Ausgabe 
14.9.1933 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

Sch.

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rglanz« erhält das Haar qefund

körper unserer Universität gerissen.

Hessische Personalien.

Weitere Entlastung des oberhesfischen Arbeitsmarktes.

Oer Bericht des Arbeitsamts Gießen über die Arbeitsmarktlage Ende August. Günstige Aussichten für die weitere Entwicklung.

Werk hat sich um Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten bemüht: sobald die Aufträge erteilt werden, wird für einen großen Teil Arbeitsloser dieses Bezirks Arbeitsmöglichkeit für längere Zeit vorhanden fein. Ein anderes Eisenwerk hat Former und Schlosser nach Auftragseingang zurückgerufen. Weitere Ein­stellungen stehen bevor. Am Stichtag wurden 1657 Arbeitslose, gegenüber 1842 des Vormonats gezählt.

Bekleidungsgewerbe.

Die Arbeitsmarktlage dieser Berufsaruope ist als gut zu bezeichnen. Sowohl die Schuhfabriken, als auch die oberhessischen Kleiderfabriken sind zur Zeit voll beschäftigt. Dem Arbeitsmarkt standen 250 Arbeitslose, gegen 255 des Vormonats, zu Ver­fügung.

Baugewerbe.

Ein Tell Bauhandwerker konnte auf Grund der Maßnahmen im Rahmen des Sofortprogramms untergebracht werden. Es besteht die berechtigte Aussicht, daß bei weiteren Arbeitsaufnahmen im Rahmen des Sofortprogramms der Arbeitsmarkt eine größere Entlastung erfahren wird. Die Arbeits­losenzahl betrug 1744, gegenüber 1827 des Vor« monats.

Ungelernte Arbeiter.

Durch die Inangriffnahme der Straßenoerbeffe- rungsarbeiten in einem Teile unseres Arbeitsamts­bezirkes fanden insgesamt 60 Arbeitslose auf vier bis sechs Wochen Beschäftigung. Durch diese Maß­nahme war es möglich, einen Hilfsnebenstellenbezirk, umfassend 26 Ortschaften, bis auf 2 Arbeitslose, die ebenfalls in den nächsten Tagen untergebracht wer- den sollen, völlig von Arbeitslosen zu befreien. Bei einer Notstandsarbeit konnten sogar Arbeitslose aus einer Stadt untergebracht werden, da diese Stadt die Fahrtkosten zur Arbeitsstelle für die Arbeits­losen übernommen halte. Zu den Wegebau- und Straßenbauarbeiten in unserem Schottener Bezirk wurden 32 Arbeitslose vermittelt. Weitere Ein­stellungen sollen in der nächsten Zeit erfolgen.

Das Personalamt des Staatsmini- ft e r i u m s gibt bekannt:

Auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten treten in den Ruhestand: am 1. September 1933 der Schleusenmeister Friedrich Laun zu Offenbach a. M.; am 1. Oktober 1933 der Förster Otto Harnisch zu Forsthaus Emme- linenhütte.

In den Ruhestand versetzt wurden auf Nachsuchen der Förster Konrad Schlag zu Buch­schlag mit Wirkung vom 1. Oktober 1933: der Förster Franz H i h e l zu Ober-Roden mit Wir­kung vom 1. Dezember 1933; am 10. August 1933 der Regierungsrat Wilhelm Jourdan beim Kreisamt Worms mit Wirkung vom 1. November 1933. In den Ruhestand versetzt wurde am 1. Sep­tember 1933 auf Grund von § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. Aprll 1933 der Pfleger Michael Hübner in Goddelau mit Wirkung vom 1. November 1933 ab. Entlassen wurde: am 12. Juni 1933 auf Grund von 8 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Derufs- bcamtentums vom 7. April 1933 der Ministerialrat Dr. Rudolf 6iegert in Darmstadt mit Wirkung vom 12. Juni 1933 ab.

