Ausgabe 
7.6.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 130 Erstes Mast

183. Zahrgang

Mittwoch, 7. Juni 1955

Erich«»"' lagl'ch, autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Du 3Du|tnertt (Bußen« ^amilienblättei Heimat im Bild Die Schall»

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«Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantwaNlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriat; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An­zeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in Biehen.

Das Erwachen des Aordens.

Arischer Wind in Lchwcdcn.

Stockholm. Sunt 1933.

Noch jede Revolution ist nicht im Innenpoli­tischen steckengebliebcn, sondern hat sich strahlen­förmig zumindest auf die angrenzenden Doller und Staaten ausgedehnt. Dun muh man jedoch sorgsam unterscheiden zwischen einer äußerlichen .Gleichschaltung" und einem seelischen Umwand» lunzsprozeß. Wenn sich Dallanvöller unter dem Eindruck der deutschen und italienischen Revo­lution unter Ausschaltung des Parlamentes eine diktatorische Staatsführung geben, so bedeutet dies nicht den Sieg des römischen Faschismus oder des deutschen Rationalsozialismus, sondern eine äußere Angleichung an Formen, die sich vfsensichtlich mehr bewähren als die Methoden des Liberalismus und der Demokratie. Der tsche­chische Faschismus unter der Führung des Aben­teurers Gayda verwirklicht ebenso wenig eine römisch-faschistische Idee auf tschechischem Boden, wie der französische Rationalsozialismus der action fran^aise den Sieg Hitlers über das französische Volk offenbart.

Die seelischen Ausstrahlungen sind von anderer Art. Sie sind immer nur möglich in einem Volke, das blutyast dem Ausgangslande einer Revo­lution verwandt ist. Das Wesen des deutschen Dationalsozialismus kann also nur dort ersaht und gelebt werden, wo die blutlichen und see­lischen Doraussetzungen ähnliche sind. Dies ist eine unbestreitbare Tatsache in Oester­reich, wo nur ein vom Mutterland losgelöster Stamm des deutschen Dolkes die Heimkehr ins Reich erstrebt. Dies trifft zum Teil zu auf die Schweiz, wo neuerdings eine politische Bewe- fing des Obersten von Sprecher-Dernegg die ahne des Dationalsozialismus entfaltet hat. ies gilt für Flandern, wo immer stgrker ein germanisches Solidaritätsgefühl die Flamen zu erfassen beginnt. Dies scheint jetzt auch Wirk­lichkeit zu werden in den Dordstaaten ger­manischer Rasse, die seit mehr als hun­dert Jahren aus der großen europäischen Po­litik ausgeschaltet sind.

Wer die große Kundgebung der ,,Rechtsfront" in Stockholm miterlebt hat, wer die etwa 35 000 bis 40 000 Menschen hinter den schwedischen Fahnen durch die Straßen von Stockholm mar­schieren sah, und wer die Reden hörte, die Admiral Lindman, General Akerman und der Ehesredakteur Ivar Andersson hielten, in dem wird das beglückende Bewußtsein wachgeworden fein, daß auch Schweden zu seiner Geschichte und Ausgabe zurücksindet. 2a, alte Schweden versichern, daß in diesem auf die Freiheit des Cinzelmenschen eingestellten Lande es seit hun­dert Iahren keine so wuchtige und große Kund­gebung des schwedischen Dationalbewußtseins mehr gegeben hat. Es wurde zur D i 1b u n g eines schwedischen W e h r ve r b a nde s ausgesordert, alle Reden verlangten die gesetz­liche Ausrottung der kommunistischen Partei, dar­über hinaus aber war man sich einig, daß nicht nur die Kommunisten, sondern überhaupt alle fremben und aus dem europäischen Westen über­nommenen Ideen und Einrichtungen vom schwe­dischen Boden zu verschwinden hätten.

