intfer König Thristus!" cis Protest gegen die antiklerikale Politik der Regierung. 2m Baskenlande liegt die Grabstätte des Ignatius von Loyola und befindet sich die berühmte Iesuiten-Unioersität von Deusto. Die Bevölkerung ist nicht nur streng, sondern fanatisch katholisch und so finden denn die extrem rechten Kreise ihren entschlossensten Anhang im Nordosten Spaniens mit Ausnahme nur der Minenbezirke bei Bilbao, in denen die Arbeiter zum großen TeU der roten Propaganda
erlegen find. Schließlich verlangt auch Galizien, die Nordweslecke Spaniens, autonome Rechte.
Alle diese Probleme und Fragen werden bei der Lösung der gegenwärtigen Krise ins Gewicht fallen. Das republikanische System ist In der Form, wie es die Monarchie ablöste, gescheitert. Deiche Staats- oder Regierungsform wird es ablösen? Es gilt nicht nur eine Regierungs-, sondern eine Der- traue ns krise zu besertigen.
Aus -er provinzialhaupista-i.
Appetitstörungen.
Don Dr. meb. Otto Dierlinger.
Der Hütte nicht schon Hunger und Appetitlosigkeit am eigenen Körper empfunden? Wissenschaftlich betrachtet, ist das Hungergefühl gar nicht so einfach zu deuten. Es handelt sich zunächst um Empfindungen in der Magengegend, ein unangenehmes, fast schmerzhaftes Gefühl von Druck, Spannung und Leere, Ragen und Knurren. Damit ober ist es nicht getan. Es kommen noch vermehr» Speichelabsonderung, Müdigkeit, Schwächezustände und andere All- gemeingefühle hinzu. Wahrscheinlich entsteht das Hungergefühl zunächst durch Zusammenziehung der verschiedenen Verdauungsorgane. Dabei spielt die sehr verschiedene Gewöhnung an den Umfang der Nahrungsaufnahme beim Sattigungsgefühl eine besondere Rolle. Bei dem Kulturmenschen sind auch seelische Einflüsse von großer Bedeutung. Gesättigte Kinder können auf den vollen Magen noch eine große Portion Süßspeise vertilgen. Mit den Kalorienrechnungen, nach denen man den Gehalt der Speisen an Nährstoffen exakt berechnen kann, ist es allein nicht getan. Lin guter Koch muß auch ein guter Psychologe sein. Man hat sogar durch Tierexperi- mente nachweisen können, daß zum Beispiel Hühner nach vollständiger Sättigung noch drei- und vierfache Portionen vertilgen können, wenn man ihnen ein neues Futter oorsetzt. Es gibt einen freudigen, erwartungsvollen und einen nagenden, schmerzhaften Hunger.
In erster Linie entsteht der Hunger im Gehirn. Wenn wir stets zur gleichen Zeit essen, so stellt sich automatisch nach der Uhr ein rechtzeitiges Hungergefühl zur gewohnten Stunde ein. Ablenkung, Ge- mutserr<gungen, vor allem Unlustgefühle können den Hunger vertreiben, angenehme äußere Eindrücke, ein schön gedeckter Tisch, verlockende Zubereitung der Speisen können ihn wesentlich steigern.
Krankhafter Heißhunger äußert sich bald in dem verlangen noch besonders großen Nahrungsmengen, bald in der schnellen Wiederkehr des Hungergefühls. Die häufigsten Ursachen sind nervöse Störungen, Zuckerkrankheit, auch Bandwürmer, oder eine krankhafte Beschleunigung der Magenentleerung.
Appetitlosigkeit kann sich, besonders wenn der Kranke durch Zwang zum Essen angehalten wird, bis zu einem unüberwindbaren Widerwillen oder Ekel vor Speisen steigern. Schon beim Gesunden gibt es Stimmungen und Zustände (Ekel, Aerger, Aufregungen), bei denen ihm der Appetit „vergeht". Oft trifit man bei nervösen Menschen ein abnorm schnell einletzendes Sättigungsgefühl schon nach dem ersten Bissen. Bon Krankheiten bewirken Appetitstörung: Lungentuberkulose, Fieber, Magen- und Darmoer- stimmungen und die chronischen Dergiftungszuständc mit Alkohol, Nikotin usw.
