Aus der Provinzialhaupiffadt.
per a>o*jrtuve.
Der jroeue ounmag im Aooenr wifö m diesem 2ayre uer „Xupiernc oonniag" |etn. Mupjerner 'ounniag miu 10091 bejagcn, oaß er oer er|u gtoyere ^imau|5iag uoc uem ye|ie t|t, an Dein uuciomgs Oie >)anu aus Dem loeiOöeuiel oieisaa) nua) etwas |e|ier pöi, oasur aoer oas lauge um|o lauerer umyeringL «nn es güt zu sehen, zu Dergleichen uno zu rechnen. Amnayucy i|t oer 6mn mieuer erwacht sur uen inneren zoert Oes ijteMes, dos oen tiogn rur ehrliche Arden beöeuiet. Dem- gemag miro in oie|em uagre mancher Psennig erst einige Male m oer jjano umgeoregi werden, bevor er als Zahlungsmittel den Besitzer wecysell. Von diesem z0erige,uhl wird auch Oie Auswahl der Geschenke geleuei jein.
Gewig jchentt man zu Weihnachten gern auch einmal etroas, was nicht „unbedingt fein mutz . Die Gabe soll ja tfreubenbrmger sein. Gin schönes Bild oder eine kunstvolle Porzellan,igur |ino zwar keine Gebrauchsgegenstande, aber daourch, dog sie täglich um uns pno, verbindet uns ihr Anblick in Gedanken mit jenen Menschen, die sie uns schenkten. Das kann in manche trübe Stunde einen Lichtstrahl bringen, zu wissen, daß jemand an unserem Geschick teilnimmt, wenn wir feine» Rates oder seiner Hilfe bedürfen sollten.
Der ftup,erne Sonntag ist der offizielle Starttag zum jjluge in die von Flittergold überfponne- nen Gefilde jugendlichen Wunjchglücks. Was werden bei den Gongen zwischen oen Bergen von Herrlichkeiten für Armeen von Flügelrössen ge- sattelt, mit denen die kindliche Phantasie sich in den lagen vor dem Fest und mehr noch in den Nachten in dem Lande der Feenpaläste und Luftschlösser tummelt! Loht sie reiten, reiten, reiten! Die Vorfreude wird leider bei vielen die schönste Freude bleiben müssen. Wenn dann die horte Wirklichkeit unter dem Weihnachtsbaum dem lieber- schwang die Flügel gestützt hat, wird dos Wonne- aefühl auch des kleinsten Besitzes alles vergessen lassen, was zu schon schillerte, um diesmal wahr 3U werden. Der Rausch de» Kupfernen Sonntags wird ein durch das ganze Leben immer wieder aufleuchtender Silberstreifen bleiben aus dem entschwundenen Paradies der eigenen Jugend. Dessen sollte man sich freuen, wenn man an diesem Tage glänzenden Augen begegnet und aufgeregte Kinderstimmen Verschüttete» in uns wecken. K. J. G.
Abschiet) von Professor Helmke.
Mitte nächster Woche wird Prof. Helmke, der als Direktor des Oberhessischen Museums zu Gießen in weiten Kreisen bekannt wurde, unsere Stadt verlassen, um seinen Wohnsitz nach Sobernheim a. d. Nahe zu verlegen. Mit seinem Wegzug ver- liert Gießen einen Mann, der bei Dielen Gießenern, namentlich aber bei denjenigen, die ein Herz für Heimat- und Altertumskunde haben, bei seinen Kollegen, Schülern, Hörern, überhaupt bei allen, die mit ihm in Berührung kamen, infolge seines aufrechten, liebenswürdigen und geselligen Wesens ein freundliches Andenken hinterläßt.
