Ausgabe 
13.11.1933 Drittes Blatt
 
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Hessen-Nassau.

Der 9. November im dann 116 her Mr-Zugend

Volksabstimmung: 2lbg. 6t 45 2M A* 43 494, Nein 927, ungült. 6t 382.

Erbach.

Stimmberechtigte 32 601. Reichstagswahlr Abg. St 32 069, NSDAP. 30 870, ungült. St 119L Volksabstimmung: Aba 6t 32 424, Ja 31 336, Nein 797, ungült St. 291.

Groß-Gerau.

Stimmberechtigte 47 325. R e 1 ch,ta g s w a b l, Abg. 3t. 45 737, NSDAP. 42 546, ungült. St 3192. Volksabstimmung. Abg. St 54 987 Ja 43 404, nein 1831, ungült 6t. 752.

Heppenheim.

Reichstagswahl: Abg. 6t 36 566, NSDAP. 33 333 ungült St 2534. Volksabstimmung: Aba. St. 36 247, Ja 34 149, Nein 1415, ungült 6t

2Tlarburg-Canb.

StimMberechtigle 41 707. Reichstagswohl: Abg. St. 41 366, NSDAP. 40 892, ungült 6t 474. Volksabstimmung: Abg St 41 375 Ja 41169, Nein 105, ungült St. 101.

Kassel-Stabt

Stimmberechtigte 129 379. Reichstagswahlr Abg. 6t 122 410, DSDAP. 115 864, ungült 6t 6526. Volksabstimmung: Abg. St. 122 928, Ja 118 838, Nein 2712, ungült St. 1278.

Jalba-Stobt

Stimmberechtigte 18 592. Reichstagswahlr Abg. St. 17 914, NSDAP 16 814, ungült 6t 1100. Volksabstimmung: Abg. St. 18139, Ja, 17 602, Nein 323, ungült St. 214.

Hanau-Stabt

Stimmberechtigte 29 555. Reichstagswahlr Abg. St. 29 063, NSDAP. 26 914, ungült 6t 2112. Volksabstimmung: Abg. St. 29 189, Ja 27 463, Nein 1257, ungült St. 469.

Kreis Dillenburg.

Reichstagswahl: Abg. St. 38471, NSDAP. 37 095, ungült. St. 1376. Volksabstimmung: Abg. St. 38 512, Ja 37 868, Nein 367, ungült. St -277.

Kreis Biedenkopf.

Stimmberechtigte 2-5 101. Reichstagswahl: Abg. St. 24 361, NSDAP. 23 698, ungült St. 663. Volksabstimmung: Abg St 24 473, Ja 24184, Nein 139, ungült St. 150.

Kreis Limburg.

Stimmberechtigte 41 934. Reichstagswahl« A6a. 5t. 40 671, NSDAP. 36 976, ungült. 6t 3695. Volksabstimmung: 40 744, Ja 38 786, Nein 959, ungült St. 999.

Fahnenmasten eingeholt. Inzwischen war durch Sprechchör« in der Stadt eine Kundgebung für 19 Uhr auf dem Trieb ausgerufen worden. Hitler- Jugend und Jungvolk fanden sich mit Fahnen und Wimpeln zahlreich ein. Auch die Einwohnerschaft war stark vertreten. An einem Feuer sprach der

Oberbannführer K. Hainer.

Wenn wir hier am Feuer stünden, so sei das nicht nur symbolisch für den lob eines Alten, Überfälligen, sondern symbolisch für das Feuer des Lebens, für die Zukunft eines geeinten und freien Volkes. Ueberall feien heute d i e Schran­ken gefallen. Zwar habe die Hiller-Juaend ihre preußischen Kameraden nie als Preußen ge­sehen, sondern immer als deutsche Kameraden, nun aber sei der Wille des Füyrers Wirklichkeit geworden und auch die letzten formalen Schranken feien gefallen. In Zukunft könne man südlich des Mains nicht mehr sagen, daß das, was in Berlin beschlossen worden sei, für den deutschen Süden nicht gültig zu fein brauche. Jetzt heiße es nicht mehrBayer",Preuße" oderSchwabe", sondern nur nochDeutscher". Man habe dem Ueber-

Dahlkrels 33 Hessen-Darmstadt

Stimmberechtigte 1 101 464. Reichstagsw.: Aba. St. 955 184, NSDAP. 890 767, ungült. St. 64 410. Volksabstimmung: Abgegebene St. 964 862, Ja 914 268, Nein 36 668, ungült St. 13 926.

