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11.5.1933 Erstes Blatt
 
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Donnerstag, U. Mai &

Nr. 109 Erstes Blatt

183. Jahrgang

GietzenerAnzeiger

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General-Anzeiger für Oberhesten

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Die Deutsche Siudenlenschast gegen den undeutschen Geist.

Reichsminister Dr. Goebbels spricht bei dem feierlichen Akt der Bücherverbrennung in Berlin

Berlin. 10. Mai. (ERB.) Als Auftakt zur öffentlichen Bücherverbrennung auf dem Opern- plah hielt der neue Ordinarius für politische Päd­agogik in Berlin Professor Alfred B a e u m I c r die erste Vorlesung seines KollegsWissenschaft, Hochschule und Staat". Dor Beginn der Vorle­sung marschierte eine studentische Fahnenabord­nung mit dem Hakentreuzbanner ein Die meisten Studenten waren in SA.-Hniform erschienen. Der Hörsaal war überfüllt. Professor Daeumler be­schäftigte sich mit den geistigen und philosophi­schen Grundbedingungen der nationalen Devolu­tion, die sich auf zwei Gebieten, nämlich auf dem Gebiet des Geistes und dem der Wirtschaft, erst langsam durchsetzen werde.

Aach Beendigung der von den Studenten be­geistert aufgenommenen Vorlesung sammelten sich die Studenten auf dem Hegel-Platz, von wo aus sie in geschlossenem Zug mit Fackeln und klingendem Spiel vor das Berliner Studentenhaus zogen. Hier hielt cand. phil. Fritz Hippler, Kreisleiter des ASDStB., eine kurze Ansprache, nach der sich, von den Studenten eskortiert, die Wagen mit den zu ver­brennenden Büchern in Bewegung setzten. Von Fackeln begleitet ging der Zug unter Ge­sang durch die Strasten zum Brandenburger Tor und die Linden entlang nach dem Opern- plah.

Hm 23 Hhr trafen die Ersten des Zugs im Braunhemd und Couleur, an deren Spitze Prof. Dr. Alfred B a e u m l e r marschierte, auf dem Opernplatz ein Von den Wagen, die das un­deutsche Schriftmat:rial in die Aähe des Scheiter­haufens gebracht hatten, bildete sich eine lange Kette, und von Hand zu Hand gingen die Bücher, die dann dem Feuer überantwortet wurden.

Reichspropagandaminister Dr. Goebbels

betonte dann in einer Ansprache, dast diese Devo­lution sich grundsätzlich unterscheide von der Re­volte des Jahres 1918. Damals sei der Mate­rialismus durchgebrochen, und 14 Jahre Schmach und Würdelosigkeit seien über unser Volk gekommen. Die Devolution 1933 kam von unten her und ist im besten Sinne des Worts der Vollzug des Dolkswillens. Statt dast in Deutschland eine deutsche Erziehung durchge­führt wurde, dast der Jugend in den Hniversitä­ten wirkliche Volksführer das Wort redeten, ver­schanzte (ich die hohe Wissenschaft hinter Pa­ragraphen und Aktenbündel. Hnter- dessen hat das junge Deutschland längst schon einen neuen Dechts- und Aormalzustand wiederhergestellt. Tempo und Elan der Jugend sind zur Durchschlagskraft der ganzen Ration ge­worden. Revolutionen machen nirgends Halt. Sie sind der Durchbruch neuer Weltan­schauungen, von den kein Gebiet unbe­rührt bleiben darf. Ihr jungen Studenten seid die Träger und Vorkämpfer der jungen rcvoluNo- nären Idee dieses Staats gewesen. Jetzt habt Ihr die Pflicht, in diesen Staat einzugehen und ihm neue Würde und Geltung zu verschaffen. Ein Revolutionär must ebenso g r ost fern un Aiederreisten der Hnwerte wie im Aufbau der Werte. Wenn Ihr jetzt den geistigen Hn- flat in die Flammen werft, müstt Ihr auch die Pflicht auf Euch nehmen, an die Stelle dieses Hn- rats einem wirklichen deutschenGetst die Gasse frei zu machen.

