Ausgabe 
11.5.1933 Frühausgabe
 
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endgültig überwunden worden ist. Wir befinden uns damit aber auch in der Zeit, da wir d i e Frage des Neuaufbaues unserer Wirtschaft lösen müssen. Cs muh eine Staatsführung entstehen, die eine wirk­liche Autorität darstellt, die nicht abhängig ist von irgendeiner Gesellschaftsschicht, einer Staatsführung, zu der ein jeder das Vertrauen haben kann, daß sie nichts anderes will als des deutschen Volkes Glück (stürmischer Beifall), eine Staatsführung, die zugleich von sich mit Recht sagen darf, sie sei unabhängig nach jeder Seite hin.

2Nan hat geredet, dah die Herrschaft der Bourgeoisie abgelöst werden müsse durch die Herrschaft des Proletariats, d. h. dah es sich nur um einen Wechsel der Diktatur von Klas­sen und Ständen handelt, während wir dem Volk die Diktatur des Volks in seiner Gesamtheit auferlegen wollen. (Starker Bei­fall.) Wir sehen nicht als entscheidend an eine Lebensstellung und einen Lebensstand. Alles vergeht einmal, und was bleibt, ist die Sub­stanz an sich, aus Fleisch und Blut, unser Volk. Und nur dem soll man sich verantwort- lich fühlen. Rur dann wird man die erste Vor­aussetzung schaffen zur Heilung auch unseres

schlimmsten wirtschaftlichen Schadens.

Weiter ist notwendig, daß man alle die Erschei­nungen beseitigt, die menschliche Schwächen bewußt mißbrauchen, um ein tödliches Unternehmen damit durchführen zu können. Wenn ich immer wieder vor der deutschen Nation erklärte, daß ich meine Aufgabe darin sehe, den Marxismus zu vernichten, dann war das keine Phrase, sondern ein heiliger Schwur, den ich erfüllen will, solange ich überhaupt einen Atem­zug tue. (Stürmischer Beifall.)

Wir werden die Verbände von dem Einfluß derjenigen befreien, die nun glaubten, in ihnen eine letzte Rückenstärkung zu besitzen. Wir nehmen ihnen diese Organisationen ab, nicht, um alles zu konzernie- ren, sondern um alles z u retten, was an Spargroschen dort hineingelegt wor­den i st und um weiterbin d i e deutschen Ar­beiter zur Gestaltung der neuen Verhältnisse a l s gleichberechtigte Kontrahenten hin­zuzuziehen. (Stürmischer Beifall.) Es soll kein Staat aufgebaut werden gegen den Arbeiter, nein, mit ihm soll er gebildet werden! (Beifall.) Wir wollen in ihm das Gefühl wecken, daß er gleichbe­rechtigter Deutscher ist. Man rede nicht immer nur von Recht, man rede dann auch von der Pflicht. Der deutsche Arbeiter muß für die Millionen der anderen Seite die Ueberzeugung beseitigen, als stehe er etwa dem deutschen Volk und seiner Erhebung innerlich fremd gegenüber. Gewiß wird es Elemente geben, die das nicht wollen. Die gibt es aber auch auf der rechten Seite! (Langanhaltender stürmi­scher Beifall, Bravo- und Heilrufe.) Ueber sic alle wird das Schicksal zur Tagesordnung übergehen! (Erneuter starker Beifall.) Die Schichten sollen s i ch untereinander verständigen und ver - stehen. Wenn manchesmal vielleicht ein Zweifel ommen sollte, dann wird es die Aufgabe der Regie­rung fein, die Hände, die sich lösen wollen, wieder ineinanderzufügen. (Bravo!)

Damit hat die Zusammenfassung der deutschen Arbeiterbewegung einen großen mora­lischen Sinn. Wir wollen, wenn wir nun den Neuaufbau des Staats, der als (Ergebnis von sehr großen Konzessionen auf beiden Sei­ten sein muß, durchfuhren, daß sich zwei Kon­trahenten gegenübersiehen. die beide im Herzen grün dsählichnationalden- ken, die beide grundsätzlich nur ein Volk vor sich sehen, die beide alles andere grundsätzlich zurückzustellen bereit sind, um dem gemeinsamen Nutzen zu dienen. Nicht Besiegte darf es geben ober Sieger, außer einem einzigen, und dieser Sieger muß unser Volk fein? (Stürmischer Bei­

fall.) Es soll der Sieger sein über Klassen. Stände und Einzelinteressen.

