über angebliche japanische Geheimdokumente in dem Konflikt um die ostchinesische Eisenbahn Bezug nahm. Die Regierung beschloß wegen der Berichterstattung der sowjetrussisc^n Telegraphen-Agentur in Japan eine strenge Verwarnung auszu- sprechen, weil ihre Behauptungen in der letzten Zeit in wiederholten Fällen nicht den Tatsachen entsprochen hätten. Sollte die Telegraphenagentur der Sowjetunion und die Vertreter der Sowjetpresse in Japan weiterhin ihre Kritik an der japa- ni(d)en Politik in einer Form ausüben, die das nationale Ansehen der japanischen Regierung außer Acht läßt, so müßte Japan diesen Pressevertretern nahelegen, aus Japan abzureisen.
Die Entschließungen zur Minderheitenfrage.
Deutschland lehnt den teil 2 ab.
Genf, 10. Okt. (WTB.) Die drei vom Unterausschuß ausgearbeiteten Entschließungsentwürfe iTb »r d i e Minderheitenfrage sind im Politischen Ausschuß ohne erhebliche Aussprache angenommen worden. Die Entschließungen, die noch der Zustimmung der Vollversammlung bedürfen, haben folgenden Wortlaut:
1. Die Versammlung spricht unter Bezugnahme auf ihre Empfehlung vom 21. September 1932 die Hoffnung aus, daß die Staaten, die gegenüber dem Völkerbund durch keine rechtlichen Verpflichtungen Hinsicht- llch der Minderheiten gebunden sind, dennoch bei Behandlung ihrer Minderheiten der Basse. Religion oder Sprache mindestens das gleiche Maß der Gerech- tigkeilundToleran; beachten werden, die von den Verträgen und nach der ständigen Praxis des Völkerbundsrates gefordert wird.
2. Die Versammlung ist der Meinung, daß die in Entschließung Br. 1 aufgestellten Grundsätze ohne Unterschied aus alle Kategorien von Staatsangehörigen, die sich von der Mehrheit der Bevölkerung durch die Rasse, die Sprache oder die Religion unterscheiden, Anwendung finden müssen.
3. Vie Versammlung ersucht den Generalsekretär, dem Völkerbundsrat die Aussprache in der Sechsten Kommission über die Gesamtheit der Minderheitenfrage zur Kenntnis zu bringen.
Den Entschließungen 1) und 3), die nur formelle Bedeutung haben, yat die b e u t s ch e Delegation durch eine Erklärung des Gesandten von Keller zu gestimmt. Dagegen hat sie der Entschließung Nr. 2 ihre Zustimmung bereits im Ausschuß versagt, so wie sie in der Versammlung gegen sie stimmen wird. Die deutsche Delegation, so erklärte Gesandter von Keller, ist der Ansicht, daß der Anwendungsbereich der Entschließung sich auf die eigentlichen Minderheiten zu beschranken hat. Aus der Verhandlung im 6. Ausschuß und im Unterausschuß hat sich jedoch ergeben, daß mit der Entschließung 2), die die erste Entschließung nuslegen soll, in der Hauptsache bezweckt wird, die Behandlung der Juden in Deutschland in den An- Wendungsbereich der Entschließung ein jube> ziehen. Dies widerspricht der grundsätzlichen Auf- fassung der deutschen Delegation, wie sie der deutsche Vertreter in seinen Ausführungen im Laufe der Aussprache des Ausschusses dargelegt hat und nach denen die Frage in den Bereich der inneren Gesetzgebung Deutschlands fällt.
