Revoftmanschlag auf Venizelos.
Der ehemalige Ministerpräsident nnverletzt.
Athen. 7. 3uni. (WTB.-Funkspruch.) Auf den im 70. Lebensjahr stehenden griechischen Staats-
Oie Petition Bernheim erneut vor dem VölkerSundsrat.
mann B e n i 3 e l o 5 wurde gestern in ipäter Abendstunde ein Reoolveranschlag verübt. Als Denizelos mit seiner Gattin im Auto von Kiphisfa nach Athen zurückkchrle, wurde etwa sechs bis sieben Kilometer von Athen entfernt, aus einem Kraftwagen auf das Auto des vormaligen Ministerpräsidenten von mehreren Anbekannten gefeuert. Frau venizelos wurde durch vier Schüsse verletzt, die die Beine trafen und den Wagen durchbohrten. Lin persönlicher Sicherheilsbeamter des Ministerpräsidenten wurde getötet. Der Führer des Wagens wurde schwer verwundet, war aber noch imstande, die Insassen nach Athen zu fahren. Die Verbrecher sind entkommen, venizelos hat nur einige Schnittwunden durch Glassplitter erlitten und ist im übrigen unverletzt.
Die ermäßigleVergnügungsßeuer tritt am 1.3uli in Kraft.
Berlin, 6.3uni. (BDZ. Funkspruch.) Das Reichssinanzministerium hat die kürzlich vom Reichsrat beschlossene Reform der Ber - gnügungssteuer in einer Borlage zusammengestellt und bestimmt, daß die so neu geregelte Bergnügungssteuer am 1. 3 u li d. 3. inKraft treten soll. Bon der Bergnügungssteuer werden künftig auch befreit Beranstaltungen, die v o n den Ländern im öffentlichen 3nteresse unternommen. unterhalten oder wesentlich unterstützt werden, Beranstaltungen, die im 3 n t e r e s s e der Kun st pflege oder Volksbildung als gemeinnützig anerkannt sind- Beranstaltungen, die kirchlichen Zwecken dienen, soweit sie von Organen der Religionsgesellschaften des öffentlichen Rechtes unternommen werden, Veranstaltungen am l.Mai anläßlich des Feiertages der nationalen Arbeit. Die Steuerbegünstigung für künstlerische und volksbildende Filme wird auf kulturell oder staatspolitisch wertvolle Filme ausgedehnt. Dabei ist Voraussetzung, daß derartige Filme weltanschaulich dem G e i st e des neuen deutschen Staates nicht widersprechen.
OerKatholischeGesellentaginMünchen bedinaunaswerse erlaubt. *
München, 6. Juni. (WTB.) Der mit Verfügung der politiscken Polizei vom 2. Juni verbotene Katholische Gcsellentag wurde unter der Bedingung zu gelassen, daß diese Veranstaltung auf den Ausstellungspark und das Dante-Stadion beschränkt bleibt und daß außerhalb des Ausstellungsparks und des Dante-Stadions weder Aufmärsche stattfinden, noch entrollte Fahnen gezeigt werden.
Unzulässige Aktionen gegen Konsumgenossenschaften.
