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n Recklinhausen hat eine bandc festgenommen, die ts-. und Geschäftreinbruche je stand unter der Führung ijten kommumstifchen Funk-
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MKflä kilV°ÄUMeu9en il‘ :5'n.^on(,Q Mabü ein. 'Mit befinden sich j ers 'n Ponta Sdgaba. iesängnis einer Hiller-Liche.
3 und Anton Seifert w^en, am 28. Juli d.J. die Hitler-Eiche ob- aben, wurden vom Tor- nem Jahr Gefängnis t verurteilt.
nistische Nordbubentat.
Sortmund verurteilte den ltschui und den Wh. rpling, die dm Stom» legen den Faschismus an> Anklage standen, in der >. 3. in Dortmund-Hörde Der Zieroth in ge- 4 einen Schuh in den n, zu je zwölf Iah. ■ je zehn Ähren Ehrver- _
iflenprozeh fierbet.
’ Berliner Landgerichtes iesi wegen des kommu- auf baß SA.-Heim in auptangeflagten Set» (ijlageß zu zehn Jahren tagten Älab’Ptx ie übrigen Angeklagten s.
\ Hamburg.
Le in Hamburg teilt mit, gegen Wilhelm Aolk, jauptwachtmcisters Stefan Uniersuchungsgesängnisses
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Iufers war, der am ivmes steht, iito über erwehend wechseln- \6 ftfilatitt- --SS -sW )ie <ru^Äben,iit ^lQn9 Lni?eDon den
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Aus der Provinzialhaupistadi
gewinnen, der feine Arbeit pünktlich und
tet und feinen Posten voll ausfüllt, als
und gab Pg Gauleiter Dilling aus Frank- a. M. das Wort, der über den Ausbau unseres
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Verbandes sowie über Rechtsschutz und Tarifwesen referierte.
verschwinden. Ganz gleich ob Straßenkehrer, oder Ministerialrat, den wahren Wert gebe sich jeder selbst. Im neuen Staat wird ein Straßenkehrer mehr an Achtung ge sauber oerrichl
die weitgehende Erfassung aller offenen Arbeitsstellen
erforderlich. Wir haben bisher noch nicht
Vas Los zu einer Mark.
Lia Los zur Arbeitsbeschaffung, ä 1 Mark, kann Die viel Geld bringen, - Arbeit aber schafft es * bestimmt!
»LZornonzcn.
— Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße). „Abenteuer im Engadin"
lamentarismus und Ständestaat" Der Redner führte u. a. aus: Wenn man alles parlamentarische beseitige und zum Ständestaat übergehe, so fei Voraussetzung dazu, daß ein jeder deutsche Volksgenosse eine innere Umwandlung mitmache, sich nicht nur von dem Gewesenen lossage, sondern gefühlsmäßig als Nationalsozialist zu denken und zu handeln verstehen lerne. Niemals dürfe es wieder sein, daß Berufskollegen, die an e i n e r Sache, für eine Sache arbeiteten, durch Politik in ihrer Gesinnung so grundverschiedene Anschauungen pflegten, daß ein gedeihliches Nebeneinanderarbeiten für die Dauer ausgeschlossen werde. Es müsse aller Standesdünkel
Die Bekämpfung der Arbeiislosigleii in Hessen
Erklärungen des Präsidenten des Landesarbeitsamtes Hessen.
Meldezwang für offene Stellen, aber praktisch ist er letzt nicht mehr zu umgeben. Wir werden unsere Arbeit hauptsächlich auf die Frei- machuna der Arbeitsplätze von Leuten, die keine echten Arbeitnehmer sind, richten. Uns Zwingt die allgemeine Volksnot zur scharfen Erfassung der Doppelverdiener und der weiblichen Personen, die auch ohne eine Arbei'sstelle ihr Aus- kommen haben, insbesondere in der Landwirtschaft oder im Gewerbebetrieb naher Verwandter sich nützlich betätigen können. Weiter sind hier zu nennen die Bekämpfung der Ueberarbeit, der Lehrlingszüchterei, die Freimachung der städtischen Arbeitsplätze, insbesondere von Landmädchen, und deren gleichzeitige Rücküberführung in die Landwirtschaft; dann die Gewinnung zusätzlicher Ar- b e i t s p I ä tz e in den Betrieben und, wo es betriebstechnisch möglich ist,
die Förderung des Ueberganges von der Maschinenarbeit zur Handarbeit.
