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9.8.1933 Frühausgabe
 
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Mittwoch, Y.August 1955

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Drurf und Verlag: Vrühl'sche Univerfiiütr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7.

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Chefredakteur

Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein unb für Dentin- zeigenteil i. V.Th.Kümmel sämtlich m (ßte -en

Randnoten.

Olli Poesie gutl" schrieb Friedrich Wil­helm Ui. un den Rand einer Denkschrift G n ei­se n a u s , der später als Stratege den größten Schlachtenlenker seiner Zeit, Bonaparte, schachmatt setzte und vernichtete. Gneifenau hatte zur Lieberwindung oes furchtbaren preußischen Riederbruchs die Entwicklung des Ra­tionalgei st es und die Erziehung aller zur Ration empfohlen und im guten und klingenden Stil seiner kultivierten Zeit aus- gedrückteWelche unendlichen Kräfte schlafen im Schoße einer Ration unentwickelt und unbe­nutzt I In der Brust von tausend und tausend Menschen wohnt ein großer Genius, dessen auf­strebende Flügel seine tiefen Rerhältnisse lähmen." Das Preußen vor Jena war daran zerbrochen, daß es diese Tausende in langen Friedensjahren nicht gewann, sondern beiseite stehen ließ, daß es diese Kräfte in den Niederungen festhielt, wo sie verkümmerten. Bis Gneisenaus Erziehungswerk mit dem eines Stein und der Bildungsarbeit Humbolts, Arndts, den Einzelmenschen wieder zum Waffenträger, zum gebildeten Bür­ger und zum Mitbestimmenden des Staates machte und so das Preußenvolk aus der Starrheit der alten, längst überkommenen Ordnung zu neuem Leben erweckte, hatte der einzelne Preuße nicht mit, sondern nur im Staat gelebt. Die Geistcsbcwegung der Freiheitskriege schuf das Ideal des Lebens durch dcnStaat u n b für den Staat, den Staatsbürger.

Eigentlich war dieses Verhältnis zum Staat Preußen urgegeben. Als der Staat durch den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm 1. geschaffen wurde, derart, daß er unter seinem Sohn in den schlesischen Kriegen kräftiger sich erwies als Ruß­land, Oesterreich, Frankreich und die Reichsarmee, mußte er notwendig den einzelnen Preußen zum Staate erziehen. Man hat den Soldatenkönig noch nicht recht gewürdigt, aber an einem Iuliabend 1730 sagte er zum Domänenrat in Soldin, der uns getreulich die Worte aufzeichnete:Sieht er, ich habe heute meine Tagfahrt gemacht. Erst Soldaten, dann die Kassen, dann die Schulen. Ich weiß wohl, da draußen im Reich nennen sie mich einen Unter- vfsizier. Ja, lasset sie nur, ich kenne mein Land, meine Mittel, und ich werde die Jugend nicht in der Dummheit aufwachsen lassen. Denn es wird der Tag kommen, wo Geld, offener Kops und Weis­heit drinnen und gute preußische Soldaten not­wendig sind, und kein Engländer oder Franzose soll über uns Deutsche gebieten; dafür will ich allen Prcußenkindern Degen und Pistole in die Wiege geben, damit sie die fremden Völker aus Deutschland abhalten Helsen." Der Preuße wurde so durch Bildung, Wassenübung und durch die Gewißheit, sparsam und gerecht regiert zu werden, eine Besonderheit, und erst als der Untertan lediglich Objekt der Regierungskunst wurde, dorrte der Staat ab.

Ganz folgerichtig knüpft die Wiederge­burt des d e u t sch e n D o l k e s heute dort an, wo mit ungeheuer nachtwandlerischer Sicherheit der preußische Soldatenkönig begann: Bildung den Massen, Wehr der Ration, Sparsamkeit in öffentlichen Kassen. Eneisenaus deutscher Idealismus ist hier auf die einfachste Formel, das Verhältnis des einzelnen zum Staat, die Pflicht der Führung gegenüber Dem Einzelnen, in die klarste Ordnung gebracht worden, und der Flügelschlag der Hoff - 3i u n g , die heute in den Seelen eines Sechsund- sechzig-Millioncnvolkes wieder ausglüht, ist wesen­haft gegründet in der Gewißheit, daß das drei­fache Primat aus dem Alt Preußen der Ordnung sich wieder verwirklicht.

