Ausgabe 
14.8.1933 Erstes Blatt
 
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willen. Himmler schloß: Ich habe eine Mahnung und einen Befehl an meine SS.:

Wir wollen und wir werden in den heutigen Zeiten, die gut für uns sind, genau dieselben bleiben, wie in den Zeiten, die schlecht für uns waren.

so bleiben für die Bewegung, für den Führer, der uns den Wappenspruch verliehen hat:Deine Ehre ist Treue". In guten und schlechten Zeiten bleibt für uns immer nur eines: Deutschland, Deutsch­land über alles!

Nach dem Gesang des Deutschlandliedes nahm

Stabschef Röhm

das Wort zu einer Ansprache, in der er aus­führte: Dor acht Tagen hatte ich die Freude und den Stolz, 82 000 Mann der Gruppe Derlin- Drandenburg der SA. zu besichtigen. Zu meiner Freude kann ich feststellen, daß der gleiche strenge soldatische Geist, der gleiche Geist der Pflichterfüllung und der stolze Wille in Ihnen, meine Kameraden der SS., steckt. Ich möchte Ihnen Dank und Anerkennung ausspre­chen für das, was ich gesehen habe. Ich weiß, und kann dem Führer melden, das) Sie Ihre Pflicht in allen Lagen erfüllen. Diele alte Kameraden aus der ersten Kampfzeit stehen in Ihren Reihen, an Ihrer Spitze ein Mann, der in den ersten schweren Kampfjahren der Bewegung an meiner Seiet kämpfte und der viele alte Ka­meraden aus jener Zeit unter seiner Führung hat. Sie begrüße ich in allererster Linie, diese alten kampferprobten Männer, die in den schweren Jah­ren des Opfers, des Kampfes, des Lleberwindens immer wieder auftauchender Schwierigkeiten ge­zeigt haben, daß sie ihrem Wahlspruch getreu sind: Meine Ehre heißt Treue! Das haben Sie bewiesen und ich nehme den Eindruck vom heu­tigen Tage mit, das werden Sie beweisen in den kommenden Monaten und Jahren. Denn wie ich schon zu Ihren Kameraden der SA. sagte:

Die Aufgabe der SA. und SS. ist in keiner Weise abgeschlossen. Hal sie bisher die Aufgabe gehabt, für dieses Reich zu kämpfen, dieses Reich zu schaffen, so liegt nunmehr die klare Aufgabe vor ihr, dieses Reich zu sichern und zu erhalten. Das erfordert den gleichen Einsatz in gleicher Weise, in gleicher Pflichterfüllung wie in den vergangenen Jahren. Es soll sich keiner darüber täuschen, diese SA. und SS., die in mehr als zehnjährigem Kampf verbunden ist, gekämpft, geblutet und geopfert hat, wird stets bleiben in den gleichen Tugenden, die sie zu diesem Ziel geführt Hot, und die diesen Sieg für alle Zeit verankert.

Was wir, Ihre Führer, von Ihnen fordern, das wissen Sie. Es sind die alten soldatischen Tugenden, die immer in den stolzen Zeiten deutscher Größe maßgebend waren und diese Größe begründet und geschaffen haben, die Tugenden der Treue, der Manneszucht und Kameradschaftstreue zu ihren Führern, zur Bewegung und damit zu Volk und Vaterland. Der Gei st der SS. und SA. muß der Gei st des deutschen Volkes werden, und dos müssen Sie durch Beispiel allen deutschen Volksgenossen Vorleben. Wir verlangen von Ihnen, daß Sie diese Eigenschaften und diese Aufgaben verbinden in einer bis zum Tode verbundenen Kameradschaft. Ob sie stehen bei den braunen Kämpfern oder bei den Kämpfern im schwarzen Gewand,

der Ehrgeiz jedes einzelnen muß sein, an seiner Stelle das Veste für Volk, Vaterland, Führer und Bewegung zu leisten.

