Ausgabe 
14.2.1933 Frühausgabe
 
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nbfommon b»r chrlststch-notfonofen Partien (Deutsche Bolkspartei. Ehrlstlich-sozioler 'Bolf«- bienft mib Deutsche Bauernpartei), bcnen |id) wei- l<Tf Gruppe» nrigc|d^o|!cn hätten. bleibe al|n ne- ben htm deutfchnattoncilen TDnblblmt un bet» <i n h - r f b e ft c b e n mH dem Bleie, jede erreld)- bare klimme für die gefamlnatlonafe Bewegung zu fiebern.

(hegen die Hochflut von (besuchen an den '^eichskan-lei-.

'Berlin. 13. ftebr. (1U ) 'Bon der 'Held)«* gehrn aufl dem ganzen 1keich und an« dem ch re Ibe n ®In gaben und Gesuche b r 11) n I e r B e r * Jonen au. hierbei handelt e« Jlch teil# unt' 'nOrfchI ä g e und 'Anregungen herfdjle- hviiflcr Art, teil/ um Bittschriften In per* sönl ichen 'Angelegenheiten u. n m. Bel her Ur* bcIHMaft. die auf dein Reichskanzler ruhl, Ifl e# gar nicht möglich, diese unzähligen Bnf'hrif- teii ii b e r b n u b I z u feiner persönlichen Kenntnis zu bringen, ebensowenig ifl die Relchiisnnzlel In der Vagt, alle diefe «djrelben au bearbelhm und zu beantworten Soweit die Eingänge Angelegenheiten beireffen, für die die anflihiblgfelt anderer 'Behörden gegeben ifl, Wer­den fi<- diese» überwiesen Um einer Ueberlaftung her '«< iche.lanzlei vc.rznbeugen und diese nicht ihren wichtigslen Ausgaben zu entziehen, wird enipsohien, (Zlngiiben usw. uitnilllelbflt an hie a ii r 'Bearbeitung zuständigen Siel- len zu richten-

(Lin Protest der Mrtschastspartei.

Die W i r t f ch a j I o p a r 1 f I Hai beschlossen, die Auflegung her 'Wahlrechlsnvtvervrdnung durch da» Netchvlnnenmlntsterium als m 11 her Berfas- f II II g ul ch l 1 tu Einklang fleheuh cinzufshen, da hie Ausbringung »on (10 000 Unterschriften nicht mehl ul', geheime Wahl bezeichnet werden könne, jiit NU risch» sl.purlei werde daher hie Nrich^lngo- mal)I vom b. Marz, an der sie sich nicht mit einer eigenen Liste beteiligen werde, an« sachten.

Bii dem Protest wird hon amtlicher ÖleHe dar» aus hiugewbh'ii, das) sich her SlaalSgerlchtShos zwar f r ii b e r einmal aus den Standpunkt ge- slellt habe, daß d t e B a l) I d e r U n! e r s ch r I s - len n I d) I unnötigerweise erhöbt werden solle. weil dadurch naturgemäß h n/. A b si i m mungSgehet m n I 6 d ur ch * l> i n ch c n tuerhi Der SiaaiSgericht-hof hat aber diese ältere Enlscheidnng loSgelösl von her Q) e- famlbeU her IVahlrecht-grutldsähe. und Im übri­ge» die 5t autele n gegen Splitterpar­teien für znIä 1 fig erklärt, weil oberster (y tun Maß der Verfassung da« parlamenta­rische K c g I c r u n g 8 11) II e ni sei. Da« par- lameniarlsche RegiernugSsbsteni verlangt große Politische Parteien und es ist unmöglich, mH Splitterparteien dieses Shslem zur '.Siinfllon zu bringen, Der Slaat-gerichiShos sah daher fei» e tt A n laß, hierin eine Derletznug her Persassung zu crbltdcii.