Für die Behandlung der Appetitstörungen ist es vor ollem wichtig, die seelischen Bedingungen, unter denen der Kranke lebt, die Einflüsse vor Sorge, Angst, innerer Unruhe, genau zu ergründen. Man muß auch feststellen, ob sich die Appetilstörung auf alle Speisen erstreckt, auch auf die, die man kennt und liebt, oder nur auf bestimmte Nahrungsstoffe, wie Fleisch oder Fett. Heutzutage begegnet man auch recht häufig einer Scheinappetitlosigkeit, die nur den Wunsch nach der „schlanken Linie" ihren Ursprung verdankt. Falsch ist es auch, einen Kranken, der Fieber hat oder starke Schmerzen, mit Gewalt f)um Essen anzuhalten. In diesen Krankheitsfällen ist die Appetitlosigkeit, gerade bei sog. „verdorbenem Mögen", eine sehr nützliche natürliche Llbwehrmah- nähme de» Körpers, deren gewaltsame Ueberwin- dung das Leiden nur verschlimmern kann. Oft muß man auch daran denken, daß das ungewohnte Ein- nehmen von Arzneien den Appetit empfindlich stören kann, was sich gerade von einer Anzahl viel verbreiteter Kopfschmerzen- und Erkältungsmittel sagen läßt.
Die Behandlung der Appetitlosigkeit hängt na- türlich in erjter Linie von dem Grunoleiden ab, das man als Ursache ermittelt hat. Besonders wichtig ist eine geregelte Lebensweise und Verpflegung. Man darf nicht zwischen den einzelnen Mahlzeiten essen, zwischen denen Pausen von mindestens drei Stunden bestehen sollen, damit ein entstehendes Hungergefühl sich erst einmal ein wenig auswirken kann. Schmack- Hoste Zubereitung von Speisen, die den Wünschen des Kranken entsprechen, reichlich Bewegung im Freien und Regelung des Stuhlgangs! Oft erweist sich eint Luftveränderung, oder eine zeitweise Herausnahme aus der gewohnten Umgebung als heilsam.
Die zahlreichen appetitanregenden Mittel sollte man nur auf Rat eine» Arztes verwenden. Denn nicht jedes dieser Mittel ist für jede Form von Appe- titstoruno onaebracht. Beliebt ist das Pepsin, besonders al» Pepsinwein, außerdem die bekannten Bitter- mittel, wie Chinawein, Kondurango usw. Oft ist bei hartnäckigen Appetitstörungen von Arsenkuren ein Erfolg au erwarten. Neuerdings finden auch die In- iullneinspritzungen yir Erhöhung der Eßlust vielfach ferwendung, sie dürfen aber nur unter ständiger ärztlicher Kontrolle und nach genauer ärztlicher An- Weisung gegeben werden.
Die Eßunlust der kleinen Kinder ist ein besonderes Kapitel. Hier handelt es sich ost um Erziehungs- jkhler, die durch zweckmäßiges pädagogisches Verhalten beseitigt werden können, das schon frühzeitig beim Säugling au beginnen hat. Bekannt ist c», daß einzige Kinder schlechte Esier sind.
vornotizcn.
— Tageskalender für Mittwoch: Etadttdeater, 19.30 bi» 22 Uhr, „Die Hermanns- schlackt'. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Moral und Liebe'. — Astoria-Lichtsptele, Seltersweg: , Die letzten Tage von Pompeji'. — DAB., 20.30 Uhr Germanenhaus, Sprechabend.
