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Der Reichspräsident auf der Ostpreußen-Ausstettung.
Die Leiche des Schiffsarztes der „Niobe" geborgen.
An der Küste von Süd-Laaland war eine Leicke angetrieben worden, in der man einen Toten der „Niob e" erkannt hat. Das Artillerieschulboot „Drache" hat die Leiche nach Kiel übergefüchrt, wo der Tote als der Schiffsarzt der „Niobe". Marine- oberftabsarzt Dr. Sander, erkannt wurde. Nach einer Trauerfeier in Kiel-Wick wird die Leiche nach Hofgeismar übergeführt.
Donauverkehr durch Schneegestöber lahmgelegt.
In der nördlichem Moldaugegend wütet feit zwei Tagen ohne Unterbrechung ein auherordent- lich heftiges Schneegestöber. Da die Lage immer gefährlicher wird, wurde Militär berufen, um bedrohten Städten Hilfe zu leisten. Auf der Drmau ist der Verkehr vollkommen la hm gelegt. Auch zahlreiche Züge konnten nicht verkehren.
wieder 12 Leichen aus der „Atlantique" geborgen.
Aus dem Dampfer „Atlantique" wurden im Laufe der letzten Tage wieder 12 Leichenge- borgen, so das) nunmehr insgesamt 14 Opfer gefunden wurden. Zehn von ihnen können nicht mehr erkannt werden. Entgegen der ursprünglichen Absicht wird das Schiff noch nicht ins Trockendock geschleppt. Es soll vielmehr so lange im Hafenbecken liegen bleiben, bis die Sachverständigen festaestellt haben, ob es sich ermöglicht, das Schiff wieder instand zu sehen. Andernfalls werden die Maschinenanlagen und alle sonstigen
brauchbaren Einrichtungen herausgenommen unb der Rumpf als altes Eisen verkauft. Dann wäre das immerhin kostspielige Eindocken nicht notwendig. Der „Intransigeant" berichtet, das) die vom Marineministerium eingesetzten Sachverständigen die Ursache des Brandes der „Atlantique nicht feststellen konnten. Havas erklärt, in Cherbourg rechne man allgemein damit, daß die „Atlantique" abgewrackt werde.
Meineidsanklage gegen Brolat erhoben.
Der Untersuchungsrichter hat die Voruntersuchung gegen Direktor Brolat. den früheren Direktor der Berliner Verkehrsgesellschaft, geschloßen. Der Staatsanwalt hat Anklage wegen Meineids er» hoben. Die strafbare Handlung wird darin erblickt, daß Brolat zu Protokoll unter Eid u. a. bekundet hat. er habe die Direktoren der Berliner Stadtbank nur dienstlich und auch nur flüchtig gekannt und im allgemeinen weder von den Sklareks Geschenke angenommen noch ihnen Geschenke gemacht.
Der Australienflieger Bert hinkler überfällig.
lieber den seit 90 Stunden verschollenen australischen Rekordflieger Bert H i n k l e r. der auf seinem Flug von London nach Australien in Brindisi seine erste Zwischenlandung vornehmen wollte, wird nachträglich noch bekannt, daß er die italienischen Behörden gar nicht um Erlaubnis für die Ueberfliegung italienischen Gebietes ersucht hatte. Man nimmt daher an. daß er möglicherweise eine ganz andere Richtung eingeschlagen hat.
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Aus der Provinztathauptstadt
Neue Ltnruhen in Spanten
wegen Versagung der Er- it Milch. 3. Erhebung der
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tärbehörden Verhandlungen mit Japan Schanhaikwan abermals abgelehnt.
bahnlinien festgestellt, die aber ohne Erfolg blieben. In Barcelona bleiben bis auf weiteres die außerordentlichen Sicherheitsmaßnahmen, wie Polizeiverstärkungen. Dauerbeleuchtung der
Straßen während der Rächt, Durchsuchung verdächtiger Personen auf Waffen usw. bestehen.