Professor Paul Helmke, geb. am 1. Mai 1866 zu Freienwalde a. d. Oder, begann feinen Bildungsgang mit dem Besuche der Patina der Framke'schen Stiftungen in Halle a. d. Saale, in welcher er im Herbst 1886 die Reifeprüfung bestand. Er studierte dann in Halle und Gießen klassische Philologie und Archaeologie und legte an der Gießener Universität im Februar 1894 seine Staatsprüfung ab. Anschließend sand er Verwendung in Darmstadt, sodann von 1897 ab in Butzbach, von 1899 ab in Friedberg und schließlich von 1917 ab in Gießen, wo er 1928 auf seinen Antrag als Studienrat pensioniert wurde. Don 1918 bis 1929 war er Leiter der Lateinkurse an der Landesuniversität. Seinen langgehegten Wunsch, praktische Archaeologie betreiben zu können, sah Helmke schon in Butzbach im Jahre 1897 in Erfüllung gehen, als er unter Leitung des Geh. Oberschul- rats S 0 1 dan bei der Erforschung des Limes mitwirkte. Er war bei dem Ausgraben am Schrenzer, am Degenfeldkastell, an den sogenannten Gamba- cher Reitschulen usw. beteiligt. Nach feiner lieber- [teblung nach Friedberg erhielt er vom Ministerium ben Auftrag (1907), die Offenlegung der Kapersburg im Taunus und der Befestigung ihrer Mauern vorzunehmen, welche Ausgabe aber infolge des Kriegsausbruch- unvollendet bleiben mußte. Nach- dem man in Hessen von Staatswesen die Denkmalpflege «lngeführt hatte, war Helmke als Denkmalpfleger tätig; zuerst im Bezirk, bann (bis 1932) in der Provinz Oberhessen, und zwar für die Bodenaltertümer. Al» solcher hat er, neben ben vorerwähnten Grabungen, besonders wichtige Untersuchungen an oorge chichllichen Anlagen und Grabhügeln aus- geführt, 0 auch im Borderwald bei Muschenheim. Dort sand er u. a. im ,,Königsgrab" ein prachtvolle» Bronzeschwert und löste damit die bei den Mu- schenheimern feit altersher herrschende Sage von einem im Vorderwald vergrabenen „goldenen Schwert". Diese» und noch viele weitere Funde sind im Oberhessischen Museum aufbewahrt. Ferner untersuchte er den großen vorgeschichtlichen Friedhof bei Nieder-Mockstadt, Grabhügel im Langsdorser Wald und bei Nieder-Bessingen und noch viele andere. Auch römischen Spuren ging er nach und bearbeitet e, außer der Rapersburg, z. B. die Frei- legung der Mauern eine» Burgus auf dem Johan- nisberg bei Bad-Nauheim und eines zweiten am Minterstein Diesen letzteren Burgu» konnte er mit ben reichlich gespendeten Mitteln de» Deutsch-Amc- rifaners Gustav Dberlaenbcr wieder aufbauen; feine» und de» Stifter» Namen erhält eine Inschrift am Turm.
Dom Tage feine» Dienstantritt» am Gießener (Bnmnafium an war Prof. Helmke auch am Ober- hessischen Museum tätig, zuerst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann, nach Kramer» Tode, als Direktor. In diesen Jahren bat er für die Ausweitung der Sammlungen, namentlich der vorgeschichtlichen, außerordentlich sruchtbringend gewirkt; nicht nur verdoppelt hat er sie, sondern er hat sie auch roö- ständig neu geordnet. Ferner erwarb er da» Ge- samtwerk von I. G Wille, de» berühmten Kupferstechers des 18. Jahrhunderts, der bekanntlich non der Obermühle bei Bieber stammt Die Stiche, die sämtlich gerahmt sind, bilden eine Sehenswürdigkeit des Museum». Der Heidenturm im Schloßboi mit feinen beiden verliehen und den Wobnräumen wurde von Helmke wieder befudjbar gemacht. Dazu die vielen Einzelerwerbungen, die das Museum im Alten Schloß zu einer anerkannten Bildungsstätte, namentlich für die Heimatkunde, gemacht habm
Zahlreich sind die Veröffentlichungen Helmkes in wissenschaftlichen Zeitschriften und in den Heimatblättern. besonder» auch im „Gießener Anzeiger" und seinen Beilagen Daneben bat er unermüdlich Führungen von Schulen und vereinen • halten denen allen er stets mit feinem reichen --vn r Verfügung stand In Städten und Portern inner Vorträge, auch In der Volkshochschule An t:r
Wandern ist not!
Ein Mahnwori
von Professor Or. Werner, Darmstadt, Heichssührer der deutschen Gebirge- undWandervereine.