— Au» dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr. al» 2. Vorstellung im Mittwoch-Lbonnemcnt zu gewöhnlichen Preisen das Kletstsche greiheitsdrama: „Die Hermannsschlacht' Spielleitung: Intendant Hann» König, Besetzung wie in der Spielzeit-Eröffnungsvorstellung. Ende 82 Uhr. — Freitag. 13. Oktober, in Gießen zum ersten Mal die entzückende Lustspiel-Operette: ..Die Männer sind mal so...' von Walter Kollo Spiel- leitung dieser amüsanten Angelegenheit hat Heinrich Hub. Frl. Erna Renz, di» bereit» tu »Schwär-,-
waldmädel' und „Do die Lerche fingt" sich als Nachfolgerin von Liefe! Beling erfolgreich vorstellte, wird auch in dieser Operette Frl. Delings Partie übernehmen. Dperettenpreife. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Als erste Schülervorstellung dieser Spielzest kommt am Samstag, 14. Oktober, „Die Hermannsschlacht" zur Aufführung. Preise der Plätze von 0,40 bi» 1,20 Mark. Spieldauer von 16 bis 18,30 Uhr. — Auf vielfache Wünsche hin und weil am letzten Sonntag eine große Zahl von Theaterbesuchern die gewünschten Karten nicht erhalten konnte, hat die Intendanz die Operette „Schwarzwaldmädel" als Vorstellung außer Abonnement und zu kleinen Operettenpreisen von 0,50 bis 2,50 Mark nochmals auf den Spielplan gefetzt für Sonntag, 15. Oktober.
NGOAp.
Heute, Mittwoch, 19.15 Uhr. Amtswalter- Versammlung im Cafö Leib. Nach der Anordnung des Kreisleiters Dr. Harth haben sämtliche Fachschafts- und Abteilungsleiter der Kreisleitung zu dieser Sitzung zu erscheinen.
In der Ortsgruppe Gießen-Mitte findet wegen der heutigen Amtswalterbesprechung die Versammlung der männlichen Parteimitglieder der Zelle 1 morgen, Donnerstag, 20 Uhr, bei Soldan, der Zelle 2 ebenfalls am morgigen Donnerstag, 21 Uhr, im „Württemberger Hof" und der Zelle 11 am Freitag um 20 Uhr im Parteilokal SoIdan statt.
In der Ortsgruppe Gießen-Nord ist am morgigen Donnerstag, 20.30 Uhr. im großen Saale des Gewerkfchaftshaufes Zellenabend der Zellen 1, 2, 3 und 5. Es spricht Kreisleiter z. d. D. B u 11 • mann.
Die Kreisoersammlung des NS. -Le hrerst u n d e s am kommenden Samstag um 15 Uhr findet in der Liebigshöhe, nicht im Cofö Leib statt. — Die nächste Singstunde der Arsteitsgemeinschast zur Pflege des Volkslieds (Männerchor) findet am morgigen Donnerstag, 17 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums statt.
Heute, Mittwoch, Zellenabend der Zelle 2 der NS. -Frauenschaft Gießen - Mitte im Cafö Ebel.
Vom Ring Gießen-Stadt des DDM. treten alle Mädels, die nach Köln fahren, morgen, Donnerstag, 20.15 Uhr, auf Oswaldsgarten mit vorschriftsmäßigem Gepäck an.
polizeibencht
der Staatspolizeistelle Gießen.
Am 3. Oktober wurde der landwirtschaflliche Ar- beiter Artur Hermann P o st e l aus Zittau »egen Vergebens gegen die Verordnung vom 21. März 1933 feftgenommen. Er kam in Untersuchungshaft.
Ein 23 Jahre alter Maler aus Biedebach, Kreis Hersfeld, fuhr mit der Bahn von Gießen nach Alsfeld und wurde dabei von einem Motorsturmmann aus Gießen betroffen, der die Feststellung machte, daß der Maler illegale Flugblätter bei sich hatte, wonach der Herr Reichskanzler und Herr Minister- Präsident Göring der Brandstiftung im Reichstags- gebädbe bezichtigt und als überführt bezeichnet werden. Außerdem ist der Inhalt der Flugblätter hochverräterisch. Nachdem die Staatspolizeistelle Gießen telefonisch sofort in Kenntnis gesetzt worden war, wurde die Festnahme des Mannes veranlaßt. Bei der Festnahme hatte er noch Zeitungsausschnitte bei sich, die ebenfalls beleidigenden Inhalt gegen die Reichsregierung und die nationale Bewegung hatten. Illegale Flugblätter und Zeitungsausschnitte will der Festgenommene im Saargebiet von Verwandten erhalten haben, bei denen er sich einige Wochen aufgehalten hat. Er kam in Untersuchungshaft. Das Parteiabzeichen trug der Verhaftete zu Unrecht, und er hat sich auch dieferhalb zu verantworten.
Vervielfältigungsapparat der APD. gefunden.