Bleiben Sie in Einfachheit und Schlichtheit die glei- chen Kämpfer, die Sie waren. Dann braucht uns um die Zukunft Deutschlands nicht bange zu sein. Dann weiß der Führer, daß er sich in jedem Augen­blick auf seine Kämpfer verlassen kann. Der eine Ge­danke der gleichen Verpflichtung für Volk und Vaterland, für die Bewegung und für den Führer verbindet uns olle. Immer und bei allen Handlungen müssen Sie so handeln, wie der Führer handeln würde. Sie kennen ihn. Sie lieben ihn, und wir gedenken auch am heutigen Tage des Mannes, der uns zusammengeführt hat, der uns ge­führt hat bis heute, und der uns führen möge in dem neuen stolzen nationalsozialistischen freien Deutschland, in dem Deutschland der Ehre, der Kraft und der Freiheit. Adolf Hitler, unser Führer, Sieg-Heil! ,

An das Sieg-Heil auf den Führer schloß sich der Gesang des Horst-Wessel-Liedes an. Dann sprach Stabschef h m allen SS.-Männern, insbesondere dem Reichsführer Himmler und dem Führer der SS.-Gruppe Ost, D a l u e g e, nochmals seine vollste Anerkennung für das aus, was er in den letzten beiden Tagen sehen durfte. Ein dreifaches Sieg-Heil auf die SS.-Gruppe Oft beschloß seine Ausfüh­rungen.

Unter den Marschklängen der Musikkapellen folgte der schneidige Vorbeimarsch der 11 OOQ SS.-Männer vor der Führung. Unter immer wiederholten Heil­rufen verließen die Kolonnen das Stadion und schick­ten sich gegen 15 Uhr zum

Einmarsch in die Reichshauptstadt

an. Der Marsch ging von der Heerstraße durch das Brandenburger Tor zu den Linden. Er war in ganzer Ausdehnung von riesigen Menschenmassen umsäumt. Die Zuschauerreihen waren tief gegliedert. Zehntausende begleiteten den Zug. Von fast allen Häusern wehten die schwarzweißroten und die Haken­kreuzfahnen. Mit schmetternder Musik wurde der etwa dreistündige Marsch zurückgelegt. Am Franz- Iosess-Platz, zwischen Staatsoper und Bibliothek, sind die etwa 140 Lastwagen angefahren, die die auswärtigen SS.-Leute heimbringen sollen.

Gegen 18 Uhr erreichte die Spitze des Zuges das Brandenburger Tor. Trotz einer Marschleistung an diesem einen Tage von ungefähr 35 Kilometern mit vollem Gepäck, machten die Abteilungen einen durch­aus frischen Eindruck. Unter den Linden war die Volksmenge inzwischen auf etwa 100 000 ange- wachsen. Im Lustgarten standen weitere Zehntem- sende von Zuschauern.

Im Lustgarten nahmen die Abteilungen Aufstel­lung mit der Front zum Schloß. Eine volle Stunde dauerte noch einmal der Aufmarsch hier.

Gruppenführer Oaluege

dankte in einer kurzen Ansprache der Bevölkerung für den kameradschaftlichen Empfang in Berlin. Wir sehen, erklärte er, daß unserKamerad schäft s- aeist übergreift auf das gesamte Volk. Aber eines ist gewiß: Wir hätten nicht 2% Tage in Döberitz und in Berlin zubringen können, wenn uns der alte Frontgeist nicht gelehrt worden wäre von dem Manne, dem wir immer und immer wieder ewige Treue geloben und für den wir immer weiter arbeiten werden. Kameraden, ich entlasse Euch, in»

dem ich noch einmal unseres Führers AdolfH11 - ler und unseres geliebten deutschen Vaterlandes gedenke mit unserem Kampfruf: Unser Führer Adolf Hitler, unser herrliches deutsches Vaterland: Sieg- Heil!

Das letzte Sieg-Heil dröhnte über den Platz. Noch einmal wurde das Horst-Wefsel-Lied gesungen. Dann lösten sich die Abteilungen auf. Die auswärti­gen SS.-Leute nahmen von ihren Berliner Kame­raden herzlichen Abschied, um heimzufahren.