Der Bau des französischen Riesen­schlachtschiffesDunkerque" beherrscht die Gemüter aller seefahrenden Nationen. Namentlich die Engländer sind sichtlich beunruhigt. Sie haben sich an Hand eines zufällig der Oesfentlichkeit bekanntge­wordenen Planes davon überzeugen müssen, daß der Pau desDunkerque" keineswegs durch den Bau d?s PanzerschiffesDeutschland" ausgelöst worden ist. Es handelt sich vielmehr um ein Gegen­stück zu den stärksten und schnellsten, aber auch mo­dernsten Einheiten der englischen Flotte, nur daß die Franzosen für ihr Schiff ganz andere Aus­maße gewählt haben, um derDunkerque" von vornherein eine Ueberlegenheit zu sichern. Diese Er­kenntnis schließt es natürlich nicht aus, daß in der englischen Fachliteratur immer wieder dieDeutsch- lmd" eine Rolle spielt, während sich ein italienischer Kritiker eben erst über die französischeAngst" vor dem deutschen Panzerschiff lustig macht.

Bei den Engländern kommen neuerdings immer rnehr Gedankengänge zum Durchbruch, aus denen nur zu deutlich hervorgeht, daß sic begangene Feh- !<r bitter zu bereuen beginnen. Sie sehnen sich nach ener deutschen Hochseeflotte, die ihnen e-ne Entlastung vom französischen Druck bringen (rU. Sir Herbert Russell geht inNaoal and Military Record" zwar davon aus, daß dieDunker­que" eine Antwort auf dieDeutschland" sei, gibt sich £?cr dann der Hoffnung hin, daß Deutschland viel­leicht seinen Entschluß verkünden werde, nun wie- b < r eine Antwort auf d i eDunkerque"

bauen, wobei er gleich von einer deutschen. Serie iriumt, deren Einheiten schwerlich hinter dem Ge- -echtswert des französischen Schlachtschiffes zuriick- stchen würden. Die Träume dieses Engländers, der zur Fachkritik gehört, also von der Kriegsmarine etwas versteht, sind ausgesprochene A n g st - träume, die durch das ungeheure Gewicht der französischen' Flotte hervorgerufen worden sind. Sie werfen ein bezeichnendes Licht auf die Auf- riftung Frankreichs, die durch keinerlei Flottenvereinbarungen behindert wird, denn die

Reue Grundlagen für Danzig und polen.

Erklärungen des Danziger Genatsprasidenten Dr. Rauschning.

Danzig, 8. Aug. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Danziger Volkstages gab Se­natspräsident Dr. Rauschning seine Erklärung über die Danziger Außenpolitik und die zwischen Danzig und Polen abgeschlossenen Pakte ab. Die Pakte, so sagte er, seien geeignet, eine Wendung von geschichtlicher Be­deutung in der Politik Danzigs einzuleiten.

Es fei hier erstmalig gelungen, schwebende Streitfragen in einem unmittelbaren Derffän- digungsakt der Beteiligten zu lösen.

Dr. Rausch ning erinnerte an die Atmosphäre des Mißtrauens und ständiger Erregung, die zwi- fchen Danzig und Polen bestanden habe und die un­vermeidlich nicht nur eine Katastrophe für Danzig, sondern auch unabsehbare Schäden für die Ruhe und Sicherheit aller Nationen zur Folge gehabt hätte. Die nationalsozialistische Bewegung habe da­her noch vor der Regierungsübernahme ihren F r i e- d e n s w i l l e n und die Bereitschaft zu einer weit­gehenden Bereinigung aller angesammelten Fragen bekundet, und der neue Senat habe den Weg zu einer Entspannung der Lage und zu der politisch, wie wirtschaftlich notwendigen Zusammenarbeit durch den Warschauer Besuch eingeleitet. Trotz der Fülle der strittigen Fragen sei es nach wenigen Wochen gelungen, wenigstens einige Fragen, dar­unter eine solche Kardinalfrage wie die der Aus­nützung des Danziger Hafens, einen Ausgleich entgegenzubringen.

Der Senatspräsident trat bann der Befürchtung entgegen, daß lebenswichtige Rechte der Freien Stadt Danzig preisgegeben werden könnten, ohne daß die Aussicht auf gleich wichtige Erleichterungen bestünde. Es handele sich vielmehr darum, auf einer bisher noch nicht versuchten Grundlage eine Gesamtbereini­gung zu erzielen.

In der Tatsache einer aufrichtigen und gerechten Bereinigung der Danzig-polnischen Lebens­beziehungen sehe er die Möglichkeil einer Re­vision der Beziehungen der großen Nachbar­völker Mittel- und Osteuropas auf dem Boden eines neuen Rechtsgrundsahes.