Provinz Rheinhessen.

Reichstagswahl: Abgegebene St. 283 309, NSDAP. 262 961, ungült St. 20 348. Bolksab- ft i m m u n g : Abg. St. 287 549, Ja 271 148, Nein 11 248, ungült Stimmen 3997.

Provinz Starfenburg.

Reichstagswahl: Abgegebene St. 446103, NSDAP. 407 732, ungült St. 37 365. Bolksab- ftimmUng : Abg. St. 455 881, Ja 418 774, Nein 21 483 ungült Stimmen 8021.

Mainz.

Stimmberechtigte 111031. Reichstagswahl: Abg. St. 99 781, NSDAP. 89 867, ungültige Stim­men 9914. Volksabstimmung: Abgegebene Stimmen 101 285, Ja 92 606, Nein 6693, ungültige Stimmen 1986.

Mainz-Land.

Stimmberechtigte 23 173. Reichstagswahl: Abg. St. 22 284, NSDAP. 20 558, ung. St. 1726. Volksabstimmung: Abg. St. 22 517, Ja 21284, Nein 802, ungült. St. 431.

Alzey.

Stimmberechtigte. 29 392. Reichstagswahl: Abg. St. 27 766, NSDAP. 26 413, ungült. St. 1353. Volksabstimmung: Abg. St. 28 282, Ja 27 273, Nein 684, ungült. St. 325.

fälligen den Tod geschworen, nicht etwa um klein­licher Form willen, sondern deshalb, weil ein neuer Geist auch seine eigene neue Form brauche. Was nach Blut und Art zusammengehöre, müsse zusam- menleben. Im Zeichen der preußischen und der hes- fischen Fahnen seien die Soldaten tapfer gewesen, immer aber fei es der Geist des ewigen Deutschen gewesen, der alle Kämpfenden be­seelt habe. Auch für die Hitlerjugend gelte es, weiter Taten zu zeigen. Den Glanz des Feuers, das vor uns brenne, müßten wir immer in uns halten und immer des Feuers gedenken, in dem die Grenzen jjufammengeriffen wurden. Die deutsche Jugend und bas deutsche Volk wolle in reinem Glauben das Großdeutsche Reich errichten. Dem Führer gelobe man mit einem dreifachen ,^ieg-heil", daß dieses Feuer in uns weiterbrennen werde.

Einmütig klang der dreifache Ruf auf, und ge- meinfam wurden dann der erste Vers des horst- Wessel-Liedes und der erste, wie auch der vierte Vers des Deutschland-Liedes gesungen.

Die letzten Feuerfunken stoben, und die Flam­men brachen über der Asche zusammen.

Bingen.

Stimmberechtigte 32 818. Reichstagswahl: Abg. St. 31 847, NSDAP. 30 193, ungült St. 1654. Volksabstimmung: Abg. St. 32 736, Ja 31624, Nein 728, ungült St. 384.

kreis Oppenheim.

Stimmberechtigte: 33 500; Reichstagswahl: abgegebene Stimmen: 32 738; NSDAP. 30 446; ungültig 2292. Volksabstimmung. abgege­bene Stimmen: 32846, Ja 31 566, Nein 763, ungül­tige Stimmen 517.

Dorms.

