischen Brüdern. Das slowakische Siedlungsgebiet wurde und wird genau so tschechisiert wie das su­detendeutsche oder das magyarische.Die ungarischen Beamten, die nach der Staatsumwal­zung entfernt wurden, wurden nicht durch ein­heimische slowakische ersetzt, sondern durch tsche­chische. Den Boden, den man dem ungarischen Großgrundbesitz nahm, gab man nicht slowaki­schen Dauern, sondern tschechischen Siedlern. Fiir die Tschechen ist in der Tat die östliche Seite ihres Staates, eben die Slowakei, genau so ein Ausbeutungsobjekt, wie das sudetendeutsche Randgebiet.

3mmer sind die Slowaken in der Geschichte ihre eigenen Wege gegangen, abseits der tschechischen Politik und Kultur. Dom 3ahre 1018 bis 1918 standen sie unter der Stefanskrone. Rationale Minderheiten aber haben die Ungarn niemals be­

sonders liebevoll behandelt. Es war kein Wunder, daß im Weltkrieg die Slowaken den tschechischen Sirenentönen erlagen. Daß sie aus einem ungari­schen Regen in eine tschechische Traufe kommen würden, haben sie sich freilich nicht träumen lassen. Sie haben, seit sie zur Tschechoslowakei gehören, aus ihrer Gesinnung daher nie ein Hehl gemacht und immer wieder gefordert, daß man ihnen d i e Autonomie geben solle, die in Pittsburg ver­sprochen wurde. Der Vertrag von Pittsburg war befristet. Als er 1928 ablief, und der slowakische Politiker Professor Tuka darauf hinwies, daß eigentlich ein rechtloser Zustand entstanden sei, ant­worteten die Tschechen damit, daß sie Professor Tuka 15 3ahre ins Zuchthaus schickten. Das Pittsburger Bertragswerk sah vor, daß die Slo­waken eine Volksabstimmung über ihr weiteres staatliches Schicksal abhalten feilten, wenn nicht der Vertrag automatisch erneuert würde. Auf dieses Recht der Volksabstimmung warten die Slo­waken immer noch.

Manchmal erinnern sie die Tschechen daran, daß dieses und andere Versprechen immer noch der Er­füllung harren. Dann platzt die Fiktion von der tschechoslowakischen Nation, wie jetzt eben wieder, anläßlich der P r i b i n a f e i e r in Neutra in der Slowakei. Von Prag aus wurden die Pribinafeiern als eine große revisionsgegnerische Kundgebung or­ganisiert. Benescb hatte eine Reihe von Rednern bestellt, die den Ungarn sagen sollten, sie mögen sich nur ja keine Hoffnungen darauf machen, daß die Slowakei je wieder ungarisch würde. Benesch hatte die Rechnung ohne den Wirt, d. h. ohne die Slo­waken gemacht. Ihre Führer, die man nicht in die amtliche Rednerliste ausgenommen hatte, erzwangen sich das Wort und gaben kund, wie die Slowaken wirklich denken. Gegen Ungarn wurde aus flo- wakischem Munde selbst kein Wort gesagt, aber an die Prager Adresse wurde der schöne Satz gerichtet: Es gibt keine tschechoslowakische Na­tion, es gibt nur ein tschechisches und ein slowakisches Volk".

Das ist keine angenehme Musik für die Ohren der Tschechen, die sich die Fiktivn von der tschechoslowakischen Ration solange eingeredet ha­ben, bis sie sie selbst geglaubt haben. Man träumt nicht ungestraft wachen Auges und gibt sich nicht trügerischen Illusionen hin, ohne einmal auf un­angenehme Weise geweckt und art die Wahrheit erinnert zu werden. Die Fiktion, die eingebildete Welt des Scheins, tröstet über manchen Aerger hinweg, sie kann indes niemals Wirklichkeit werden.

Der so überraschend in die Pribina-Feier ge­platzte slowakische Redner, der greise Führer des Volkes, Pfarrer H l i n k a, hat, statt gegen Ungarn zu zetern, Autonomie für die Slow akei verlangt. Die kalte Dusche, die das für die Festversammlung in Reutra be­deutete, wird zu eiskaltem Schaudern dadurch, daß die Forderung nach Autonomie nicht nur die zwei Millionen Slowaken, sondern auch die 3,5 Millionen Sudetendeutschen erheben. Wenn in der Tschechostowakei gleiches Recht für alle gilt, müssen die Slowaken nun ebenso einge­kerkert werden, wie die Sudetendeutschen. Beider Verbrechen ist das gleiche. Es leben eben in der Tschechoslowakei überhaupt nur zur Halste Tschechen und zur Hälfte Verbrecher. Das tut auf die Dauer einem Staat nicht gut.

Oie Beseitigung des nationalen Kitsches.

