Ausgabe 
11.10.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Reichsmim'ster Goebbels

behebt(? Berlin, 10. Ott. (WTB.) Zum Verbot des 'e u e r tQUs in -orft-Weffel-Films erklärte dem WTB. Reichs-

in JaJ°ne DOI Minister Dr. Goebbels u. a.: Wenn jemand an 'rei 10 die Lösung nationalsozialistischer Probleme auf

ibent ^'iten tinstlerischem Gebiet herangeht, dann muß er sich )ie ».b»na Do, "tnrüber klar sein, daß auch in diesem Falle Kunst Jfe in, rn9 ist» It' cht vom Wollen, sondern vom ne 3« eine ju tonnen herkommt. Die nationalsozialistische Nein. Regierung hat niemals verlangt, daß

M W

-»eben den Massenszenen, die, unter Zu-

Kampf dem Bettlemnwesen!

Dm ist nnmögtti), b«

Aus aller Welt

mannsgehilfen?

L°ff °>eber unM. Nhgungen auslprij e 1° i°rtHren, werd schenken. Dim ,7. Wen/, blnii ,6,fler, bas möifjte ncn setzt bas Dort

iubbt Toxxb hierin zu den lehin Da» bet Lübbe E antwortet er mit chweigt er und M ^nfte. Der ißerteihigei »alt Seuffert, w<

'[nnun en auf8,n ihn Laufschritt birp r Ingenieure geeit ^Ackge^ge^ Kommt eine pflichiprüfung für Kauf-

- «i« «'.''tiite

lein cingrfliegen a allem ausstaffiert wurden, was dazu gehört, um mit Erfolg an das Mitleid appellieren zu können. Son Reuyork griff das System auf London und Pa- _ ,, , ii5 über. Deutschland hielt sich lange frei davon. Hier

xa Reli^log allen j[| noch immer nach Paragraph 361 des Strafgeseß- bud)es die Bettelei verboten und wird mit Haft bestraft. Bis zum Kriegsende galt es auch in der Lvlksmeinung noch allgemein als Schande, sich durch Sctteln zu ernähren. Man drückte nur ein Auge zu.

Der Preußische Innenminister hat in einem Erlaß die Polizeibehörden angewiesen, dem Bettelunwesen verschärfte Aufmerksamkeit zu widmen. Das Bettler- mwesen hat in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten fast orientalisches Ausmaß angenom- vien. Die nordischen Länder Europas, die die Arbeit als das höchste menschliche Gut auffaßten, haben

Berlin gute Bettlerecken, wo man auf 5 0 bis 80 Mark Tageseinnahme rechnen konnte, es gab Hausbettler, die einenArbeitstag" erst dann als befriedigend ansahen, wenn 15 bis 18 Mark im Beutel klapperten.

In der Reichshauptstadt wurden jetzt einige cha­rakteristische Fälle bekannt, die zeigen, in welch schamloser Weise häufig die Menschheit von Al­mosenjägern ausgebeutet wird, und die beweisen, daß die Bettelei auch heute noch recht einträglich sein kann. So wurde kürzlich ein Familienvater mit seinen drei Söhnen aufgegriffen, die als Straßen- bettler ein ganzes Gebiet im Berliner Westen be­herrschten und andere Bettler auf ihrem Terrain nicht duldeten. Es stellte sich heraus, daß zwei der Söhne 'Erwerbslosenunterstützung beziehen, daß seine Frau daneben noch ein Portierstellung inne­hat und daß sich ihre Betteleinkünfte nach vorsich­tiger Schätzung allein auf monatlich wenig- stens 250 Mark beliefen. In einem andern Fall wurde ein angeblich Blinder, der aber nur stark kurzsichtig war, mit seinerTochter", einem zwölfjährigen Mädchen, festgenommen. Auch dieser Mann bezieht eine ausreichende Unterstützung. Das Mädchen, daß er als Tochter ausgab, hatte er sich von einer bekannten Familie ausgeliehen, die für diesen Freundschaftsbeweis regelmäßig gewisse Anteile aus seinen Betteleinkünften erhielt.