Wit dieser Kundgebung hat sich Schweden aus einem hundertjährigen Schlafe befreit, und ge­rade in Deutschland sollte man sich über diese Tatsache freuen, auch wenn sich ein sofortiges politisches Ergebnis nicht wahrnehmen laßt. Schweden war Iahrhunderte hindurch Träger einer europäischen Großmachtpolitik. Die Kriegs­züge des Hauses Wasa haben jedoch die krie­gerische und politische Substanz des schwedischen Dolkes so außerordentlich geschwächt, daß offen­bar mehr als zehn Jahrzehnte notwendig waren, um Schweden aus dem Dasein eines nur mit Derwnltungsausgaben beschäftigten Dolkes w i e- der zum Bewußtsein der nationalen Aufgabe zu erwecken. Schweden ist die lange Zeit des Friedens nicht gut bekommen. Ein Zu­stand bürgerlicher Sattheit bemächtigte sich der Bevölkerung, man wehrte sich ängstlich gegen jede Teilnahme am welthistorischen Geschehen, der Bauer sah zwar wie ein kleiner König auf seinem Hose, die Grundhaltung des schwe- dischen Dolkes aber drohte, alles andere zu werden als eben königlich. Obwohl nur etwas mehr als sechs Millionen Einwohner ein Land bewohnen, das fast so groß ist wie Deutschland, lieh man den Devölkerungsüberschuh nach Amerika abwandem, wo er heute die Arbeitslosen-Armeen auffüIÜ. .

Die letzte große Stunde, m der Schweden Weltpolllik hätte gestalten können, wurde im August 1914 verpaßt. Hätte sich damals Schwe­den, wie dies besonders die schwedische Armee forderte, an die Seite Deutschlands ge­stellt, so wäre unter älmständen der ganze Welt­krieg anders verlaufen, Finnland vier Jahre früher befreit worden, und Schweden hätte sich mit dem ihm eng verbunden gewesenen Deutsch­land in die Herrschaft über die Ostsee teilen kön­nen. So mußte Finnland eine jahrelange Be­drückung erdulden, um sich dann, wiederum ohne schwedische Hilfe, durch ein Meer von Tränen und Blut zur Freiheit emporzukämpfen. Das finnische Dolk aber erwachte infolgedessen viel früher zu einem neuen nationalpolitischen Bewußtsein und erlebte bereits vor zwei Jahren den Sieg einer nationalen Revolution. Schweden dagegen steht heute erstarnAnfang.

Zwar war die schwedische Sozial­demokratie niemals zu vergleichen mit der deutschen. XLnb doch liegt auch über ihr eine pazifistische Müdigkeit, und war auch sie an den

Frankreich verfälscht Ginn und Zweck des Viererpakts

Der neue Text wird in Berlin geprüft.-Deutschland wird auf keines feiner Rechte verzichten.

Die Bestimmungen des neuen Entwurfs.

Die französische Lesart.

Paris, 6. 3uni. (OB.) Vie Agence haoas gibt eine Analyse des letzten Viermächtepaklentwurfes, der, gegenüber dem ursprünglichen Paklenlwurf einen völlig neuen Text darstellt, der von der deutschen Reichsregierung noch einer sorgfälli­gen Prüfung unterzogen wird. Dach dieser Analyse werde in der Präambel erklärt, daß der Viererpakt in der Hauptsache bezwecke, die versahrens- methoden des Völkerbundspaktes wirksamer zu ge­stalten, ohne daß die Beschlüsse der vier Großmächte den Rechten der anderen Staaten Abbruch tun. Ar­tikel 1 sehe vor, daß England, Frankreich. Italien und Deutschland sich dahin verständigt hätten, eine effektive Politik der Zusammen­arbeit zu treiben. Artikel 2 bestimme, daß der Meinungsaustausch vor allem der Anwendung der Bestimmungen des Völkerbunds­paktes gelten werde, namentlich von Artikel 10 (Aufrechterhaltung des Status quo), Artikel 16 (Sanktionen im Konfliktsfalle) und Artikel 19 (23er- tragsrevision). Artikel 3 besage, daß, falls die 21 b - rüslungskonferenz von Genf scheitern sollte, die vier Mächte sich ins Einvernehmen sehen wür­den, um untereinander für die unlösbar ge­bliebenen Probleme eine Regelung zu finden. Artikel 4 präzisiere, daß die Großmächte ebenfalls gemeinsam die Wirtschaftsfragen in Europa, die sie gemeinsam interessierten, prüfen könnten. Ar­tikel 5 sehe die Cauffrift des Paktes auf zehn Jahre mit einer Erneuerung für den glei­chen Zeitrum fest, falls nicht bei Ablauf des achten Jahres nach Inkraftsetzung etwas anderes bestimmt werde. In Artikel 6 endlich wird bestimmt, daß bet französische Text des Abkommens im Falle von Skreitigkeiien als verbindlich gelte.

