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fe früheren Vorsitzenden deS Zen^rafverbander Angestellten, Udo und Urban, sowie neue Vorsitzende des Verbandes, Ehlers, rden in Schutzhaft genommen. Sie stehen im cdacht, den Auftrag zum Verbrennen chtiger Belege und Akten gegeben zu
Hal'en.
r Reichspräsident von Hindenburg .empfing den bayerischen Ministerpräsidenten t'Siebert und Staatsminister Esser, die ihm <ie Urkunde über die Verleihung des CH- i-nbürgerrechtes im Freistaat Bayern als Dank des bayerischen Volkes für die Verdunste des Reichspräsidenten und Feldmarschalls um die Erneuerung der deutschen Ration überbrachten.
*
Der Gesandte in Bern, Dr. Adolf Müller, wird, nachdem er die Altersgrenze bereits erreicht hat, demnächst in den dauernden Ruhestand treten. Als Rachfolger für ihn ist der bisherige Gesandte in Oslo, Frhr. v. Weizsäcker, aus- rrsehen.
J eichspräfident empfing den Reichs- D^ter für Oldenburg und Bremen, Röder, statthal
und den bekannten Schweizer Schriftsteller Prof. Dr. Hermann Stegemann (Zürich).
Vorbereitungen zum Muttertag.
B e rl i n , 10. Mai. (CNB.) Die Vorbereitungen zum Muttertag am Sonntag, dem 14. Mai, sind im vollen Gange. Bemerkenswert ist besonders ein Vorschlag des Reichsmutterdienstwerkes, nach dem Beispiel des Evangelischen Mutterdienstwerkes e i n „Deutsches Mutterdienstwerk" zu schaffen. Der Muttertag wird wieder im Zeichen eines Opfertages stehen. Die Sammlungserlaubnis ist dem evangelischen Mutterdienstwerk bereits erteilt worden. Die NS.-Frauenschaft und der Bund Deutscher Mädels wird sich an dem Sammlungswerk beteiligen. Am Samstag um 18.30 Uhr wird die Leiterin des Mutterdienstwerkes der evangelischen Kirche, Frau Schloßmann-Lön- nies, über den Deutschlandsender sprechen. Am Muttertag selbst werden in einer großen Anzahl von Städten Kundgebungen veranstaltet. In Berlin findet unter Leitung der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" eine Mutterkundgebung statt, bei der auch der Film „Der große Strom, ein Film von Mutter und Volk" zur Aufführung gelangt.
Macdonalds Amerika-Reise
Soll Deutschland wieder-uar Sündenbock gestempelt werden?
eine
B e r
, 10. Maj^^RBH'§ie^Erklärungen, die I i n gestern im Unterhaus abgegeben hat,
Deutschland hat im Bewußtsein seiner Mitverant- Wartung das weite st gehende Verständnis für die Notwendigkeit einer ra chen Einigung auf der Grundlage des Macdonald-Planes bewiesen. Aber sein bester Wille zur Verständigung hat solange keine Wirkung, als die Gegenseite sich nicht darüber äußern will, wie die entscheidenden Fragen der Abrüstung in der Praxis geregelt werden sollen. Wenn man von Deutschland die Umgestaltung der Reichswehr zu einem „weniger offensiven Instrument" verlangt und gleichzeitig eine entsprechende Standardisierung der Bewaffnung und Ausrüstung der neuen Truppen als deutsche Aufrüstung ablehnt, so heißt das mit tendenziösen und simpelsten Schlagworten arbeiten, die sich mit dem Geiste des englischen Entwurfes nicht vertragen.
Macdonald Eindruck, daß die Ergebnisse seiner verstärken ä Besprechungen nicht sehr greif» Washingtoners fallt vor allem für die England am bar sind. Dck'iuerende Schuldenfrage, hinmeisten inter^äcbonald durchblicken ließ, daß le- sichtlich der 9)ir. den Verhandlungsmodus diglich ü b e.'Ng vorliege, während die dringende eine Vereinbarter' Ratenzahlung am 15. Juni noch Angelegenheit ^klaren ist. lieber den amerikani- völlig im ui eines Zollwaffen still st an- schen Vorschla^ifchey Macdonald und Roosevelt eine Des scheint z^>rmel vereinbart worden zu sein, deren allgemeine Fiswirkung aber nach Meinung der eng- praktische A erung nicht sehr groß sein dürfte.