Damit werden wir von selbst zur Veredelung des Begriffs der Arbeit kommen. Auch das ist eine Tat, die nicht von heute auf morgen zu lösen ist. Hncnttoegt aber wird die Bewegung, die ich und meine Mitkämpfer repräsentieren, das Wort Arbeit zum großen Ehrentitel der deutschen Ration erheben. Richt umsonst haben wir dieses Wort in den Ramen unserer Bewe­gung eingeführt. Das hat uns keinen Ruhen gebracht, sondern im Gegenteil Haß und Tln- verstand und Verständnislosigkeit. (Sehr richtig!) Wir haben es aber gewählt, weil wir mit dem Sieg unserer Bewegung dieses Volk auch siegend emporheben wollten! (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Wir wollten, daß sich in diesem Wort am Ende neben dem Begriff Volk die zweite Basis findet, die der Einigung der deutschen Arbeiter. Denn wer wirklich edlen Willens ist, kann nichts anderes tun als sich selbst stolz zu diesem Wort zu bekennen. Ich bin an sich ein Feind der Äebernahme aller Ehrentitel, und ich möchte auf meinem Grab­stein nichts anderes haben als meinen Ramen.

Aber ich bin nun einmal durch meinen eigen­artigen Lebensweg befähigt, das Wesen und das ganze Leben der deutschen Stämme zu verstehen und zu begreifen, weil i ch f e l b ff mir als Arbeiter auf dem Bau mein Brot verdiente, und weil ich jahrelang als gewöhnlicher deutscher Soldat in diesen breiten Massen gestanden habe. Dann aber auch, weit das Leben mich i n d i e andere Schicht des Volkes hineingeführt hat, so daß ich sie besser kennenlernte als die, die in ihr geboren sind. So hat, glaube ich, das Schick­sal fnich bestimmt, ehrlicher Makler zu sein, nach jeder Seite hin.

Ich bin persönlich nicht interessiert. Weder bin ich abhängig vom Staat noch von einem öffent­lichen Amt, noch von der Wirtschaft, nicht von der Industrie und nicht von irgendeiner Gewerk­schaft. Ich bin ein unabhängiger Mann und habe mir kein anderes Ziel gesetzt, als nach meinem Vermögen und Können dem deutschen Volk zu nutzen (Bravo!), vor allem den Millionen Menschen, die an sich vielleicht am meisten ge­schlagen sind dank ihrer Gutgläubigkeit, ihrer Un- kenntnis und der Schlechtheit ihrer früheren Füh­rer. Ich habe mich immer zu der Auffassung be­kannt, daß es nichts schöneres gibt, als Anwalt d e r e r zu sein, die sich nicht selbstvertei- bi g en können. Ich kenne dieses breite Volk, und ich mochte den Intellektuellen nur sagen: Iedes Deich, das ihr nur auf den Schichten der >In- tellektuellen aufbaut, ist schwach gebaut! (Sehr richtig!) Ich weiß, daß die intellektuellen Schich­ten allzu leicht von dem Hochmut erfaßt werden, dieses Volk lenken zu können nach den Maßstäben ihres Wissens, ihres Verstandes. Alnd doch gibt es hier meist Dinge, die der Verstand der Ver­ständigen nicht sieht, weil er sie nicht sehen kann. Dieses breite Volk ist sicherlich oft schwerfällig, in manchen Dingen schwer von Begriff, nicht so geistreich, aber es hat Treue und Beharr­lichkeit. (Lebhafter Beifall.) Ich kann wohl sagen: Diese Revolution wäre niemals gekommen, wenn nicht meine Gefährten, die breite Masse un­serer kleinen Volksgenossen in unerhörter Treue und unerschütterlicher Beharrlichkeit hinter uns gestanden wäre. (Erneuter stürmischer Beifall.)

