Samstag, H. November (935
185. Jahrgang
Nr^LA^Erstes Blatt
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Dr Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Ted Ernst Blumfchein und iür den Anzeigenteil t. D. TH.Kümmel iämtlich m Kienen
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Alles für Deutschland!
fangen, die sich wiederholten, als er in dem Betriebsbüro der großen Dynamohalle unterhalb der Kranbühne vor dem Mikrophon des Deutschland- enders Platz nahm.
Reichsmimster Dr. Goebbels
Wie anders ist das heute. Der Führer wird heute mitten unter f e i n e f ch a f f e n d en Volksgenossen treten, um vor ihnen Rechenschaft abzulegen und die Notwendigkeit der Verteidigung der nationalen Ehre zu begründen. Denn diese Nationalehre ist nun nicht mehr das Vorrecht einer kleinen auserwählten Schicht. Sie ist Sache des ganzen Volkes geworden. Und gerade der arbeitende Mensch hat in den vergangenen Jahren des deutschen Niederbruchs und Verfalls einsehen gelernt, daß ein Volk ohne Ehre auch immer sein Brot verliert und daß es deshalb in erster Linie Pflicht und Aufgabe der arbeitenden Menschen ist, die Ehre des Staates und der Nation zu verteidigen und eifersüchtig über ihre Unversehrtheit zu wachen.
Nun ruhen in einigen Augenblicken in ganz Deutschland die Maschinen; nach dem Signal der Arbeitssirene dieses Riesenwerkes werden überall in Stadt und Land, auf allen Fabrikanlagen, Schiffen und Wersten die Sirenen aufheulen. Aus der Straße stehen die Menschen und Verkehrsmittel für eine Minute still. Ein ganzes Volk entblößt sein Haupt. Es erbittet vom Himmel Gnade und Segen für die gerechte Sache seiner nationalen Ehre, die die Welt glaubt, uns verweigern zu können. In einer einzigartigen Demonstration stellt sich das deutsche Volk vor die Völker Europas, um sein unabbiegbares Recht auf Ehre und dauerhaften Frieden anzumelden. Kann die Welt die Wucht dieses Bekenntnisses übersehen? Wird die Welt weiterhin behaupten wollen, daß Deutschland zum Kriege rüstet, während hier die ganze Nation geschlossen
Das schaffende Deutschland will in Me seiner Iriedensarbe» nachgehen
hämmer und singen die Maschinen das Lied der schaffenden Arbeit.
Es sind gerade fünfzehn Jahre her, da standen die marxistischen D o l k s v e r - führ er vor den betrogenen Massen, um chnen Freiheit, Schönheit und Würde zu versprechen. Sie hätten genug getan, hatten sie chnen nur Arbeit und Brot gegeben. Statt sich aber für das Volk einzusetzen, verkrochen sie sich hinter Parlament und Gesetzesbarrikaden. Zwischen ihnen und den Massen stand der Parteifunktionär. Sie wagten gar nicht mehr, vor das Volk hinzu- treten. Denn wenn es sie streng und unerbittlich ' » vor Scham vor chm die
Hindenburg Micht zum deutschen Volk.
Der Herr Reichspräsident (Beneralfelbmar- schall von Hindenburg wird heule um 19 Uhr über alle deutschen Sender zum deutschen Volke sprechen. Die Rede wird um 21.45 Uhr auf Dachsplatten wiederholt und auch auf eine Reihe italienischer, englischer, indischer, nord- und südamerikanischer Sender übertragen werden.
für bie Politik der Ehre und des Friedens eintritt? Die Welt wird uns antworten, wenn das deutsche Volk am 12.November dem Führer seine Antwort gegeben hat. Ihm gilt in diesem Augenblick unser Dank und das Gelöbnis m^er- störbarer Treue. So wie die Nation den Führer grüßt, so grüßt der Führer die Nation, komme, was kommen mag. In Glück und Not wollen wir beweisen, daß sie einander wert sind. (Langanhaltende Heilrufe.)
Oie Minute des Schweigens.
