Ausgabe 
8.8.1933 Frühausgabe
 
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pharmazeutisch« und das analytische Labora­torium mit dem angrenzenden Hörsaal. 3m Hör- saal sprach Geheimrat Sommer über weitere Pläne für das Museum.

Aach der Verabschiedung am Licbigmuseum setz­ten die Vertreter der Presse ihre Reise nach Dad - R a u h e i m fort.

Oer Besuch im Vogelsberg.

c Schotten, 7. 2Iug. Auf der Presserundfahrt, die der Hessische Dcrkchrsverband veranstaltet hatte, traf heute vormittag eine Anzahl Presse­vertreter großer deutscher Tageszeitungen in Schotten ein. Die Herren wurden von den füh­renden Persönlichkeiten am Rathaus empfangen. Sie besichtigten unter sachverständiger Führung von Vaurat Kessel die Hauptsehcnswürdig-

Ltnbekannie Florentiner Schätze.

Eine einzigartige Ausstellung von Schätzen der florentinischen Kirchenkunst ist jetzt in dem Museum von San Marco eröffnet worden. Zahlreiche Kunst­werke von hohem ästhetischem und geschichtlichem Wert, die bisher dem Kunstfreunde ganz unzugäng­lich waren oder nur durch schwer zu erlangende Sondererlaubnis besichtigt werden konnten, sind hier in einem prachtvollen Rahmen vereinigt. Man hat gesagt, daß ein Besucher von Florenz, der all diese Dinge unter den bisherigen Umständen sehen wollte, mindestens ein Jahr darauf verwenden mühte. Manche der ausgestellten Werke gehören Privat­leuten, die fie in ihren Hauskapellen aufgestellt haben, und sind zum erstenmal für eine öffentliche Aus­stellung hergeliehen worden: andere Sehenswürdig­keiten, wie z. D. die Reliquiarien, die Papst Tie­mens VII. der Basilika von San Lorenzo schenkte, konnten nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Papstes besichtigt werden. Einer der Säle des Mu­seums ist in eine Kapelle umgewandelt worden, da­mit die wunderbare Sammlung von Reliquien-Be- hältern, die hier gezeigt wird, einen würdigen und stimmungsvollen Hintergrund erhalte. Auf dem Al­tar steht ein besonders schönes vergoldetes Silber- Tabernakel, in dem ein kleines mit Perlen und Edelsteinen besetztes Buch bewahrt ist: dieses Büch­lein, das eine Reliquie enthält, wurde von Karl V. von Frankreich seinem Bruder Louis von Anjou ge­schenkt. Zwei lebensgrohe Holzstatuen, eine Ma­donna mit Kind aus dem 14. Jahrhundert, und eine sitzende Madonna mit dem Kind auf den Knien aus dem Anfang des 13. Jahrhundert, sind zu bei­den Seiten des Altares aufgestellt. Die Hinterwand des Refektoriums ist mit einem hervorragenden stä- mischen Gobelin geschmückt, der auch durch sein Schicksal interesiant ist. Die herrliche Weberei wurde vor einigen Jahren aus einem Kloster bei Lucca gestohlen und konnte nur noch im letzten Augenblick vor dem Schicksal bewahrt werden, in kleine Stücke zerschnitten zu werden, um so leichter über die Grenze gebracht werden zu können. Es war nicht leicht, die Fülle von unbekannten Kunstwerken aus Florenz und der Umgegend zusammenzubringen. Viele der Bilder und Statuen werden von den Gemein­den der Kirchen, in denen die seit langen Jahr­hunderten Aufstellung gefunden haben, auherordent- lich verehrt, und die Entfernung, wenn auch nur auf kurze Zeit, erregte Unwillen und Widerstand. Ein Kreuz muhte zurückgegeben werden, kurz nach dem es nach San Marco gebracht worden war. Es erschien eine Abordnung aus dem Dorfe, dessen Gotteshaus das Kreuz ziert, und erklärte, es hätten sich bereits Unglückszeichen gezeigt und das ganze Dorf sei in Furcht, es werde von einer Feuers­brunst, Überschwemmung oder Erdbeben heimge­sucht werden. Die Leiter der Ausstellung würden für jedes Unglück verantwortlich gemacht werden, das die Gemeinde Heimsuche, solange das Kreuz fort sei. Diese Verantwortung wollte man natürlich nicht übernehmen. R. 0.