Berlin, 14. Sept. (TU.) Der stellvertretende Reichspropagandaleiter Hugo Fischer erläßt fol­gende Anordnung:

Entsprechend dem Gesetz zum Schutz der natio­nalen Symbole und der Anordnung des Stellver­treters des Führers über den Vertrieb von Gegen­ständen, die mit den Symbolen der Bewegung bzw. sogar mit dem Bild des Führers versehen sind, hat man von feiten der Länderminisferien, Polizeidirek­tionen und Präsidium Warnungen an Her­st ellerfirmen, wie auch Verkaufsge- schäfte erlassen, die befriftet die Entfernung in Frage kommender Artikel verlangten. Die Fristen find inzwischen abgelaufen und damit wird die gesamte Parteigenossenschaft aufgefordert, dem Gesetz und den Anordnungen der Partei Gel­tung zu verschaffen.

Am 15. September wird im ganzen Reich schlag­artig mit der Beseitigung des letzten Restes dieser unserer Bewegung un­würdigen Erscheinung begonnen. Auch der f I e i n ft e Mißbrauch unserer Symbole wird zur Anzeige gebracht und für alle Zu­kunft unterbunden. Die Parteigenossenschaft wird dafür Sorge tragen, daß der Eindruck unserer herr­lichen Bewegung nicht mehr und nie wieder durch Konjunkturriter auf. dem Gebiete des Kit­sches verwischt oder beeinträchtigt wird. Gtreik im steierischen Kohlen­bergbau.

Protest gegen Dollfuß »Notverordnungen.

München, 13. Sept. (CNB.) Wie die Landes­leitung Oesterreich der NSDAP, mitteilt, sind im west steierischen Bergbau die Bergarbeiter wegen rigoroser Lohnkürzungen durch die Alpine Montangesellschaft in den Aus stand getreten. Noch am Freitag fuhren die Berg­leute im Köflacher Kohlenrevier in die Gruben. Drunten in den Kohlenflözen weigerten sie sich plötzlich, die Arbeit aufzunehmen. Im Werk der Graz-Köflacher Eisenbahn befinden sich die Arbeiter seit Freitag vormittag in den Gruben und ver­langen, daß der ^Betriebsleiter zu ihnen herunter- komme und mit ihnen verhandele. Die Zahl der im Ausstand stehenden Bergarbeiter beträgt mehr als 5000. Die streikende Arbeiterschaft setzt sich in ihrer überwiegenden Mehrheit aus National- sozi allsten und den mit ihnen in Kampfgemein­schaft stehenden steierischen Heimat schütz- lern zusammen. Sowohl christliche als auch freie Gewerkschaften haben dort nichts zu reden. Die Bevölkerung unterstützt die Streikenden in jeder Weise und überweist ihnen Geldspenden und Nah­rungsmittel.

3m Köflacher Kohlenrevier sind die Bergleute bereits fünf Tage in der Grube. Es ver­breiteten sich unter ihnen Darmerkrankungen, so daß ein Arzt einfahren mußte. Da die Haupt-

beleuchtung ausgeschattet ist, befinden sich die Berg­leute meist im Finstern, weil sie mit den eigenen Grubenlampen sparen. Frauen stürmten gestern in Köflach das Direktionsgebäude und drangen in die Büroräume ein, wo sie sich in Drohungen gegen die Beamten ergingen. Einige legten ihre kleinen Kinder auf die Schreibtische und verlangten, die Direktion solle für die Familienangehörigen sorgen. Die Fohnsdorfer Werkdirektion hat das elektrische Licht ausschalten lassen und jede Nahrungs­mitte lz u f u h r, auch die Zufuhr von Trinkwasser verweigert. In Seegraben wurde die Zufuhr von Wasser und trockenen Le­bensrnitteln, wie Brot und Speck erlaubt. Die Gru­ben wurden von der Bergbehörde besichtigt, wobei der Oberbergrat erklärte, daß das Leben der Bergarbeiter in Gefahr sei, wenn sie noch längere Zeit in den Schächten verblieben. Es haben sich bereits 30 Krankheitsfälle ereignet. Die Lösung des Streiks erscheint dadurch schwierig, daß die Erfüllung eines Teiles der Forderungen, die Un­ternehmer in Widerspruch mit einer Notverordnung der Regierung setzen würde. Die Bergarbeiter ha­ben sich an die Regierung um Aufhebung die­ser Notverordnung gewandt.

Aus aller Wett.

Kundgebung für die deutsche Erhebung an Bord der Resolute" in Reuyork.