Berlin, 6.3unL (ERB.) Amtlich. Der preußische Ministerpräsident und 3nnenminister Göring hat an sämtliche Polizeibehörden folgenden Runderlah gerichtet: „Die Reichsregierung hat im Zusammenhang mit dem Beschluß, die Bürgschaftsaktionen für Konsumgenossenschaften nicht fortzusetzen kürzlich durch die Presse erklären lassen, daß Maßnahmen gegen den Bestand der Konsumgenossenschaften nicht beabsichtigt seien und daß Einzelaktionen gegen Konsumgenossenschaften, durch die nur die Spargelder zahlreicher Volksgenossen gefährdet würden, mißbilligt werden. Richtsdestoweniger gehen fortgesetzt Beschwerden darüber ein, daß weiterhin, namentlich durch Organe des Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes, Konsumgenossenschaften beseht, die leitenden Per- fönen an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehirck)ert und Verteilungsstellen geschlossen würden. Solche
Genf. 6. 3uni. (WTB. Funkspruch.) DerDöl- kerbundsrat hat sich heute mit dem juristischen Gutachten zur Petition des 3uden Bernheim beschäftigt. Das Gutachten kommt zu dem Schluß, daß die von der deutschen Regierung aufgeworfenen Kompetenzfragen, die sich auf die Befugnis Bernheims, sich im R a m e n der Minderheit an den Völkerbund zu wenden, bezogen, negativ zu entscheiden seien. Der deutsche Vertreter, Gesandter von Keller, erklärte, er sei durch die Beweisführung des 3u- ristenausschusses nicht überzeugt worden und werde sich deshalb bei der Abstimmung über den Bericht der Stimme enthalten. Die Reichsregierung halte sich an die internationalen Berträge und somit auch an die Genfer Konvention gebunden, etwaige Maßnahmen Nachgeordneter Behörden, die mit dem Abkommen nicht in Einklang stehen, würden korrigiert werden. Die Mitglieder des Rates müßten sich, wenn sie sich jetzt auf den Standpunkt des 3uristen-Gutachten stellen, der Tatsache bewußt sein, daß sie sich z u - gunsten eines Grundsatzes von weit- tragender Bedeutung aussprechen. Es ist selbstverständlich, daß in Zukunft bei allen Beschwerden. ganz gleichgültig, gegen wen sie sich richten mögen, nach diesem Grundsatz verfahren wird.
Darauf teilte der Berichterstatter mit, daß er seinen Bericht durch Zitat der deutschen Erklärungen abändern werde. Der abgeänderte Bericht enthält ferner gegenüber der ursprünglichen Fassung gewisse Milderungen. Wie in dem ersten Bericht wird der Erwartung Ausdruck gegeben, daß der deutsche Ratsvertreter dem Berichterstatter zu gegebener Zeit über die von der deutschen Regierung getroffenen Maßnahmen unterrichtet. Rach einer verhältnismäßig
Eingriffe in das Wirtschaftsleben von unbefugter Seite können auf keinen Fall geduldet werden. 3ch ersuche daher die Polizeibehörden, in Zukunft Siebergriffe dieser Art mit aller Schärfe z u unterdrücken und vorkornrnendenfalls die B e st r a f u n g der Schuldigen herbeizuführen."
Oer Deutsche Philologenverband tritt der„OeutschenErziehergemeinschast"bei
Der Deutsche Philologenverband beschloß am 31. Mai auf seinem außerordentlichen Vertreter» tag nach einem Bericht des 1. Borsitzenden, des kommissarischen Magistratsoberschulrats Dohm, und einer längeren Aussprache einstimmig, das Abkommen zu billigen, das zwischen dem Minister S ch e m m und dem Führer des Deutschen Philologenverbandes über den Eintritt in die Deutsche Erziehergemeinschaft abgeschlossen worden ist. 3n diesem Abkommen 'lautet der erste Punkt: „Der Deutsche Philologenverband e. B. tritt als rechtsfähige Körperschaft der .Deutschen Erzieher- aemeinschaft' korporativ bei." — Rach Erledigung der notwendigen Satzungsänderungen und der Kassenfragen trat Oberstuoien-Direktor Lusche h, Stettin, dafür ein, daß der Verband auch innerhalb der großen Deutschen Crziehergemeinschaft seine Arbeit für das Auslandsdeutschtum, für die höhere deutsche Schule fortsehe. Bei der Reuwahl wurde der vom Vorstand vorgeschlagene kommissarische Magistratsoberschulrat Bohm durch Akklamation als 1. Vorsitzender (Führer) bestätigt. Ebenso wurden der 2. und 3. Vorsitzende, Studienrat Dr. Dohlen und Oberstudiendirektor L u - schey und der Kassenwart Professor Masche durch Akklamation gewählt.
