Ausgabe 
7.9.1933 Erstes Blatt
 
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Donnerstag, 7. September 1935

183. Jahrgang

Nr. 2s 9 Erstes Blatt

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Amenla greist in die kubanischen Mmn ein.

Marineminister Swanson mit amerikanischen Kriegsschiffen nach Havanna

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Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20", mehr.

Chefredakteur.

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr H.Tkyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich in Bietzen.

HerrioiS Beförderung wird dementiert.

Paris, 7. Sept. (WTB. - Funtspruch.) Die ge­stern von einer Nachrichtenagentur verbreitete Mel­dung, daß Edouard Herriot zum Ehren­obersten der Roten Armee ernannt worden sei, wird hier als irreführend bezeich­net.

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Helden von Langemarck, so schloß der

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harter Erkenntnis des Lebens durch

Hände Arbeit und durch Willen unserem Volke ein

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April 1925 unter dem TitelTwenty-five years, 18911916" erschienen. In einem Vorwort zu der 1928 erschienen neuen Ausgabe dieses Buches sprach er sich nachdrücklich gegen den Artikel des Versailler Vertrages aus, durch den Deutschland gezwungen wurde, seine Kriegsschuld anzuerken-

6r|d>eini lägltch, autz« Lonniags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Bietzener Familienblätlet Heimat >m Bild Die Scholle

Monat; Bezugspreis.

MU 4Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1-80 Zustellgebühr . . --25

Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Hernsprechanfchlüsse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Sieben, poftschecktonto:

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Oer Stahlhelm - Studentenring weiht den Helden von Langemarck in Raumburg ein Denkmal.

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Amerikaner müffen flüchten.

Neues Aufflackern der Aufstandsbcwegung

Washington, 7. Sept. (WTB. -.Funkspruch.) Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Ha­vanna, Welles, hat seiner Regierung mitgeteilt, daß sich die Lage in Südkuba verschlimmert hat. Zwei Amerikaner, Leiter von Zuckerraffinie- rien, haben sich an Bord eines englischen Frachtschiffes flüchten müssen. Ihre Fa- briken wurden von den Aufständischen beschlag­nahmt. Ein Sergeant hat den Oberbefehl über Ostkuba übernommen. Aufständische versuchten, sich der Person des Leiters einer amerikanischen Ge­sellschaft in Havanna zu bemächtigen. Es gelang dem Verfolgten, im Hafen von Havanna s i ch a n Bord eines Dampfers zu flüchten. In Santa Clara gelang es dem Leiter der Hunter Hicks Company, an Bord eines britischen Fracht­dampfers Zuflucht zu suchen. Die revolutionäre Junta hot eine Proklamation veröffentlicht, in der sie der Bevölkerung verspricht, daß nunmehr Ruhe und Ordnung wieder einkehren und die an den Aufständen beteiligten Truppenteile wieder dem Kommando ihrer ordentlichen Befehlshaber unterstellt würden.

nen. Der Wahlfeldzug des Jahres 1929 fand ihn wieder auf dem Posten im liberalen Lager, nach- sci-

Der wichtigste Posten in den Rechnungen der dem Weltkriege zustrebenden englischen Partei war anisieruna des englisch- Verhältnisses. Im Krimkriege

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nen Drivatinteressen, in deren Vordergrund Angelsport steht, gelebt hatte. Seitdem ist politischen Leben kaum noch heroorgetreten.

Oie Beisetzung Bischof Schreibers.