Ein Dichler sprach einst ein Work aus: Deutschland wird dann am größten sein, wenn seine ärmsten Söhne seine treuesten Bürger * sind. Ich habe diese ärmsten Söhne vier Jahre lang als Musketiere im großen Weltkrieg ken­nengelernt. Kein Volk hat mehr Recht, seinen unbekannten Musketieren Monumente zu sehen, als unser deutsches Volk. (Lebhafter Beifall.) Diese unerschütterliche Garde müssen wir dem Staat erobern, sie müssen wir dem fom-

Der Dichter des Odenwatdes.

Zu Adam Karrittons 80 Geburtstage am 12. Mai.

Von Will Scheller.

Beim siebenten AbendschoppenAm (Stamm- AH zum faulen Hobel" erzählt Dr. Ebenich, und Schriftsteller, die tragikomische Ge­schichte seines literarischen Erstlings des Ro­mansMichael Hely" der gedruckt wurde, um nach dem alsbaldigen Bankerott des hei­mischen Amateur-Verlegers als Scheiterhaufen eines Volksfestes eine immerhin sichtbare Wir- kung hervorzurufen, die dann freilich bis in das Privatkontor einer hauptstädtischen Verlags- '"ma tenem zündete und damit in der Folge ^Birfung tat, nämlich beim Bücher lesenden d Dr-, Ebenich aber, das ist niemand

anders alseben ich", Adam Karr illon

am 12.®ai 1843 geborene MenschenarzE Weltwanderer und Erzähler, dessen Werk durch die Polarität warmer Lebensenge einmaligen Menschseins und weltweiter Unruhe geistigen Dranges das ihm eigentümliche Gepräge er­halten hat das Kennzeichen des Zuhause­seins mit dem Kleinsten und der Kameradschaft mit dem Größten, kurz, jene seltene Ueberlegen- heit, die die schöpferische Grundlage des Hu­mors zu bilden pflegt.

Karrillon, zu Waldmichelbach im Odenwald geboren und die räumliche Rähe der Pfalz nie verleugnend, ist unter den schwer und grob­knochig mit dem Dasein ringenden südhessischen Waldmenschen ausgewachsen, denen die Rot nicht vsel Ze.t für die Pflege von Gefühlen übrig laßt. Und wie immer die ersten Eindrücke die entscheidenden sind, so hat auch Karrillon viel von dieser bärbeißigen Realistik der Lebensauf­fassung angenommen und in seinem dichterischen Schaffen verlautbart. Ohne sonderlich der Phan­tasie zu bedürfen, spiegelt sich das Menschliche darin, unmittelbar, wie es den Dichter berührt das Menschliche eines Schlages, der, gewöhnt' dem Schicksal mit gleicher Münze zu zahlen, so oder so sich durchzuringen weih, unbekümmert darum, ob dem feinfühligen Beobachter dabei ein paar Späne ins Gesicht fliegen. Aber dieses Menschliche ist durchaus nicht seelenlos, es hängt nur solche intimste Eigenheiten nicht gleich zum Fenster hinaus. Karrillon freilich hat gelernt, ihm trotzdem auf die Spur zu kommen, und eben das gibt seinen Crzählwerken die Sattheit der Farben, die Deutlichkeit der Figuren, die Leb­haftigkeit des Geschehens und die Wärme die von alldem auf den Leser übergeht. Mag er in jenemMichael Hely" (wie fast alles bei ®. ©rote, Berlin) den verschlungenen Schicksals­

weg des Tischlersohns erzählen, der als alter Dkann die Fähigkeit gewinnt, Heimat und Welt­all mit gleich klaren Augen zu betrachten, ober in derWühle von Husterloh" den Kampf zwischen alter und neuer Zeit auf dem Gebiet 'der Technik schildern oder inO domina m e a dann noch einmal ein Seelenschicksal for­men es ist immer ein vollblütiges Geben mit Menschen, das da sich äußert, und dem ent­spricht es auch, dah in alle diese Bücher viel vom eigenen Geben, viel Autobiographisches hin- eingeflossen ist, besonders viel aber inAdams G r o ß v a t e r, einen Odenwälder Bauernroman von Rang, in welchem Karrillon seiner länd­lichen Iugend ein dauerhaftes Denkmal gesetzt hat. Gewiß erscheinen alle diese Romane, soweit es ihren Gehalt an innerem Geben betrifft, an geistiger Einstellung zur Welt und dem Geben auf ihr, in einem hohen Grade subjektiv: aber in einem ebenso hohen Grade wiederum müssen sie, soweit es nämlich ihren Gehalt an äußeren Erscheinungen betrifft, an Szenerien und an Menschen, die sie bevölkern, als objektiv be­zeichnet werden: die Synthese dieser beiden Ei­genschaften findet sich in der bereits angebeu­teten Überlegenheit über alle Problematik, die von einem mitunter grimmigen, aber doch be­freienden Humor gekrönt wird. Das zeigt sich übrigens auch in den Reisebüchern, in denen Äarrillon von seinem Drang ins Weite Zeugnis ablegt, jenem tief deutschen Zug seines Wesens, der ihn nut fast allen Teilen der Erde bekannt gemacht hat.