Der 8. August 4918

Ein tragischer Tag der deutschen Armee.

Don Heinrich Anton Hoffmann.

leiten der Stadt, besonders die alte berühmte Stadtkirchc. Im Rathaus sand ein kleines Früh­stück statt. Krcisdirektor Dr. 3 a n n begrüßte die Gäste für den Kreis Schotten und sprach über den Vogelsberg. Kreisschulrat Dr. M c u e r begrüßte namens der politischen Kreisleitung. Bürgermeister Menge! entbot den Willkomm- gruh der Stadt und ließ in alten Silbcrbechern den Ehrentrunk der Stadt kredenzen. Von dem herzlichen Empfang waren die Herren angenehm überrascht. Professor Dr. Werner (Vertreter desReichsbotcn", Berlin), ein geborener Hesse, sprach in seinemhochdeutschen, echt hessischen Dialekt", herzliche, launige Dankcswortc. Die Weitcrfahrt ging über den Hoherodskopf, den Taufstein nach Ulrichstein und über Grünberg nach Gießen.

Heute am 15. Jahrestag dieses schwärzesten Tages in der deutschen Kriegsgeschichte wollen wir ehr­furchtsvoll derer gedenken, die, erschöpft und aus- gemergelt, ohne genügende Verpflegung und Hilfe, aber mit einem trotzigen Dennoch auf zusammen- gebissenen Lippen bis zum Letzten ausharrten: im Trichter, am Maschinengewehr, am Minenwerfer und Geschütz. Ehre und Dank den gefallenen und le­benden Kämpfern des 8. August 1918!

Das größte Unrecht, das man begehen könnte, wäre, die Truppe für die Niederlage verantwortlich zu machen!" Mit diesen Worten empfing der Chef des Generalstabes der zweiten Armee den Abge­sandten der Obersten Heeresleitung. Damit schließen auch wir unseren Bericht vom 8. August 1918.

Am 8. August 1918 gelang es den verbün­deten Gegnern Deutschland, nach vierjährigem Ringen zum ersten Mal die deutsche Front in beträchtlicher Tiefe und Breite zu durch- stoßen. Es war ein schwarzer Tag für das deutsche Heer: damals erlebte die Westfront die entscheidende Wendung. Unsere Kriegs­gegner haben, wenn man die Verhältnisse kennt, wie sie nachfolgend geschildert werden, wenig Grund, diesen Tag zu feiern. Deutsch­land aber, stark auch im Unglück, darf sich seines heldenhaften Kampfes wohl erinnern und dankbar jener gedenken, die dabei waren.

Stunde der Entscheidung.

Die am 21. März 1918 und später im April und Mai zurGroßen Schlacht in Frank- reich" angetretenen deutschen Sturmdioisionen lagen Anfang August noch immer vorn. In d e n Stellungen, die sic im Frühjahr erreicht hatten, ohne das eigentliche Ziel der Offensive erobert zu haben. Don den übermenschlichen Anstrengungen und den enormen Verlusten an Menschen und Material völlig erschöpft, lagen die deutschen Truppen in schlecht aus- gebauten Stellungen, die sich teilweise weit in die feindliche Abwehrzone verwöldten. Don Ppern bis Reims erstreckten sich diese Bogenstellungen, die unsere Westfront doppelt und breifad) verlängerten. Diese Stellung beanspruchte ungeheure Kräfte, hatte empfindliche Flanken und sehr ungünstige Nachschub- ocrhältnisse, während fie dem Gegner alle möglichen Vorteile bot. Die von Der deutschen Obersten Heeres­leitung geplanten Großangriffe gegen die Engländer in Flandern (Hagenunternehmung) und gegen die Franzosen beiderseits Reims, tarnen entweder gar nicht zur Ausführung, oder fie scheiterten durch Verrat.

Diesen Zeitpunkt benutzte der Generalissimus der englischen, französischen und amerikanischen Armee, Fach, die Generaloffensive gegen d i e deutsche W e st front mit einem englisch-franzö­sischen Vorstoß am 8. August 1918 einzuleiten. Ziel dieses Angriffes war die Befreiung der Bahn Pa­risAmiens vom deutschen Artilleriefeuer. Plan­mäßig setzte der Angriff am 8. August 1918, früh 5.20 Uhr in 32 Kilometer Breite rechts und links der Somme ein.