Die Deutsche Lustsahrtausstellung

Hamburg. 13. Aug. (ERD.) In Anwesen­heit des Präsidenten des Deutschen Luftsport- vcrbandes L o e r z e r und des Ministerialrats Christiansen eröffnete heute mittag Staats­sekretär Milch vom Reichsluftfahrtministerium die Deutsche Luftfahrt-Ausstellung im Hamburger Zoo.

Staatssekretär Milch überbrachte die Grüße und kameradschaftlichen Wünsche des Reichsluft­fahrtministers Göring. Der Zeindbund habe uns auch heute noch, 15 Jahre nach Kriegsende, zu einem Staat zweiter Klasse degradiert. Das friedliebende deutsche Dolk fordere, daß auch die anderen ihre Luftfahrt abschaf- f e n. Wir könnten heute nichts anderes tun, als uns passiv gegen die Gefahren aus der Luft zu schützen. Die jungen Leute, die sich im Segel- flug üben, seien die Auslese, die jene Eigen­schaften in sich tragen, die die Führerschicht des deutschen Volkes besitzen müsse. Ein drei­faches Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten und den Führer, sowie das Deutschlandlied be­schlossen die feierliche Eröffnung der Ausstellung.

Ausschluß

deutscher Lehrervertreter.

Ein Oesterreicher hetzt gegen Deutschland.

Paris, 12. August. (CNB.) In Santander (Spanien) wurde heute der IV. Internatio­nale Kongreß der Lehrerverbände er­öffnet. Als erster Punkt wurde die Zulassung der deutschen Delegierten erörtert. Der Vor­sitzende des Kongresses, ein Engländer, appellierte an die Eintracht, aber der französische Dele­gierte erklärte, wie Havas berichtet, daß man die Deutschen, deren gewerkschaftliche Lage nicht geklärt ei, nicht zulassen könne. Der Vertreter Oesterreichs Bindon führte aus, daß der'Friede feines Landes durch die Deutschen zerstört worden sei. Er verstieg sich sogar zu der Behauptung, daß das Dynamit, )as bei den Attentaten gebraucht werde, deutsch sei. Bindon wandte sich gegen die Zulassung der deut­schen Delegierten. Er könne nicht nach Hause zurück­kehren, wenn er mit den deutschen Delegierten zu­sammenarbeite. Diese seien nichts weiter als Die Vertreter Hitlers.

Zum Zeichen des Protestes gegen diese Ausfüh­rungen verließen die deutschen Delegierten den Saal. Der Vorschlag, die deutschen Delegierten nicht zu­zulassen, wurde mit 40 gegen 21 Stimmen angenom­men.

Keine Anrufung des Völkerbundsrates

London, 13. Aug. (TU.) Frankreich, Italien und England haben, wie der diplomatische Mitarbei­ter desObserver" meldet, im Augenblick nicht die Absicht, die Frage der deutschen Rundfunk- propaganda, die sich mit Oe st erreich be­schäftige, vor den V ö l k e r b u n d s r a t zu bringen, wie dies von böswilliger sozialistischer Seite behaup­tet worden war. Man beobachte die Lage und ver­halte sich abwartend. Man wolle jedes über­stürzte Vorgehen vermeiden.

300000 Deutschamerikaner protestieren gegen Versailles.

C h i k a g o, 14. August. (WTB. Funkspruch.) 300000 Deutschamerikaner, die hier zu einem Deutschen Tag versammelt sind, p r o t e st i e - ren gegen die Kriegsschuldlüge und for­derten den Widerruf des Versailler Dik­tats, sowie die Annahme des Antrags von Sena­tor S h i p ft e a d auf eine Untersuchung des Kriegs­schuldparagraphen und sog.Friedensvertrag".

Ein gerechtes englisches Urteil.