lischen Re/'lald sprach dann von der Bereitschaft Ame-
MacD'.n K o n s u l t a t i o a b k o m m e n zur Meh- rikas, d-er Sicherung Europas und der kriegsbedroh- rung Staaten beizutreten. MacDonald scheint mit ten 5sevelt eine Richtlinie für die gemeinsame Haltung Ror angelsächsischen Staaten in der Abrüstungssrage band damit auch gegenüber Deutschland verabredet zu haben. Diese Annahme wird bestätigt durch den Nachdruck, mit dem MacDonald von den friedfertigen Völkern Europas spricht, deren Befürchtungen zerstreut werden müßten. Wer die Propaganda kennt, die in den angelsächsischen Ländern hinsichtlich der Absichten Deutschlands getrieben wird, kann sich des Eindruckes nicht erweh
ren, daß die Ausführungen MacDonalds Frontstellung gegen Deutschland enthalten. Die deutsche Politik wird es nicht zulassen können, daß die hier angedeuteten Tendenzen sich in dem endgültigen Konsultativabkommen konkretisieren und daß auf diese Weise die jetzt noch umstrittene Frage der Definition des Angreifers entsprechend den französischen Absichten in dem Sinne geregelt wird, daß im Zweifel immer nur i)ic Haltung Deutschlands für internationale Schwierigkeiten und Komplikationen oeranti wörtlich gemacht wird.
Die Genfer Aktion gegen die sogenannten deutschen „Wehrverba'nde".
Genf, 10. Mai. (WTB.) Der Ausschuß für die Festsetzung der Truppenbestände ist heute endlich dazu übergegangen, die sogenannte militärische Ausbildung der Verbände bei den verschiedenen Staaten unter die Lupe zu nehmen. Daß diese Verbände, soweit Deutschland in Frage kommt, nicht als militärisch onzusehen sind, ergibt sich aus der Entstehung, Verwendung und Ausbildung dieser Organisationen.
Die SA. und SS. entstanden aus der Notwendigkeit, die Parteianhänger gegen ihre inner- politischen Gegner zu schützen. Daneben wurde zwangsläufig diese Organisation zu einer sozialen Einrichtung. Sollte Deutschland und damit Europa nicht dem Kommunismus verfallen, so mußte versucht werden, die Millionen von Arbeitslosen von der Straße wegzubekommen. Die bisher von innen- und außenpolitischen Gegnern in Bild und Presse vorgebrachten „Beweise" anhand angeblicher Dokumente, wonach SA. und SS. den Charakter eines militärischen Verbandes hätten, haben sich stets als Fälschungen, zum mindesten immer als bewußte Entstellungen her- ausgestellt.
Der Stahlhelm hat sich niemals mit militärischer Ausbildung beschäftigt, womit er auch aus der Ratur seiner eigenen Aufgaben heraus stch gar nicht befassen kann. Er besitzt weder Waffen noch militärische Ausbildung. Es ist deshalb eine Unmöglichkeit, einerseits die Reserven der militärischen Streitkräfte Nicht mit zu den Effektivstärken rechnen zu wollen, anderseits die völlig unmilitärischen Verbände einzubeziehen.
Der Ausschuß für die Effektivbestände beschäftigte sich zunächst mit der Frage der sp örtliche nundmilitärischenAusbildung der auhermilitärischen Organisationen in F t a - lien. Mit 7 gegen 5 Stimmen bei 5 (Stimm- entbaltungen wurde beschlossen, daß bei der Berechnung 24 000 Mann berücksich- tigt werden sollen. Es heißt, die italienische Delegation sehe sich unter Umständen gezwungen, bei der endgültigen Entscheidung im Haupt- ausschuh eventuell ihre bisherige Stellungnahme zu dem englischen Konventionsentwurf einer Nachprüfung zu unterziehen. Der Ausschuß ging dann zu den sogenannten Wehrverbänden in
Lf4LanbJ^.r' Die Franzosen, unter- ftuöt von ihren Anhängern auf der Abrüstunas- konserenz, versuchten den Nachweis zu führen daß diese Verbände militärischen Charakter hatten. Bezeichnenderweise lehnten die Franzosen es ab, die besonderen Verhältnisse, unter denen diese Verbände geschaffen worden sind und die Aufgaben, die sie zu erfüllen haben, in Betracht au ziehen. Die Debatte wird morgen und in den nächsten Tagen fortgesetzt.
Wie sieht es bei
-en andern ans?
Die vormilitärischeAusbildung in Polnischen und tschechischen Wehrverbänden.