Dazu gibt die Agence Haoas einen Kommentar, in dem es heißt, daß die französische Regierung ihre offizielle Zustimmung zu dem Ab­kommensentwurf natürlich unter Vorbehalt des Ratifizierungsrechts durch das Parlament ge­geben habe. Der Text, auf den Mussolini und die Vertreter Englands und Frank­reichs sich geeinigt hätten, bringe das gegen­seitige Bemühen um Ausgleich zum Ausdruck, und man hege die Hoffnung, daß Deutschland sei­nerseits binnen kurzem sich ihm anschließen werde. Wahrend der ursprüngliche Text im wesentlichen die Revision der Friedens­verträge und die Wiederher st ellung der Gleichberechtigung durch die Zusam­menarbeit im Diererdirektorium der Großmächte vorsah, berufe sich der neue Text verschiedentlich auf die Bestimmungen des Völkerbundspaktes und bestätige die Verpflichtungen der Locarnoabkommen und des den Krieg ächtenden Briand-Kellogg-Paktes. Die Unzuträglichkeiten, die bei Verhandlungsbeginn zu befürchten gewesen seien, seien glücklicherweise im letzten Paktentwurf verschwunden, so daß die Kleine Entente sich heute nicht mehr ge­gen ihn sperre. Frankreich habe somit seine

herzlichen Beziehungen zu England ausrechterhalten und eine Entente mit Ita­lien in Angriff nehmen können, in der Erwartung, daß direkte Verhandlungen eine Verständigung zwi­schen Rom und Paris hinsichtlick der zwischen beiden Ländern schwebenden Streitfragen herbeiführen würden.

Was bleibt?

Günstigenfalls eine ncueAricdensfichcrung

Berlin, 7. Juni. (DIB.) In Berliner amtlichen Kreisen wird daraus aufmerksam gemacht, daß sich in der vergangenen Woche alle vier Mächte aus einen Tert geeinigt hatten und daß dann am Freitag die französi - sche Regierung plötzlich erklärte, daß sie diesen Text nicht onnehme. Die französische Regie­rung hat daraufhin einen neuen Text ausge­arbeitet, der jetzt in Berlin vorliegt. In diesem kommt die deutsche Gleichberechtigung nicht genügend zum Ausdruck. Infolge­dessen erhebt sich jetzt für die deutsche Regierung die Frage, ob an der Unterzeichnung dieses jetzt vorliegenden Textes ein genügendes Inter­esse vorliegt oder nicht. Diese Frage wird ge­prüft. Alle Behauptungen, daß die Englän­der und die Italiener dem von Frankreich vorgelegten neuen Textenturf ; u g e st i m m t hät­ten, sind unrichtig. Beide Länder haben im Gegenteil shre Zustimmung bisher nicht er­teilt, haben vielmehr die Paraphierung davon abhängig gemacht, daß auch Deutschland sich dazu entschließt

Paris, 6. Juni- (ERB.)Petit Journal" veröffentlicht eine Hntcrreöung mit dem preußi­schen Ministerpräsidenten Göring. Aus vielen Gründen, so sagte der Ministerpräsident, können und wollen wir keinen Krieg führen. Wenn eines Tages der Derteidigungskricg notwendig werden sollte, würde das deutsche Dolk ihn energisch führen, aber niemals einen Angriffs­krieg. Ein europäischer Krieg würde letzten Endes nur dem Bolschewismus zugutekommen. Was will Frankreich von uns? Frankreich besitzt die stärkste Armee Europas, Derbündete, Garan­tieverträge. Deutschland steht allein und seine Rüstung ist derart, daß wir nicht einmal feindliche Flieger verhindern könnten, un­sere Städte zu bombardieren. Will Frankreich etwa diese Situation verlängern, wenn es von seiner Sicherheit spricht?