Die deutschen Fronttruppen wurden von diesem Angriff ebenso überrascht wie die Oberste Heeres­leitung. Von den 13 Divisionen, die dem Anprall ausgesetzt waren, galten allein 6 als kampfunfähig, und auch die übrigen Divisionen waren erholungs­bedürftig und für Den Großkampf nicht mehr geeig­net. Nur zwei von diesen 13 Divisionen konnten noch als vollkampfkräftig gelten. Die Bataillons- graben ft ärfe (ohne Maschinengewehrkompa­nien) betrug beispielsweise beim Infanterieregiment Nr. 18 nur noch 255 Gewehre, bei 148 nur 286 Ge­wehr, bei 152 nur 404 Gewehre, bei 13 nur 268 Ge­wehre, bei 15 nur 276 Gewehre, bei 55 nur 309 Ge­wehre, beim Reserve-Infanterieregiment 201 nur noch 183 Gewehre, 202 nur noch 155 Gewehre, bei 203 nur noch 165 Gewehre. Gegen die Jo schwach besetzten Gräben und ihre zu Tode erschöpften und im freien Trichtergelände verstreuten Besatzungen setzte die Entente frische, ausgeruhte Divisionen in gewaltiger Uebermacht ein: 3 englische, 5 australische und 4 kanadische Divisionen, 3 Kavallerie- divisivnen, 5 französische Infanteriedivisionen, 2700 Geschütze, 360 schwere und 106 leichte Tanks, 1068 Kampfflieger.

Die unerhörte Ueberlegenheit der feindlichen Luft­streitkräfte verhinderte jede deutsche Lufterkundung. Da die feindlichen Angriffstruppen erst in der Nacht zum 8. August in riesigen Autokolonnen den Aus- gangsstellungen zugeführt, die Artillerie erst in fes­ter Minute eingebaut und die Tanks gleichfalls ^rst wenige Stunden vor Beginn der Offensive nach vorn aeschafft worden waren, blieb Die Vorbereitung Des Angriffs der deutschen Armeeleitung bis zur letzten Minute verborgen. Selbst das Wetter hatte sich an­scheinend dem Gegner verbündet: es herrschte in Der Frühe dieses Tages ungewöhnlich dichter Nebel.

Angriff und Abwehr.

In der Frühe des 8. August Punkt 5.20 Uhr setzt an Der 32 Kilometer breiten Front rechts unb links Der Somme eine mörderisches Trommel­feuer schlagartig ein. Schon nach wenigen Minu­ten weiß jeder Fronterfahrene, daß ein ganz großer Schlag bevorsteht. Doch ein immer dichter werden­der Nebel, der selbst die höchsten Anhöhen überdeckt, und durch Staub, Qualm und Nebelgefchosse zur schwarzgrauen Wand verdichtet wird, verhüllt selbst dem schärfsten Auge alles, was weiter als fünf bis zehn Schritt entfernt liegt. Die Fernsprech­verbindungen sind schon in der ersten Viertel­stunde samt und sonders zerstört, die sorgsam ein­gebauten Blinklampen nicht mehr verwendbar, die Funkverbindungen vernichtet. Die Meldeläufer wer­den fast alle das Opfer ihrer schweren Aufgabe. Unsere Artillerie und Minenwerferstellen, seit Tagen vom Gegner erkannt, sind in wenigen Minuten durch schwere Lagen kampfunfähig gemacht.

In der deutschen Front herrscht bald große Ver­wirrung und Unsicherheit. Die Batterieführer wissen nicht, wohin sie mit den verbliebenen Geschützen das Vernichtungs- und Sperrfeuer legen sollen. Die Stoßbereitschaften erhalten keine Nachricht, wann sie eingreifen und wohin sich ihr Stoß richten soll. Alle Verbindungen zu den Nachbartruppen sind zer­rissen.

Nur drei Minuten hagelt das Artilleriefeuer aller Kaliber auf die vordersten Stellungen, Dann man» Dert es nach jeweils weiteren Drei Minuten immer lOOmeterroeife nach hinten. Im gleichen Moment sind auch schon feindliche Sturmtruppen in

unseren Stellungen. Handgranaten und Flammen­werfer, Bajonett, Kolben, Revolver, Dolch und Spa­ten treten in Aktion.