Mstungsverstärkung der Schweiz
Bafel, 10. Okt. (TU.) Der Schweizerische N a t i o n a l r a t bewilligte einen Kredit von 20 Millionen Franken, der dem Bundesrat zur Verfügung gestellt wird. 15 Millionen hiervon sind zur Erweiterung der militärischen Mate- rialrcseroen bestimmt. Bei der Aussprache wies das liberale Mitalied de Muralt (Waadt) auf die jüngsten Pressemeldungen hin, daß der deutsche Generalstab einen Durchmarsch durch den Schweizer Jura plane, um im Kriegs- falle schnell nach Frankreich vordringen zu können. Diese Meldungen erhöhten naturgemäß die Notwendigkeit, die Kriegsniaterialreseroen so schnell wie möglich zu ergänzen. Bundesrat M i n g e r, der Ches des Militärdepartements, erklärte, die Meldungen entfehrten nicht einer gewissen Sensation. Es sei selbstverständlich klar, daß die Nach- barn der Schweiz ihre Lage und die Verhältnisse des Landes bei ihren Aufmarschplänen mit in Be- rcchnuna zögen. Wenn die Schweiz mit ihrer Armee imstande sei, einen Durchmarsch rasch zu ver- hindern, so werde sich jede Großmacht hüten, einen solchen zu versuchen. Die Öffentlichkeit möge die Ruhe bewahren gegenüber solchen Meldungen, die nichts besonderes Neues besagen. Aber die entsprechenden militärischen Vorbereitungen müßten natürlich getroffen werden, denn die internationale Lage sei sehr verworren. Der Bundesrat werde demnächst dem Parlament noch eine weitere Vorlage zur Beschaffung von Rncgdmaterial in höhe von 85 Millionen vor- legen, so daß insgesamt Neuanschaffungen in höhe von über 100 Millionen Fran- k e n erfolgen.
•
Es muß aufs tiefste bedauert werden, daß der Bundesrat Mmger es nicht für erforderlich gehal- ten hat, die gemeine Propagandalüge des deutsch- feindlichen Propagandisten Poliakoff über einen angeblich geplanten deutschen Durchmarsch durch die Schweiz niedriger zu hängen. Daß Deutschland die Unabhängigkeit der Schweiz in keiner Weise anzu- tosten willens ist, haben eben erst die Reichsmini- ster Neurath und Goebbels in Genf dem Bundes- rat Motta gegenüber besonders betont.
politische Giftmischer.
Deutschland weist neue haltlose Verdächtigungen Poliakofftz zu rillt.
Berlin, 10. Okt. (WTB) Amtlich wird mit- geteilt: Am 29. September ist bereit» eine Beröffent- Hebung de» unter dem Pseudonym Augur seit Jahren in der Londoner Preise in deutsch, feindlichem Sinne schreibenden Russen Polio- koffs über einen angeblichen deutschen Ein- marschplan durch die Schweiz nach Frankreich dementiert worden. Dieses Dementi verhindert Herrn Poliakoff nicht, seine ..Enthüllung" erneut in belgischen und französischen Büftern zu wiederholen. Der Gedanke, d a » a b g e r ü ft 11 e Deutschland, das der prmn Höfte# Sicher Hecks-
mittel entbehrt, denke an eine Offensive
wurde.
ben Hobe, Zeuge seine
in, daß der andere
er oder später als er gemacht
tagt.
Ein Ersuchen der Reichskanzlei.
Berlin,
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habt, daß zwei Leute mit Bran
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I wird eder [enbar
van der Lübbe: 3a.
Oberreichsanwalt: wir mal durchexerziert, aber einmal fragen: haben teilet? haben andere
van der Lübbe: Da» kann ich nichlsagrn. (Bewegung.)
Dimitroff: Lr will nicht zugeben, daß er ein Werkzeug gewesen ist.
Rechl»anwalt vr. 5 ad : Dimitroff hat gemeint, daß van der Lübbe ein mißbrauchte» Werk- zeug von anderen fein müsse. (Dimitroff: So ist es!) 3d) Halle es für meine pflicht, dem Senat da» zu unterbreiten und glaube, daß der Oberreich»- anwalt von sich au» hier vielleicht eingreifen wir».
haben da» ja schon eiu- ich möchte trotzdem noch andere e» oorbe- 3hnen geholfen?