Belagerunqszustand.
Madrid, 11. Ian. (Acuter.) Die Regierung hat, obwohl sie überzeugt ist, daß der revolutionären Bewegung Einhalt geboten ist, beschlossen, über die Unruhegebiete den Belagerungszustand zu verhängen.
Nächtliche Schießereien
Madrid, 11. Ian. (WTB.-Funlspruch.) Auch in der Rächt zum Mittwoch waren in Sevilla und in Teres wieder Unruhen zu verzeichnen. In Sevilla soll eine Gendarmerie-Abiei- lung mit Schüssen empfangen worden fein. Die Mannschaft eines Polizeiautos nahm die Verfolgung der Täter auf und erschoß zwei Syndikalisten. In Teres ist es zu einem Zusammenstoß zwischen Gendarmerie und Aufrührern gekommen, wobei ein Rachtwächter getötet wurde.
Oie spanischen Deportierten m Dakar.
Paris, 10. Ian. (WTD.) Das „Petit Iour- nal" berichtet aus Casablanca, daß die 2 9 Deportierten aus Spanien, die von Villa Cisneros vermutlich auf einem französischen Segler geflohen waren, am letzten Freitag in Dakar angekommen und an Land gegangen sind.
I o f i o, 10. Ian. (TU.) halbamtlich wird gemcl- bet, dah Dienstag die militärischen Aktionen der japanischen Armee gegen die chinesischen Truppen an der Grenze der Provinz Dschehol begonnen haben, nachdem am vormittag die Frist abgelaufen war. die den chinesischen Generalen vom japanischen Armeestab für die Einstellung der Truppentransporte in Dschehol gestellt wurde. Die japanische Truppenbewegung geschah In der Richtung auf die Hauptstadt T f ch a o j a n. Die japanischen Truppen haben den Befehl, die chinesischen Grenzorte unter allen U m ft ä n- den zu besehen und jeden chinesischen widerstand zu brechen. Die japanischen Flieger haben mit der Bombardierung der Verbindungswege und der Eisenbahnen begonnen.
Nach Meldungen aus chinesischer Quelle halten die Chinesen noch den südlichen Teil des Pass es von Tjchiumankau (nördlich Schan- heikwan). für dessen Besitz die japanischen Truppen und Flugzeuge den ganzen Tag gekämpft haben. Die Chinesen haben etwas Boden verloren, verteidigen sich aber hartnäckig. Die Kämpfe dauerten am Abend noch fort Chinesi - sche Verstärkungen sind eiligst nach dem Kampfplatz entsandt worden.
Marschiert ganz China?
Schanghai, 10. Ian. (TU.) wie aus Nanking gemeldet worden ist, ist in der Sitzung des Kriegsrates am Montag beschlossen worden, an die chinesische Armee einen Rundbefehl zu erlassen, der die A l a r m b e r e i t s ch a f t s ä m t- licher chinesischer Truppen anordnet. Es heißt darin, dah der Marschbefehl täglich zu erwarten sei.
Direkte Verhandlungen wegen Schanhaikwan abgelehnt.
Tokio. 10. Jan. (TU.) Im Auftrage des japanischen Außenministeriums wird mitgeteilt, daß die japanische Regierung ihre Militärbe- Hörden in Schanhaikwan angewiesen hat, mit den chinesischen Militärbehörden in Verbindung zu treten, um Verhandlungen zur Beilegung des Konfliktes einzuienen.