Wo unsere Maschinengewehrnefter hart­näckigen Widerstand leisten, werden sie von hinten und aus der Flanke unter dem Schutze zahlloser Tanks zum Schweigen gebracht.

Der dichte Nebel verhindert ein Zusammenwirken aller Abwehrwasfen. Die einzelnen Waffengattungen können nicht sehen und nicht wissen, wo der Gegner zu suchen ift. Solange der Nebel bleibt, stehen die deutschen Abwehrkräfte vor einer unlösbaren Auf­gabe. Und als er sich endlich lichtete, war die Ent­scheidung schon gefallen, die Massen der deutschen Artillerie bereits in Feindeshand, das Rückgrat jeder Abwehr gebrochen.

Mit den Massen der feindlichen Tanks führten die Unseren einen ungleichen Kamps. In Flanke und Rücken gefaßt, auf wenige Schritte ein- gekesselt und zusammengeschossen, kämpften unsere Leute heldisch, aber vergebens.

Als sich der Abend des 8. August 1918 über das Schlachtfeld der zweiten Armee herabsenkte, war das Ergebnis sichtbar. Die vom Angriff zwischen Somme und Aisne getroffenen deutschen Divisionen waren zerschlagen und auch die schnell erfaßten und einge­setzte Reserven hatten ernstlich gelitten. 7 00 Osfi - ziereund27000MannwarengefaIlen, verwundet oder in Gefangenschaft geraten. Mehr als 400 Geschütze und ungeheure Mengen von Maschinengewehren, Minenwerfern und anderem Material waren dem Gegner in die Hände gefallen. Für das rohstoffarme Deutschland damals ein unersetzlicher Verlust! Bis zu 11 Kilo­meter Tiefe erstreckte sich der feindliche Einbruch in unsere Front: fast überall hatte der Gxgner Das gesteckte Ziel erreicht.

Aus her provinzialhaupistadi

Gemeinschaft von Bolksgenosfen aller Stände mit

e Des kommen-

Gedern M e r k e n f r itz ist ab 7. August und diejenige auf der Straße MerkenfritzHir-

zenhain wird ab 14.August aufgehoben.

jer Rossi und Cobos.

Zournalisten-Besuch in Gießen

Ge-

kurze Ansprache. In einem Rückblick auf Die

n ÜBeltflugretorbfür 0 ft i l o m e t e r g e f d) I a hallen Die beiden Flieger lit bereits den ÜBeÜretorb rboten. Die {flieget hoben jungen von 'Jleurjort bis insgesamt 9300 ftilomar

ideellen Zielen will diese im Laufe des kommen­den Winters auch durch öffentliche Vorträge weite­ren Kreisen vor Augen führen. Mitglieder treffen sich zu Besprechungen und gemeinsamer Arbeit am ersten Mittwoch jeden Monats im Hotel Köhler. Dr.W.E.A.

** Spende für d i e Opfer der Arbeit. Don der Deutschen Bank und Discontogesellschaft werden wir gebeten, mitzuteilen, daß sie im Auftrag der Firma Bänninger ®- m. 6. H. Gießen den Betrag von 400 Mk. Der Spende für die Opfer Der Arbeit zugeführt habe.

** Straßensperrungsnachricht, mit- geteilt vom Oberhcssischen Automobil-Club E. V. (A. v. D.), Gießen: Die Sperre der Straßenstrecke

Rotten

Tomatenkrankheit in Hessen.

Wie Dr. ft. Küthe, Assistent an der hessischen Hauptstelle für Pflanzenschutz, Gießen, mitteilt, ift in Hessen eine ansteckende Krankheit unter Den To­matenkulturen ausgebrochen. Schon sind ihr in einer einzigen Gärtnerei 600 Pflanzen, Der ganze Bestaub, zum Opfer gefallen, was einen erheblichen Schaden verursacht. Es ist Die lomatenflengelfäule. Sie stammt aus Amerika. An Den befallenen Pflanzen stirbt ein Blatt nach Dem anderen von unten her ab, bis schließlich Die ganze Pflanze eingeht. Um ein Weiterumsichgreifen der Seuche zu verhüten, müs­sen die erkrankten Pflanzen sofort vernichtet werden. Entweder vergräbt man fie möglichst tief in den Boden, auf dem fie stehen, noch besser, man verbrennt fie, jedenfalls Darf man sie niemals auf anderes Land werfen oder gar auf Den Komposthaufen bringen, Denn so verbreitet man Den Erreger über Den ganzen Garten. In Den ersten Jahren Dürfen keine Tomaten auf Dasselbe Beet gepflanzt unD immer nur Samen von vollstänbig gefunDen Pflanzen verwertet werden. Verdacht auf diese Seuche melde man am besten unter Einsen­dung einer erkrankten Pflanze Der Hessischen Haupt- ftelle für Pflanzenschutz in Gießen, Sentenberg- straße 17.

