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183. Zahrgang
Mittwoch, Y.August 1955
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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Randnoten.
„Olli Poesie gutl" schrieb Friedrich Wilhelm Ui. un den Rand einer Denkschrift G n eise n a u s , der später als Stratege den größten Schlachtenlenker seiner Zeit, Bonaparte, schachmatt setzte und vernichtete. Gneifenau hatte zur Lieberwindung oes furchtbaren preußischen Riederbruchs die Entwicklung des Rationalgei st es und die Erziehung aller zur Ration empfohlen und im guten und klingenden Stil seiner kultivierten Zeit aus- gedrückte „Welche unendlichen Kräfte schlafen im Schoße einer Ration unentwickelt und unbenutzt I In der Brust von tausend und tausend Menschen wohnt ein großer Genius, dessen aufstrebende Flügel seine tiefen Rerhältnisse lähmen." Das Preußen vor Jena war daran zerbrochen, daß es diese Tausende in langen Friedensjahren nicht gewann, sondern beiseite stehen ließ, daß es diese Kräfte in den Niederungen festhielt, wo sie verkümmerten. Bis Gneisenaus Erziehungswerk mit dem eines Stein und der Bildungsarbeit Humbolts, Arndts, den Einzelmenschen wieder zum Waffenträger, zum gebildeten Bürger und zum Mitbestimmenden des Staates machte und so das Preußenvolk aus der Starrheit der alten, längst überkommenen Ordnung zu neuem Leben erweckte, hatte der einzelne Preuße nicht mit, sondern nur im Staat gelebt. Die Geistcsbcwegung der Freiheitskriege schuf das Ideal des Lebens durch dcnStaat u n b für den Staat, den Staatsbürger.
Eigentlich war dieses Verhältnis zum Staat Preußen urgegeben. Als der Staat durch den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm 1. geschaffen wurde, derart, daß er unter seinem Sohn in den schlesischen Kriegen kräftiger sich erwies als Rußland, Oesterreich, Frankreich und die Reichsarmee, mußte er notwendig den einzelnen Preußen zum Staate erziehen. Man hat den Soldatenkönig noch nicht recht gewürdigt, aber an einem Iuliabend 1730 sagte er zum Domänenrat in Soldin, der uns getreulich die Worte aufzeichnete: „Sieht er, ich habe heute meine Tagfahrt gemacht. Erst Soldaten, dann die Kassen, dann die Schulen. Ich weiß wohl, da draußen im Reich nennen sie mich einen Unter- vfsizier. Ja, lasset sie nur, ich kenne mein Land, meine Mittel, und ich werde die Jugend nicht in der Dummheit aufwachsen lassen. Denn es wird der Tag kommen, wo Geld, offener Kops und Weisheit drinnen und gute preußische Soldaten notwendig sind, und kein Engländer oder Franzose soll über uns Deutsche gebieten; dafür will ich allen Prcußenkindern Degen und Pistole in die Wiege geben, damit sie die fremden Völker aus Deutschland abhalten Helsen." Der Preuße wurde so durch Bildung, Wassenübung und durch die Gewißheit, sparsam und gerecht regiert zu werden, eine Besonderheit, und erst als der Untertan lediglich Objekt der Regierungskunst wurde, dorrte der Staat ab.
Ganz folgerichtig knüpft die Wiedergeburt des d e u t sch e n D o l k e s heute dort an, wo mit ungeheuer nachtwandlerischer Sicherheit der preußische Soldatenkönig begann: Bildung den Massen, Wehr der Ration, Sparsamkeit in öffentlichen Kassen. Eneisenaus deutscher Idealismus ist hier auf die einfachste Formel, das Verhältnis des einzelnen zum Staat, die Pflicht der Führung gegenüber Dem Einzelnen, in die klarste Ordnung gebracht worden, und der Flügelschlag der Hoff - 3i u n g , die heute in den Seelen eines Sechsund- sechzig-Millioncnvolkes wieder ausglüht, ist wesenhaft gegründet in der Gewißheit, daß das dreifache Primat aus dem Alt Preußen der Ordnung sich wieder verwirklicht.
