Ausgabe 
9.12.1933 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Halbe: Spielleitung: Anton Neuhaus. Spiel­dauer von 20 bis 22.30 Uhr. Samstag, 16. De­zember, Deutsche Bühne Reihe 2: Gerade Mit- §liedsnummern die Operette:Wiener Blut" von ohann Strauß. Leitung: Wrede Cuj 6 Bäulke. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr.

Der Goethe-Bund teilt uns mit: Der nächste Dichterabend des Goethe-Bundes am kom­menden Donnerstag wird ein literarisches Ereignis ersten Ranges werden: Agnes M i e g e l wird aus eigenen Werken lesen. Agnes Miegel, die große ostpreußische Balladendichterin, ist schon lange nicht mehr nur in ihrem Heimatlande eine bedeutsame Erscheinung. Ihre Lyrik, ihre Erzählungen und vor allem ihre Balladen sind seit langem höchstes Gut deutscher Dichtkunst geworden. Diese Heimatdichterin ist eine deutsche Seherin, eine Sängerin der Dater- landsliebe, eine Gestalterin deutschen Wesens und deutschen Geistes. Aus den Menschen und Charak­teren ihrer knappen, bildhaften Zeichnung spricht tiefes deutsches Sehnen, spricht deutsche Seele mit der schönsten Innerlichkeit all ihrer echten Gefühle.

Deutsche Männer und Frauen!

Aus den Bergen wird fast überall Schnee gemel­det, auch die Kälte hat ihren strengen Einzug be­reits gehalten. Für die Gebirgsbewohner bedeutet der Winter Not und hunger. Wärmende Klei­dung ist notwendig, damit niemand friert. Besonders sind es die Kinder, denen so manches Kleidungsstück fehlt. Wer Mäntelchen und warme Schuhe abgeben kann, suche in Schränken und Truhen, damit das Bewußtsein der bewiesenen Schicksalsgemeinschaft zu einem dauernden Besitz gerade jener Menschen werden kann, die noch nicht den Segen der Arbeit erfahren konnten. Auch hand- suhe und Strümpfe werden gebraucht. Mühen und Leibwäsche sind notwendig. Gerade Kindersachen, aus denen Jungen und Mädchen schnell herauswach- sen, liegen vielfach noch unbenutzt in den Schränken. Alle diese Kleidungsstücke können bessere Aufgaben erfüllen, deshalb sehen Sie Ihre Truhen und Schränke nach, damit die Freude einziehe in die Herzen ärmerer deutscher Volksgenossen.

Spendet!

Diese Stimmung bringt auch die Persönlichkeit der Dichterin mit. Zurückhaltend und ernst spricht sie ihre Verse, aber aus dem dialektgefärbten Vortrag wächst eine kraftvolle, magnetische Spannung. Dich­tung und Sprache, Inhalt und Wiedergabe werden seltsam eins, die starke Kraft poetischer Größe wirkt ohne große dramatische Gebärde. Es ist ein köst­liches-Erlebnis. wenn die Dichterin ihre Zuhörer in ihre eigenartige, ganz persönliche Schaffenswelt hineinblicken läßt. Ein Abend schönsten literarischen Erlebens ist zu erwarten. (Siehe heutige Anzeige.)

D H V. Gießen. Heute, Samstag, 9. Dezem­ber, 20.30 Uhr, im Heim Nikolauskränzchen für die Kollegen mit ihren Angehörigen. Scherzgeschenke sind mitzubringen. Sonntag, 10. Dezember, 15 Uhr, im Heim Kinder-Nachmittag mit Ueberraschungen. (Siehe heutige Anzeige.)

21 m H o r st des wilden Adler s." Der Kulturfilm, der am Sonntagoormittag im Lichtspiel­haus (Bahnhofstraße) gezeigt wird, ist von einem Meister der Lichtbildkunst, von Walter Hege ge­schaffen worden und hat ein sehr selten behandeltes Thema zum Gegenstand. Der Photograph ging dem edelsten Raubvogel nach und belauschte den Vogel deutschen Symbols in allen seinen kraftvollen Lebens­äußerungen. Der Film verdient guten Besuch.

*

** Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Aus Anlaß des am 5. Dezember 1933 erfolgten Ablebens des Führers des ungarländischen Deutschtums, Seine Exzellenz Professor B l e y e r, hat die Universität Gießen an Frau Bleyer und an den Ungarländischen deutschen Volksbildungs- verein in Budapest Beileidstelegramme gerichtet.

