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Nr.2<l8 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, U. Moder (Y3S
Gerichtsverhandlung im Reichslagsgebäude.
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Die Vertrauenskrise in Spanien.
Von E. von Llngern-Sternberg.
Die Regierung L e r r o u x, auf die die gemäßigten Republikaner ihre Hoffnung gesetzt hatten, ist gescheitert. Mit ihr ist auch die Hoffnung auf eine ruhige Entwicklung in der inneren Politik Spaniens zusammengebrochen, denn die Krise, die das Land bewegt, ist nicht eine der üblichen Ministerkrisen, sondern sie ist eine Krise des Vertrauens in das herrschende System. Bekanntlich sah sich die Regierung Ananas, die ganz unter dem Einfluß der Sozialdemokraten stano, gezwungen, zurückzutreten, weil sie in den Wahlen zum Obersten Gerichtshof, der die Funktionen eines Oberhauses übernehmen sollte, eine empfindliche Niederlage erlitt. Von den 15 gewählten Mitgliedern waren nur fünf nicht Gegner der Politik Azanas, die restlichen zehn verteilten sich unter den Konservativen, Katholiken und gemäßigten Republikanern. Zum zweiten Male hatte sich Spanien gegen die radikale Politik des Ministerpräsidenten und der verfassunggebenden Cortes ausgesprochen, denn schon bei den Kommunalwahlen im April fielen nur etwa ein Drittel der Stimmen auf die Anhänger der Regierung, ein anderes Drittel aus die monarchisch-katholische Rechte und das letzte Drittel scharte sich um die antisozialistische bürgerliche Mitte. Die Regierung wollte damals keine Konsequenzen aus dem Ausgang der Wahlen ziehen und setzte unentwegt ihre sozialistischen Experimente fort, bis dann auch die Wahlen für den Obersten Gerichtshof ihr bewiesen, daß d i e Nation nicht mehr hinter ihr stand.
Der Führer der Radikalen Mitte, Alejandro L e r r o u x, hatte nun vom Staatspräsidenten Alcala-Zamora den Auftrag erhalten, ein Kon - z e n t r a t i o n s k a b i n e t t der Republikaner zu bilden, in dem die Sozialdemokraten nicht mehr die ausschlaggebende Rolle spielen, sondern höchstens durch einen Minister und nicht durch drei, wie bisher, vertreten sein sollten. Lerroux erhielt die Zusicherung der Linken, daß man chm nicht in den Arm fallen, sondern ihn unter gewissen Kautelen regieren lassen werde. Aber das Versprechen wurde nicht gehalten. Den Sozialdemokraten wurde Angst um ihre Machtstellung, einige Minister erklärten, daß sie nicht demissionieren, sondern nur der Gewalt weichen würden, da die Regierung Lerroux den Uebergang zu einer faschistischen Diktatur bilden werde. So betrat denn auch der neue Ministerpräsident Lerroux, der die Stimmung in den Cortes kannte, die Rednertribüne im Parlament mit dem pathetischen Gladiatorengruß „Morituri te salutant!“, aber, so meinte er: wenn er auch nicht auf die Unterstützung der Cortes rechnen könne, so glaube er doch an ihren Patriotismus appellieren zu dürfen. Wenn sich nämlich keine Verständigung erzielen lasse, so drohe Spanien der Zerfall und die zweite Republik könne dasselbe Schicksal, wie die erste in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nach der Vertreibung Jsabells II. ereilen, die an der Uneinigkeit und Unfähigkeit der Regierenden zugrunde ging.
Gleichzeitig mit der denkwürdigen Parlamentssitzung organisierte der Sozialistenführer und frühere Arbeitsminister Largo-Caballero ein großes Protestmeeting der Sozialdemokraten, in dem ausgeführt wurde, daß der König zwar vertrieben fei, daß aber noch der Geist der Bourbonen in Spanien herrsche. Dieser Geist müsse ausgerottet werden, wenn nicht anders durch eine sozialistische Diktatur. Andere Sozialdemokraten erklärten, daß sie die Anarchie einer sozialistenfeindlichen Regierung vorziehen würden.