Bei einer gestern in einem Hinterhaus in der Alicenstraße durch Beamte der Staatspolizeistelle vorgenommenen Durchsuchung wurde gut versteckt der Vervielfältigungsapparat der KPD. in Gießen vorgefunden, der meistens und noch in den letzten Tagen vor dem 5. März 1933 durch Funktionäre des Kampfbundes gegen den Faschismus benutzt worden war. Im Monat Juni 1933 oder um diese Zeit ist bann der Apparat in das jetzt aufgefundene Versteck geschafft worden, nachdem er zuletzt in die Geschäftsstelle der KPD. in Gießen verbracht worden war. Vier Festnahmen sind bereits erfolgt, es stehen noch weitere Festnahmen in dieser Sache
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* Die Straßensammlung für die iJtS. - Volkswohlfahrt, die am vorigen Sonntag auch in unserer Stadt durchgeführt wurde, hat den erfreulichen Ertrag von 1512,77 Mark erbracht. Die gleichzeittg begonnene Haussammlung ist noch nicht abgeschlossen.
" Straßensperrungs-Nachrichten, mitgeteiü vom Oberhessischen Automobil-Club E. V.. Gießen: Wegen Ausführung von Brückenbauarbei- ten wird die Provinzialstraße Düdelsheim — Fin- dorferhof ab 10. Oktober 1933 für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Büches. Die operre auf der Straßenstrecke Lich — Laubach, so- wie die Sperre der Ortsdurchfahrt (Brünberg sind aufgehoben.
* Notlandung auf dem Trieb. Gestern gegen 17 Uhr führte Fluglehrer TI a i e r mit einem auf dem Flughafen Gießen stationierten Doppel- decker einen Probefiug aus. Das Flugzeug muhte auf dem Trieb notlanden, wobei es zu Bruch ging. Der Flugzeugführer und sein Begleiter, Pilot Dietrichs, blieben glücklicherweise unverletzt.
• • Sister » Worley » im Li ch t s p i e l h a u ». Da» gegenwärtig im Lichtspielhaus Bahnhofstraße laufende Programm erhält eine besondere Bereicherung durch da» Auftreten der Sister Worleys, einer lehr lebendigen Gesellschaft von vier Personen (drei Damen, ein Herr), die al» Jongleure mit außer- ordentlicher Fertigkeit arbeiten. Mit Ringen und Keulen vollführen sie ein unterhaltsames Spiel, in öem sich große Sicherheit und Präzision ausdrückt. Di» Künstler fanden für ihr« famosen Darbkrun
gen durch lebhaften Beifall die verdiente Anerkennung.
• • 582 Jahre um einen Tisch. Bei dem Kommers der Gießener Altersoereinigungen am Samstag im ttafä Leib hatten sich an einem Tische 7 der äüeften Herren etngefunben, die zusammen- gerechnet ein Alter von 582 Jahren ergaben. Es handette sich um folgende Herren: H. Noll VII. 86 Jahre, Lehrer Spitz 8-5, Herr Butzbach 84, Chr. W e i d i g 82, Daniel Heil 82, Ä. ©ermann 82, L. Kronenberg 81 Jahre alt
• • DHC. Gießen. Trotz des ftrömenben Regen» hatten sich am Sonntagmorgen 30 DHEer zur gewohnten Monatswanderung an der Lahnbrücke eingefunden. Sie wurden für ihre Treue reichlich belohnt, denn der Regen hörte bald ganz auf. lieber Vetzberg führte der Weg dem roten Strich entlang nach Fellingshausen zu. Immer mehr hellte sich der Himmel aur, schon wagte sich die Sonne schüchtern aus dem Grau, und bei einem Rückblick hinter Fellingshausen lagen in gereinigter Luft nah und klar Vetzberg und Gleiberg: jedoch weiter hinten, noch in dünnem Dunstschleier, der Schiffenberg.