Punkt 13 Uhr heulen die Sirenen auf und d i e Maschinen schweigen. Aus allen Straßen und Plätzen, in allen Betrieben und Kontoren, in den öffentlichen Gebäuden und in den Privathäusern, in den Gaststätten und überall, wo deut- sche Menschen leben, setzt die Minute feierlichen Schweigens ein. Das ganze deutsche Volk ist eine Minute von dem Gedanken an sein Schicksal und an seine Zukunft und den Lenker seiner Geschicke erfüllt. _ _ ,
Wenig später klingen von der Straße Heilrufe herein, die bald zu einem Donnern und Tosen anschwellen, das sich in den riesenhaften Hallen immer und immer wiederholt. Leuchtenden Auges schreitet der Führer durch eine schmale Gasse und dankt immer wieder für den jubelnden Empfang. Als der Führer den Generator betritt, braust noch einmal von allen Seiten nicht endenwollendes Heilrufen auf Als die Heilruse nicht abbrechen wollen, zeigt der Führer lächelnd auf seine Uhr und • deutet auf das Mikrophon. Er erhebt noch einmal
anderen Völkern. .
Wir wollen nichts, als in Ruhe und Frieden unsere eigenen Angelegenheiten nach den Grundsätzen ordnen, die unserer Art gemäß sind und unteren Bedürfnissen entsprechen. Unsere Beziehungen zu unseren Nachbarn und den andern Völkern des Erdballs können sich nur auf dem für alle ehrlieben- den und selbstbewußten Völker selbstverständlichen Boden gleichen Re' ts und gleicher Achtung adspie- len Weil man auch dem nationalsozialistischen Deutschland in falscher Überheblichkeit und Berken- nuna der großen Geisteswende glaubte versagen zu können was man seit den schmachvollen Wgfsen- stillstan'dsverhandlungen im Wald von (Sompifegne allen deutschen Regierungen vorenthalten hatte, deshalb hat Deutschland Abrüstungskonferenz und Vol° /-rhl,nh verlassen. Das einmütige Ja, mit dem das beutle Volk sich am 12. November au dieser Politik feiner Regierung bekennen wird, soll der Welt den LnweifeKn Semeis liefern M ein friedlichen mJ? mit friedlichen Mitteln nichs als fein Recht und J X orbwt. t»6 dielen Volk aber gleichzeitig Ion b?m unbeugsamen Willen beseelt ist. ..lieber jebe Slot jede Versa,gung und segllche Drangsal auf stch zu nehmen, aln künftighin Vertrage unterzeichnen, die für jeden Ehrenckkann und für jedes ehrliebende Volk unannehmbar sein müssen. Volk und Regie- rung wollen ine Politik des Friedens,
der Verantwortung und der Verständig u n g betreiben, bereit, durch Abschluß kontinentaler Nichtangriffspakte auf längste Sichte den Frieden Europas sicherzustellen, seiner wirtschaftlichen Wohlfahrt zu dienen und am allgemeinen kulturellen Neuaufbau teilzunehmen." Aber Volk und Regie- runq sind „erfüllt von der gleichen Ehrauffassung, daß die Zubilligung der Gleichberechtigung Deutschlands die unumgängliche moralische und sachliche Voraussetzung für jede Teilnahme des deutschen Volkes und seiner Regierung an internationalen Einrichtungen und Verträgen ist. Volk und Regierung lehnen die Teilnahme an irgendeinem Rüstungs-Wettlauf ab und „fordern nur jenes Maß an Sicherheit, das , der Nation die Ruhe und Freiheit der friedlichen Arbeit garantiert." < . . ...