** Silberne Hochzeit. Am morgigen Sonn­tag feiern der Reserve-Lokomotivführer i. R. Karl Schreiner und Ehefrau Elise, geb. Becker, An der Iohanneskirche 6 wohnhaft, das Fest der silbernen Hochzeit. Der Jubilar ist seit 25 Jahren Bezieher des Gießener Anzeigers, den vorher schon seine Eltern gehalten hatten, so daß der Gießener Anzeiger seit rund 60 Jahren in der Familie des Jubilars ist.

** N S.- D o l k s w o h l f a h r t Gießen-Süd. Der Ortsgruppe Gießen-Süd sind bisher nicht alle zur Ausgabe gelangten Kohlenbezugsscheine Serie A zur Abrechnung eingereicht worden. Der Ortsgrup- penwalter bittet alle in Frage kommenden Kohlen- Handelsfirmen, ihre Bestände an Kohlenbezugs­scheinen durchzusehen und die noch vorhandenen Scheine Serie A der Ortsgruppe Gießen-Süd bis spätestens Montag, 11. Dezember, zwischen 17 und 19 Uhr in der Sprechstunde im Hotel Hopfeld (Saal) gegen Wertquittung zurückzugeben. Die Abrechnung der Kohlenscheine Serie B erfolgt am 15. und 18. d. M. ebenfalls in der Sprechstunde der Orts­gruppe Gießen-Süd. Der Kassewalter und die Zell- walter der NSV. Gießen-Süd werden am 13. und 20. d. M. von 18 bis 19 Uhr, und künftig immer am 2. und 3. Mittwoch jeden Monats in der Sprech­stunde der Ortsgruppe ihre Kassengeschäfte tätigen.

** Das Oberhessische Museum im Alten Schloß am Brandplatz ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.

** Zahmer Fuchs entlaufen. Wie der Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gie­ßen" uns mitteilt, ist am Donnerstag, 7. Dezem­ber, in Gießen ein zahmer Rotfuchs entlaufen, des­sen lebendes ' _>ieberfangen von besonderer Bedeu­tung wäre. Es handelt sich nämlich um ein Tier, bei dem es gelungen ist, einen Fuchs vollkommen leinensührig wie einen Hund zu machen, und der als Schweißarbeiter auf der Wundfährte krank ge­schossenen Wildes abgeführt ist und in der Praxis wertvolle Arbeit geleistet hat. Diese einzigartige Abrichtung eines Fuchses macht das Tier zu einem in verschiedenster, auch wissenschaftlicher Hinsicht, höchst wertvollen Stück, dessen Wiedererlangung dringend zu wünschen wäre. Da er schon im 7. Jahre in Gefangenschaft ist, wird er vermutlich in der Nähe menschlicher Ansiedlung zur Beobach­tung kommen. Er ist auffallend hell gefärbt, vor allem an Flanken und Keulen. Wer ihn lebend abliefert (einfangen ist ohne Gefahr möglich, hort auf den NamenMax") oder Nachricht übermit­telt, die fein Einfangen gestattet, erhält Belohnung. Di" Gießener Jäqerwelt wird besonders um Mit­hilfe gebeten! Mitteilungen nach Klinikstraße 1 (Darmstädterhaus) oder Fernsprecher 2394.

Iachmbcii im Aalionalsozialiflischen Lehrerbund.

Don dem Kreisarbeiislefter für die höhere Schule Dr. Adolph.

Nun hört man hier und da den Einwand: der NS.-Lehrerbund mag kämpfen. Ihm gebührt das politische Pathos und die erregende Geste der Agi­tation. Die eigentliche Facharbeit aber, die sich aus dem Bestand des Lehrstoffs ergibt, gehört in die Hand von Fachverbänden. Die Fachleute und Sach­verständigen, Die von keinen politischen Schlag­worten berührt sind, werden die Sachgesetzlichkeit herausarbeiten, die in den einzelnen Fächern ent­halten ist, sie werden objektiv prüfen, was der heutigen Sachlage angemessen ist, und werden dann der Regierung verständige Vorschläge machen, rote sie etwa diese Facharbeit im staatlichen Interesse ausroerten möge. So versucht man kühlen Sach- und Fachoerstand, sachlichen Gehalt und fachliche Wahrheit gegenpolitische Stirnrnungsrnacherei" auszuspielen.