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Äod) m-
daß er nur eine Person gese
führung der Schnellfeuerkanone, mit der auf ein» ein Unterfeeboot darstellende Zielscheibe geschosiei
Der nächsteZeuge, Kaufmann K u h l, sah aH einem Spaziergang, den er mit seiner Frau und einem befreundeten Herrn am Abend de» Reichstagsbrandes unternommen hatte, vorn Bismarck- Denkmal aus Lichtschein in zwei Fen st er« des Reichstags. Beim Näherkommen sahen sie, wie ein Vorhang in Flammen a u f g i n| Kuhl und sein Freund seien im Laufschritt bi» zu« Haus des Vereins deutscher Ingenieure geeilt, ao sie hineingerufen hoben: Reichstag brennt, Feuerwehr anrufen. Sie seien bann zurückgegangen und hätten bann auch Feuerschein in drei Parterr«- feftern des Reichstaas bemerkt. Einen offenstehendtnl haben sie nicht gesehen. Frow
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9er Vreußische b( trfodrite äufn«! «r-ocün hat in lohnten fajt Bin. Die nordisch i, da» höchste r jken frühzeitig ktt, die ötftntlü
«•■lr hat sich l k rm dusgebiß j<i über sehr hi Achtung an. € Bfttitninternehrr n i aürni ausslas r t Erfolg an d lin Neunork gri li, über, deutschi ßl noch immer n litws die Delle le'traft Bis Bblimeinung nc Britein zu trndbi •im Strafte bt
tung Frankreichs, die als offiziös gilt, erschienen sind, hat hier starkes Befremden heroorge- rufen.
Oer Nichtangriffspakt der Ostmächte.
Warschau, 10. Okt. (TU.) Der rumänische Außenminister Ti tu le sc u hat in Warschau eine Reihe offizieller Besuche gemacht. U. a. wurde er vom Staatspräsidenten Mascicki, der ihm den
weist jedoch daraus hi Beobachtung ja früh, haben könne.
Oer Prozeß gegen die Reichsiagsbrandsiister wird am Taiori fortgesetzt.
Oie Entdecker des Brandes als Zeugen vor dem Reichsgericht.
Werken der Blackburn, Flugzeug • Gesellschaft tu Brough-Vorkshire fertiggeftedt worden ist, rourbtl in Anwesenheit von Beamten des englischen Lusbl fahrtministeriums und ausländischer Marineattache, getauft. Es handelt sich um das erste Flug, boot eines neuen Typs, von dem vier Maschinen in Auftrag gegeben worden find. Di, „Perth" besitzt drei Rollsroyce-Mowren von jt 930 PS, hat eine Reichweite von 1500 Seemeilen (— 2400 Kilometer) und eine Stun» dengeschwindigkeit von 132 Meilen (= 211 Kilo- meter). Die flusrüftung besteht aus einer im Bug angebrachten Schnellfeuerkanone do, 3,75 Zentimeter Kaliber, die in der Minute 10( Granaten abfeuern kann, drei Maschinen gewehren und einer Bombenladuno do, 2000 Pfund Gewicht. Die Besatzung ist fün Köpfe stark. Der Namenstaufe folgte eine Dor-
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durch bie Räume liefen. Der Zeuge glaubt nicht, baß e» sich um brennende Tücher gehandelt habe, denn dann wäre der Feuerschein nicht so gleichmäßig und in gleicher höhe gewesen.
Es wird die Frage erörtert, ob es möglich sei, daß Thaler den Schatten des Einsteigenden für einen zweiten Mann gehaUen habe. Der Vorsitzende schlagt schließlich vor, am Abend eine Ortsbesichtiguno vorzunehmen.
Rechtsanwalt T e i ch e r t ersucht, bei der Drtfl- bcsichttgung abend» auch eine Person mit brennender Fackel unten durch bie Räum, laufen zu lassen.
gleiche Aussage.
Die Verhandlung wird dann auf Mittwoch ver. t a
Berlin, 10. Okt. (WTB.) Im Saal des hausholtsausschusses des Reichstags, dem größten Saal, den der Reichstag jetzt noch zur Verfügung hat, und der nach den Wünschen des Reichsgerichts zu einem Gerichtssaal umgeb a u t worden ist, begann am Dienstagvormittag der zweite Abschnitt des Reichstagsbrandstifter- Prozesses gegen van der ßubbe, Torgler, Dimitroff, Popoff und Taneff. Von einem zahlreichen Aufgebot von Polizei- und Reichstagsbeamten wurde, wie in Leipzig, eine genaue Karten- und Waffenkontrolle durchgeführt. In der Nähe der Portale hatte sich schon am frühen Morgen eine größere Menschenmenge angesammelt, die die Ankunft des Gerichts, der Prozeßbeteiligten und der Angeklagten beobachten wollte.