Besonderes Mitleid erregen gewöhnlich jugend­liche Bettler. Aber gerade hier handelt es sich häufig um höchst raffinierte Spekulationen. So wurde kürzlich ein vierzehnjähriges Mädchen abgefaht, das hauptsächlich Damen ansprach und weinend erzählte, ihre Mutter sei Witwe, liege schwer krank zu Hause und habe für fünf unversorgte kleine Kinder auf­zukommen. Tatsächlich ergab sich, daß der Vater des Mädchens lebt und sich in auskömmlicher Ar­beit befindet, daß die Mutter kerngesund ist und daß nicht fünf, sondern nur zwei Kinder vorhanden sind. Diese und ähnliche Beispiele ließen sich be­liebig vermehren. Sie zeigen alle, wie falsch es ist, Bettlern etwas zu geben und wie berechtigt der energische Kampf gegen die Bettelei ist. Tlan darf nicht sagen, daß es unter den hundert Unge­rechten einen Gerechten gibt, der unter den Unge­rechten leiden müßte. Die Aufgabe, diesen einen Gerechten herauszufinden und wirksam und aus­reichend zu unterstützen, liegt bei den zuständigen | Organisationen.

hilfenahme großer Teile der Berliner SA. gedreht, wirklich vorbildlich sind, das Wertvollste an ihm. Im übrigen aber bewegt sich dieses Werk in einer vielfach ganz unmotivierten losen Zusammenreihung von Szenen, die zum Teil ganz unklar wirken. Manches widerspricht auch der historischen Wahr­heit.

Auch die Figur Hör st Wessels entspricht nicht dem wunderbaren Idealbild, das sich die deut­sche Oeffentlichkeit davon macht und das Horst Wessel auch in der Tat abgegeben hat.

Ich war der Kamerad Horst Wessels. Ich habe ihn gekannt. Weder im Aeußeren, noch im Charak­terlichen kommt die Filmfigur der wahren Gestalt gleich. Wir sind es dem Toten schuldia, daß wir eine unzureichende Darstellung seines Lebens und Sterbens verhindern. Ich glaube mich dabei auch in Übereinstimmung mit dem Gefühl von Hundert­taufenden von SA.-Männern, wenn ich verhindert habe, daß in Deutschland und im Ausland ein Horst-Wessel-Film läuft, der künstlerisch nicht auf der Höhe steht, auf der dieser tote Märtyrer mensch­lich und politisch gewandelt ist. Horst Wessel ist das größte Thema der nationalsozialistischen Revolution. Ich bezweifele, daß es heute überhaupt schon an der Zeit ist, dieses Thema zu ge­stalten. Wenn man aber an diese Aufgabe heran­geht, dann muß ein wahres und wirkliches Kunstwerk daraus entstehen.

sei in hohem Umfang abhängig von der Musik­erziehung in der Schule. Beide Faktoren wieder seien bedeutsam für die gesamte Musikpflege im deutschen Volk. Das Propagandaministerium bittet daher, auf die Bedeutung des Tages der Haus­musik hinzuweisen und entsprechende Konzerte usw. zu veranstalten.

Berliner Tagung der Heilpraktiker.