Stimmberechtigte 36638. Reichstagswahl- Abg. St. 34 699, NSDAP. 32 612, ungültige St 2087. Volksabstimmung: Abg. St. 35 298, 2a 33 228, Nein 1759, ungültige Stimmen 406.

kreis Worms.

Stimmberechtigte 71 565. Reichstagswahl: Abg. St. 68 893, NSDAP. 65 484, ungült. Stim­men 3409. Volksabstimmung: Abg. Stim­men 69 883, Ja 66 795, Nein 2278, ungültige Stim­men 354.

Darmstadt

Stimmberechtigte 68 801. Reichstagswahl: Abg. St. 66114, NSDAP. 59 960, ungültige St 6154. Volksabstimmung: Abg. St 66 880, Ja 62 274, Nein 3488, ungült. St. 1120.

kreis Darmstadl.

Stimmberechtigte 113 399. Reichstagswahl: Abg. St. 108110, NSDAP. 97 358, ungült. St. 10 752. Volksabstimmung: Abg. St. 106 110, Ja 100 387, Nein 5550, ungült St. 2173.

Offenbach.

Stimmberechtigte 59 041. Reichstagswahl: Abg. St 57 200, NSDAP. 50 005, ungültige 6t 7195. Volksabstimmung: Abg. Stimmen 58 610, Ja 52 120, Nein 5137, ungült St. 1353.

kreis Offenbach.

Reichstagswohl. Abg. 5t 128 216, NSDAP. 114 025, ungült. St. 14 191. Volksabstimmung 129 911, Ja 117 756, Nein 9223, ungült. St. 2932.

Bensheim.

Stimmberechtigte 51518. Reichstagswahlr Abg. St. 50 780, NSDAP. 47 159, ungült. St. 3621. Volksabstimmung: Abg. St. 50 909, Jo 48 248, Nein 1740, ungült St. 921.

Dieburg.

Stimmberechtigte 45 293. Reichstagswahl: Abg. St. 46 625, NSDAP. 42 741, ungült St. 1884.

Wahlkreis 19: Hesien-Rasiau.

Stimmberechtigte 1789416. Reichstagswahl: Abg. St. 1 724 093, NSDAP. 1 629 572, ungült St 94 521. Volksabstimmung: Abg. St 1 732 619 Ja 1 672 605, Nein 39 590, ungült. St. 20 424.

Regierungsbezirk Wiesbaden.

Stimmberechtigte 1048930. R e i ch s t a g « w a h I: Abg. 61. 999 520, NSDAP. 923 303, ungült St 76 217. Bolksab st immung: Abg. St. 1 006 696 Ja 958 336, Nein 32 055, ungült. St. 16 305.

Regierungsbezirk Kassel.

Stimmberechtigte 740 486. R e i ch s t a g s w a h l: Abg. 6t. 724 573, NSDAP. 706 269, ungült St. 18 304. Volksabstimmung: Abg. St. 725 923, Ja 714 269, Nein 7535, ungült St. 4119.

Frankfurt a. 2TL

Stimmberechtigte 429 407. Reichstagswahl: Abg. St. 409 644, NSDAP. 367 669, ungült St. 41975. Volksabstimmung. Abg. St. 415 353, 2a 387 297, Nein 20 070, ungült. St. 7986.

Wiesbaden.

Stimmberechtigte 119 420. Reichstagswahl: Abg. St 118 230, NSDAP. 110 846, ungült. St 7384. Volksabstimmung: Abg. St 118 690, Ja 114 618, Nein 2535, ungült St. 1537.

Kreis Wetzlar.

Stimmberechtigte 57 562. Reichstagswahl: Abg. 6t. 56 054, NSDAP. 52 060, ungült St 3994. Volksabstimmung: Abg. St 56219, Ja 53409, Nein 1969, ungült St. 841.

Marburg-Sladt

Stimmberechtigte 21 430. R e i ch s t a g s w a h l: Abg. St. 19 785, NSDAP. 18 934, ungült ßt. 851. Dolksab st immung: Abg. St. 19 885, Ja 19 459, Nein 277, ungült St. 149.