Mit etwas Verspätung eröffnet um 10.30 Uhr Senatspräsident Jünger die Verhandlung. Das bisherige Verfahren diente dazu, so führte er einleitend aus, die Angeklagten über die umfangreiche Anklageschrift au hören und dabei die sachlichen Streitpunkte soweit klarzustellen, daß die Beweisaufnahme über bte einzelnen Zusammenhänge erfolgen kann. Jetzt Haben die Zeugen das Wort. Senatspräsident Bünger betonte, daß die Zeugen in ihren Aussagen oöl - lig frei und unabhängig sind; nur ihrem Gott und ihrem Gewissen sollen sie sich verantwortlich fühlen.
Beim Aufruf der Angeklagten und der Verteidiger ruft der Angeklagte Dimitroff, als der Offizialverteidiger der drei Bulgaren Dr. Tei - chcrt aufgerufen wird, dazwischen: „Ich verteidige mich allein!"
Al» erster Zeuge wird bann der Stubent Han» Ottomar J l ö t e r vernommen. jlöter, dee in Berlin Theologie skublert, kam am Tage ber Branbftiffung um 21 Uhr etwa vor bem Reichstag vorbei unb Hörle ein Jen st erklirren, bas sich mehrmals wiederholte. Lr sah bann auf dem Balkon vor dem Re- skaurantbelrieb einen Mann, der ein Jen- ster einschlug und Derelnenjeuerbrand in der Hand hielt. Wie der Mann aussah, kann der Zeuge nicht sagen. Lr ist der Meinung, bah der Mann keinen Hut unb keinen Mantel trug. Der Zeuge gibt bie Möglichkeit zu, bah es sich bei dem Jeuerbrand um einen Kohlenanzünder gehandelt habe. Der Zeuge eilte, nachdem er seine Beobachtung gemacht hatte, sofort zu dem pollzeiwacht- meifter Buwert, ber bie Mache auf ber Westseite de» Reichstags hatte und den er am Portal rechts traf und teilte ihm feine Wahrnehmungen mit.
Senatspräsident Bünger weist den Zeugen Flöter auf eine Zeugenaussage hin, daß zwei Männer gesehen worden seien, wie sie in den Reichstag einstiegen. Der Zeuge erklärt nachdrücklich,
nb yi tum Vonnl k'tdtn bu Stobv frfriltn mit atttn 1 iit Gmnabmtn Kd) dem Krieg i h nur schwer foumaliftcn, die Nvn, unb, obu ß'werde keine dummen zusam M der 3nfla riwchl, gegen I isuche blieben
3.--re der Lchei “ e abgelöft wu [ihren. Totsäch P^^cr immer x'-°g er keine U IMS nur der, t ppi nicht bemii r*1#n Kann a
Der Oberreichsanwalt wünscht zu wissen, welche Farbe die Kleidung des Mannes hatte, woraus der Zeuge aber keine bestimmte Antwort geben kann. Er weiß nur, daß es nichts Helles war.
Der Angeklagte Dimitroff fragt, was der Wachtmeister gesagt und getan hat, als der Zeuge ihm seine Beobachtungen meldete. Zeuge: Der Wachtmeister hat nur einige abgerissene Frage- artikel gebraucht, wie „Was?" oder „Wo?", sonst war nicht viel Zeit zum Reden, und ich gab bann dem Beamten noch einen Stoß in den Rücken, da- mit er sich beeilen sollte.
Dimitroff: Gehörte der Zeuge einer Partei an und welcher?
Zeuge: Ich habe niemals in meinem Leben einer Partei angehört. Außerdem möchte ich dem Angeklagten mitteilen, daß es meines Erachtens unmöglich ist, daß parteipolitische Wil- lensbildung die Gesetze der Optik modifizieren könnte. (Heiterkeit.)
AeF eine Frage des Verteidigers, Rechtsanwall Dr. S a d, sagt Der Zeuge, er habe von Dem Verhallen des Polizeiwachtmeisters den Eindruck ge- habt, daß der Beamte feine Meldung von dem Vorgang am Reichstagsfenster für unfaßbar unb unmöglich im ersten Moment hielt.