Die heutige Handlung soll vor aller Welt do­kumentieren: Hier finkt die geistige Grurüilage der Avvember-Rcpublil, morgen aber soll sich auf die­sen Trümmern ein neuer Geist fiegreid) erheben, den wir tragen. Deshalb ersuche ich <5ic, m diesen Flammen nicht nur das Symbol des Riedergangs, sondern auch des Aufstiegs zu erkennen.

Der Minister schlost mit einem dreifachen Heil auf den Führer Adolf Hitler, in das die Menge brausend einstimmtc. Der Gesang des Horst- Wessel-Liedes beendete die Veranstaltung.

Kundgebungen im Reich.

Berlin, 10. W-i- (SU-) Wie in Berlin. wurden auch im «eich Kundgebungen der Sw- denten gegen den undeutschen Geist veranstaltet In München sand im Lichthof der ^nmerfdat eine Feier statt, bei der der Rektor Geheim rat v!^ Zumbusch, das neue Studentenrecht übergab. Die Festrede hielt der bayerlsche ^l tusminister S ch e m m. der über die nationaleRe volution und die Ausgaben der ^nwersttaten sprach. Den Abschluß der Kundgebung bildete em Fackelzug zum Königsplatz wo die Derbrcnri g undeutscher Bucher stattfand. In Dresoen sprach auf der Kundgebung der Studentenschaft der Dichter Will Vesper, auch, dort bildete sich nach dem Festakt ein großer sackehug, der jur Bismarcksäule führte, wo nach einer Ansprach des Aeltesten der Dresdener Studentenschaft Schund- und Schmutzliteratur verbrannt wurde. Jn Aürnberg verkündete der Rektor kwrHoch- erteilt habe.'die RüLbeA^ MSMS'S'toSXVgä lÄrÄTäffÄÄ

Die deutschen Hochschulen im nationalen Staat.

Kultusminister Rust über die gemeinsamen Grundlagen des akademischen Nenbaus.

Berlin, 10. Mai. (WTB.) Kultusminister Rust eröffnete die Tagung der Hochschul­referenten aller deutscher Länder mit einer Ansprache, aus der wir folgendes ent­nehmen:

Wenn der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler bei der Eröffnung des Reichstagen erklärte, dast die kulturellen Angelegenheiten auch weiterhin Sache der Länder bleiben sollen, so ist es selbstverständlich, dast kein deutscher Staat in dieser Frage isoliert mar­schiert, sondern dast auch die kulturelle Tätig­keit jeden einzelnen Landes der nationalen Ver­bundenheit des deutschen Volkes diene. Die Hochschulen, die nicht nur Wissen vermitteln sollen, sondern auch die ersten Forschungs­stellen des Deutschen Reiches sind, können je­doch nicht einfach den anderen Lehrstätten ent­sprechend behandelt werden.

Die Art. in der der Hochschulunterricht in Zu­kunft gestaltet werden wird, ist weniger intel­lektuell mitleilbar, sie must intuitiv ersaht wer- den. Das Wichtigste dabei wird eine gründ­liche Gewissensersorschung sein und der zähe Wille, unter allen Umständen bis zur Wahrheit oorzuslohen! Dieser Wille muh die trennenden Mauern, die zwischen den verschiede­nen Systemen, zwischen Hörern und Dozenten errichtet waren, Niederreißen. Freie For­schung und nationale weltanschau-

nngsgemeinschaft. das sind die beiden Grundpfeiler, auf denen die deutschen Hoch­schulen ruhen.

Immer wieder muh ich Mißverständnissen entgegen, treten, die über die Gründe für unsereG leich- schalturigsaktion" an den Hochschulen, für die Absetzung zahlreicher Universitätsprosessoren geäußert werden. Welcher Richtung die Vertreter solcher Meinung angeboren, sie sind in einem grund­legenden Irrtum befangen. Jeder must erkennen, daß es kein Richtungswechsel ist, den wir er­leben, sondern die fundamentale Tatsache, daß der größte Teil des deutschen Volkes wieder zu sich selb st erwacht ist. Unaufhaltsam schreitet diese Bewegung fort, bis eines Tages das ganze deutsche Volk für das neue Werk gewonnen und sich seine Organisationen zur Politik, Wirtschaft und Kultur geschaffen haben wird.