Art und Ausgabe des Humoristen ist es, den Mitmenschen den Spiegel ihrer Schwäche voc- dS?^!trrt* kvbei er oft genug, wie auch in seinen Novellen aus dem Chattenlande", die erB a u- c r n g e fei ch t es" überschrieben hat, selber unter erscheint. Das nimmt auch k.'11[o"A Satire die Bösartigkeit und gibt feinem (Spott eine echt menschliche Herzens- L^i?ur-acht^Iahrzehnte Menschenlebens Sucher-Dutzend übrigens nicht als Zeichen literarischer Geschäftigkeit gelten: Adam Kv^llon hat freilich spät zu schreiben ange- fangen, und nicht auf die Menge kommt es bei »r Jn,f.fOnb^tn . das Gewicht dessen, was ,an. den Tag gefordert hat. Das ist nun nicht immer leicht auszuwiegen und verbirgt sich manchmal hinter hanebüchener Grobheit und saftigem Witz Wie so viele seiner Menschen ist auch er selbst, der Dichter, in seiner geistigen Erscheinung von rauher Schale, birgt aber einen LQrkCn öer, bDn lener schützend umhüllt wird. Wer ihn aber zu finden weiß, mag an dem edlen und kräftigen Schmack dieses Ge­wächses aus urdeutschem Boden Ursache köstlichen Genusses finden.

noch

bei er!

Gauleiter Sprengers Stellvertreter.

rnenden Deutschen Reich, dem Dritten Reich ge­winnen. Das ist mit das kostbarste, was wir geben können. (Erneuter lebhafter Beifall.) Weil ich glaube, daß ich nun dieses Volk bes­ser kenne als irgendein anderer, der vielleicht das übrige Volk kennt, bin ich nicht nur bereit, in dem Volk diese ehrliche Maklerrolle zu über­nehmen, sondern ich bin glücklich darüber, daß das Schicksal mir diese Rolle zuteilen kann. Ich werde keinen größeren Stolz in meinem Leben besitzen als den, am Ende meiner Tage sagen zu können: Ich habe dem Deutschen Reich den deutschen Arbeiter erkämpft?

Als der Reichskanzler sich zu seinem Sitz zurück- gab, erhoben sich die Anwesenden von ihren Sitzen, hoben die Hände zum Gruß und brachten ihm

Hochschulnachrichten.

Der bekannte Heidelberger Mineraloge Ge­heimrat Professor Dr. Viktor Goldschmidt ist in Salzburg, wo er sich vorübergehend aufhielt, um

, Ehrungen zu seinem 80. Geburtstag zu ent­gehen, gestorben. Goldschmidt, der aus Mainz s . mmte und ursprünglich Bergingenieur war, wirkte seit 4Z Jahren in Heidelberg und hat hier sein mine° ralogtfdjes und kristallographisches Institut zu einem wichtigen wissenschaftlichen Zentralinstitut ausgebaut. Geheimrat Goldschmidt, der schon feit längerer Zeit ferne Vorlesungen mehr hielt, war mehrfacher Ehrendoktor und Mitglied zahlreicher wissenschaft­licher Akademien des In- und Auslandes.