Kleine politische Nachrichten.

illrichnfanzler .() I 11 e r wird nm 15. ftehrnar In Stuttgart sprechen Weitere '.Heben sind In 'Auvsichl genommen In Dornmnnd, .SliHn. nm 2 3. ft 6 b r u a r I n ft r n n I' | u r I n. M., in München, Leipzig, Bre»- hm, 'Berlin, Hamburg und Miinlrtobcrg, Die beiden Neben am und 4. Nlärz In Berlin und Königsberg fallen ans alle d e u I s ch e n Sander, die mibe­im mir auf die örtliche» Gender übertragen werden.

!ll«id)»ka»zler Hitler, der am Monlagnormit- lag mieher nach Berlin zitriiikgekehrl Ifl, wird Int Pause der 'Woche die B e r t r e t e r des H and m erks empfangen Wie nerlniilet, werden die Uandwericmertreier In der 'Besprechung tmr allem die .Achassung bi :. 'Posten>- eilte» <5 I a a 1 » (e f i e - hi r i für V) a n d w e r k und M i t t e I st a n d verlangen

Bei Nelch-ikommlssar für Preußen, Bizekanler non P n p e n, hat an ftran Slaattzminisler B e sf e r folgenden Bellelbnlelegramin gerschiel:

Schlachtfelder der Arbeit.

Deutschland trauert um die Opfer van Neunkirchen.

Grauenhaft und hart hat da« Schicksal zu* geschlagen TBa« einmal der Stolz nicht nur de« Saargebiet«. sondern ganz Deutschland« war, die A i u u f > r ch e r Eisenhütte, die die groß Qöi-rfe her Gebrüder Stumm umfassen, liegt zu einem 'eil In Krümmern. Win Gasbehälter auf dem Gelände der Hütte. die technisch holHom* im-»sie Anlage dieser Art ganz Europa«. ist In hie Luft geflogen, um nicht nur Bi iriebSgebände und ganze Wohnstraßen hom Grdboden wegzu­fegen oder In Schuilbausen zu verwandeln, fon- hern leider auch zahllose Menfchenleb.-n zu Der- nichien oder l'hwer zu fchädige». Ihn diefe Loten iinD verwundeten, nm diefe Opfer der Arbeit trauert ganz Deutschland. Blich! nur da« Daar- gebiel empfindet den furchtbaren Sdücksalsschlag, ganz Deutfchland erbebt unter diefer Heim­suchung. DaS große Leid, da« über die Daa» hevölfernng gekommen ist. wird von dem gan* ze u de u i f ch e n Pol ke m i t ge t r a ge n. Da« braucht nicht äußerlich darin zum Ausdruck zu kommen, daß jede nur denkbare 5)1 Ise geleistet wird, e« ist vielmehr da« gemeinsame Fühlen, da« wieder einmal die Innero un * I ö « bare 'B e r b u n d e n h e i t zwischen Saar* gibiei und Deutschland bestätigt. Wie eine Mah­nung Ist dieser harte Sd)>cksal«schlag. eine Mah­nung, sich bewußt zu bleiben, daß, wo immer ein Leid über Deutschland herelnbrichl, die« ha« lehendigi- Gesühl her Einigkeit stärken muß. Rock) Ifl das Saargebiel vom Reiche getrennt, noch warte! die Saarbevölkerung aus die Heimkehr In« Bleich. Da ha! sich vor bei Heimkehr noch einmal schwer die Hand he« Schicksals auf da« Saar- gehle! gelegt, auf die treue 'Bevölkerung, die un- verdrossen In den Bahren der Trennung ihrer Arbeit nachgegangcn Ist