Aber so liegen die Dinge nicht. Diese Konstruktion ist in sich rourzelsaul und höchst gefährlich. Natio­nalsozialistischer Wille und der innere Sachaehalt der Lehrfächer, etwa des Deutschen, der Geschichte, der Biologie usw. stehen sich nicht wie zwei Fremdkörper gegenüber, sondern bedingen einander und bedürfen lebendiger Wechselwirkung. Der na­tionalsozialistische Geist müßte in der Luft verpuf­fen, wenn er kein Stoffgebiet hätte, an dem er sich formend betätigen könnte, und die Lehrfächer der Schule blieben in beziehungsloser Neutralität liegen, wenn sie nicht in den nationalsozialistischen Gestal­tungsakt hineingezogen und für die Erziehung des Kindes fruchtbar gemacht würden. Es mag im liberalen Staat möglich gewesen fein, von einer neutralen Sachaesetzlichkeit der Fächer zu sprechen, sie vor dem Kinde in ihrer leblosen Objektivität aus­zubreiten und ihm selbst zu überlassen, was es mit der ihm vorgesetztenreinen Wissenschaft" an­fangen wollte. Der Nationalsozialismus will Füh­rung auch auf dem Gebiet der Erziehung. Er kennt keine sachliche Neutralität. Er will das Unterrichts­gut zum Aufbau feines Staatsideals verwenden. Wie der Techniker dierein fachlichen" Naturgesetze

S.jl.-tfporf

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 (Liga) Groh-Karben (Liga).

Die Ligamannschaft der Spielvereinigung tritt am morgigen Sonntag zum vorletzten Verbands­spiel der Vorserie an. Die beiden letzten Begegnun­gen, die also noch ausstehen, können der Spieloer­einigung, die gegenwärtig in der Tabelle einen Mittelplatz hält, den Anschluß an die Spitze ver­mitteln. Die Hoffnung darauf ist nicht unbegrün­det. Im Spiel gegen die Gäste des morgigen Tages sollten die Blauweißen den Sieger stellen können: aber auch in dem letzten Spiel gegen Butzbach sollten zwei Punkte gutzumachen sein. Beide Spiele finden dazu noch auf Dem Platz an der Liebigshöhe statt. Die Groß-Karbener stehen gegenwärtig mit 8:6 Punkten zwei Positionen vor der Spielvereini- gung, aber diese Differenz kann schon der morgige Kampf ausgleichen und Die Spielvereinigung auf den 4. Platz bringen. Die Mannschaft sollte sich es sehr angelegen fein lassen, ein Spiel zu bieten, das allen Hindernissen der Kälte und des gefrorenen Platzes zum Trotz einen einwandfreien Steg sichert. Die Elf darf sich keine Halbheit erlauben, wenn sie, wie es sich für sie eigentlich geziemt, in der Ent­scheidung um die Meisterschaft ein Wort mitreben soll. In welcher Aufstellung bie Mannschaft bas Spiel bestreitet, steht noch nicht enbgültig fest. Man rechnet mit einem harten Kampf, ber aber von Anfang an von ben Blauweißen auf Erfolg ge­spielt werben muß.

Bei ben unteren Mannschaften herrscht Ruhe. Die 1. Jugenb trägt ein Verbanbsspiel aus und zwar gegen bie 2. Jugenb bes eigenen Vereins. Die Schüler erwarten bie Schüler von Großen-Buseck.

VfB. Gießen.

Die Liga bes VfB. ist spielfrei. Die 2. Elf emp­fängt zum Verbanbsspiel auf eigenem Platz bie 1. Mannschaft von Wißmar. Die 3. bes ÄsB. soll ebenfalls auf eigenem Platz einer Mannschaft aus Grüningen gegenüberstehen.

Handball:

Gauligaspiel 1900Tv. Wetzlar.