In den Ruhestand versetzt wurden auf ihr Nach- suchen mit Wirkung vom 1. August 1933 ab der Ministerialrat Dr. Theodor Schrohe unter An­erkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste, am 4. August 1933 der Oberjustizinspektor Philipp Hetterich in Wörrstadt mit Wirkung vom 1. Aprll 1934 ab; am 8. August 1933 der Ober- justizsekretär bei dem Landgericht in Darmstadt Dr. Joseph F r i ck e r mit Wirkung vorn 1. Januar 1934 ab; die beiden letzteren unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten langjährigen freuen Dienste und des im nationalen Interesse bekundeten Opfer­sinns.

Ernannt wurden: am 25. Juli 1933 der Polizei­hauptwachtmeister Ferdinand Kühl zu Gießen zum Kriminalhauptwachtmeister mit Wirkung vorn 1. Juli 1933; am 6. September 1933 die Studien- räte Professor Sic. Willy Gaul an der Aufbau­schule 'in Bensheim zum Studienrat an der Augu­stinerschule (Gymnasium und Oberrealschule) in Friedberg, mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 an, und Kurt Dames an der Oberrealschule und dem Progymnosium in Alzey zum Studienrat an der Liebigs-Oberrealschule in Darmstadt, mit Wirkung vom 9. Oktober 1933 an.

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BerantmJ^ung

* Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Landesuniversität wird uns mit­geteilt: Dem Assistenten am Forstinstitut Dr. Karl Rudolf Fischer wurde durch das Hessische Staats­ministerium ein Lehrauftrag über Zoologische Hei­matforschung erteilt.

* Treffen ehemaliger Angehöriger des Hess. Res.-Jnf.-Regts. 2 5 4. Am 1. Oktober findet In Offenbach a. M. eine Zu­sammenkunft derLosen Bereinigung der Ange­hörigen des ehemaligen Großherzoglichen Hessischen Reserve-Jnfanterie-Regiments Nr. 254" statt. Das Programm sieht eine Versammlung, Gefallenen-

Heinz.

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yher unbeirrbare M. Men. (h ist die W. JU 'en und rn- ®3 ist aus bie er Au« enen Ersatzes. Es ist die m härtesten Dienst m 'gen Vorbereitung der Wer- trbilWe ^U1W nach Ntzst. Es ist die Unter. Wun che unb alles perfön- Gesetz der Ehre, das Gemeinschaft bestimmt Er e Versuchung, ähnlich dem ' emaeschmchenen und umge- öer »ksage, sich selbst unb den ets von neuem in Frage ju werden und sich der Zukunst m zu machen.

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Gießener Wochenmarktpreise.

Gießen, 14. Sept. Auf dem heutigen Wochen- morkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 Mark, Matte 25 Pst, Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11, Wirsing (gelb und grün), das Pfund 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 15, Bohnen (gelb) 20 bis 25, Mischgemüse 10, Tomaten 15, Zwiebeln 10, Rhabarber 10, Kürbis 6, Kartoffeln 3 Pst, Der Zentner 2,20 bis 2,50 Mark, Frühäpfel, das Pfund 12 bis 15, Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche 30 bis 35, Brombeeren 35, Preißelbeeren 28 bis 30, Aepfel 10 bis 12, Birnen 10 bis 15, Pflaumen 10, Zwetfchen 8 bis 10, Mirabellen 10, Reineklauden 12, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 70, Gänse 70, Enten 70 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 50, Salat 10, Salatgurken 20 bis 25, Einmachgurken 2 bis 3, En­divien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 15 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf.

BornoNzcn.

Tageskalcnder für Donnerstag: Palast-Lichtspiele, 9 bis 21 Uhr, Zinnsoldaten- Truppenschau. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Ein Lied geht um die Wett" mit Joseph Schmidt.

NSDAP. Gießen.

Die Ortsgruppe Gießen-Nord veranstaltet folgende Block-Abende: für Zelle 7 heute Don­nerstag, 20.30 Uhr, bei Nohl, Ederstraße; Block 4 (Schillerstraße und Im Gartseld), morgen Frei­tag, 20.30 Uhr, bei Nohl, Ederstraße, Block 5 (We- ferstraße); für Zelle 6 morgen Freitag, 20.30 Uhr, bei Müller, Feldschlößchen, Block 1 (Rodhei- mer Straße), ebenfalls morgen, Freitag, 20.30 Uhr, bei Lehmann, Krofdorser Straße, Block 3 (Krofdor- fer Straße, Hinter den Schießgärten, Leimenkauter­weg und (Bleiberger Weg).