Run noch ein Wort zu den Prinzipien, nach denen die Auswahl der neuen Lehr­kräfte erfolgt. Wir haben es erleben müssen, dast ein Hochschullehrer, der der halben Welt als der Vertreter der deutschen Wissenschaft er­schien. sowie er jenseits der Grenzen war, seine Verbindung zu Deutschland mit einem Feder­strich löste. Ein echter Deutscher kann diesen Standpunkt desubi bene, ibi patria nicht ein­nehmen und deshalb sind wir der Meinung, daß deutsche Kunst und deutsche Wissenschaft a m besten von deutschen Händen ver­waltet werden. In diesem Sinne werden wir die Reubesehung des Hochschullehrkörpers vor­nehmen. Unter keinen Hm ständen werde ich es ober dulden, dast ein Hochschullehrer, sich mangels wissenschaftlicher Qua­litäten bisher nicht durchsetzen konnte, dies heute nun auf Grund eines politischen Ausweises erreicht.

Oer Eid gegen den Anschluß für die österreichischen Beamten.

Wien. 10. Mai. (TU.) Der M i n i st e r r a t hat tatsächlich den neuen Beamteneid beschlos­sen, der Handlungen gegen die Regierung als Grund der Entlassung aus dem Staatsdienste festlegt. 3n einer neuen Eidesformel wird den Beamten beson­ders die Pflicht vor Augen geführt, dem Bundes­staate Oesterreich und feiner Regierung im Rahmen der Dienstpflichten Treue zu bewahren. Die Ver­weigerung des Eides soll als Ausscheiden aus dem Dien ff e angesehen werden. Gleichzei­tig werden in dieser Verordnung Bestimmungen für ein vereinfachtes verfahren der Ent­lassung von Beamten geschaffen. Eine solche Entlassung soll auch bei absichtlicherFörderung staats- und regierungsfeindlicher Bestrebungen" er­folgen. Dieser Passus findet auch Anwendung bei Handlungen, die von Ruhestandsbeamten begangen werden.

Die nationalen vereine und ver­bände haben sich in einem gemeinsamen Schrei­ben an den Bundespräsidenten gewandt, in dem sie ihrer schweren Sorge über die Nachricht Ausdruck geben, dast die Beamtenschaft Oesterreichs zu einem neuen Eid auf die gesetzmäßige Regierung und die Selbständigkeit Oesterreichs gezwungen werden solle. 3n dem Schreiben heißt es, es erhebe sich die Frage, ob ein Umsturz vorliege oder nicht, wenn er nicht vorliege, wozu fei dann ein neuer E i d notwendig? Es müsse der österreichischen Beamtenschaft erlaubt fein, sich zu der Formel Seipels zu bekennen: Jede Kombination mit dem Reiche, keine ohne das Reich. Es habe feinen Sinn, die Autorität des Staates durch eine Zumutung zu schwächen, die gerade in den gewissenhaftesten Beamten das vertrauen auf

die sittlichen Ausgaben des Staates erschüttere. Des­halb bitten die vereine und verbände den Bundes­präsidenten. sich der bedrängten Gewissen anzuneh­men.

Dollfuß baut sein Kabinett um.

Wien, 10. Mai. (WTB.) Nach einer amtlichen Meldung haben heute der Finanzminister W ei­ben h o f f e r (Christlich Sozial), der Handelsmini­ster Dr. Iakoncia (Heimatblock), der Innenmini­ster B a ch i n g e r (Landbund) und der Staatssekre­tär Fey (heimatblock) ihre Demission über­reicht, die vom Bundespräsidenten angenommen wurde. Der Bundespräsident Hal hierauf den Lan­deshauptmann von Niederösterreich Dr. Buresch (Christlich Sozial) zum Finanzminister, den Kom­merzialrat S t o ck i n g e r zum Handelsminister und den Ingenieur S ch u m y (Landbund) sowie den bis­herigen Staatssekretär Fey zu Bundesmini- stern ernannt. Ferner wurden der Nationalrgt Neustädter-Stürmer (heimatblock) unb der bisherige Minister B a ch i n g e r zu Staatssekretä­ren bestellt. Fey behält das Sicherheitswesen. Neu­städter-Stürmer wird Arbeitsbeschaffung, Arbeits- dienst, Fremdenverkehr übernehmen und Bachinger Forstwesen und Holzbewirtschaftung.

