Nachdruck verboten!
3. Fortsetzung.
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Heuchelheim, Watzenborn, Groh-Karben, den 6. August 1933.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 8. August, nachmittags um
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Kreis Lchotten.
Es finden folgende Beratungsstunden für Lungenkranke statt:
1. Für den Bezirk Gedern:
Mittwoch, den 9. August 1933, vormittags von 10% bis 12 Ahr im fireisbezicks- krankenhaus in Gedern.
2. Für den Bezirk Laubach:
Dienstag, den 15. August 1933, vormittags von 10 bis 12 Uhr, im Rathaus zu Laubach.
3. Für den Bezirk Ulrichstein.-
Dienstag, den 15. August 1933, nachmittags von 2 bis 3 Uhr, im Gemeinderatszimmer des Schulhouses in Ulrichstein.
4. Jür den Bezirk Schotten.-
Mittwoch, den 23. August 1933, vormittags von 10^2 bis 12 Uhr, im Städtischen Krankenhaus in Scholten.
Die Bürgermeistereien wollen den Termin der für ihre Gemeinde in Betracht kommeyden Beratungsstunde drei Tage vorher ortsüblich bekanntgeben und die ihnen bekannten Lungenkranken noch besonders darauf Hinweisen.
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findet in althergebrachter Form statt am Montag, dem 14. August l. 3.: Pferde-,
Bullen-, Rindvieh- und firämermarkt;
Dienstag, dem 15. August l. 3.: Rindvieh-, Schweine-, Ziegen- und Krämermarkt;
Mittwoch, dem 16. August L 3.: Krämermarkt, Volksfest.
Der Auftrieb findet am 14. August l. I., von vormittags 6% bis 8 Uhr, und am Dienstag, dem 15. August, von vormittags 7 bis 8 Uhr statt. 4983D
Der Auftrieb aus verseuchten, Beobach- tungs- und gefährdeten Gebieten ist verboten. Ursprungszeugnisse sind vorzulegen.
Hessische Bürgermeisterei Schotten.
Sie hob den Deckel und schlug einige Töne an, die beinahe erschreckend in die Stille des Zimmers fielen.
„Nicht, Magussi, ich kann keinen Ton hören, ich bitte dich!" sagte die Kommerzienrätin nervös.
„Verzeih, Mama!"
Gehorsam klappte Magussi den Klavierdeckel wieder zu. Das Verbot war ihr wohl ganz lieb; denn im Grunde stand ihr der Sinn auch nicht nach Musik; sie wollte sich nur etwas zu tun machen und Unbefangenheit zeigen!
„Ah, noch eins, Magussi: wundere dich nicht, ein anderes Stubenmädchen zu sehen! Papa hat Berta kurzerhand entlassen, natürlich mit entsprechender Entschädigung, — es wurde ihr sehr schwer, zu gehen. Mir tat das Mädchen leid; sie war sehr geschickt und gewandt, und unserem Hause wird sie fehlen!"
„Warum?" t ...
Die Blicke von Mutter und Tochter kreuzten sich. „Kannst du es dir nicht denken?"
lieber Magussies Ges.cht flog eine leichte Röte.
,Darum?" Sie verzog den Mund zu einem bitteren Lächeln, — „da siehst du Papas Ungerechtig- feit — denn anders kann ich diese Handlungsweise nicht bezeichnen — die unschuldige Berta büßen zu lassen —"
Man hörte einen Kraftwagen vorsahren.
„Der Papa!" .
Die Kommerzienrätin legte die Arbeit aus der Hand, um dem Gatten entgegenzugehea-.
Magussi blieb wie angewurzelt stehen; es war ihr unmöglich, auch nur einen Schritt zu tun! Beängstigend klopfte ihr das Herz, als sie des Vaters herrische Stimme im Eßzimmer hörte.
Das neue Stubenmädchen bat zum Essen. Magussi reckte schon im voraus kampfbereit ihre schlanke ■ Gestalt, holte tief Atem und ging dann ins Eßzimmer, mit leiser Stimme den Vater begrüßend. Kurz war sein Gegengruß; er reichte ihr nicht die Hand, sprach auch kein weiteres Wort mit ihr.
Man setzte sich zu Tisch. Während das Mädchen die Kalbsschnitzel und das gemischte Gemüse darreichte, unterhielt sich der Kommerzienrat mit seiner Gattin über gleichgültige Dinge, wobei geschickt vermieden wurde, Magussi mit einzubeziehen. Das Verhalten des Vaters steifte ihren Trotz; er tat ja gerade, als sei sie eine Schuldbeladene!
Erschreckend blaß wurde Magussi, und wie im Schwindel schloß sie die Augen. Dann aber faßte sie sich merkwürdig schnell.
„Das alles ist schon fest bestimmt?" fragte sie, den Vater mit seltsamem Blick ansehend.