So wie die Dinge liegen, scheint es, daß der Marxismus eine Position mehr in Europa verloren hat, und daß er sich nun mit allen erlaubten und nicht erlaubten Mitteln zur Wehr setzen will.
um die Scharte auszuwetzen. Spanien ist der sozialdemokratischen Experimente überdrüssig, die Begeisterung der ersten Tage der Republik hat sich verflüchtigt und einem allgemeinen Katzenjammer Platz gemacht. Man darf nun nicht glauben, daß sich die Ereignisse weiter nach einem vorgezeichneten Schema entwickeln werden, es muß im Gegenteil mit Ueberraschungen und Wirren gerechnet werden. Auf der rechten Seite spricht man von einem allgemeinen sozialdemokratisch-syndikalistisch-bolschewistischen A r b e i t er- aus st a n d , auf der Linken hingegen prophezeit man als Schreckgespenst eine straffe Militärdiktatur, wke sie Spanien zu seinem Segen unter Primo de Rivera erlebte als Vorbereitung zur Wiederherstellung des Thrones Alfonso XIII.
Aber ehe.die Cortes nicht aufgelöst und Neuwahlen stattgefunden haben, ist es müßig, Zukunftsbilder zu entwerfen. Da nun Neuwahlen, wie mit Sicherheit angenommen wird, die Macht der Sozialdemokraten brechen werden, deren starke Vertretung in den Cortes und in der Regierung ihrem verhältnismäßig geringen Anhang im Lande gar nicht entspricht, so widersetzen sich alle die einflußreichen Diätenempfänger und Posteninhaber dem Auflösungsdekret. Das ganze Gebilde der Republik könne wie ein Kartenhaus zusammenbrechen, was aber dann geschehen würde, könne niemand wissen, sagen sie. Wenn Präsident Alcala-Zamora auch lange mit dem Auflösungsdekret zögert, so wird doch Lerroux kaum einen Nachfolger finden, der es ermöglicht, ohne das Auflösungsdekret der Cortes in der Tasche zu regieren. Der neu beauftragte Ministerpräsident, Martinez B a r r i o s , ist ein Parteigänger Lerroux', gleichsam eine Ersatzfigur für seinen von den Cortes gestürzten Parteichef. Durch ihn hat die Krise nur eine Verlegen- heitslösung gefunden, die an sich keine ist und die die schwere Vertrauenskrise im Lande nicht berührt. Die Sozialdemokraten, die keinen Vertreter
in der Regierung Barrios besitzen, drohen mit dem Generalstreik. Die Truppen befinden sich im Alarmzustand in den Kasernen, und niemand weiß, was der folgende Tag bringen wird.
Im größten Unruheherd Spaniens, in Katalonien, spitzen sich die Dinge bereits derart zu, daß der Belagerungszustand und eine strenge Zensur über die vier Provinzen verhängt werden mußten, um dem Ausbruch eines Putsches vorzubeugen. Die Herren der extremen Linken wenden dabei dieselben Methoden" an, die sie bei den srüheren königlichen Regierungen nicht scharf genug zu verdammen vermochten. Wenn sich früher der Belagerungszustand gegen sie und ihre Aufstandspläne richtete, so war das ein fluchwürdiges Verbrechen, verhängen sie aber selbst Kriegsgesetze zu ihrem eigenen Schutze, so dienen sie damit hohen Idealen. Diese Moral: „Schlägst du mich, so bist du ein Lump, schlage ich dich, so bin ich ein Held" findet in Spanien ebenso, wie anderswo bei den Roten ihre Bestätigung.
