Ausgabe 
8.8.1933 Erstes Blatt
 
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Große mffamsche Festwoche in Dillenburg.

Zestzug und Zestspiel. Gäste aus den Niederlanden.

Dillenburg, 7. Aug. (WSN.) Die große nassauische Fe st woche anläßlich der 400. Wiederkehr des Geburtstags Wilhelms des Ver­schwiegenen, des Befreiers der Niederlande, der am 24. April 1533 das Licht der Welt erblickte, nahm am Samstag und Sonntag in der Geburtsstadt des großen Oraniers ihren Auftakt.

Dillenburg war als mittelalterliche Feste rekon- struiert. Die alten Stadttore waren wieder auf- gerichtet worden und wurden von Landsknechten bewacht.

Jeder, der die Stadt betreten wollte, mußte seinen Obolus entrichten. Am Samstagnachmittag wurde das historische FestspielW ilheln Prinz von O r a n i e n" auf der Freilichtbühne auf den Ruinen des historischen Schlosses unter der künstlerischen Leitung von Otto Fricke, Frankfurt a. M., zum 11. Male aufgeführt. Etwa 900 Personen, unter denen sich zahlreiche Niederländer befanden, wohn­ten der Aufführung bei.

Abends fand im Kurhaus ein Empfang der Gäste statt, bei dem der Landesleiter für Volksaulklärung und Propaganda Oberregierungsrat Müller- Sch el d, Frankfurt a. M., die Grüße des Reichs­ministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, sowie des Reichsstatthalters Sprenger übermittelte. ___________________

Für die holländischen Gäste sprach Baron van derchoop-Slochteren, der mitteilte, daß die Königin von Holland dem Geschäftsführer des Hauptausschusses der Dillenburger Dramenfeiern, Buchdruckereibesitzer Paul Weidenbach, in Würdigung seiner Verdienste um das Zustandekom­men dieser Feier den Königlichen Haus­orden verliehen hat. Bei herrlichem Sommer­wetter herrschte am Sonntag ein Riesenverkehr in der Stadt.

Zirka 25 000 Personen passierten die Tore der Stadt.

Ein F e st g o t t e s d i e n st, dem auch Landes­bischof D. Kortheuer beiwohnte und ein Gruß­wort sprach, eröffnete die feierlichen Veranstaltun­gen des Sonntags. Ihm schloß sich ein Festakt am Wilhelm-Gedächtnisturm an, bei dem wiederum Landespropagandaleiter Müller- Scheid das Wort ergriff. Wir Deutschen hätten zwar, so führte er u. a. aus, von den Taten des großen Oraniers am allerwenigsten gehabt, dennoch freuten wir uns, daß dieser ganze Kerl unserer Hei­mat entstammte. Müller-Scheld richtete in diesem Zusammenhang an die holländischen Gäste den dringenden Appell, gegen die Greuelpropa- ganda aufzutreten und in ihrem Lande ihre Erleb­nisse in Deutschland wahrheitsgemäß zu schildern. Die Festrede, die vorwiegend von historischen

Gesichtspunkten getragen war, hielt Studienrat Dr, Herdt, Frankfurt a. M.

Um 12 Uhr setzte sich der

große historische Festzug

in Bewegung. Er stellte den E i n z u g d e s P r i n- zen Wilhelm von Oranten in Dillen­burg am 7. Mai 1 567 unter der Ehreneskorte der in Dillenburg biwakierenden Fußknechte und Reisigen des Feldmarschalls Friedrich von Rolz- hausen dar. An einem Stadttor wurde der Prinz von Oranien von dem Bürgermeister willkommen geheißen und ihm der Ehrentrunk kredenzt. Nach­dem die Truppen vor dem Prinzen paradiert hat­ten nahmen die Fürstlichkeiten das Mittagsmahl ein, während die Landsknechte und die Reisigen ihr Biwak bezogen. ..... - , . n

Es entwickelte sich dann em h i st o r i j ch e s La­ge r l e b e n in der Stadt, sogar em Pranger war errichtet, an dem Sünder als abschrecken­des Beispiel öffentlich zur Schau gestellt wurden. Am Nachmittag wurde das Festspiel Wilhelm Prinz von Dranien unter großem Beifall aufgefuhrt. 1600 Zuschauer hatten sich eingefunden. Em Fest­konzert beschloß den Tag. Am Mittwoch wird der historische Festzug wiederholt.

