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7.6.1933 Frühausgabe
 
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Nr. 130 Srübausgave

183. Jahrgang

Mittwoch, 7. Juni 1953

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MetzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitüls-Vuch« und Stetnöruderei R. Lange in Gießen. 5chriftleitung und GefchäftrNelle: 5ch«sikraße 7.

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Chefredakteur

Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Derantworilich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An. zeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in Diegen.

Deutschland setzt sich aus demKongreß der Völkerbundsligen durch

Gouverneur Schnee fordert Verständnis für das neue Deutschland.-Oer Kongreß verlang1 Zerstörung der Angriffswaffen und billigt Deutschland das Recht auf Lustschutz zu.

Kontrolle des Waffenhandels und der Waffenherstellung.

Französische Forderungen in Genf.

Genf, 6. 3uni. (TL1.) 3m Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz wurde ein neuer französi­scher Antrag auf Beschränkung und Kon­trolle des Waffenhandels und der

Montreux 6.Juni. (WTB.) Der Kongreß des Weltoerbandes der BalterbundsgeieUschaften begann am Pfingstmontag die ösfenllichen Beratungen über die Jahresberichte der eigenen Dollerbundsgesell» schäften Als erster Redner fprach der Führer der deutschen Delegation Gouverneur z D. Exzellenz Dr. Schnee. Dr Schnee erklärte, daß die natio­nale Erhebung unter der Führung des Reichskanz­lers Adolf Hitler zur Bildung eines ein­heitlichen deutschen Volkswillens und au einer einheitlichen Haltung Deutschlands in der Außenpolitik geführt habe. Damit fei Deutschland in ganz anderem Maße als früher in der Lage zu einer praktischen und positiven internationalen Zu sammenarbeit. Der Boden für diese deutsche natio­nale Erhebung ist zum wesentlichen Teil durch den von außen auf das deutsche Volk ausgeübten Druck bereitet worden Die Miß­achtung der deutschen Gleichberechtigung, vor allem aus dem Gebiet der Wehrfähigkeit und Verteidi» gungsmoglichkeit, die Auferlegung untragbarer La­sten, die Ausschließung Deutschlands vom Kolonial­besitz und andere im Versailler Vertrag getroffene Festtetzungen haben ihre Wirkung auf das deutsche Volksem>sinden nicht verfehlt. Di: nationale Eini­gung des deutschen Volkes hat eine Verständigung der Volker nicht erschwert, sondern erleichtert. Darüber hinaus aber hat die nationale Erhebung Deutschland zum Bollwerk gegen den Kommunis­mus gemacht Dr. Schnee schloß seine Rede mit einer eindringlichen Mahnung an die Vertreter des Auslands:Machen Sie den Weltoerband der Völ- kerbundsligen zu einem roirflidjen 3 n ft r u - ment für den Weltfrieden! Rechnen Sie auf den Friedenswillen des neuen Deutschlands. Jetzt ist der Augenblick da, wo die anderen Natio­nen versuchen müssen, das Neue im deutschen Volk zu verstehen. Nehmen Sie das Gewicht der Ver­zweiflung von den Schultern der jungen Genera­tion, zeigen Sie ihr den Weg, zeigen Sie ihr das Licht Der Hoffnung. Dann wird ein neues, in f i ch gefestigtes Europa entstehen, das den Frieden und die Sich -'it der Welt garantiert.

Die Rede Dr. Schnees fand großen Anklang. Der Vorsitzende Lord Robert Cecil betonte, daß es das unveräußerliche Recht jedes Landes fei, sich seine eigene Regierungsform zu wählen. Ein Versuch des polnischen Delegierten, den Jah­resbericht der polnischen Delegation zu propagan­distischen Zwecken auszunuhen, endete erfreu­licherweise damit, daß Lord Robert Cecil diesen zurechtwics, so daß er seine Ausführungen ein- stellte

Cs wurde dann eine Entschließung ange­nommen, in der zum erstenmal nicht nur Die Abschaffung, sondern auch die Zerstö­rung der Angriffswaffen von allen Regierungen verlangt wird. Der deutsche Vertreter Oberst H a s e l m a y r konnte deshalb in einet von leb­haftem Beifall begrüßten Erklärung die vorbe­haltlose Annahme der Entschließung durch die deutsche Abordnung mittei­len. Er brachte gleichzeitig die Genugtuung zum Ausdruck über die freundschaftliche Form der Derhandlungen sowie den Wunsch, daß die an­genommenen Abrüstungsgesichtspunkte auch bald beidenamtlichenKonferenzverhand- I u n gc n in Genf zur Wirkung gelangen möch­ten.

