Ausgabe 
11.11.1933 Drittes Blatt
 
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Bereits vor längerer Zeit hat er um Enthebung vom Amte nachgesucht. Der Dank und die Aner­kennung seiner vorgesetzten Dienststellen und der gesamten Bürgerschaft werden dem allseits belieb­ten Zubilar alsbann in den wohlverdienten Ruhe­stand begleiten.

Bekanntgabe der Wahlresultate durch Aushang

Da die nationalsozialistische hessische Regierung, im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin, für die mor­gige Volksabstimmung und Reichstagrwahl kein verbot der Bekanntgabe des Dahlresultats durch Aushang erlassen hat, werden wir die Wahl­ergebnisse aus Oberhessen und soweit möglich auch aus anderen Orten am morgigen Sonntag etwa von 19 Uhr ab durch Aushang an unserer Geschäfts st elle bekanntgeben.

Einholung der GS-Gturmbannfahne

Dem 6 6. - Sturmbann IV/33 ist am Tage des 9. November vom Führer in München die 6turmbannfahne verliehen worden. Gestern gegen Abend wurde die Fahne in Gießen feierlich ein­geholt. 66. und 6A., unter Vorantritt eines Spiel- mannszuges der 6A., marschierten gemeinsam zum Bahnhof. Um 18.16 Uhr traf der Zug ein, der die Fahne und ihre Begleiter nach Gießen brachte. Die Mannschaften hotten inzwischen aus dem Bahn- hossplatz Aufstellung genommen. Eine stattliche Menschenmenge hatte sich eingefunden, um das Feldzeichen der 66. zu sehen. Sofort nach dem Ein­treffen des Zuges wurde die Fahne auf den Bahn­hofsplatz gebracht und an den Mannschaften, die in strammer Haltung standen, vorbeigetragen. Die Fahnengruppe setzte sich bann an Die Spitze der Kolonnen und unter den Klängen von Trommeln und Pfeifen marschierten 66. und 6A. mit der neuen Sturmbannsahne durch die Bahnhofsstraße, die Kaplansgasse,. über den Kreuzplatz und durch die Sonnenstraße nach dem Landgraf-Philipp-Platz. Dort marschierten die Mannschaften an der Fahne vorbei. Im Anschluß daran hielt SS.-Sturm-Hauut» sührer Nickel eine kurze Ansprache. Der Führer habe der 66., so führte er u. a. aus, das Feldzeichen verliehen,das besondere Verpflichtung bedeute in der Erinnerung an den ll.November des Jahres 1923. Vor 10 Jahren seien für das neue Deutschland national­sozialistische Helden gefallen, und im Gedenken an sie habe der Führer dos Feldzeichen gegeben. Die Fahne solle im Gedenken an diese toten Helden voranwehen. Der SS.-Mann solle im Geiste der Treue stets zu ihr stehen und treu sein zum Nutzen von Volk und Vaterland.6o werden auch wir unsere Pflicht tun, Tag für Tag. Immer haben wir nur das W^hl des Vaterlandes im Auge. Diesem Vorsatz soll die Fahne ständigen Ausdruck ver­leihen. Im 6chwur zur Bewegung bringen wir unserem Führer ein dreifaches ,6ieg-HeilI' aus." Begeistert klang d r dreifache Ruf über den Platz. Sobann würbe bie Fahne in bas Gebäube ber Polizeibirektion eingebracht.

Varol n t)rs Taoes.

Am Samstag, ll.November, gibt der Südwest­funk über die Sender Frankfurt, Kassel, Trier und Freiburg folgende Parolen des Tages: 14 bis 14.05 Uhr und 16 30 bis 16.35 Uhr.

Gelockerte Vo .zetaufficht für e.nstige ma ristifche JutVf onäre.