Sonderzüge aus Oberhessen zum Gau.parteitag.

Am Samstag, 23. September, nachmit- tags, werden aus Oberhessen folgende Sonder- g e zum Gau-Parteitag in Frank­furt a. M. gefahren:

Zug von Butzbach, Einsteigftationen: Ost- heim, Bad Nauheim, Friedberg, Bruchenbrücken, Nieder-Wöllstadt, Okarben, Groh-Karben, Dortel­weil, Vilbel.

Zug von Wetzlar, Einsteigstationen: Gießen.

Zug von Hungen, Einsteigftationen: Inhei­den, Obbornhofen-Bellersheim, Berstadt-Wohnbach, Wölfersheim-Soedel, Melbach, Beienheim, Dorheim, Friedberg, Bruchenbrücken, Nieder-Wöllstadt, Okar­ben, Groß-Karben, Dortelweil, Vilbel.

Zug von Gießen, Einsteigftationen: Großcn- Linden, Langgöns, Kirchgöns, Butzbach, Friedberg.

Zug von Friedberg, Einsteigftationen: As- senheim, Erbstadt, Kaichen, Heldenbergen-Windecken, Windecken, Büdesheim, Niederdorfelden, Gronau, Vilbel-Nord.

Zug von Nidda, Einsteigestattonen: Ranstadt, Stockheim, Bleichenbach, Düdelsheim, Büdingen, Mittel-Gründau, Lieblos, Gelnhausen.

Zug von Friedberg, Einsteigstattonen noch nicht bekannt.

Die fehlenden Einsteigstattonen werden noch be- fanntgegeben. Ebenfalls die genauen Abfahrzeiten und Rückfahrzeiten.

Es wird eine 75prozentige Fahrpreis­ermäßigung gewährt. (Einzelvreise der Fahr- karten ab den einzelnen Einsteigestationen werden ebenfalls noch durch die Presse angegeben.) So wie beim Neichsparteitag, wird die Fahrpreisermäßi- aung geaen Vorzeigung der Sonderzugkarte auch für Die Zubringerzuge bis zur Einsteigestation ge- währt.

Alle Teilnehmer am Gauparteitag, ganz gleich ob SA., SS., Amtswalter, HI., Parteigenossen, NSBO.-Mitglieder usw., ebenso wie Sympathisie- rende (ausgenommen selbstverständlich geschlossene Formationen unter dem Befeyl ihrer zuständigen Führung, die von sich aus das nötige in Ver­bindung mit den Parteidienststellen veranlassen wird) melden ihre Teilnahme dem zuständigen Ortsgruppen- bzw. Stützpunktleiter, der gleichzeitig der Transportführer für fein Arbeitsgebiet ist.

Alle Anforderungen betr. Sonderzugfahrkarte, Parteiabzeichen (Preis 0,25 RM.), Festprogramm (Preis 0,20 RM ), Karten zu Sonderoeranstallun- gen find an den Ortsgruppen- bzw. den Stützpunkt- Transportführer zu richten.

Da beim (Bauparteitag nach Möglichkeit nur Pri­vatquartiere zur Verfügung gestellt werden sollen, müssen Anforderungen so schnell wie möglich an die (Bauleitung gerichtet werden. Die Quartier- scheine werden über die Kreistransportführer an die Ortsgruppen und Stützpunkte weitergegeben. Es muß jedoch damit gerechnet werden, daß der Versand der Quartierscheine erst in den letzten Tagen vor Abfahrt der Züge erfolgen kann. Anmahnungen sind nicht notwendig, da allen Anforderungen Rechnung ge­tragen wird.

Gteuergutscheine.

Auf die rechtzeitige Zahlung der in der Zeit vom 1. Oktober 1932 bis 30. September 1933 fälli­gen Umsatz st euer, Gewerbe st euer und Grund st euer wird, falls ein Anspruch auf Steuergutscheine erhoben wird, vom Finanzamt be­sonders hingewiesen. Zahlungen nach dem 30. Sep­tember 1933 verlieren den Anspruch auf Steuer­gutscheine. Ausgenommen hiervon sind:

1. Umsatzsteuer-Ausgleichsbeträge, deren Zahlung bis nach dem 1. Oktober 1933 hinausgeschoben ist, falls die aufgeschobenen Beträge innerhalb der Aufschubfrist eingezahtt werden,

2. Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und Grundsteuer von landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betrieben, die über den 30. Septem­ber 1933 hinaus gestundet waren, wenn die Stun- dungsftist vor dem 1. Januar 1934 abläuft und die Beträge innerhalb der Stundungsftist entrichtet werden.