Morgen (Sonntag) vormittag kommt auf bem 1900-Sportplatz ein bebeutfames Treffen ber Hanb- ball-Gauliga zum Austrag. Die 1900er empfangen zum Rückspiel ben Tabellenersten Tv. Wetzlar. Die Gäste führen nach vier Spielen klar mit sieben

50 Zahle Turnverein Grünberg (DT.)

in eine bestimmte technische Gestaltung hineinzwingt unb sie seinen Zwecken dienstbar macht, so verwend bet auch ber Nationalsozialismus den Lehrstoff bet Schule im Sinn eines ganz bestimmten Erziehungs« ibeals. So kann nur Der ben Stoff wahrhaft er­greifen, orbnen unb unterrichtlich auswerten, beC von ber nationalsozialistischen Jbee ergriffen ist. Auf ben toten Fachgelehrten verzichten wir. Heute bebarf es nicht nur des reinen Wissens, sondern auch ber seelischen Leibenschaft. Unb nur wo beibe' Pole stark finb und der Flammenbogen des Geistes zwischen ihnen schwingt, da ist Kraft und Leben. Wir brauchen keine reinen Fachverbände, so wenig wir Standesinteressenvertretungen brauchen. Witz brauchen Sachgesetzlichkeit und Wille. Und wo eilt Wille ist, da wird er auch die Sachgesetzlichkeit en greifen und fruchtbar machen. Gerade der starke politische Wille ist im höchsten Maße realistisch und dringt hin zur Sache selbst.

Der NS.-Lehrerbund ist eine politische Organ« fation." D. h. er drängt hin zu sachlicher Gestaltung. Deshalb geht er an Den Ausbau von Fachschaften heran. Das Werk ist im Werden. Es werden ein­zelne Fachgruppen entstehen, die den Sinn unseres Daseins als Lehrer, die Aufgabe des Unterrichts und seiner Gestaltung durchdenken und, wenn mög­lich, fruchtbar machen wollen zum Besten unseretz Jugend und damit unseres Vaterlandes. Wir wer, den in Zukunft fortlaufend über diese Arbeit be­richten. Denn wir glauben, daß auch ber Oefsent- lichkeit baran gelegen sein wird, zu wissen, welchetz Geist hinter ben Mauern unserer Lehranstalten wohnt, unb baß insbefonbere bie Eltern unserer Schüler die Planungen unb Gestaltungen ber neuen beutschen Schule mit verstänbnisvoller Anteilnahme verfolgen werben. Gewiß erwächst aus bieser Selbst­besinnung, aus bieser bewußten Durchbringung bet Schulform, bes Unterrichtsstoffes unb bes Lehr­gangs für bie Erzieherschaft neue Arbeit. Aber bet Nationalsozialist ist an Arbeit gewöhnt. Die Be­wegung ist groß geworden durch Opfermut unb Einsatz ber alten Kämpfer, bie wir in Ehrfurcht grüßen Aber sie ist auch groß geworben burch unermübliche, rastlose, selbstlose Arbeit. Daher heiß? bie Losung: Arbeiten ...

Punkten. Falls sie ihren Vorspielsieg gegen bi« 1900er wiederholen können, ist ihnen die Meister­schaft der Staffel Gießen nicht zu nehmen. Untet diesen Umständen wird es den Spielvereinigungs­leuten alles andere als leicht fallen, einen odetz gar beide Punkte gutzumachen. Die Leistung gegen Hachenburg war ja recht zufriedenstellend, aber bet Wetzlarer Turnverein, eine äußerst roenbige, kampf­kräftige unb vor allem tabellos eingespielte Mann­schaft, kann nur von einer in Bestform befindlichen 1900er-Elf bezwungen werben. Die 1900er müssen mit Ersatz antreten.

Das Spiel des O S C. Gießen gegen T o. Burkharbsfelben ist vorn Kreisspielwart ver­legt worben.

Handball im Gau XII der OT.

Tv. Großen-Linben I T.- u. Spv. Buhbach I.

In einem Verbanbsspiel stehen sich beibe Mann­schaften in Großen-Linben gegenüber. Bei bert früheren Begegnungen, bie stets fpannenbe Kämpfe brachten, waren bie Großen-Lindener immer knapp unterlegen, nach ber jetzigen Spielstärke sollte man aber, vorausgesetzt, baß bie Platzbesitzer komplett antreten, mit einer knappen Nieberlage ber Gasts rechnen bürfen.

Gerätemannschastskampf in Krofdorf.

Leihgestern Treis (Lumda) Launsbach Krofdorf.

Höhepunkte turnerischer Betätigung stellen zweifel­los die Geräte-Mannschaftskämpfe dar. Sie sind im Lauf der letzten Jahre fast unentbehrlich geworden. Zur Bildung der deutschen Volksgemeinschaft un­echten Turnerkameradschaft haben sie stets beigetra­gen. Jnbezug auf die Leistungen sind sie gleichfalls eine fortschrittliche Einrichtung: stellen sie doch im­mer wieder eine bestimmte Aufgabe an bie Turner. Die Zahl der in ben letzten Wochen ausgetragenen Mannschaftskämpfe zeugt von einer rastlosen Vor­wärtsbewegung des wieder mehr zur Geltung kom­menden Geräteturnens.