Am 8. Oktober fand in der Berliner Philharmonie die erste Heilpraktiker-Tagung statt. Der Führer des Heilpraktikerbundes, Kommissar der NSDAP, und Beauftragter der Reichsregierung, Pg. E. H e i n i s ch (München), legte in großen Zü­gen die Ziele der Zukunftsarbeit des Standes dar. Pg. Oberregierungsrat Dr. med. Bartels vom Reichsministerium des Innern sprach über die Auf­gaben des Heilpraktikers und die Wege zu deren Er­füllung, wie der Staat sie vorgesehen hat. Für den erkrankten Führer der ärztlichen Verbände, Pg. Dr. med. Wagner, sprach Pg. Ministerialrat Dr. med. Conti. Seine Ausführungen gingen dahin, daß zukünftig Arzt und Heilpraktiker in Deutschland nicht mehr gegeneinander oder aneinander vorbei, sondern neben- und miteinander arbeiten wollen. Pg. Dr. med. Groß vom Aufklärungsamt für Be- oölkerungspolitik und Rassenpflege ging auf die Auf­gaben ein, die Arzt und Heilpraktiker im Dritten Reich gemeinsam für die Volksgesundheit und beson­ders für die Ausartung des deutschen Volkes zu lei­sten haben werden. Der stellvertretende Reichsfach' schaftsführer Pg. A s ch e n b a ch (Berlin), gab eine Uebersicht über die Entwicklung des Heilvraktiker- standes. Pg. E. M o r i tz (Mannheim), der Leiter der Fachfortbildung für die süddeutschen Bezirke, sprach über Ethik und Berufsauffassung des Heilpraktikers. Mit erhobenem Arm wurde das von Pa. Moritz ge­sprochene Gelöbnis an den Führer Adolf Hitler bekräftigt, daß der deutsche Heilpraktiker alles daran setzen wird, um durch Arbeit an sich selbst und durch fachliche Fortbildung ein immer wertvolleres Glied des deutschen Volksgesundheitsdienstes zu werden. An der Tagung nahmen noch teil der Führer der Aerzteschaft Pg. Dr. Haedenkamp und Pg. Dr. Klein, der Leiter des Hauptgesundheitsamtes, Berli». ..

frühzeitig ihr Bestreben darauf gerichtet ge­lt stehen, so sagte r. hebt, die öffentliche Bettelei so weit wie möglich e'in- hm Angehörigen mH Wschränken. An die Mildtätigkeit der Allgemeinheit ch werde nie meijh mit Recht nur appellieren dürfen der Ar- inb werbe immer bafü; beitsunfähige, der Krüppel. Aber mehr und en werden. Denn Ai n,ft>r hat sich die Bettelei zu einer Erwerbs- Dlitangeffag/en llmech t°.rm ausgebildet. Die Neuyorker Bettler, die zum och erst recht Deo über sehr hohe Einnahmen verfügen, gaben die Meinung zu si. Achtung an. Sie organisierten die Bettelei und Jettierunternehmer stellten Bettler an, die von ihnen

_ , logen, und, obwohl sie Laien waren und in dem igtben, baf| et dn wm @?tDerbe keine Hebung hatten, doch erstaunliche Kummen zusammenfischen konnten. Nach Beendi- DimiKoss Hai gonM gung der Inflation wurde ein schwacher Versuch Kdroochier Der! Macht, gegen das Bettlerunwesen vorzugehen, die 6 /nimifroH- $ Lttsuche blieben in den Anfängen stecken, weil die n Z«, Jahre der Scheinkonjunktur durch die Wirtschasts-

diw vW- J* , frife abgelöst wurden. So ließ man die Bettler ge- obe, daß drr overre cy Tatsächlich bezog der größte Teil der

ielleichl eingreisen wv Urtier immer eine hinreichende Unterstützung. iann Kuhl, sah a Tezog er feine Unterstützung, bann war der Grund c mit seiner Frau u» läufig nur der, daß er sich um Unterstützung über- Qm Lbenb bes "eich i0Upt nicht bemüht hatte, weil das Bettlergewerbe halte, vom Bisman |ejnen Mann ausreichend ernährte. Es gab in

legierung hat niemals verlangt, daß IL.-Filme gedreht werden. In vielen allen schon hat sie kitschige Versuche durch gütliche Vorstellungen verhindert.