WSN. Das Staatspresseamt teilt fölgendes Aus­schreiben der Ministerialabteilung I a (Polizei) mit: Neun Monate nationalsozialistische Ausbauarbeit haben bei einer großen Anzahl ehemaliger Der- fechter marxistischer Ideologien einen geistigen Um­bruch hervorgerufen. Um diesen Volksgenossen Ge legenheit zu geben, sich in den schicksalsschweren Tagen des Kampfes um Deutschlands Ehre und Gleichberechtigung in die vorderste Front einzu­reihen und so ihre Abkehr von der Politik natio­naler Würdelosigkeit zu beweisen, werden bie zu­ständigen Behörden ermächtigt, im Einvernehmen mit den Kreisleitern die seiner Zeit über die marxi­stischen Funktionäre verhängte Polizeiaufsicht weiter­hin zu lockern. Diejenigen Meldepflichtigen, bie nicht besonbers organisatorisch hervorgetreten sind z. B. Mitglieder von Gemeindevertretungen, Funk­tionäre von Gewerkschaften, von Ortskrankenkassen und andern öffentlichen Einrichtungen können gänzlich befreit werden. Bei denjenigen Melde- yflichtigen jedoch, die in den ehemaligen marxisti­schen Organisationen eine besondere Rolle gespielt haben, ist eine völlige Aufhebung der Meldepflicht noch nicht erwünscht. Es wird den Kreisämtern und den Polizeidirektionen überlassen, hier bie not- roenblgen Ueberwachungsmaßnahmen in eigener Zuständigkeit zu treffen.

Senkung der Zinssätze bei den hessischen Sparkassen.

W6N. Das Staatspresseamt teilt mit: Die Sen­kung der Zinssätze bei den hessischen öffentlichen Sparkassen hat in letzter Zeit wesentliche Fort­schritte gemacht Einzelne Sparkassen konnten die Zinssätze für Gemeinde Darlehen und für Hypothe­kendarlehen auf 5 d. H., teilweise sogar auf 4,5 o. H. herabsetzen, ohne dabei irgend welche Zuschläge oder Provisionen nebenher zu erheben. Wenn andere hessische Sparkassen auch noch nicht soweit gehen konnten, so steht auch bei ihnen zu erwarten, baß sie demnächst an weitere Zinssenkungen herantreten werden. Der Zinssenkung kommt bekanntlich eine ganz besondere Bedeutung zu, zumal wenn sie, wie im vorliegenden Falle, ohne gesetzlichen Eingriff erfolgt ist. Sie ist ein untrügliches Zeichen für den Wiederaufbau der Wirtschaft im neuen Staat.

Der 12. November.

Die Ortsgruppe ©iefjen-Oft der NSDAP, hatte für gestern abend zu einer letzten Wahlkund- gebung in das Cast Leib eingeladen. Der Redner, Pg. Bausch- Limburg, sprach über das Thema Der 12. November" und führte u. o. folgendes aus: In diesen Tagen erinnere man sich der Tage der Revolution von 1918. AusGleichheit und Brüderlichkeit" der damaligen Verkündigung sei Haß und Feindschaft der Volksgenossen unterein­ander geworden. Ehre und Treue seien verloren gegangen in diesen Jahren ber Zwietracht. Der Sinn unserer neuen Lebensrichtung müsse aus hartem Kampf erstehen Das Volk habe jetzt bie Zeichen ber Zeit verstauben. Nationalsozialismus fei Volksbewegung, organisiertes Volk geworden. Adolf Hitler |ci nur von einem Hochziel besessen: Nichts für mich, alles für mein Volk!" Der Ab­solutismus, der Kapitalismus, der Liberalismus und ber Marxismus hätten erkennen müssen, baß ihre Zeit erfüllt sei. An bie Stelle ber Partei sei basVolk" getreten. Der Führer habe sofort nach der Uebernabmc der Macht den Kampf ausgenom­men gegen das Unheil der Arbeitslosigkeit. Adolf Hitler sei ein Sendbote bes Himmels, von Gott

An die Gießener Bevölkerung!