London, 15. Aug. (WTB.-Funkspruch.) In einem Brief an denDaily Telegraf" schil­dert der bekannte Historiker Sir Raymond B e a z - l e y seine Eindrücke über Deutschland. Er sagte u. a.: Die Grundlagen des neuen R e - g i m e 5 sind im wesentlichen die Ideale der n a t i o- nalen Einigkeit, der Vaterlandsliebe, der Tüchtigkeit, Ordnung, Gesundheit und körperlichen wie seelischen Sauberkeit und der allgemeinen materiellen Wohl­fahrt des Staates, der Familie und der einzelnen Person. Die Regierung hat Millionen neue Hoff­nung, Tatkraft und Zuversicht gegeben. Beinahe jeder Mensch, dem ich begegnet bin, machte den Ein­druck, daß er sich mit Eifer an die gemeinsame Ar­beit für die Wohlfahrt des Landes begibt. Das deutsche Volk wünscht Frieden, denn es will wieder aufbauen und einen gesunden, kraft­vollen und leistungsfähigen nationalen Staat er­richten. Aber es fordert Frieden auf der Grundlage einer gerechten Anwendung des^ftrin- zips der Gleichheit. Manche Leute scheinen geneigt zu sein, das neue Deutschland derartig an­zugreifen, daß jede Aussicht auf wirksame Rüstungs­verminderung verschwindet. Die Hoffnung der Ab­rüstungskonferenz liegt sicher in hohem Maße in der gerechten Behandlung Deutschlands durch die Konferenz.

Amerika entsendet Kriegsschiffe nach Kuba.

N e u i) o r f, 13. Aug. (WTB.) Präsident Roose- v e 11 hat den Befehl gegeben, daß sich drei Kriegsschiffe nach Kuba begeben, um vis zur endgültigen Wiederherstellung normaler Ver­hältnisse das Leben der amerikanischen Staatsange­hörigen zu schützen.

Präsident Roosevelt gab zu dieser Maß­nahme die Erklärung ab, daß die Bereinigten Staaten weder die Möglichkeit einer Intervention erwogen, noch die Ein­mischung in die inneren Angelegen­heiten Kubas beabsichtigen. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um im Rotfalle das Leben amerikanischer Bürger zu schützen, bis normale Zustände wiedergekehrt seien.

Aus aller Welt.

Das französische Staatsoberhaupt von einem Radfahrer überfahren.

Das französische Staatsoberhaupt, Präsident Lebrun, oer zu einem Privatbesuch in Metz weilte, wurde von einem Radfahrer überfah­re n. Präsident Lebrun kam mit einer leichten Hautabschürfung am Kopf davon.

Der Mörder des Kunstmalers Schwär; feftgenommen.

Das Geheime Staatspolizeiamt teilt mit: Der Geheimen Staatspolizei ist es gelungen, den Mör­der des in der Rächt zum 19. Januar auf tragische Weise um8 Leben gekommenen Kunstmalers Pro­fessor Schwarz zu ermitteln. Es handelt sich um den kommunistischen Arbeiter Ackert aus Reinickendorf, der bereits im Felseneck-Prozeß mitangeklagt war und freigesprochen wurde, nach­dem das Verfahren auf Grund des Gesetzes über Gewährung von Straffreiheit vom 21. Dezember 1932 auf Kosten der Staatskasse eingestellt worden war. Das Berliner Schwurgericht war damals zu der Ansicht gelangt, daß der Mörder des Pro­fessors Schwarz nicht zu ermitteln se:. Ackert, der vor kurzem von Beamten des Geheimen Staats­polizeiamts in Schutzhaft genommen war, hat nun­mehr ein umgehendes Geständnis abgelegt, daß er Prof. Schwarz e r st o ch e n habe. Auch der seit langer Zeit in einem Konzentrationslager befindliche Rechtsanwalt Litten, der im Fel­seneck-Prozeß als Verteidiger auftrat und damals wegen des Verdachts der Begünstigung im Laufe des Verfahrens als Verteidiger ausgeschlossen wurde, hat bei seiner kürzlich erneuten Verneh­mung gestanden, bereits vor Beginn des Pro­zesses gewußt zu haben, daß Ackert der Mörder des Kunstmalers Schwarz gewesen sei.

Grohgut in Ostpreußen niedergebrannl.

Durch die Unvorsichtigkeit eines 11jährigen Kna­ben, der mit Streichhölzern gespielt hatte, brach auf Gut Bendisen bei Labiau (Ostpreußen) Feuer aus, das mit rasender Geschwindigkeit um sich griff und sämtliche Wirtschaftsgebäude, Scheune und Ställe in Asche legte. Die erheblichen Futteroorräte wurden ein Raub der Flammen: auch sind große Viehbe­stände umgekommen. 12 Wirtschaftsgebäude sind niedergebrannt.