Das sind so die Maßnahmen, die wir uns vor- genommen haben. Die Bekämpfung der Doppelverdiener bei sämtlichen Behörden des Bezirks haben wir bereits in Angriff genommen. In der Privatwirtschaft kann nur durch verständnisvolle Mitarbeit der Unternehmer etwas erreicht werden. Darum sind der Präsident L u e r und ich übereingekommen, für jeden Arbeitamtsbezirk eine K o m m i J« fion aus der Wirtschaft einzusetzen, für die die Erfahrensten und Tatkräftigsten gerade gut genug sind. Wir wollen so an die Betriebe herankommen und dem Unternehmer nahelegen, was in dieser Lage feine nationalsozialistische Pflicht ist. Er kann dann beweisen, ob er wirklich nationalsozialistisch denkt, und ob ihm Gemeinnutz vor Eigennutz geht. Wir haben gerade diese Verbindung mit Männern der Wirtschaft dabei ausgenommen, um zu vermeiden, daß wir von den Betrieben etwa Unmögliches verlangen. Aber man kann sehr wohl einem Betrieb mit 50 Arbeitnehmern zumuten, auch den 51. zusätzlich einzustellen. Das gilt besonders für Betriebe, die jetzt Aufträge durch die öffentliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen erhalten haben, hier sind Neueinstellungen eine moralische Pflicht gegenüber dem Staate
vorhanden sind und erst herangeholt werden müßten.
Die kleinen Gemeinden sind schon sehr weit durch die öffentlichen Arbeitsbeschaffungsmah- nahmen entlastet. Man muß bei der ganzen Sache bedenken, daß das Sofortprogramm sich jetzt noch gar nicht voll ausgewirkt hat. Das neue Arbeitsbeschaffungsprogramm wird vor allem die Arbeitslosen der großen Städte erfassen.
Wir haben drei Wege zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit: 1. Maßnahmen der öffentlichen Arbeitsbeschaffung: 2 Ankurbelung der Privatinitiative; 3. di für unseren Bezirk gerade außerordentlich wichtige, Maß- nahmen, von denen bisher wenig gesprochen worden ist. Ich meine die Unterbringung bei Wanderarbeiter und die Beobachtung de» Strukturwandlungen Beides sind Äaßnahrnen auf lange Sicht Das letzte Problem kann nur durch weitschauende Maßnahmen d h. Schaffung neuer Industrien, Umschulung der Arbeits- losen und letzten Endes Aussiedlung gelöst werden. Soweit eine Ansiedlung möglich ist, wird sie natürlich im Bezirk betrieben, aber unter den wirtschaftlichen Verhältnissen läßt sich das nur in beschränktem Umfange machen. Die hessische Regierung ist hier vorbildlich mit ihrer R ' e d e n t w ä s - s e r u n g , die mit der Schaffung neuer Siebter» stellen oerbunben ist.