Wenn nun doch eine Firma an die Darstellung . br Erlebniswerte unserer SA. oder der national- I st statistischen Idee herangeht, dann muß dieser

I wir/) Zilin auch von allererster künstlerischer V Dualität fein. Ich habe den Verfassern von vornherein gesagt, daß ihr Film nur dann laufen tinne, wenn er den Ansprüchen höchster Kunst und tklfter Gesinnung in vollem Maße genüge: Wir heben diesen Film nicht nur vom nationalsoziali- fkschen Standpunkt aus beurteilt, sondern auch von inferem künstlerischen Gewissen. Je größer die Idee is, die zur Gestaltung kommt, desto höhere künst- s <«. wische Ansprüche müssen gestellt werden.

stehen int? xLrM Was an diesem Film wirklich großartig erscheint, 6. oafc & x e Musik, die schönste und ergreifendste Trauermusik, die ich in einem Film kenne. Sie ist

ZU über das Verbot des Horst-Wesset-Ulms

Noch nicht an der Zeit, dieses größte Thema der nationalsozialistischen ieietVn iso! Revolution künstlerisch zu gestalten.

bmf.. ö tin» «

v Berlin, 10. Oft. (DdZ.) Bei den zuständigen 7/ m ber Nforts des Reichs und Preußens wird an der (Shak es nur ei Frage einer Neuregelung der für den Kaufrnanns- kmnb butd) touf bestehenden gesetzlichen Bestimmungen gear« 6aufmanr deilet. In Kreisen des DHV., der Säule der kauf- reuiw v (^fl h Manischen Angestellten innerhalb der Deutschen berg. m Arbeitsfront, wird die Vermutung geäußert, das , Mitwochs n.ille Handelskammergesetz werde auch iami (Ml * >u obligatorische Kauf-mannsgehil- ' en prüfung bringen. Der Sozialwirtschaftliche -f« Z'lklmgsdienlt weiß dazu zu berichten, daß diese

i-trthlftlflöliniU1 Kcusmanngehilfenprüfung als ein wichtiges Aus- und Bildungsmittel für den Kaufmannsberuf "kjkichnet werde und daß die Handelskammern be- |j)yyV* turtragt werden sollten, darauf zu achten, daß alle « I^usmannslehrlinge sich der Gehilfenprüsung unter-

-taaU stehen. Dies würde bedeuten, daß in Zukunft über- B« in Deutschland der kaufmännische Nachwuchs

t h?n (jin Md) Beendigung der Lehrzeit nicht mehr lediglich x- Lehrzeugnis des Lehrherm als Ausweis für

r n$e * 8 °iu 5* vollzogene Berufsausbildung bekommen würde. .g,jnist^9 .^'Ohlmehr ein öffentliches Attest nach entsprechender l°L aller 2 ang.'Ii|d;:u6prüfung, gewissermaßen ein Abschlußzeug- n UmfonLa nftis, wie es in der Vergangenheit vor allem nur 1 aeben ci-fit akademische Berufe und 'ür Handwerker vor- ffeim-'cni- Es würde bann nicht inehr jeber im Stanbe D unD.(eisichkaufmännischer Gehilfe" oberHand-

N> S""lungsgehilfe" nennen zu dürfen. -

Förderung der Hausmusik durch die schulen.

5 r 1 . w e n * 9L Berlin, 10. Dft. (VDZ.) Das Reichsministerium Besuch Tolksaufflärung und Propaganda hat die Unter- 11! ,n'. werben-. ^fsminifterien ber ßänber barauf hingewiesen, baß iafi'0 fann Arbeitsgemeinschaft ber Berufs- " TßinlflDoUaert,änÖe zur Förderung der deutschen 1 eineM ^Musif pflege am 21. November d. I. den Tag ursn^nia »utzwI'N, tr deutschen Hausmusif begehe. Im Vor­ne" 5°, istrr stabe diese Veranstaltung bei allen interessierten

|icl. f)i"bllfl|8rei|en zu einer planmäßigen Förderung - au7ür bar ,L« Hausmusik geführt. Die Pflege der Hausmusik

>/f, ich entziehe Zh« ,, f ,, . . , . 5-

.7n, s« Cnir- JDenn Bestrafte bettelten ober junge Hanbwerksbur- °^chen, denen der Hunger im Leibe faß. Nach Been-

ein angeitan. iigung bes Krieges würbe bie Bettelei in Deutsch­land zu einer förmlichen Lanbplage. An allen Stra- ven das ja schon w- Renetten ber Stäbte nisteten sich bie Bettler fest und , möchte trohbew voh suchten mit allen Mitteln Mitleid zu erregen.