Oie Kreisleitung erläßt folgende Aufforderung:

Um ber Bedeutung dieser großen Tage auch nach außen hin Ausdruck zu verleihen, muh ab Frei- lag, 10. November,jedes haus mit den Zeichen des nationalsozialistischen Deutschlands beflaggt werben.

An alle Führer von Vereinen, Verbanden, Berufsgruppen usw.

3eber Vereinsführer wird aufgeforbert, in seinem kreise Darauf hinzuwirken, bah bie Mitglieder mit ihren Angehörigen bis spätestens 12 Uhr ihrer Wahlpflicht genügt haben. Der Ge­danke der F r ü h w a h l muh an jeden einzelnen herangetragen werben.

Gez.: Dr. Harth. Kreisleiter.

Organisation

des Wahtschleppdienstes!

Jeder, ber au» irgendwelchen Grünben nicht in ber Lage ist, zum Wahllokal zu gehen, wirb auf An­forderung in einem Kraftwagen abgeholt, ohne bah

Wähle vor 12 Llhr!

Kranke und Kußleidende benutzen den Schlepperd enst der NSOAP,

Wir holen alle!

ihm irgendwelche kosten entstehen. Ls sind für bie verschiedenen Wahlbezirke folgende Dienststellen zu- ständig:

w a h l b e z i r k e l, II, III, IV und XVI:

Ortsgruppe Gießen - Horb, Ldersirahe 6 (Hohl), Telephon 3737.

Wahlbezirke VII, VIII, IX unb X:

Ortsgruppe Gießen - S üb, Gastwirtschaft »Graf Zeppelin", wilhelmstrahe, Telephon 2112.

Wahlbezirke XI, XIII, XIV unb XV:

Ortsgruppe Giehen-Ost, Kaiserallee 52, Tele­phon 3384.

wahlbezirke V, VI, XII, XVII und XVIII:

Ortsgruppe G i e ß e n - M i 11 e, Kaplansgasse 18, Telephon 3795.

Die erforderlichen Meldungen können auch bei ber Zentralstelle bes Schleppbienstes:

Kreisleitung, Löberftrahe 9, Telephon <032 ober 3508

gemacht werden.

Ein Demonstrationszug findet in Gießen nicht statt.

Wah abieichen anstecken!

wer morgen gewählt hat, nimmt in feinem Wahllokal ein Wahlabzeichen in Emp­fang. Jeder Wähler unb jebe Wählerin trägt dieses Abzeichen an gut sichtbarer Steve, um daburch bie Erfüllung ber oaterlänbifchen Pflicht sichtbar zu beroeijen.

Wahlzeii von 9 bis 18 Mr!

Ls sei nochmals Darauf hingewiesen, daß in Der StaDt (Biegen zur Reichstagswahl und Volksab­stimmung am 12. November nur in Der Zeit von 9 bis 18 Uhr (6 Uhr nachmittags) abge­stimmt werden kann. Um 18 Uhr können nur noch Die Wähler zur Abstimmung zugelasien werben. Die- sich bereit» im Wahlraum befinden.

3m 3ntereffe einer schnellen Abwicklung Des Wahlgeschäft» ist frühzeitige Stlmmab- gabenotroenDig! 3eher Wähler sollte möglichst schon am vormittag seine Stimme abgeben!

Sronftameraben, Kriegs­beschädigte und Hinterbliebene!

In letzter Stunde ergeht an euch alle nochmals der Ruf, am 12. November der Well zu zeigen, daß wir geschlossen hinter unserem Front- tameraden unb Kriegsbeschäbigten Aböls Hitler stehen.

Nie hat uns bie Welt geholfen, immer nur war es eigene Tatkraft, bie unser Volk in Notzeiten wieber emvorführte.

Unsere Zukunft gilt es zu sichern! Deutscher Frontsoldat, der du dein Blut auf den Schlachtfeldern vergossen, Deutscher, ber bu kost- bares Leben geopfert hast, beweist erneut, baß die Zukunft unseres Volkes nur u n t$ r national- sozialistischer Staatsführung unb nur im Zeichen nationalsozialistischer Staatsauffassung gesichert ist, gebt eure

3o (Stimme

am 12. November dem Führer unb Frontkameraden Abolf Hitler.