Unter Bezugnahme auf bie kürzliche Besprechung zwischen bem ßanbesarbeitsamt Hessen unb bem Treuhänber ber Arbeit über die Ankurbelung der Privatinitiative, bat unser Mitarbeiter um nähere Aufklärung, die Präsident Kühne wie folgt gab: In dieser Richtung ist zunächst
wie der Herr Ministerialrat, ber abends nicht ins Bett könne und morgens nicht heraus. 14 Jahre lang lei dem deutschen Arbeiter gepredigt worden, daß lein Arbeitgeber sich nur auf seine Kosten ein schönes Leben gestatte Immer tiefer sei die Kluft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch diese Hetze geworden. Nun aber wollten Arbeitgeber unb Arbeitnehmer vereinigt werden und es solle keine Rolle spielen, ob em Arbeitgeber Arbeiter beschäftige, um leben zu können, nein, er solle m i t ihnen leben. Man arbeite nicht für sich allein, sondern für alle und für den Wohlstand des Vaterlandes Jeder Techniker oder Ingenieur solle den ihm Untergeordneten Führer sein und nur das verlangen, was er als Mensch verlangen dürfe Er solle sich leiten lassen von dem Gedanken, daß zu dem Arbeiter der Faust, der Arbeiter ber Stirne gehören müsse, daß jcser für sich allein nicht bestehen könne. Pg Bartholomäus schloß seine sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen mit dem Ausspruch: „Es ist nicht wichtig, daß ich lebe, es ist wichtig, daß mein Volk lebt!" Drtsgrupppenleiter Dr Coburger dankte dem Redner für seine trefflichen Ausführun-
" Ernennung in der RED AP Gauleiter Sprenger ernannte Pg. Regierungsrat Heinrich Reiner zum Gau-Inspektor aut besonderen Verwendung und übertrug ihm die Leitung der Gau-Abteilungen des Landes Hessen in Darmstadt-
•• Eine Einundachtzigjährige. Frau Ernestine Kinzenbach, Witwe, Schühenstr. 17, kann am heutigen Mittwoch in geistiger und körperlicher Frische ihren 81 Geburtstag begehen
*• Auszeichnung. Der neuen Nummer der Bodenreform'' entnehmen wir, daß der italienische Ministerpräsident Mussolini durch die Königl. Botschaft zu Berlin dem Bodenreformer Dr. Wage n b a ch , Berlin, ein besonders anerkennendes Schreiben hat zugehen lassen. Durch Vermittlung und Förderung maßgeblicher italienischer Stellen besichtigte Dr. W a g e n b a ch das von Mussolini geschaffene Sieblungswerk unb veröffentlichte hierüber jeine Ansichten Wagenbach betonte, baß ge- rabe auf dem Gebiete der Siedlung sich die vitalen Kräfte des Faschismus und der starke Einsatzwille nationaler Selbstbehauptung an Mussolini zeige. In dem Schreiben von Mussolini an Wagenbach heißt es, daß „der Führer unserer Regierung die eifrige Forschungsarbeit Euer hochwohlgeboren höchlichst anerkennt und für wertvoll erachtet und (einen besonderen Donk ausspricht'' Dr. Wogen- bad), ein ehemaliger Gießener, hat mehrere Semester in Gießen studiert, hier sein Abschlußexamen gemacht und Aum Doktor promoviert.
Deutscher Techniker ■ Verband, Ortsgruppe Gießen. In der Monatsversammlung des Deutschen Techniker-Verbandes, Ortsgruppe Gießen, am Samstag abend sprach, wie man uns berichtet, Pg. Bartholomäus über „Par-
Frankfurt a. M., 7. Aug. (WSN.) Der Prä- fibent bes Lanbesorbeitsamtes Hessen, Dberregierungsrat Kühne, gewährte einem unfe- ter Mitarbeiter ein Interview über bie Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Hessen.
Auf die Frage: „Wie beurteilen Sie, Herr Präsident,
bie Möglichkeiten der Behebung der Arbeitslosigkeit
in Ihrem Landesorbeitsamtsbezirk?" erklärte dieser u. □.: Im Bezirk Hessen hoben wir wegen seines ausgesprochen gemischt • wirtschaftlichen Charakters mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Wir haben nur ganz wenige Gebiete mit Überwiegender Landwirtschaft, dagegen Verhältnis mäßig viel Kleinindustrie und Kleinhondwerk. Wir haben auch verhältnismäßig viel kaufmännische Angestellte, deren Arbeitsmarkt ganz besonders un günstig ist Sehr wesentlich ins Gewicht fällt, daß mir sehr viel Wanderarbeiter Haven, deren Zahl ich auf mindestens 15 000 schätze Infolge Stru'tur- tnanblungen ist auch der eine oder andere Berus völlig zum Erliegen gekommen.
Mir kommen hier mit einfachen Mitteln nicht aus, sondern sind in ganz entscheidendem Maße auf die freiwillige Mithilfe der Privatwirtschaft angewiesen.