Berlin, 10. Mai. (CÄB. Eigene Meldung.) Die «Kreuzzeitung" beschäftigt sich in einem Ar- hfel mit der vormilitärischen Ausbildung in Polen und der Tschechoslowakei, ein Problem, dem angesichts der gegenwärtigen Der- handlungen rm Effektivausschuß der Abrüstungs-
konferenz über den militärischen Wert der Wehrverbände der einzelnen Länder besonderes Interesse zukommt.
Die -vormilitärische Ausbildung außerhalb der Armee erfolgt in Polen in vier großen Verbänden: dem Schützenverband, der Polnischen Legion ehemaliger Soldaten, dem Sokol und der Großen polnischen Legion, die insgesamt etwa eine Million Mitglieder umfassen. Der 300 000 Mitglieder umfassende, straff militärisch organisierte, mo- dern bewaffnete und uniformierte Schühenverband ift • durch Verordnung des Kriegsministers Bestandteil der polnischen Wehrmacht und untersteht den offiziellen Militärbehörden. Der polnische Staat hat im Jahre 1931/32 acht Millionen Zloty für die Militärische Ausbildung" ausgegeben.
...der Tschechoslowakei findet die militärische Ausbildung gleichzeitig mit der Ausbildung außerhalb der Armee in Wehrverbänden statt und verlauft in den großen Wehrverbänden: dem Sokol dem Schutzenoerband, dem Drei, der Tschechoslowakischen Nationalgarde und der Masaryk-Flugliga die insgesamt etwa 850 000 Miglieder umfassen' Die 600 000 Mitglieder der Sokols werden m i t d e r Waffe unter Leitung aktiver Offi - ziere und Unteroffiziere regelmäßig ausgebildet. Mit dem ohne Waffe betriebenen Geländesport eines Teiles der deutschen Jugend ist diese systematische Militarisierung der ganzen jungen Generation unserer Nachbarn natürlich nicht entfernt au vergleichen. 0
Aus aller Welt.
Vom Miltelrheinischen verband evangelischer Arbeitervereine.
Der Mittelrheinische Verband evangelischer Arbei- kervereine legt in einer Kundgebung auf seiner ersten Tagung nach der Neugestaltung des deutschen Rei- ches ein freudiges Bekenntnis zur Neuordnung des öffentlichen Lebens im Deutschen Reiche, wie in den Landern und den Gemeinden ab. Als coange- 11 f d) e C b r t ft e n geben seine Mitglieder der dankbaren Freude Ausdruck, daß nicht mehr Wirtschaftsund Staatsform als das Wichtigste erscheinen, sondern der Mensch und seine unsterbliche Seele und daß unter Ablehnung und Bekämpfung des Klassenkampfes der Arbeiterstand als gleichberechtigtes Glied ™h-hbSbl0x" meibi.e des deutschen Volkes anerkannt wird. Wie der Verband immer dafür eingetreten ist Jnh mnffh Kr -?lan^' deutsches Volksbewußtfein unb wahrhaft brüderliche und soziale Gesinnung in unserem Volksleben zur Geltung kommen, so will er auch im neuen Deutschland mitarbeiten an einem frommen, freien, einigen Deutschen Reich.
3roei Monate Gefängnis roegen Verächtlichmachung der hakenkceuzfahne. h ?erJ}?if£be Kaufmann ßaAprus Pels in Em- ben hatte wegen groben Unfugs einen Strafbefehl Wochen Haft erhalten, weil er sich in der Oeffentlichkeit über eine Hakenkreuzfahne verächtlich geäußert hatte. Gegen diesen Strafbefehl legte Pels Berufung ein. Das Ergebnis war, daß ihn bas Amtsgericht Emben wegen Beschimpfung ber Farben bcs Reiches zu zwei Monaten Oe f ä n g n is verurteilte. 1 y
Aus ber Provinzialhauptstadt.
„Die deutsche $rau raucht nicht/'
2n Ulm hat Staatskommissar Dreher folgende Kundgebung erlassen:
„Die deutsche Frau raucht nicht. Sämtliche Gaststätteninhaber werden ersucht, in ihren Lokalen Plakate an gut sichtbarer Stelle auszuhängen mit folgender Aufschrift: „Die deutsche Frau raucht nicht!" Das ist kurz und erfrischend. Wir Frauen, die wir uns in all dem Taumel der Rachkriegsjahre noch gesunden Sinn und Ratürlichkeit bewahrt haben, stimmen dem Staatssekretär Dreher dankbar zu.