In diesen Sätzen liegt die große Linie der deutschen Außenpolitik beschlossen. Sie sich zu eigen zu machen, sich einmütig zu ihr zu bekennen, ist Sache des ganzen Volkes am 12. November. Denn je imposanter diese Kundgebung für einen Frieden 'n Ehren und Gleichberechtigung ausfallt, je eher wird sich in der Welt, die heute noch dem neuen Deutschland mißtrauisch ablehnend und. haßerrfuflt begegnet, die Erkenntnis bahnbrechen, daß Volk und jie oieruna eine untrennbare Ein heil sind daß^alle Spekulationen auf das alte deutsche Erbübel der inneren Zwietracht und der selbstmorde^ rifdien Eigenbrötelei bei dem nationalsozianstüchen Deutschland verfehlt sind. Je wuchtiger unbunan- fechtbarer dieses Zeugnis der absoluten inneren Ge sch'ossenheit des neuen Deutschland ausfallt, je eher wird aus diesem Friedensbekenntms des 1 • ber ein neuer Ausgangspu n £ t 9 für die Gestaltung der Beziehungen der Na Ionen untereinander. Der deutsche Re.chsaußenmmfUr Freiherr von Neurath hat dies in semergra ßen Abrechnung mit dem Völkerbund angedeutet. Wie der Genfer Völkerbund bisher formell^em Be standteil des Versailler Vertrages war, so diente er auch praktisch als ein reiner Zweckverband d er v setzung des Krieges mit andern Mitteln 3"r Aufr ch - erhaltung des in Versailles geschaffenen territori und machtpolitischen Status quo, zur dauernden p° Mischen wie wirtschaftlichen Knebelung und Entrechtung Deutschlands. Nicht Verärgerung oder ttever- heblichkeit haben Deutschland aus Genf vertrieben, sondern die bittere Enttäuschung, daß der Völkerbund in vierzehn Jahren sich nicht von der Versailler Spottgeburt zu einem wahren Bund gleichberechtigter Nationen durchzumausern vermocht hat, und die klare Einsicht, daß andere Methoden 9C*
funden werden müssen, um die aus dem überspitzten Friedensdiktat von Versailles herrührenden Spannungen zwischen den europäischen Mächten aus der Welt zu schaffen. Eine Politik der Drohung, Nötigung und Erpressung, eine Politik einseuiger Diktate verfängt heute nicht mehr. Wenn auch die franzosi- chen Deputierten noch so sehr nach Kontrolle, Sanktionen, Bündnissen schreien, das neue Deutschland, ein in seinem Lebens- und Selbstbehauptungswillen verjüngtes Volk läßt sich nicht einjchüchtern. Es geht unbeirrt und im Gefühl, daß das Recht ihm zur Seite steht, einig im ehrlichen Willen zum Frieden, aber auch von gleicher Ehrliebe erfüllt, seinen Weg und überläßt es der Welt, aus dem Bekenntnis des 12. November die Folgerungen zu ziehen.
Die gewaltigen Kundgebungen, die das deutsche Volk in den letzten Tagen seinem Führer bereitet hat, mußten ja dem Ausland, soweit es nicht völlig in falschen, von gewissen Emigranten eifrig ge» nährten Wahnvorstellungen befangen ist, die Augen darüber öffnen, daß Volk u n d Führer eins find, daß alle Schichten und Stände, alt und jung, Landvolk und Städter, Unternehmer und Arbeiter, Bauern, Beamte, Angestellte, Akademiker und Soldaten, einhellig und entschlossen hinter dem Führer stehen in seinem Kampf für einen wahren, ehrenhaften Frieden. Deutschland will den Frieden, weil nur der Friede den deutschen Wiederaufbau sichert, das war Der Tenor der großen gemeinsamen Kundgebung aller Zweige der nationalen Wirtschaft, aus der besonders eindrucksvoll die Entschiedenheit war, mit der Krupp von Bohlen und Halbach sich gegen die bösartige Unterstellung wehrte, als ob die deutsche Industrie nur um irgendwelcher Rüstungsaufträge willen aus dem Zustand der ungleichen Sicherheit heraus wolle. Das deutsche Volk ist viel zu arm, um Millionen für Rustungszwecke zu verschwenden, wie es unsere Nachbarn in. D|t und West feit anderthalb Jahrzehnten tun. Ader das fremde Nüstungskapital in Frankreich, England, der Tschechoflowakei und Amerika tut alles, um in der ihm hörigen Presse und durch ihm gefügige Politiker den Zustand der Unruhe und des Mißtrauens in der Welt zu verewigen. So ist Deutschlands Kampf um den Frieden c in Kamps g e g e n d e n R ü st u n g s w a h n s i n n d e r W e 11, in den anonyme Mächte friedliebende Volker hinein- gestürzt haben und gefangenhalten mochten.