Wir können hier auf die Dauer nur durch zäheste Kleinarbeit etwas erreichen. Ich möchte aber betören, daß uns durch die Maßnahmen der Regierung jetzt endgültig die Bahn freigemacht ist, an die Stelle unproduktiver Unterstützung Produktive Arbeit zu fetzen. Wir find deshalb trotz aller Schwierigkeiten an die Arbeit gegangen Im Februar d. I. hatten wir den höchst- piano der Arbeitslosigkeit mit 322 000 Arbeitslosen. 2iese Zahl ist bis Ende Juli auf 264 650 gesenkt morden, so daß sich also ein Abgang von rund 68000 Menschen, zumeist männlichen Arbeits- Cofen, bei den Arbeitsämtern ergibt. Die Zahl der wirklich in Beschäftioung Gekommenen ergibt sich □us der Krankenkassenmitgliederstatistik. Das sind danach bis Ende Juli etwa 120 Ö00. Die Differenz erklärt sich größtenteils aus der unsichtbaren, b. h. von den Arbeitsämtern nicht erfaßten Arbeitslosigkeit, die durch die bisherigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen sehr stark behoben roorben ist, unb badurch, baß sich seit einigen Monaten bei uns viele arbeitslos melben in ber Hoffnung, jetzt roieber Arbeit zu bekommen, bie schon Cange Jahre auf eine Melbung verzichtet hatten.
Besonders stark ist bereits der Arbeitsmarkt der Jugendlichen entlastet worden; 20 000 sind im Arbeitsdienst beschäftigt. Außergewöhnlich schöne Erfolge hoben wir mit der Londhilfe. wo wir bisher 11 300 Leute untergebracht haben. Das hessische Kontingent von 14 500 werden wir voll ausschöpsen können.
Allein von Angehörigen der Wehroerbände sind seit Beginn der Aktion — und Hessen zusammen mit Ostpreußen haben für diese Aktion den Anstoß gegeben — bis zum Juli 3045 wieder in Arbeit ge» tracht. Zum Krümpersystem bemerkte Präsident Sü^ne: „Ich bin kein Freund des Krümmers y st e m s. Es bedeutet letzten Endes ja nur eine Verschiebung der Arbeitslosigkeit von einem Bersonenkreis auf den anderen und wirkt sich auf die Arbeitsintensität und auch auf den wirtschaftlichen Erfolg nicht gerade vorteilhaft aus."
Die zweite Frage unseres Mitarbeiters lautete: ,,5inö schon einzelne Teile Ihres Landesarbeits- □mtsbezirkes — z. B. einzelne Kreise — von 21^ - deitslosen frei, unb was beabsichtigen eie, in dieser Beziehung zu tun?"
Präsident Kühne antwortete: Wegen der besonderen wirtschaftlichen Lage sind einzelne Kreise noch nicht frei, und ich möchte die Aktion auch nicht in dieser Richtung betreiben. Das würde bei den gemischt-wirtschaftlichen Verhältnissen eine Verschärfung des Arbeitsmarktes für die städtischen Arbeitslosen, eine Absperrung ber gemeinblichen Arbeitsmärkte gegeneinanber unb auch gewisse Nachteile für bie öffentlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bebeuten, weil bann eben auf bem Lande für diese Maßnahmen keine Arbeitskräfte
Sine Besprechung beim Arbeitsamt Gießen
ür weibliche Arbeitsuchende
Mir werden uns flärkskens einschallen bei allen Arbeiterentlassungen und Betriebsabbrüchen und -stillegungen.
Bei dieser ganzen Aktion müssen und wollen wir engstens Zusammenarbeiten mit dem Treuhänder der Arbeit, und ich möchte besonders au^sprechen, irgendwelche bürokratische Hemmungen darf es für uns nicht geben.
Die nächste Frage lautete: „Welche Arbeits- beschasfungsmaßnahmen laufen gegenwärtig in Ihrem Bezirk, unb welche greifbaren Er- folge sind bisher erzielt roorben?"