Wenn es des Wandersmannes bestes Teil ist, daß er, in tiefster Seele treu, seiner Heimat allezeit verbunden bleibt, so ziert es ihn nicht minder, auch dem Freunde sein Her; zu bewahren, der ihm neben der äußeren Landschaft des Lebens auch das Land der Seele erschloß, und dieser Freund ist sein Wanderoerei n!
Wohlfeil aibt er und doch gut, vieles schenkt er vielen. Wandern ist ohne gute Füße nicht möglich, wird aber erst werthaft mit aufnahmebereiter Seele. Wandern i st eine rechte Angelegenheit de» deutschen Gemütes, die sich um so tiefer auswirkt, je weniger sie zu äußerer Ekstase führt.
Deshalb ist es eine reine Pflicht der Dankbarkeit. dem selbstlos Dolksdienst übenden HJan- beroerein nicht aufzusagen, sondern darin zu bleiben.
Ich weiß, der Vereine sind viel, und alle wollen ihre Beitragszechinen haben. Aber wenn „alles rennet, rettet, flüchtet" — der Wanderer fei beharrlich und bleibe feinem Bunde getreu. Weil der Wan- deroerein ihm Schirm und Hort und Arznei für Leib und Seele war, sollte das einfachste Gefühl der Pietät den Wanderfreund davor bewahren, den geweihten Grund der in Vereine gebundenen deutschen Wandererschaft zu verlassen. Insbesondere gilt das als Mahnung an die oberen Zehntausend, die, obgleich nothafter Zeit immerhin noch fernestehend, meist am raschesten bei der Hand sind, ihre 43er- einsauffünbigungen mit dem Wanderklub beginnen zu lassen und damit eine Gliederung zu gefährden, die mehr als die meisten anderen Bünde
bet Volksgemeinschaft und ber Bekämpfung des Klassengeistes gebient hat
Wenn sich die Hunderttausende deutscher Wanderer mit Stolz au den Wegebereitern des Dritten Reiches zählen Dürfen, so ist auch heute und morgen und in alle Zukunft hinein ihre Sendung nicht erschöpft, sondern heute und morgen und in alle Zukunft hinein braucht Deutschland neben der Körper st ählung d i e Seelenformung. Auf den unsichtbaren Grundmauern einer ohne großen Aufwand geleisteten Erziehungsarbeit am deutschen Innenleben baut sich Oermanias Dom auf.
„Gemeinnutz geht vor Eigennutz" Wir deutschen Wandersleute haben diesen schönen Bekenntnissatz längst vertreten; wir haben Wege angelegt und gekennzeichnet, Türme und Schutz- butten gebaut, Karten und Führer herausgegeben, dem Ganzen zum Heile. Mühevoll und kost- pielig war unsere Arbeit; teuer vor allem Bau und Erhaltung der Klubhäuser und Jugendherbergen. . Trotzdem geschah dies alles, geschah selbstlos I
und ohne jeden materiellen Vorteil, getragen lediglich vom Bewußtsein und herben Glück der treulich erfüllten Pflicht. Und der Ruf:
„Lernt erst Deulschlond kennen und dann das Ausland! Erwandert euch Heimat und Vaterland!"
ist der Heroldsruf der deutschen Gebirtzs- und Wandervereine von jeher gewesen, ist eine von uns Wanderern stets redlich erfüllte nationale Aufgabe.
Darum weiß die deutsche Reichsregierung, was sie am rechten deutschen Wanderertum hat, deshalb roiffe die Nation, was sie dem deutschen Wanderertum verdankt? Und darum heißt die Parole:
Nicht heraus aus den deutschen Danberoereinen. sondern hinein!
Hinein in diese Horte seelischer Aufwärtsentwicklung, hinein in diese Stätten edelsten Strebens und redlichsten Bemühens um den deutschen Aufbau! Deutsche Wandersleute bleibt dem Besten in euch getreu! Euch rufen immer wieder aufs neue Heimat und Vaterland zu: Wandern ist not? Wanderoereine sind not!
Der Voaelsberaer Höhenclub
bittet uns im Zusammenhang mit dem vorstehenden Artikel um den Abdruck der nachstehenden Zeilen:
Nicht nur seelische Werte erhielt und schafft die deutsche Wanderbeweaung, der deutsche Wanderer steht auch stets s e I b ft I 0 s im Dienst der Heimat.