Nach einer Mitteilung der chinesischen Gesandtschaft in Tokio haben die chinesischen M i I i •
Madrid, 10. Ian. (TU.) In Zusammenhang mit dem von den Syndikalisten in Sevilla ausgerufenen Generalstreik kam es außer in der Stadt auch in der Umgebung Sevillas tzuSchie - her eien. In einigen Dörfern versuchten die Landarbeiter sich in den Besitz des Rathauses zu setzen, wobei es zu Zusammenstößen mit der Polizei kam. In Automobilen herbeigeholte Polizei- Verstärkungen wurden von den Aufständischen beschossen. Im Laufe des Rachmittags gelang es, die Ordnung wieder herzu stellen. Auch in C a - stellon und Murcia kam es zu Ausschreitungen. In der Provinz Murcia machten die Anarchisten Ueber fälle auf verschiedene Dörfer und versuchten, sich eines Pulvermagazins zu bemächtigen. Gleichzeitig zerschnitten sie die Tclephonleitungen und sperrten die Stra-
— - : Polizei schließlich,
zu schlagen. S a b o - Eisenbahnlinie
Heue japanische Offensive in China
Der Angriff auf hie Provinz Dschehol im Gange.
Aus aller Welt
Französischer Schleppdampfer auf dem Rhein beschaffen.
Bei einem großen Teil der französischen Schleppdampfer, die den Rhein befahren, war die Besatzung seit einigen Tagen in den Streik getreten, so dah die SchlePpUige zum Teil vor Anker liegen mußten. Die Ursache des Streiks lag darin, daß die französischen Reedereien Abzüge von den Löhnen der Schiffer machten, die mit Verzögerungen, verursacht ourch den anhaltenden Rebel auf dem Rh'in, begründet wurden. Cinlgungsverhandlungea zw f' e.i te i S r ik nde i und einigen Reedereien haben teilweise Erfolg gehabt, so daß die Mehrzahl der Schiffe inzwischen die Weiterfahrt bewerkstelligen konnte. Lagegen haben fortdauernde Differenzen bei dem Rh^inort Kamp zu einem Mordanschlag auf den Schiffskapitän des Schleppdampfers „Condor" geführt. Als das Schiss am Dienstagmittag auf der Bergfahrt Kamp passierte, fielen plötzlich auf der rechten Rheinfeite etwa zehn scharfe Schüsse, die auf den Ruderstuhl gerichtet waren, wo sich der Kapitän befand. Ein Geschoß traf das Ruder, ein weiteres ging knapp an dem Kapitän vorbei. Ter Kapitän gab sofort Rot- fignal, warf Anker und benachrichtigte die Rheinpolizei, die in kurzer Zeit zur Stelle war und ein Kommando der Koblenzer Schutzpolizei herbeirief. Tie Suche nach den Tätern hatte bis zum Dienstagabend keinen Erfolg, obwohl größere Polizeistreifen die ganze Gegend absuchten. Es kann mit Bestimmtheit angenommen werden, daß es sich um einen Racheakt eines oder mehrerer streikender Schiffer gehandelt hat. Die Ermittlungen werden fortgesetzt.
Von einer Lawine verschüttet.
Arn Dienstagnachmittag fuhr, wie aus Bad Tölz gemeldet wird, eine Gruppe Münchener Skifahrer vom Seekarkreuz auf die Rauhalm ab. Beim Queren eines Hanges löste sich eine Neuschneelawine, die einen der Münchener Skifahrer verschüttete. Er konnte trotz sofortiger Suche noch nicht gefunden werden. Daraufhin wurden durch die Rettungsstellen in Lengries und Bad Tölz 22 Mann mit Geräten ausgerüstet und in das Unglücksgebiet abgesandt.
Heinrich D ö l k aus Oberwetz (Kreis Wetzlar) fuhr in ziemlich raschem Tempo in die Kurve unweit der Brücke und geriet gegen die Brückenmauer an der linken Straßenseite. Er fuhr mit großer Wucht auf, wurde vom Motorrad geschleudert und fiel so unglücklich, daß er einen schweren Schädelbruch erlitt. Der sofort herbeigerufene Arzt Dr. ©tangier von Dutenhofen leistete die erste Hilfe. Die Freiwillige Sanitätskolonne von Gießen brachte den Verunglückten nach der Gießener Chirurgischen Klinik. Der Zustand des Verletzten ist sehr ernst. Völk ist verheiratet und hat zwei Kinder.
ttornotwen.
— Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr, „Politik der Weiberröcke". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Tannenberg".
— Oberhessiscyer Geschichtsverein. Ten nächsten Vortrag wird Universitätsprofefsor Tr. R o l o f f am Donnerstag, 12. d. 1, halten. Sein Thema „Hessen im Iahre 1866“ stützt sich auf seine Forschungen der letzten Iahre. bei denen es ihm gelungen ist, wichtiges neues Material aufzufinden. Ter Vortrag darf die besondere Aufmerksamkeit der Gießener beanspruchen, weil es bei dem Friedensschluß mit Preußen um unsere Heimatprovinz ging: König Wilhelm wollte Oberhessen annektieren, aber Dis- . marck hatte, wie wir hören werden, seine Gründe, darauf zu verzichten. Wir verweisen auf die Anzeige am Samstag, 7. Ianuar.
ßen. Auch hier gelang es der die Angreifer in die Flucht j tageanschläge auf die (_ . Murcia-Cartagena wurden rechtzeitig entdeckt, so daß lediglich Zugverspätungen eintraten. In den Dörfern Detera und Bonaguacil in der Provinz Valencia verbrannten die Anarchisten das Gemeindearchiv und versperrten die Zufahrtstrahen. Gleichzeitig wurde ein Zug beschossen, wobei der Maschinist Verletzungen erlitt. 3m übrigen Spanien wurden drei weitere Anschläge auf Eisen-
Reichspräsident von Hindenburg, der im Weltkrieg Ostpreußen vor dem Mufbmeinfall Toetl^k% suchte die in Berlin hergerichtete große Wanderausstellung „Ostpreußen was es leidet, wases leiste die durch den Reichsinnenminister Dr. Bracht eröffnet wurde. Die Ausstellung zeigt das fernere Schicksal dieses Grenzlandes, aber auch seine Bedeutung für das gesamte^deutsche Vaterland. — S) n be nburg bei der Betrachtung des Modells einer Danziger Kogge um 1600, das m breijaljriger Arbeit aus oft preußischem Bernstein zusammengesetzt wurde.
*• Die Erhebung der Bürger ft euer 1 933. Die Bürgermeisterei Gießen teilt in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil Grundsätzliches über die Erhebung, über die Höhe und über Den Modus der Einziehung der Bürgersteuer für das Jahr 1933 in unserer Stadt mit. Interessenten seien besonders darauf aufmerksam gemacht.
*■* Prooinzialausschuß - Sitzung. Am Samstag, 14. Januar ab 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausjchusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Be- zirksfürsorgeoerbandes München gegen den Bezirksfürsorgeoerband des Kreises Friedberg auf Erstattung von Fürsorgekosten für Wilhelm Eckstein aus Beerfelden. 2. Beschwerde der Anna Bindewald in Dorheim gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 26. Mai 1932 wegen Versagung der Erlaubnis zum Handel mit Milch. 3. Erhebung der Bürgersteuer in Stangenrod: hier: Berufung der Margarethe Schuchmann, geb. Hahn, in Groß- Eichen gegen den Bescheid des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 9. 8. 1932. 4. Eintragung der Firma Wilhelm Heiliger zu Lauterbach in die Handwerksrolle: hier: Klage der Hess. Handwerkskammer in Darmstadt gegen die Entscheidung des Kreisamts Lauterbach vom 8. August 1932.