Nationalsozialistische Kriegsopseroersorgung e. D. ßanbesleitung Groß-Hessen.

Deutscher Metallarbeiter!

Als im Jahre 1914 bas deutsche Volk zur Ver­teidigung aufgerufen wurde, um mit der Waffe in der Hand die Verteidigung zu vollziehen, hat ber beutsche Metallarbeiter bie Schwerter geschmiebet unb bie Kanonen gegossen.

Am 12. November 1 9 3 3 hat unser Führer Abolf Hitler bas beutsche V olk abermals au f g e r u f e n, um seine Ehre zu verteibigen. Dies­mal natürlich soll ber beutsche Metallarbeiter keine Schwerter schmieben unb Kanonen gießen, fonbern mit bem Stimmzettel in ber Hand durch ein Ja die Ehre verteidigen.

Ich glaube bestimmt, baß jeber ehrliebenbe und anständige deutsche Metallarbeiter mit gutem Ge­wissen am Sonntag, 12. November, feine Stimme mit Ja abgeben kann, denn wir wollen keinen Krieg, sondern einen Frieden, in dem wir uns auf anständige Weise ernähren können.

Ich erwarte deshalb von jedem deutschen Me­tallarbeiter, daß er sich am Sonntag, 12. November, mit seiner ganzen Person dafür einsetzt, daß die Well sieht, daß ber beutsche Metallarbeiter s i ch frei unb einmütig zu seinem Volk»- unb Arbeiterkanzler bekennt!

Deutsche Arbeitsfront:

Deutscher Metallarbeiter-Verband im Gesamtoerband ber Deutschen Arbeiter Derbanbskreisleitung Gießen

gez. Walter.

im rechten Augenblick gefanbt, bas Volk vom Ab- grunb zurückzureißen. Große Aufgaben lägen noch vor ihm. Man könne ihm aber vertrauen, benn er gehe mit großer Nüchternheit an bie Lösung aller Aufgaben. Das Volk habe wieber ben Glauben, ber bie Marschrichtung halten lasse, bie Abolf Hitler in ehrlicher Ueberzeugung eingeschlagen habe. Die Welt sei nichts ohne Deutschlanb. Es müsse von ber Wett verlangen, baß es ungestört aufbauen könne. Deutschlanb verlange Rassenschutz und Ras- senachtung Der 12. November solle dem Ausland zeigen, daß Volk und Führer eins sind. Das Volk werde den Appell dieses Tages nicht überhören. Verfehmt sei, wer nicht erkennen wolle, baß es in biefer Stunbe um bas Daterlanb geht. Deutschlanb habe jetzt bie weise, tatkräftige, oeranroortungsbe- wußte Regierung, -bie ihm nicht mehr genommen werben könne. In aller Zukunft aber werbe man berer gebenden, bie im Feinbesland fielen unb mit ihren Leibern bas Vaterlanb berften. Diese Helben seien bas Symbol für bas neue Deutschlanb, benn sie feien Gefallene für bieses neue Reich. Das beut­sche Volk wisse wieber, was Ehre fei. Es werbe bie Gleichberechtigung forbern, tämpfenb um ben Frieben Deutschlands unb ben Frieden der Welt. (Lebhafter Beifall.) Das Horst-Wessel-Lied beschloß die Versammlung.

20 Waggon Kartoffeln werden verteilt. ..

Das Winterhilfswerk der oberhessischen Bauernschaft.

Gestern vormittag und nachmittag herrschte auf bem Güterbahnhof lebhaftes Kommen unb Gehen Es galt, 20 Waggons Kartoffeln, bie von ber ober- hessischen Bauernschaft als Beitrag zum NS -Win- terhilfswerk gefpenbet, verfrachtet unb nach Gießen verloben worben waren, an bie hilfsbebürftige Be­völkerung zu verteilen.