Angeklagter Torgler: Der Zeuge spricht von der Aufregung, die sich seiner bei der Be- obachtung de» Vorgangs bemächtigt habe. Ist es nchtig daß er trotz dieser Aufregung g l e i ch n a ch Hause gegangen ist, ohne sich um die weitere Entwicklung der Dinge zu kümmern?
3eugc Floter: Ich hatte an diesem Ta'ge kein Butterbrot in die Staatsbibliothek mitgenommen. 3d) war also hungr i g und bin deswegen gleich in meine nahegelegene Wohnung in der hindersin- straße gegangen. Dort habe ich mich aber nicht lange ausgehalten, sondern bin bald wieder her- unteraefommen.
pollzeioberwachtmeistcr Buwert erklärt al» 3eugt: Jlad) seiner Schätzung sei Jlöter ungefähr fünf Minuten nach 21 Uhr ju ihm gerannt grfom- men und habe ihm von der klirrenden Jenllerschelbe Mitteilung gemacht, wir gingen zusammen zu dem eingeschlagenen Fenster, erzählt Buwert, e» war bas zweite Jinftci vom poitgl l aus nach
gegen das schwer bewaffnete Frankreich, ist s o ab- wegig, daß ein Dementi eigentlich ü b e r f l ü | • fig ist. Angesichts der wiederholten Behauptungen Poliakosss über einen deutschen Einmarsch- plan durchdieSchwei; nach Frankreich zedoch ausdrücklich festgestellt, datz sie i t Grundlage entbehren. Sie sollen osst dem Zweck dienen, Deutschlands Friedenswillen zu verdächtigen und feinen Anspruch auf Gleichberecht" gung zu diskreditieren. Daß die Artikel Poliakoffs t m „Petit Parifien", der verbreitetsten Zei-
bamit man sieht, ob etwa Spiegelbildung der Milch» glassenster den Eindruck entstehen läßt, daß zwtt Personen laufen.
Als der Angeklagte Dimitroff wieder unzulässige Fragen stellt und Verdächtigungen ausspricht, ruft der Vorsitzende: Wenn Sie so fortfahren, werd« ich Ihnen keine Beachtung mehr schenken. Dimi« troff: In diesem Prozeß, Herr Präsident, bin ich nicht Sdjulbner, sondern Gläubiger, da» möchte..» Vorsitzender: Ich entziehe Ihnen jetzt da» Wort« Dimitroff: Ich protestiere.
Der Angeklagte van der ßubbe wird hieraim an den Richtertisck geführt, um sich zu den letzten Zeugenaussagen zu äußern. Van der ßubbe ver- folgt seine alte Taktik. Bald antwortet er mit 3g, bald mit Nein. Manchmal schweigt er und gibt bann roieber verwirrte Auskünfte. Der Verteidiget von der Lübbes, Rechtsanwall Seuffert, ermahnt den Angeklagten. Sie stehen, so sagte er, wie wir aus den Briefen Ihrer Angehörigen wissen, auf bem Stanbpunkt, ich werbe nie mejne Mithelfer verraten und werde immer dafür sorgen, daß sie nicht verraten werden. Wenn Sie wirklich glauben, daß den Mitangeklagten Unrecht geschieht, bann haben Sie doch e r st recht Veranlassung, klar Ihre Meinung zu saft e n.
Vorsitzender: Sind Sie allein dngeftiegen aa diesem Abend?
Ban der Cubbe: 3a.
Borsihender: haben Sie den Reichstag allein angesteckt?
Dimitroff ruft dazwischen: Da» ist unmöglich, da» ist ausgeschlossen, Jöiot.
