Ausgabe 
14.8.1933 Erstes Blatt
 
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m. 188 Erstes Blatt

183. Zahrgang

Montag, 14. August OZZ

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dmd und Verlag: vrühl'sche Untversttüir-Vuch' und Steinörndcrei R. Lange in Stehen. Schrtstlettung und Geschäftsstelle: ZchulNrahe 7.

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für 'Politik Dr. Fr Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfürbenAn» zeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in Biegen.

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Die drei Aufgaben des Nationalsozialismus.

Eine Rede des thüringischen Reichsstatthalters Gauckel.

Friedrichroda, 13. Aug (ERB.) Im Rah- men des in Friedrichroda adgehaltenen Deutschen Tags fand ein Thüringer Parteitag statt, auf dem Reichsslatthatter Sourfel eine bedeutsame Rede hielt. Er führte u a. aus: Adolf Hitler verfügt über die totale Macht in Deutschland. So haben wir zur Durchführung aller Maßnahmen zur Verwirklichung der nationalsozialistischen Ideale in allen Lebenszweigen Zeit.

IDlr wollen Zeil haben, um der ungeheuren Verantwortung unserem Volk und seiner Ge­schichte gegenüber willen, damit wir das, was wir tun, so gut und so gründlich tun, daß es zum Segen und zum Glück der gesamten Ration, der gesamten Arbeit der Stirn und der Faust in Deutschland ausschtägt und daß es vor der Kritik der Wett und vor der Geschichte bestehen kann.

Wir brauchen auch keine Sorge zu haben, daß uns die Macht zu irgendeiner Zeit wieder ent» i rissen werden könnte. Dafür bürgt unsere unver­gleichliche SA und unsere ebenso unverleich- liche SS. Aber weil wir die Macht haben, erwächst für uns bis zum kleinsten Führer auch ieine riesengroße Verantwortung ge­genüber dem Schicksal des gesamten Volks und ge­genüber der Geschichte. Allen Einflüsterungen, allen Kritiken, allen Versuchen, Sie zu über­eilten Maßnahmen zu verleiten, müssen Sie als wahre Führer die S t i r n bieten. Auch wenn es Ihnen aus leicht begreiflichen Gründen schwer wird, dürfen Sie, wenn Sie gedrängt wer­den, nicht vergessen, daß Sie die Verantwortung tragen und nicht diejenigen, die Sie zu irgend­einem Schritt verleiten wollen. Tun Sie nur das, womit der Oberste Führer sich einverstanden er­klären kann. Das ist in diesem Stadium, in dem wir uns jetzt befinden, äußerst wichtig. Weil wir * die Macht haben und weil diese Macht von den Vertrauensmännern der Partei ausgeübt wird, hoben Sie als Amtswalter der Partei unter keinen Umständen das Recht, irgendwie selber in die Ver­waltung einzugreisen

Ls Ist der unerbittliche Wille des Führers, daß in keine nationalsozialistische vehörde irgend­welche Eingriffe von irgendeiner Seite vor- genommen werden dürfen, und genau das Gleiche gilt von der Wirtschaft. Sie müssen diese Anordnungen in bezug auf die Freiheit der Wirtschaft unbedingt befolgen. Sie müssen das grenzenlose Vertrauen zum Führer haben, der bewiesen hat, daß er Schritt für Schritt das tut, was er tun kann und tun muß.

.Seien Sie der Ueberzeugung, daß es nicht darauf anfommt, in w e 1 ch e m T e m p o wir den National- A lozialisrnus als Weltanschauung durchführen, son° 4 bern es kommt daraus an, w i e er durchge- fBbrt wird. Gerade Sie als Führer müssen die Ifcraft besitzen, dort etwas vorwärts zu treiben, wo ID vorwärts getrieben werden muß, gleichzeitig aber auch dort Disziplin zu verlangen, wo Disziplin ver» (j igt werden muß.

Dir wollen a l s Nationalsozialisten t>ie Führer der gesamten Nation sein. Cffiir sind die Partei, die es unternommen hat, bais deutsche Volk für den Lebenskampf des kvrn- m enden Jahrtausends zu erziehen und zu er­tüchtigen und zu führen. Sn diesem Sinne Partei zu sein und Partei zu bleiben, darauf sind wir stolz.

Die erste der großen Aufgaben, die wir jetzt erfüllen werden, besteht darin, in Deutsch­land eine Autorität zu errichten, an der im der kommenden langen Geschichtsepoche nicht m.chr gerüttelt werden kann Diese Aufgabe besteht darin, in Deutschland ein Staats- p rinzip zu fassen, das Geltung h a t für

d i e kommenden Jahrhunderte und Jahrtausende. 3n unserer Bewegung hat sich der Führergedanke durchgeseyt. Unserem Volke gegenüber vermögen wir diese Aufgabe nur dann zu lösen, wenn wir selber innerhalb unserer Bewegung diese Autorität anerkennen und uns ihr fügen Dann wird keine Macht der Welt die Autoritäten, die das deutsche Bolk geschaffen hat, wieder erschüttern.

wir geben in der Partei und in der Verwaltung keinerlei Art von Parlamentarismus mehr zu. Richten Sie in Deutschland diese Autorität aus! Dann wird diese Autorität auch vom Auslande anerkannt werden.