Der neugewählte Vorsitzende bezeichnete es als sein Ziel, auf dem betretenen Wege jeden wertvollen Kollegen für die großen Aufgaben des Dritten Reiches zu gewinnen. Er hoffe, daß es gelinge, den großen Erzieherbund zu schaffen, zum
kurzen Debatte wurde der Bericht bei Stimmenthaltung Deutschlands und 3ta- liens angenommen.
Zu dieser Entscheidung wird in Berliner diplomatischen Kreisen betont, daß Deutschland selbstverständlich dieses Rechtsgutachten respektieren wird. Praktisch hat das Gutachten für die Erledigung des Falles Bernheim aber keine Bedeutung. Ganz abgesehen davon, daß damit in der Sache selb st noch keine Entscheidung des Völkerbundsrates getroffen ist, hat der deutsche Vertreter bereits .zum Ausdruck gebracht, daß hinsichtlich der Anwendung der Gesetze in Ober-Schlesien überhaupt noch keine vollendeten Tatsachen bestehen. Wenn irgendwelche Verstöße gegen die internationalen Verträge erfolgt fein sollten, so könnte es sich nur um 3rrtümer untergeordneter Stellen handeln. Hingegen kommt dem 3u- ristengutachten in juristischer Beziehung eine sehr erhebliche Bedeutung zu. Denn es ist nunmehr eindeutig festgelegt worden, daß nicht nur der im einzelnen Falle selbst Betroffene Beschwerde vor den Völkerbundsrat bringen kann, sondern daß dieses Recht auch anderen Persönlichkeiten zusteht. Es ist in Zukunft also möglich, daß ein persönlich Unbeteiligter für einen Geschädigten in einem Minderheitengebiet gewissermaßen eine Klage vor dem Dölkerbunds- rat Vorbringen kann, ohne daß der Geschädigte selbst in Erscheinung zu treten braucht. Dies war nach der bisherigen Praxis des Völkerbundsrates nicht zulässig. Deutschland wird selbstverständlich gegebenenfalls auf die jetzige 3uristenentschei- 5ung zurückgreifen.
Segen des deutschen Vaterlandes. Besonderen Dank sprach er den Herren aus, die im Zuge der Gleichschaltung ausschieden und die für den Verband in all den 3ahren Großes geleistet hätten, ebenso denen, die mit ihm zusammen die Arbeit weiterführen. Mit besonderem Dank gedachte er des Ehrenvorsitzenden des Verbandes, des Geheimrats M e 11 m a n n, der durch seinen liebenswürdigen Charakter berufen war, den Verband einst zu gründen und vor allem ihn in all den schweren 3ahren zusammenzuhalten.
An den Reichsinnenminister Dr. Frick wurde folgendes Telegramm gerichtet: „Die in Berlin tagenden Vertreter der deutschen Philologenschaft entbieten 3hnen, hochverehrter Herr Reichsinnenminister, als dem Hüter des gesamten deutschen Bildungswesens ehrerbietigste Grüße und erklären sich freudig bereit, auch weiterhin in enger Zusammenarbeit mit dem Reichsministerium dcs 3nnern die Aufbautätigkeit der Regierung und deren Streben nach Schaffung einer wahren Volksgemeinschaft auf dem Gebiete des Bildungsund Erziehungswesens, insbesondere des höheren Dildungswesens und der deutschen Auslandsschulen, mit allen Kräften zu unterstützen."
Darauf antwortete der Minister: „Den in Berlin tagenden Vertretern des Deutschen Philologenverbandes danke ich für die mir übersandten Grüße und für das Versprechen freudiger Mitarbeit am Aufbau der höheren Schule im Rahmen des gesamten deutschen Erziehungswesens. 3ch wünsche der Tagung einen vollen Erfolg."
Kunst und Wissenschaft.
Professor Dr. hausser t.
3n Heidelberg ist während der Pfingst- feiertage Professor Dr. Karl Wilhelm Hausser, der Direktor der physikalischen Abteilung des Heidelberger Kaiser-Wilhelm-3nstituts für medizinische Forschung, im Qllter von nur 46 3ahren
Tierpark der Redensarten.