Da« Saargebiet Ist immer eine Hochburg der Arbeit gewesen, nicht nur deshalb, weil reiche Schähe In seiner Erde ruhen, sondern weil die Saarbevölkerung an den mächtigen Rhhthmu« her Arbeit gewohnt ist Heute ist Aeunkirchen, da« durch die Werke her Gevrüder Stumm über die Sanze Erde hinweg berühmt geworden Ist, eine rümmerstätte. Wieder zeigt sich, daß die tech­nische Entwicklung nicht nur glanzvolle Geißungen vollbring«? sondern auch furchtbare« Unheil an­richten kann. Atemand wird darum die Technik schelten, niemand will ihre glanzvollen Leistungen deshalb verwersen, aber wir alle rujen doch nach der S i ch e r h e i t, hamll sich nicht ähnliche« noch einmal wiederholt E« gibt nicht nur Schlacht­felder, die her Krieg bcrcllel, auf denen Menfd-en zu Taufenden fallen, eS gibt auch S ch l a d, t f e l -

der derArbelt, auf denen Menschen, die sich um Wohlfahrt und Glück aller müßen, hinterrücks und ahnungslos gefällt werden. Wenn schlagende Wetter In unterirdischen Schächten hart arbeitende 'Bergleute fällen, wenn Stürme an den Meeres­küsten Fischerboote und ihre Mannschaft vernich­ten, so sind doS alle« Opfer, die die Arbeit Oer* fchlingt. Die Männer, die diefc-n Gefahren der Ar­beit entgegengeßen, taffen sich nicht beugen, fra­gen auch nicht viel danach, ob die übrige Mensch­heit ihr Heldentum kennt und würdigt. Auch die Opfer, die In Aeunkirchen von einem unfaßbaren Schicksal gefordert worden find, werden die Saar­bevölkerung wohl beuaen, aber nicht mutlos machen. Deutfchland trauert um diefe Opfer. Deutfchland gelobt aber auch, fle nicht zu verges­sen und wie ganz Deutfd) land Hilst, so neigt sich auch ganz Deutschland In Ehrfurcht vor diesen Helden der Arbeit.

papenundSeldte im Saargebiet.

Saarbrücken, 13. Febr (WTB.) Vize­kanzler v Popen und Reich«arbeit«mlnister Seihte sind heute um 4.45 Uhr in Saarbrücken mit einem Sonderflugzeug eingetroffen. Sie wur­den von mehreren Mitgliedern der Regierung«* kommiffion, dem Oberbürgermeister der Stadt Saarbrücken und den Spitzen der städtischen Be- hörden, sowie einer Stahlhelmabordnung em* fangen Die AeglerungSkommlsslon erinnerte bet dieser Gelegenheit daran, daß da« Tragen VVN Uniformen jeher Art im Saargebiet verboten Ist. Sie erwartet, daß hie Bevölke­rung diese« Verbot respektiert und dadurch un* liebsams Bwischensälle vermeidet. Sie erwartet auch, daß hie Bevölkerung jede politische M a n I s e st a t i o n hcrmclbet und auch daS Be- slaggen her Häuser mH Parteisahnen oder Wimpeln und da« Mitführen solcher Fahnen im Trauerzuge unterläßt.

Weitere Beileidskundqebungen.

Berit», 13. Febr. (WTB - Der Ä 6 n I g h o n Italien hat hem AeichSpräsldenten lelcgra* phlsch sein Beileid über ha« Reunkirchener Unglück ausgesprochen. Der A ei d) «Präsident hat für die herzliche Anteilnahme gedankt.

Der italienische Ministerpräsident Mussolini und der jugoslawische Ministerpräsident EoS- kitsch, sowie her jugoslawische Konsul In Metz haben au« Anlaß her Efplosivn-katastrophe in Aeunkirchen Beileidstelegramme gesandt.

Ihnen, gnädige ftran, und Ähren Kindern spreche ich meine aufrichtige Teilnahme au« an dem Heim­gänge Ihre-, ßodjiierblenlen (Halten. Seine In langen Dienpiahren erworbenen großen Verdien t r um 'H e I d) und Staat merben unvergej en

bleiben." Auch her Slommlffar he» Nelche» ür hno prriißl|d)e Mintsteriuin für BMffcnfdjafl, Sl'unft unh Boirabllbung, Dr. 'n u [I, hat zum Tode Dr. Bertero Idcgrnphijd) fein Beileid auogefprochen.