Die spanische Krise dürste auch ayf die Gestaltung der Autonomie für weite Gebiete einen Einfluß haben. Man gibt sich nicht immer Rechenschaft darüber, daß Spanien nicht ein Staat aus einheitlichem Guß ist, sondern, daß die Könige von Kastilien teils durch Eroberungen, teils durch Verträge und Eheschließungen mit den angrenzenden Ländern das mooerne Spanien mit der Hauptstadt Madrid im geographischen Zentrum geschaffen haben. Die Zentralisierung der Staatsgewalt hat jedoch niemals die alten Gegensätze zwischen Madrid und den später eingefügten Provinzen ausgleichen können. Am schärfsten traten sie von jeher i n Katalonien hervor, dessen Bevölkerung immer eine Eigenstaatlichkeit verlangte. Der republikanische Umsturz wurde nur möglich, weil im sogenannten Pakt von San Sebastian eine Einigung zwischen den katalanischen und den übrigen Republikanern zustande kam. Katalonien wurde eine weitreichende
Ich sah ein Okapi.
Von Paul Eipper.
Fast achtzehn Jahre habe ich warten müssen, bis mir auch diese Sehnsucht erfüllt wurde. ,Lrn Zoologischen Garten von Antwerpen ist ein lebendes Okapi eingetroffen", schrieb mir ein Gewährsmann, und so wurde am Ferienplan gedrechselt und gedreht bis eine Wallfahrt nach dem belgischen Zoo zustande kam.
Ueberwältigend sind in diesem Park die tropisch schönen Gsrtenanlagen. Blühende Blumen in allen Farben, silbern schimmernde Maulbeerstraucher, Palmen, hochstämmige und buschige Kakteen mit roten, weißen, gelben Märchenglocken, hohe alte Schattenbäume, weiße Lilien und Sonne über den Wiesen, die hügelig ansteigen vom gewundenen Bachlauf. Wasserrosen glänzen rot und dunkelgelb, glühen hier, sind zart und halb verborgen im strotzenden Schilf. Gar nicht verwunderlich, daß irgendwo in dieser Verzauberung der blaue Wundervogel vom Nil zu sehen ist, Abu Markub, mit seinem schuhförmigen Riesenschnabel-, reiherartig sind seine ruckenden Bewegungen, starr blickt die lichtgrüne Iris, wenn das pergamentne Lid sich hebt.
Aber weiter — auch das Raubtierhaus mit feinen geräumigen Galerien hält mich nicht, die Heufresser suche ich, dort wächst der Hals einer Giraffe über Die hohen Gitter; lassen wir den Zwergelefanten für später, schnell, jenes Gehege muß es sein, und hier ist auch eine Tafel am großen Sandauslauf: „Okapi". Die Netzgiraffe biegt ihren Kopf von drüben herab und ringelt die schwarzgraue Zunge um das tütenhafte Riesenohr des Okapi-Vetters. Wir find am Ziel und wollen uns nun das seltene Geschöpf ansehen, das einem Esel gleicht, an eine Antilope, ans Zebra erinnert und doch zur Familie der Giraffen geyört. Eben setzt sich das Okapi in Bewegung, stelzt im Paßgang durch den Sand; sein bis zum Rücken vielleicht anderthalb Meter hoher, gedrungener Körper erscheint mehr braun als rot gefärbt. Siehe, wie eigentümlich flach und langgestreckt der Kopf ist, rötlich an der Stirn, fahlgelb zu beiden Seiten, backenabwärts bis zum Kinn. Aber am stärksten fällt die Streifenzeichnung der vier Beine auf, dieser zebrahafte, horizontale Wechsel von lackglänzendem Schwarz und leuchtendem Weiß, der sich an den Hinterbeinen über die schwarzen Keulen hochzieht.