Borsihender. Schweigen Sie, Ich entziehe 3hnen da» wort. 3d) frage Sie nochmal» van der Luböe: haben Sie den Reichstag allein angesteckk?
doch kein 3W L «och oon a ttbtrtin W ■.r> wtnn d w «J Wit”
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| Nr jur jrtoe Anspruch« , 5qs an dielen i die Musi bauermchk, du I-btn den 2
Orden de» «Weißen Adlers" überreichte, ferner vom Marschall P i l s u d s k i und dem Ministerpräsidenten Jendrzejewicz, sowie vom Autzenmini- ster Beck empfangen. Am Nachmittag machte Titulescu beim s o w j e t r u fs i s ch e n Gesand - ten Antonow-Owsiejenko einen Besuch, um die rumänische Ratifikationsurkunde über ben Londoner Pakt Der Ostmächte, die bie Definition Des Angreifer» enthüll, zu überreichen. Anschließend sand in der rumänischen Gesandtschaft ein Frühstück statt, an dem auA Der Sowjetgeiandte teilnahm. Angesichts des Umstandes, daß zwischen Rumänien und Sowjetrußand keine offiziellen diplomatischen Beziehungen bestehen, wurde diese Einladung beson- ders beachtet. Titulescu hat dann Warschau ver- lassen.
Jteueä englisches Kriegsflugboot.
London, 10. Okt. (TU.) Ein neues schwer be- waffnetes Riesen-Flugboot für die englischen Luftstreitkräfte mit dem Namen „Perth", das in den
ÄuTn^iWe'rte die Ereignisse In ber gleich^ fr A N
Weise. Sie hatte ben Eindruck., baß t« nur eifll
Mann war, der mit einem Fcuerbrand durch b« Wr t LÄture9 Erdgeschoß lief. Auch der Freund des Raufmanni k
Kuhl, Buchbinder Freudenberg, macht etwa bi 1
recht». Gegenüber dem Fenster sa hen wir, wie die Flamme hochging. 3ch nahm an, daß ein Stör brannte, wir beobachteten eine weile bas Jener, darauf sagte ich zu dem Zeugen: „Rennen Sie doch schnell rüber zur Brandenburger- Tor-Wache und alarmieren Sie sie. Sagen Sie, daß derRelchstagbrenntk" Darauf rannte der Zeuge weg.
Borsihender: war da» bestimmt auch Jlöter?
Zeuge Buwert sagt, nach seiner Ansicht sei es Jlöter gewesen. Buwert gibt aber auf Borhalt zu, daß es sich auch um einen anderen Zeugen, Thaler, gehandelt haben kann.
Der Zeuge Buwert schildert bann weiter seine Beobachtungen. Der Mann, der mich auf da» jener aufmerksam gemacht hatte, ging bann in Richtung Brandenburger-Tor wache weg. Rach ungefähr zwei Minuten sah ich bann mit einem Male im D arte r r e ein Jener, einen Lichtschein. L» sah au», a l » wenn ein Mann eine Jatfel in der Hand hatte und Damit Im Erdgeschoß in Richtung Brandenburger Tor entlang rannte. 3d) rannte mit unb zog Dabei schon meine Pistole.
Vorsitzenber: van ber ßubbe behauptet, es sei ein Tischtuch gewesen, bas er hinter sich herschleifte, Sie sprechen von einer Fackel.
Zeuge: Was ich sah, war höher, deshalb hielt ich es für eine Fackel. Einen Mann habe ich überhaupt nicht gesehen.
Aus ben weiteren Bekundungen des Zeugen ergibt sich, daß er, nachdem er geschossen hatte, von Der Rampe sprang und zu dem Fenster lief, in das er geschossen hatte. Das Licht war aber verschwunden. Als ber Zeuge nun bie Freitreppe wieder hinaufging, sah er den Wachtmeister P o e s ch e l. Er schickte ihn zu Portal V des Reichstags, um Dem Pförtner davon Mitteilung zu machen, daß ber Reichstag brenne. Etwa 21.17 Uhr traf nach ber Angabe bes Zeugen Polizeileutnant L a t e i t mit feinen Beamten vor bem Reichstag ein. Die Feuerwehr kam schätzungsweise brei bis fünf Minuten später.
Angeklagter Dimitroff: Wann hat ber Zeuge bemerkt, daß es sich um eine Branbftiftung handelte?
Zeuge Buwert: Daß eine Brandstiftung vorlag, habe ich erst bemerkt, als ich an den Fenstern den sich fortberoegenben Feuerschein
Rechtsanwalt Dr. Sack: Unb da hat ber Zeuge sofort geschossen?
Zeuge Buwert: Nein, solange der Schein sich bewegte, hätte das Schießen keinen Zweck gehabt. Am vorletzten Fenster stand der Feuerbrand aber einen Moment still, unb ba habe ich hineingeschossen.