Aus Anlaß he« M ränungfifagce he* V n p ft e P t u " XI sand beim ApostolIsck> cn Nuntius In 'Berlin ein tttzen z n (ihren des Nsichs Präsidenten von Hindenburg statt. Neichsprälident von Hindenburg mar mit Staatssekretär Meißner erschienen. Ferner nahmen an hem Essen n. a. teil Nelchsaußenminster non Ne nraIh. hie Botschnsler non Frankreich, B,allen, ('nglunb und den 'Bereinigten Staaten, Blldjof Dr.

rlj r e I b e r, hie Stautnsekretäre n o n B ü l o io, L a in M erv und (ßruf B ussemI tz.

Papst Pins XI. wird am i.f. März ein geheimes flon|lflorlum halten unb, wie »erlnulct, solgende sechs 5llrd)cnfürften zur üarblnälcn ernennen: Den Nuntius In Bukarest, Dolcl, den väpftlichen De­legaten In Washington, ,su»ias»ul BI» »hl, den

Erzbllchos von Turin, F o s s a 11, den Erzbischof von Quebec, B 111 e n e u n e, den brzbllchoi von Blarenz, Dalia tt. o ft a und den Przbifchof von 'Wien, B n n i tz e r. Die roten Hüte merben den '2lue- ermähtlen in einem öffentlichen Konsistorium am . März feierlich ausgesetzt werden.

*

Wegen böswilliger Beschimpfung der Neichsregie. rung ist das Wochenblatt Dito Straßers,Die Schwarze ft r o n t" für die Zett vom 11. Fe­bruar bl» 26. März verboten worden.

Oer (wachse«-Bischof Teutsch gestorben.

H e r m a n n ft a b t, 13. Febr. (WTB.) Der Bischof der Siehenbüratfch-Sächflfchen Landes­kirche Arlehrich Teutfch ist gestern im Alter von 80 Jahren hier gestorben. Dr. D. Teutfch, her 18(12 In Schäszhurg geboren war, stand von 1906 bl« au feinem im Borjahre wegen hohen 'Aller« erfolgten Rücktritt an der Spitze der Siehenbürglscyen Landeskirche und bat sich weit über die Grenzen seine« Lande« hinan« nicht nur als Seelsorger, sondern auch als Bor­kämpfer de« D e uIf ch t u m S und al« Geschichtsschreiber der Siebenbür­ger Sachsen einen Aamen gemacht. 3n dieser Wirksamkeit, wie in seinem kirchlichen Amte

führte er Mt Traditionen fort, die fein Baker Bischof Georg Daniel Teutfch In langem und fruchtbaren Wirken entwickelt hatte.

Kunst und Wiffenschast.

Nichard-Tvagner-ldedenkfeiern.

Zum 50jährigen Todestage Alchard War­ner« veranftalteten die bayerlfche StaatSregie- rung und die Stadt München gemelnfam im Münchener Batlonaltheater eine Gedenk­feier. die auch auf Den bayerischen Aundsunk übertragen wurde. Da« Hau« WÜtelSbach war durch Kronprinz Rupprecht von Bayern und dessen Gemahlin vertreten. Erschienen waren fer­ner Kardinal Dr v. Faulhaber, die beiden Bürgermeifter der Stadt, hie Vertreter der Uni­versität unb der Technischen Hochschule sowie Dertreler der Kunst und des Theaters. Univer- sitätsprosessor Dr. Karl Alexander v. Müller hielt die Gedächtnisrede' über »Richard Wagner und seine Zetr.