Der Bau des französischen Riesenschlachtschiffes „Dunkerque" beherrscht die Gemüter aller seefahrenden Nationen. Namentlich die Engländer sind sichtlich beunruhigt. Sie haben sich an Hand eines zufällig der Oesfentlichkeit bekanntgewordenen Planes davon überzeugen müssen, daß der Pau des „Dunkerque" keineswegs durch den Bau d?s Panzerschiffes „Deutschland" ausgelöst worden ist. Es handelt sich vielmehr um ein Gegenstück zu den stärksten und schnellsten, aber auch modernsten Einheiten der englischen Flotte, nur daß die Franzosen für ihr Schiff ganz andere Ausmaße gewählt haben, um der „Dunkerque" von vornherein eine Ueberlegenheit zu sichern. Diese Erkenntnis schließt es natürlich nicht aus, daß in der englischen Fachliteratur immer wieder die „Deutsch- lmd" eine Rolle spielt, während sich ein italienischer Kritiker eben erst über die französische „Angst" vor dem deutschen Panzerschiff lustig macht.
Bei den Engländern kommen neuerdings immer rnehr Gedankengänge zum Durchbruch, aus denen nur zu deutlich hervorgeht, daß sic begangene Feh- !<r bitter zu bereuen beginnen. Sie sehnen sich nach ener deutschen Hochseeflotte, die ihnen e-ne Entlastung vom französischen Druck bringen (rU. Sir Herbert Russell geht in „Naoal and Military Record" zwar davon aus, daß die „Dunkerque" eine Antwort auf die „Deutschland" sei, gibt sich £?cr dann der Hoffnung hin, daß Deutschland vielleicht seinen Entschluß verkünden werde, nun wie- b < r eine Antwort auf d i e „Dunkerque"
bauen, wobei er gleich von einer deutschen. Serie iriumt, deren Einheiten schwerlich hinter dem Ge- -echtswert des französischen Schlachtschiffes zuriick- stchen würden. Die Träume dieses Engländers, der zur Fachkritik gehört, also von der Kriegsmarine etwas versteht, sind ausgesprochene A n g st - träume, die durch das ungeheure Gewicht der französischen' Flotte hervorgerufen worden sind. Sie werfen ein bezeichnendes Licht auf die Auf- riftung Frankreichs, die durch keinerlei Flottenvereinbarungen behindert wird, denn die
Reue Grundlagen für Danzig und polen.
Erklärungen des Danziger Genatsprasidenten Dr. Rauschning.
Danzig, 8. Aug. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Danziger Volkstages gab Senatspräsident Dr. Rauschning seine Erklärung über die Danziger Außenpolitik und die zwischen Danzig und Polen abgeschlossenen Pakte ab. Die Pakte, so sagte er, seien geeignet, eine Wendung von geschichtlicher Bedeutung in der Politik Danzigs einzuleiten.
Es fei hier erstmalig gelungen, schwebende Streitfragen in einem unmittelbaren Derffän- digungsakt der Beteiligten zu lösen.
Dr. Rausch ning erinnerte an die Atmosphäre des Mißtrauens und ständiger Erregung, die zwi- fchen Danzig und Polen bestanden habe und die unvermeidlich nicht nur eine Katastrophe für Danzig, sondern auch unabsehbare Schäden für die Ruhe und Sicherheit aller Nationen zur Folge gehabt hätte. Die nationalsozialistische Bewegung habe daher noch vor der Regierungsübernahme ihren F r i e- d e n s w i l l e n und die Bereitschaft zu einer weitgehenden Bereinigung aller angesammelten Fragen bekundet, und der neue Senat habe den Weg zu einer Entspannung der Lage und zu der politisch, wie wirtschaftlich notwendigen Zusammenarbeit durch den Warschauer Besuch eingeleitet. Trotz der Fülle der strittigen Fragen sei es nach wenigen Wochen gelungen, wenigstens einige Fragen, darunter eine solche Kardinalfrage wie die der Ausnützung des Danziger Hafens, einen Ausgleich entgegenzubringen.
Der Senatspräsident trat bann der Befürchtung entgegen, daß lebenswichtige Rechte der Freien Stadt Danzig preisgegeben werden könnten, ohne daß die Aussicht auf gleich wichtige Erleichterungen bestünde. Es handele sich vielmehr darum, auf einer bisher noch nicht versuchten Grundlage eine Gesamtbereinigung zu erzielen.
In der Tatsache einer aufrichtigen und gerechten Bereinigung der Danzig-polnischen Lebensbeziehungen sehe er die Möglichkeil einer Revision der Beziehungen der großen Nachbarvölker Mittel- und Osteuropas auf dem Boden eines neuen Rechtsgrundsahes.