nderr er vorde Die Einnahmen, bie Bettler in ben ersten Jahren ... geholfen? »ü<h bem Krieg erzielten, waren enorm. Sie ließen t* n;*f frtflM stch nur schwer fontrollieren, aber es fanben fid) nn id) d) I 9 Journalisten, die im Bettlerfleid durch die Straßen

Folgenschwere Explosion im Laboratorium bes Rafetenforschers Tiling. 2m Laboratorium bes Rafetenforschers Tiling in Arensforst bei Bohmte (Kreis Wittlage; Hanno­ver) explobierte währenb eines Versuches eine Rafete. Tiling, seine Sefretärin, Angelifa Bub - benböhmer, unb fein Monteur Kuhr erlitten so schwere Branbwunben, baß sie ins Kran- fenhaus nach Osnabrück übergeführt werben muß­ten, wo die Sefretärin bald darauf ihren Ver­letzungen erlag. Tilings Zustand ist hoff­nungslos, während sich der Monteur außer Lebensgefahr befindet. Tiling, der sich ein Labora­torium auf dem Gute des Freiherrn von L e d e - b u r in Arensforst eingerichtet hatte, ist wiederholt mit seinen Flugzeug-Rafeten an die Oeffentlichfeit getreten, u. a. in Berlin, in Osnabrück und auf Wangeroog.

Tiling ist inzwischen, einer späteren Meldung aus Osnabrück zufolge, an den Folgen feiner Brandwunden ebenfalls gestorben.

Aus dem Lahusen-Prozeß.

In ber Dienstagverhanblung bes Lahufen-Pro- zesses versuchte bie Verteibigung barzulegen, warum bie Angeklagten mit ihrer Behauptung, bie frag­lichen Tantiemen seien ihnen von ihrem verstorbenen Onkel zugestanben wor- ben, erst jetzt herauskämen. Ihre früheren Ver- teibiger hätten, wie die Angeklagten behaupten, um diese Sache gewußt und nur die geeignete Zeit ab­gekartet um sie vorzubrinaen. Erregt erklärt der Generalstaatsanwalt: Die Angeklagten geben zu, Steuerhinterziehung betrieben zu haben und erklä­ren, daß ihr verstorbener Onkel unb Senator Robe- walb sie dazu unterstützt hätte. Man kann aber weber von Steuernotwehr noch von Steuerbolscke- wisrnus sprechen. Karl Lahusen bezog im Jahre 1927 610 000 Mark, im folgenben Jahr 1 400 0000 Mark Tantiemen. Von 20 000 Arbeitern hatte jeder auf seiner Lohntüte seinen Steuerabzug, während die Chefs ihr Geld ohne Steuerabzug ins Ausland verschoben haben. Einen weiteren Posten von 150 000 Reichsmark, den Heinz Lahusen über die Hum erhielt unb ben die Anklage als eine unge­rechtfertigte Entnahme ansieht, erklärte er als eine Kapitalabfindung. Die Abmachungen über diese Ka­pitalabfindungen wurden ebenfalls mündlich getrof­fen.

Die Orden Napoleons I. wieder im Berliner Zeughaus.

Die Orden Napoleons I., die nach der Schlacht von Waterloo in preußische Hände fielen und im Berliner Zeughaus aufbewahrt wurden, ha­ben vaterländisch gesinnte Offiziere unb Stubenten im Jahre 1919 aus bem Zeughaus entführt, um ihre Auslieferung an Frankreich zu verhindern. Die Orden waren seitdem spurlos verschwunden. Jetzt hat ein Unbekannter die Orden dem preußischen Ministerpräsidenten Göring zugeisandt, unb dieser hat sie wieber bem Zeughaus überwiesen. Aus An­laß ber Wiedererlangung dieser kostbaren Trophäen fand in der Ruhmeshalle des Zeughauses eine kleine Feier statt, bet der der Generaldirektor der Staat­lichen Museen, Dr. Kümmel unb der stellvertre- tenbe Direktor des Zeughauses, Professor Post, die Geschichte der Orden erläuterten.