Steuerbefreiung im Interesse -es Arbeitsdienstes.

Wie von zuständiger Stelle mitgeteUt wird, kön­nen auf Lnttag der Gemeinden diejenigen Grund­stücke von den auf sie entfallenden Staats steuern zeitweilig befreit wer­den, die dem Arbeitsdienst 3ur Benutzung überlaffen worden sind. Entsprechende Anträge der Gemeinden sind an den Vorsitzenden des (Bruno- steuerausschusses zu richten. In dem entsprechenden Erlaß des preußischen Finanzministers wird aber ausdrücklich erklärt, daß eine Erstattung be­reits bezahlter Steuern nicht in Frage komme.

Bedarfsdeckungsscheine A zur Aus gäbe bereit.

Wie das DDZ.-Büro meldet, find nunmehr die Bedarfsdeckungsscheine A, die im Rahmen der Ar­beit sbeschaffungsaktion eine erhebliche Rolle spielen, zur Ausgabe bereitgefteüt. Die Bedarfs- deckungsscheine lauten auf bieSumme von 25 Mark und sind unterteilt in 25 Ein­zel a b s ch n i 11 e zu je 1 Mark. Sie werden den Gemeinden und anderen Trägern von Maßnahmen im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms zur Verfügung gestellt und sollen ausgegeben werden an die bei der Arbeitsbeschaffung be­schäftigten Arbeiter mit je einem Stück pro Monat. Diese Bedarfsdeckungsscheine A berechtigen zum Erwerb von Kleidung, Wäsche und Hausgerät. Für die Zulassung von Verkaufs- stellen zur Entgegennahme der Abschnitte der 25- Mark-Bedarfsdeckungsscheine gelten, wie der Reichs- finan^minifter verfügt hat, die gleichen Richtlinien, wie für die Zulassung von Verkaufsstellen zur Ent- aegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen auf Ehe- standsdarlehen. Die zugelassenen Verkaufsstellen haben ihre Zulassung durch Aushänge oder Anschläge bekanntzugeben.

Ehrung, gemeinsames Mittagesien unb kamerad« schaftliches Beisammensein vor.

** 4,47 Millionen Rundsunkteilnch« mer am 1 September. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. September 4 470 862 gegenüber 4 483 278 am 1. August dieses Jahres. Die Abnahme von 12 416 Teilnehmern (0,3 0. H.) hält sich im Rahmen der üblichen Sommerabmeldungen zur Reisezeit. Unter der Gesamtzahl befinden sich 525 808 Rundfunk- teilnehmer, denen die Gebühren erlassen sind, gegen­über 531 230 am 1. August. Die Zahl der gebühren­freien Teilnehmer (hauptsächlich Arbeitslose) ist mit­hin um 5 422 zurückgegangen.

** Billige Glückwunschtelegramm» zu Weihnachten un d N cujahr. Die Reichs- poft beabsichtigt, auch während des diesjährigen Weihnachts- und Neujahrsfestes verbilligte Gluck» wunfchtelearamme zuzulasien. Die Einrichtung wirb der vorjährigen nach Art und Umfang gleichem Im deutschen Verkehr wird man für ein Orts­telegramm bis zu zehn Wörtern 50 Pf., bei Zu­stellung auf Schmuckblatt 1.50 Mk. zu zahlen haben. Im Fernverkehr kostet ein gleich langes Telegramm 75 Pf., auf Schmuckblatt 1.75 Mk. Jedes weitere Wort wird im Orts- und Fernverkehr mit 5 Pf. berechnet. Auch in diesem Jahre sollen feste Texte zur Auswahl angeboten werden. Im Verkehr mit deutschen Schiffen in See wird die Wortgebühr 40 Pfg. betragen, gegen 75 Pf. bei vollbezahltem Telegramm. In diesem Verkehr besteht kein Min- destgebührensatz. Benutzt man dazu noch einen der festen Texte, so kann man von einem deutschen Schiff in See schon mit vier bis fünf Gebühren- Wörtern, also für etwa 2 Mk. einen telegraphischen Festgruß nach der deutschen Heimat übermitteln. Dasselbe gilt in umgekehrter Richtung. Im Aus­landsverkehr werden die Kosten für die Glück­wunschtelegramme besonderer Art wie bisher halb so hoch fein, wie die vollen Sätze, oder noch ge­ringer.