Cs heißt, daß das Mädchen, ohne Beruf und Beschäftigung, zwangsläufig dazu verurteilt wurde, seine freie Zeit in Kaffeehäusern und Tanzdielen zuzubringen. Man könne doch von einem jungen Ding, das keine Aussicht auf Fortkommen oder Heirat habe, nicht verlangen, daß es den ganzen Tag in seinem Zimmer sitze und Trübsal blase. Und wie das Rauchen füv den Mann in gewissem Sinne eine Betäubung sei, durch die er Sorgen und Rot der Gegenwart vergesse, so habe auch die Frau ein Anrecht, auf dieses Heilmittel.
Das ist alles leeres Geschwätz. Es war lediglich äffischer Rachahmungstrieb. Es sollte etwas sein, etwas Besonderes vorstellen. Man konnte im Cafe so ungeheuer vornehm und lässig da- sihen und die Asche der Zigarette abstreifen. So von oben herab, so nebensächlich, wie man es im Film so schön gesehen hatte. 3a, im Film! Da wurde vornehm geraucht! Bei jeder <passen- den und unpassenden Gelegenheit hielten die Heldinnen der herzerweichenden Dramen die Zigarette im Mund oder in den so märchenhaft gepflegten Händen.
Es kam noch eines hinzu: Die Kinosterne mußten alle für hohen Lohn ihre Lieblingszigaretten aus der Taufe heben. Und wenn Lia de Rutti die Marke „Exzelsior" liebte, so muhten die Tanzmädchen und aus dem Gleis geworfene Dürgers- töchter doch die Marke „Exzelsior" rauchen!
Da nannte sich in München vor ein paar Fahren ein Filmstem Lucie Doraine, nachdem sie jahrelang als Auguste Gschwandner durch die Vorstädte ihres kleinbürgerlichen Daseins gegangen war. Rach Lüssi Doräaähn wurde schnell eine Zigarette genannt, und Lüssi gab aus qualmendem Mund auch ihre Ansicht über das Rauchen kund:
„3n Stunden beschaulichen Hindämmerns am Kamin pflege ich aus dem zarten Dufte des Zigarettenrauchs meine wertvollsten künstlerischen Anregungen au schöpfen. Die Zigarette ist ein Kulturfaktor/
Huch!
Wer Auguste Gschwandner zufällig kannte und oen Weg überblickte, der sie zu dem sogenannten Film gebracht hatte, möchte heute noch gern den Kamin sehen, an dem sie sich künstlerisch Anregungen holte.
Aber das war vielfach die Umwelt, aus der das Laster des Rauchens für deutsche Frauen und deutsche Mädchen aufstieg. Es war ein Teil jenes Giftstoffes, der im Blut der Deutschen kreiste. Es war die Umkehrung aller geistigen Werte »und aller sittlichen Forderungen. Es war eine böse Zeit!
Wir anderen Frauen aber, denen die Sorge um Heimat und Familie näher stand, wir grüßen den Staatskommissar Dreher in Ulm und geben ihm Recht, wenn er sagt: „Die deutsche Frau raucht nicht." M. A.
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 11. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter das Pfund 1,20 bis 1,25 Mark, Landbutter 1,20, Kochbutter 1,00, Matte 20 bis 25 Pfennig, Wirsing (grün, neuer) 25, Gelbe Rüben 15 bis 20, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Spargel 30 bis 50, Unter- Kohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 0,80 bis 1,00 Mark, Tomaten 50 bis 70 Pfennig, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 12 bis 15, Kartoffeln 3, Dörrobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80; Tauben, das Stück 40 bis €0 Pfennig, Gier (inländische) 8, Käse 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 15 bis 20 Salatgurken 40 bis 50, Ober-Kohlrabi 15 bis 18 Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 16 bis 30; Radieschen, das Bündel 10 bis 12 Pf • Kartoffeln, der Zentner 2,50 Mark.
Bornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag: Turnverein von 1846, 20.30 Uhr, Hotel Bayerischer Hof, außerordentliche Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Lieb für Dich". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Geheimagent" und „Der Mord im Scala-Theater".
'es Regierungsgebäudes zu
** Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Am Samstag, 13. Mai, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Degierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: Klage des Ferdinand £ Ilbenstadt auf Aufhebung des
Bescheids des Kreisamts Friedberg vom 17.3a- nuar 1933 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für das Kalenderjahr 1933. — Klage des Gustav Auer in Grünberg gegen den Be- scheid des Kreisamts Gießen vom 10. Februar 1933 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft im Hause Bahnhofstraße 35 in Grünberg. - Klage der Sophie ■Beutel ln^tlr?bb<?9 gegen die Entscheidung des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 24. November 1932. — Zwangsetatisierung des Anteils der Gemeinde Weitershain an den Der- pflegungskosten des in der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen untergebrachten Paul Kloos aus Milkow in Polen; hier: Klage der Gemeinde Weitershain gegen den Beschluß des Kreisamts Gießen vom 9. Dezember 1932.