Oie Oranienfeier in Siegen.

Siegen, 7. Aug. (WSN.) Der heutige Festtag der Stadt Siegen aus Anlaß der 400. Wiederkehr des Geburtstages des Prinzen Wilhelm von Drä­niert gestaltete sich zu einem bedeutungsvollen Er­eignis. Zunächst wurden am Montagoormittag die zahlreichen Festgäste im großen Saale des Rat­hauses begrüßt. Dberbürgermeifter F i ß m e r hielt

die Begrüßungsansprache. einem besonders weihevollen Festakt gestaltete sich die Gedenk­feier vor der Fürstengruft. Ein herrliches Bild bot der Hof des unteren Schlosses, wo sich eine unübersehbare Menschenmenge in festlicher Erwar­tung lange vor Beginn der Feierstunde versam­melte. An der Spitze des Zuges, den die SA.-Kapelle anführte, marschierte auch eine Abordnung der hol­ländischen Faschisten mit ihrer Fahne. Museums­direktor Dr. Kruse hielt die Festrede. Alsdann be­gaben sich unter den Klängen des Niederländischen Dankgebetes die Abordnungen zur Kranznieder­legung in die Fürstengruft. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes fand die Feier ihren Abschluß. Standarten­führer Giesler brachte dann ein dreifaches Sieg- Heil! auf den Volkskanzler Adolf Hitler aus, in das die Menge einstimmte.

Vor der Oiezer Oranienfeier.

Diez, 7. Aug. (WSN.) Die Vorbereitungen zur Diezer Dranienfeier sind in vollem Gange. Schon jetzt treffen täglich neue Gäste in Diez ein. Die an­wesenden Jugendlichen (Pfadfinder usw.) versam­melten sich am Sonntagnachmittag vor dem nieder­ländischen Vizekonsulat und brachten dem Drgani- sator der Dranierfeier, Bürgermeister i. R. und nie­derländischen Vizekonsul R. H e ck eine herzliche Doa- tion dar. Stark besucht ist die seit dem 15. Juli er­öffnete Dranier-Gedächtnisausstellung im Schloß Dranienstein. Sie umfaßt viele wertvolle Erinnerungen an das große Fürstengeschlecht. An der Feier selbst werden viele hohe Gaste teilnehmen.

Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein.

Gießen. Nordhausen-Niedersalza, den 8. August 1933.

Die Einäscherung fand im Sinne des Entschlafenen in aller Stille

4994 ..

statt.

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Am Donnerstag, dem 3. August, morgens 7% Uhr, starb plötzlich und unerwartet mein lieber, guter Mann, mein treubesorgter Vater, unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel

Paul Seiffart

im Alter von 53 Jahren.

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Heber das Vermögen des unter Pfleg­schaft stehenden Max Lhambre L, früher r. Lich, ieht in Kassel, Inhaber der Firma Ilianufattucroaren- und Bankgeschäft Earl Chambre in Lich, vertreten durch seinen Pfleger Rechtsanwalt Hans Kümmel in Lich, wird heute am 7. August 1933, vor­mittags 7 Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet, da der Schuldner zahlungsunfähig gewor­den ist. 5002D

Der Volkswirt R. D. V. Dr. jur. 6. E. Ruckelshaufen in Gießen wird zur Ver- trauensperfon bestellt.

Termin zur Verhandlung über den Ver­gleichsvorschlag wird bestimmt auf:

Montag, den 4. September 1933 vormittags 9% Uhr vor dem hessischen Amtsgericht in Lich, Zimmer Nr. 1.

Der Antrag auf Eröffnung des Ver­gleichsverfahrens nebst feinen Anlagen ist auf unserer Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt.

Lich, den 7. August 1933.

Hessisches Amtsgericht.

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