Lus den Wäldern fliegen hier und dort, von bet wärmenden Sonne belebt, Nebelfahnen zur Höhe. Mehrmals durchschritten die Wanderer beim Ausstieg zum Dünsberg Dunstreifen von einigen Metern Länge und Breite. Da» geräumige größere Zimmer der Schutzhütte hatte der Turmwaner gut geheizt. In dem behaglichen Raum kam bei Getränk, Gesang und gemütlichem Gespräch bald die fröb- lichske Stimmung aur. bis die Sonnenstrahlen immer länger und kräftiger durch die mit bunten Glasmalereien geschmückten Fenster fielen und zur Turmbesteigung mahnten. Klar und frisch lag weit und breit die Landschaft. Immer wieder schweifte das Auge über die hohen, schlanken Fichten in die Ferne über bewaldete Hänge, Aecker, Wiesen und Forst nach den Dörfern und Bergen, gefesselt durch Hohensolms, Königsberg, unsere Heimatburgen und unsere Heimatstadt. Der Abstieg vom Dünsberg erfolgte dem weißen Strich entlang über die Jagdhütte nach Bieber. Die Biebertalbahn brachte die Wanderer, geschützt vor dem wiedereinsetzenden Regen, ttocken nach Gießen zurück.
Srillanffeuenverf des Himmels.
Der öferntonuppenregen am Montag in wissenschaftlicher Betrachtung.
Ein namhafter Frankfurter Astronom, Professor Dr. Alfted G e r 1 a ch, stellt uns auf Grund eigener Beobachtungen folgende Ausführungen über den seltenen Sternschnuppenfall am Montagabend zur Verfügung:
Wer das Glück hatte, am letzten Montagabend den Himmel zu beobachten, der wurde reichlich belohnt durch ein Brillantfeuerwerk, wie es der Himmel feit Dielen Jahren den Astronomen nicht mehr beschert hat. Viele Tausende von Sternschnuppen zogen in majestätischem Bogen am Himmel dahin und versetzten den Beschauer immer von neuem in Erstaunen. Ein Stemschnuppenfall war e», wie er nur ganz selten zu beobachten ist. In der Zeit gegen 21 Uhr konnte ein Beobachter im Stadtgebiet durch- schnittlich 30 Sternschnuppen in der Minute zählen. Im Freien, wo das Licht und der Dunst der Stadt nicht stören, mag die Zahl noch erheblich großer gewesen sein. Es gehört daher dieser Sternschnup- Senfall zu den bedeutendsten Erscheinungen dieser ’rt. Als Maximum werden 100 Sternschnuppen im Durchschnitt pro Minute angegeben.
wenn man die Dahnen der Sternschnuppen rückwärts verlängert, so kam man stet» nach einem punkte am Himmel in der Nahe de» Sterne» Gamma im Drachen, also ganz in der Nähe de» pole» der Ekliptik.
Dieser Punkt, von dem die Sternschnuppen herzu- kommen scheinen, heißt der Radiant. Nach ihm werden die Sternschnuppenschwärme benannt. So liegt der Radiant der Perseidon (9. bis 11. August) im Perseus, der Radiant der Leoniden (13. bis 15. November) im Löwen. Unserem neuen Oktoberschwarm dürfen wir also wohl mit Recht den Namen „D r a t o n i ö e n" zulegen, weil der Radiant im Drachen liegt.
Was ist nun ein solcher geheimnisvoller Stern-
schnuppenschwarm? Zahlreiche Beobachtungen solcher Schwärme haben gezeigt, daß e» sich hier um ungezählte kleine Körperchen bandelt, die wie ein Komet in großen, meist elliptischen, langgestreckten Bahnen sich um die Sonne bewegen. Sie erfüllen den Raum aber keineswegs sehr dicht.
Man hat berechnet, daß selbst bei den bedeutendsten Schwärmen auf eine Million Kubikkilometer nur ein bis vier Körperchen kommen.
Wenn die Erde auf ihrem Wege um die Sonne in die Nähe eines solchen Schwarme» kommt, dann fallen die im Anzichungsbereich der -Erde befindlichen Körperchen zur Erde nieder, sie erwärmen sieh auf dem Wege durch die Lufthülle, leuchten auf und verdampfen. Die Bahnen der Sternschnuppen sind untereinander parallel, sie erscheinen dem Beobachter aber au» Gründen der Perspektive nicht parallel, sondern gehen strahlenförmig von einem Punkte au» (Fluchtpunkt). Um sich da» klar zu machen, vergegenwärtige man sich nur da» Bill», bas ein Strang paralleler Eisenbahnschienen dem Beschauer bietet Die Beobachtung des Augustschwarmes führte zuerst S ch i a p a r e 11 i zu der Uederzeugung, daß ein Sternschnuppenschwarm ehemals ein zusammenhängender Körper, ein Komet, war, der durch die auflösende Straft der Sonne zerteilt wurde.