Die Bauernschaft bewies mit dieser Spende er­neut ihren Opfersinn und gab hier kund, daß sie sich eins fühlt mit ber Stadtbevölkerung und damit wahre Volksgemeinschaft übt. Dies ging auch aus ben Aufschriften hervor, mit benen manche Wagen versehen waren.Die Bauernschaft im Lumbatal wünscht guten Appetit Euch allemal!" ftanb an einem Wagen.Der Bouernstanb gibt mit freu­diger Hanb" hieß es an einem anderen Wagen. ,Zhr sollt nicht hungern!" war da und dort an ver­schiedenen Wagen zu lesen. Wieder andere Spender benützten die Holzfläche des Güterwagens zu ber Aufforderung, bem Volkskanzler Adolf Hitler bie Treue zu hatten unb am 12. November mitJa" zu stimmen. Fast alle Wagen waren geschmückt, lannenrcifia unb Herbstblumen waren in Verbin­dung mit kleinen Hakenkreuzfähnchen dazu oer- wandt worden, sodaß der Kartoffelzug ein recht freundliches Aussehen trug.

Die Kartoffeln stammten aus Großen-Linden, Garbenteich, Beuern. Saasen, Duedborn, Trais,

Bersrod, Allertshausen, Rübdingshausen, Sitten- Buseck, Kesselbach, ßonborf, Albach, Steinbach, Lollar usw. Im Laufe bes Tages würben viele Säcke gefüllt. Auf ben Gesichtern ber Enmpfänger lag Freude über die Spende, bie bazu beiträgt, einen Teil ber brüdenbften Not zu linbern. Hier zeigte sich bas große Winterhilfswerk, au bem ber Volks- kanzler Abolf Hitler aufgerufen hatte, in feiner schönsten Auswirkung.

In ben Wagen ftanben Studenten, zum Teil in SA.-Uniform, bie sich für bie Verteilung zur Ver­fügung gestellt hatten. Sie scheuten keine ftunben- lange körperliche Anstrengung, um hier in anerken- nensroerter Weise bas Hilfswerk zu vollenben, bas braußen auf ben Dörfern begonnen worben war.

Pflege der Muttersprache an den bessischen Schulen

WSN. Ministerialrat Ringshausen hat an sämtliche hessischen Schulen eine Verfügung erlösten, wonach zur Schärfung bes Sinnes für klare, fremb- wortfreie Ausbrucksweife unb zur Entfachung bes Glaubens an bie Sendung ber beutfchen Sprache ber Bezug des vom Deutschen Sprachverein heraus- gegebenen MvnatsblattesDie Muteriprache" emp­fohlen wirb. Das Blatt soll von allen Lehrern regel­mäßig in Umlauf gesetzt unb geeignete Aussätze daraus im Unterricht behandelt werden. Die Schü­ler der mittleren und oberen Klassen der höheren Schulen sollen zum Bezug ber Zeitschrift angeregt werben. Ferner werben in biefer Verfügung die Deutschlehrer auf einen Aufsatz von Dr. Karl Berg­mannSprachbetrachtung als Mittel völkischer Er- ziehung" in Nummer 3 desNattonalsozialistischen Erziehers" hingewiesen.

Handelskammerpüfunq für ^eschäflsstpno^rapben.

Jrn heutigen Anzeigenteil wird eine auf den 3. Dezember anberaumte Handelskammerprüfung für Geschäftsstenographen angekündigt. Es kann nicht oft genug betont werden, von wie großer Wichtig­keit die Teilnahme an einer so'chen Prüfung für junge Leute ist, die viel mit Schreibarbeit zu tun haben. Dies gilt besonders für die heutige Zeit, in der es den Arbeitgebern bei ber großen Zahl ber Stellungsuchenden möglich ist, in engster Auswahl den noch ihrer Meinung geeignetsten Bewerber zu finden. Daß in solchen Fällen Stenotypisten, die sich durch das Zeugnis einer bestandenen Geschästssteno- graphenprüfung über ihre Fähigkeiten ausweisen können, Den Vorzug vor anderen erhalten, ist selbst- verständlich. Dieser Tatsache scheinen sich auch die­jenigen jungen Leute, welche sich bem Stenotypisten- Berufe widmen wollen, immer mehr bewußt zu werben, benn bie Teilnehmerzahl an diesen regel­mäßig im Frühjahr und Herbst stattfindenden Prü- funaen wächst von Jahr zu Jahr. Auch bie Vor­prüfungen mit ber Geschwindigkeit von 120 Silben finden immer mehr Anklang. Diese Vorprüfungen