OaS Uniform tierbof in Men.

Wien, 10. Mai. (CNB.) Nach dem Untfornwer- bot machen sich die Verkäufer der national- sozialistischen Blätter das Vergnügen, ihrer Arbeit im Zylinder nachzugehen, was beim Publikum großen Beifall findet und auch dem Ver­kauf dec Blätter zugute kommt. Die Polizei aller­dings ist anderer Ansicht und hat schon mehrere dieser Zylinderträger verhaftet. Ebenso wie die gest­rigeN a ch t p o st" wurde heute derKampf- ruf" (Mitlagsblatt) wegen Verbreitung beunruhi­gender Gerüchte beschlagnahmt.

Ein Provokateur hetzt gegen die deutsche Schule in Polen.

Bromberg, 10. Mai. In Brombcrg fin­det am 12. Mac ein Prozeß statt, der wieder ein­mal ein Schlaglicht auf die Hetzarbeit von Provo­kateuren gegen die deutsche Minderheit wirft. Be­reits feit Jahren hat ein angeblicher deut­scher Kultur- und Wirtschaftsbund. dessen Leiter Renegaten waren, gegen das Deutschtum agitiert und in Lodz den deutschen Organisationen und Einrichtungen schwe­ren Schaden zugefügt.' Insbesondere ist die teil­weise Polonisierung des Lodzer deut­schen Gymnasiums, das einen polnischen Direktor erhalten hat und seine besten deutschen Lehrkräfte entlassen muhte, auf die Wühlarbeit dieser Krcife zurück; uführen. An ihrer Spitze steht ein Drogist Kinder mann, der bereits wäh­rend der Rheinlandbesetzung Spitzeldienfte für die französischen Defatzungsbehörden geleistet und zahlreiche Deutsche der französi­schen Polizei in die Hände gespielt hat. Während der letzten Wahlen zum polnischen

Schm zog Kindcrmann eine .Deutsche Volkspar­tei" auf, die das Deutschtum zu zersplittern ver­suchte, bei den Wahlen allerdings eine unge­heuere Riederlage erlitt.

Dieser selbe Herr üinöermann Hal jetzt einen Feldzug gegen das Bromberger deutsche Gymnasium eingeleitet. Er nahm eine harmlose S ch ü l e r s ch l ä g e r e i, bei der sein Sohn von einem Mitschüler namens Krüger einen Schlag erhielt, zum vorwand einet groß angelegten Aktion gegen das deut­sche Gymnasium. Zuerst forderte er die Ver­weisung Krügers von der Schule. Als das Lehrerkollegium dies ablehnte, forderte er die Beseitigung der Lehrer. Gleich­zeitig wurde wie auf Kommando von den polni­schen Behörden eine großangelegte Inquisi­tion gegen bas deutsche Gymnasium

eingeleitet, angeblich, um denHitler Gei' der Schule zu entfernen. Obwohl innfaflFfi aus Vernehmungen von Lehrern und SchüLr.ngreiche Belastendes ergaben, erschienen in der *rn nichts Presse hehartikel, in denen ein ' hapatnifchen gehen gegen das deutsche ©qmnaliuiyrfes Dot wurde. x fltfaebrrt

Im weiteren Verlauf der Aktion fla

Kindermann für feinen Sohn gegen be^tc nun hercW Krüger wegen Körperverletzunx 06^ Bcf nibance^l daß der junge Kindermann nicht d-^tzl seststeht.M sichtbare D e r l e ß u n g bar nttgrfe f l e i n ft e J der Schule nicht einen Tag w e frage«' und in?j| geblichen Mißhandlung 'nen ter a n | wurde die Klage angenommen und aff e h 11 hat,W sich Krüger vor dem 'Bromberge? B* am 7 Mai butte e antworten. Die mehrstündige tricht zu ver-W breitester Oesfentlichkeit burchäesjik^M^ ig- die nor I sich nur zehn Minuten lang um bijTt trurbc, brcbtrfjS perverletzung, dafür aber falt vier , angebliche Kör«W angeblichen Gei st der Schule gtunben um denW die Ladung zahlreicher neuefl3eugemurb<j die Verhandlung auf den 1en Tage soll nun der Prozeß um ha.- äieicnt j