Das Okapi schiebt beim Gang den langen Hals waagerecht nach vorn und wiegt den Kopf, die typische Haltung eines im Sumpf lebenden Säuge- tiers, das feine Nahrung irgendwo im Morast erschnüffelt. Aber jetzt ist das Okapi wieder am
seitlichen Trennungsgitter angelangt, die Giraffe mit dem senkrecht gestellten Hals äugt von oben her; plötzlich wirft auch das Okapi den Hals hoch, das Tier macht eine anmutige Drehung zur Seite, der kurze Schwanz wedelt mit der Quaste, die Ohren in ihrer abenteuerlichen Größe spielen gegen den Wind, und indem die Giraffe sich beugt, das Okapi den Kopf nach oben reckt, berühren sich wieder die zwei weichen Muffeln, die schwarzglänzende des Okapis und die lindenblütenfarbige der Giraffe.
Aber auf die Dauer stört mich doch das Gitterwerk. Komm, gehen mir einmal ins Innere des Tierhauses! Ein Wärter sitzt auf dem großen afri- tanischen Elefanten, und sobald vom Publikum eine Münze hinter die Absperrung geworfen wird, fächert der Elefant mit seinen riesenhaften Flügelohren, und der Rüssel streift den Obulus ooni Boden auf. Ich lasse ein Fünf-Franken-Stück auf den Boden fallen, der Wärter salutiert, wir lächeln uns an und nachdem der Elefant fein Knie gebeugt hat, damit der Reiter absteigen konnte, plaudern wir bald wie alte Freunde in einem holländisch- französischen Brockengemisch. „Ja, die Stoßzähne sind für eine Elefantenkuh besonders stark, und zwischen den Ohren hat das Tier einer) seltsamen Schopf von langen schwarzen Haaren, fast eine Mähne über der Stirn." Aber das ist nur die Einleitung; es dauert noch eine Weile, dann wird irgendwo ein Schlüssel umgedreht, wir zwei Menschen schlüpfen durch die kleine Pforte der Wärter drückt mir Bananen in die Hand und sagt, ich solle schnalzen und Deleh rufen, denn an diesen Namen sei das Okapi gewöhnt.
Und nun stand das Tier im Sonnenviereck des Ausfalltors, schob den Hals vor und vorn den schmalen Kopf, äugte zu uns her und widerstand nicht der Bananenverlockung. Meine Hand streichelte den festen Samt des rotbraunen Fells, ja, nun stehe ich also ganz dicht bei dem seltsamen Geschöpf aus den Sumpfwäldern des Kongos. Vorsichtig, keine heftige Bewegung, noch ift bas Okapi unruhig, der Weoel zuckt, die Ohren drehen sich nervös; aber ich spreche leise und pausenlos zu ihm, streichle ganz sanft über Flanken und Bauch und stelle an dem kleinen Euter fest, daß der Giraffen- Vetter eine Base ist.
Nun schäle ich die zweite Banane — so ist s gut — jetzt darf ich auch die kleinen Horn-Zapfen berühren auf der Stirn, die also auch beim weiblichen Okapi vorhanden sind, allerdings fast unsichtbar unter dem Fell liegen, dicht über den Augen.
Das Okapi scheint einen guten Appetit zu haben, immer wieder beugt es den «Kopf zu meiner Hand, seine feuchte Zunge leckt an meinen Fingern; wenn ich nicht verstehen will, was das bedeutet, wird gedockt, wir spieley miteinander, das Okapi um
kreist mich, folgt mir wie ein neugieriges Fohlen, und wir find wohl beide glücklich in dieser schönen Sommerstunde.
Am Abend, als trotz der Nähe des Hauptbahnhofs, klösterliche Stille über dem Garten lag, als der große Lämmergeier mit dem schwarzen Bart, den rotumkreisten Augen und den weißen Federhosen schon zum Schlaf aufgebäumt war, ging ich abschiednehmend noch einmal zum Okapi ins Gehege. „Deleh", sagte ich lockend und zärtlich; es kam auf den ersten Anruf, weitete die langgefpaltenen Nüstern, schnupperte, und die dunkle Zungenspitze tastete — nach Bananen. Mein Arm war um des Okapi Schulter gelegt; ich tätschelte den weichborstigen Samt seines Nackenfells, und warmer Glanz leuchtet in den großen Augen.