Wir werden damit komme ich zu der zweiten großen Aufgabe, die uns am meisten am Herzen liegt den europäischen Frieden be- kommen, wenn das Ausland begreift, daß es nicht mehr die Möglichkeit hat, so wie früher von irgendwelchen Pseudoautoritäten in Deutschland irgendwelche anderen Meinungen zu hören, als sie von der berufenen Reichsregierung zum Ausdruck gebracht werden. Einem solchen Bolk gegenüber wird dann auch die übrige Welt Gerechtigkeit üben; denn darüber sind wir uns ja alle völlig klar. Wir alle, die wir zu dieser Generation gehören, die wir den Weltkrieg erlebt, die wir alle Leiden erfahren haben,

wir wollen den Frieden, weiter nichts.

So ist es die große Aufgabe unserer Generation und unserer Bewegung, diesen Frieden für unser Bolk zu erhalten. Ich glaube, eine ehrlichere Frie­densrede, als es die gewesen ist, die unser Führer im Reichstag gehalten hat, ist von der Welt noch nicht gehört worden. Ich glaube auch, daß es kein Volk auf dieser Erde gibt, das den Frieden jo grenzenlos will, w i e das deutsche.

Die dritte große Aufgabe kann unsere Bewegung nur erfüllen, wenn im Innern die Autorität her­gestellt ist und wenn der europäische Friede gesichert ist Sie besteht darin,

unser Volk in seiner Gesamtheit wieder in Arbeit zu bringen.

Das, woran die Gegner unsere Leistungen messen, ist die Zahl der Volksgenossen, die durch uns wie­der in Arbeit gekommen sind. Wir brauchen nicht der Meinung zu sein, daß etwa ein langsames Ternoo eingeschlagen worden sei bei dem, was die Reichsregierung bisher geleistet hat und was in ganz Deutschland alle Länderregierungen mit der größten Hingabe und mit der größten Inbrunst leisten: Die Schaffung von Arbeit und Brot. Wir wollen das ist der Wille der Reichsregierung das deutsche Bolk aus diesem Wahn­sinn der Epoche der kapitalistischen Arbeitslosigkeit herausführen und unserem gesamten Volk das Glück der Arbeit, den Segen und den Adel der Arbeit wieder zuführen. Das ist die Aufgabe, die uns gestellt ist, an deren Lösung sich jeder beteiligen muß: die Schaffung jenes großen Vertrauens, von dem wir immer wieder gesprochen haben. Dieses Vertrauen ist schon vorhanden.

Ich bitte alle, Wirtschaft und Handwerk, den Einsatz zu wagen und mit daran zu Helsen, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Weil wir Ratio- nalsozialisten insonderheit den deutschen Arbei­ter kennen, fordern wir die gesamten übrigen Teile unseres Volkes heute auf, unter Adolf Hitler den Einsatz zu wagen bis ins Letzte. Wer jetzt den größten Einsatz wagt, der wird auch das Größte gewinnen.

Wir führen keinen Kampf mehr gegen Teile des Volkes. Verbrecher, die uns entgegentreten, vernich­ten wir Wer diesem Staat gegenübertritt, der ist ein Verbrecher. Der Kampf, der weitergeht, ist der Kamps gegen die Arbeitslosigkeit. Diese Aufgabe

muß gelöst werden, und sie wird gelöst werden. Es ist kein größeres Kunststück, in Deutschland die Wirt­schaft wieder in Gang zu bringen, als es das Wun­der gewesen ist, auf den Trümmern der Revolution und des Verlustes des Krieges diese Bewegung auf- .zubauen. Die wirtschaftliche Not in Deutschland be­ruht auf der Unvernunft, mit der in Deutschland politisch und wirtschaftlich regiert worden ist.

Die Vernunft muß zur Göttin des handelns erhoben werden, die stets jagt: was für mein Volk gut ist, das ist auch für mich gut, denn ich bin ein leit dieses Volkes.

Das find die drei Aufgaben, die Ihnen gestellt sind Sie müssen dafür sorgen, daß die Autorität unseres Führers unikunferer Bewegung im gesam­ten deutschen Balke anerkannt wird. Wenn Sie diese erste Ausgabe erfüllt haben werden, dann haben Sie die größte Boraussetzung geschossen für dos Glück unseres Volkes. Ihre Aufgabe ist es, den übrigen

Abschluß des ersten Appells der Schutz­staffeln Gruppe Oft den Aufmarsch von rund 11 OOO SS.-Männern der Abschnitte Ber­lin, Brandenburg, Pommern und Grenzmark.