„Ja, unwiderruflich! Und in sechs Wochen wird die Hochzeit sein. Ihr bekommt das erste Stockwerk in der Weiserschen Billa; die alten Herrschaften begnügen sich mit den unteren Räumen."
„Und so ohne mich zu fragen, hat man das alles schon besprochen?"
„Wie du uns ja auch nicht gefragt hattest, als du mit deiner Freundin die Extratour tanztest!" entgegnete der Kommerzienrat mit grimmigem Hohn.
„Das ist doch etwas ganz anderes! Ich bin alt genug, um auch allein mal eine kleine Reise zu machen —"
„— und eine Nacht auszubleiben — gewiß! Aber nicht mit Wissen und Erlaubnis der Eltern und nicht in Herrenbegleitung —!"
Unwillkürlich wurde Magussi glühend rot; wie eine Schuldbewußte stand sie da. Das hatte der Vater erfahren? O diese unvorsichtige Lilo!
Es war ihr gar nicht angenehm gewesen, wie ihnen da mit einem Male der Baron Langen in den Weg gekommen war und sich ihnen angeschlossen hatte! Ein leichtes Unbehagen darüber war sie in der ganzen Zeit nicht losgeworden, und dieser, wie sie meinte, Zufall, setzte sie dem Vater gegenüber so ins Unrecht!
Schmerzlich erstaunt blickte die Mutter auf sie — warum hatte Magussi ihr das verschwiegen?
„Du hast dich und uns schwer bloßgestellt, Magussi! Heute nachmittag hat man mir erzählt, daß man dich, die Konsilius und Baron Langen in einer Weinstube gesehen hat —"
„Allerdings haben wir nach dem Theater noch zu Abend gegessen! Ich sehe nichts Aufregendes darin!
„Nicht? Wenn die Tochter des Kommerzienrats Bunte sich in vorgerückter Abendstunde in Gesellschaft eines bekannten Lebemannes zeigt?" Drohend schwoll seine gleichmäßige Stimme an.
„Ich bin kein Backfisch mehr, und ich war auch nicht allein mit dem Baron!"
„Für mich ändert das an der Tatsache nichts!" Der Kommerzienrat mqchte eine abschließende Bewegung. „Im übrigen will ich nicht mehr auf dein unverzeihliches Handeln zurückkommen, obwohl noch genug dazu zu sagen wäre. Nur: ich verbiete dir jeden weiteren Verkehr mit Frau v. Konsilius; sie ist kein passender Umgang für dich. Du darfst sie nicht mehr besuchen, und unsere Schwelle wird sie schwerlich noch überschreiten. Ich habe ihr bereits in diesem Sinne geschrieben", sagte er mit seinem unheimlichen Lächeln, „meine Zeilen wird sie vorgefunden haben!"
„Vater!" rief Magussi empört; alles an if)t^ zitterte, „und du glaubst nun, daß ich mich so ohne weiteres allen deinen Bestimmungen füge? Meine Freundschaften verbietest du mir, — verlobst mich, ohne daß
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Nach dem Abendessen saß der Kommerzienrat meistens ein bis zwei Stunden im Wohnzimmer bei einen Damen, eine Zigarre rauchend; es war ihm dies die liebste Erholungsstunde des Tages — dann begab er sich wieder in sein Arbeitszimmer, wo er noch allerlei zu schreiben und zu berechnen habe.
Die breitschultrige, stattliche Gestalt des Kommerzienrats war bequem in den braunen Ledersessel zu- rückgelehnt, der an der andern Seite des Arbeitstisches von Frau Maria stand, die wieder mit ihrer Filetarbeit beschäftigt war. Maugussi saß in einiger Entfernung von den Eltern auf dem Divan und las. Die drei boten äußerlich ein Bild ungetrübten Behagens; daß schwere Gedanken sie quälten, konnte ja niemand ahnen! c,
Da sagte der Kommerzienrat plötzlich: „Ich war am Nachmittag nochmals beim Generaldirektor — die Sache ist fertig! Morgen Mittag wird Eduard Weiser seinen Besuch machen, und Sonntag sind die Herrschaften unsere Gäste." .....
Erschreckt blickte die Kommerzienrätin auf. „August!" sagte sie leise. Wie ihr das Herz klopfte! Also doch' Bestimmte der harte Mann in so schwerwiegender Weise über ein ganzes Menschenleben! Sie konnte nicht weiter arbeiten; die Hände sanken ihr in den Schoß!
„Hast du Magussi vorbereitet?" fragte er.
Sie schüttelte den Kopf.
„Ich wollte es dir überlassen!" entgegnete sie leise. Aufmerksam geworden, hob Magussi den Kopf von ihrem Buch. Die Unterhaltung der Eltern war ihr nicht recht verständlich. Es schien sich da um sie zu handeln — um Besuch — Eduard Weiser? — Eine Ahnung stieg beängstigend vor ihr auf. —
Der Kommerzienrat wandte halb den Kops nach ihr:
„Magussi — . .