** Ein Faß Autoöl gestohlen. Der Poli- zeibencht meldet: Gestern nachmittag, am hellichten -Lage, wurde aus dem Hausflur des Hauses Plack- straße 9, ein Faß Spezial-Autoöl (50 Liter Inhalt) gestohlen. Das Faß ist von roter Farbe und war noch vom Transport her mit grauer Wellpappe umgeben SJ. emen besonders patentierten Verschlußdeckel m r r -1° sachdienliche Mitteilungen über den ißerbieib des Faßes und über die Spitzbuben erbittet die Kriminalpolizei.
h n » ? LV Q (Lu n 9 'm Gewerkschafts- i 6 n 9 CJ?tC 111 e n- Man berichtet uns: t..nL. gewerkschaftliche Gleichschaltung und ihre Bedeutung" sprach am Montagabend
im Kaffee Ebel auf Einladung des Gewerkschasts- bundes der Angestellten, Ortsgruppe Gießen, Kollege Schimpf von der Bundesverwaltung Berlin. Nach Begrüßungsworten durch den 2. Vorsitzenden, der im Hinblick auf die Ereignisse der letzten Zeit es außerordentlich begrüßte, daß nunmehr, nachdem fast überall eine Gleichschaltung mit ber Regierung erfolgt sei, auch bei den Gewerkschaften die Gleichschaltung vorgenommen würde, führte ber Bundes- Vertreter Schimpf kurz zusammenfassend etwa folgendes aus: Durch die Gleichschaltung der Gewerkschaften wird endlich das zur Tatsache, was der GDA. schon immer erstrebte: die Einheitsgewerkschaft und der Zwang für alle Arbeiter und Angestellten, die bisher abseits standen, sich zu organisieren. Der GDA. hat als erste Gewerkschaft schon vor längerer Zeit der Reichsregierung Pläne unterbreitet, die zum Zusammenschluß der Gewerkschaften führen sollten. Zum Beweise dafür, daß er geschlossen hinter der Regierung Adolf Hitler steht, trat der 1. Bundes- oorsteher vom Amte zurück, um einem alten, kampferprobten Nationalsozialisten Platz zu machen; ber Aufsichtsrat würbe burch nationalsozialistische Mit- glieber ergänzt unb der stellvertretende Bundesfüh- rer, ber bisher keiner Partei angehörte, trat zum Nationalsozialismus über. Nachbem ber Redner noch erklärt hatte, baß der GDA. schon immer frei von politischen Bindungen gewesen sei und stets auf nationalem Boden gestanden habe, beleuchtete er das Verhältnis der Gewerkschaften zur NSBO. und richtete an alle den dringenden Appell, das Gedankengut des Volkskanzlers weiterzutragen und alle Unorganisierten nun auch in die Gewerkschaften hineinzu- ziehen. Anschließend entspann sich eine lebhafte Aussprache, in der verschiedene akute Fragen besprochen und geklärt wurden. Da der GDA. als Gewerkschaft' von der Reichsregierung anerkannt und somit berechtigt ist, von sich aus die Gleichschaltung vorzunehmen, wurden durch den seitherigen 1. Vorsitzenden die Aemter des Gesamtvorstandes zur Verfügung gestellt. Mit der kommissarischen Verwaltung ber Geschäfte würben beauftragt bie Herren Zecher, Freiensehner, Schober unb Goldhorn. Nach dem Gesang bes ersten Verses des Deutschland- liebes wurde die Veranstaltung durch Pg. Freiensehner mit einem Sieg-Heil auf den Reichspräsi- benten und den Volkskanzler Adolf Hitler ge- schlossen.