Die Ortsgruppen der NSDAP, der Hapag- DampferResolute" undReliance" veranstalteten gemeinsam mit dem Bund der Freunde des neuen Deutschland in Amerika auf dem DampferReso­lute" ein Bordfest, das sich zu einer bemerkens­werten Kundgebung für die deutsche Erhebung und den Gedanken der Volksgemein­schaft gestaltete. Die Teilnahme von fast 3000 Gästen an der Veranstaltung dürfte der beste Beweis für das stetig wachsende Interesse des Neuyorker Deutschtums an allen derartigen Veranstaltungen sein. Besonders bemerkenswert ist, daß viele Teil­nehmer auch den langen Weg aus der weiteren Umgebung Neuyorks nicht gescheut hatten, um sich gerade wegen der Hetze eines Teiles der amerikani­schen Presse persönlich vom Geist des neuen Deutsch­land zu überzeugen. Beachtenswert war auch die Anwesenheit zahlreicher nichtdeutschstämmiger Ame­rikaner aus den besten Kreisen Neuyorks.

3m Alter von 109 Jahren gestorben.

In einer Ortschaft in der Nähe von Toulouse starb im Alter von 109 Jahren die unver­heiratete Franxoise E a st e r a. Seit zehn Jahren hatte sie das Augenlicht verloren.

Französischer Schifferstreik lebt wieder auf.

Der Schiffer streik, der erst vor wenigen Wochen den größten Teil der stanzösischen Kanal­und Flußschiffahrt zum Stillstand gebracht hatte, ist wieder aufgelebt und hat unter der Füh­rung kommunistischer Elemente zur Bildung der ersten Sperrketten auf der Oise in unmittel­barer Nähe von Conflans Saint HonorS geführt. In einer Sitzung der Schiffer wurde festgestellt, daß die Vereinbarungen, die gelegentlich des letzten

Streiks hinsichtlich der Durchschleufung getroffen worden waren, nicht innegehalten worden feien. Die Schiffer beschlossen daher, erneut in den Streik zu treten.

Schwerer Einbrecher gefaßt.

Nach einer aufregenden Jagd wurde in Ander­nach am Rhein ein schwerer Einbrecher wieder gefaßt, der vor einiger Zeit bei einem Gefangenentransport an der Bahnsperre in Kob­lenz entweichen konnte. Es handett sich um den 26jährigen Rudolf Gräser, der angeblich aus Köln stammt, eine fünfjährige Gefängnisstrafe zu verbüßen hatte und wegen einer Serie weiterer schwerer Einbruchsdiebstähle und Unterschlagung sich vor dem Koblenzer Gericht verantworten sollte. Er ift nunmehr in das Untersuchungsgefängnis von Koblenz eingeliefert worden.

Jugend und Nation.

Don F. W. Heinz.

Der Staat erneuert sich aus seiner Führung. Die Führung erneuert sich aus ihrem Volke. Das Volk erneuert sich aus der kriegerischen Tugend der Män- ner und der mütterlichen Fruchtbarkeit der Frauen, die in Bekenntnis, Blut, Geschichte und Sprache see­lisch eins sind. Führung, Staat und Volk in ihrer Höchstform aus herrfcherlichem Machtan- spruch und innerlicher Machtrechtfertigung bilden die Nation. Ewige Jugend, das ist: Jugend als Aufgabe, das heißt: Erneuerung und Wieder­geburt der Nation aus jenen unbedingten und ge­heiligten Werten heraus, die Vorrecht und Besitztum der Jugend find. ----

Welche Werte sind das? Es ist die Kraft, sich ohne Einschränkung in den Dienst der Na fi o n zu stellen. Es ist die Bereitschaft, sich ohne Rücksicht auf Umwelt oder eigenes Leben für Glauben und Gestalt des Reiches zu opfern. Es ist die Fähig­keit, jedes echte deutsche Erlebnis als eine ver­pflichtende Forderung zu erkennen. Es ist das unbestechliche Gefühl für Die Größe und Allge­walt des Schicksals, und es ist der unbeirrbare Wil­len, dieses Schicksal zu meistern. Es ist die Zuver- sicht, selber Schicksal und Vorsehung zu sein und Gottes Spruch zu vollziehen. Es ift aus dieser Zu­versicht heraus die Verachtung der Gefahr und die Kühnheit des vollkommenen Einsatzes. Es ist die Freiwilligkeit zum härtesten Dienst in der soldatischen oder geistigen Vorbereitung des Wer­kes, es ist darüber hinaus der seelische Hunger nach Verantwortung und Führerschaft. Es ist die Unter- ftcllung aller privaten Wünsche und alles persön­lichen Tuns unter das Gesetz der Ehre, das allein die Formen der Gemeinschaft bestimmt. Es ist die immerwährende Versuchung, ähnlich dem Sinn der immer wieder eingeschmolzenen und umge- schmiedeten Schwerter der llrfage, sich selbst und den bestehenden Zustand stets von neuem in Frage zu stellen, um gehärtet zu werden und sich der Zukunft und dem Ziel gewachsen zu machen.