Berlin, 6. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Der erste Bischof von Berlin, Dr. Christian Schreiber, wurde heute vormittag unter großer Teilnahme der Berliner Katholiken zu Grabe getragen. Die Trauer­prozession sammelte sich an der St. Hcdwigskathe- drale und zog nach den Linden. Kapitularoikor Dr. Steinmann hielk, während der Trauerzug an der Kurie oorbeidefilierte und die Fahnen sich zum letzten Gruße senkten, die Exequien ab. Gegen 9.15 Uhr wurde der schlichte Sarg, der mit der Mitra geschmückt war, durch das Hauptportal aus dem bischöflichen Ordinariat hinausgetragen, nachdem sich der apostolische Nuntius O r s e n i g o , Kardi­nalfürsterzbischof Dr. Bertram von Breslau, Erzbischof Dr. Gröber (Freiburg i. Br.), Bischof Staatsrat Berning von Osnabrück, die Bischöfe von Meißen, Frauenburg (Ostpreußen), Limburg und Würzburg in das Trauergesolge eingefügt

können heute sagen, daß die Opfer nicht umsonst gewesen sind. Unter der Führung Hindenburgs und Hitlers ist die gesamte Nation aus den Gräben wieder aufgestiegen und zum Vormarsch angetreten. Das soll kein Marsch sein in den Krieg der Waffen, sondern ein Aufbruch der ganzen Nation aus den Schlamm­trichtern der Nachkriegszeit, aus den Fesseln und Drahtverhauen roter Systeme, hin zu einer Zeit, da wir mit Begeisterung, Opfersreudigkeit, Tapfer­keit und Vaterlandsliebe und wiederum mit neu

müssen, als er die entente cordiale mit Frankreich zuwege brachte. Dazu kam freilich in dem anderen Falle eine neue Schwierigkeit. Grey hatte als Erb­schaft Lansdownes ein englisch-japanisches Bündnis übernommen, und Japan hatte mit Rußland eben erst, als Grey Minister wurde, einen Krieg geführt.

Aber das Wunder geschah. Mit englischer Ver­mittlung verständigten sich Rußland und Japan, und König Eduard konnte zusammen mit Grey am 9. Juni 1908 zu Reval demSelbstherrscher" die Hand bieten. Auch Japan blieb an Englands Seite, so heftig auch Grey Parteigenossen in ihrer Oppo­sitionszeit gegen die politische Freundschaft mit den Gelben" Stellung genommen hatten.

Alle Hoffnungen, die da und dort an den eng­lischen Thronwechsel am 6. Mai 1910 geknüpft wer­den mochten, blieben unerfüllt. England trieb unter Grey unaufhattsam dem Krieg mit Deutschland entgegen. Der Einmarsch der Franzosen in Fez und Deutschlands Antwort darauf, derPanther"- sprung von Agadir, ergaben die zweite Ma­ro k k o - K r i s 'i s , in der Großbritannien noch herausfordernder als in der ersten an Frankreichs Seite trat. Das Säbelrasseln begann. Sogar eng­lische Kabinettsmitqlieder von vorgeschritten libera­ler Denkart schlossen sich an. Daß der Friede noch erhalten blieb, war nicht das Verdienst eines Eng­länders. Als mit den Tripolis- und Balkankriegen das Verhängnis sich immer drohender gegen den gesamteuropäischen Ruhezustand heranwälzte, schien zwar noch einige Male eine Friedenshand über die Nordsee herübergestreckt zu werden. Bei Hal- danes Mission mochte man wenigstens noch an einen guten Willen glauben, ChurchillsWelt­feierjahr" ausgerechnet das Jahr 1915 sollte die Ehre genießen! tarn aber nicht über den Ein-