Kleiner Streiszug durch den Zoo der Sprache.
Von Harry Schreck.
Zu Beginn unserer Führung, die Sie, meine Herr- schäften, mit den Neuerwerbungen vertraut machen soll, die den vorläufigen Grundstock unseres von namhaften Sprach- und Tierkennern zusammenge- stellten Gartens ausmachen, besichtigen wir gemein- sam das neue Freibahngehege:
Wie Sie aus dem hier oben angebrachten Schild ersehen können, handelt es sich bei dem stattlichen Dickhäuter, dessen Größe Ihnen gewiß bereits ausgefallen ist, um einen jener seltenen Elefanten, welche man aus einer Mücke macht und die heute nur noch in den abgelegensten Dschungeln der Redensarten Vorkommen: zusammen mit dem ebenso ungewöhnlichen Kamel, das wir hinter einer Glasscheibe verwahren, weil es nachweislich sogar durch ein Nadelöhrh geht, bildet er sicher einen naturwissenschaftlichen Hauptanziehungspunkt unseres Parks.
Daß es indessen nicht nur diese beiden wertvollen Tier sind, die den Stolz dieser Sammlung darstellen, dürften Ihnen ein rascher Blick auf den Zwinger zeigen, der sich zur linken Hand befindet: nicht umsonst nämlich beherbergt er außer jenen beiden eigenartigen Wölfen im Schafspelz, mit welchen man heutzutage heulen muß, ein ausnehmend schönes Exemplar jener Katzenart, die um den heißen Brei herumgeht, sowie den bekannten Tiger, der Blut geleckt hat und der zugleich mit jenem Bären dort, den wir Ihnen aufbinden könnten, eingefangen wurde.
Nicht gefangen, sondern vielmehr geschenkt ist dafür der halblinks daneben eingestellte Gaul, dem mir Sie daher nicht ins Maul zu sehen bititen, obwohl wir es ihm ebensowenig wie dem Ochsen, der da drischt, verbunden haben. Desgleichen ersuchen wir Sie höflichst, sich streng an die Gartenordnung zu hallen und sich somit weder auf das im selben Raume untergebrachte hohe Pferd zu setzen, noch die Trägerin jener Kuhhaut zu berühren, auf die irgend etwas gar nicht geht, oder den Esel zu necken, der, wenn ihm zu wohl ist, aufs Eis läuft und tanzt. Unbedenklich dagegen dürfte das Füttern jenes Fundes fein, den wir bei schlechtem Wetter nicht auf die Straße zu jagen pflegen. Falls es Ihnen glücken sollte, ihn hinter dem Ofen hervorzulocken, werden Sie bemerken, daß er trotzdem wie ein begossener Pudel aussieht. »>
Nach einem kurzen Besuch bei dem Schäfchen, das wir nicht ohne Mühe ins Trockene gebracht haben, um es mit dem Bock zu paaren, den wir zum Gärtner gesetzt haben, betreten Sie nunmehr die zweite
Abteilung unserer Schau, welche die Bewohner der gefieberten Welt vereinigt.
Daß wir hier den Hahn im Korbe, der angeblich nicht danach kräht, mit der blinden Henne, die zuweilen ein Korn findet, kreuzen durften, bleibt das schöne Verdienst unserer unermüdlichen Gartenleitung, die zugleich den Erfolg für sich buchen konnte, nicht bloß ein weiteres Paar jener Hühner aufge- trieben zu haben, mit denen man zu Bett geht, sondern auch für die Aufzüchtung der Taube dort oben eingetreten zu sein, die zwar auf dem Dache sitzt, aber dennoch besser ist als jener Spatz in der Hand, nach welchem man nicht mit Kanonen zielen soll.