So betreut-ber Sogeiberger Höhenclub nun schon über ein halbes Jahrhundert die Vogelsberger Heimat mit der Wetterau und dem gesamten oberhessischen Land. Aus eine jahrzehntelange unermüdliche Arbeit kann der VHE. schon zurück- blicken, aber noch ist sein Ziel nicht erreicht, immer weiter geht fein Streben für das Heimatland. Was hat der VHE. nicht schon alles getan: Die Klub- Häuser auf dem Hoherodskops wurden vom VHE. errichtet und werden von ihm unterhalten, ebenso auch der Bismarckturm auf dem Taufstein und manche anderen Aussichtstürme und Schutzhütten, zahlreiche aus Mitteln des VHE. erbaute Jugendherbergen, wie vor allem das Vater-Bender-Heim auf der Herchenhainer Höhe, bieten unserer man- bernben deutschen Jugend willkommene Unterkunft. Ein weites Netz von gut markierten Wegen führt durch unser Gebirge. Plakate und Werbeschriften weisen im Sommer und Winter auf die Schönheit unserer Oberhessischen Heimat hin, Oberhessen per- dankt schon viel der Tätigkeit des VHE., der auch weiterhin tatkräftig für die Heimat einstehen wird.
Darum sollte jeder, dem der Dienst an der Heimat wertvolle vaterländische Arbeit ist, mitarbeiten im VHE., sich selbst zur Freude, Stärkung und Erhebung, unserer lieben Hessenheimat zum Nutzen.
Landesuniversttät hielt er im Auftrage des Mini- teriums Vorlesungen über die Vorgeschichte, das Römische und die Frühgeschichte Deutschlands, besonders des Rhein-Main-Gebietes.
Bei seinen Schülern genoß er viel Achtung und Liebe, da er ihnen, trotz hoher wissenschajilicher Anforderungen, immer mit Gerechtigkeit und 'Vertrauen gegenüberstand. Namentlich die schönen Ausflüge, die er ihnen bot, zeigten ihn stets als Mitfühlenden, der mit feinen Jungen alles mit- machte, was sich verantworten ließ. Wer von ihnen denkt nicht an die wundervolle Fahrt nach Trier und in die Eifel, die er noch nach feiner Pensionierung führte? Daß er sich auch beim VHE. durch Führungen, Vorträge und Wanderungen betätigte und ein gerngesehener Marschgenosse war, sei nur nebenbei bemerkt.
Professor Helmke ist korrespondierendes Mit- stieb des Deutschen Archäologischen Instituts und Nitglied der Historischen Kommission für Hesfen- Waldeck; erst eine längere Krankheit nötigte ihn, aus der Römisch - Germanischen Kommisjion in Frankfurt a. M zu scheiden. Dem Ausschuß des Historischen Vereins für Oberhessen gehört er feit 1917 an.
Möge dem verdienten und weithin hochgeschätzten Manne in Sobernheim im Kreise seiner Familie in Gesundheit ein langer und freundlicher Lebens- abend beschieden (ein.
OeVerkaufssonntaqevor Weihnachten
Die Polizeidirektion Gießen teilt uns mit:
Auf Grund des § 105 b ber Reichsgewerbe. Ordnung in der Fassung ber Verordnung vom 5. Februar 1919 ist für alle Gewerbezweige des Handelsgewerbes der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufftellen mit Ausnahme der Lebensrnittel-, Genuhmittel- und Zigarrengeschäfte, die Beschäfti- gung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern
am Sonntag, 10. Dezember
am Sonntag, 17. Dezember und
am Sonntag, 24. Dezember
an den Sonntagen, 10. und 17. Dezember, von 12 bis 18 Uhr und am Sonntag, 24. Dezember, von 12 bis 17 Uhr gestattet. Dagegen ist auf Grund des Gesetzes vom 13. Dezember 1929, den Ladenschluß am 24. Dezember betreffend, ben Lebensrnittel-, Genuhmittel- und Blumengeschäften die Offenhaltung ihrer Läden am 24. Dezember bis 18 Uhr erlaubt.
Für die Lebensmittel-, Genußmittel- und Zigarrengeschäfte wird an Stelle des 10. Dezember, an dem diese Geschäfte geschlossen fein müssen, der Sonntag vor Neujahr, das ist der 31 Dezember, zum Verkauf freigegeben.