Feuerkampf mit Wilderern. Zwei Tote.

Im Ordenswald bei Reustadt an der Haardt kam es nachts zu einem Zusammenstoß zwi­schen Gendarmeriebeamten und zwei Wilderern, der sich zu einem lebhaften Feuergefecht ent­wickelte. Dabei wurde der 38jährige Genbarmerie- oberwachtmeister Löffler und einer der Wil­derer, der 25jährige Student Fritz Kopp von der Frohn-Mühle bei Haßloch, getötet und ein weiterer Gendarmeriebeamter schwer verletzt. Der Wilderer, der den tödlichen Schuß auf Löff­ler abgegeben hatte, der Landwirt 2oh. Klein aus Laschen, wurde verhaftet.

Unwetter in der Schweiz.

In der Schweiz gingen in den letzten Tagen hef­tige Unwetter nieder. Vor allem wurde davon das Berner Oberland betroffen. Die Weiße Lütschine trat über die Ufer und überschwemmte die Straßen und die Bahnlinie. Das Stecheibergwerk wurde zerstört. Die Iungfraubahn mußte ebenfalls den Verkehr für einige Tage stillegen. Die Gotthard- straße wurde durch eine Schuttlawine gesperrt. In Waadtland wurde ein auf dem Felde arbeiten­der Mann v o m B1 i tz e r s ch 1 a g e n. In der West­

schweiz wurde zwischen Eschallens und Moudon ein lokales Erdbeben wahrgenommen.

Großfeuer in Birkenfeld.

In Neunkirchen (Birkenfeld) brach ein Groß- feuer aus, dem sechs Häuser mit Scheunen und Stallungen zum Opfer fielen. Sieben weitere Häuser sind aufs äußerste bedroht und mußten geräumt werden. Außerdem steht die Dorfkirche in Gefahr, von den Flammen erfaßt zu werden. Die Bekämp­fung des Feuers ist infolge Wassermangels beinahe unmöglich.

Unwetter über Oesterreich.

Gewitter st ürme und Wolkenbrüche richteten in ganz Oesterreich schweren Schaden an. Im Lande Salzburg wurden zwei Personen vom Blitz getötet. In Oberlag (Niederösterreich) wurde j ein Erdölbohrturm umgeworfen. Ein Wolkenbruch verursachte im Imst (Tirol) Hochwasser, das das Elektrizitätswerk unterspülte und zum Einsturz brachte. Die Familie des Monteurs konnte mit knap­per Not das nackte Leben retten. Auch die Mutter­kopfhütte wurde von den Fluten fortgerissen. Bei Hall und in anderen Gegenden wurden Straßen durch Erdaufschwemmungen verschüttet und Brücken weggerissen. In Schwarz schlug der Blitz in den i Schloßturm und beschädigte dieses Wahrzeichen der Stadt sehr. Auch aus Bozen werden schwere Ge- | witterschäden gemeldet.

3m Faltboot von Calais nach Dover.

Zwei junge deutsche Nationalsozialisten, Wolfgang Körber vom Londoner Büro der Telegraphen- Union und Hans Beckhooff von dem Londoner Reichsbahnpropagandabüro haben am Sonntag den Kanal in der Richtung von CalaisDover i n einem Pionierfaltboot überquert und hierbei einen neuenRekordfür diese Bootstype auf der genannten Strecke aufgestellt. Sie sind um 8.20 Uhr in Calais gestartet und trafen um 14.18 Uhr in Dover ein, so daß ihre Fahrtzeit, die amtlich abgenommen wurde, 5 Stunden 58 Minuten beträgt. Die Ueberquerung erfolgte ohne Begleitboot. Das Faltboot hatte keine Segel. Es herrschte ziemlich , starker Wind und die See war bewegt, so daß er­fahrene Fischer und Hafenbeamte in Calais vor dem Unternehmen gewarnt hatten. Das Boot führte am Bug die nationalsozialistische Flagge und am Heck die schwarz-weiß-rote Reichsflagge. Die Ausrüstung bestand aus einem kleinen Handkoffer, einer See­karte, zwei Tafeln Schokolade und Bisquit. Die Faltbootfahrer hatten sich vor ihrer Abfahrt von seebefahrenen Männern eingehend über die zu er­wartende Strömung, dem zu steuernden Kurs und sonstige seetcchnische Möglichkeiten beraten lassen, so daß das Unternehmen auch von diesem Gesichts­punkt gut vorbereitet war. Die Leistung ist um so bemerkenswerter, als erst vor einiger Zeit zwei jungen Deutschen ein gleichartiger Versuch mißlang. Sie mußten sich unterwegs von einem Fischerfahr­zeug aufnehmen lassen. Auch der kürzliche Versuch eines Dänen, in einem Kajak den Kanal zu über­fahren, ging fehl.