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Naumburg, 6. Sept. (WTB.) In Naumburg wurde am Mittwoch unter großer Beteiligung der Bevölkerung das e r st e Denkmal für die bei Langemarck nach kaum siebenwöchiger Aus­bildungszeit mit dem Deutschlandlied aus den Lip­pen in den Heldentod gegangenen Studenten in feierlicher Weise enthüllt. Das Mal hat die Form eines Maschinengewehrbunkers, wie sie in die Erde Flanderns eingebaut wurden, und ist in wochenlangem freiwilligen Arbeitsdienst und aus eigener Kraft des Stahlhelm-Studenten- Ringes errichtet worden. Aus allen Teilen Deutschlands sind die Angehörigen des Stahlhelm- Studenten-Ringes Langemarck nach Naumburg ge­kommen. Von Ministerpräsident Göring, vom preußischen Kultusminister Rust und Reichswehr­minister von Blomberg sind Begrüßungstele­gramme eingegangen. Ministerpräsident Göring telegraphierte:Der in Naumburg versammelten Studentenschaft bitte ich anläßlich der heutigen Weihe des Langemarck-Ehrenmals meine Grüße und besten Wünsche für einen würdigen Verlauf der Gedächtnisfeier zu übermitteln. Ich bin i n treuem Gedenken an unsere junge Helden unter ihnen und davon überzeugt, daß auch die jetzige Generation unserer Studentenschaft tets Deutschland über alles stellen wird." Kultusminister Rust telegraphierte:Am heutigen Tage gedenken wir der Langemarck-Kämpfer i n Ehrfurcht und Treue".

Gegen 18 Uhr trafen der Kronprinz und der Reichsarbeitsminister, Stahlhelmbundesführer Seldte, von der Bevölkerung stürmisch umjubelt, ein. Sie begaben sich ins Rathaus, wo ein Emp- ang der Ehrengäste stattfand. Stahlhelmbundes- ührer Seldte betonte in einer Ansprache, daß die Stadt Naumburg für den Studentenring Lange­marck und für alle Frontkämpfer ein Wall- a h r t s o r t geworden sei. Ihm, dem Minister, sei in Nürnberg die Gewißheit geworden, daß die Be­wegung des Nationalsozialismus und des Stahl­helms zusammengewachsen und eins geworden seien. Es gebe nur noch eine natio­nale Bewegung in Deutschland. Im Anschluß an die Feier begäben sich die Ehrengäste in den im Hellen Lichterglanz erstrahlenden Dom zu einer Gedächtnisfeier. Danach erfolgte der Ab­marsch zum Ehrenmal, wo sich die Weihe zu einer überaus eindrucksvollen Feierstunde gestaltete. Sternenübersäter Nachthimmel wölbt sich über den in Helles Scheinwerferlicht getauchten, von zwei hohen Holzkreuzen flankierten Bunker, der als ein­zige Inschrift das schicksalsschwere Wort Lange­marck trägt. Unter andächtigem Schweigen der Menge spricht ein Vertreter des Stahlhelm-Stu­dentenringes Langemarck von den Kämpfen in Flandern. Die Weiherede hielt

Reichsarbeitsminister Seldte.

Er erinnerte an die Errichtung des Studenten- males am Bergfried der Wachenburg vor 25 Jah­ren. Heute schreiben wir, so führte er aus, an die­sem Betonbunker das Wort Langemarck, das Wort, das symbolisch geworden ist für Gei st und Haltung des gesamten Kriegs­studentengeschlechts von 1914 bis 1918. Immer wieder das Wort Langemarck wie eine ein­same Fackel am nächtlichen Himmel stehen und für die alten und jungen Kameraden eine unge­heure Mahnung sein, ein tiefer Begriff des Dankes und ein ewiger Begriff des ver­pflichtenden Beispiels. Heute in diesem Jahre der nationalen Erhebung ist das Wort Langemarck nicht mehr nur ein Wort der Erinne­rung, sondern ein lebendig gewordener Begriff. Wir

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hatte man dem Zarenreiche als Feind gegenüber» gestanden und ein neues Menschenalter hindurch in Erwartung eines zweiten englisch-russischen Krieges über mittelasiatische Fragen gelebt. Andererseits ließ sich das französisch-russische Bündnis als Sprungbrett einer Verständigung gebrauchen. Auch Lansdowne hatte ja alte Gegensätze überwinden

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druck eines herzlich schlecht arrangierten Theater- Feuerwerks hinaus.