sind eingeführt worden, um Anfängern einen richti­gen Maßstab für ihre Stiftungen unb gie chzeitig ein Gefühl ber Sicherheit für Die später abxulegenbe Geschäftsstenographenprüfung zu geben. Die Vor­prüfung besteht, wie bei der Hauptprüfung, in der stenographischen Aufnahme eines Diftats von zwei- mal fünf Minuten mit einer Unterbrechung von einer Minute unb in ber sofortigen Uebertragung in Kurrentschrift. Die zulässige Uebertragungsieit'be­trägt bei hanbschriftlicher uebertragung 96 Minuten, bei ber Uebertragung mit ber Maschine 64 Minuten' Wer die Vorprüfung bestanden hat, erhält kein eigentliches Zeugnis, sondern lediglich eine Beschei. nigun$ Es sei jedoch ausdrücklich bemerkt, daß bie Vorprüfung nicht Vorbedingung für bie Haupt Prü­fung ist.

Konzerte am Hindenburqwall.

Als Auftakt zum morgigen Dahlsonntag wird bie -Stahlhelm-Kapelle am heutigen Sams­tag von 16.30 bis 17.30 llhr ein Konzert am Hindenburgwall am Stabttheater geben. Wahr­scheinlich wird vorher von ber Kapelle erst noch ein Propaganda morsch durch die StaDt "erfolgen.

Am morgigen Sonntag ab 11 Uhr wird die SA.-Reserve-Kapelle ebenfalls am Hin- DenhurgroaU beim Stabttheater mit einem Konzert erfreuen. Die Vorttagssolge dieser musikalischen Darbietung hoben mir bereits gestern berichtet.

Der Besuch beider Konzerte sei unseren Mit­bürgern angelegenlid) empfohlen.

.Bunter Abend" im Etadttbeater.

Aus bem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die sorgfältig ausgewählte unb bem Ernst bes Tages angepaßte Dortragsfolge sieht u. a. bie Mit­wirkung ber bekannten Tanzregisseurin West-Deutsch- lanbs Hannah Spohr vor. Der Gast j)annah Spohr ist bekannt burch ihre oorkämpserische Ta- tigkett auf bem Gebiet bes mobernth Bühnen-Tan- Zes und war künstlerisch tätig an den größten west­deutschen Theatern.

-Bauer pah auV.41

Um den böswillig ausgestreuten Gerüchten bei der Auslegung des Reichs-Erbhof-Gesetze» entgegen- zutreten und sie zu widerlegen, spricht am eam^ tag, 11. November, 15.40 Uhr, im Südwestfunk der Adjutant des Landesbauemführers in Hessen, Pg. Schönheit, in einem Rundfunk-Zwiegespräch mit einem Dauern aus einer Gegend, in der keine Anerbensitte besteht. Die landwirtschaftliche Bevöl­kerung wird gebeten, unter allen Umständen diese» Gespräch anzuhören.

Gießener Wochenmarttpreise.