Es müsse, so betonte der Senatspräsident mit starkem Nachdruck im weiteren Verlauf seiner Rede, zum Ausdruck gebracht werden, daß Danzig im Rahmen der Verträge nicht nur ein selbständiger Staat mit den Mitteln eigener Staatlichkeit sei, sondern daß auch trotz des gemeinsamen Zollgebietes eine völlige Uniformierung der Danziger Wirtschaft mit der polnischen nicht möglich sei, da sie die Grundlage des eigenen Lebensstandes, der eigenen Kultur und die Unantastbarkeit der selbständigen Danziger Staatsführung zerstören würde.
Ls müsse volle Klarheit darüber herrschen, daß versuche, an die selbständige Form der Danziger Wirtschaftsführung und die Geschlossenheit des Danziger Wirtschaftsgebietes innerhalb der Zollunion zu rühren, zu keiner Verständigung führen könnten.
Dr. R a u s ch n i n g betonte in diesem Zusammen» Hang weiter, daß ein gerechter Schutz des eigenen Marktes und der einheimischen Erzeugung keine Behinderung Polens in seinem Anspruch auf Danzig als eines ungehinderten Zuganges zum Meere bedeute. Gelinge es nicht, jetzt einen Ausweg aus den Wirrnissen der Nachkriegszeit und dem Zusammenbruch aller Beziehungen zu finden, so fei nicht abzusehen, wie es vermieden werden könnte, in der Existenz Danzigs eine grundsätzliche Aenderung zu erstreben. Es gibt, so erklärte der Senatspräsident, nurzweidiskutableWegefürDanzig:
Linen Ausgleich mit Polen zu suchen, der Danzigs Lcbensraum und Selbständigkeit sichert.
Pariser Regierung handelt nach einem kürzlich von einem Franzosen ausgesprochenen Grundsatz, daß ein großes Land nicht um Erlaubnis zu bitten brauche, wenn es seine souveränen Rechte ausüben wolle. Folglich wird gerüstet, gerüstet und wieder gerüstet.
Betrübt erklären die Engländer in ihrer Zeitschrift „Naval and Military Record", daß das deutsche Bauprogramm genau den Bestimmungen des Versailler Vertrages entspreche, daß aber Frankreich den Weg zu einer Ton- nageherabsetzung hätte ebnen können, wenn es sich mit anderen Großmächten an die Baupause bis 1936 gehalten hätte. Statt dessen habe es das Bautempo nur beschleunigt. Wir haben volles Verständnis für die heutige Sehnsucht der Engländer nach der deutschen Seemacht, die sie in ihrer Kurzsichtigkeit zerschlagen und in Fesseln gelegt haben, sehr zum Nachteil der englischen Flotte . .
2ieuerStelIvertreier desGeneral- direttors der Reichsbahn.
Berlin, 8. Aug. (WTB.) Im Vorstand der Deutschen Reichsbahn hat sich ein Wechsel vollzogen. Der bisherige ständige Stellvertreter des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn Dr. jur. Dr. rer. pol. h. c. Wilhelm W e i r a uch ist auf seinen Antrag von seinen Dienstgeschästen entbunden und zunächst beurlaubt worden. An seine Stelle tritt der bisherige Präsident der Reichsbahndirektion Köln WilheUn
Gelingt dies nicht, so sehe ich nur den zweiten Weg, der unzweifelhaft deutschem Charakter Rechnung trägt, nämlich, daß das Danziger
Statut eine Aenderung erfährt.
Senatspräsident R a u s ch n i n g ging dann auf Einzelfragen ein. Von besonderer grundsätzlicher Bedeutung sei die Frage der Behandlung der polnischen Minderheiten in Danzig. Hier gehe die vcm Danziger Senat mit Polen getroffene Vereinbarung weit über die der Freien Stadt Danzig durch das Haber-Gutachten vom 4. Februar 1932 auferlegten Verpflichtungen hinaus. Die Gefahr, die in einer privilegierten polnischen Minderheit liege, glaube das nationalsozialistische Danzig auf sich nehmen zu können. In Konsequenz des von dem Führer der nationalsozialistischen Bewegung. Adolf Hitler proklamierten Grundsatzes der Achtung vor jedem Volkstum liege die Absage an jede Politik der Assimilierung fremden Volkstumes. Die Befolgung eines solchen Grundsatzes, so erklärte Dr. R a u s ch n i n g , bewegen uns, derartig weit und beispielgebend in der Zubilligung von Rechten an die polnische Minderheit zu gehen. Wir sehen darin eine klare und unbezweifelbare Manifestation unseres aufrichtigen Willens, zu unserem Teil an einer grundsätzlichen Befriedung des europäischen Ostens beizutragen.