Falls Sie dennoch, dem Wortlaut der Redensart getreu, den Vogel abzuschießen wünschen, so steht Ihnen leider auch weder dieser weiße Rabe noch die Nachtigall, die Sie laufen hören dürfen, oder gar unsere eine Schwalbe, die Noch keinen Sommer macht, zur Verfügung, da diese kostbaren Geschöpfe der Sprachschöpfung 'vorderhand nicht neu beschafft werden können und nicht einmal in dem Zeisig dort, der nachweislich locker ist, oder dem Sperling, der es längst von den Dächern pfeift, einen auch nur annähernd brauchbaren Ersatz finden würden.
Desgleichen ist es unter gar keinen Umständen statthaft, den Star, den wir aus Raumgründen mit jenem wissenschaftlich als närrisch erwiesenen Kauz zusammengesperrt haben, zu stechen oder die Lerche, die es war und nicht die Nachtigall, auf den Leim zu locken. Denn ebenso wie jene Krähe, die der anderen erfahrungsgemäß kein Auge aushackt, werden sie des Abends von der Katze geholt, der wir — obwohl wir sie im Sack gekauft haben — eine Schelle umbinden mußten: das vorangehende Singen findet am Morgen jedes Mittwochs und Freitags statt.
Herrschaften, die zugegen fein wollen, wenn unser Vogel Strauß Politik treibt, machen wir darauf aufmerksam, daß dies zur Zeit Dienstags zwischen drei und vier Uhr geschieht. Um möglichst weite Kreise zu erfassen, zahlen dabei Kinder und Vereine nur halbe Preise . . .
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Da die Räume unseres Terrariums und Jnsekta- riums heute leider geschloffen sind, sind wir zu unserem aufrichtigen Bedauern nicht dazu imstande, Sie mit der Schlange, die am Busen genährt wird, und unserem Salamander, den Sie reiben könnten, entsprechend bekannt zu machen.
Und da aus dem gleichen Grunde auch ein Besuch der Fliege, der man sicher nichts zuleide tun kann, gleichwie die Besichtigung der Laus, die einem über die Leber gelaufen zu fein scheint, unmöglich ist, wäre unsre heutige Führung durch den Tierpark der Sprache beendet.
Sollte sie Ihnen gefallen Haden, so hätten wir nichts dagegen, wenn Sie ein paar Perlen vor die
Säue, die Sie hier gleich neben dem Ausgang sehen, werfen wollten — wir würden sie, zumal da wir kein festes Einkommen beziehen, als eine willkommene Nebeneinnahme betrachten.
Heimatmuseen.
Wesen und Gestaltung.
„Daß die Frage nach der Bedeutung und Ausgestaltung der Heimatmuseen während der letzten 3ahre in den Kreisen der Wissenschaftler, der Vol s.ildner, der Heimatfreunde wie der Ver- toaltungsiuikn mit steigender Aufmerksamkeit erörtert worden ist, darf als ein erfreuliches Anzeichen für die stetig zunehmende Kraft der deutschen Hcimatbewegung gelten." Mit diesen Sähen beginnt das Geleitwort zu einem Buche'), dem gerade in heutiger Zeit eine außerordentliche Bedeutung beizumessen ist, und auf das hier mit besonderem Rachdruck aufmerksam gemacht werden soll. Ein für Volks- und Raturkunde, wie füt den Heimatschuh und die Denkmalpflege in Deutschland ungemein bedeutsames Kapitel wird von dem rührigen, m t der Staatlichen Stelle für Raturdenkmalpflege eng zusammenarbeitenden Verlag Bermühler in Berlin-Lichterfelde zur Diskussion gestellt. Der Herausgeber ging davon aus, daß der Begriff „Heimat" zwar von äußerst komplexer Ratur und daß es fast unmöglich sei, etwa den Typus eines Heimatmuseums herausbilden zu wollen. „... trotzdem muh es gewisse Grundsätze und Richtlinien allgemeinster Ratur geben, die die Zusammenarbeit der verschiedenen Arten von Heimatmuseen regeln und die auch für die ... Ausgestaltung der einzelnen Heimatmuseen zielzeigend sind." Die in dem vorliegenden Werke vereinigten Beiträge behandeln den Stoff verschiedenartig: sie behandeln teils Einzelfragen, teils Probleme allgemeiner und programmatischer Art: doch wurden nicht nur wissenschaftliche Sammlungen beschrieben, sondern ausdrücklich auch solche in den Kreis der Betrachtung gezogen, die für die Volksbildung und den Schulunterricht nutzbringend dienstbar gemacht werden können. Aus dem reichen 3nhalt des Werkes seien zunächst die Arbeiten erwähnt, in denen die Grundlagen programmatisch und richtunggebend erörtert werden: Professor Lehner, Bonn, behandelt
') Heimatmuseen. Wesen und Gestaltung. Ramens der Staatlichen Stelle für Raturdenkmalpflege in Preußen herausgegeben von Professor Dr. Walther S ch o e n i ch e n. 303 Seiten mit 41 Abbildungen. Hugo Bermühler, Verlag Berlin Lichterfelde. 1928. — (103.)