Unkrbann 116/1.

Am Donnerstagabend beging, verbunden mit Fah­nenweihe, in würdiger Weise die Hitler-Jugend im Bann 116 das Andenken an den 9. November.

Die Gefolgschaft des Unterbannes 116/1 hatten sich auf der höhe des hardtberges vor dem Bismarck- denkmal eingefunden, um dort beim Abbrennen eines Holzstoßes den Worten des

Oberbannführers R. Hainer

zu lauschen. Er führte u. a. aus:

Kameraden der HI.! Ringsum uns herrscht das Dunkel der Nacht, überall Ruhe und Friede. Dieser Frieden und diese Ruhe, sie sagen uns, daß jetzt die Welt ruht: wir stehen hier oben, der Wind bewegt unsere Fahnen, wir gedenken der Toten des 9. No­vember. Es ist noch nicht lange her, da sind wir auch einmal hier oben gewesen und sind hier marschiert. Damals waren wir noch klein, damals waren wir nur wenige, und zu dieser Zeit war es noch sehr schwer, Hitler-Junge zu fein. In diesen Tagen aber war die Kameradschaft und Gemeinschaft, die uns aus einem kleinen Häuflein Taufende werden ließ.

Wir waren alle Zeit davon überzeugt, daß das

Dunkel, das uns umgab, einmal weichen mußte, denn auch morgen wird nach dieser unfreundlichen Nacht wieder die Sonne scheinen, und wird wieder neues Leben ausstrahlen. Genau, wie auf den Tag die Nacht folgt, und wie umgekehrt der Nacht wieder ein herrlicher Tag folgt, genau

so mußte auf das Dunkel des 9. Rovember herrlicher Sonnenschein folgen.

So war es an jedem denkwürdigen Novembertag, wir waren damals noch 5- und 6jährige Kinder und konnten die Große des Geschehens an diesem Tage noch nicht so miierleben. Aber man hat uns davon gesagt, und ganz dunkel können wir uns noch selbst erinnern. Wir waren jung in einem Volke, das den Weltkrieg verloren hatte. Arbeitslosigkeit, hunger und Elend, dies alles sahen wir täglich, und das war es, was den Inhalt unserer Jugend ausmachte. Die deutsche Jugend hat ihre härteste Zeit in ihrem jungen Leben durchgemacht.

heute sind zehn Jahre seit jenem 9. November verflossen, und wieder brennen die Feuer. Um diese Feuer sind wir vereinigt, um daran zu denken, daß dieser 9. November der Tag ist, an dem in Glauben an die deutsche Einigkeit, die deutsche Kraft und in

Provinz Oberhessen.

Rheinhessen und Starkenburg.

Kreis

Reichstagswahl

Gültige Ja- Stimmen

Gült. Rein- Stimmen

sabstimmnng

Gesamtzahl der abgegeb. Stimmen

Stimm­berechtigte

Stimm­scheine

Zahl der abgegebenen Umschläge

Gültige Stimmen

Ungültige Stimmen

Ins­gesamt

Gültige Ja- u. Rein- Stimmen

Ungültige

Stimmen

Gießen . .

50612

2 757

53 369

51944

1062

53 006

581

53 587

52 990

2 069

53 756

Alsfeld . . .

25 409

533

25 942

25 798

141

25 939

134

26 073

26 211

497

26108

Büdingen. .

28 639

595

29 234

29 277

200

29477

134

29 611

29 827

598

29 695

Friedberg. .

59 296

3112

62 408

60775

1394

62 169

661

62 830

62 731

1828

62 995

Lauterbach .

20 294

429

20723

20 563

110

20 673

86

20759

20 645

432

20 771

Schotten . .

18 739

340

19 079

18 919

82

19 001

85

19 086

19 058

437

19 089

Insgesamt

202 989

7 766

210 755

207 276

2 989

210265

1681

211946

211462

5 861

212 414

Kirbitz.