Es müsse, so betonte der Senatspräsident mit star­kem Nachdruck im weiteren Verlauf seiner Rede, zum Ausdruck gebracht werden, daß Danzig im Rah­men der Verträge nicht nur ein selbständiger Staat mit den Mitteln eigener Staatlichkeit sei, sondern daß auch trotz des gemeinsamen Zollgebietes eine völlige Uniformierung der Danziger Wirtschaft mit der polnischen nicht möglich sei, da sie die Grund­lage des eigenen Lebensstandes, der eigenen Kultur und die Unantastbarkeit der selbständigen Danziger Staatsführung zerstören würde.

Ls müsse volle Klarheit darüber herrschen, daß versuche, an die selbständige Form der Danziger Wirtschaftsführung und die Geschlossenheit des Danziger Wirtschaftsgebietes innerhalb der Zoll­union zu rühren, zu keiner Verständigung führen könnten.

Dr. R a u s ch n i n g betonte in diesem Zusammen» Hang weiter, daß ein gerechter Schutz des eigenen Marktes und der einheimischen Erzeugung keine Be­hinderung Polens in seinem Anspruch auf Danzig als eines ungehinderten Zuganges zum Meere be­deute. Gelinge es nicht, jetzt einen Ausweg aus den Wirrnissen der Nachkriegszeit und dem Zusammen­bruch aller Beziehungen zu finden, so fei nicht ab­zusehen, wie es vermieden werden könnte, in der Existenz Danzigs eine grundsätzliche Aenderung zu erstreben. Es gibt, so erklärte der Senatspräsident, nurzweidiskutableWegefürDanzig:

Linen Ausgleich mit Polen zu suchen, der Danzigs Lcbensraum und Selbständigkeit sichert.

Pariser Regierung handelt nach einem kürzlich von einem Franzosen ausgesprochenen Grundsatz, daß ein großes Land nicht um Erlaubnis zu bitten brauche, wenn es seine souveränen Rechte ausüben wolle. Folglich wird gerüstet, gerüstet und wieder gerüstet.

Betrübt erklären die Engländer in ihrer Zeit­schriftNaval and Military Record", daß das deutsche Bauprogramm genau den Be­stimmungen des Versailler Vertrages ent­spreche, daß aber Frankreich den Weg zu einer Ton- nageherabsetzung hätte ebnen können, wenn es sich mit anderen Großmächten an die Baupause bis 1936 gehalten hätte. Statt dessen habe es das Bau­tempo nur beschleunigt. Wir haben volles Verständ­nis für die heutige Sehnsucht der Engländer nach der deutschen Seemacht, die sie in ihrer Kurzsichtig­keit zerschlagen und in Fesseln gelegt haben, sehr zum Nachteil der englischen Flotte . .

2ieuerStelIvertreier desGeneral- direttors der Reichsbahn.

Berlin, 8. Aug. (WTB.) Im Vorstand der Deutschen Reichsbahn hat sich ein Wechsel vollzogen. Der bisherige ständige Stell­vertreter des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn Dr. jur. Dr. rer. pol. h. c. Wilhelm W e i r a uch ist auf seinen Antrag von seinen Dienstgeschästen entbunden und zunächst beur­laubt worden. An seine Stelle tritt der bisherige Präsident der Reichsbahndirektion Köln WilheUn

Gelingt dies nicht, so sehe ich nur den zweiten Weg, der unzweifelhaft deutschem Charakter Rechnung trägt, nämlich, daß das Danziger

Statut eine Aenderung erfährt.

Senatspräsident R a u s ch n i n g ging dann auf Einzelfragen ein. Von besonderer grundsätzlicher Bedeutung sei die Frage der Behandlung der polnischen Minderheiten in Danzig. Hier gehe die vcm Danziger Senat mit Polen ge­troffene Vereinbarung weit über die der Freien Stadt Danzig durch das Haber-Gutachten vom 4. Februar 1932 auferlegten Verpflichtungen hin­aus. Die Gefahr, die in einer privilegier­ten polnischen Minderheit liege, glaube das nationalsozialistische Danzig auf sich nehmen zu können. In Konsequenz des von dem Führer der nationalsozialistischen Bewegung. Adolf Hitler proklamierten Grundsatzes der Ach­tung vor jedem Volkstum liege die Ab­sage an jede Politik der Assimilierung fremden Volkstumes. Die Befolgung eines solchen Grund­satzes, so erklärte Dr. R a u s ch n i n g , bewegen uns, derartig weit und beispielgebend in der Zu­billigung von Rechten an die polnische Minderheit zu gehen. Wir sehen darin eine klare und unbe­zweifelbare Manifestation unseres aufrichtigen Willens, zu unserem Teil an einer grundsätz­lichen Befriedung des europäischen Ostens beizutragen.