Heute, 14 Jahre nach dem Friedensschluh, stoßen wir, sobald wir den kleinen Finger rühren, um allmählich die Freiheit wiederzuerlangen, ohne die niemand existieren kann, aus dieOpposition Frankreichs. Warum? Was trennt im Grunde genommen beide Dölker? Dichts, wenn nicht gegenseitige Prätentionen. In jeder Hinsicht

Man muß sich darüber klar sein, daß der neue Text, der in der Pariser Prcsse eine grelle Beleuch­tung in französischem Sinne erhält, mH dem ur­sprünglichen Entwurf Mussolinis nur noch wenig gemeinsam Hal. Die bis­herigen Verhandlungen, die sich nun schon fast ein Vierteljahr erstrecken, geben eine Vorahnung von den Schwierigkeiten, denen unter den bestehenden Verhältnissen in Europa jede Zusammenarbeit dec vier Großmächte ausgesetzt sein wird. Aus einer in die Zukunft weisenden Idee, die der europäischen Politik neue Impulse geben sollte, ist im Lause der Monate eine j u r i st i sche Formel ge­worden, deren Tragweite aufmerksamer Prüfung vom Standpunkte der deutschen Interessen bedarf. Auf alle Fälle handelt es sich jetzt nicht mehr um eine grundlegende Umgestaltung des politischen Ge­sichtes Europas, sondern imgünstigstenFalle um eine neue Friedenssicherung, die oon der französischen Oesfenttichkell immer noch mU einem gewissen Mißtrauen betrachtet wird, weil sie auch den Revisionsartiket der völkerbundssatzung als eine zwischen den Großmächten zu diskutierende Angelegenheit erwähnt. Die Regierung Daladier. die mit der politischen Gegnerschast der nationalisti­schen Opposition zu rechnen hat, ist schon jetzt um den Nachweis bemüht, daß Frankreich aus kei­nes seiner Rechte verzichtet hat. Dur unter der gleichen Voraussetzung wird auch die Zustimmung Deutschlands zu dem Paklenlwurf möglich sein.

können die Interessen der beiden Dölker i n ® i n * klang gebt ad> t werden. Ie mehr ich dar- über nachdente, um so mehr komme ich zu der Ueberzeugung, daß beide Rationen sich ver­ständigen müssen. Die französischen Staats­männer kommen mit den Staatsmännern aller Länder zusammen, nur nicht mit den deut­schen. Es gibt keine direkteAussprache zwischen beiden Regierungen, deren Zusammen­arbeit mehr als jede andere den Frie­den und das Wohlergehen Europas sichern würde, unb dies gerade in einem Augenblick, in dem Deutschland sich eine st arkeRegierunA ge­geben hat, die fähig ist, Derantwortung zu über­nehmen, was die notwendige Bedingung für jede Weitblickende Politik ist. Frankreich und Deutsch­land mögen miteinander verhandeln, dann werden sie, wie ich fest überzeugt bin, einen gemeinsamen Weg finden. Gegen­wärtig ist die Atmosphäre nicht gut. Gewiß, ich bemühe mich, sie zu bessern. Man ändert keine traditionellen Strömungen von heute auf morgen. Das ist ein langwieriges Unternehmen, aber man muß es versuchen.

DeuWsranzösische Zusammenarbeit die Grund­lage der WMahrl Europas.

Ministerpräsident Göring regt direkte Aussprache beider Regierungen an.

großen Korruptionsskandalen beteiligt, die nach dem Tode Ivar Kreuzers das Gefüge des schwe­dischen Staates erschütterten. Ieht ist es einem Male, als wehe vorn Süden her, von Deutschland, ein frischer Wind und bliese auch aus den etwas muffig gewordenen Kam­mern des schwedischen Parteilebens alle Keime der Stagnation heraus. Das Bewußtsein einer gesamtgermanischen Derpflichtung ist im ersten Erwachen. Die Widerstände sind zwar noch außerordentlich. Eie liegen in dem überzüchteten Individualismus eines Dolkes, dem es einfach zu lange gut ging. Aber diese Widerstände sind nicht so stark wie die von unten ausbrechende Kraft. Das junge Schweden marschiert, und man weiß gerade in der jungen Generation Schwedens sehr wohl, daß dieser Marsch nur dann siegreich sein kann, wenn dereinst die alte ruhmgekrönte Schweden sahne wieder Seite an Seite mit dem jungen Banner der deutschen Revolution einem Freundschaftsblock germanischer Staaten voranwehen wird.

Die Wiederherstellung des Berufsbeamientums.