Präsibent Kühne: In der roertschaffenden Ar- beitslosenfürsorge laufen gegenwärtig 479, im Arbeitsbeschaffungsprogramm 1932 77 Maßnahmen, vom Sofortprogram 326. In ber wertschoffenden Arbeitslosenfürsorge unb im Sofortprogramm wird sich die Zahl der Maßnahmen noch erhöhen. Dazu kommt jetzt das neue Arbeitsbeschaffungsprogramm. Bei diesen Maßnahmen sind bei der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge nach dem Stand vom Ende Juni 5169 und im Arbeitsbeschaffungsprogramm 1932 1385 beschäftigt. Die Zahl der bis jetzt durch das Sofortprogramm in Arbeit und Brot Gekommenen kann man auf 2000 schätzen.
Die Auswirkungen des Sofortprogramms werden sich im Lause dieses Jahres wesentlich verstärken.
Aus diesen unmittelbaren Wirkungen werden sich
starke mittelbare Wirkungen auf dem Arbeitsmarkts ergeben.
3um Schluß fragte unser Mitarbeiter: „Da heute in erster Linie langfriftige Erwerbslose unterzubringen sind, entsteht die Frage, ob die Arbeitslosen während der langen Zeit ihre beruflichen Kenntnisie erhalten und gar erweitern konnten. Wird in dieser Beziehung von der Reichsanstalt etwas getan?"
Präsident Kühne: Schulung langfristiger Erwerbsloser, und zwar im Sinne einer beruflichen Fortbildung und (Erhaltung ber Arbeitsfähigkeit unb der beruflichen Kenntnisse und auch im Sinne einer Umschulung, betreibt die Reichsanstalt schon die ganzen Jahre hindurch, und mir haben sie in Hessen mit ganz besonderer Initiative betrieben. Es werden sehr erhebliche öffentliche Mittel habet eingesetzt. Wir hatten im Winter, der Hauptzeit also, im Februar in beruflichen Bildungsmatznah- men 22 222 Personen, im Sommer natürlich roeni- ger, augenblicklich nach dem Stand vom Juni 2455 Personen. Es werden alle Berufe berücksichtigt, auch bie kaufmännischen Angestellten unb Büroangestell- ten. Von den Arbeitern kommen in erster Linie in Frage die ganze Metallindustrie und die Holzindustrie. Eine besondere Schwierigkeit bietet die Erhaltung der beruflichen Kenntnisse und die Vorbereitung bei den ungelernten Arbeitern, woran sehr nachdrücklich herangegangen wird. Wir hatten immerhin im letzten Winter schon einige 1000 ungelernte Arbeiter in solchen Kursen untergebracht.
Der Leiter des Gießener Arbeitsamtes Dr. L i st Hatte für gestern vormittag die Vertreter ber Gießener Presse zu einer Besprechung eingelaben, in ber besonbers die Maßnahmen zur planmäßigen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit innerhalb des Bezirks des Arbeitsamtes Gießen zur (Erörterung standen
Dr. L ist gab zunächst in grundlegenden Ausführungen Aufschluß über bie Maßnahmen im rhein mainischen Wirtschaftsgebiet, sowie in Ober- Hessen. Die Darlegungen bewegten sich auf ber Linie bes Ergebnisses einer Konferenz, bie vor kurzem in Frankfurt ftattgefunben hat unb über bie wir schon berichteten (Vergl. „Gießener Anzeiaer" vom Mittwoch, 2 August) Im Gießener Bezirk werbe sich, so teilte Dr. L i st mit, das Dreimän- nertollegium bilden, das sich aus Dberinge« nieur Kurz als Vertreter ber Kreisleitung Gießen ber NSDAP., aus Dr. L i st als Vertreter bes Arbeitsamtes Gießen unb aus einem Fachmann ber jeweiligen Branche zujammenjetze, innerhalb der die Betriebe auf bie Möglichkeit ber Ersetzung weiblicher Kräfte burch männliche Arbeiter geprüft werben sollen. Der Zwang zur Erschöpfung aller Aufnahmemöglichkeiten, die bie private Wirtschaft in Zukunft bieten lönne, unb bie Notwendigkeit, die zur Verfügung stehenden Mittel auf die Gemeinden nach dem Umfang der Arbeitslosigkeit planmäßig zu verteilen, lasse eine Kontrolle über den Fortgang der Einstellungen als unbedingt notwendig erscheinen. Deshalb habe der Herr Gauleiter unb bem Befehl bes Gauleiters entfpredjenb ber Kreisleiter angeorbnet, daß alle Vermittlungen über bas Arbeitsamt zu gehen haben. Nur wenn biefer Anorbnung Folge geleistet werbe, könne ber
Gießen erfolgt in fünf verschiebenen Abteilungen: für hanbroerker, für Angestellte, für Arbeiter, für bie Lanbwirttchaft unb ff~ " (hauspersonal). Die Vermittlung erfolgt in jedem Falle nach dem obersten Grundsatz der (Eignung. Gegenwärtig wird über etwa 1000 Angestellte, 1550 Handwerker, 1250 Arbeiter unb 250 Personen weib-
notwendige Ueberblitf über den Stand und die Entwicklung der Aktion gesichert bleiben.