Die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeiten bei der Herstellung von Back- und Konditoreiwaren ist an den obengenannten Sonntagen verboten
Zur Behebung von Zweifelsfragen, wie es Ge- schäfte zu halten habeh. die sowohl andere Waren als auch Lebensrnittel usw führen, wird darauf hingeroielen, daß in solchen Fällen der Haupt- charakter des betreffenden Geschäfts ausschlaggebend ist. Weiter ist daraus hinzuweisen, daß mehr als drei Verkaufssonntage im Dezember für keine Branche in Betracht kommen.
Das Hc niqen der Strahen von (?is und (Schnee.
Von der Polizeidirektton Gießen wird uns mit- geteilt:
Es wird darauf aufmerffam vernicht, daß nach der Straßen und das Wegichaffen de» Mulls in der Stabt Gießen vom 15. April 1929, den Grundstücks
eigentümern die Pflicht zur Reinigung der Bürgersteige obliegt. Die allgemein verbreitete Ansicht, daß der Grundstückseigentümer ober der zur Reinigung der Bürgersteige Verpflichtete erst durch einen Po- lizeibeamten hierzu aufgefordert werden muß, ist nicht richtig. Der über Nacht gefallene Schnee ist bis spätestens um 9 Uhr wegzuräumen. Ist wegen fortgesetzten starken Schneefalls die ständige Frei- Haltung nicht möglich, so muß die Abräumung in der Zeil von 9 bis 18 Uhr mindestens alle fünf Stunden einmal erfolgen. Sofern auf den Bürgersteigen Glatteis, eine gefährlich zu begehende Schneedecke, Schnee- ober Eisbuckel sich gebildet- haben, ober die Bürgersteige sonstwie schwer zu begehen sind, müssen sie in einer Breite von mindestens einem Meter mit sand, Kies, Asche ober sonst geeignetem Streu- material ausgiebig bestreut werden. Diese Verpflichtung erstreckt sich in der Zeit von 7 bis 19 Uhr. Wir haben die Polizeibeamten angewiesen, auf die Einhaltung ber Polizeiverordnung strengstens zu achten.
Anschüsse für Sachleistungen an Hilfsbedürftige.
Vom ftäbtifdjen Wohlfahrtsamt wird uns geschrieben: Nachdem der Herr Reichsminister ber Finanzen Mittel für Zuschüsse für Sachleistungen an Hilfsbedürftige auf Grund des Gesetzes zur Verminderung ber Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 zur Verfügung gestellt hat, finb die hessisch n Be- zirkssürsorgeverbände durch bas Staatsministerinm aufgeforbert worden, die in Betracht kommenden Sachleistungen zu beschaffen. Die Zuschüsse werden durch die Bedarfsdeckungsscheine B, weich' in Markabschnitten gestückelt sind, hingegeben. Durch Bekanntmachung der hiesigen Büraermeisterei zWihl- fahrtsamt) vom 4. Dezember 1933 ist diese Maßnahme der Oeffentlichkeit bekanntgegeben und die Geschäftswelt aufqeiorbcrt worden. - ihre Bewerbung um Zulassung unverzüglich bis spätestens 8. Dezember bei dem Städtischen Wohlfahrtsamt schriftlich ,ju beantragen. Als Sach! iftungcn im_ Rahmen dieser Maßnahme kommen Kleidung, Wäsche und Haushaltungsaegenftände in B'tracht Die Durchführung soll in kurzer Zeit abgelchloü. n sein. Den in Frage kommenden Geschäften :viiö daher dringend empfohlen, ihre B-werbung um Zulassung sofort beim Städtischen Wohlfahrtsamt einzureichen.