Zur Frage der Ausnutzung des Danziger Hafens wies Dr. Rauschning darauf hin,
OerInhalt der
Danzig 8. Aug. (TU.) Der Danziger Senat veröffentlichte am Dienstag die am 5. August zwischen Danzig und Polen getroffenen Abmachungen. Diese Abmachungen gelten als ein Vorvertrag. Die endgültige feierliche Unterzeichnung soll Mitte September ftatt- finden. Es handelt sich:
1. um ein Liebereinkommen über die Ausnutzung des Danziger Hafens,
2. um ein Liebereinkommen über die Behandlung polnischer Staatsangehöriger in Danzig und
3. um einen Schriftwechsel über die Regelung der Streitfragen über Ratifikationsurkunden. Pässe, Exequaturerteilung an Konsuln usw.
Das Abkommen über die Ausnützung des Danziger Hafens durch Polen (Konkurrenz Gdingen) hat folgenden Wortlaut: „Der Senat der Freien Stadt Danzig und die polnische Regierung sind, von dem Wunsche beseelt, die strittigen Fragen im Einvernehmen zwischen den beiden Regierungen zu regeln, unter den Auspizien des hohen Kommissars des Völkerbundes über folgendes übereingekommen:
1. Der Senat der Freien Stadt Danzig und die polnische Regierung sind sich darüber einig, daß das vor den Instanzen des Völkerbundes in der Frage der Ausnutzung des Danziger Hafens schwebende Verfahren für die Dauer dieses Llebereinkommens eingestellt werden soll.
2. Die polnische Regierung wird unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um den Rückgang des seewärtigen Verkehrs (Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr) der gegenwärtig über den Hafen von Danzig geht, unter Berücksichtigung der Quantität und der Qualität der Ware zu verhindern. Die polnische Regierung wird in Zukunft dem H a f e n v o n Danzig, soweit dies in ihrer Macht liegt, eine
daß nun ein direktes Uebereinfommen zwischen Danzig und Polen zustande gekommen sei, aus Grund dessen die polnische Regierung ohne Verzug alle Maßnahmen treffen werde, um einen weiteren Rückgang des Verkehrs im Danziger Hafen zu verhindern.
Der Senatspräsident betonte, daß eine Bereinigung der Beziehungen zwischen Danzig und Polen so lange nicht als gelungen angesprochen werden könnte, als ein so fundamentales Gebiet wie das des wirtschaftlichen Güteraustausches auf dem Stand offenen Krieges verharre. Die Verhandlungen, die in diesem Punkte noch kein Ergebnis erzielt hätten, würden weiter fortgesetzt werden.
Zum Schluß feiner Ausführungen richtete Dr. Rauschning einen Appell an die Danziger Bevölkerung, in der Friedenspolitik des Senates nicht «ine Preisgabe von Rechten zu sehen, sondern eine Rotwendigkeit für die eigene Sicherheit und den gemeinsamen Frieden.
Mil der Tatsache eines deutschen Danzigs, mit seiner staatlichen Selbständigkeit, seinen eigenen wirtschaftlichen und kulturellen Formen sei unveränderlich zu rechnen.
Mit den Stimmen sämtlicher Parteien, mit Ausnahme der Kommunisten, wurde eine Entschließung angenommen, Laß der Danziger Dolks- tag die Erklärung des Senates billige.
neuen Verträge.
gleiche Beteiligung an dem seewärtigen Verkehr sichern.
3. Der Senat der Freien Stadt Danzig wird im Rahmen der finanziellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Freien Stadt Danzig mit der polnischen Regierung an der Förderung des direkten seewärtigen Verkehrs Zusammenarbeiten.
4. Jeder der Parteien behält sich das Recht vor, mit dreimonatiger Frist den Hohen Kommissar des Völkerbundes zu bitten, das vor ihm schwebende Verfahren wieder aufzunehmen.