Um 5 llljt erfolgte im Lager Döberitz das Wecken. Noch einmal wurde Verpflegung aus» geteilt und danach mit dem Abbruch der Zelte und dem Aufräumen des riesigen Biwakplatzes begonnen. Stürme und Standarten formierten sich. In langen Kolonnen setzten sich die SS.-Männer in Marsch; die Musikzüge in Stärke von zu­sammen 400 Mann an die Spitze der Standarten. Der ersten Kapelle wurde der Schellenbaum des ruhmreichen Infanterie-Regiments 24 aus Neu­ruppin vorangetragen. An der Spitze ritt der

Dolksteilen diese Begriffe zu vermitteln: Volks­gemeinschaft Führergedonke.

Denn werden wir vor der Welt diejenige Au­torität haben, die wir besitzen müssen, um alS Volk, als Vertragspartner in den großen inter­nationalen Angelegenheiten zu bestehen.

Der SA. und der SS. erwächst die große und vornehme geschichtliche Ausgabe, hort dieser Be­wegung zu sein, den deutschen Düngen zu einem tüchtigen deutschen Wann zu machen, damit er auf dieser Erde das Schicksal meistere, in welcher Gestalt es immer ihm auch entgegentritt. Und die RSBO. hat die große historische Ausgabe, den deutschen Arbeiter aus dem Marxismus herauszusühren und ihn zum deutschen Arbeiter, zum deutschen Volksgenossen zu erziehen.

Wir wissen, daß das schwere Aufgaben sind, aber sie müssen bewältigt werden. Jede Organisation, die von unserem Führer geschaffen worden ist, ist notwendig. Keine ist von der Bewegung Hin­wegzudenken. Nur in der Achtung der Aufgaben des anderen ist der Aufbau jener Autorität im ganzen Bolke möglich, die ihnen vom Führer zur allgemeinen Pflicht gemacht worden ist.

Die Ausführungen des Neichsstatthaltcrs wur­den mit stürmischem und langanhaltendem Beifall ausgenommen.

Stab der Schuhstaffel Gruppe Ost mit dem StabS- führer Engel.

Der Weg führte über die Doberitzer Heerstraße, die von zahlreichen Zuschauern eingesäumt war. Nach einem Marsch von 16 Kilometern langte die Spitze gegen 12.30 Uhr im Stadion an. Der Einmarsch ging in zwei Säulen vor sich, durch den Haupteingang und über eine eigens errichtete über das Verwaltungsgebäude der Rennbahn hinweg­führende Brücke, jo daß beide Säulen gleichzeitig in Achterreihen auf den Rajen gelangten. Trotzdem dauerte der Einmarsch fast eine volle Stunde. Das Stadion war von Tausenden von Zuschauern be- jetzt, die die einmarschierenden Kolonnen mit leb­haften Heilrufen begrüßten. Während des Einmar­sches traf der Stabschef Rohm ein. Er nahm ebenso wie der Reichsführer der SS. Himmler und der Gruppenführer der SS.-Gruppe Ost Da» luege aus einem erhöhten Podium Ausstellung. Die Ehrentribüne war besetzt mit dem Reichsminister Dr Goebbels, Staatssekretär Funk, den Ober­präsidenten der Provinzen'Brandenburg und Grenz­mark Posen-Westpreußen, Äube, führenden Per­sönlichkeiten der nationalsozialistischen Organisatio­nen, Mitgliedern des diplomatischen Korps und früheren Angehörigen des Inf.-Rgt. 24, die zum Teil die alte Uniform trugen.

Nachdem der Gruppenführer Oft, Ministerialdirek­tor Da luege dem Stabschef Rohm und dem Reichsführer der SS., Himmler Meldung von dem Antritt von 10 961 SS.-Männern erstattet hatte, schritten Rohm, Himmler und D a luege und die Oberführer der einzelnen Abteilun- gen unter den Klängen des Präfenttermarjches die Fronten ab.

Der Führer der SS.-Gruppe Ost Da luege, nahm alsdann dos Wort. Er gedachte zu­nächst der Gefallenen der nationalsozialistischen Be­wegung und insbesondere der sechs Gefallenen Ser SS.-Gruppe Ost. Nachdem das Lied vom guten Kameraden verklungen war, gelobte Daluege für die Schutzstaffeln Ost erneut unwandelbare Treue dem Führer Adolf Hitler und den von diesem eingesetzten Führern.

Oer Reichsführer der SS. Himmler erinnerte daran, daß man genau vor einem Jahre, am 13. August, schon geglaubt hatte, das zu er­reichen, was bann am 30. Januar Tatsache wurde. Nach dem 13. August feien gerade die härtesten Monate für die Bewegung gekommen. Die Probe sei bestanden worden. Nun sei man an der Macht. Nicht um der Macht selbst willen, sondern um Deutschlands

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Der Marsch der SS.-Kolonnen durch das Brandenburger Tor.

Der GG.-Ausmarsch in Berlin.

Stabschef Röhm über die künftigen Aufgaben der SS. und SA.

Von rechts nach links: Stabschef Rohrn, der Reichsleiter der SS., Himmler, und der Führer der versammelten SS.-Gruppe Ost, Daluege, beim Abschreiten der schwarzen Kolonnen.

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Berlin, 13. Aug. (TU.) Acht Tage nach dem großen Aufmarsch der Berlin - Dranden- > urger S A. in Tempelhof erlebte Berlin als