Ausgabe 
7.7.1933 Erstes Blatt
 
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Generalversammlung zum Zwecke der Gleichschal­tung einbcrufen. Das Vereinslokal war zu diesem Zwecke von Sangesbruder ID. Menz prachtvoll geschmückt worden. A»r Eintritt in die Tages­ordnung wurden vier Sangesbrüdern durch Lleber- rcichung von Ehrennadeln und Ehrenurkunden für 25jährige Sangestätigkcit vom Hessischen Sänger­bund geehrt. Sodann entband der 1. Vorsitzende Bonarius den seitherigen Vorstand von seinen Aemtcrn. Zum Wahlleiter wurde Parteigenosse QI. Schwalb bestimmt. Nachdem dieser kurz auf Sinn und Zweck der Gleichschaltung eingegangen war und die neuen Ziele und die Aufgaben der deutschen Sängerbewegung beleuchtete, wurde zur Führerwahl geschritten. Olls Führer des Ver­eins wurde der seitherige 1. Vorsitzende Karl Do­na r i u s wiedergewählt. Er bestimmte folgende Eangesbrüder zu Vorstandsmitgliedern: 2. Füh­rer: Heinrich Henß, Schriftwart: Olugust Schwalb, Schatzmeister: Karl Engel. Zu Dei- sitzcrn wurden ernannt: Karl Wagner, Wil­helm Harbach. Heinrich Mootz und Heinrich D e l l o f f.

+ Grünberg, 6. Juli. Auf Anregung des Führers des Lahntalsängerbundes, Berufsschulleh­rers Gengnagel, hielten dieser Tage imRap- pen" die Mitglieder der beiden GesangvereineMän- nergesangoerein" undSängerkranz" eine Versamm­lung ab, zu der auch der politische Leiter der NSDAP., Dr. Schnabel, sowie Bürgermeister Dr. M i l d n e r erschienen waren. Die Vorstände beider Vereine hatten bei einer früheren Zusammen­

kunft sich schon grundsätzlich für den Zusammenschluß ausgesprochen. Nach einer eindrucksvollen Ansprache des Versammlungsleiters wurde mit Einstimmigkeit der Zusammenschluß beschlossen und 77 anwesende Sänger verpflichteten sich mit Unterschrift für den neuen Verein, der den NamenM ännerchor Grünberg" führen soll. Es wurde bestimmt, daß die Fahnen beider Vereine (der Männergesangver­ein besteht 99 Jahre und der Sängerkranz kann auf 23 Jahre zurückblicken), bei Feiern gemeinsam mit­zuführen sind, wobei der Fabno des älteren Vereins der Vorrang zustchen soll. Unter der Leitung von Dr. Schnabel fand die Wahl des Führers statt, die auf Vorschlag von Bürgermeister Dr. M i l d - ner mit Einmütigkeit auf Herrn Gengnagel fiel, der die Wahl annahm und seinen Dank für das in ihn gesetzte Vertrauen aussprach, sich aber für die Wahl seiner Mitarbeiter noch einige Tage Bedenk­zeit ausbat. Da jeder Verein seither einen tüchtigen Chorleiter besaß, Herr Leib (Gießen) für den Männergesangverein und Herr K. Nicolai (Gr.- Buseck) für den Sängerkranz, wurde, um unparteiisch zu verfahren, durch Los der neue Chorleiter be­stimmt. Es entschied für Herrn Leib. Der Führer schloß mit einemHoch!" auf Reichskanzler Adolf Hitler, dem die große Einiaungsbewegung in Deutschland gelungen sei, woraus mit dem Gesänge je der ersten Strophe des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes die denkwürdige Versammlung ihr Ende fand.

4- Grünberg, 6. Suli. Dieser Tage fand im Taunus" eine gutbesuchte Versammlung deS

Kampfbundes für den gewerblichen M i t t e l st a n d statt. Vach einleitenden Worten des Leiters der Ortsgruppe, Schneidermeister Stein, verbreitete sich der Kreisleiier des Kampfbundes, Schimmel, Großen-Duseck, in längeren Ausführungen über Zweck und Ziel des Kampfbundes, der den berechtigten Forderungen Des gewerblichen Mittelstandes Geltung ver­schaffen wolle, nachdem die seitherigen Ver­tretungen trotz aufgeblähtem Dcamtenapparat versagt hätten. Weiter berührte er noch die Ausbildung der Handwerker, die Führung des Meistertitels und das Betreiben eines Gewerbes, Submisfionswesen und andere Handwerkerfragen. 3n der Aussprache wurden noch einzelne Fragen beantwortet. Die hiesige Ortsgruppe konnte über 20 Neuanmeldungen verzeichnen.

Kreis Büdingen.

A Nidda, 7. Jluli. Heute feiert Frau Oberst Weimer Witwe, hier, in aller Rüstigkeit ihren 8 0. Geburtstag. Sie hat viele Jahre in Gießen verlebt, wo ihr Gatte seit Beendigung des Krieges von 1870/71 den er als Freiwilliger mit­gemacht hatte, fast 30 Jahre als Offizier beim Llnf.-Reg. Nr. 116 gestanden hat. Der Jubilarin, die von hier gebürtig ist, werden viele herzliche Wünsche entgegengebracht.

Kreis Schotten.

Laubach, 6. Juli. Nach der am 16. Juni vorgenommenen Volkszählung hat unsere Stadt

einschließlich des Polizeikommissariats Laubach 19.39 Einwohner und zwar 885 männliche und 1054 weib­liche. Die Zahl der Haushaltungen beträgt 525. Ge­werbliche Betriebe sind 143 und landwirtschaftliche Betriebe 98 vorhanden.

Kreis Alsseld.

d. Rainrod, 6. Juli. Dieser Tage ereignete sich am Bahnübergang beim Bahnhof Rainrod ein Verkehrsunfall. Ein Motorsahrer M. von Schotten war auf der Heimfahrt von seiner Qli beitsstätte begriffen und fuhr mit dem Rad das vierjährige Töchterchen eines Arbeiters an. Das Kind stürzte zu Boden und verletzte sich am Kopf und am Ellenbogen.

ll. N i e d e r - O h m e n, 6. Juli. In einer Ver­sammlung des Nationalsozialistischen NeichsverbandesderdeutschenKrie g s- opfer wurde hier eine Ortsgruppe dieser Or­ganisation gegründet. Zum 1. Vorsitzenden wurde Polizeidiener Beck gewählt, der den weite­ren Vorstand ernennen wird.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

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Nachstehende Bekanntmachung des Hes-

Een Kreisamts vom 28. Juni 1933 im tsverkündigungsblatt bringen wir hier­mit zur Kenntnis. 4401C

Gießen, den 6. Juli 1933.

Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm.

Bekanntmachung.

Seh-.: Sperrung einer Lahnstrecke.

Auf Grund des Artikels 65 des Gesetzes, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, vom 8. Juli 1911, wird die Lahn auf der Strecke vom Wehr bis zum Felsen am 8. und 9. Juli 1933 in der Zeit von 8 bis 12 und 14 bis 19 Uhr für alle Boote und Personen, die nicht an der Durchführung der in dieser Zeit stattfindenden Rtgatta der Gießener Rudergesellschast 1877 e. V. beteiligt sind, gesperrt.

Zuwiderhandlungen gegen diese polizei­liche Anordnung werden mit Geldstrafe bis zu 90 RM. bestraft.

Gießen, den 28. Juni 1933.

Kreisamt Gießen. I.V.: Schmidt.

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