Preußische Richtlinien für den Nachweis der Abstammung.

Berlin, 6. Iuni. In einem Runderlah des preußischen Ministers des Innern werden die Durchführungsbestimmungen zu dem Reichsgeseh über die Wiederher­stellung des Berufsbeamtentums be­kanntgegeben. Die Richtlinien besagen u. a., daß als Rachweise für die Abstammung im allgemeinen die Geburtsurkunde des Be­amten und die Heimatsurkunde bei fil­tern, fetoie gegebenenfalls Wilitärpapiere gelten. Darüber hinaus sollen Belege nut ge­

fordert werden, wenn Zweifel an der Richtigkeit der Angaben bestehen. Als brauchbare Beweis­mittel sind nur vollständige Auszüge aus den Etandesregistern oder Kir­chenbüchern anzusehen, nicht sogenannte Ge­burtsscheine und andere Urkunden mit gekürztem Inhalt- Abschriften von llrhmben müssen von einem Beamten beglaubigt sein, der zur Führung eines Dienstsiegels berechtigt ist.

Beamte, die diese Personenstandsurkunde i m Ausland beschaffen müssen, werden sich zweck- mäßig an die zuständige deutsche Konsularver­tretung wenden. Dieser Fall wird insbesondere praktisch werden, soweit die abgetretenen deutschen Gebiete in Frage kommen; insoweit werden behilflich sein für Elsaß-Lothringen die Äonsularabteilunz der Deutschen Botschaft in Paris, für Eupen-Malmedy, Nordschles- w i g und das Korridorgebiet die Konsulate in Lüttich, Apenrade und Thorn, für die frühere Pro­vinz Posen das Generalkonsulat in Posen, für O ft- oberschlesien und für das Memelgebict die Generalkonsulate in Kattowitz und in Memel und für das Hu11fchiner Ländchen das Kon­sulat in Brünn.

Anträge auf Ausstellung von Mi­litär p a p i e re n , soweit sie beschafft werden müssen, sind an das Reichsarchiv zu rich­ten, und zwar für bayerische Truppenteile an die Zweigstelle München, für sächsische an die Zweig­stelle Dresden, für württembergische an die Stuttgarter Zweigstelle, für preußische und die überigen Kontingente an die Zweigstelle Spandau.

Die Fragebogen der höheren Beamten sind ausnahmslos dem Fachminister vorzulegen. Für die Beamten tm einstweiligen Ruhestand, die Beamten im Ruhestand und Hinterbliebene gelten im wesentlichen dieselben Bestimmungen. Sinngemäße Anwen­dung finden diese Richtlinien auch auf die Be­

amten der Polizeiverwaltung und der Kommunal­verbände.

NSDAP, und Luftschuhbund.

München, 6. Juni. (CNB.) Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, veröffentlicht imVöl­kischen Beobachter" eine Verfügung, in der es heißt: Der auf Veranlassung des Herrn Reichsministers der Luftfahrt, Pg. Göring, gegründete Reichs­luftschutzbund ist die alleinige von dcr Reichsleitung anerkannte Luftschutzorganisation. Be­reits bestehende örtliche nationalsoziali- sche Luftschutzorganisationen haben sich entweder dem Reichsluftschutzbund e i n z u g 11 e - d e r n oder sind sofort aufzulösen. Jede eigenmächtige Sammlung oon Bei­trägen für derartige Organisationen ist ver­boten.

Nationalsozialistische Führeriagung in Berlin.

Berlin, 6. Juni. (TLI.) Dom 14. bis 1 6. Iuni findet, wie der .Angriff" berichtet, in Berlin eine nationalsozialistische Führertagung statt. Diese Tagung wird am 14. Iuni mit einer Deranstaltung beginnen, an der sämtliche Gauleiter und Amtswalter teilnehmen. Am 15. Juni findet eine gemeinsame Führer­tagung der Amtswalter, Gauleiter der Aational- sozialiste.i in führenden Staatsstellungen, der führenden Detriebszellenobleute, der Schulungs­leiter und der Leiter des ständischen Aufbaues für die Gaue im Plenarsaal des preußischen Staatsrates statt. Am 16. Juni wird die feier­liche Einweihung der bisherigen Bundesschule des ADGB. inBernau bei Berlin als Reichsführers chule vvr- genommen.