Der Berichterstatter für die Abrüstungsfragen, der bekannte belgische Jurist R olin, betonte die Solidarität der Mächte gegen den Friedensstörer und wies in LIebereinstimmuug mit der deutschen Abordnung ausdrücklich darauf hin, daß nach dem Grundsatz der Gleichberechtigung Deutschland während der Tlebergangsperiode.in der alle Staaten trotz der geforderten völligen Ab­schaffung der Flugwaffen noch militärische Flug­zeuge besäßen, u. a. auch über g I u g a b - wehrmittel verfügen müsse. Dem Aus­bau der deutschen Festungen stehe die heutige Abrüstungsentschließung nicht entgegen.

Ein französischen und pazifistischen Ideen ent­sprechender Antrag, nach dem Denunziatio­nen über ^Übertretungen des künftigen Abrü- stungsabkommens straffrei ausgehen sollten, wurde vom Weltverband dank dem Eingreifen der deutschen Abordnung abgelehnt. Don deut­scher Seite wurde betont, daß eine derartige Re­gelung mit dem nationalsozialistischen Führer- und Etaatsgedanken unvereinbar sei und lediglich zur Förderung des Landesverrates führe. In der Entschließung wurden lediglich i n gutem Glauben vor dem internationalen Ausschuß abgegebene Zeugenaussagen für straffrei erklärt. Bon deutscher Seite wurde gel­tend gemacht, daß von einer Gleichberechti­gung zwischen Deutschland und Frankreich nicht d i e^R c i) e sein könne, solange nicht Frankreich vor aller Oeffentlichkcit eine wirkliche Waffen- zerstörung im großen Umfange durchgeführt

Waffenherstellung behandelt Rach diesem Antrag wird das Maß der für jedes Land zu- lälsigen Wassenherstellung und Waffenausfuhr international festgesetzt. Für die Rüstungsindustrie und Rüstungsausfuhr wird international das L i z e n z - Sy st e m" eingeführt. Der ständige Inter nationaleAbrü st ungsausschuh hat auf Grund einer in das Abrüstungsabkom- mon aufzunehmende Liste der zulässigen Waffen jeweils die Genehmigung für die Her­stellung und Ausfuhr der Waffen zu geben Die französische Regierung erachtet die Zustimmung zu dieser Kontrolle und Begrenzung der Waffenherstellung und Waffenausfuhr als unerläßliche Borbedingung für jegliche praktische Abrüstung Der französische Antrag richtet sich in erster Linie gegen die private Rüstungsindustrie und sucht damit die ge­ringe Deutschland nach dem Versailler Vertrage noch verbliebene Möglichkeit der Landesverteidi­gung zu nehmen.

Der französische Standpunkt wurde von dem französischen Arbeiterführer I o u h a u x eingehend begründet. In der Aussprache verlangte der türkische Vertreter darüber hinausgehend die I n t e r n a 11 o- nalisierung der staatlichen Waffen- h c r st c 11 u n g. Der polnische Vertreter unterstützte wie üblich den französischen Antrag und erging sich in Spitzen gegen Deutschland. Auch der spanische Botschafter Madariaga sprach sich für den franzö­sischen Antrag aus Lediglich der amerikanische Son­derbotschafter Norman Davis trat in sorgfältigen und sachlichen Ausführungen der französischen Auf­fassung grundsätzlich entgegen und wies nach, daß die Abschaffung der privaten Rüstungsindustrie nur zur Schaffung einer staatlichen Rüstungsindustrie führen würde. Das ge­eignete Mittel fei auch auf diesem Gebiet eine weitgehende Herabsetzung der gesamten Rüstung. Die Aussprache, die auch in dieser Frage noch völlig unüberbrückbare Gegensätze zeigt, wurde sodann auf Mittwoch vertagt

9er Manische Gesandte in Berlin einem Aevotveranschtag znin Opfer gefallen. Der Täter, ein afghanischer Student, konnte sofort verhaftet werden.