Daß der Führer in diesem Kampf nicht zuletzt den deutschen Arbeite r Mann für Mann hinter sich weiß, dafür war tue gestrige Ku.id- aebung des werktätigen Volkes ein Zeugnis von beispielloser Eindringlichkeit und Wucht. Des Füh
rers Rede an die Arbeiterschaft und das gewaltige Echo, das des Führers Worte weckte, Aeigte dem Ausland, daß die sog. „Arbeiterführer', die als politische Flüchtlinge in Prag und Paris, London und Brüssel ihre Hetzarbeit fortsetzen, von der beub chen Arbeiterschaft, die sie am 5. März im Stich gelassen haben, um ihr eigenes Ich schleunigst m Sicherheit zu bringen, abgeschüttelt worden sind, wie es lästige Schmarotzer nicht besser verdient ha- ben. Die Kundgebung im Siemens-Werk, an einer der gewaltigsten Arbeitsstätten deutscher Industrie, war aber auch ein sichtbares Zeichen für die Ueberroinbung bes Älaffenfampfes, denn den Arbeiter gemeinsam mit den anderen Ständen zum Träger des Staates zu machen, war Ziel des politischen Wollens Adolf Hitlers und feiner nationalsozialistischen Bewegung. Hierin sah er mit Recht eine ber wichtigsten Voraussetzungen für alle weiteren Maßnahmen zur Gesunbung von Volk unb Staat. Darauf wies ber Führer hin in seiner Rebe vor ben Siemens-Leuten unb ber ungeheure Jubel, ber immer roieber unb roieber seine Worte unterbrach, mag ihm ber beste Beweis sein, baß sein Gefühl ihn nicht trog, als er, selber ein beutscher Arbeiter, selber ein Mann aus dem Volke, vor dieser großen Entscheidpng des 12. November mitten unter feine Arbeitskollegen von einst trat unb an ber Arbeitsstätte selbst zu ihnen sprach non seinem sozialen unb politischen Wollen, Kraft und Zuversicht ausftrömenb von der Macht seiner Persönlichkeit und der Ueberzeugungswucht seiner Rede, ober auch Kraft empfangend und die Gewißheit mit sich nehmend, daß die deutsche Volksgemeinschaft, die er schmiedete, eine Schicksals-, Opfer- und Siegesgemeinschaft von unbeugsamer Entschlossenheit sein wird. Nicht umsonst rief der Führer die Erinnerung an das gemeinsame Fronterlebnis wach. Wie die deutsche Arbeiterschaft in den unvergeßlichen Augusttagen des Jahres 1914 wie ein Mann für das Vaterland in die Schanze sprang, so wird sie auch am 12. November dem Ruf bes Führers folgen unb sich zusammen mit allen anberen Glie- bern ber beutschen Volksgemeinschaft mit ihrem Ja bei ber Volksabstimmung und ihrem Kreuz bei der R e i ch s t a g s w a h 1 in die große Front stellen m it Ado l f Hitler und der rra t i o n a l s o z i a l i st i s ch e n P a r- tei für einen gerechten und ehrenhaften Frieden, für eine Verständigung der Völker auf dem Boden gleicher Rechte und gleicher Sicherheft, für einen gesunden Neubau von Staat, Wirtschaft und Kultur — für Deutschland!