Luftpostrekord Rio be JaneiroBerlin.

Dem LuftschiffGraf Zeppelin" und ber Deutschen Lufthansa ist es gelungen, burch vorbild­liche Zusammenarbeit ben bisherigen Rekord einer Lustpostbeförderung der 11000 Kilometer langen Strecke von Rio de Janeiro nach Berlin um fast sieben Stunden zu unterbieten. Am vergangenen Donnerstag startete das Expreßflug­zeug ber Stjnbioato Conbor Ltba. um 18 Uhr MEZ. in Rio be Janeiro, bas bem Luftfchif bie Poft bis Pernambuco nachbrachte. In 71ftünbigem Fluge bewältigte bas Luftschiff bie Strecke Pernam­bucoFriebrichshafen, wo bie Umlabung in ber Nacht zum Dienstag in bas Sonderflugzeug der Deutschen Lufthansa erfolgte, das 10.25 Uhr Tem­pelhof erreichte. Damit brauchten die in Rio be Ja- niro aufgegebenen Postsenbungen nur 112'/- Stun­den, das sind noch nicht fünf Tage, um bis nach Berlin zu gelangen. Die beste Zeit des Vorjahres betrug 118 Stunden und 55 Minuten.

Die Barbarossa-Burg in Kaiserswerth als Gedenkstätte der Hitler-Jugend.

Am 13. Oktober wird ber Reichsjugenbführer Balbur von Schirach die alte Barbarossa- Burg in Kaiserswerth am Rhein zur Gedenkstätte der gesamten deutschen Hitlerjugend weihen unb auf ihrer höchsten Mauer die ewige S ch l a - geter-FIamme entzünden. Eine Stafette von Hitlerjungen wird vorn Schlageter-Mal auf ber Golzheimer Heide das Feuer zur Entzündung ber ewigen Flamme nach Kaiserswerth bringen.

Fünf Jahre Zuchthaus für einen Brandstifter.

Die Herbsttagung des Kasseler Schwurgerichts begann mit einer Anklage wegen vorsätzlicher Brand st iftung gegen den Landwirt und Schreiner August Heckemann aus Heiligenrode. Heckemann hatte das Stallgebäude seines Hofes in Brand gefetzt. Abgebrannt find dadurch das Nach­barhaus des Schmiedes Schmidt, feine eigenen Wirtschaftsgebäude und der Dachstuhl des ÄZohn- hauses. Bei der ersten Vernehmung war Hecke- mann geständig, mit Hilfe der Versicherung den Bau neuer Scheunen und Ställe geplant zu haben. Später schwächte er sein Geständnis wieder ab.- Sein Leugnen war jedoch so unglaubwürdig, daß selbst der Verteidiger nicht darauf einging. Das Schwurgericht erkannte auf fünf Jahre Zucht­haus und fünf Jahre Ehrverlust, wobei als straf­verschärfend in Rechnung gestellt wurde, daß Hecke- mann die Brandstiftung aus krassem Egoismus vor­genommen hat.

Zuchthausstrafe für Amtsunterschlagung.

Vor ber Großen Strafkammer Kassel hatte sich ber Lanbesobersekretär Heinrich Hose wegen be­trächtlicher bei ber Kasseler Landesbibliothek be­gangener Unterschlagungen zu verantworten. Hose hatte es raffiniert verstanden, sich Geld zu verschaffen: die Anklageschrift zählt nicht weniger als 18 verschiedene Arten von Veruntreuungen auf. Das Gericht erkannte wegen fortgesetzter ein­facher und erschwerter Amtsunterschlagung in Tat­einheit mit schwerer Urkundenfälschung auf fünf Jahre und zwei Monate Zuchthaus unb zehn Jahre Ehrverlust. Die Untersuchungshaft würbe angerechnet.