Die Lage des oberhessischen Arbeits­marktes hat auch im Berichtsmonat August eine weitere Besserung erfahren. Die Be­lebung des Arbeitsmarktes ist auf die echte Be­lebung der Wirtschaft, auf Durchführung der staatlichen Maßnahmen und auf die einsetzen- den (Erntearbeiten zurückzuführen.

Am Ende des Blonals August waren 10 212 Arbeitslose vorhanden, gegenüber 10 893 des Vormonats und 13 500 des Vorjahres; das be­deutet, daß sich die Lage gegenüber dem Vor­jahre um 24,4 v. h. und gegenüber dem Vor­monat um 6,2 v. h. gebessert hat.

Arbeitslosenunterstützung bezogen 1788, gegenüber 1808 des Vormonats und 1840 des Vor­jahres, Krisenunterstützung erhielten am Ende des Monats 4101 Unterstützungsempfänger, gegenüber 4161 des Vormonats und 3650 des Vor­jahres. An anerkannten Wohlfahrtserwerbs­losen zählten wir 2134, gegenüber 2567 des Vor­monats und 2642 des Vorjahres. Mit Notstands- arbeiten wurden 297 Arbeitslosen-, 672 Krisen- unb 19 Wohlfahrtsunterstützungsempfänger beschäf­tigt. Der erreichte Erfolg in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit verpflichtet zu

neuen Anstrengungen aller Behörden und Ar­beitgeber mit dem Ziele, die Arbeitslosigkeit noch weiter zu senken.

In erster Linie muß eine planmäßige Unterbrin- e insbesondere auch mit Rücksicht auf die alten pfer gesichert sein. Deshalb müssen alle freiwerdenden Stellen dem Arbeits­amt gemeldet werden. Das Arbeitsamt über­nimmt der Wirtschaft gegenüber die Verantwor­tung, daß geeignete Kräfte zugewiesen, dem Volke gegenüber, daß die sozialen und polttischen Forde­rungen erfüllt werden.

Aus einzelnen Berufsgruppen ist fol­gendes zu berichten:

Landwirtschaft.

Im Monat August war durch die einsetzende Ernte eine rege Vermittlungstätigkeit zu verzeich­nen. Es konnte eine größere Anzahl von (Ernte­arbeitern untergebracht werden. Auch gelerntes Personal, wie Gespannsührer und Melker, wurden verlangt. Während männliches Personal ohne Schwierigkeiten gestellt werden konnte, war dies bei weiblichem landwirtschaftlichen Personal nicht möglich. Es sind auch weiterhin weibliche Arbeits­kräfte, hauptsächlich solcke, die Melkkenntnifse be­sitzen, gesucht. Durch Ausschließung von Doppel­verdienern war es in einem Teile unseres Bezirks möglich, bei Drefcharbeiten 30 Arbeitskräfte unter­zubringen. Am Ende des Berichtsmonats standen dem Arbeitsmarkt 221 landwirtschaftliche Arbeits­kräfte zur Verfügung, gegenüber 265 des Vor­monats.

Industrie der Steine und Erden.

Die Arbeitsmarktlage in der Steinindustrie war nicht einheitlich. In einem Bezirk unseres Arbeits­amtes wurden Steinrichter und Steinbrucharbeiter zu Anfana des Monats wegen Arbeitsmangels entlassen. Als sich aber gegen Ende des Monats die Beschäftigungsmöglichkeit besserte, wurde der größte Teil der entlassenen Arbeitskräfte zurück­gerufen. In einem anderen Test unseres Bezirks mußte ein Betrieb, der im vergangenen Jahre größere Lieferungen nach dem Ausland hatte, in diesem Jahre stillgelegt werden, da z. Zt. Absatz­mangel besteht. (Einige Betriebe des Kreises Gießen haben Aufträge von der Reichsbahn auf Reichs­bahnschotter erhalten. Verschiedene Gemeinden ha­ben Steinbruchsbettieben zwecks Umpflasterung ihrer Straßen Neuaufträge an Pflastersteinen er­teilt. Den Arbeitsmarkt dieser Berufsgruppe be­lasteten im August 716 Personen, gegenüber 801 des Vormonats.