Taten für Mittwoch, 9. August.

1839. Der Augenarzt Karl Theodor Herzog in Bayern geboren (gestorben 1909); 1896: Der Flugtechniker Otto Lilenthal bei Rhinow gestor­ben (geboren 1848): 1919: der Raturforscher Ernst Haeckel in 3ena gestorben (geboten 1834); 1929: der Karikaturenzeichner Heinrich Zille in Berlin gestorben (geboten 1857).

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Abenteuer im Engadin".

Einer dankenswerten Anregung Der Hessi­schen Staatsregierung entsprechen!» hatte Der Hessische Verkehrsverband die Vertretet großer deutscher Zeitungen zu einer Rundfahrt durch Hessen eingeladen. Durch diese Rundfahrt sollte bezweckt werden, die Schönheit des Hessenlandes und seiner Städte in weiten Kreisen des deutschen Volkes bekannt zu machen und dadurch Anregungen zu geben, auch das Hessenland einmal als das Ziel einer Urlaubs- oder einer Erholungsreise zu wählen. Die Rundfahrt, die durch Oberhessen, Rheinhessen und Starkenburg führt, Dürfte den Vertretern der Presse genug Anregungen dafür geben, über Hessen zu berichten und wie könnte es anders sein lobend und empfehlend über unsere Heimat zu schreiben, die landschaft­lich mit zu den bevorzugtesten Gebieten unseres deutschen Vaterlandes zählt.

Gestern gegen 14 Uhr trafen die Herten in Gießen ein. Sie kamen von Hanau, waten über Büdingen gefahren und hatten, bevor sie im Flughafen unserer Stadt Einkehr hielten, dem Städtchen Schotten und dem Hoherodskopf einen Besuch obgestattet. An Der Fahrt nahmen fol­gende Herten teil: Herr von Eschwege (Völ­kischer Beobachter), Dr. Seelemeyet (Deutsche Allgemeine Zeitung), Dr. R u p p e l (Kölnische Zeitung), Prof. Dr. Werner (Reichsbote Ber­lin), Dr. Ruh le (Leipziger Reueste Rachrich- ten), Herr Hauset (Bötsen-Courier), Dr. Gösch (Scherl-Verlag), Herr Klein (Ullstein- Verlag), Graf Wickenburg (Frankfurter Zei­tung), Dr. Hauser (Hamburger Fremdenblatt), Dr. Topp (Berliner Tageblatt), Herr Hie- me n z (Angrjkf" Berlin). Die Hessische Staats- regierung war durch den Staatsprefsechef Otto Falk, Darmstadt, der Hessische Derlehrsverband durch die Herren Fischer und Regierungsbau­meister Dauer, Darmstadt, vertreten. Für die Kreisleitung der RSDAP. in Gießen nahmen Kreispropagandaleiter Hopfenmüller als Dertreter des Kreisleiters Dr. Hardt, für Die Flughafenlcitung Seine Erlaucht Gras zu Solms-Laubach u. Regierungstat Schmidt teil. Die kommunalen Körperschaften unserer Stadt waten durch den Fraktionsführer Der RSDAP. im Gießener Stadttat, Herrn Hahn, vertreten. Standartenadjutant QHünfer ver­trat die Standarte 116.

(Empfang im Flughafen.

Nach Der Ankunft im Flughafen wurden Die Gäste Zunächst von Dem Fraktionsführer Der NSDAP, im Gießener StaDtrat, Herrn Hahn, im Namen Der kommunalen Körperschaften unD Der politischen Lei­tung herzlich willkommen geheißen. Er gab Der Hoff­nung Ausdruck, Daß Die Herren von Der StaDt Gießen beste EinDrücke gewinnen möchten.