Zum 50. Todestage Wagner- veranstaltete die Amsterdamer Wagner-Bereinigung eine F e st­au s s ü h r u n g de« »Parsrfa l", bei der Regie und musikatisd)e Leitung, wie auch sämt­liche Solistenrollen In Händen deutscher Künstler lagen. Da« Theater war bis aus den letzten Platz von einem au-erlesenen Publikum gefüllt, darunter befanden sich u. a. der deutsche Ge­sandte unh Frau Gräfin Zech, der deutsche Generalkonsul Dr. von Hahn nebst Gattin, der Borsitzende der Riederländisch-Deutschen Ber­einigung, Professor Sleeswyk. der Dichter Thomas Mann, der bei einer zweiten Wagner- Gedenkfeier die Festrede hält, sowie der fran­zösische Gesandte Baron be CBi trolle«.

Da« philharmonische Symphony Orchestra die sührenbe Kapelle Reuyork«, veranstaltete in der gewaltigen Earnegie-Hall ein Wagnerkon­zert Da« Hau« war bl« zum letzten Platz ge­füllt und spendete der Ausführung immer wieder hegetfterten Beifall. Im Metropolitan Opcra- Housc wird der ..Parsisal" ausgeführt. ,Herald Tribüne" widmet der Bedeutung Wagner« den Leitartikel. Roch ein halbe- Jahrhundert nach dem Tode be« großen Komponisten stehe dis musikallsd)e Welt ganz unter seinem Eindruck unh seinem Einsluß. Diese Tatsad)e sei ein Be­weis basür, wie recht jener englische Kritiken hatte, der ihn al« eine der stärksten Persönlich­keiten de« 19. Jahrhundert- bezeichnet habe.

Aus öfter Welt.

ZürichMailand im Segelflugzeug.

Die Piloten Robert Frey unb Willi Kar­ner flnb auf dem Flugplatz Dübendorf bei Zü­rich au ihrem angekündigten Schlepp- und (Mettflug aufgestiegen. Frey steuerte eine Puß-Moth-Maschine. Er führte da- von Warner besetzte Segelflugzeug an einem 150 Meter lan­gen Schleppfell mH, da« über den Alpen auS- geklinkt werden Tollte, hon wo beide den Flug nach Mailand selbständig sorlsetzen wollten. Da« aeug von Frey ist planmäßig in Mailand rossen: e« hatte, al« e« über der Stadt erschien, immer noch da« Segelslugzeug Im Schlepptau. Die Loslösung be« Apparate« er­folgte In etwa 2000 Meter Höhe über Mailand. Da« Flugzeug Freß' landete fofort auf dem Flug­platz Taliedo. während der Apparat Farnec« zur Landung zehn Minuten benötigte. Samer erklärte, daß her Flug gut verlaufen sei, aber die allgemeinen atmosphärischen Bedingungen unb do« Gewicht her mitgenommenen Post (55 kg) hätten die Loslösung verzögert, bi« man sich über MaMnd befunben habe.

Metzger Schaden durch 5)euschreckenfchwärme In lunle.

In der Bähe von Resta In Tunis haben große Heuschreckenschwärme unermeßlichen Scha­den angerichtet. Die Ernte ist zum großen Teil zerstört. Allein In der Umgebung von Resta wurden 2500 Säcke voll Heuschrecken gesammelt.

Brahms und Reger.

3iiin bcvoi jifßnibcii Konzert des zionzerivereins.

Wenn man sich jetzt allenthalben rüstet, de» 100, Geburtstag von läcchannop Brahms zu begehen, In wil d bimD e u I | ch e Ml e q u i i in" unter seine» Blerken an erster teile ,lrl)i'»; denn es ist das Bekenntni-werk des tVlen|d)en Brahms in der ?lus- ei»anher|etzung mH den höchsten Mächten de» Le­bens, mit den letzten Dingen des Daseins.