Ehepaar Lindbergh nach Island unterwegs.

Lindbergh ist mit feiner Frau am Samstag um 15.30 Uhr von Julianehaab (Südwestgrönland) aus nachIsland gestartet und um 20.30 Uhr, nach knapp fünfstündigem Flug, in Angmagfalik an der Dfttüfte von Grönland eingetroffen. Wenn die Witterungsverhältniffe es erlauben, wird der Flug über die Dänemark-Straße nach Reykjavik fortgesetzt. An der grönländischen Küste ist das Wetter sehr günstig. Aus Island wird jedoch Nebel gemeldet.

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In den nächsten sichrer Schröder gehilsen-Verband un seit einiger Zeit als Deutschen Arbeitsfrc wir, wurde er nimm im Bezirk Niederrhe bestimmt.

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Sie SA.-Sian nächsten Sonntag a flehens des Infante Jlt.116 in (Sieben Lazu werden mehr, oer von ausroär weitaus größten Teil Hemd muß in unseren im Mittagessen > ü'wVw \um Uebexnad dringend gebeten, nad iogslisch süx Mi Zu stellen. Die SW

Aus der Provinzialhauptstadt.

Zeitungswerbung unter Androhung politischer oder wirtschaftlicher Nachteile strafbar!

Der Reichsstatthalter für Hamburg hat sich veranlaßt gesehen, daraus hinzuweisen, daß bei der Werbung für Zeitungen unter allen Um­ständen Androhungen, daß der Richt- bezug einer Zeitung politische oder wirtschaftliche Rachteile habe, unzu­lässig und strafbar seien. In der amtlichen Mitteilung heißt es u. a.: Es ist Anweisung ge­geben, daß jeder solche Geschäfte­macher, der ihm gemeldet wird, auf der Stelle seiner Bestrafung zugeführt wird. Die hamburgische Bevölkerung wird aufgefordert, die staatlichen Stellen bei der Ausmerzung dieser Schädlinge zu unterstützen- Keine Zeitung, die ehrlich mitzuarbeiten bereit sei, solle von dieser Mitarbeit ausgeschlossen werden. Der Rationalsozialismus sei kein Geschäfc, und darum habe niemand Vorteile und Rachteile durch den Bezug von Zeitungen, die er am liebsten lese.

Blumen am Fenster.

Nicht jeder hat das Glück, in der sommerlich war­men Zeit ein paar Wochen von der Alltagsarbeit ausruyen zu dürfen und hinauszufahen in Gottes schöne, freie Natur. Und doch scklummert in jedem Menschen eine ieltsam tiefe Sehnsucht, in engerer Beziehung zur Allmutter Natur zu stehen; jeöer möchte für sich von der großen Kraft einheimsen, die in allem natürlichen Wachsen und Werden liegt. Nun gibt es in unseren Wohnungen ein Fleckchen, das gleichsam ein Memorandum für unser Natur- empfinden ist: die Blumen auf der Fensterbank! Es gibt wohl an jedem Tag ein Stunde auch für den Vielbeschäftigten, da wir der Blumen bedürftig sind und unser Blick mit Wohlgefallen und stillem Behagen auf ihnen ruht. So sehr wir uns vielleicht auch von der Natur und von allem, was das Herz dauernd beglücken kann, im Ringen des Werktags abgewendet haben, möchten wir doch etwas Frisches, etwas Keimendes und Blühendes um uns sehen und wenigstens ein Abbild von jener reichen und großen Natur da draußen, in der wir nicht täglich weilen können, in unserer unmittelbaren Nähe wissen.