Dor einiger Zeit machte ein Afrikareisender den Zoologischen Gärten von London, Stellingen, Berlin und den anderen großen Städten die Mitteilung, daß er Okapis auch außerhalb des Kongogebietes gesehen habe und daß er bereit sei, gesunde Exemplare nach Europa zu bringen. Aber der Mann war ein Schwindler, der es wohl nur auf Riesenoorschuß abgesehen hatte. Noch immer geht im Antwerpener Zoo als größte Seltenheit „Deleh" auf zebragestreiften Beinen durchs Gehege, von Mönchen großgezogen am belgischen Kongo.
Zeitschriften.
— „Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik". Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaft und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Oskar P r o ch n o w, Jahrgang X, Heft 7, 40 Seiten, 2 Tafeln unb 30 Textabbildungen. Preis: vierteljährlich 2,50 Mark, einzeln 1 Mark. Hugo Bermüller Verlag, Berlin- Lichterfelde. — Zur Bekämpfung der Reblaus gibt Deutschland jährlich etwa 80 Millionen Mark aus, die man sparen könnte, wenn man reblausfeste Weinstöcke hätte. 100 Millionen jährlich könnten wir ersparen, wenn wir unsere Frühkartoffeln im Lande selbst gewinnen könnten. Mit diesen und ähnlichen Zahlen belegt Professor Andersen die Notwendigkeit, daß die Landwirtschaft mit der Vererbungsforschung Zusammengehen muß, um die landwirt- schaftliche Erzeugung zu verbessern, zu steigern und neue Erwerbsquellen zu schaffen. Welche Aufgaben im einzelnen vorliegen, umreißt Prof. Andersen in seinem Aufsatz „Ziele und Wege der Züchtungsforschung". Reizvolle Beobachtungen an Affen unb Versuche zur Beurteilung ihrer Klugheit im Vergleich zu der der andern höheren Tiere behandelt Prof. Bastian Schmid in dem Beitrag „Zur Psychologie der Affen" an Hand prächtiger Assen-
Dte zweite Broschüre, die im Rahmen der bevölkerungspolitischen Aufklärungsaktion des Reichs» mmifteriume für Dotksaufklärung und Propaganda demnächst erldjemt befdjäftigt sich mit den oolks» roirtjdjafthchen Fragen der Beoölkerungspolitik. Fast jeder Laie, der von der Bekämpfung des Geburtenrückganges hör), hegt die Befürchtung. daß eine (Beburtenfteigerung eine Verschlimmerung der Arbeitslosigkeit unb der Wirtschaftskrise mit sich bringen müsse. Das Gegenteil ist der Fall. übet diese für die meisten Volksgenossen überraschenden Zusammenhänge muß sich jeder jelbst unterrichten, indem er sich die Aufklärungsschrift „Die kommende Generation klagt an?*' beschafft Verbände und Vereine beziehen sie in Sammelbestellungen durch die Orts» Sruppen der N S D A P Einzelexemplare wer» en an jedem Posifcholter im ganzen Deutschen Reich für 10 Pf abgegeben. Auch die.erste Broschüre .Mütter kämpft für eure Kmderl" die die Voraussetzungen für das Verständnis der zweiten Aufklärungsschrift gibt, ist noch bei den» selben Stellen zu haben.
Autonomie versprochen und in der Tat wurde am 11. September 1931 der autonome Staat Katalonien, der seine eigenen Minister, Parlament, Polizei und Gerichtsbarkeit, sowie seine eigene Sprache, das Katalanische, besitzt, unter dem früheren Separatistenführer Oberst M a c i a, proklamiert. Es ist nun keineswegs sicher, ob Katalonien sucht, unter Ausnutzung der politischen Schwierigkeiten, die die Krise mit sich bringt, feine eigenen Wege, getrennt von Madrid gehen wird.