Berlin, 6. Dum. (IBIB.) Aus den afghanischen Gesandten in Berlin Seine Königliche Hoheit S i r- öar Mohamed A ; I; Khan wurde heute vor­mittag ein Attentat verübt; den dabei erhaltenen Verletzungen iss der Gesandte erlegen. Der Ge­sandte war eben im Begriff, mit einem Bekannten,

dem Studenten Mohamed Attik, das Haus zu einem Spaziergang zu verlassen, als im am Treppenaus­gang der 33 Jahre alte Afghane Kemal Syed entgegentrat, der mit dem RufFür die Freiheit" zwei Schüsse aus den Gesandten a b - feuerte. Durch den ersten Schuh wurde der Ge­sandte sofort in die Brust getroffen und schwer ver­letzt. Der zweite Schuh traf den Begleiter an der Schulter. Dieser warf sich sofort trotz der Verletzung auf den Tater gemeinsam mit einem Diener, der dem Gesandten in den Mantel helfen wollte. Obwohl der Schütze noch drei weitere Schüsse ab­

gab, konnten ihn die beiden festhalten, bis Poll- z e i b e a m t e hinzukamen

Der Täter ist auf der Botschaft von Gesandtschasts- festlichkeiten her bekannt. Er gehört zu einer Stu­dentengruppe, die schon seit Jahren m i t Unter ft ütjung der afghanischen Regie­rung in Deutschland ftuöiert. Der Mörder hat bei seiner Vernehmung im Polizeipräsidium u. a. angegeben, dah er die Tat aus vater- ländischen Beweggründen begangen habe. Er sei Anhänger einer Bewegung, die auf den Sturz des gegenwärtigen Regimes in Afghanistan hinarbeite. Die beiden verletzten wur­den sofort ins Moabiter Krankenhaus ge­schafft, wo der Gesandte operiert werden muhte. Die Operation ergab einen Abriß des lin­ken Lungenflügels. Roch bei der Operation trat der Tod ein.

Zu dem Attentat wird amtlich noch folgendes mitgeteilf:

Die Reichsregierung hat unmittelbar nach der Tat Geheimrat Sauerbruch veranlaßt, dem verletzten feine ärztliche Hilfe zuteil werden zu las­sen. Leider waren die Bemühungen, das Leben des Gesandten zu retten, er­folglos. (Er ist bereits am Nachmittag feinen schweren Verletzungen erlegen. Der Mörder gibt an, aus politischen Gründen gehandelt zu haben. Die Reichsregierung beöa uetl den Tod die - ses hervorragenden Diplomaten, der fein Land bereits als Botschafter in Moskau ver­treten hatte, bevor er den Berliner Posten über­nahm, auf das tiefste und verurteilt mit dem ganzen deutschen Volke das verabscheuungs­würdige verbrechen. Der Ermordete, der ein Bruder des Königs Nadir Schah ist, halte den Berliner Gesandtenposten erst vor kurzem angetreten.

Oie Loccumer Vereinbarungen.

Eine Darstellung des Kirchenbundesamts.

Berlin, 3. Juni. (TU.) Zu der Vorgeschichte der Erwählung des Reichsbischoss und den viel er­örterten Loccumer Vereinbarungen (Modus proce- dendi) liegt eine Darstellung des Deutschen evan­gelischen Kirchenbundesamtes vor. in der es u. a. heißt:

In Loccum war nach der Klärung der Rechts­lage vereinbart worden, daß nach Anhörung der verschiedenen kirchlichen Bewegungen Verhand­lungen mit den Vertretern der Lan­deskirchen über den Sonderplan der Verfassung staltsinden sollten, um ihnen von den bisherigen Verhandlungsergebnisjen und der Person des künf­tigen Reichsbischofs Mitteilung zu machen und dann eine Einigung über d i e Perfon des Reichsbischofs herbeigeführt werden sollte. Alsdann sollte ein Em pfang der drei kirchlichen Bevollmächtigten durch den Reichskanzler stattfinden. Nachträglich hat der Bevollmächtigte des Kanzlers den Wunsch ausge­sprochen, daß ein Besuch schon vor der kirch­lichen Einigung über die Person des Reichs­bischofs stattfinden möge. Die Bevollmächtigten des Kirchenbundes stimmten diesem Wunsche gern zu, nachdem feftgeftellt war, daß eine poli­tische Beeinflussung der allein kirchlicherseits vor- zunehmenden Wahl nicht staltsinden sollte. Dieser für den Zeitpunkt vor dem Zusammentritt der lan­

deskirchlichen Vertreter vereinbarte Empfang konnte jedoch wie andere Empfänge aus außenpolitischen Gründen nicht statt finden. Es wurde außer­dem deutlich, daß der Reichskanzler einen Empfang erst wünsche, wenn man sich kirchlicherseits geeinigt hätte.

Don einer Vereinbarung, die Wahl des Reichs- bischoss dem Kirchenvolk zu unter­breiten, steht in den Loccumer Abmachungen kein Wort. Cs war eine gottesdienstliche Feier gedacht, in der die betende Gemeinde sich feier- lich zu derDeutschen Evangelischen Kirche und zu den Grundzügen ihrer Derfassung be­kennen sollte. Die Personenfrage war da­bei völlig ausgeschieden, weil sie nach der Dereinbarung schon vorher ihre Erle­digung finden sollte. In wiederholten Ausspra- chen war man sich darüber einig, dah eine allgemeine Abstimmung über die Per­son des Reichsbischofs nicht stattfinden könne, zumal hierin ein Rückfall in das allseits bekämpfte demokratisch-parlamentarische System erblickt werden müßte.

Zur Personenfrage wird vom Kirchenbundes­amt erklärt, dah bereits am Dienstag, dem 23. Mai, eine Gouleitertagung der Deutschen Christen Wehrlreispfarrer Müller als Kan­didat für den Reichsbischos präsentiert hatte

und dieser Beschluß Mittwochvormittag dem Präsidenten des Deutschen Evangelischen Kir^ chenausschusses von der Reichsleitung ü b e r 4 reicht wurde. Cs wurden Rachrichten laut, daß die Proklamation MüllerS als Reichsbischof bevorstehe. Diese Tatsache wurde auch in der Öffentlichkeit bekannt. Durch ein Rachrichten­büro wurde die falsche Rachricht verbreitet, bafll die Bevollmächtigten deS Kirchenbundes der Wahl des Weyrkreispsarrers Müller zum Reichsbischof z u g e st i m m t hätten. In dieser unverschuldeten Zwangslage waren weitere Der­handlungen nicht möglich. Sie war auch nicht rechtlich geboten. Lim der drohenden Derwir- rung der Oefsentlichkeit entgegenzutreten, sahen sich die Bevollmächtigten des Kirchenbundes viel­mehr am Montagabend genötigt, ihrerseits den Damen des von ihnen als Reichsbischos aue* ersehenen Pastors D. von Bodelschwingh bekannt zu geben. Die Vertreter der Landes­kirchen haben den Entschluß der Bevollmächtigten gebilligt und bestätigt.

Der Standpuult der G'aubenS- betvegungDeutsche Christen".