Für das Verfahren besteht folgende Vorschrift: Der Hilfsbedürftige erhält vom städtischen Wohlfahrtsamt einen Bezugschein, auf Grund dessen er in einer zugelassenen Verkaufsstelle bis zu dem ihm bewilligten Betrag Kleidung, Wäsche oder Haus- haltimgsgegenstände erwerben kann Empfang und Richtigkeit des Preises hat der Emofänger auf dem Gutschein zu bescheinigen Da die Markabschnitte der Bedarfsdeckungsscheine B auf volle Reichsmark lauten, müssen die sich bei der Gesamtsumme ergebenden Pftnnigbeträge von dem Hilfsbedürftigen j löst unmittelbar an die Verkaufsstelle geleistet werden. Die Verkaufsstelle hat auf den Bezugschein eine Bescheiniguna darüber auszustellen, welch» Waren geliefert wurden und zu welchem Preise Sie reicht die Bezugscheine zusammen mit einer auf sie ausgestellten Sammelkarte bei dem Städtischen Wohlfahrtsamt ein. Das Wohlfahrtsamt klebt die d m Verkaufspreis entfvrechende Zahl von Markob- schnitten auf den Sammelkarten ein und gibt die Sammelfarten unverzüglich an die Verkaufsstelle zurück. Die gefüllten Sammelfarten werden der Berkaulsstelle durch die Kaste des Finanzamt», das für die Umsatzsteuer der Verkaufsstelle zuständig ist, einaeläft Die Stelle, welche die Somm-lkarten aus- gib*, wird noch befanntgegeben. Auf d»e Bekanntmachung vom 4. Dezember 1933 wird nochmal hm- gewiesen.
Etadttheater heute geschloffen.
Aus dem Stabtthcaterbüro wird uns geschrieben: Die für heute, 20.15 Uhr, angesetzte Volksoorstellung „Der Traum der Vilma Kelemen" muß wegen Erkrankung im Personal ausfallen.
Volkstümliches Konzert im Eftadltheater
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Langen und vielfachen Bestrebungen, nicht zuletzt der einsichtvollen Zustimmung der Theater- Deputation, ist es zu verdanken, daß die Stadt Gießen mit Beginn der Wintevfaison 1933 34 an ihrem Theater ein, nur aus Berufsmusikern gebildetes Orchester, ihr eigen nennt. Das Stadttheater Gießen verpflichtete eine Auslese junger gutausgebildeter Berufsmusiker unter der Stabführung von
Der Kupferpfennig, den du am Kupfernen Sonntag spendest, bringt Deihnachsfreude denen, die selbst nicht spenden können!
Kapellmeister Fritz C u j 6. Zweck diese» Orchester» ist es, dem Theaterpublikum erstklassige musikali- sche Ausführungen zu ermöglichen, andererseits aber von Zeit zu Zeit Darbietungen rein musikalischer Art zu Gehör zu bringen.
„Wir wollen aufbauen!", sagt bas Stadttheater- Orchester und gibt zu diesem Zwecke volkstümlich- Konzerte mit auserlesenen gut einstudierten Or- chesterwerken, den Volksgenossen zur Freude und sich zur Ehre.
Erstmalig findet am Montag, 11 Dezember, ein „Volkstümliches Konzert" des Stadttheater-Orche- fters statt unter der Leitung des Kapellmeister» Fritz Cuj<. Die Veranstaltung ist zu kleinen Prei- sen von 0,30 bis 1,— Mark und dauert von 29 bis 22 Uhr. Das junge Orchester hofft auf die verständige Würdigung und tatkräftige Unterstützung der Gießener Musik- und Theater-Freunde.
WinierhUfswe M
Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit:
Die der Kammer angeschlvssencn Firmen können die Dezember-Plaketten des Winterhilfswerkes des Deutschen Volkes 1 9 3 3/3 4 bei der Industrie- und Handelskammer Gießen abholen lassen. Schriftlichen Anforderungen ist Rückporto beizufügen
Papier- und Schreibwarenladen morgen geöffnet.
Wie uns von dem zweiten Vorsitzenden der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes deutscher Papier- und Schreibwarenhöndler mitgeteilt und vom Polizeiamt bestätigt wird, sind am morgigen Sonntag die Papier- und Schreibwarenläden in unserer Stabt geöffnet.
Gicf;cncr Wochcnmarktprcisc.