Ferner befaßte sich Dr. L i st mit bem Doppeloer- bicnertum unb wies dabei ssonders auf die Fälle hin, in denen Landbesitzer, die über ausreichend Grund und Boden oerjiigen, der eine Familie ernähren könne, noch nebenbei einem bestimmten Berufe nachgehen hier werde im einzelnen geprüft werden müssen, ob nicht der eine oder andere Arbeitsplatz frei zu machen wäre. Schließlich beschäf. tigte sich Dr. L ist noch mit den verschiedenen Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung durch öffentliche Körperschaften und schilderte die dazu notwendigen Voraussetzungen.
Im Anschluß an die Konferenz wurde den Vertretern der Presse Gelegenheit gegeben, die Einrichtungen des Arbeitsamtes Gießen kennen zu lernen. Die Arbeitsvermittlung innerhalb des Arbeitsamtes
liches hauspersonal Buch geführt. In letzter Zeit wurde besonders die Vermittlung von Arbeitsstellen für Mitglieder der Wehrverbände (SA., SS. und Stahlhelm), sowie für die Mitglieder ber NSDAP, mit ber Mitgliedsnummer unter 300 000 übernommen. Im Monat Juli konnten im Gebiet des Arbeitsamtes Gießen 70 Vermittlungen dieser Art erfolgen. (Eine rege Tätigkeit hatte die Abteilung für die Vermittlung von Arbeitskräften für bie Lanbhilfe aufjuroeifen.
Dr. Hugo Eckener zum 65. Geburtstag.
Der Mann und sein Werk.
23on Kapitänleutnant a. D. Breithaupt, ZRef. im RLM,
Am 10. August begeht Dr. Hugo Eckener den 65. Geburtstag.
Wir sind gewohnt, bie Pioniere ber Luft in den Reihen der Jugend zu suchen. Fast unglaubhaft will es scheinen, daß Dr. Eckener, der Mann mit dem mutigen Herzen und dem Dorroärtsftürmenben Schaf- fensbrang eines Dreißigers bereits die Schwelle Oes 66. Lebensjahres überschritten bat Iugendfrstche leuchtete aus seinen großen hellvlauen Augen, als
Dr. Hugo Eckener.
ich gestern Gelegenheit hatte, mit ihm über wichtige Fragen der deutschen Zukunft zu sprechen. Das Erbe des alten Grafen Zeppelin als heiliges Vermächtnis zum Wohl des Vaterlandes zu erhalten und allen Widersttinden zum Trotz zu immer größerer höhe zu führen, bas ist vor allem bas ibeale Ziel, bem er mit kühner Entschlossenheit und zähem Willen zustrebt.
Schon in Jugendjahren hatte Dr. Eckener, diesen echten Sohn des meerumschlungenen Schleswig-Holstein, die große Liebe zum Wasser gepackt. Als eifriger Segler erkannte er bei seinem ausgesprochenen Gefühl für atmosphärische Vorgänge die Bedeutung der Meteorologie, bie er später zur wissenschaftlichen Orunblage alle Luftnavigation entwickelt hat.