„Bitte, Papa —." Sie erhob sich und trat einige Schritte zu ihm hin.
Würde er nun sprechen und ihr Vorwürfe machen? Sie wünschte es beinahe; denn sein Schweigen war bedrohlicher als sein Zorn. Ganz genau hatte sie sich überlegt, was sie ihm sagen wollte!
„Ich teile dir mit, daß morgen mittag Eduard Weiser seinen Besuch macht und sich das Jawort von dir holen will, das ich ihm und feinen Eltern heute gegeben habe!" sagte der Kommerzienrat in seiner bereits feftgelegten, befehlsgewohnten Art. Verständnislos stand Magussi da; sie hatte den Vater wohl nicht verstanden —. Denn was hatte er da gesagt —
„Wie bitte —?" stammelte sie; irgend etwas Drohendes, Schweres legte sich ihr auf die Brust, ihr den Atem nehmend.
Kurz wiederholte der Kommerzienrat seine Worte — „ich denke, daß ich nun deutlich genug gesprochen habe! Morgen wirst du die Braut von Eduard Weiser —"
„Nein!" schrie sie da auf.
Drohend flammten die Augen des Vaters über sie hin. — „Wenn ich etwas wünsche und anordne?"
ich vorher gefragt werde, ob der mir bestimmte Gatte mir auch zusagt! Als sei ich eine Ware, über die man nach Belieben verfügt! Ich will aber nicht, Vater —"
Magussi nahm ihren ganzen Mut zusammen, und der Zorn, daß man so über ihr Leben bestimmte und es in ganz andere Bahnen lenken wollte, als sie sich gedacht, gab ihr Kraft, dem Vater entgegenzutreten wie es kaum einer gewagt, — „es war .ehr voreilig von dir, daß du mit Eduard Weiß schon gesprochen; denn ich erkläre dir bestimmt, daß ich seine Braut und Frau nicht werde! Du hättest euch und Weisers die Peinlichkeit meiner Abweisung ersparen können!" ,
Erschrocken sah die Kommerzienrätin auf die Tochter, welch kühne Sprache wagte sie!
Der Kommerzienrat hatte nur ein kleines, mitleidiges Lächeln für Magussi. Ganz andere als dieses zarte, im Grund so weiche Mädchen hatte er schon nach seinem Willen gebogen!
„Ich nehme nichts von dem zurück, was ich einmal bestimmt! Spare dir und mir also jedes weitere Wort! — Es bleibt dabei!" entgegnete er eiskalt.
Magussi warf den Kops zurück, und furchtlos sah sie den Vater an, — „gut, ich will auch nichts mehr sagen als das eine: wenn du meinst, daß du mich zwingen kannst, so werde ich morgen Eduard Weiser sagen, daß ich ihn nicht mag, daß ich ihn verabscheue und gar nicht daran denke, ihn zu heiraten —"
Eine unbestimmte Furcht erwachte in dem Kommerzienrat, daß die erregte Tochter ihre Worte zur Wahrheit werden ließ, daß sie, mehr als leere Drohungen waren! Mit eisernem Griff umspannte er ihren Oberarm, —- „du wagst es, mir zu widersprechen! Hüte dich!"
„Ja, ich wage es, weil ich mein Selbstbestimmungsrecht wahren will! Ich lasse mich nicht verhandeln und mir durch Tyrannei mein Leben verderben! Ich richte es mir ein, wie ich es will und wie es für mein Glück gut ist!" rief sie furchtlos. Merkwürdig ruhig war es in ihr, nun sie mitten in der Entscheidung stand. Und kam es zum Bruch mit dem Vater — sie hatte die Kraft, auf eigenen Füßen zu stehen!
Beschwörend trat die Mutter zu Magufsi, — „liebes Kind, du weißt nicht, was du sprichst, — ich bitte dich um Gotteswillen — schweige!" Sie legte den Arm um die Tochter und drückte sie an sich.
Magussi löste sich aus der Umschlingung und sagte ruhig: „Ich weiß genau, was ich sagte. Ich kann auch nichts davon zurücknehmen."
„Gehorchst du nicht, so hast du die Folgen zu tragen!"
„Ich werde sie tragen, Vater, wenn ich nur meine Freiheit behalte und nicht zu einer mir verhaßten Ehe gezwungen werde."
Der Kommerzienrat war innerlich sehr erregt über der Tochter Widerspruch; äußerlich verriet sich davon nichts in feine falten, überlegenen Ruhe.
(Fortsetzung folgt.)
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Die Beerdigung findet Dienstag, den 8. August, 3y2 Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof statt
Die trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Habicht und 4 Kinder.
Samstagmorgen 11 % Uhr entschlief sanft nach langen schweren Leiden meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter. Tante und Schwägerin
Frau Marie Habicht, geb. Heidt im vollendeten 48. Lebensjahre.