* Verein ehemaliger hessische« Leib - Dragoner bes Kreises Gießen. Man berichtet uns: Zu der gut besuchten Versammlung waren auch eine Abordnung der Traditionscskadron in Langensalza, sowie der Kavallerieverein Marburg erschienen. Der erste . Vorsitzende E i d m a n n hielt die Begrüßungsansprache und betonte, daß auch die alten und jungen Leib-Dragoner die neu entflammte nationale Begeisterung vollauf. teilten, wie sie bisher alle vaterländischen Bestrebungen unterstützt hätten. Eine Umstellung fei nicht erforderlich, da die Leib- Dragoner dem Vaterland stets die im Fahneneide gelobte Treue gehalten hätten, so würden fig auch weiterhin getreu hinter der nationalen Regierung stehend, dem alten hessischen Fahnenspruch „Gott, Ehre, Vaterland" ihren Weg gehen. Hierauf wurde das Andenken der seit der Gründung des Vereins zur großen Armee abberufenen Kameraden geehrt. Aus einem kurzen Rückblick ging hervor, daß das vergangene 3ahr eins der schwersten für den Verein war; galt es doch vor allem die in Rot geratenen Kameraden finanziell tzu unterstützen. Der Fahresberlcht gab Aufschluß über das vergangene 3ahr, und erwies, daß gute Fortschritte erzielt seien; 4 Kameraden schieden aus, 24 konnten ausgenommen werden. Mit Freuden wurde auch die Mitteilung ausgenommen, daß sich im Verein eine 3ugendgruppe gebildet hat, Gruppenabende abhält, Schieß- und Reitunterricht nimmt. Der von dem Rechner erstattete Kassenbericht zeigte einen guten Stand der Dereins- finanzen und damit eine beachtenswerte Grundlage für die Arbeit des Verwaltungsausschusses zur Erfüllung der Vereinsaufgaben. An Stelle des verstorbenen stellvertretenden Rechners W e i tz e l wurde Kamerad Wagenbach gewählt, dem Unteroffizier Eittinger von der Traditionseskadron wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die Erhaltung der Tradition der ruhmreichen Kavallerie das Mackensen-Ehrenkreuz l.Kl. verliehen. Beschlossen wurde ferner vollzählige und aktive Beteiligung durch Reiten einer Quadrille am 20. Stiftungsfest des Kavallerievereins Marburg. Der Bezirksjugendführer der Kriegerkame- radschaft Hassia, Kamerad Oberleutnant Bon- Hard. hielt hierauf einen sehr interessanten Vortrag über die 3ugendbewegung in der Hassia und verpflichtete feierlich die Abteilung der Fung- dragoner. Die Versammlung fand ihren Ausklang mit dem Wunsche, daß alle während der Beratungen zutage getretenen Wünsche und Hoffnungen sich im kommenden Fahre erfüllen möchten, allen Kameraden zur Freude, dem alten Regiment Sur Ehre und nnfertn geliebten Vaterlande zum Segen.
" D erBienenzüchtervereinGießen und .Umgebung hielt am Sonntag im „Sann- Hauser seine diesjährige Frühjahrsversammlung ab. Rach der Begrüßung hielt der Vorsitzende einen Vortrag über „Behandlung der Bienenvölker bei Trachteinsah". Er führte u. a. aus, daß nach einer durchschnittlich mittelguten Durchwinterung der Bienen die Völker in voller Entwicklung begriffen seien und der Fmker für rechtzeitige Erweiterung des Brutnestes zu sorgen habe; der Redner behandelte auch Ursache und Bekämpfung der Maikrankheit der Bienen und der Buckelbrut. Fn der Aussprache wurde Klage geführt über das Eingehen von Bienenvölkern als Folge des Wegfalls des steuerfreien Zuckers und dabei auf die bedenklichen Folgen für den Obstbau hingewiesen. Alsdann berichtete der Obmann über die Dertreterversammlung des Oberhessischen Fmkerbundes in Hungen. Unter anderem wurde dort eine wesentliche Beitragssenkung beschlossen, der Auflösung der Südwest- deutschen Honigverwertungs - Genossenschaft in Frankfurt a. M. zugestimmt. Bezüglich der Seuchenhilfskasse soll es bei dem seitherigen Beitrag bleiben, doch sei noch im Laufe des Fahres mit dem Fnkrafttreten eines Seuchengesehes zu rechnen. Zur Hebung der heimischen Dienen- ZuSt fol am 27. und 28. Mai auf dem Stande De« Vorsitzenden ein Königinzuchtlehrgang ftatt- rinöen, an dem besonders den jüngeren Mitgliedern Gelegenheit zur Weiterbildung gegeben werden soll.
Richtig ft e 11 u n g. Wir werden gebeten, öarau hinzuwelsen, daß der gestern berichtete reacc öon .Gießener Geschäftsleuten gegen die tor°nnung eines Filialbetriebes der Württem- bergischen Metallwarenfabrik nichts mit der Firma Gregory zu tun hat, sondern daß es