würdigen 1. Kongreß nicht besser zu schließen, als daß ich Sie bitte, sich zu erheben und mit mir ein- ziistimmen in den Ruf: Der deutschen Nation und damit dem deutschen Arbeitertum, dem Herrn Reichspräsidenten und dem Führer in die deutsche Freiheit Adolf Hitler Sieg-Heil! Die Versammlung stimmt begeistert in den Sieg-Heil- Ruf ein und singt zum Schluß das Horst-Wessel-Lied. Der Vorsitzende schließt den Kongreß. Die Kundgebungen für den Reichskanzler dauern minutenlang fort.

bescheidenen und zarten Klavierinstrument, das da­bei starke Ausdrucksmöglichkeiten besitzt. Sein voll­kommenster Typ, das vielbesungene Lieblingsin- ftrument einerempfindsamen" Zeit, wurde von Harlan nachgebaut. Dem Clavichord folgte später ein S p i n e 11 -- die kleine Form des Cembalo, das wegen seiner stärkeren Durchschlagskraft zum Ensemblespiel wertvolle Dienste leistete. Auch die Gaute tritt wieder auf in ihren verschiedenen Cnt- wicklungsstadien. An Streichinstrumenten sind vor allem die chorisch d. h., in Sopran-, Alt-, Tenor- und Baßlage gebauten Gamben zu nennen: dann ein ungemein lieblich klingendes, vielfach verwendetes Quinten (eine fünfteilige Diole, in der Größe zwischen Geige und Bratsche, und schließlich für Giebhaber ganz früher Musiken, die dreisaitige mittelalterliche Fiedel (Diellei mit ihrem starren, drehleierartigen Ton.

Beim Bau aller dieser Instrumente läßt man sich weniger von technischen Voraussetzungen als vielmehr von einer bestimmten Klangvorstellung leiten. Deutlich spürt man. wie diese Bewegung bemüht ist, dem den erhaltenen alten Instru­menten abgelauschten, durch Studium von Schrif­ten und Werken der bildenden Kunst weiter be­wußt gemachten Klangideal nachzustreben.

Wenn die Träger dieser Bewegung nun Musik ?es Mittelalters, der Renaissance- und Barockzeit im originellen Klanggewande neu erstehen lassen so ist die historische Arbeit nicht Selbstzweck. Viel­mehr wollen sie durch die Wiederbelebung der in ihrer unbeschwerten, jedem Pathos fernen Haltung der alten Musik an der Erneuerung der um eigene Form und eine neue Klangwelt noch ringenden gegenwärtigen Musikübung mitarbeiten, und allen möglichen Musiziergemeinschaften Anre­gung geben, wie ohne Aufwand an virtuosem Können eine Fülle wertvollen und köstlichen Spiel- gutes. zur eigenen Erbauung der Ausübenden und für einen kleinen Hörerkreis, lebendig gemacht werden kann.

Hessische Schutzpolizei und Wehrverbande.

D a r m st a d t, 10. Mai. Die Staatspressestelle teilt folgende Verfügung des Staatskom­missars für das Polizeiwesen D r. Best mit: Wie in Preußen, erscheint eine Regelung des Verhältnisses der hessischen Lan­despolizei zu den Wehrverbänden in Hessen angebracht. Nachdem die Wehrverbände zu öffentlich anerkannten Organisationen mit eigenen Dienststrafbestimmungen erhoben worden sind, ist die Mitgliedschaft zu diesen Organi­sationen für Angehörige der Landespolizei, die selbst einen Grundpfeiler der bewaffneten Macht des Staats bildet, unmöglich geworden. Anderseits soll die Landespolizei des nationalsozia­listischen Staats in einem Geist den Wehroer- bänden als ebenbürtiger Verband zur Seite stehen. Den Offizieren und Mannschaften der Landespolizei ist deshalb untersagt, Mitglied der SS., «A. oder des Stahlhelm.oder eines andern W e h r v e r b a n d e s zu fein. Wer Mit­glied ist, hat förmlich feinen Austritt zu er­klären. Offiziere und Mannschaften bet Landes­polizei, die zu andern Dienststellen kommandiert, nicht im Verband der Landespolizei Dienst tun, fÖnnen mit meiner besonderen Genehmigung ihre Mitgliedschaft und Mitarbeit in den Verbänden auf­recht erhalten.