Der Kampf am Sonntag in Krofdorf ist die erste Begegnung von vier Mannschaften (bisher wurden Kämpfe mit jeweils drei Mannschaften abgeschlossen). Die Stärke der einzelnen Mannschaften läßt sich, da sie sich in dieser Zusammensetzung noch nicht gegen­überstanden, nicht genau abwägen obwohl in jeder Mannschaft gute Einzelkönner auftreten.

L

Der Sinn der Sache.

Der NS.-Lehrerbund ist eine politische Organi­sation." Das stimmt. Er ist in der Zeit des Rin­gens um die Macht eine Kampftruppe am Front­abschnitt ber Schule gewesen, und er wirb diese seine heroische Zeit niemals vergessen. Aber er ist auch heute, nach bem Sieg, nicht eingeschlafen. In seiner Mitte lebt nach wie vor der leidenschaftliche Wille, die Ideen, um die es ihm ging, vorwärts zu tragen. Seine Aufgabe heißt heute wie einst: Bresche zu bre­chen, die Bewegung vor fader Verbürgerlichung zu schützen und die großen Gedanken bes Führers in ber Schule burchzusetzen. Es gibt noch unendlich viel zu tun. Der Kampf geht weiter. Unb ber NS.- Lehrerbund wird kämpfen. Denn er ist eine politische Organisation.

"Der NS.-Lehrerbund ist eine politische Orga­nisation." Das stimmt. Er will in sich selbst ein Abbild der Volksgemeinschaft darstellen, wie wir sie für das Ganze ersehnen. Wie im Dolkskörper selbst alle Gegensätze der Klassen, der Parteien, ber Stäube überwunden werden sollen, so will auch der deutsche Lehrkörper" in sich den nationalsozialisti­schen Grundgedanken ber Einheit verwirklichen. Alle Erzieher, von der Kindergärtnerin bis zum Unioersitätsprofessor, sollen sich zusammenfinden zu einer geschlossenen Front. Daß babei Gliederungen, Schichtungen unb Abstufungen nofroenbig finb, liegt in ber Natur ber Sache unb braucht nicht be­sonders betont zu werden. Die Ganzheits-Idee des Nationalsozialismus ist nicht mechanisch, sondern organisch: d. h. jie erkennt das Eigenleben der Teile an, soweit sie sich dem tragenden Gesamtzweck un­terordnen. Gerade aus der Wechselwirkung der ver­schiedenen Gliederungen, aus ihrer Kräftespannung und schöpferischen Befruchtung kann eine macht­volle Steigerung des Gesamtlebens hervorgehen. Es kann den Wilologen nichts schaden, wenn sie mit dem strengen Geilt der Universitätswissenschaft auch persönlich in Veroindung bleiben, und es kann ber Universität nur nützen, wenn sie bas schwere Ringen um pädagogische Gestaltung kennenlernt, um das sich bie höhere Schule müht. Und beide Schulgattungen werden es heilsam empfinden, wenn sie am Urquell der nationalen Erziehung verwei­len und mit ber bem wirklichen Sein am nächsten stehenden Volksschule Fühlung halten. Es kann ein wunderbares Zusammenwirken im Dienst des Gan­zen geben. Eins allerdings halten mir fest: ber Geist bes Stanbesbünkels, ber gewerkschaftlichen Organisation unb ber materialistischen Interessen­vertretung bleibt verbannt. Unb es kommt nicht auf bie Gehaltsklasse an, sondern was einer für ein Kerl ist. Und ob einer oben steht ober unten jebe Arbeit ist notwendig für das Volk, und nur die Leistung entscheidet. Nationalsozialistische Volks­gemeinschaft will der NS.-Lehrerbund in seinen eigenen Reihen verwirklichen. Deshalb ist er eine politische, eine eminent staatspolitische Organisation.