Sollte es eine Demonstration gegen die Erinne­rungen des Berliner Kongresses sein, daß Grey die Kleinen vom Balkan 1913 ihr Friedenswerk mit dem bei diesen Herrsckaften bräuchlichen Gepolter in London zusammenschustern ließ? Jedenfalls setzte Grey ihnen mit angebrachter Energie den Stuhl vor die Tür und drückte ihnen förmlich die Feder zur Unterzeichnung der Schluhartikel in die Hand. Das war am 30. Mai. Was danach kam, wissen wir alle: der Weltkrieg.

Im Sinne der bisherigen englischen Politik war es nur folgerichtig, daß Grey den Entschluß fand, feinem Lande die Teilnahme am Krieg zu empfeh­len. Dies wird ihm von der großen Mehrheit der Engländer heute noch als unvergängliches Ver­dienst angerechnet. Der (Eintritt der Türkei und schließlich auch Bulgariens in den Krieg an der Seite der Zentralmächte erschütterte jedoch seine Stellung so, daß er im Jahre 1916 zurücktrat. Em schweres Augenleiden gab den äußeren Anlaß. Gleichzeitig wurde er als Viscount Grey of Fallo- don in den Peerstand erhoben.

Nachdem sich sein Augenleiden wieder gebessert hatte, ging er Ende 1919 als Sondergesand­ter nach Washingto n. Jedoch kam er zu dem Präsidenten Wilson nicht in entsprechende Beziehun­gen und kehrte 1920 wieder zurück. Er übernahm dann das Amt des Führers der Liberalen im Oberhaus, wo er sich aber immer weni­ger sehen ließ, bis er im Sommer 1924 auch von diesem Posten zurücktrat und sich auf seine Besitzungen in Northumberland zurückzog. Dort schrieb er feine (Erinnerungen, die im

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1. Wie mit Bundesbesehl bekanntgegeben, findet die Reichsführertagung auf Wunsch des Führers am 2 3. und 24. September in Hannover statt. Auch der Stabschef Röhm hat fein Er- scheinen zugesagt.

2. Es nehmen daran teil:

a) alle Führer der Bundesorgan isa- t i o n bis zum selbständigen Kameradschaftsführer einschließlich mit ihren Stäben,

b) die Führer d e s W e h r st a h l h e l m s bis zum Gruppenführer herab,

c) alle Fahnen d e s Bundes mit je einem Tröger und zwei Begleitern.

lieber den voraussichtlichen Tagungsverlauf selbst entnehmen wir der Stahlhelmzeitung folgende Ein­zelheiten: Die Tagung beginnt am Samstag, den 23. September, vormittags, mit einem Presse- empfang. Der frühe Nachmittag bringt die eigentliche Führertagung. Diese findet in der Stadthalle und für die dort nicht unterzubnn- aenben Teilnehmer als Paralleloeranstaltung mit Lautsprecherübertraaung im Stadion statt. Im Anschluß daran erfolgt Befehlsausgabe an die Stahlhelmführer durch den Bundesführer. Am Abend des ersten Tages ist ein feierltojer Empfang der Ehrengäste im Neuen Rathaus der Stadt Hannover vorgesehen. Aus dem Rathausoorplatz wird ein großer Zapfen- st r e i ch, ausgeführt von sechs Mufikkorps, den Tag beschließen. Der Sonntag bringt einen Aus- marsch der Fahnen mit Begleitern und der gesamten Führerschaft des Bundes auf den Mafchwiefen, der zu einem feierlich-repräsentativen Akt des Treugelöbnisses für den national- sozialistischen Staat und seinen Führer Adolf Hitler gestaltet werden soll. Mit einem Vor­beimarsch der aufmarschierten Stahlhelmior- mationen wird die Reichsführertagung am Nach-

I mittag zu Ende gehen.