In Anbettacht der immer noch starken Belastung des Arbeitsmarktes der Steininbuftrie haben wir uns in Verbindung mit der Kreisleitung der NSDAP, mit den oberhessischen Arbeitgebern der Hartsteinindustrie in Verbindung gesetzt, um fest- zustellen, welche Wünsche die Arbeitgeber in Bezug auf Auftragserteilung bzw. Beschäftigung haben, um geeignete Schritte für eine dauernde Besserung der Hartsteinindustrie schäften zu können.

Metallindustrie.

Auch die Markttage dieser Berufsgruppe hat eine leichte Besserung erfahren, sie wttd voraussichllich auch im nächsten Monat anhalten. (Ein größeres

Herbstastem.

Herbstsonnentage! Es sind köstliche Tage, die wir wie ein Geschenk dankbar entgegennehmen,ifcr aber schmückt noch besonders diese schönen Tage? Die Blumen sind es, die uns mit der Wundersülle ihrer Schönheit jeden Morgen aufs neue grüßen.

Schon sind die Sommerblumen verblüht, sie haben Samen gebildet, welk hängen ihre Blätter. Die Nachte sind chnen zu kühl, der Nebel drückt sie. An den Hecken glänzen die roten Hagebutten, und dunkelblaue Brombeeren leuchten aus dem Grün der langen Ranken. Die letzten Rosen wollen nicht mehr aus den Knospen, Dahlien- und Nelkenblüten stehen still, sie hängen schon ihre Köpfe. Es sind Kinder des Sommers, und sie wollen nun Abschied nehmen.

Im herrlichsten Schmucke aber stehen die Herbst- astern. Ihr Strahlen und Leuchten füllt den herbst­lichen Garten. Sie strömen keinen Duft aus, sind nur Farbe und Schönheit. Alle nur erdenkbaren Formen, Arten und Farben finden wir bei ihnen. In kleinen Kästen, in Blumentöpfen, im Mistbeet ausgesät, bann auf ihre Plätze verpflanzt, von ben Schnecken halb abgenagt, bann roieber von Blatt­krankheiten befallen, allem ttotzten sie, unb nun stehen bie kleinen Blütenbäumchen erwartungsvoll in ber Herbstsonne. Da sind Oie niedlichen Zwerg- astern, wie aus einem Puppenlaben, baneben stehen onbere mit schmalen, violetten Blütenblättern um einen goldgelben Kem, andere haben weiße, zer- flatternbe Blüten, unb roieber anbere blühen in ber Form kleiner Kugeln. Sttahlenastem, Straußen- febernaftern, lockiae Blumen auf langen Stielen; wer kennt sie nicht?

In allen Größen, in allen Formen, in allen Farben, so stehen sie prangend in den Gärten. Nun wird auch braußen in Feld und Wald das Grün verschwinden, bas Laub wirb gelb unb braun. In diese stille, langsam beginnende Farbenmelodie sttahlen bie Gartenastern ihre Farbenpracht. Ist es nicht, als ob sie noch einmal die ganze Zauber­macht ber Sommers in ihren leuchtenden Tönen zuruckriefen?

Ihre Schönheit oerle'cht selbst dem späten Herbst noch einen Abglanz von Freude und Zuversicht. Aufrecht stehen die Astern da, kein Zeichen vom Vergehen ist bei ihnen sichtbar. Draußen liegt bie besonnte Wiese still unb leer, die Aecker zeigen ihre braunen Schollen, im Garten aber leuchten bie Astern!

Unb keinen schöneren Blumenstrauß können wir in unser Zimmer stellen, als ben von bunten Astern. Viele Tage, ja Wochen, bleiben sie unotränbert in ihrer Farbenpracht. Rosen blühen schnell unb vergehen balb, die Astern aber erfreuen uns lange Zeit durch ihre Schönheit.