Das Uebereinfommen über die Behandlung polnischer Staatsangehöriger und anderer Personen polnischer Herkunft oder Sprache auf Danziger Gebiet betrifft den Unterricht und den Sprachgebrauch.
Danach werden in Danzig öffentlicheVolts- schulen mit polnischer Unterrichtssprache errichtet werden, und Zwar auf schriftlichen Antrag von Erziehungsberechtigten für mindestens 40 Schulkinder polnischer Herkunft ober Sprache, die in derselben Gemeinde ober in Nach- bargemeinben in einem Umkreis von 3,5 Kilometer wohnen. Die öffentlichen Volksschulen mit polnischer Unterrichtssprache sollen nach ben Grunbsätzen unb Bedingungen unterhalten unb geleitet werben, w e die öffentlichen Schulen mit deutscher Unterrichtssprache. In den öffentlichen Elementarschulen bzw. Klassen mit polnischer Unterrichtssprache werden nur Lehrbücher und andere Lehrmittel in polnischer Sprache verwandt, die nichts enthalten, was das polnische Empfinden verletzt.
Betreffend den Privatunterricht können Personen polnischer Herkunft oder Sprache auf ihre eigenen Kosten Privatschulen und Erziehungsanstalten höherer Art und jeden Grades einrichten, leiten, überwachen und unterhalten, sowie Privatunterricht
K l e i n m a n n. Der Herr Reichspräsident hat die Ernennung Kleinmanns bestätigt.
Der neue stellvertretende Generaldirektor Äleinmann stammt aus Barmen. Mit Beginn des Krieges zum Feldeisenbahndienst eingezogen, wurde er zunächst auf dem westlichen unb später auf dem östlichen Kriegsschauplatz eingesetzt, wurde 1916 Betriebschef bei der Militäreisenbahndirektion in Bukarest, 1918 war er mit besonderem Auftrage in Moskau und Petersburg. 1920 wurde er nach Kattowitz als Dezernent gerufen und am 1. April 1920 zum Oberregierungs- 6aurat und Betriebsleiter der Eisenbahndirektion Kattowitz ernannt. An der Abwehr der polnischen Aufstände beteiligte sich Kleinmann aktiv durch seine Maßnahmen als Betriebsleiter und als Angehöriger des Deutschen Ausschusses. Kleinmann gehört seit Jahren der RSDAP. an. 211$ im Mai 1933 zur Klärung von Reichsbahnfragen ein Führerstab bei der Reichsbahn aus Vertrauensleuten der RSDAP. gebildet wurde, wurde ihm die Leitung dieses Stabes übertragen.
Gemeinheiten gegen die deutschen Flaggen.
Poimsch-Lberschlesren
Laurahütte, 8. Aug. (WTB.) In Laurahütte veranstaltete der halbmilitärische Schütze n» verband einen Fackelzug. Danach wurde in einer Parkanlage ein großer Scheiterhaufen an- gezünbet unb nach einer Ansprache eine schwarz- weißrote Fahne verbrannt.
Tänemark.
Apenrabe, 8. Aug. (CNB.) In einer kom- m u n i ft i f d) e n Versammlung auf bem Marktplatz mürbe gestern abenb von bem kommunistischen Reichstagsabgeorbneten Larsen eine anscheinend in Sonberburg von einem Schiff g e ft o h l e n e Hakenkreuzfahne unter w ü st e n B e - s ch i m p f u n g e n ber Fahne unb ber beutschen Regierung zerrissen, ohne baß bie Polizei bageaen einschritt. Der Führer ber nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft Norbschleswig, Lorenzen- Apenrabe, hat sich mit einem scharfen Prot e'st nach Kopenhagen gewanbt.
öie Mitgliedersperre bei der NGOAp.
Gesuche um Aufnahme zur Zeit zwecklos.
München, 8. Aug. Der Reichsschatzmeister der RSDAP. veröffentlicht im »Völkischen Beobachter" folgende Bekanntmachung:
Cs besteht Veranlassung, daraus hinzuweisen, baß für die Dauer der Mitgliedersperre, welche voraussichtlich nicht vor 1. April 1 9 3 4 aufge Hoben werden wird, Gesuche um Aufnahme in die RSDAP. zwecklos sind. Den Ortsgruppen wird es untersagt, jetzt schon A u f n a hm e e r klä r u n - gen entgegcnzunehmen, um diese nach -dblauf der Sperre vorzulegen.