M Fiedel, Gambe und Vloüflöte

Von Dr. ($. Schröder, Mitglied des Harlan-Trios.

Eine der reizvollsten Wiederentdeckungen unserer Zeit sind die Hausmusikinstrumente früherer Zeiten. Wie sie zu neuem Geben erwachen, erzählt hier eine berufene Künst­lerin, die selbst eine ganze Reihe dieser In­strumente hervorragend spielt.

Im vorigen Iahrhundert setzte eine starke histo­rische Bewegung auf musikalischem Gebiet ein. Der nach rückwärts gewandte Blick der Romantik spurte das vergessene Volkslied auf; auch entdeckte man Höhepunkte früherer Stilperioden: Dach und Händel, Schütz, Palestrina. Zahl­reiche Vereinigungen zur Pflege der alten Musik wurden gegründet und Ausführungen aller Art veranstaltet. Das alteCollegium musicum", eine Musiziergemeinschaft, lebte wieder auf; hier wurde die Musik vergangener Zeiten zu neuem klingendem Geben erweckt.

Die Wahl der Instrumente spielte bei diesen Versuchen zunächst eine untergeordnete Rolle: man nahm, was zur Verfügung stand. DiePräto- nus-Orgel" (eine nach den Angaben des im 17 Iahrhundert lebenden Theoretikers und Musikers Michael Prätorius neu erbaute Orgel im Collegium musicum wies den Weg zur Abkehr vom romantischen Klangideal.

Zur selben Zeit schon, aber kaum in bewußtem Zusammenhang mit den wissenschaftlichen Be­mühungen an den Hniberfitäten mehr aus eige­nem Basteltrieb, und eben dem allgemeinen Zeit­bedürfnis nach einem neuen durchsichtig klaren weniger massiven als intensiven und farbigen Klange folgend begannen einzelne Instrumen­tenbauer mit der Neukonstruktion alter Instru­mente. Das Cembalo und dieTenvrgambe in ihren spätbarocken Formen waren schon mit der B ach - Renaissancebewegung wieder aufge- kommen. Sie dienten in erster Ginie Konzert­zwecken: großen Orchester- und Oratorienauffüh- rungen, solistisch-virtuosem Spiel. Späterbrachte die Wendung vom Konzert zur Laienmusikpflege in Schule, Haus und Iugendgemeinschasten eine Neugestaltung des Instrumentarismus für diese Zwecke mit sich.

Tatkräftig von Peter Harlan unterstützt, ver­suchte man wieder Blockflöten zu bauen, welche man zahlreich in den Museen fand und die, tote man aus der musik-geschichtlichen Literatur, sowie aus bildlichen Darstellungen feststellen konnte, jahrhundertelang eines der verbreitetsten ^^-^^^btesten Instrumente gewesen sind. Das gleiche gilt vom Clavichord, einem überaus

ft ü r m i f dj e Heilrufe bar. Nachdem sich der starke Beifall gelegt hatte, nahm Reichsarbeitsmini­ster S e l d t e das Wort zu einer Ansprache, in der er ausführte: Unser verehrter Herr Reichskanzler, der die Schirmherrschaft der deutschen Arbeitsfront übernommen hat, hebt die sich vielfach bekämpft habenden Richtungen heraus aus dem Zwielicht des Parteihaders und aus dem Mißklang einer ver­gangenen Zeit. Die Arbeit zum Wohl Deutschlands ist Sinn und Zweck all' unseres Gebens. In herzlicher Verbundenheit mit Ihnen und selbst werktätig ausgewachsen, gebe ich meiner Ge­nugtuung Ausdruck über die Schaffung dieser Ar­beitsfront. Sie muß in meinen Augen z u jener echten und wahren Volksgemeinschaft führen, für die auch ich nicht vergeblich viereinhalb Jahre draußen und 14 Jahre nachher gekämpft haben will. Ich grüße Sie alle herzlichst und mensch- lichst und kameradschaftlichst mit einem Glückauf! Glückauf der deutschen Arbeit! Glückauf unserer gemeinsamen deutschen Zukunft! (Anhaltende Heilrufe und Händeklatschen. Die Versammlung er­hebt sich von den Plätzen.)