TTloforrabunglüd in Unterfranken. Lin Toter, zwei Schwerverletzte.

Auf ber Straße zwischen Groß-Langheim unb Hördlach (Unterfranken) raste ein mit brei Personen besetztes (!) Motorrad in voller Fahrt in eine Fuß- gängergruppe. Ein Fußgänger war auf der Stelle tot, einer erlitt leichte Verletzungen. Der Motor­radfahrer erlitt lebensgefährliche Kopfoer- tStzupgsn, M Mitfahrer wurde schwer und einer

leicht verletzt. Die Groß-Langheimer Kirchweihe wurde sofort abgebrochen. Man vermutet, daß die Sicht burch starken Nebel behinbert war.

Nächtliche Großseuer in IHagbeburg und Hildesheim.

In einer ber letzten Nächte brach in der Auto­lackiererei von Karl Spengler in Magdeburg ein Großseuer aus. Es bestand die Gefahr, daß das Feuer auch auf eine Tankstelle in der Nähe übergreifen würbe, was eine unübersehbare Katastrophe bebeutet hätte. Die Bewohner ber be­nachbarten Häuser verließen bereits ihre Wohnun­gen. Es gelang jeboch ber Feuerwehr bald bie größte Gefahr zu beseitigen. Die Lackiererei brannte vollstänbig nieber. Große Vorräte an Farben und Lacken, sowie Maschinen würben ein Raub der Flammen.

*

In der Zuckerfabrik Dinklar in Hildesheim wütete in einer ber letzten Nächte ein Großfeuer. Der Branb entstaub wahrscheinlich burch eine Staub­explosion in ber Trockenschnitzelanlage. Das Dach- geschoß unb ein Trockenlager mit etwa 7000 Zent­nern Trockenschnitzeln würben vernichtet. Der Brand­schaden beträgt etwa 25 000 bis 30 000 Mark.

Schwere Explosion in Süd-Sumatra. Fünf Tote.

Meldungen aus Niederländisch-Jndien zufolge hat auf einer staatlichen Steinkohlenzeche auf dem Boekit-Assan-Gelände (Süd-Sumatra) eine Gas­explosion große Verheerungen angerichtet. Der Fahrstuhl und das Signalbaus wurden zerstört. Der Signalbeamte und ein Bergmann wurden auf der Stelle getötet. Drei weitere Tote dürsten unter den Trümmern des eingestürzten Schachtes begraben liegen. Ein Brand erschwerte die Ber­gungsarbeiten

Schweres Flugzeugunglück in USA. Sieben Tote.

Ein von Neuyork nach Chikago unterwegs be­findliches Passagierflugzeug explodierte un­weit von Chesterton (Indiana) in der Lust und türzte in der Nähe einer Farm brennend auf )ie Erde nieder. Vier Passagiere, der Flugzeug- ührer, sein Stellvertreter und die Aufwärterm anben ben Tob.

Eisenbahnzug bei Rlukden überfallen. Acht Tote.

Die Agentur Kokuzu teilt mit, baß ein Eisen­bahnzug bei Mukben von chinesischen Ban­diten angegriffen unb ausgeplünbert wor­ben ist. Acht Personen fanben ben Tob. 14 Perso­nen würben entführt. Japanische Truppen nahmen bie Verfolgung auf.

Starke Ueberschwemmungen in Norditalien.

Im nordöstlichen Italien, besonders in Friaul haben ununterbrochene Regengüsse in ben letzten Tagen erheblichen Schaben angerichtet. An verschiebenen Stellen mürbe auf den Linien ber Eisenbahn ber Verkehr unterbrochen. Im Tal des Flusses Resia haben bie Sturzbäche auf einer Strecke von 120 Meter die Verkehrsstraßen über­schwemmt, wobei eine Anzahl von Brücken fort- gerissen mürbe. Das Elektrizitätsrnerk stand jmei Meter hoch unter Wasser; die Ortschaften des Reia- tales roaren infolgedessen in Dunkel gehüllt. Die Rebenanlagen und die Maisernte in bem über« schrnemmten Gebiet sind vernichtet.

