Ausgabe 
8.7.1933 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft.

Wieder 121 004) Arbeitslose weniger.

Nach -em Bericht der Reichsaqstalt für Arbeits- Vermittlung und Arbeitslosenversicherung für die Zeit vom 17. bis 30. 3uni 1933 hat die feit Mitte Jcbruar anhaltende Besserung der Lage am Ar­beitsmarkt auch in der zweiten Junihälfte weitere Fortschritte gemacht, von Mitte bis Ende Juni ist die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen erneut um 121 000 auf 4 856 000 ge­sunken. Zu berücksichtigen ist dabei, daß unter den Arbeitslosen auch die Personen mitgezählt werden, die im Arbeitsdienst, bei der Hilfspolizei und bei Pflichtarbeiten tätig, fomit im eigentlichen Sinne nicht arbeitslos find, fich aber weiter beim Arbeits­amt um einen ständigen Arbeitsplatz bemühen.

Die Befferungserfcheinungen, die fich in fämf- lichen Arbeitsamtsbezirken deutlich zeigen und zwei­fellos über das saisonübliche Ausmah hinausgehen, sind nicht nur bedingt durch die Vergebung öfsent- licher Aufträge und beeinflußt durch steuerliche Maßnahmen, sondern auch gefördert durch das wachsende vertrauen der Industrie in die politische und wirtschaftliche Entwickelung. Während im Juni des Vorjahres die Minderung der Arbeitslosigkeit in den überwiegend industriellen Bezirken nur rund 0,1 bis 2,7 v. h. betrug, hat sie sich im Juni d. I. fast überall verdoppelt (1,7 bis 5,7 o. h.).

In der zweiten Junihälfte nahm die Zahl der hauptuntcrstühungsempfänger in der Arbeitslosen­versicherung um 19 000 auf 416 000, in der firifen- fürforge um 15 000 auf 1 310 000 ab. Auch die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen hat sich im Lause des Juni um 119 000 auf 2 042 000 vermindert.

Eine merkliche Entlastung erfuhr im Zufammen- Hang mit den Begierungsmahnahmen trotz der Reifezeit auch der Arbeitsmarkt der Hausgehilfin- nen in fast allen Bezirken.

bandes des nationalen Diehhandels Deutschlands), bittet uns durch seinen Vorsitzenden, Herrn Krei­ling-Heuchelheim, um" Veröffentlichung fol­gender Zuschrift:

Seit dem 21. April d. I. stellt der deutsche Vieh­handel unter nationalsozialistischer Führung. Aus der Erkenntnis der großen Ziele der nationalen Revolution hat sich der deutsche Viehhandel im Reichsverband des nationalen Viehhandel Deutsch­lands zusammengeschlossen, um im Sinne der Re­gierung an dem Wiederaufbau der deutschen Wirt­schaft tatkräftig mitzuwirken. Etwa 30 000 deutsche Volksgenossen, ihre Familien und Angestellten usw. finden im Viehhandel ihren Broterwerb. Wie kaum ein anderer Berufsstand setzt der handel mit leben­dem Vieh ganz besondere Sachkenntnis voraus, die in den meisten Viehhändlerfamilien von den Vä­tern und Großvätern der jüngeren Generation ver­erbt und in vielen Jahrzehnten der Arbeit erwor­ben wurde. Als Verwerter eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte, war sich der Vieh- Händler seiner volkswirtschaftlichen großen Aufgabe auch stets bewußt und hat sein höchstes Ziel im­mer darin gesehen, dem deutschen Landwirt nicht nur Lieferant und Abnehmer, sondern auch Ge­schäftsfreund und treuer Berater zu sein. Die engsten Beziehungen binden deshalb die Landwirtschaft mit dem Viehhandel. Der beste Beweis dafür dürfte es sein, daß der deutsche Viehhandel mit der Land­wirtschaft zusammen arm geworden ist. Diese Tat­sache widerlegt auch die häufig ausgestellte Behaup­tung, daß der Viehhändler lediglich der Nutznießer der Landwirtschaft ist. Im Gegenteil, der Viehhan­del ist auf Gedeih und Verderb mit der deutschen Landwirtschaft verbunden. Wie oft mußte sich der Viehhändler in den letzten Jahren des wirtschaft­lichen Niederganges schämen, dem Landwirt keine besseren Preise für seine Produkte bieten zu kön­nen. Er selbst konnte kaum das Lebensnotwendige verdienen, weil der geringe Bedarf der Konsumen­ten und die Steuern und Lasten eine Unterbringung der landwirtschaftlichen Produktion nur zu niedrig­sten Preisen ermöglichten.