Vorsitzender Schmeer: Ich wüßte diesen denk-

D a r m ft a b t, 10. Mai. (WSN.) Gauleiter Sprenger, Hessens Statthalter, hat den seit­herigen Stabsleiter H e y s e zum stellvertretenden Gauleiter für Hessen ernannt. Heyse, Sohn eines Pfarrers und jetzigen Schulrats a. D., ist in Mühl­hausen (Thüringen) geboren und steht heute im 31. Lebensjahr. Er hat die Reifeprüfung eines Gym­nasiums, den Diplom-Volkswirt auf Grund von Stu­dien an den Universitäten Leipzig und Frankfurt und ist gleichzeitig nad) dem Besuch einer Fachschule für Weberei staatlich geprüfter Werkmeister für Tuchweberei. Bis 1924 war er (vor seiner akademi­schen Zeit) als Kaufmann bei einer deutschen Groß­garnfirma tätig. Schon 1919 Zeitfreiwilliger, be­kannte er sich früh zum Nationalsozialismus und trat 1923 in die NSDAP, ein. Im Jahre 1929 wurde er vom damaligen Gauleiter Ringshausen als Gau- geschäftsführer und Propagandaleiter nach Hessen gerufen. Im Juni 1929 übernahm er die Geschäfts­führung und Drganifationsleitung des Gaues Heffen- Naffau-Süd und war nebenher im Gauwirtschafts­amt beschäftigt.

EinNerchsgesetzzurFörderung des Fremdenverkehrs.

Berlin, 10. Mai. (Vdz.) Das Reichskabinett wird demnächst das Reichsgesetz zur Förderung des Fremdenverkehrs verabschieden. Materiell dürfte das Gesetz darauf abzielen, nicht nur die Fremdenver­kehrs- und Erholungszentren auszubauen, sondern auch die weitere wissenschaftliche Erfor­schung der Heil - und Erholungsmittel zu fördern und eine großzügige allgemeine Deutschlandwerbung durchzuführen. Die Mittel dazu sollen durch eine Fremdenver­kehrsförderungsabgabe beschafft werden, die auf Grund des jeweiligen Ortsstatuts in allen deutschen Städten von denjenigen Wirtschaftskreisen erhoben werden soll, die am F r e m d e n v e r k ech r Nutzen haben. Da die Gemeinden den Kreis der Abgabepflichtigen be­stimmen, ist eine Gewähr dafür geboten, dah Härten vermieden werden. Auch hat man gewissermaßen ein Muster für diese Abgaben in den Vorgängen in Bayern, wo bereits feit einigen Jahren eine Kur- förberungsabgabe in ben Bädern und Kurorten ein- gezogen wird.

Den größeren Teil des Aufkommens werden d i e Gemeinden selbst zum Ausbau ihrer Frem­denverkehrs- ober Kurmittel verwenden. Der Rest wird abgeführt für die wissenschaftliche Förderung des deutschen Bäderwesens und für die allgemeine Deutschland-Werbung.

Das Gesetz zum Schutz der nationalen Symbole.

Berlin, 10. Mai. (END.) Das neue Reichs­gesetz, das Minister Dr. Goebbels zur Be­kämpfung eines gewissen nationa­len Kitsches angekündigt hatte, wird den TitelGesetz zum Schuh der nationalen Symbole" tragen. Man hofft, daß schon das Vorhandensein dieses Gesetzes die gewünschte Wirkung haben wird, zumal augenblicklich schon auf Grund der ersten Warnung des Propagandaministeriums eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten ist. Cs wird deshalb auch nicht mit unmittelbaren Verboten vorgegangen, sondern nur die Möglichkeit eines Einschreitens geschaffen. Gegen Schädlinge soll rücksichtslos vorgegangen werden, aber nicht von der strafrechtlichen, sondern von der k o n fiskatorischen Seite her. Das Gesetz soll sich gegen alle Erzeugnisse und Veranstaltungen richten, die einen entwürdigenden Miß­brauch nationaler Symbole darstellen. Was geeignet ist, gröblichst das nationale Empfinden zu verletzen, soll bekämpft werden. Auch das ent­würdigende Singen weihevoller Lieder würde hierzu gehören. Alm Fehlent­scheidungen nach Möglichkeit zu vermeiden.