Edward Grey t.

lieber Sir Edward Grey, der heute früh als Lord Grey of Fallodon nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren gestorben ist, wurde schon viel geschrieben und gestritten, lange bevor er durch seine Haltung im Jahre 1914 in aller Welt von sich sprechen machte. Schon Jahre vorher bedeutete er in der Rechnung der europäischen Politik einen Posten für sich, eine Ziffer zwar, über deren Konstanz selbst die große Politik nicht klar sah. Jedenfalls hat er es verstanden, den Lauf der europäischen Politik stark, ja ost verhängnisvoll zu beeinflussen.

Die Greys gelten von altersher, wie etwa auch die Rüssels, als whiggistisch. Bei dem Familien­glied indessen, das seit Anfang 1906 die auswärtige Politik Großbritanniens als Minister geleitet hat, dem am 25. April 1862 geborenen Sir Edward, mag man zweifelhaft sein, ob er cs ganz ehrlich gemeint hat, als er bei der Spaltung der alten Partei aus der Stuart,jeit (1886) nicht mit dem größeren Teil ihres Anhanges von adliger Art Unionist" wurde, sondern im Verbände derLibe­ralen" blieb. Möglich, daß für feine Anschauungen über innere Politik, zumal die irische Frage, die persönlichen Beziehungen ausschlaggebend gewesen sind, die er als Sekretär des Schatzkanzlers Child- res mit dessen gladstonescher Parteiyenossenschast angeknüpft hatte. Vorher hatte er freilich, unmittel­bar nach seinen Jugendstudien in Oxford und Win­chester, einen gleichen Posten bei Lord Cramer innegehabt, der innerpolitifd) im anderen Lager stand. Aber feine amtliche Auslandspolitik hat Grey nicht wesentlich verschieden von seinem unionifti» schen Amtsoorgänger Lansdowne gestaltet, so daß man zweifeln möchte, ob er sich nicht als Liberalen ausgab, um in einem liberalen Kabinett u n i o n i st i s ch e Politik machen zu können.

Oder war es ein unmittelbarer Einfluß des Königs Eduard, der ihm die Hand leitete? Denn Eduards Spur war doch auch unverkennbar <n den Amtsjahren Lansdownes, die sich fo merklich von Lord Salisburys ursprünglich deutschfreund­licher Richtung abhoben. Lansdowne hatte bereits mit dem englisch-französischen Vertrage vom 8. April 1904 den ersten Schritt in dieEntente" hineingetan, die seitdem Großbritanniens Handeln auf der Weltbühne Farbe gegeben hat. Seit im Januar 1906 Grey in Campbell Bannermans Mi­nisterium faß er hatte sich für feinen Posten als Auslandsminister in den Jahren 1892/95 als Um terftaatsfetretär Roseberys vorbereitet; Unterhaus- Mitglied war er seit 1885 war er geschäftig be­müht, die enggeknüpfte Freundschaft mit Frankreich und den Riß in dem jahrzehntelangen guten Ver­hältnis zum Deutschen Reich zu vertiefen.

Erst mit Greys Amtsantritt gestaltete sich die Freundschaft mit Frankreich, die allein das letzte Unionisten-Kabinett gepflegt hatte, zu demEin- kreisungsgedanke n", der im zweiten Jahr­fünft des neuen Jahrhunderts fo viel erörtert wurde. Man weiß, wie emsig sich König Eduard persönlich um dessen Verwirklichung bemüht hat. Aber Grey ging ihm bei der Ausgestaltung der Verträge, zu Denen sich jene Bestrebungen schließlich verdichteten, eifrigst zur Hand und verriet während seiner Amtsführung nicht das geringste van jener Friedwilligkeit, die feine Partei zur Schau getra­gen hatte, solange sieSeiner Majestät ollerge- treueste Opposition" darstellte.