Wenn der Viehhändler heute trotz aller Verluste der letzten Jahre an seinem Berufe festhält, so ge­schieht dies aus der jahrhundertelangen Verbunden­heit mit der deutschen Landwirtschaft und aus der

Liebe zum deutschen Bauern und zum eigenen Be­rufe.

Wenn sich daher der Landwirt die Frage vor­legt, wie er sein Vieh am besten verwerten kann, so wird er aus dieser engen Verbundenheit zwischen Landwirtschaft und Viehhandel heraus nicht umhin können, in erster Linie an seinen Viehhändler als Abnehmer für sein Vieh zu denken. Wie kein an­derer ist der Händler in der Lage, die Kanäle des Absatzes aufzufinden und die zweckmäßigste Ver­wertung der Tiere durchzuführen. Es ist nicht gleich­gültig, wo der Händler die Tiere zum Verkauf stellt. Es setzt eine langjährige Erfahrung voraus, um richtig beurteilen zu können, welche Märkte für die einzelnen Qualitäten die geeigneten sind. Jedes Tier ist hinsichtlich Güte und Beschaffenheit anders. Gerade deshalb kommt es darauf an, sowohl beim Nutz- und Zuchtvieh-, als auch beim Schlachtvieh­handel durch besondere Sach- und Fachkenntnisse im Interesse' des Landwirtes die bestmöglichen Preise zu erzielen.

Der deutsche Viehllandel ist sich seiner großen volkswirtschaftlichen Aufgabe bewußt. Er fühlt sich als wichtiges Glied des deutschen Mittelstandes und hofft daher, durch immer engere Beziehungen mit dem deutschen Bauern wieder zu einer gesunden Existenzgrundlage zu gelangen.

Frankfurt freundlich.

Frankfurt a. M., 8. Juli. Auch die heutige Samstagbörse zeigte wieder etwas mehr Belebung und im Allgemeinen etwas höhere Kurse. Als wich­tigster Grund ist die Rede des Reichskanzlers zu nennen, die kleinere Kaufaufträge auch beim Publi­kum auslöste. Auch das weitere Sinken der Ar- bejtslosenziffer unterstützte die freundliche Stimmung und schließlich trug die feste Lage der Mark im Ausland zu der günstigen Entwicklung bei. An den Aktienmärkten betrugen die anfänglichen Gewinne meist bis 1 o. H. So eröffneten JG.-Farben 0,50 v. $)., Deutsche Erdöl 0,75 v. H. und Buderus 1 v. H. höher. AG. für Verkehrswesen profitierte 1,50 v. H. Reichsbank 2 v. H. Lediglich Daimler lagen knapp behauptet.

Nach den ersten Kursen wies das Niveau am Ef­fektenmarkt überwiegend eine kleine weitere Er­höhung auf. Neu kamen Leonhard Tietz mit plus 1,50 o. H. auf die Erklärung zur Notiz, daß vorerst keine Maßnahmen geplant seien, um die Warenhäu­ser zum Erliegen zu bringen. Kaliwerte und Elek­trische Lieferungsgesellschaft erschienen gegen gestern

unverändert. Laymeyer gaben 0,75 v. H. und Zell­stoff Waldhof 1 v. H. nach. Renten blieben im gro­ßen und ganzen auf dem Anfangskurs bestehen. Alt­besitz waren gegen gestern abend unverändert. Ge­sucht waren Schuldbuchforderungen früherer Fällig­keiten. Ausländer waren etwas abgeschwächt, 4pro= zentige innere Mexikaner um 0.40 v. H., Schweizer Bundesbahnen-Obligationen waren mit Minus-Zei­chen angeschrieben. Am Pfandbriefmarkt war nur kleine Nachfrage.