* Spende für die Winterhilfe. Die Kohlenhandlunq Emil Lotz stiftete für die Gießener Winterhilfe nicht (wie gestern berichtet wurde) 1OO Zentner Kohlen, sondern 1OO Zentner
Pfarrer Bechtolshetmer
25 Jahre im Gießener Pfarramt
Am morgigen Donnerstag, 12. Ianuar, jährt sich zum 25. Male der Tag, an dem Pfarrer Hein- rich B e ch t o l s h e i m e r in das Pfarramt der Gießener Lukasgemeinde eingeführt tourbe. _yn diesem Vierteljahrhundert evangelisch-kirchlichen Lebens in unserer Stadt hat der Iubilar in unermüdlicher SchafsensfreudiAeit allezeit das Beste für die ihm anvertraute Gemeinde erstrebt. Dankbar werden deshalb mo^aen ’ne Lukasgemeinde und mit ihr die evange ische Gesamtgemeinde des verdienstvollen Seelsorger^ «ernten.
Pfarrer De ch t o l s he i m e r kam, nachdem er vom 22. April 1894 bis 11. Ianuar 1908 in Rhein- Hessen (als Psarrassistent in Lampertheim und als Pfarrverwalter, dann Pfarrer der evangelischen Landpfarrei in Mainz-Mombach) gewirkt hatte, in sein Gießener Pfarramt. Am 12. Ianuar 1908 wurde er von dem Superintendenten Petersen eierlich in das Amt eingeführt. Er erhiett damit ein großes Gemeindefeld zur seelsorgerischen Se- treuung, denn zu der damaligen Lukasgemeinde gehörte auch die heutige, erst Ende 1927 abgetrennte und selbständig gemachte Petrusgemeinde. Am 20. Oktober 1918 wurde er erster Pfarrer der evangelischen Gemeinde Gießen, zugleich auch Vorsitzender des Gesamtkirchenvorstandes und des Pfarrkollegiums. Rach den harten Kneasjahven, bie auch an den Iubilar höchste Anforderungen bei der Ausübung seines geistlichen Amtes ftdlhm, hatte er in den überaus schwierigen ersten Rach- kriegsjahren, insbesondere während der Inflation und in der anschließenden llebergangszeit sowohl als Pfarrer, wie als Leiter der örtlichen Kirchenverwaltung gewaltige Aufgaben zu meistern. Seiner verständnisvollen Amtsausübung und seiner vorsichtigen Geschäftsführung war es dank ein- trächtiger Zusammenarbeit mit dem Gesamt- Kirchenvorstand und der Gefamt-Gemeindevertre- tung möglich, nach der Sturmzeit be£ Reiches bis Ende 1923 unserer evangelischen Kirche in Gießen wieder ein festes Fundament zu schaffen, auf dem in der Folgezeit in fruchtbarer Weise aufgebaut werden konnte. Zwar waren dabei m der seelsorgerischen und in der Verwaltungs- Tätigkeit bis in die Gegenwart, hinein ständig Hindernisse mannigfachster Art zu überwinden, aber der treuen und hingebenden Arbeit des Jubilars gelang es, für die evangelische Gemeinde unserer Stadt segensre.che Werke zu schaffen. Dem um die evangelische Kirche hochverdienten Manne wurde dafür die gebührende dankbare Anerkennung in den breitesten Schichten unseres Gemeinwesens vielfältig bekundet.
Seine Arbeitskraft unö Schaf lensfreudigkeit^- schräntte vt aber nicht nur auf das evangelische Gemeindeleben. Darüber hinaus hat er sich in gemeinnützigen auherkirchlichen Vereinigungen und bei mancherlei selbstlosen Aufgaben mensch- lieber Liebestätigkeit stets pflichttreu und eifrig betätigt. Lieber Gießen hinaus ist er als gern gelesener und geschätzter hessischer Volksschrift- steller, der auch dem Gießener Anzeiger sehr oft Beiträge zur Berfügung stellte, durch viele Arbeiten bekannt geworden. Dieses Wirken des Iubilars würdigte anläßlich des 60. Geburtstages Heinrich Bechtolsheimers am 29. Oktober 1928 Prof. Dr. Esselborn im „Gieß. Anz." vorn 27. Oktober 1928 mit Recht in folgenden Worten: „Der Erzähler Dechtolsheimer denkt durchaus geschichtlich, seine Gestalten sind aus dem Leben, wenn auch zumeist aus dem der Vergangenheit gegriffen: sie sind Menschen von Fleisch und Blut und wurzeln in der heimatlichen Erde. Die Rebenanalysen problematischer Ra- turen liegen ihm fern. Er will für das Volk schreiben und für Liebhaber von Büchern, „die nur erzählen und nicht reflektieren", aber gerade deshalb wird jeder gem zu feinen Büchern greifen, „der Liebe zu deutschem Land und deutschen Leuten und Interesse dasür hat wie die großen Weltbegebenheiten in das Leben schlichter Leute hineinragen". Diese Art zu erzählen, hat ihm Leser aus allen Kreisen des Volkes geworben, und die Kunst, die verschiedensten Kreise zu gleicher Zeit zu fesseln und zu ergreifen, ist auch der Schlüssel zu dem Erfolg seiner Wirksamkeit als Geistlicher."