Während Des Mittagessens wurden Die auswärti­gen Herren auch von Oberbürgermeister Dr. Kel­ler begrüßt. Er wies in seiner kurzen Ansprache auf Die Schönheiten Des LanDes, auf Den WalDreich- tum und auf Die prächtigen alten Burgen hin, Die allenthalben von Den Bergen grüßten. Gießen selbst sei eine Stabt reicher Vergangenheit. In seinen wei­teren Ausführungen wies er ferner auf Die Stabt als Universitäts- und als OarnifonsftaDt sowie als Verkehrsknotenpunkt hin und vergaß nicht, auch die wirtschaftlichen Elemente innerhalb der Mauern Gießens einer kurzen Würdigung zu unterziehen. Gießen habe zwar eine langsame aber stetige Ent­wicklung zu verzeichnen; Darin sehe man aber Die Gewähr für gedeihliche Entwicklung überhaupt und geordneten Bestand auch in Der Zukunft. Mit einem ^Herzlich willkommen in Gießen!" schloß er feine

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Durch Glück zur Arbeit!

wohl heißt es sonst: Durch Arbeit jum Glück! Aber Diesmal Dürfen wir Die Umstellung vornehmen unD mit zuversichtlicher JreuDe ausrufen: Durch Glück,ur Arbeit!

Schon flattern in StaDt unD £anD, auf Berges­höhen unD in lälergrünDen Die glückverheißenden Lose Der

(BelDlotterie ,ur Arbeitsbeschaffung.

200 000Mark auf ein Doppellos, 100 000 Mark auf ein Linzellos locken als Hauptgewinn, Daneben hunDerttausenDe weitere Gewinne.

wer ein Los Der GelDlotterie zur Arbeitsbeschaf­fung erwirbt, Der reiht sich in Die unüberseh- bare Hit 1 ersront zur Bekämpfung Der Arbeltslosigkeit ein, für ihn heißt es:

Durch Glück zur Arbeit!

Werbeschau des Aquarien- und Zier- fischvereins Gießen.

Was ein Aquarium ift, - roirb jeber zu wissen glauben; nur wenige aber haben wirklich Kenntnis davon, daß bie Beschäftigung mit demSee im Wasserglafe" mehr sein kann als eine Liebehaberei ober ein Geschäft. Eine Werbeschau, bie Der Aqua­rien- unD Zierfifchverein Gießen Dieser Tage in einem Saal Des Hotels Köhler zeigte, hatte Das Ziel, in Diesem Sinne aufzuklären unD vermittelte in vortrefflicher Weise einen Einblick in Art unD Bedeutung seiner im Stillen geleisteten Arbeit. An zahlreichen, von Den MitglieDer zur Verfügung ge­freuten Becken wurDe gezeigt, wie ein Aquarium beschaffen fein muß, um eine in Pflanzenwuchs, Wafsermenge und Tierwelt wohl abgestimmte und dauerhafteLebensgemeinschaft" zu bilden. Welch ein Fortschritt feit Dem tierquälerischen Goldfisch­glas früherer Jahre! Die Arten- und Formenfülle Der gezeigten Warm- und Kaltwasserfische war auch für Den Kenner überraschenD und mit besonderem Dank begrüßte es Der Besucher, Daß es nicht bei Der bloßen Zurschaustellung fein Bewenden hatte: Uner« müdliche Führung und Beratung durch fachkundige Mitglieder des Vereins gab auch dem Laien und Anfänger Die Gewißheit, daß Haltung und Zucht selbst Der prächtigen tropischen Warmwasserfische weder schwierig noch kostspielig ist. Eindrucksvoll wurde auf Diese Weife Dargetan, welche kulturelle Bedeutung ernste Beschäftigung mit der Zierfisch- zucht haben kann, Der mit Dieser spielerischen Be­zeichnung eigentlich Unrecht getan wirD: Die man­nigfaltigen Lebensäußerungen Der verschieDenen Fischarten ermöglichen eine verfeinerte und ver­tiefte Form Der Naturbetrachtung, schärfen Die Be- obachtungsgade, erweitern die Kenntnisse über Die heimische Lebewelt und förDern Entdeckungen von wissenschaftlicher Bedeutung.