Nun heißt es für die Astronomen und auch für alle, die Freude an der Astronomie haben,
In den nächsten Tagen weiterbeobachten.
Die günstigste Stunde, d. h. die Stunde, in der man am meisten Sternschnuppen beobachten kann, ist die sechste Tagesstunde, aber für die Liebhaberastronomen ist doch wohl eine Abendstunde ange- nehmer, und es ist zu hoffen, daß diese Stunden in den nächsten Tagen molfenfrei bleiben.
Oberhessen
Gastwirte-Innung für bett Kreis Gchotien.
h. Schotten, 9. Oft. In der hiesigen Turnhalle waren bükt Lage sämtliche Gast.
Schwerer Unfall
bei der NGKK'Vogelsbergfahri.
fr* Alsfeld, 9. Oft Bei der am vergangenen Sonntag vorn NSKK. der ^Standarte 254 veranstalteten Vogelsberg prüfungsfahrt für Wagen und Motorräder ereignete sich ein schwerer Unfall. Der von Holzhändler Sondermann gesteuerte Adler-Standard-Wagen fuhr, von Lauterbach kommend, in der Nähe der Ortschaft Renzendorf bei Alsfeld mit großer Wucht gegen einen Baum. Aus noch ungeklärten Gründen war kurz nach dem Durchfuhren einer Kurve -ber linke Borberreifen geplatzt, wo- burch ber Wagen ins Schleubern kam; bie burch vorher niebergegangene starke Regengüsse glatt geworbene Teerbecke ber Landstraße machte es dem Fahrer unmöglich, sein Fahrzeug roieber in die Gewalt zu bekommen. Sämtliche vier Insassen erlitten bei dem Anprall Verletzungen. Während der Fahrer und ein SA.-Mann leichtere Verletzungen baoontrugen, wurden zwei weitere SA.-Leute von dem Unfall schwer betroffen: der SA.-Mann Fink aus Alsfeld mußte mit Quetschungen und inneren Verletzungen dem Alsfelder Kreiskrankenhaus zu- aeführt werden, der Nebenmann des Fahrexs, der SA.-Mann Rößner aus Alsfeld, mußte mit Schnittwunden und einem Schädelbruch in die Chirurgische Klinik zu Gießen eingeliefert werden. Der Wagen wurde bei dem Unglück fast vollständig zerstört.
Gastwirte -Organisation im Kreis Alsselb.
= Alsfeld, 8. Oft Dieser Tage veranstaltete der Reichseinheitsoerband des Deutschen Gaststättengewerbe», Gau Hessen, im „Deutschen Haus" in Alsfeld eine Äreisoer- f a m m l u n g , die aus den Kreisen des Gastwirts- Semerbes ftarf besucht war. Der Vorsitzende des .reisoerbanbes, Heinrich Koch I., richtete herzliche Begrüßungsworte an die Herren vom Gauvorstand, an die Vertreter de» Kreisamtes und der Stadt, sowie an die zahlreich erschienenen Berufskollegen. Im Namen der Stadtverwaltung und zugleich auch für Kreisdireftor Dr. Stammler als Vertreter des Kreises begrüßte Bürgermeister Dr. V o l - sing die Versammlung und wünschte der Tagung einen vollen Erfolg zum Segen Des Gastwirtsgewerbes. Der Rechner und Geschäftsführer des Gaues 10, Herr Schlupp, behandelte sodann in einem längeren Referat die allgemeine Lage und die Ziele und Wünsche des im Reichseinheitsverband zusammengeschlossenen Gastwirtsgewerbes. Interesiant war besonders die Feststellung des Red- ners, daß in Deutschland heute etwa 30 Prozent Gastwirtschaften zuviel vorhanden seien. Gauvar- standsmitglied Repp richtete bann einen Appell an die Anwesenden Äum Eintritt in den Verband. Geschäftsführer Schlupp sprach an die Vertreter der totalen Behörden die Bitte au», vorläufig feine Sdjanferlaubni» mehr zu genehmigen. Am Schluß ber sehr anregend verlaufenen Versammlung zeich- neten sich etwa 80 Gastwirt» in die Mitglieds- liste ein.