Zur Frage der Ausnutzung des Danzi­ger Hafens wies Dr. Rauschning darauf hin,

OerInhalt der

Danzig 8. Aug. (TU.) Der Danziger Senat veröffentlichte am Dienstag die am 5. August zwischen Danzig und Polen getrof­fenen Abmachungen. Diese Abmachungen gelten als ein Vorvertrag. Die endgültige feier­liche Unterzeichnung soll Mitte September ftatt- finden. Es handelt sich:

1. um ein Liebereinkommen über die Aus­nutzung des Danziger Hafens,

2. um ein Liebereinkommen über die Behandlung polnischer Staatsangehöriger in Danzig und

3. um einen Schriftwechsel über die Regelung der Streitfragen über Ratifikationsurkunden. Pässe, Exequaturerteilung an Konsuln usw.

Das Abkommen über die Ausnützung des Danziger Hafens durch Polen (Konkurrenz Gdingen) hat folgenden Wort­laut:Der Senat der Freien Stadt Danzig und die polnische Regierung sind, von dem Wunsche be­seelt, die strittigen Fragen im Einvernehmen zwi­schen den beiden Regierungen zu regeln, unter den Auspizien des hohen Kommissars des Völkerbun­des über folgendes übereingekommen:

1. Der Senat der Freien Stadt Danzig und die polnische Regierung sind sich darüber einig, daß das vor den Instanzen des Völkerbundes in der Frage der Ausnutzung des Danziger Ha­fens schwebende Verfahren für die Dauer dieses Llebereinkommens eingestellt werden soll.

2. Die polnische Regierung wird unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um den Rück­gang des seewärtigen Verkehrs (Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr) der gegenwärtig über den Hafen von Danzig geht, unter Berücksichtigung der Quantität und der Qualität der Ware zu verhindern. Die pol­nische Regierung wird in Zukunft dem H a f e n v o n Danzig, soweit dies in ihrer Macht liegt, eine

daß nun ein direktes Uebereinfommen zwischen Danzig und Polen zustande gekommen sei, aus Grund dessen die polnische Regierung ohne Verzug alle Maßnahmen treffen werde, um einen weiteren Rückgang des Verkehrs im Dan­ziger Hafen zu verhindern.

Der Senatspräsident betonte, daß eine Bereini­gung der Beziehungen zwischen Danzig und Polen so lange nicht als gelungen angesprochen werden könnte, als ein so fundamentales Gebiet wie das des wirtschaftlichen Güteraustau­sches auf dem Stand offenen Krieges verharre. Die Verhandlungen, die in diesem Punkte noch kein Ergebnis erzielt hätten, würden weiter fort­gesetzt werden.

Zum Schluß feiner Ausführungen richtete Dr. Rauschning einen Appell an die Danziger Bevölkerung, in der Friedenspolitik des Senates nicht «ine Preisgabe von Rechten zu sehen, sondern eine Rotwendigkeit für die eigene Sicherheit und den gemeinsamen Frieden.

Mil der Tatsache eines deutschen Danzigs, mit seiner staatlichen Selbständigkeit, seinen eigenen wirtschaftlichen und kulturellen Formen sei un­veränderlich zu rechnen.

Mit den Stimmen sämtlicher Parteien, mit Ausnahme der Kommunisten, wurde eine Ent­schließung angenommen, Laß der Danziger Dolks- tag die Erklärung des Senates billige.

neuen Verträge.

gleiche Beteiligung an dem seewärti­gen Verkehr sichern.

3. Der Senat der Freien Stadt Danzig wird im Rahmen der finanziellen und wirtschaftlichen Mög­lichkeiten der Freien Stadt Danzig mit der polni­schen Regierung an der Förderung des direkten seewärtigen Verkehrs Zusammenarbeiten.

4. Jeder der Parteien behält sich das Recht vor, mit dreimonatiger Frist den Hohen Kommissar des Völkerbundes zu bitten, das vor ihm schwebende Verfahren wieder aufzunehmen.