Tropische Pflanzen reifen mit der Luftpost.

Dem staatlichen Botanischen Garten jju Dresden ist vor einigen Tagen durch Luftpost eine Samm­lung äußerst seltener tropischer Pflan­zen aus dem südamerikanischen Urrnald zugegan­gen. Die außerordentlich empfindlichen Pflanzen sind mit dem LuftschiffGraf Zeppelin" nach Friedrichshafen unb von bort mit bem Flugzeug ber Lufthansa nach Bresben gelangt. Der ganze Transport hat nur etwa 100 Stunben in Anspruch genommen. Die seltenen Gewächse finb vollkommen frisch unb lebenb eingetroffen und bilden eine äußerst wertvolle Bereicherung der staatlichen Sammlungen.

Kleine politische Nachrichten.

In einer Besprechung zwischen Bischof Hoffen- selber und bem Reichsführer ber Evangelischen Qugenb Deutschlanbs D. Stange würbe im Hin­blick auf gewisse Gerüchte unb Falschmelbungen von Bischof Hossenfelber in Uebereinftimmung mit bem Reichsbischof sestgestellt, baß eine Auflösung ber evangelischen Jugenboerbände keinesfalls in Frage komme.

*

Der Reichsminifter für Ernährung und Land­wirtschaft, Walter Darrö, gibt bekannt: Zwecks Vermeidung von Unruhe verbiete i th B or­te äg e ü b e r das Reichserbhofgesetz, das Reichsnährstandgefetz, sowie über die Neugliederung der landwirtschaftli­chen Marktorganisation, sofern nicht der zuständige Landesbauernführer ausdrück­lich bie Genehmigung erteilt hat, bzw. in Zweifelsfällen bie Genehmigung bes Reichsmini- fteriums für Ernährung unb Lcmbwirtfchaft erteilt worben ist.

*

Der preußische Ministerpräsibent Göringhat an ben Herzog Ab 0 lf Friebrich zu Meck­lenburg aus Anlaß seines 60. Geburtstages fol­gendes Glückwunschschreiben gerichtet: Euer Hoheit übermittle ich zur Vollenbung bes 60. Le­bensjahres herzlichste Glückwünsche. Ich ver- binbe bamit ben Wunsch unb bie Hoffnung, baß Ihre wertvollen Erfahrungen in der Kolonialpoli- t i k und dem Kraftsahrwesen auch dem neuen Deutschland noch lange Zeit zur Verfügung stehen mögen.

*

Die Kammer der Philippinen hat mit 58 gegen 2,2 Stimmen die Entscheidung des Senats der Philippinen gebilligt, mit ber bas amerikanische Ge­setz, bas ben Philippinen nach Ablauf einer bestimm­ten Anzahl von Jahren die Unabhängigkeit zuerkennt, abgelehnt wird.

Wettervoraussage.

Da die kühlere Luft an der Rückseite der nörb- liehen Störung nunmehr über die britischen Inseln südwärts oordringt und auch das Festland erreichen wird, gestaltet sich der Witterungscharakter in den nächsten Tagen recht unbeständig. Die Temperaturen erfahren dabei einen allgemeinen Rückgang, und bet rasch wechselnder Bewölkung treten öfters Regen­schauer auf.

Aussichten für Donnerstag: Kühler, wechselnd wolkig mit Aufheiterung, zeitweise Regen­schauer, westliche Winde.

Aussichten für Freitag: Weiterhin un­beständiges Wetter.

Lufttemperaturen am 10. Oktober: mittags 18,4 Grad Celsius, abends 14,7 Grab; an 11. Oktober; morgens 11,7 Grab. Maximum 18,5 Grab, Mini­mum 11,5 Grab. Erbtemperaturen in 10 cm liefe am 10. Oktober: abenbs 14 Grad; am 11. Oktober:, morgens 12,2 Grgd Leistus. . lV.,v *