• Gießen, 9. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, da» Pfund 1.50 bis 1,55 Ma:k, Landbutter 1,40. Kochbutter 1.20 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10. Eier (inländische) 15, Wirsing, das Pfund 12, Weißkraut 6 bis 10, Rotkraut 10 (Selbe Rüben 8 bi 10 Rüben 10, Spinat 18 bis 20, Unterfohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 18, Rosenkohl 30 Pf Feldsalat 1,— bis 1,50 Mark, Zwiebeln 10 Pf., M.err»ll ch 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3'/j Pf., der Zentner 2.50 bis 2,80 Mark. Aepfel, das Pfund 15 bis 20 Ps., Birnen 10 bis 15, Nüsse 40 bis 50, Honig 40. junge Höhne 65 bis 75, Suppenhühner 60 bis 65, Gänse 60 bis 65, Tauber., das Stück 40 bis 45, Blumenkohl 35 bis 50, En" vien 10 bis 15, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 30 Pf.
Hurnouicii-
— Tageskalendcr für Samstag. Turmhaus am Brand: 16 bis 18 30 Uhr, Kunstausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhc fstraße: „Keine Angst vor Liebe". — Astoria-Lichtspi lc, Selters- weg: „Das Haus an der Grenze". — DHV.: 20.30 Uhr, im Heim, Nikolauskränzchen. — Postkeller: 10, 16 und 20 Uhr, Vorführung des neusten patentierten Zuschneideoersahrens
— Tageskalender für Sonntag Stadttheater: 19.30 bis nach 22 Uhr, „Die luftige Witwe". — VDA.: tJrauengruppe Gießen, 16 Uhr, Rath. Vereinshaus, weihnachtliche Veranstaltung zugunft. n der Winterhilft — Turmhaus am Brand: 11 bis 13.30 Uhr, Kunstausstellung. — Physiologische» Institut: 11.30 Uhr, 14. Vortrag: „Die Funktionen des Nervensystems". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 11 15 Uhr, „Am Horst der wilden Adler"; ab 15 Uhr „Keine Angst vor Liebe" — Astoria- Lichtspiele, S.'ltersweg. „Das Haus an der Gr«-nze". — Lukassaal: 20 Uhr, Familienabend der Lukas- Gemeinde (Aboents’eler) — Bienenzüchtervere i n: 14.30 Uhr, bei Kraft, Jahresschluhversammlung. — DHV 15 Uhr. im Heim, Kinder-Nachmittag
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 20,15 Uhr als Volksvorftellunq zu kleinen Preisen von 0,30 bis 1,50 Mk zum letzten Mal die Gesellschaftskomödie: „Der Irau.n der Vilma Kelemen" von Franz Molnar unter der Spielleitung des I n t e n d a n-t e n. Ende 22 33 Uhr — Sonntag, 10. Dezember, außer Abonnement und zu ermäßigten Dncrettcn-Drcifen erste Wiederholung der Spielplan Neuheit „Die luftige Witwe" von Franz Lehar in der Besetzung ber (Erft-Aufführung. Spielleitung: Wrede — CujL — Spohr. Die Rolle des Camille be Rofillon singt ber Tenor Adolf Jaeger- Frankfurt. Sviel- dauer von 19,30 Uhr bis nach 22 Uhr — Montag. 11. Dezember. 20 Uhr. auße Abonnement „Volkstümliches Konzert" des Skadttheater O^che- fters unter Leitung von Kapellmeister Fritz 6 u i <f. Ende 22 Uhr. Kleine Preise von 0,30 bis 1.00 Mk. — Dienstag, 12. Dezember, 11 Vorstellung im Dienstag-Abonnement „Die luftige Witwe", Operette von Franz L'har. Spielleitung Paul Wrede: musikalische Leitung Rapellmeift'r Fritz (E u j £; Bewegung»- und Tanzregie Hannah Spohr; ber Tenor Aboft Jäger- Frankkurt in ber Rolle be» Rostllon Overetten-Preife. Spi'’- dozier von 20 bi» nach 22.30 Uhr — Mittwoch, 13 Dezember, 10 Vorstellung im Mfttwoch Abon- n-ment: „Die lustige Witwe" Operetten-Preise. Spieldauer von 19.30 bis nach 22 Uhr — Donnerstag, 14 Dezember, Deutsche Bühne Reihe V Un- a'rade Mitgliedsnummern „U-Boot 116", Schauspiel von Karl Lerb» unter der Spielleitung von Kurt L ü p k c. Snidbauer von 20 bis 22 Uhr. — Freitag, 15. Dezember, 11. Vorstellung im Freitag- Abonnement bas Drama: „Der Strom" von Maß