Der 21jährlge Schriftsetzer Thaler erklärt bann al» Zeuge: 3d) kam vom Brandenburger Tor her am Reichstag vorbei und wollte zum Lehrter Bahn- Hos. An der Lcke de» Reichstag», ehe ich zum Hauptportal kam, hörte ich laute» klirren. Al» ich in der Richtung des Schall» blickte, hatte ich Den LinDruck, als ob ; w e i p e r s o n e n neben Dem Hauptportal In einjenster einstiegen. Der eine war eben In das eingeschlagene Jenster hinein- gekrochen, auf da» Gesicht de» anderen fiel eben noch der Schein der Laterne von der Lcke be» Reichstag» her — ich war allerbing» ziemlich weit entfernt — und dann flieg auch er ein. 36) lief zur Lcke zurück und rief den Schuhmann, Den ich kurz vorher an Der Seite Dee Reichstag» überholt hatte, zu, er solle Herkommen, e» steige einer ein. Als Ich zurückkam, war schon ein Schupo Da und ein anderer Herr. Da brannte e» bereit» oben.
Auf Die Frage des Vorsitzenden, ob der Mann, der einftieg, etwas in der Hand hatte, erklärte ber Zeuge Thaler, baß es zu diesem Zeitpunkt doch vollkommen dunkel gewesen sei. Das Gesicht der zweiten Person habe er als weißen Hellen Fleck gesehen. Auf weitere Fragen erklärte der Zeuge, daß durch drei Fenster des Restaurantsaals Feuerschein zu sehen war, und zwar habe es lichterloh gebrannt. Nach seiner Meinung müsse es auf der gegenüberliegenden Seiete dep Saals gebrannt haben, während kurz Darauf auch an den Fenstern selbst Feuerschein aufgeflammt fei. Der Vorsitzende weist hier Darauf hin, daß diese Darstellung m i t d e r des Angeklagten van der Cubbe überein st Imme, der erst die Portieren an ber Tür und dann die an den Fenstern angesteckt habe.
Aus eindringliche Fragen des Vorsitzenden erklärt Thaler, er habe ben bestimmten Embruck ge-
W4 oanbti.
Schluß mit demGinladungSunfu^ faS an oberste Reichsbehörden. L'L K
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10. Okt. (WTB.) Der Staat, ?8,d)rIinl fefretär in ber Reichskanzlei gibt unt« ch ln V5 ®ur& anberem bekannt: In letzter Zeit haben E i n^ tq ^tyan labungen an den Herrn Reichskanzlei tz, Vthri Un8 unb bie Herren Reichsmini ft er zu Feßft * D0|/ J J9ms lichkeiten unb Veranstaltungen aller Art « i n <■ lfr//nu^8fnt $e gerabeju ungeheuren Umfang ongq E, vsse nommen. Solche CEinlabungen gehen nicht etwa unt , . 8- von Reichsoerbänden unb Gesamtverbänden au| fr atah.ly *n d sondern vielfach auch von örtlichen und klein« > « "’n^e J Vereinen. Häufig erfolgen die Einladungen gleich e, ®“ri>e fr zeitig mit der Bitte um Bewilligun einer Geldspende ober um StIftun ' ’e’ eines Preife » ; sie sind dann oorsichtshalb« Msh.. an sämtliche Reichsmini st er gleich zeitig gerichtet in ber Holfnung, w e n i ft st e n« von einer Seite mit einem Besuch beetn 3erf. ober einer Spenbe teilhaftig zu werden. DiMG^. D> 10.Off Fülle der Einladungen — man kann trotz ..IMS guten Absicht geradezu von einem Einladung«tz trb ^ber unfug sprechen — verursacht in den ZentrM>» j,-°'il,g beworben bes Reiches einen völlig nutzlosen jur >
zeitraubenDen Schriftwechsel. Der Herr W e i 6) ti fr- Hen. ® r an ,0 er ersucht Daher -- auch im Hinblick a
Das Winterhilfswerk, f ü r b a » a U* Nt(e Kräfte angespannt werben müssen — oM fr Ljfo einer Einladungen der gekennzeichneten Art abzusehs^ $rn'^f g