Berlin, 10. Noo. (CNB.) Die Siemens- Schuckert-Werke in Siemensstabt waren bazu aus- ersehen, für ben Appell des Führers an die deutsche Arbeiterschaft den äußeren Rahmen abzugeben. Werk um Werk vereinigt sich auf diesem Riesen- komplex im Nordwesten Berlins zu einer gewaltigen Symphonie deutschen Arbeitswillens, deutscher Ingenieur tunst, deutschen Fleißes unb Schaffensdranges. Ueberall wohin das Auge schweift, sieht man Maschinen, Krane, Fräs- und Bohrmaschinen — eine Stätte, an der intensivste körperliche und geistige Arbeit geleistet wird, deren Erzeugnisse in alle Welt hinausgehen. Auch im Dynamo- werk, in den drei großen, etwa 215 Meter langen Hallen, die je eine Breite von über 100 Meter besitzen unb sich fast 20 Meter emporrecken, beutet nichts daraufhin, daß hier der Führer zu den deutschen Arbeitern sprechen wird. U'berall stehen die Riesenmaschinen, wie sie zum Bau ber großen Generatoren unb Motoren unb ber vielen anberen Maschinen gebraucht werben, bie aus bem Werk herausgehen. In ber großen Durchfahrt inmitten der großen Halle wird gerade an einem G ene- r a t o r gebaut, der einen Durchmesser von fünf Metern besitzt; halbfertig liegt sein Anker da. Und von diesem Generator aus wird der Führer seine Worte an die Belegschaft ber Siemenswerke unb Darüber hinaus an bas deutsche Volk richten. Eine fahrbare Werktreppe, die sonst die Monteure bei ber Durchführung ihrer Arbeit benützen, ist heran» geschoben worben, um bem Führer bie Möglichkeit zu geben, auf ben Anker hinauf zu gelangen. Als Rebnerputt steht ein einfaches Werkzeugspinb ba. Die Hallen selbst haben keinen Schmuck erhalten, sonbern sind so belassen worden, wie an anderen Arbeitstagen. Lediglich sechs große Jupiterlampen hängen wie ein Kranz über dem „Rednerpult', während die Scheinwerfer der Tonfilmapparaturen auf den großen Lausbühnen, die sich über bie ganze Hallenbreite unmittelbar unter ber Decke hinziehen, montiert sinb. Ueberall sind auch Lautsprecher aufgestellt. Um ben Generator herum, ber als Rebner- biihne bient, sind bie Maschinen soweit als möglich zurückgeschoben. Kopf an Kopf steht bie Belegschaft, so wie sie von ber Arbeit gekommen war, bie Monteure im blauen Rock, bie Ingenieure im weißen Kittel, viele Frauen, benn es muß auch hier viel feine Handarbeit verrichtet werden. Männer in braunen unb schwarzen Leberschurzen. Sie haben sich irgendwo auf bie Motoren unb bie Gleichrichter gesetzt ober gestellt, aus die Generatorengehäuse. Insgesamt 9000 Mann Belegschaft sind in diesen Hallen versammelt. 4000 Mann, Die im Dynamowerk selbst arbeiten und weitere 5000 als Abordnungen aus ben übrigen Werken bes Konzerns. Um 12.30 Uhr erschien Reichsminister Dr. Goebbels, von bonnernben Heilrufen emp-
Wenn morgen auf ben Ruf bes Reichskanzlers das beutsche Volk erneut an bie Wahlurne tritt, so tut es bas nicht, um sich zwischen Parteiprogramm men ober Regierunassystemen zu entscheiben, auch nicht etwa wie so oft in früheren Jahren, weil em Kabinett im Parlament ben Boben unter ben Füßen verloren hätte ober gar weil als letzter Ausweg aus einer verfahrenen Lage bie Wahl geblieben wäre. Nein, biete Requisiten einer hemmungslosen Parlamentsherrschaft sinb restlos unb enb- gültig beseitigt Mit ber Wahl bes 5. Marz hat sich Deutschlanb gegen bie Parteien für bas Volk entschieden und dem Kabinett der nationalen Erhebung, das vom Vertrauen des Reichspräsidenten an jenem für alle Zeiten denkwürdigen 30. Januar berufen worden war, den Auftrag erteilt, die Geschicke des Reiches für die nächsten vier Jahre in die Hand zu nehmen, um in letzter Stunde mit gesammelter Kraft den Versuch zu wagen, die Nation vom- Abgrund sittlichen und wirtschaftlichen Verfalls zuruckzureißen Damals fiel bereits die Entscheidung für Zucht und Ordnung, Ehrlichkeit und Sauberkeit, Treue unb Wahrheit, für echtes Fuh- rertum in wahrer Volksgemeinschaft. Unb wer könnte ehrlichen Herzens leugnen, baß ber Weg, Der an jenem 5. Marz eingeschlagen würbe, mit Mut unb Umsicht, voll neuer fruchtbarer Ideen unb erfolgverheihender Pläne uns schon einen Schritt vorwärts geführt hat? Nicht nur wurden Die Trümmer eines morschen unb innerlich hohlen Staatssystems abgetragen unb beiseite geräumt, überall sieht man schon bie ©runbfteine bes neuen unb biesmal eines bem beutschen Volkscharakter gemäßen, ihm in Form unb Inhalt auf ben Leib geschnittenen Staatsbaus, ber allen ©hebern ber Volksgemeinschaft Licht unb Luft, Raum unb Schutz gewähren wirb, bie Arme zu regen in sinnvoller Zusammenarbeit zum Wohl bes Ganzen.