Das Uebereinfommen über die Behandlung polnischer Staatsangehöriger und anderer Personen polnischer Herkunft oder Sprache auf Danziger Gebiet betrifft den Unterricht und den Sprachgebrauch.

Danach werden in Danzig öffentlicheVolts- schulen mit polnischer Unterrichts­sprache errichtet werden, und Zwar auf schrift­lichen Antrag von Erziehungsberechtigten für minde­stens 40 Schulkinder polnischer Herkunft ober Sprache, die in derselben Gemeinde ober in Nach- bargemeinben in einem Umkreis von 3,5 Kilometer wohnen. Die öffentlichen Volksschulen mit polnischer Unterrichtssprache sollen nach ben Grunbsätzen unb Bedingungen unterhalten unb geleitet werben, w e die öffentlichen Schulen mit deutscher Unterrichts­sprache. In den öffentlichen Elementarschulen bzw. Klassen mit polnischer Unterrichtssprache werden nur Lehrbücher und andere Lehrmittel in polnischer Sprache verwandt, die nichts enthalten, was das polnische Empfinden verletzt.

Betreffend den Privatunterricht können Personen polnischer Herkunft oder Sprache auf ihre eigenen Kosten Privatschulen und Erziehungsanstal­ten höherer Art und jeden Grades einrichten, leiten, überwachen und unterhalten, sowie Privatunterricht

K l e i n m a n n. Der Herr Reichspräsident hat die Ernennung Kleinmanns bestätigt.

Der neue stellvertretende Generaldirektor Äleinmann stammt aus Barmen. Mit Be­ginn des Krieges zum Feldeisenbahndienst ein­gezogen, wurde er zunächst auf dem westlichen unb später auf dem östlichen Kriegsschauplatz ein­gesetzt, wurde 1916 Betriebschef bei der Militär­eisenbahndirektion in Bukarest, 1918 war er mit besonderem Auftrage in Moskau und Petersburg. 1920 wurde er nach Kattowitz als Dezernent ge­rufen und am 1. April 1920 zum Oberregierungs- 6aurat und Betriebsleiter der Eisenbahndirektion Kattowitz ernannt. An der Abwehr der polnischen Aufstände beteiligte sich Kleinmann aktiv durch seine Maßnahmen als Betriebsleiter und als Angehöriger des Deutschen Ausschusses. Klein­mann gehört seit Jahren der RSDAP. an. 211$ im Mai 1933 zur Klärung von Reichsbahn­fragen ein Führerstab bei der Reichsbahn aus Vertrauensleuten der RSDAP. gebildet wurde, wurde ihm die Leitung dieses Stabes übertragen.

Gemeinheiten gegen die deutschen Flaggen.

Poimsch-Lberschlesren

Laurahütte, 8. Aug. (WTB.) In Laurahütte veranstaltete der halbmilitärische Schütze n» verband einen Fackelzug. Danach wurde in einer Parkanlage ein großer Scheiterhaufen an- gezünbet unb nach einer Ansprache eine schwarz- weißrote Fahne verbrannt.

Tänemark.

Apenrabe, 8. Aug. (CNB.) In einer kom- m u n i ft i f d) e n Versammlung auf bem Marktplatz mürbe gestern abenb von bem kommunistischen Reichstagsabgeorbneten Larsen eine anscheinend in Sonberburg von einem Schiff g e ft o h l e n e Hakenkreuzfahne unter w ü st e n B e - s ch i m p f u n g e n ber Fahne unb ber beutschen Re­gierung zerrissen, ohne baß bie Polizei bageaen einschritt. Der Führer ber nationalsozialistischen Ar­beitsgemeinschaft Norbschleswig, Lorenzen- Apenrabe, hat sich mit einem scharfen Prot e'st nach Kopenhagen gewanbt.

öie Mitgliedersperre bei der NGOAp.

Gesuche um Aufnahme zur Zeit zwecklos.

München, 8. Aug. Der Reichsschatz­meister der RSDAP. veröffentlicht im »Völkischen Beobachter" folgende Bekannt­machung:

Cs besteht Veranlassung, daraus hinzuweisen, baß für die Dauer der Mitgliedersperre, welche voraussichtlich nicht vor 1. April 1 9 3 4 aufge Hoben werden wird, Gesuche um Aufnahme in die RSDAP. zweck­los sind. Den Ortsgruppen wird es unter­sagt, jetzt schon A u f n a hm e e r klä r u n - gen entgegcnzunehmen, um diese nach -dblauf der Sperre vorzulegen.