Ereignis sein Ende fmbeif'vBb du ILefttattfcfl düng so hat Herr Sinberrmmn bereif/eilsbdgr und] lassen dazu herhalten/ um gegen b i incriautcn« s ch e Schule, insbe|onbWT)a»toe u ' fche heut nafium in Bromber g^vcktzugehen " "3 q m

Deutschland ist Polen in bet sHhulsrage in einet Weise enlgegengekomMih wie sie niemals1 c r ro i b e r t worb Deutschland sind'

als Lehrer an naschen Schulen ausschließlich po 14, Ische Staats­angehörige tätig, während in Polen kein deutscher R e i chsangehöriger die Lehrerlaubnis in einer deut­schen Schule erhält. Umso bezeichnender ist es, daß im polnischen Staatsgebiet schon der Rufheil Hitler" als Staats­verbrechen bestraft wird, während die Polen in Deutschland ungehindert ihre nationalen Feiern abhalten und dabei Pilsubski hochleben lassen. Man darf wohl im Interesse einer Ent­spannung der deutsch-polnischen Beziehungen und des guten Zusammenlebens beider Völker, die hüben und drüben nun einmal auseinander angewiesen sind, hoffen, daß auch die nationa­len polnischen kreise es ablehnen und z u st o l; sein werden, sich eines Renegaten und Provokateurs gegen die beut- sche Minberheit zu bedienen und einen harmlosen Schülerstreich zu einer Staats­aktion zu machen.

Alfred Rosenbergs Besuch in London.

Ein Kranz des Reichskanzlers in den Warben des Reiches vom Kcnotaph entwendet.

London, 10. Mai. (WTB.) Der Leiter des außenpolitischen Amtes der RSDAP, Alfred Rosenberg, legte heute am Eenotaph. dem Gefallenendenkmal von Whitehall, einen Kranz nieder. Der deutsche Botschafter v H o c s ch hat heute abend in der deutschen Botschaft ein Essen zu Ehren Alfred Rosenbergs gegeben. Unter den Geladenen befanden sich zahlreiche führende englische Persönlichkeiten wie Lord Astor, Lord Lynnington, Sir Malcolm Robert- s o n, Sir Montague Darlow. Sir Evelyn WrMenche, mehrere Mitglieder des Paria ments und höhere britische Beamte. Auch Graf Gottfried v. B i s m a r d war unter den An­wesenden.

Der von Alfred Rosenberg am Kenotaph deS Hnbekannten Soldaten niedergelegte Kranz ist entwendet worden. Als Hrheber des Dieb­stahls wurde der der Arbeiterpartei angehörende Kapitän Sears verhaftet. Kapitän Sears ist Mitglied des Verbandes der briti­schen Frontkämpfer. Die Entwendung des deutschen Kranzes ging blitzschnell vor sich. Hm 11 Hhr fuhr ein Kraftwagen an dem Kenotaptz vor, ein Mann sprang heraus, ergriff den Kranz und sprang unverzüglich wieder in den Wagen zurück, der dann in raschestem Tempo davonfuhr. Der Sohn des Verhafteten erklärte, daß sein Vater die Tat mit Vorbedacht ausgeführt habe. Er hatte beschlossen, als Protest gegen die Kranzniederlegung den Kranz zu entfernen und ihn dann in die Themse zu werfen Sein Vater habe die Absicht gehabt, sich nachher selbst der Polizei zu stellen.

Alfred Rosenberg hat sich zu der Ent­wendung des Kranzes vom Kenotaph dahingehend geäußert, daß er den Kranz im Ramen des Reichskanzlers und in den Farben des Deutschen Reiches zu Ehren der im Kriege gefallenenenglischen Sol­daten niedergclegt und damit den Kranz der Obhut des britischen Volkes über­geben hat. Was er daher von dem begangenen Akt denke, könne man sich vorstellen.

Kleine politische Nachrichten.

Das Plenum des hessischen Landta­ges ist für Dienstag kommender Woche 11 Hhr zur konstituierenden Sitzung einberufen wor­den. An der Sitzung wird auch der Reichsstatt­halter für Hessen, Gauleiter Sprenger, M. d. R.. teilnehmen.