Das 'Heipih'in dein Gedenken all zmei Men- Ichen ern>»ch|en, die beide Prahms fehl nahe urflan- oen haben. Bober! Schumann und die 'lUulter bin 'ßlelfter' Der Plan, ein deutsches '.llei/ulem zu schreiben, hat sicherlich bind) eine Notiz, die Brahms In hem Hund christlichen Nachlaß von NaberI Schu­man n sand, eine 'Anregung erfahren. O'in späterer Bries »» fto evh ftoachiIN zeigt,wie fehl' und Innig ein Stück wie das Neciniem überhaupt Schu­mann gehört". Der 7nh der 'Mutter sano feine Ver­klärung in dem fünften OJmi' des 'Werkes

ftm (HegeiiIah zu dem lateinischen '.Nossete-,1 mit feine» iHurgische» Bin billige n ft eil le (Id) BrabMlß selber seine» '-eil an« der Bibel zusammen; ba« Ganze mh ri mir ein großartiges (tzedicht nnm Sternen unh ftenseii", da», über allem .stnnseffwnel- len stellend, dem mensclfiilh religiösen (irieben Raum gibt Del Sin» dieser 'Worte des stlagens, der zu- I" i flchtliclien O i Hebung und der Weissagung mil d Hilf i*i hem durchdringend en Lichte der 'Musik erst in seinem letzien Wesen ossendar, und |o wird das girnze Werk zu einer einzig dastehenden Totenfeier. Dos. inus he, Brahmsschk» 'Mulik Im lllequlem ihre iiesondere Bedeutung verleih!, ist ho« 'Nomen! des menschlichen 0 riebe»", das überall in Lebensnähe liili Füll bei, Nur da greift er zu den strengen Ir»- oitinnellvn ftormen der ftuge zurück, um da» Ge- hmirild)e sich hem stji chllch-Dogmatlfchen an nähert: und bad) schwingt sich auch l)ler das mensd)llrt)e 0r- phiittertfein aus.

Die gedämpfte Grundstimmung des ttingangs- chvrs:'iDellg sind, die da Leid tragen", wird ver­stärkt burrl) das fehlen der Piaiinen, an deren e teile geteilte Bratschen und ttelll treten. Trästlid) find die Mlänge her Holzbläser, wie ein Lid)! non allen her. Klagende Gegensätztiil)Feit und Erhebung durch den Trost trägt den Nbittelsatz.

Ein düsteres Bild >>oll grnnflger Wucht und drohender Schnuerlichklit rollt sid; Im zweiten Satze mi|, dessen Oirundthema urfprtlnnlldj für ha» vi» dante de» O-Nloll-.stonzerte'' gevachl war lieber

dem im unerbittlichen Ollekßmaße fdjreltciibe» Basse ]d)lelit slih eine herbe Klageinvlodie wie unter einer fchmer drückenden Last vorwärts, ftn gemessenem Unisono des Oharev (Denn alles ftleifch, es Ist wie ("ras") ertönt die Tolentanzweife Trost mlII ein Msttelfatz spenden sSo fclh nun geduldig") mit feinen wunder vollen Tonmalereien des Morgen- iind Vlbeuhregeiin. Der Bergöiigltdjlell der Kreatur wird die bmigTeill entgegengestellt, mit starken Nk- zenten nnterstiichen in den Posaunen (VIbrr dev Herrn 'Wart'). Die o rläsnngsnerkündung wird zu aiiadruckvstarker Plastik, zumal bei den 'Warten lind Schmerz und Seufzen ml ob weg müssen". Ver­klärung über dieeinige Freude" lasst den Satz In beglürtlem Hassen »erklingen.

Dem im zweiten Thvr mehr allgemein ansgefpro- chenen Ohiuibgebaiiren erwächst In dem Solo-Barl- ton ein individueller Träger als ein Prediger, dem her Chor als gebuchte tzlemeinide antwortet. Zu einem Nnffchrei steigert fld) die ft rage nach de», Trost. V Ine thematische ttnlmlrflung über dem Do- minantorgelpunkt läßt die Hoffnung zur Gewißheit werden. In her folgenden groß angelegten ftuge, die In Ihrem Nutzen auf dein Orgelpunkt dev tiefen I) (die Blitze Mützen II)re tiefste Laste Ijernnlerftlm- men) gastliche llnneiänbcrliditeft fmnboHflert.