Von Waldemar Auguftiny.

Der Schwarze Herzog, der 1809 auf eigene Faust mit Napoleon Krieg führte und in tollkühnem Marsch sein Korps zur Unterwejer und von dort nach Eng- land brachte, ist im Volk bekannt. Man kennt auch diesen oder jenen tapferen Degen, der dem Herzog die glänzenden Attacken bei Halle, Magdeburg und Braunschweig reiten half. Wer aber weiß von Kir- ditz, dein braven Sergeanten Kirbitz, der schon von Böhmen an alle Kampfhandlungen mitgemacht, und der bei Leipzig sogar dem Herzog da» Leben gerettet hat? Ich wette, kein Mensch kennt seinen Warnen, und darum soll hier ein lustiges Stück von ihm er­zählt werden.

Also, der Herzog war schon ziemlich dicht an der Nordsee, er wollte gerade durch Oldenburger Land zur Weser marschieren, der Franzmann mit siebenfacher Uebermadjt immer hinter ihm her. Der Feind hatte das Korps leicht in die Klammer genommen, wenn sich Herzog Wilhelm nicht eine Lift ausgedacht hatte. Er schickte nämlich, während er selbst durch Olden­burg marschierte, den Feind zu tämchen, eine Ab­teilung unter Führung des Majors Korfes Richtung Bremen und gab für dies Kommando seine besten Leute her, darunter auch den Sergeanten Kirbitz.

Die Irreführung gelang. Der feindliche General Reubel zauoerte, als er die verschiedenen Spuren (ab, verlor darüber einen Tag und folgte schließlich ber Bremer Fährte. Bei Haidkrug, auf der höhe Bremens, kam es sogar zu einem kleinen Gefecht zwischen ihm und dem Major, wobei es freilich nicht allzu ernsthaft juging. Denn die Reubelschen Trup­pen, auf den König Jerome vereidigt, aber West­falen von Blut, fühlten doch schon, daß der braun­schweigische Herzog ihnen näherstände als der Bruder Napoleons, und daß sie von Rechts wegen Schulter an Schulter zu stehen hätten. So endete dieses Tressen gänzlich unblutig, und Major Korfes hatte, als er sich am Abend vom Feinde löste, nur einen Vermißten zu beklagen, nämlich den Sergeanten Kirbitz.

Dieser Verlust freilich schmerzte sehr. Darum ließ der Major seine Abteilung vor den Booten die er an der Weser zusammengetrieben hatte, um auf dem Wasserwege zum Herzog zu stoßen, warten und schickte Patrouillen durch das Wiesengelände, um den Vermißten zu suchen.

Währenddesien saß der Sergeant in einem Gasthof unweit der Bremer Heerstraße beim Bier, hatte alle Biere von sich gestreckt und ließ es sich wohl fein.

den Berliner

Sotf>fd)ulnad)rid)fetL

Professor Dr. Gustav B o e h m e r, derzeitiger Dekan der Juristischen Fakultät der Martin-Luther- Universität in Halle-Wittenberg, hat den Ruf an die rechtswissenschastliche Fakultät der Jo- Hann-Wolfgang-Goethe-Universilät zu Frankfurt am Main angenommen. Sein Lehrgebiet umfaßt deutsches, bürgerliches, römisches Wirtschaft»- und Arbeitsrecht, sowie Rechtsphilosophie; er wird feine Professur zum 1. April 1934 antreten.

Der ao. Professor an der Universität Hamburg und Kustos am dortigen Museum für Völkerkunde Dr. Walter Scheidt ist zum ordentlichen Profesior für Rosien- und Kulturbiologie in der Philosophi­schen Fakultät der hamburgischen Universität er­nannt worden.