Der Verein eigentlich besser eine Slrbeits-

M GM \\\ Der Mitt boten.

tc&au teilt in einer > nationalsozialistischen schle- mit, daß Frauen mit ge- ch t der Zutritt zu allen ISDAP. verboten ift. angewiesen, eine entspre-

Hzusuhren.

in Bengalen ertrunken.

licht besetztes Fährboot ist, Bengalen) gemeldet wird, ,h gekentert. Ungefähr ibei den Tod.___

Hitzer. Dm Freunden wenn ie dich Wunder *1 «»i W,h'T- £

>N der Slafa und der Uta.

schichte Der Stadt gab Oberbürgermeister Dr. Kel - l e r einen Einblick in die bedeutsamsten Einzelheiten Der Entwicklung Gießens.

Pros. Dr. Werner- Berlin dankte im Namen feiner Kollegen in launiger Weise für Die herzliche Begrüßung und gab einige Erinnerungen aus feiner eigenen zum Teil in Gießen verbrachten Studenten­zeit zum Besten. Er gab insbesondere seiner Freude über die Entwicklung und die geordneten Verhält­nisse innerhalb der Stadt Ausdruck.

Nach Dem Mittagessen zeigte Fluglehrer Maier seine glänzende Flugtechnik in verschiedenen Kunst­flug-, insbesondere aber in Rückenflugvorführungen. Ein Segelschleppstart (im Segelflugzeug Herr Fritz Schmidt, im Motorflugzeug Pilot Dietrichs) gab Den Gästen einen Einblick in Die fliegerische Ar­beit, die im Gießener Flughafen geleistet wird. Rundflüge zeigten Den Gästen Gießen aus Der Vogelschau.

3m Heimatmuseum.

Die Fahrt führte Dann nach der Stadt. Zunächst wurde Dem Heimatmuseum ein Besuch abgestattet. Professor Dr. Helmke führte die Gäste und zeigte ihnen die mit großer Mühe und Sorgfalt zusammengetragenen Schätze des Museums. Er wies auf die Mannigfaltigkeit der Trachten hin, die in Hessen zum Teil noch getragen werden, zeigte die kostbare Fayencensammlung, die Pfei­fen-, die Lampensammlung, die hessische Bauern­stube, Die Erinnerungen aus der Geschichte der Universität, die wertvolle Sammlung der Wille- schen Kupferstiche, nicht zuletzt aber und mit be­sonderem Hinweis auf die Einmaligkeit der Glanz­stücke unseres Heimatmuseums, die fränkischen Frauensärge. Leider war die Zeit zu kurz, um den Gästen einen vollkommenen Eindruck von der Mannigfaltigkeit und dem Reichtum des hiesigen Heimatmuseums gewinnen zu lassen.

Besichtigung der Kliniken.

Die Fahrt wurde sodann nach herzlicher Der- abschieduna von Professor Dr. Helmke und nach Dank für die freundliche Führung fortgesetzt und führte an der Universität vorbei zum Kliniksvier­tel. Den Journalisten dürfte dabei die Bedeu­tung der Gießener Universität und der mit ihr verbundenen Institute auf das nachdrücklichste be­wußt geworden sein.

3m Ciebigmufeum.

Den Abschluß der interessanten Exkursion bil­dete ein Besuch des Liebigmuseums, der dank der Führung durch Professor Dr. Som­mer xu einer kleinen Feier geworden war, die ihren stimmungsvollen Abschluß im alten Hör­saal des Liebigmuseums sand.

Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Sommer, der Begründer des Museums, begrüßte die Gäste an der Säulenhalle des ältesten Laboratoriums. Er zeigte zunächst den Zusammenhang der ältesten Herde mit den chemischen Küchen der Alchimisten des 16. und 17. Jahrhunderts, erklärte dann den baulichen und technischen Fortschritt bis zu dem weltberühmten Reubau des analytischen Labora­toriums im Jahre 1842.

Durch die zahlreichen Erinnerungen an Darm­stadt, Gießen, München vermittelt das Museum einen ganz persönlichen Eindruck vom Elternhaus, von der Studentenzeit und der bahnbrechenden Arbeit Liebigs in Gießen und München. Don besonderer Bedeutung sei Die Verbindung von Familienforschung unD Genielehre besonders in Der physiognomischen Sammlung. Großes Interesse biete außer Dem ältesten Laboratorium. Liebigs Privatlaborato­rium mit den persönlichen Erinnerungen, das

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