Nis ei» Igrifcher Nuhapunkt Im Gegensatz zu der 0 rregll)ell her »orausgegangenen Sätze kann das lidjle'Wie lleblld) flnb Deine Wohnungen" gelten, In seiner anmutigen Berkläritzelt als ein Bild der jeisteitige» Welt.

'illenschlich stark ersützst klingt her mütterliche Trost In dem mle allo einer anderen 'Welt kNtgegenfchwe- bendvN Sopranlvlo mleber; ein Satz von herzbewe­gender ftnnigkeft.

Der vorletzte tttzor, de, fld) In einzelnen Mo­menten hemDir* Imp" der katholischen Toten­messe annätzert, steigert sich zum Diaiuottzch-'Blfto- Hären. Unrast spiegelt sich In her Stelle:Denn mir haben hier keine bleibende Statt". Da« Bariton,nlo kündet In seherischer .ürast von den letzten Dingen, von hem Geheimnis des jüngsten Gerichtes. Dav Bvwußtwerden der Ueberwinvung von Hülle und 1 "h wächst zu einem triumphalen Bekenntnis zum Preise (Holten in der ftuge ans:Herr du bist würdig,.." Gin Lluvklairg In Heilvgewlßhelt und lellger Verklärung Ist der Q pllog, In der Gellchtetheit hm Klanglichen und Siststechuischen voll Innerer beglilrtender Kraft.

Dav Neguiem hat fld) feinen Platz auch In der vielt kratzester Stllwanblunaen und grundlvaendster vlenderungen hei p'ebenvanschanunasn her Menschen ""II behauptet: e- erscheint uns schon iltzerzeistlch, zeltlv ' sann er|( dann altern, wenn die Mensch-

hell dem Tod anders Ins Antlitz zu blicken gelernt hat" (Gruft S p e ch t).

*

Vergeistigte Verstörtheit und Weltabgewandthelt rücken dentt l n 11 c b I e r" non Mar Neger In die geistige Nähe des beutfdjcn Negulems, unb so begegnet man ost diesem bei gedrängter Kürze so Inhallvschweren Werk neben hem Brahmvsche» Ne- qulem. Dertt-bifleblor" ist eine her letzten Sd)üp- funnen Max Neger«: er zeig! den Negerschen Stil nach llebermlnbung alles (hörens In reifster Ge­schlossenheit und Durdme.lftlgung. Dav Bleltfernc unh Abseitige her tt I d) c n b o r f f scheu Dichtung (Komm, Trost der Welt, du stille NachtI") fand In her Intensivierung dev Mlanaerlebeno burd) Neger die treffendste Auvdrucksmäglichkest. Die Instrumen­tale ttlnlcllung in Ihrer 'btlmmuiigogebunhcnßclt bestätigt das auf« Denllidjfte; mag fle zlinödstt dem weniger geübten Ohr befremdlich erscheinen, so wird sie doch gerade durch die Innere Bezogenhest der harmonischen ftuntlloncn, die nicht In gewohnter Welse Spannung und Entspannung folgen läßt, sondern gern die Spannungen In neue, noch stärkere abblegl, zu einem besonder» verinnerlichten Klang- eilobnis. Der meist fünfftlmmlg geführte tt.hor brei­tet die Nachtstlmmung klanglich au», gefstitzt durch den Leitgedanken de» Choral»Nun ruhen alle 'Wälder". Die Selbstbetrachtungen he» Einsiedler» (Solobariton) werben zu einem starke», sutzsektlv betonten Bekenntnis, dem Im weiteren ftor!gonge der Chor den Hintergrund gibt. 'N ast) Ueberwindung der klanglichen Spannungen entschwindet da» Werk In gehobener, friedvoller Entrückung. Dr. H.