Profesior Dr. Karl Fezer, Ordinarius für orak- tische Theologie in Tübingen, hat den Ruf auf :... Z . Lehrstuhl für praktische Theoloaie

als Nachfolger des verstorbenen Profesiors Friedrich Mohling abgelehnt.

mit dem Korps wieder zufammenftieß, dem Herzog Bericht. Der Herzog aber ließ bei dem letzten Appell, den er am Ende feiner ruhmreichen Unternehmungen auf deutschem Boden hielt, Kirbitz vor die Front treten, lobte ihn vor aller Mannschaft und verlieh ihm das Offizierspatent.

hatte der Major ihn sd gesehen, er hätte, bei Gott, ihn arretieren, prügeln und unter Umständen ihn vor ein Kriegsgericht stellen lassen. Sergeant Kirbitz dachte indessen nicht an Desertieren. Er hatte viel­mehr, als einziger vermutlich von beiden Lagern, einen sauren Tag hinter sich, war mit List der Ge- sangenschaft entronnen und hatte auf vielen Um­wegen, nachdem er sich lange zwischen Ried und Weiden verborgen gehalten hatte, endlich auf halbem Wege zu feiner Truppe diesen Gasthof erreicht.

Die ganze Zeit hatte er nur einen Gedanken ge­habt, nicht den Feinden in die Hände zu fallen. Denn wenn es im Gefecht auch fast gemütlich zu- ging, war das Verhalten der Gegner doch nie sicher einzufchätzen, und das düstere Los des Schilljchen Korps stand immer noch als warnendes Zeichen vor den Augen der schwarzen Soldaten. Nun aber, als er die Kneipe entdeckt, den verängstigten Wirt her- ausgetrommelt und sich Bier und Wurst hatte vor- fetzen lassen, nun ging es ihm wohl, und um nichts in der Welt hätte er sich diese Ruhepause fchenken wollen.

Er saß also und trank, bis er auf einmal durch einen Schuß ins Fenster sehr unsanst aufgescheucht wurde. Noch ehe der Wirt und er einen Gedanken fassen konnten, brachen drei westfälische Soldaten in die Tür und forderten mit oorgehaltenem Karabiner den Sergeanten auf, sich zu ergeben.

Kirbitz, nicht geneigt, das Los der Gefangenschaft, dem er gerade entronnen, nun doch noch auf sich zu nehmen, blieb kaltblütig sitzen und bat die Eintreten- den, sie mochten sich manierlicher benehmen. Oben läge das Haus voll schwarzer Schützen, er selbstei auf Wache kommandiert und habe sich hier wider die Felddienstordnung ein Bierchen geleistet. Wenn sie, die Westfalen, hier jooicl Krakeel machten, wäre es um feine Charge, für die Feinde aber bestimmt ums Leben geschehen.

Die tapferen Drei blickten unschlüssig auf den Wirt, dem der Kopf ohne fein Zutun auf und nieder nirfte und wollten schon davonschleichen. Da meinte der eine, ob es dem Sergeanten recht wäre, wenn auch sie einen Schluck zu sich nähmen. Das Gefecht wäre ja nidjt Jehr hitzig, der Tag aber desto heißer ge- wesen, -schließlich könnten sie doch auf eine gute Kameradschaft anstoßen. Deutsche seien sie ja alle zusammen und hätten, bei Licht besehen, nicht viel Ursache, sich wegen des verfluchten Franzosenkönigs das Fell zu oergerben.

Sergeant Kirbitz nickte großmütig, man fetzte sich an den Tisch, trank sich zu, und aus einem Glas wurden drei und vier. Mittlerwelle konnte es nicht verborgen bleiben, daß die Westfalen keineswegs Gäste des Sergeanten feien, daß es sich vielmehr

umgekehrt verhalte, und daß der Schwarze cigcnt- üch ein Schelm und von Rechts wegen der Gefangene sei. Der eine Westfale, ein Korporal, machte denn auch Anspielungen, daß der Waffenstillstand unter falschen Voraussetzungen geschlossen sei, und die anderen, gutmütiger von Natur und vom Alkohol gleichgülttg gemacht, hatten Mühe, ihn zu beruhigen.