Berlin, 6. Juni. Professor D. Hirsch (Göt­tingen), der wissenschaftliche Beirat des Schirm­herrn der Glaubensbewegung Deuts dj er E h r i st e n, veröffentlicht eine Darstellung über die Entwicklung des Streits um die Persönlichkeit des neuen Reichsbischofs, in der es heißt: Es sei ursprünglich die Absicht des Bevollmächtigten des Reichskanzlers gewesen, zunächst das neue kirchliche Derfassungswcrk vorzuberci- ten und die leitenden Ideen des kirchlichen Neubaus in gemeinsamer Arbeit mit den Führern der Kirche in das Kirchenvolk hineinzutragen. Erst dann sollte die Frage der Person des neuen Reichsbischo's geklärt werden. Nad) der Feststellung und staatlichen Anerkennung der Person des Reichsbischofs fei e i n feierlicher A k t der Zustimmung des ganzen Kirchenvolks zu dem geplanten Ver­fassungswerk vorgesehen gewesen. Der Dreimänner- ausschuß D. Stapler, D Marahrens, D. Hesse habe dann jedoch am Mittwoch vor Himmels , I D; do n Bodelschwingh zum Reichs- bischof proklamiert und damit die Perso- nenfrage vorzeitig in den Vordergrund schoben. Demgegenüber hätten die Führer der Glau- bcnsbewegung Deutsche Christen ihre Auffassung dahin präzisiert, daß der neue Reichsbischof i > der Glaubensbewegung genommen werden und das Vertrauen des Reichs­kanzlers wie des gesamten Kirchen- volkes besitzen müsse. Die Proklamierung von Bodelschwinghs sei unter völligem Absehen von dem verabredeten Derfahrensmodus und ohne Rück­sprache mit Wehrkreispfarrer Müller erfolgt.

Die Zustimmung der Kirchenregierungen zu der Person Bodelschwinghs wäre kaum erfolgt, wenn nicht dem Präsidenten D. St a p I e r nach den Satzun­gen des Kirchenbundes allein 17 Stimm, n zur Verfügung gestanden hätten. Am Samstagabend, 27 Mai, hätten die Deutschen Chu- sten sodann durch Wehrkreispfarrer Müller b: Fanntgegeben, daß sie die so herbeigeführte Entsetzt.- düng nicht anerkennen. Niemand werde verkenn. >, daß die Deutschen Christen damit im allereigenft. n Interesse der evangelischen Kirche gehandelt hättt'i

Professor D. Hirsch saht abschließend das Urt. il der Deutschen Christen über die augenblickliche Lage wie folgt zusammen:

Nachdem durch die furchtbaren Ereignisse der Hfan- melfahrtswoche der ganze bisherige Plan des Slic» chenneubaucs zu unserem Schmerz in Scherben ge­schlagen worden ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als eine Urabstimmung des deutsch, n evangelischen K i r ch e n v o l k e s über d s Verfassungswerk und die Person des Reichs^iich 's zu fordern. Nur durch eine Urabstimmung tnnn in der nunmehr geschaffenen Lage das verwirklicht wer ­den, was uns am Herzen liegt: eine neue deutsche evangelische Kirche, die vom Vertrauen des evang tischen Kirchenvolks getragen ist und von dem B« trauen unserer deutschen Jugend, die Gut und Blut und Herz für ein neues nationales, sozialistisch s und christliches Deutschland eingesetzt hat.

Junge Kräfte in Der kirchlichen Führung.

Berlin, 6. Juni. (CNB.) D. von Bodel­schwingh hat im Zusammenhang mit den vor d r Presse geäußerten Absichten, in der Führung der Kirche Plab für jüngere Kräfte schaffen, dem Präsidenten des Evangelischen Dbertir- chcnamtes die Bitte ausgesprochen, dahin zu wirken, daß den berechtigten Forderungen der jüngeren Generation der Pfarrer- schäft in Gemeinden als Erneuerung der Kirche auch in personeller Hinsicht nunmehr beschleu­nigt Rechnung getragen werde. Der Reichsbischof spricht dabei erneut seine Ueberzeugung aus, daß das große Reformwerk nur durchgeführt wer­den könne, wenn die jungen, durch den Krieg und den Kampf um die Er­neuerung des Volks geformten Kräfte an verschiedenen Stellen verantwortlich ein­gesetzt würden. Er knüpft daran die Hoffnung, daß um der entscheidenden Stunde willen, die die Kirche in dieser Zeit durchlebe, das Opfer und die Selbstlosigkeit erwartet werden könne, auch wenn cs für die Betroffenen in manchen Fällen schmerzlich sei. Dieser Schritt begegnet sich mit den Absichten des Präsidenten Kapier, die dieser bereits vor län­gerer Zeit vor einem verantwortlichen Kreise zur Sprache gebracht hat. Die gleiche Anregung dürfte auch an die anderen deutschen Landes­kirchen ergehen.