Unterscheiden sich die Katalanen von den übrigen Spaniern, so tun es d i e Basken noch viel mehr. Sie bilden ein Volk für sich, dessen Sprache und Ueberlieferungen in unerforschte Urzeiten zurückreichen. Das spanische Baskenland umfaßt die vier Provinzen Vizkaya, Guipuzcoa, Alava und Navarra. Auch dort wird ein scharfer Trennungsstrich zwischen Madrid und ihrer Heimat gezogen. Unter der Losung „Jaunkoikua Eta Lagi Zara", d. h. „(Bott und das alte Gesetz", versammeln sie sich unter ihrer rvt-weiß-grünen Fahne und fordern Sprengung der Madrider Fesseln. Navarra erhebt zudem den Schlachtruf: „Es lebe
bilder, die uns so deutlich durch den Gesichtsausdruck die inneren Vorgänge bei den Tieren verraten — als wären es Menschen. Von den andern wertvollen Beiträgen des soeben erschienenen Heftes seien besonders genannt: der über das Einschwingen beim Gruppenflug der Vögel, von Dr. Karl Rudolf Fischer (Gießen), über die Wanderungen des Wildes, von Studienrat H ö l z e I (Gießen), über die deutsche Naturschutzbewegung im Vergleich zur amerikanischen, über die neuesten Fortschritte auf dem Gebiete des Fernsehens unb des Flugzeugbaus. Die kleinen Aufsätze über zahlreiche Fragen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Technik, über Beobachtungen und Betrachtungen aus allen Gebieten usw. vervollständigen den wertvollen Inhalt dieses Heftes, das in feinem sauberen Druck und mit seinen vielen Bildern außerordentlich ansprechend ausgestattet ist und jedem Naturfreunde viel Neues und Schönes bietet. Probehefte auf Wunsch beim Verlag erhältlich.
— „M utter und Kind", Zeitschrift für Ernährung, Pflege und Erziehung des Kinder. Verlag Elwin Staude, Osterwieck a. Harz. Vierteljährlich (drei Hefte) Mark 1,65 einschl. Porto. — Das Oktoberheft wird von Prof. Dr. Rott, Direktor des Kaiferin-Auguste-Dictoria-Haufes, mit feinem Artikel „Wege und Ziele der Bevölkerungspolitik im neuen Staate" eingeleitet. Es folgen weitere Beiträge wie „Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" van Ministerialrat Dr. (Bütt, „Erziehung der Söhne zur Vaterschaft durch die Mutter", „Rasse und Familienforschung, Genealogie als nationale Pflicht", „Von Kinderfreuden und großen Leuten" von Luise Seepacher, „Wie gewöhne ich meinem Kinde das Faseln ab" von M. Tänzler, „Unsitten vom Kinderspielplatz" von Prof. Dr. F. Köhler, „Wie ich mein Kind im ersten Lebensjahr erzog", „Fußverbildungen und Fußübungen im Kindesalter" von Stadtarzt Dr. H. Jahn, „Schlimme Erziehung" van Lina Mende, „Mach' Dich aber nicht schmutzig" van Latte Baumann-Schönheim, „Gesegnete Mahlzeit" von Anni Weber usw. Fast alle Beiträge sind wieder reich bebildert.
Sochschulnachnchten.
Der o. Professor Dr. Rudolf Stucken von der Universität Erlangen hat einen Ruf an die Thüringische Landesuniversität Jena als Ordinarius für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, insbesondere Finanzwissenschaft, erhalten.
Dem ao. Professor für romanische Philologie an der Universität Leipzig, Dr Wilhelm Friedmann, ist auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums die Lehrberechtigung entzogen worden.