hatten. Hinter dem Sarge schritten die Angehöri­gen des toten Bischofs, die Ritter des Malthefer- ordens, die Reichsminister Eltz von Rübenach und G ü r t n e r, Minister R u st und Staatsfetre- tär © r a u e r t. Unter den Klängen eines Trauer­marsches wurde der Sarg von acht Kaplänen in die Kathedrale getragen. Die lithurgischen Gesänge des feierlichen Requiems und die Trauerrede des Ka- pitularvikars Dr. Steinmann wurden aus der Kathedrale durch Lautsprecher auf den Platz über­tragen. Kardinalfürsterzbischof Dr. Bertram ze­lebrierte das Requiem. An den Trauerfeierlichkeiten nahm als Repräsentant der Evangelischen Kirche Landesbischaf Müller teil.

Nach dem feierlichen Pontifikalamt und dem Re­quiem wurde der Verstorbene von Kardinalfürsterz­bischof Dr. Bertram eingefegnet, worauf der . Sarg inbie ©ruftbesSt. Hebwiaboms getragen würbe. Hier würbe er im Beisein bes Kardinals, ber Bischöfe und ber näheren Ange­hörigen neben bem Weihbischof Deitmer bei- gesetzt. Ein Teil ber Kränze, unter ihnen ber bes Papstes, bes Reichspräfibenten und der preußischen Regierung wurden am Sarge niedergelegt. Das Salve Regina, gesungen vom gesamten Orden- und Weltklerus, beschloß die Trauerfeierlichkeiten.

MetzenerAMM

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steinörudercl K Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7.

Minister, denn wir haben ihre Fahnen unentwegt weiter getragen und haben sie mit dem Sieges­zeichen Adolf Hitlers heute wieder in Eh­ren hochziehen können.

Nach der Weiherede wurde das Denkmal in volles Scheinwerferlicht getaucht und in die Obhut der Stadt Naumburg geaeben. Nach Seldte legte auch der Kronprinz einen Kranz nieder. Nach Mitternacht folgte auf dem Naumburger Marktplatz ein Fackelzug, dem sich der große Zapfenstreich an- fchloß.

Oie Reichsführertagung des Stahlhelm.

Berlin, 6. Sept. (TU.) Die neueste Nummer desStahlhelm" veröffentlicht einen Bundes- befehl des Stahlhelmbundesführers Reichsarbeits­minister Franz Seldte über die Ausgestaltung der auf den 23. und 24. September angesetzten Reichsführertagung in Hannover, in dem es heißt:

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Washington, 6. Sept. (WTB.) Präsident Roosevelt hat den Marineminister S w a n s v n an­gewiesen, sich an Bard des KreuzersIn­dianapolis" sofort nach Havanna zu be­geben. Roosevelt konferierte mit Swanson und an­deren Persönlichkeiten von der Kriegsmarine. Swan­son erklärte, er habe keine speziellen Anordnungen für seine Mission erhalten. Sein Besuch auf Kuba würde nur kurz fein, es fei denn, daß die Lage sich verschlimmere. Sechs bis acht Kriegs- f d) i f f e werden nach den kubanischen Gewässern am 7. September abgehen. Roosevelt hat befohlen, daß 1 5 0 0 amerikanische Marinetrup- pen als Exepeditions korps zusammenge­zogen werden und sich bereit halten sollen, um, wenn nötig, nach Kuba abgehen zu können. Der Präsident soll indessen geäußert haben, daß die Notwendigkeit einer jeden Intervention weg­fallen würde, sobald das kubanische Volk s e l b ft eine Regierung gewählt habe, die im­stande fei, die Ordnung aufrecht zu er­halten. Nach Berichten aus Havanna hat die revolutionäre Junta erklärt, sie widersetze sich jeder Intervention der Vereinigten Staa­ten. Im übrigen habe sie beschlossen, die sogenannte Platt-Klausel" des Verfassungsentwurfes zu be­seitigen, wonach die Vereinigten Staaten berechtigt seien, sich für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung auf Kuba einzufetzen.

I Berlin -

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