So kommt es, daß, wenn wir in irgend ein Haus eintreten, in irgend ein stilles Großmulterzimmer- chen, an dessen Wand noch immer der alte Maha­gonispiegel hängt, während draußen, eine neue Zeit kündend, die Automobile vorüberrattern, sich ein paar armselige Pslänzlein auf der Fensterbank gleich

in unser Herz einschmeicheln. In rotbraunen, gleich- geformten Töpfen stehen sie als eine sorgsam abge­zirkelte Reihe hinter der weißen, tiefgerafften Mullgardine; und man sieht es ihrer Form, der ganzen Art ihres Wuchses an, wie sie sich' nach der Sonne sehnen, deren Strahlen vielleicht nur am Nachmittag diese Blumentöpfe auf ein halbes Stündchen besuchen.

Blumen auf der Fensterbank, ihr verratet oft weit mehr von dem Herzen eures Pflegers, eurer Pflege­rin, als diese selbst merkbar zu machen wünschen; ihr seid ein freundlicher Gruß von dem reichen, viel- qeftaltigen Naturleben, das draußen, jenseits der Mauern unseres Hauses liegt, ewig neu sich gestal­tet, ewig wieder vergeht. Euer Dasein hilft dazu, uns die Harmonie zu geben, die wir brauchen, um das Leben recht zu vollenden. M. G.

Ehrung des Kanzlers der LandeSuniversiiäi.

Dem Kanzler der Landesuniversität, Professor Dr. Rud. Herzog, wurde wegen seiner verdienstvollen Arbeiten zur Geschickte der Medizin und angesichts seiner erfolgreichen Ausgrabungen und archäoloai- schen Studien auf medizinischem Gebiet auf der Insel Kos der Ehrendoktor der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock ver­liehen.

Bund der Kriegsfreiwilligen 1914/151

Der Gruppenführer der Gruppe Hessen teilt mit: Der Bund der Kriegs­freiwilligen 1914/15, der von einem Herrn Scho- knecht ins Leben gerufen wurde, stellt unserer Ansicht nach eine unstatthafte Reu­gründung dar, die aus persönlichen und wirt­schaftlichen Gründen erfolgt ist. Ich habe daher dem Führer jede weitere Betätigung untersagt. Die Staatspolizei in Berlin prüft zur Zeit, ob ein generelles Verbot ausgesprochen werden muh. Ich muß daher bitten, daß keine Anzeigen dieses Vereins mehr ausgenommen werden.

Der Führer der Gruppe Hessen m. d. F. b. B e ck e r l e.

Daten für Montag, 14. August.

1688: Friedrich Wilhelm I. geboren; 1840: der! Psychiatiker Richard Freiherr von Krafft-Ebing in! Mannheim geboren (gestorben 1902); 1841: berl] Philosoph Johann Friedrich Herbart in Göttingeni gestorben (geboren 1776); 1880: der Kölner Dom!! vollendet.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Licht­spielhaus (Bahnhofstraße):Das Abenteuer der Thea Roland".

Das Abenteuer der Thea Ro< land" so lautet der Titel des neuen Aafa-I Films, in dem Lil Dagover die Hauptrolle spielt.1 Ein Sittenbild aus der heutigen Gesellschaft ent*II rollt sich in dem Film, der Spannung und HumoiM

»m 13.30 llhr überall düngen von Millag Sturmfüfjrer Sold Iprecher 3786, erbeler

am Sonnlagvormikla vchanzenstraße eine fliegen eingesundei J^eiöenben, Äreisg, Eßen herzlich m Berufung des Kolleg mennsjugenb im M nur zwei Lieder.

öer frühere Kreisc MJ eine kurze Ans» fBWeit des §ch^ bUe, daß man jK s'ch ober doch t SBirtungsfreis

3nVerfa,ker nad)' WÄß

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