In ausgezeichneter Frische und vollster Schaffensfreudigkeit waltet der beliebte und verdienstvolle Geistliche unermüdlich seines unter den heutigen Verhältnissen besonders schwierigen Amtes. Tue evangelische Gesamtgemeinde unserer Stadt hat an ihm einen trefflichen Führer, die Dolks- gemeinschaft besitzt in ihm als Volksschriftsteller und edlen Menschenfreund einen eifrigen Förderer des Gemeinwohls. Möchte ihm die göttliche Vorsehung noch viele Iahre gesegneter Wirksamkeit schenken I
Schwerer Motorradunfall bei Dutenhofen.
Gestern gegen 14.30 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Klein-Linden—Dutenhofen, am Abzweig nach Allendorf ein schwerer Motorradun- f a IL Der etwa 31jährige Schreinermeister Johann
Briketts.
•• Warnung vor einem falschen Filmdirektor. Kürzlich ist in Frankfurt ein 19jähriger junger Wann aufgetreten, der mit feinem Künstlernamen Charlie Iolson heißt. Er inserierte in Frankfurter Zeitungen: „Filmregisseur sucht einige Filmtalente. Dildofferten unter XV. Porto für Rücksendung des Bildes ist einzusenden." Ten Interessenten gegenüber stellte er sich als Tirektor der Iolson Film Corporation vor. Er gibt vor, eine Filmnachwuchs-Interessen- gemeinschaft zu gründen und gibt außerdem eine Filmzeitschrift „Tic Filmpro ninenten" heraus. Als Aufnahmegebühr verlangt er zunächst 3 Mark. Außerdem muh jeder Interessent monatlich 3 Mark als Beitrag bezahlen. Iol- son wollte dann zweimalige Zusammenkünfte in der Woche stattfinden lassen, in denen die Interessenten für den Film ausgebildet und später auch Probeaufnahmen gemacht werden sollten. Der angebliche Direktor Charlie Iolson ist von keiner Filmgesellschaft beauftragt, entsprechende Talente zu entdecken. Es sei daher vor ihm gewarnt.
Wettervoraussage.
Das Hoch hat sich zwar über Frankreich und Süddeutschland ausgebreitet, jedoch seinen hohen Barometerstand bereits wieder abgeschwächt. Heber Süddeutschland und auch teilweise in unserem Bezirk wird es noch Einfluß auf die Wetterlage haben, dagegen dürften weiter nordwärts die teils wärmeren, teils kälteren maritimen Strömungen zu leicht veränderlichem Wetter mit wechselnden Temperaturen führen. Dabei ist auch strichweise das Auftreten von Riederschlag möglich.
Aussichten für Donnerstag: Temperaturen nachts um Null und stellenweise auch darunter, neblig-wolkig mit Aufklaren, später mehr wechselnd bewölkt und vereinzelt leichte Schauer, auf den Bergen als Schnee.
Verantwortlich für Politik: I.V.: Ernst Blum sch ein.