Der Sergeant aber tat, als gingen ihn derartige Auseinandersetzungen den Dreck an. Er begann sogar seinen Herzog laut zu rühmen und sang schließlich aus Leibeskräften das Lied des Schwarzen Korps: Jeder Patriot schlägt ihn tot, den Kujon Napoleon".

Das war dem Korporal nun doch zuviel. Er warf im Aufspringen den Stuhl um, zog seine Pistole und schrie er dem Sergeanten zu, er habe ihm auf der Stelle zu folgen. Stille. Die beiden anderen West­falen guckten sich ratlos an. Der Wirt ging hinter dem Tresen in die Kniebeuge. Nur der Sergeant hing breit über seinem Platz und schien kein Gehör zu haben.

Endlich erhob sich auch Kirbitz und versuchte, dem aufgeregten Korporal eine Ansprache zu hatten. Er machte ihm klar, daß das keine Art für einen rechten Deutschen fei, hinter Landsleuten, guten Patrioten, hinterherzujagen und Sold vom Franzmann dafür zu nehmen. Der Korporal spuckte vor Wut. Kirbitz ging auf ihn zu, legte ihm kameradschaftlich die Hand aus die Schulter, aber der Korporal war wie eine besessene Katze, er sprang, obwohl er kleiner an Figur war, dem Kirbitz an die Kehle und versuchte ihn zu würgen. Da mußte der Kirbitz denn zupacken. Er hielt den Korporal mit eisernen Muskeln gefangen, rief dem Wirt zu, Stricke zu holen, befahl den anderen Westfalen, die stumm gehorchten, anzupacken und band mit ihnen einträchtiglich dem Grobian die Hände. Dann schleppte er den wehrlosen, vor Wut schäumenden zur Tür hinaus auf die Straße, wo die Westfalenpserde schon ungeduldig scharrten und band den Korporal auf seinem eigenen Gaul fest.

Nun aber, in der Nachtluft, erwachte in unserem Sergeanten wieder die Soldatenlust. Al» die Husaren tolpatschig und ratlos in der Tür erschienen, schrie er ihnen einHände hoch!" zu und warf sich auf ein zweites Pferd, riß den Gaul des Korporals heran und sprengte, in jeder Faust einen Zügel, davon Die Westfalen jagten dem Flüchtenden wohl noch ein paar schüsie ins Dunkle nach, dem Teufel aber hinterher zu reiten, wagte keiner von ihnen. So kam es, daß Sergeant Kirbitz noch vor Morgen mit zwei Beutepferden und einem gefangenen Kor- poral sich beim Major zurückmelden konnte.

Major Korfes schloß seinen alten Waffenbruder tn die Arme und erstattete später, als er bei Elsfleth

Zeitschriften.

3m Novemberheft derDeutschen Zeit­schrift" ('Berlag K. D. W. Callwey, München) weist u. a. ein AufsatzLuther und das Besondere" von Hans Asmussen darauf hin, daß Luthers Theo­logie sowohl als auch sein handeln und Gestalten das überaus große Wichtignehmen des Besonderen vor dem Allgemeinen in hohem Maße auszeichne, lieber dieNeue Situation des Theaters" im neuen Staat schreibt Hanns Braun, der der deutschen Bühne einen großen Aufschwung oorausfagt, sobald der vorhandenen Spielfreude und der Sehnsucht nach dem Gemeinschaftserlebnis ein Dichter mit neuen Formen und großen Inhalten zu Hilfe komme. Max Clauß gibt einen die entscheidenden Vorgänge klar herausstellenden historischen Rückblick auf dieNa- tionale Revolution". Don literarischen Beiträgen nennen wirRegina Grödel", eine Erzählung von großer Zartheit des Gefühls von Friedrich Riehner, fernerAus einem Lebensgedenkbuch" von Hans Carosia. Literatur-, Filmberichte und anderes mehr beschließen das reichhaltige heft.