Philosophische Neigung führte ihn an bie Leipziger Universität, wo er als Schüler Wunbts 1892 auf Grunb einer sehr wertvollen Arbeit über eine Frage ber Bewußtseinsphänomene unb ber psychologischen Energetik ben Doktorgrab erwarb. Schon diese sehr selbständige Arbeit bes 23jährigen Eckener läßt bie tiefe Veranlagung bes Mannes erkennen, ber „bei seiner gleichzeitigen ungesunden Richtung auf das Praktische unb feinem hohen navigatorischen Können wie Fein anberer dazu berufen war, bas Luftschisf- roefen Europas als ein segensreiches Kulturroerk jur
Aufrechterhaltung des friedlichen Völkeroerkehrs im größten Stil zu organisieren ". (Wundt.)
Nach ber Promotion wanbte sich Dr. Eckener ganz ber Nationalökonomie zu, bie zu jener Zeit in Deutschlanb einen ungeahnten Aufschwung nahm. Seine bamaligen Studien fanden ihren Niederschlag in einem groß angelegten Werk, dessen erster Band „Ar bei ter mangel ober G e l b k n a p p h e 11" gerabe in unserer heutigen Zeit bes Arbeitsüberange» bots besonbers interessiert, weil es schon bamals die Probleme wissenschaftlich untersucht, bie grunblegenb unser heutiges soziales Leben gestalten. Auch heute noch bringt der gealterte Gelehrte diesen Fragen lebhaftes Interesse entgegen; tief innerlich beschäftigt ihn die Sorge um Deutschlands Zukunft, an ber mitzugestalten ihm Lebensinhalt ist. Mit seinem scharfen Verstände weiß er in jeder Aussprache bas Nebensächliche vom Wesentlichen zu scheiben, und die Problemfragen konkret anzupacken. So war in dieser einzelnen Persönlichkeit der Zusammenhang zwischen ber Psychologie unb volkswirtschaftlicher Technik gegeben, ber ben Grunbstein abgab für bas spätere Lebenswerk des Mannes, ber alles, was ihn innerlich fesselte mit Weitblick, Zähigkeit und (Energie zu Ende führte.
Bei seiner kritischen Veranlagung stand er in Friedrichshafen, wo er philosophischen Studien nachging, als stiller Beobachter den ersten praktischen Versuchen des Grafen Zeppelin skeptisch gegenüber. Sein gesunder, durch seemännische Erfahrung geschulter Verstand ließ ihn die Fehler erkennen, die der Luftschiffahrt in ihrem ersten Stadium anhafteten. Aber der sieghafte Glaube und der kühne Schwung des alten Grafen machten ben von stolzer Gerechtigkeit unb kühler Sachlichkeit erfüllten Krittker bald zu einem treuen Freunde und fördernden Mitarbeiter des Mannes, der keine finanziellen und per|ön- liehen Opfer gescheut hat, um das von ihm klar erkannte Ziel zur Durchführung zu bringen.
Eckener hat feit 1905 alle Versuchsfahrten der ersten Luftschiffe mitgemacht und auch Echterdingen miterlebt, wo der „LZ IV" — heute vor 25 Jahren — ein Opfer der Elemente wurde. Als bann nach dieser schicksalsschweren Fahrt bas beutsche Volk feinen alten Grafen erkannt unb ihm in der „Nationalspenbe" sechs Millionen Mark zur Fortführung feines Sehenswerte zur Verfügung stellte, würbe ber Volks- Wirtschaftler Eckener einer ber maßgebenden Baumeister, bie aus den Trümmern des „LZ IV" das stolze Werk der Zeppelin-Stiftung schufen, dus der u. a. bie „Luftschiffbau-Zeppelin G. m. b. bie „Delag", ber „Maybach-Motorenbau" unb bie „Dornier-Metallbauten G. m. b. H." hervorgegangen sinb. Als Direktor ber „Delag" hat er bie ersten wirklichen Verkehrsluftschifse über Deutschland geführt unb bamit den Grunbstein gelegt zu bem großen Gebauten bes völkerverbindenden Weltluftverkehrs.
Seitdem Dr. Eckener in ben ersten Kriegsjahren als mein Lehrer im Lustschiffbienft in mein Leben trat, hat mich die Verehrung für die Persönlichkeit bieses aufrechten deutschen Mannes gepackt, dessen ganzes Tun und Denken bis auf den heutigen Tag ber Förderung nationaler Arbeit gegolten hat. Mit