Es gibt junge und alte Völker. Die alten unter­scheiden sich von den jungen dadurch, daß die Größe ihrer nationalen Aufgabe sie nicht mehr beseligt, fon» dern erschreckt. Wer aber an Aufgabe und Ziel nur eine Sekunde zweifelt, der irrt im Glauben und fällt. Und ein Volk, das vom glühenden Glauben seiner Jugend nicht mehr entflammt wird, ist verloren. Ob sich die jeweilige Staatsführung vor dem Wollen der Jugend einsetzt, ist belanglos. Staa­ten sind Menschenwerk, die Jugend ist jedoch das Werkzeug Gottes.

Die Bewußtheit dieser Aufgabe setzt eine gei­stige Haltung voraus. Für die deutsche Jugend kann diese Haltung nur eine idealistisch-heroische sein. Daraus ergeben sich bestimmte Folgerungen für das Tagewerk der Pflicht. Wer sich für die unbeding­ten Werte der Jugend entscheidet, für den gibt es kein unverbindliches Ausweichen mehr, sondern nur noch klares Bekenntnis. Die Tiefe und Ernsthaftig­keit dieses Bekenntnisses offenbart sich allein in der Güte der Leistung und in der Zuverläs- figkeit des Tuns. Politik treiben, heißt alle Diejenigen innerhalb und außerhalb der Nation, die dem Reich im Wege stehen, durch Leistung und Werk überwinden. Ob Kriegskunst oder Staatskunst, ob Dichtung oder Wissenschaft, ob Handwerk, Bauerntum, Arbeitertum, Technik, Wirtschaft I u- gendalsAufgabe heißt hier: wen der Glaube nicht einzubeziehen vermag, den muß die Unan­greifbarkeit der Leistung und Arbeit bezwingen. Das ist möglich, wenn hinter Leistung und Arbeit des Volkes der Glaube an die idealistisch­heroische Haltung der Jugend stehen.

Wie das Kriegs e r l e b n i 5 nicht deshalb zu den übertragbaren geistigen Mächten gehört, well die einen es haben und die anderen nicht, sondern weil Bereitschaft und Kraft zu diesem Erleben in jedem seelisch, geistig und leiblich gesunden Deutschen stecken, so ist die Uebertragung jener unbedingten Werte der Jugend auf die Gesamtnation nur dadurch möglich, daß das deutsche Volk in seiner Ueberzahl innerlich jung geblieben ift Jugend als Ausgabe heißt: das deutsche Volk zum Bekenntnis und zur Betätigung seiner Jugend zwingen! Das Element dieses Bekenntnisses und dieser Betätigung ist der Kampf. In ihm allein erneuern s i ch die Nationen aus dem Geiste der Jugend her­aus, in ihm legt die Jugend selbst ihre Feuerprobe ab. Es ist hier der Kampf in der weitesten Fülle seiner Möglichkeit gemeint. Zweitausend Jahre deutscher Geschichte künden von diesem Kampf, zwei­tausend Jahre berichten von der kämpferischen Wie­dergeburt aus dem heldischen Geiste der Jugend. Wenn das deutsche Volk zu erstarren drohte, oder wenn es seine Jugend verleugnete, bann brachen Heere wie Ideen und Ideen wie Heere in die Frag­würdigkeit des bestehenden Zustandes ein und stell- ten das Volk auf die härteste Probe. Dann aber auch standen Heere und Ideen auf und erprobten in der unerbittlichen und bis zur Grenze des deutschen Be­standes gehenden seelischen und kriegerischen Aus­einandersetzung die Unüberwindlichkeit jener unbe­dingten und geheiligten Werte, die Besitztum und Vorrecht der Jugend des Reiches find. Bis zum Weltkrieg allerdings, und hier offenbart sich die Tragik unserer Geschichte, war die Gemeinsam­keit einer bis zum Letzten verpflich­tenden Bindung immer nur von kurzer Dau^r gewesen, und hatte sich die Erneuerungskraft der Jugend fast immer nur im Einzelschicksal der gro­ßen Staatsmänner, Feldherrn, Volksführer, Dichter, Denker und Kunstschöpfer erfüllt. Vom Ausgang des Weltkrieges an kann es immer nur die Gesamt­nation fein, die als Ziel und Aufgabe vor derJugend steht.

Die Nation ist das deutsche Volk, ist das Reich, ist die deutsche Führung, ist die soldatische Stoßkraft der Jugend und die Schlagkraft der Männer, ist die vollkommene Be­reitschaft aller Werkenden und Denkenden, ist die unzerstörbare Rüstung aus bereiter Macht. So heißt Aufgabe der Jugend um der Nation öilleiu Arbeit und Kampf!