2Iber die Verwirklichung der Ganzheits-Idee im NS.-Lehrerbund hat noch eine tiefere Bedeutung. Die deutsche Jugend soll organisch in den neuen Staat hineinwachsen. Sie soll dereinst das Erbe überneh­men. Mehr noch: sie soll die Volksgemeinschaft, bie heute noch an schweren Schäden ber Vergangenheit leidet, einmal rein verwirklichen. Auf ihren Schul­tern ruht die völkische Zukunft. Und diese Jugend, das Unterpfand der nationalen Verheißung, soll von uns Lehrern in ben Staat hineingeführt wer­den. Und nun denke man sich eine in sich selbst gespaltene Erzieherschaft, die sich gegenseitig be­kämpft, die weltanschaulich und standesmäßig zer­rissen ist wie soll sie das große Werk voll­bringen? Wie soll sie den Totalitätsgedanken, das A und das O des Nationalsozialismus, weiterleiten und lebendig sortzeugen in die Herzen der Jugend hinein? Es wäre ein tragisches Verhängnis, wenn die deutsche Erzieherwelt nicht zu freudiger Gemein­schaftsarbeit käme. Eine in sich zerspaltene Lehrer­schaft versündigte sich an der nationalen Gestal­tungsarbeit, bie vornehmlich in ihre Hänbe gelegt ist. Sie trüge den Bazillus ber Zersetzung weiter und triebe Sabotage am Lebenswerk Adolf Hitlers. Andere Organisationen mögen in sich selbst un­einig sein. Das hat vielleicht nicht viel zu bedeuten. Aber der Riß in der Er,ziehergemeinschaft ist ver- derbenbrinaend für das Ganze. Denn die Erzieher stehen an Der entscheidenden Stelle im Staate, wo das Leben ber Zukunft keimt, wo bie erste For­mungsarbeit am jungen Seelentum zu leisten ist, wo bas roerbenbe Geschlecht seine grunblegenbe Richtung empfängt. Wir können uns schwer vor­stellen, daß die Staatsführung den Zwiespalt im Erzieherstand überhaupt zuläßt. Wir können uns denken, daß sie jede Teilorganisation und selbst den NS.-Lehrerbund zerschlägt, wenn er feine Aufgabe ber Sammlung nicht erfüllt, aber wir können uns nicht vorstellen, daß sie einer gegenseitigen Zerfleischung der Erzieher tatenlos zusieht. Eine ganzheitlich gegliederte Erzieherschaft ja, eine in sich uneinige das ist unmöglich. Der NS.- Lehrerbund erkennt die Gefahr und warnt vor ihr. Er hat hier einen sicheren Instinkt. Denn er ist eine politische Organisation.

Schließlich noch ein dritter, nicht ganz so wesent­licher, doch ebenfalls bemerkenswerter Punkt. Der deutsche Erzieherstand bildet im korporativ auf- gebauten Staat eine bestimmteSäule" neben an­deren Ständen. Wie will sie ben ihr gebührenben Ort im Ganzen finben, wie will sie sich als voll- flingenber Ton in bie Gesamt-Symphonie ein­fügen, wenn sie in sich aufgespalten unb zerfetzt ist wie ein vom Blitz getroffener Baum, wenn sich ihre Teile gegenseitig hemmen unb sperren unb sich im Wege stehen?

Der NS.-Lehrerbunb ist eine politische Organi­sation." D. h. er ist beseelt von unbänbigem Ge­staltungswillen. Das ist keine Politik, bie nur in Gefühl, Pathos und revolutionären Gesten besteht. Echter politischer Wille will sich gestaltend aus­wirken. Es war für den Nationalsozialismus eine Zeit schmerzvoller Entsagung, als er in der Oppo­sition stand unb zur reinen Negation verurteilt zu sein schien. Das, was in ihm stak, hat er erst zeigen können, als er bie Macht in Hänben hielt unb an bie Arbeit gehen burfte. So will auch ber NS.- Lehrerbunb fein Recht beweisen, inbem er zur Tat schreitet unb bie ihn beroegenben Ibsen in bie Wirklichkeit umsetzt. Sein Arbeitsfelb aber ist die Schule. Seine Aufgabe ist, das nationalsozialistische Gedankengut in der Schule zur Geltung zu bringen, ihr gesamtes Leben neu zu ordnen und ben Unter­richt persönlich, sachlich unb methobisch auf bie großen völkischen Leitziele hin auszurichten. Schul­politik ist heute keine formale, sondern eine unge­heuer wesentliche, in die Sache selbst eingreifende Aufgabe. Unb ber NS.-Lehrerbunb ist eine politische Organisation.