,(Süie (Stobt steht Stopf,

So nennt sich ein Fllnstusstpiel nach Motiven her berühmten KomödieDer Revisor" von G o - QOt, hie. auch bei un« viel gespielt, erst kürz­lich in her Berliner Boit«bül)ne eine heitere und ersvlareiche Reulnszeuierung erlebte Da« russische Stück wurde hnr säst hundert Jahren in Peters­burg urausgesührt unh bat damal« einen Sturm her Entrüstung erregt; wer weiß, wie e« dem Dichter ergangen wäre, wenn nicht Zar Rikolou«. der her Borstellung beiwohnte unb zum Schluß getagt Haben soll: ..Hier haben alle etwa« ab- gcfrlegl, und ich am meisten", sich sür da« Stück und den Dichter großzügig eingesetzt hätte. Go­gol« Komödie war eine, scharfe GefellfchoftSsatire. dem Film fehlen &qau grundlegende Boran-fetzun- gen: er Hat auch nicht den Ehrgeiz, alarmierend oder reinigend zu wirken, fonhem er erfüllt und rrfchöpft seine Aufgabe al« unterhaltsame«

Situation-lustsplel. Die Hauptperson ist Hier auch kein professioneller Schwindler, sondern ein Harm­loser Gefchäst-ceisenher. her durch eine Berkettung komischer Zusälle wider Willen dec Urheber eine« Sturme« Im Wasserglase wich Immerhin bietet die russische Fabel noch eine Fülle dankbarer und witziger Motive, die der deutsche Regisseur Gustas G r ü n d g e n « geschickt auszunutzen verstand; Gründgea«. bisher al« Schauspieler von hohen Graden bekannt, bat sich jedenfalls mit dieser sei­ner ersten Filminszenierung sympathisch einge­führt. Die Roste he« falschen Revisors ist Her­mann. Thimia wie auf den Leib geschrieben. Szöke Szakal! al« Bürgermeister und Jenny 3 u g o a!« dessen junge Tochter sekundieren ihm sehr lustig. Außerdem: Henckel - .Wäscher, Mainzer. Kämper« al« Honoratioren einer kleinen Stadt. Spplianskh bat die leichte Musik dazu geschrieben. Der Film läuft seit gestern Im Lichtspielhaus. r

Zeitschriften.

Die K u n st" (Berlag F. Bruckmann AD.. München) erössnet mit einem Aussatz ..Die neue Stunde In her Kunst" von Wilhelm Michel da- neue Hest. Richt um die Kunst zu retten, sondern um hie Wirklichkeit und die Lebensintensität zu reiten/muß die mit her Kunstseindschast verbun­dene Denkweise verlassen werden. Akit einer far­bigen Reproduktion eine« BlalteS aufl den Prinz* regcnlcn-QIgunrcIIcn von Max Slevogt beginnt die Reihe her Illustrationen. Im Rahmen einer kritischen Rührung durch die vergangene Herbst* au«ftellung der Wiener Sezession sehen wir Ab­bildungen au« der GruppeGenrebilder von heute" von verschiedenen Künstlern. Der Bild­hauer Lorenz Zilken sührt un« mit seinen plasti­schen Schöpsungen au einem wirklichen Erlebnis. Einen Racirruf auf den am Weihnachtsabend ver­storbenen Münchener Altmeister von Herterlch illustriert eine« feiner HauptwerkeUlrich von Husten" In ganzseitiger Reproduktion.Die Mal- schnle" von Felice Earena beschließt den male­rischen Test deö Hefte«. Der der Wohnkultur ge­widmete Teil wird von Außen- unh Innenan­sichten eine« von Architekt Prosessor Martin El- saesser, Frankfurt o. M., luxuriös gestalteten Eigenheim« eingenommen. Bon seinem Empfin­den zeugt die 'Abhandstlng über Blumenbindcn im japanischen Heim. Gin Ausbauhau« in ver­schiedenen Barianten. Klangporzellane und Bei­träge über Fragen der Wohnungügestaltung be* schließen da« reichhaltige Heft.