gestorben Hausser hat als Schüler Lenards seinen Ausgang von Heidelberg genommen, war dort zuerst auch Assistent am radiologischen 3nftitut und wurde dann bekannt als Mitglied der Siemens'schen Physikalischen Versuchsanstalt in Berlin. Don dort her wurde er bei der Gründung des neuen medizinischen Forschungsinstituts vor einigen 3ahren nach Heidelberg berufen.
Aus afler Wett.
Psingsthihe in England.
Während der Psingstfeiertage herrschte über England außerordentlich schönes und warmes Wetter. Die große Hitze verursachte viele Unfälle. Bei der jährlichen Pfingstmontagsprozession in Manchester erlitten insgesamt 1800MenfchenOhnmachtsanfälle. Davon mußten über 700 in Krankenhäusern behandelt werden. 20 Personen bekamen einen Hih- schlag. Bei der Grundsteinlegung der neuen katholischen Kathedrale in Liverpool brachen 300 Leute in der Hitze zusammen. 100 OOOe von Londonern strömten nach den Seebädern, die sämtlich überfüllt waren. Die Eisenbahn und Omnibuslinien hatten Rekordeinnahmen. Els Personen ertranken während der Pfingstfeier- tage.
Grohfeuer in Ostpreußen.
Während der Pfingsttage waren in Ostpreußen einige Großfeuer zu verzeichnen, durch die insgesamt 20 Gebäude vollständig eingeäschert wurden. In P i l ch e n (Kreis Johannisburg) fielen 10 Gebäude einem Brand zum Opfer. In Wyranden (Landkreis Allenstein) vernichtete ein Großfeuer ein Wohnhaus und vier Wirtschaftsgebäude. Durch Kinder, die mit Streichhölzern spielten, wurden in Mokaien (Kreis Osterode) drei Wirtschaftsgebäude und in Sareyken (Kreis Lyck) zwei Gebäude in Flammen gefetzt.
Thealerbcand in Danzig.
Das Spezialitäten-Theater „Scala", das zur Zeit unter Zwangsverwaltung steht, ist bis auf die Umfassungsmauern ausgebrannt. Außerdem wurde auch das Wohnhaus des Direktors, das an das Theater angebaut war, mit dem gesamten Mobiliar eingeäschert. Der Brandschaden wird auf eine Viertelmillion Gulden geschäht. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch unbekannt- Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Das Feuer fand an dem trockenen Holz der 3nneneinrichtung des Theaters reiche Rahrung. Die Feuerwehr war dem Wüten des Elementes gegenüber machtlos.
Schwerer Deckehrsunfall in Berlin.