Im Verlaufe zeigten sich neue Besserungen. IG. Farben gingen auf 129,50 v. H., Bekula auf 105,25 v. H., Chade-Aktien litten unter der Abgabe- ncigung für Auslandspapiere. Von Industrie-Obli­gationen gaben Reichsbahnvorzugsaktien um 0,13 v. H. nach. JG.-Farben-Bonds notierten 119,50. Von Stadtanleihen erschienen Baden-Baden von 1924 und 1926 mit Plus-Zeichen. Liquidationspfandbriefe waren gefragt und die der Frankfurter Hypotheken­banken um 2 v. H. fester. Goldpfandbriefe und Kom- rnunalobligationen blieben meist unverändert. Späte Reichsschuldbuchforderungen wurden um weitere 0,50 v. H. höher gehandelt. Tagesgerv war mit 3,50 no­tiert.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus: Sonntag, 9. Juli: Der Graf von Luxemburg: Anfang 19.30 Ahr. 10.: Geschlos­sen. 11.: Der fliegende Holländer: Anfang 20 Ahr. 12.: Der Vetter aus Dingsda: Anfang 20 Ahr. 13.: Die Boheme: Anfang 20 Ahr. 14.: Der Graf von Luxemburg: Anfang 19.30 Ahr. 15.: Caval­leria rusticana, Der Bajazzo: Anfang 20 Ahr. 16.: Der Vetter aus Dingsda: Anfang 20 Ahr. 17.: Madame Butterfly: Anfang 20 Ahr.

Schauspielhaus: 9. 3uli: Ramerberg: Ge­schichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand (Argötz): Anfang 20.15 Ahr: im Schauspielhaus: Der Meisterboxer: Anfang 20 Ahr. 10.: Schlageter: Anfang 20 Ahr. 11.: Römer­berg: Egmont, Anfang 20.15 Ahr: im Schauspiel­haus: Der Meisterboxer: Anfang 20 Ahr. 12.: Schlageter: Anfang 20 Ahr. 13.: Römerberg: Ge­schichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand (Argötz), Anfang 20.15 Ahr: im Schauspielhaus: Der Meisterboxer: Anfang 20 Ahr. 14.: Schlageter: Anfang 20 Ahr. 15.: Römer­berg: Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand (Argötz), Anfang 20.15 Ahr. im Schauspielhaus: Der Meisterboxer: Anfang 20

Viehhandel und Landwirtschaft.

Der Oberhessische Viehhändlerver- ein e. V., Sitz Gießen (Gau 4 des Reichsver­

'Unter der £ftrens<ftirmfterrs<ftaft des Herrn Hess. Mlimister Präsidenten (frof. Sir. Werner

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Samstag, den 8., und Sonntag, den 9. Juli 1933:

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Eintrittspreise: Terrasse für beide Tage Mk. 2,00,

zuzüglich 10 Pfennig Olympia-Abgabe-, Bleiche: für beide Tage 50 Pfennig, für Samstag 25 Pfennig.

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Die nächsten Viehmärkte in Gießen fin­den statt: Dienstag, den 11. Juli 1933, Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt. Auftriebs­zeit von 614 bis 7% Uhr vormittags. Mittwoch, den 12. Juli 1933, Schweine­markt. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vor­mittags. 4414C

Auf dem Rindoiehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul, und Klauenseuche schutz­geimpft.

Gießen, den 8. Juli 1933.

Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Seib.

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Die Ausschreibung erfolgt auf Grrrnd der Neichsverdingungsordnung.

Zur Einreichung find nur Firmen mit örtlichem Sitz zugelassen.

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Gießen, den 8. Fun 1933.

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Stadt. Elektrizitätswerke Gießen Stolte. 4448 D

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