Sie sind Freudenbringer und helfen uns, des Sommers Abschied leichter zu tragen.

Karl Ruhl f-

Am heutigen Tage wurde ber in weiten Kreisen der LanbesUniversität unb ber Bürgerschaft bekannte Werkmeister am Physikalischen und Physikalisch- chemischen Institut, Karl Ruhl, zur letzten Ruhe­stätte geleitet. Er war ein Kind unserer Stabt, er­hielt seine Ausbildung in der Heyligenstaebtschen Fabrik, arbeitete später in Weingarten unb Mann­heim, nahm am Weltkrieg teil und war nach seiner Verwundung zunächst in Gewehrfabriken zu Spanbau u. a., später bei ber hiesigen Firma Spörhase tätig. Am 1. Mai 1919 übernahm er die Stelle des Werk­meisters an ben genannten Instituten, beren Hei­zungsanlagen, elektrische Maschinen und grob­mechanische Werkstatt von ihm betreut wurden. Unermüdlicher Fleiß und beste Sachkenntnis mach­ten ihn zu einem wertvollen Glied im Stabe jener Institute; seine stete Bereitwilligkeit, zu raten und zu helfen, erwarben ihm freundliche Gesinnung auch außerhalb seines engeren Wirkungskreises. Um feiner Arbeit willen hat er dem schon gefährdeten Körper zu viel zugemutet, bis ernsteste Krankheit ihn zur Ruhe zwang. Nach langer, schwerer Leidens- zeit verschied er einen Monat vor der Vollendung feines 47. Lebensjahres. Der Tob bes mit wichtigen Fragen ber Institutspraris wohloertrauten Mannes hat eine empfinbliche Lücke in ben Angestellten-

Bibellehrgang in Friedberg.

Vom 19. bis 21. September veranstaltet ber Hes­sische ßanbesoerein für Innere Mis­sion (Sitz Darmstadt) im evangelischen Gemeinde­haus zu Friedberg, Kaisersttaße, einen Bibel­lehrgang. Als Hauptredner ist der Professor der Theologie an ber Universität Heibelberg, D. gelte, gewonnen worben, ber an ben brei Nachmittagen, jeweils um 16 Uhr, biblische Borträge hält. Außer- bem spricht am Dienstagvormittag um 10.15 Uhr Pfarrer Kn 0 bt - Bab-Nauheim überWort Got­tes unb Glaube", am Mittwochoormittag Stuben- tenpfarrer Lic. Dr. Schlink - Darmstabt über Glaube unb Kirche", am Donnerstagvormittag Professor B e i b t Frankfurt a. M. überGlaube und Werk". Der Zuttitt ist frei

Wettervoraussage.

Eine Staffel sehr kühler Polarluft fließt über das Norbmecr unb die britischen Inseln südwärts, so daß die Temperaturen noch weiteren Rückgang erfahren. Dabei tritt wechselhafte Bewölkung auf, unb teilweise gehen noch Regenschauer nieber. Mit bem Zustrom der Kattluft ist aber Luftbruckanstiea oerbunben, so baß bas westliche Hoch sich mehr auf das Festtanb ausbreiten kann. Sobann wird im Bereich des Zwischenhochs vorübergehend Beruhi­gung ber Wetterlage eintreten. Ein bei Jslanb er­schienenes Tief schneidet die Kalllust wieder ab, so­daß späterhin auch Milderung zu erwarten ist.

Aussichten für Freitag: Zunächst noch weitere Abkühlung, wechselnd wolkig mtt Aufheite­rung, nur noch vereinzelte Schauer.

Aussichten für Samstag : Bewölkt mit Aufheiterung, tagsüber etwas milder, meist ttocken.

Lufttemperaturen am 13. September: mittags 18,5 Grab Celsius, abenbs 17,5 Grab: am 14. September: morgens 12,2 Grab. Maximum 19,3 Grab, Minimum 7 Grab. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. September: abends 18,6 Grad; am 14. Septem­ber: morgens 14,7 Grad Celsius. Niederschläge 3,8 mm. Sonnenscheinbauer 2 Stunden.