Keineswegs ist es so, bah nun mit einem Schlage alle Nöte von uns genommen wären. Niemand hat bas versprochen unb niemanb konnte es bil= liqerweise erwarten. Dazu waren bie wirtschasts- zerstörenben Folgen bes Versailler Diktats unb bie Sünben ber Parteienherrschaft im Innern zu tief- greifenb unb nachhaltig gewesen, als baß man m neun Monaten hätte aufbauen können, was in ast zwei Jahrzehnten, seftbem bie Welt m ben August- tagen 1914 aus ben Angeln gehoben worben war H°ß und Mißgunst planmäßig z°rst°rt. Un°-rstund und KurAsichtigkeit ver chleubert, Selbstsucht und Mg-nst-bk L °Trümm°r^g°l-g. h°tt°m W-r strebt nicht roieber ein zukunftsfrohes Geschlecht, gleichsam neu geboren unb seelisch gelautert in Jahrzehnten des Leibens, mit zusammengefaßten Kräften roil= lensstarr unb zäh bem neuen gemeinsamen Ziel zu, einen Klnbern unb Enkeln ein neues fnebli^es unb glückliches Vaterlanb zu hmtttlassen? Ist bas nichts, biefes Erwachen aus Mißmut unb Entsagen, Gram unb Verzweiflung zu neuem Lebenswillen, neuer Tatkraft, neuem Hoffen? Wir brauchen nicht noch einmal bie materiellen Erfolge bie fer ersten neun Monate ber nationalsozialistischen Regierung auf allen Gebieten ber Arbeitsbeschaffung und Wirtschaftsbelebung, ber ^e“°. iyun9 des Staates, ber kulturellen unb sozialen Beziehungen ber Nation in allen Einzelheiten aufzuzahlen. Sie stehen allen unübersehbar vor Augen, bie sehen wollen. Sie mögen schwer, wenn bie Regieimng etwa im alten bemokratisch-parlamentarischen Sinne um ein Vertrauensvotum für sich kämpfte. Aber am 12 November geht es ja um ganz anbere Dinge. Es geht um Deutschlands Stellung in d er Welt, um Deutschlands Verhältnis zu den
Kür Friede, Arbeit und Bron
Die deutsche Arbeiterschaft Hand in Hand mit dem Führer in der Front des deutschen Volkes für einen Frieden der Ehre und Gle chberecht'gung
gab bann ben Bericht von ber Stätte ber Arbeit, babei ausgehenb don Berlin ber Stabt Der Masse unb ber Arbeit. „Mit Stolz unb Bewunderung", führte Dr. Goebbels u. a. weiter aus, „blickt' unser Auge auf diese riesigen Fabrikbauten, auf diese fast bis in die Unendlichkeit hinemgezoge- nen Maschinenhallen, auf denen sich reckenden treten. Denn roenn es Türme erheben, das majestätische Bild einer moder- anschaute, mußten sie nen Industriestadt. Unaufhörlich dröhnen die Eisen- > Augen Niederschlagen.