* Gießen, 11. Noo. Aus dem heutigen Wochen- markt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,55 Mark, Landbutter 1,30 bis 1,40, Kochbutter 1,10, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bi» 10, Eier (inländische) 14, Wirsing (grün), das Pfund 7 bis 10, Weißkraut 5 bis 7, ber Zentner 3 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 5 bis 7, Grünkohl 12 bl» 15, Rosen­kohl 20 bis 25, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 25 bis 50, Schwarz­wurzeln 20 bis 30, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3Vi Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 18 Pf., Birnen 10 bis 15, Nüsse 40 bis 50, Honig 40, junge Hähne 65 bis 75, Suppenhühner 60 bis 65, Gänse 60 bis 70, Tauben, das Stück 45 bis 55, Blumenkohl 10 bis 45, Salat 10, Endivien 8 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10, Sellerie 10 bis 25, Radieschen, das Bund 10.

Bornottzen

Tageskalender für Samstag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Walzerkrieg" mit Re­nate Müller unb Willy Fritsch. Astoria-Licht- fiele, Settersweg:Schüsse in ber Nacht". Artillerie«rein, 20 Uhr, Cafe Gerb, 38. Gründungs- feier.

Tageskalender für Sonntag: Stadt- theoter, 19 bis 21 Uhr, Bunter Abend. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Walzerkrieg" mit Ke­nnte Müller und Willy Fritsch. Astoria-Licht- piele, Settersweg:Schüsse in der Nacht". Evangelische Stadtmission: 15 unb 20.30 Uhr, Löber- straße 14, Jahresfest.

Aus bem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 12. November,Bunter Abend" mit einem dem Emst des Tages würdig angepaßten Programm. Leitung unb Ansage Paul Nieren. Außer Abonnement. Die Wahlergebnisse werben fortlaufenb bekanntgegeben. Preise ber Plätze von 0,50 bis 1,50 Mk. Anfang 19 Uhr, Ende 21 Uhr. Dienstag, 14. November, 7. Vorstellung im Dienstag-AbonnementAm Himmel Europas* Schauspiel von Schwenzen-Malina: Spielleitung: Anton Neuhaus. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.15 Uhr. Mittwoch, 15. November, 7. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement: Erstauf- ührung:Der Traum ber Vilma Kelemen", Ge- ellschaftskomöbie von Franz Molnar: Spielleitung: Intendant Hanns König. Gewöhnliche Preist. Spieldauer von 19.30 bis nach 22 Uhr. Freitag, 17. November, 7. Vorstellung im Freitag-Abonne­ment, die Operette:Wiener Blut" von Johann Strauß: Leitung: Wrede-Euj6-Bäulke. Dpe- rettenpreist. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. Samstag, 18. November, 20 Uhr, »Luthergedenk- feier'; im Programm u. a. Vortrag des bekannten Lucherforschers Professor W. G Frey tag, Mün­chen. Preise ber Plätze von 0,50 bis 1,50. Ende 22 Uhr.

D i e Evangelische Stadtmission bringt am morgigen Sonntag um 15 und um 20.30 Uhr SBortragsoeranftaltungen, in denen al» Fest­redner Direktor Pfarrer Weller, Frankfurt a. TL sprechen wird. Aus die heutige Anzeige sei beson­ders aufmerksam gemacht.

Strahensperrunasnachrichten, mit- geteilt vom Oberhesstschen Automobil-Club E. B., Gießen: Wegen Ausführung von Wasserleitung»- arbeiten wird die Provinzialstraße Garbenteich In Richtung Haustn und Steinbach ab 13. Nov. für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Steinberg und Steinbach. Folgende Straßensperrungen sind aufgehoben: Grebenhain Harttnannshain ab 10. November, Bad Salzhausen Nidda ab 12. November, Hersfeld Selter» zwischen Altenschlirf Nösberts ab 15. November, Herchenhain Sichenhausen ab 20. November.

" Rindermarkt findet am Dienstag näch­ster Woche in Gießen statt. Auftriebszeit von 8 bi» 9 Uhr.

Das Oberhesslfche Museum im Alten Schloß am Brandplatz ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet

Da» Völkermuseum und da» Kriegsmuseum im Neuen Schloß müssen we­gen größerer Umräumungen und sonstiger Ver­änderungen auf längere Zeit geschlossen bleiben.