wirte aus dem Kreise Schotten zwecks Gründung einer Innung versammelt. Nach Begrüßung burch ben derzeitigen Vorsitzenden Müller (Schotten) erstattete der Geschäftsführer Schupp (Darmstadt) vom Reichseinheitsverband des Gastwirtegewerbes ein ausführliches Referat über Zweck und Ziele des Verbandes. Das Gast- wirtsgewerbe liege am tiefsten unter dem Scherbenhaufen, fast 90 Prozent fei fast zugrunde gerichtet. Der neue Verband wolle beim Aufbau helfen, besonders allen den Gastwirtsbetrieben, die auf die Dauer existenzberechtigt sind. Etwa 30 Prozent der gegenwärtigen Hahl ber fonzessioniertcn Betriebe sei bei der Wirtschaftslage zu viel. 70 Prozent des Alkoholkonsums, Flaschenbier- und Schnapsverfauf, geschähe auf illegalem Wege. Preisschleuderer müßten ausgeschaltet werden. Eine saubere Äon- furrenz der Wirtschaften auf gesunder, anständiger Preiskalfulation müsse bestehen. Die Wirtschaften und Gasthäuser müßten nunmehr auch gesetzlich besser geschützt und von den fleinlichen, viele belastenden Steuern befreit werden. Die interessanten Ausführungen des Redners wurden von der Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Regierungsrat Schwan vom Kreisamt Schotten versicherte die Unterstützung ber Verwaltungsbe- hörbe, Bürgermeister M e n g c I (Schotten), entbot ben Willenfommengruß der Stadt und wie» auf die große Bedeutung des Gastwirtsgewerbe» für den Fremdenverkehr im Vogelsberg und auf bie wichtige kulturelle Aufgabe der Gaststätten hin. Di« sehr zahlreich anwesenden Wirte und Gasthausbesitzer traten einmütig dem neuen Verband bei.
Landkreis Gießen.
• Wieseck, 10. Oft. Die hier für die NS.» Dolfswohlfahrt durchgeführten 6 a m m • lunaen ergaben: Straßensammlung 52 Mark, Haussammlung 359,35 Marf.
$ Alten-Bufeck, 10. Oft. Zum Zellemvalter ber N S. - D o l f s w o h l f a h r t wurde Lehrer Schäfer beftimmt. Die unter feiner Leitung vorgenommene Geldsammlung aus den CErfparniffen des Eintopfgerichtes ergab 74,50 Marf.
~ Klein-Linden, 9. Oft. Zum Zwecke der Gleichschaltung hatte die hiesige Baugenossenschaft für Samstagabend zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in ber Wirtschaft zum „Deutschen Hof eingelaben. Von ber politischen Leitung ber NSDAP, waren Bürgermeister Fischer, Schulleiter Dr. Crößmann unb Kranfenwärter H o f anwesenb. Nach Eröffnung ber Versammlung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden, Reichsbahnsekretör Klein, legte die settherige Verwaltung (Vorstand und Aufsichtsrat) ihre Aemter nieder. Die politische Leitung der NSDAP, setzte sodann die Verwaltungsorgane wie folgt zusammen: Vorstand: Führer Reichrbahnoversekretär August Luh, Schriftwart und fteUoeriretenber Führer Reichsbahnsekretär Karl Klein, Kassenwart Versorgungsamtsangestellter Wilhelm Rinn. Aufsichtsrat: Führer Weißbindermeister Ludwig V i e f) m a n n , stellvertretender Führer Mechaniker- meister Beigeordneter Wilhelm Jung XI., Schriftwart Reichsbahnarbeiter Wilhelm Mähler, Beisitzer die Reichsbahnlofomottvführer Walter Mül» l e r und Wilhelm Weller und Reichsbahnaberweichenwärter Wilhelm 6 6) epp. Mit einem breh fachen „Sieg-Heil!" auf unseren großen Führer, Reichskanzler Adolf Hitler, fand die Versammlung ihren Ausflang. — Unter starker Beteiligung fand am Samstagabtflb bis