Der Führer eines Kraftwagens, der in überaus . schneller Fahrt die Invaliden st raße im Norden Berlins entlang fuhr, verlor die Gewalt über seinen Wagen und rammte einen Straßenbahnwagen. Der Kraftwagen geriet in Brand. Der Führer des Kraftwagens wurde so schwer verletzt, daß er auf dem Wege ins Krankenhaus fta r b. Von den beiden Mitfahrern des Kraftwagens wurde einer getötet und einer schwer verletzt. Der Führer des Straßenbahnwagens mußte mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Außerdem erlitten noch sechs Personen Verletzungen. Bei den meisten von ihnen handelt es sich um Fußgänger ober Fahrgäste des Straßenbahnwagens.
Dreißig Iahre Telefunken.
3n diesen Tagen jährte sich zum 30. Male der Gründungstag der Telefunken-Gesellschaft, die in Deutschland wie in der ganzen Welt als Mittelpunkt drahtloser Technik anerkannt ist. Zum Zeichen der unveränderten Weiterarbeit auf der 30- jährigen Tradition Telefünkens tat die Inbetriebsetzung des neuen Wiener Großsenders Disamberg dar, daß auch das vierte 3ahrzehnt der Telefunken mit Einsatz technischer Weiterentwicklung und wirksamem Schaffen begonnen wurde.
einleitend Aufgaben und Ziele, Formen und Organisation des Heimatmuseums: der Herausgeber klärt die Beziehungen zwischen Raturschuh und Museumsarbeit. Speziellere Themen ergeben sich aus der Bearbeitung abgegrenzter Teilgebiete, etwa der geologischen, der botanischen, der vorgeschichtlichen oder der Möbel-Sammlungen im Heimatmuseum. Dazu kommen die Berichte aus einzelnen 3nstituten in verschiedenen deutschen Landesteilen, wie etwa aus dem Leipziger Raturkundlichen Museum (von Richard B u ch), aus dem Märkischen Museum in Berlin (von Dr. K i e k e b u s ch), oder aus dem Heimatmuseum in Halberstadt (von August H e m p r i ch). Die einzelnen Beiträge, ausführliche, fachkundige, praktisch brauchbare und anregende Darstellungen, fügen sich zu einem interefianten Gesamtbilde von Wesen und Gestaltung des deutschen Heimatmuseums zusammen. Die Kapitel gewinnen sehr wesentlich durch die am Schluß vereinigte Sammlung von Anmerkungen verschiedener Fachleute zu dem jeweils behandelten Thema. Ein gut gearbeitetes Register gliedert den gesamten Stoff übersichtlich nach Stichworten und erleichtert die Auswertung der Lektüre wesentlich: besonders willkommen sind die in den Text eingestreuten Literaturnachweise sowie ein großes und schönes Abbildungsmaterial aus den verschiedenen Teilgebieten der heimatlichen Museumsarbeit.
8 Mädels im Boot.
Das Lichtspielhaus bringt gegenwärtig einen Film, in dem das Hohelied der Sportkameradschaft gesungen wird. Die Bilder, von viel Sonne und Licht, von glitzerndem Wasser umglänzt, führen in das Bootshaus des Damenruderklubs „Seeschwalbe", dessen Mitglieder fern dem Asphalt und dem Getriebe der Metropole schöne Tage verleben. Aber eines Tages führt das Geschick eines der Mädchen über den Kreis der Sportkameraden hinaus, Mißverständnisse tauchen auf, der Ernst des Lebens greift in diese spielerische Gemeinschaft. Die Mädchen müssen erfahren, daß Sportkameradschaft noch lange nicht Lebensgemeinschaft sein kann. So trägt denn ein Mann den Sieg davon, entführt seine Frau dem lichtvollen Kreis, während sich die Mädchen wieder ihrem Sport und ihrem Spiel zuwenden. Die Regie für diesen Film hatte Erich W a s ch n e k. Es sind feine psychologische Spannungen verfolgt Auch die Darstellung läßt nichts zu wünschen übrig. Karin Hardt als Christa, die Hauptfigur des Films, Theodor Loos, Heinz Goetheke, Ali G h i t o und Martha Z i e g - l e r zeigen mit guten Leistungen ein ausgezeichnetes Enfemblespiel. n.