Angeregt burch bas im Sommer 1883 in Gießen abgehaltene 14. mittelrheinische Kreisturnfest traten am 10. November 1883 Grünberger lurnfreunbe zur Orünbung eines Turnvereins zusammen. Zwar hatte schon zweimal vorher ein Turnverein bestau­ben: der erste wurde 1848 gegründet, verfiel aber im Jahre 1850 behördlicherseits ber Auflösung, ber zweite stammte aus bem Jahre 1859, aber infolge innerer Zwistigkeiten schlief er nach knapp lOjäh- rigem Bestehen roieber ein. Dieser zählte zu ben Vereinen, bie im Jahre 1862 ben späteren Turn­gau Hessen grünbeten. Im Jahre 1863 hielt er bas erste oberhessische Gaufest ab, bei welcher Gelegen­heit bie noch heute im Besitz bes Turnvereins be» finbliche Fahne ihre Weihe erhielt. Bei bem zwei­ten Gaufest in Alsfelb im Jahre 1865 errang ein (Brünberger Turner, ber spätere langjährige Vor- sitzenbe K. H. Jockel ben ersten Sieg, auf bem (Brünberger Gaufest war er zweiter Preisträger.

Unter ben Grünbern im Jahre 1883 finben wir bie Namen: Jockel, Schröber, Möser, Schmibt, Ro­bert u. a.; mit Ausnahme bes Ehrenmitgliebes Hch. Möser finb sie sämtlich verstorben.

3m 3ahre 1897 würbe eine eigene Turnhalle erbaut, was wesentlich aur Hebung bes Turnbetriebes bei­trug: auch bie beiben Schulen halten ihren Turn­unterricht feit bieser Zeit in ber Halle ab, ebenso biente bieselbe für alle sonstigen größeren Veran­staltungen. Die Kriegsjahre sahen bie Halle als Lazarett. Vor acht Jahren erwarb ber Verein ein angrenzenbes Grunbstück zur Vergrößerung bes Turnplatzes, in Diesem Jahre würbe bie Halle umgebaut unb bebeutenb erweitert, i

3m Weltkrieg starben 12 Witglieber den Hel­dentod fiirs Vaterland, eine Ehrentafel in der

Halle bewahrt die Erinnerung an sie.

Als Vorsitzender des Vereins wirkte lange Jahr« von 1885 bis 1906 K. H. Södel (t) (Inhaber bes Ehrenbriefes ber DI.), von 1906 bis 1921 leitete Friebrich Schröber (t), den Verein unb seit bie­ser Zeit liegt bas Amt bes Vorfitzenben in ben Hänben von Lehrer Wenzel. Als Turnwarte waren in ben ersten zehn Jahren tätig: K. H. Jockel (t), O. Robert (t) unb Hch. Möser, von 1893 bis 1912 ber in Turnerkreisen bekannte Fabrikant Hch. Schmibt III., bann Schreiner­meister Fr. Gehringer, ber heute bie Turnerin­nenabteilung leitet. Nach bem Kriege wirkten als Turnwarte: Hch. Listmann, Ehr. Ritter, O. Kreuber, Fr. Schröber, L. Frank unb ge­genwärtig K. S d) m a b c L

Verschiebene Umftänbe ließen bie Abhaltung bet? 50jährigen Jubelfeier am (Brünbungstage nicht zu; sie soll nun am morgigen Sonntag,. Dezember vorgenommen werben unb gleichzeitig bamit bie

Weihe der umgebauten unb erweiterten halle ftattfinben. Durch bie Mitwirkung ber H e s» s e n r i e g e, ber besten Geräteturner bes seitheri­gen Gaues Hessen, verspricht biefe Veranstaltung zu einem turnerischen Ereignis für (Brünberg zu werben.

Die armen Hände U L-U in lallen Tagen bie Hände durch die tägliche Hausarbeit leiden. Durch regelmäßige Hauchflege mit Leokrem wirb das Auf­springen unb bie Röte der Hänbe verhinbert. Leokrem, ber sich besonbers leicht in die Haut einreibt, führt dem Hautgewebe Sonnen-Vitamin zu, denselben wichtigen Aufbaustoff, den sonst in ber Haut nur bie Sonne erzeugt. Leolrem ist ein Erzeugnis der Ehlorodont-Fabrik. Dosen zu 90, 50, 22, 15 Psg. in allen Fachgeschäften erhältlich.