Aus der Provinzialhauptstadt
er
Konkurrenz gegen die Berufsorganisationen, er
wolle nur dafür sorgen, daß der neue Geist i den dreißiger Jahren nun, so wird der Chronist alle erfasse. Der Redner gab dann noch einen 1 fortfahren, erhoben fich die Wetterzeichen einer
der Steuern versäumt. Das jetzige nationalsoziali- i stische Präsidium der Handwerkskammer wolle genau I
„Cm einziges Ja setzt tausend Nein!" Das sagte Paul de Lagarde, einer der großen Kämpfer
mann Frau Auguste Prasch-Grevenberg, Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, als Gast. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Die letzte Aufführung des Schauspiels .Dor Sonnenuntergang" von Gerhart Hauptmann mit Intendant Dr. Prasch in der Dolle des Gerneimrats Clausen findet am Sonntag, 9. April, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen statt. Spieldauer von 19 Uhr bis 22 Uhr.
** Beim Radfahren verunglückt. In Wißmar verunglückte gestern beim Radfahren der 11 Jahre alle Sohn Rudolf des Bäckermeisters Link in Wißmar. Der bedauernswerte Junge fuhr in einer Ortsstraße mit dem Rad über einen Stein und kam dabei so unglücklich zu Fall, daß er sich eine schwere Verletzung des rechten Oberschenkels zuzog. Das Kind mußte der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden.
WEN. D a r m st a d t, 5. April. Zu einer großen Kundgebung des hessischen Handwerks gestaltete sich heute die Versammlung der Obermeister und stellvertretenden Obermeister der sämtlichen Fachoereine, der Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Ortsgewerbeoereine und Bezttks- verbände des hessischen Handwerks. Der große Saal des Städtischen Saalbaues war übersüllt, ein Beweis für die starke Anteilnahme des Handwerks an der kommenden Gestaltung seiner Belange.
Der Kreisführer des Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand, Schreinermeister Schäfer, eröffnete die Kundgebung und gedachte in seiner Begrüßungsansprache des Mannes, der am 30. Januar das Steuer des deutschen Staatsschiffes in die Hand genommen habe. Schäfer betonte, daß gerade die nationalsozialistischen Handwerker fanatische Kämpfer für ihren Führer Adolf Hitler waren und bleiben.
Der neue Präsident der Hessischen Handwerkskammer
Metzgermeister Müller, Mainz
hielt dann eine Ansprache, in der er betonte, die Zeit des Redens und Kritisierens sei vorbei. Heute gelte es die Arbeit auf der ganzen Li n i e aufzunehmen. Schlechter als das vergangene System könne es niemand machen. Wer heute nicht mitkämpfen wolle, habe kein Recht zu reden und zu nörgeln. Trotzdem der Handwerkerstand schon in der Vorkriegszeit zu Boden gedrückt wurde und der Marxismus dem Handwerk seinen Tod prophezeit habe, lebe das Handwerk.
Jür bas Handwerk komme heute erst Deutschland, dann die weit. Die neuen Führer des Handwerks haben erkannt: Erst wenn die Landwirtschaft lebt, kann der Mittelstand leben.
Buntes Allerlei.
Gchreckenönacht auf der Eisscholle.
Zwölf junge Robbenjäger von der Glace-Dah auf Reu-Schottland, die in der Rähe des Kap 'Breton auf Deute ausgegangen waren, haben eine furchtbare Rächt auf Treibeis durchmachen müssen. Das Cis, auf dem sie gingen, brach, und sie wurden auf das hohe Meer hinausgetrieben. Rachdem sie die ganze Rächt auf den Eisschollen verbracht hatten, wurden zehn von ihnen bei Rew-Aberdeen von Fischern gerettet und in völlig erschöpftem Zustande ans Land gebracht: die Glieder waren ihnen vollkommen erstarrt, und sie konnten zuerst nicht sprechen. Die beiden Durschen, die nicht mit geborgen werden konnten, befanden sich auf einer andern Eisscholle und waren noch weiter hinaus- getrieben worden. Sie wurden schließlich von einem Flieger gesichtet, der die Stelle, an der sie sich befanden, den Fischern meldete. Diese fuhren sofort in einem Motorboot aus und brachten die Unglücklichen, die über 15 Stunden auf der Eisscholle gewesen waren, ans Land. Sie waren in völlig erschöpftem Zustand, werden fich aber erholen. Tausende von Zuschauern warteten die ganze Rächt über an der Küste von Rew Aberdeen, während die Suche nach den Abgetriebenen stattfand.
Seit Adolf Hitler die Macht in Deutschland übernommen habe, sei schon Großes erreicht, das Größte, daß es gelang, das Volk auf einen Nenner zu bringen: „W i r wollen leben." In Zukunft werde das Volk das Primäre sein, nicht mehr die Wirtschaft Auch in den Organisationen seien die Mitglieder das Erste, nicht die Organisation um der Organisation willen. Der Liberalismus sei heute am Ende. Nicht Kapital schaffe Arbeit, sondern Arbeit schaffe Besitz. Wer im neuen Deutschland fleißig arbeite, solle entsprechend bezahlt werden, nicht, wie es seither war, daß der, der arbeitete, auch noch die hohen Steuern bezahlen mußte. Die vergangene Kammer habe die Aufklärung über die Verwendung
kurzen Abriß über die nächsten Ausgaben des Kampfbundes. Der Redner jchwß: Der Arbeit gehört die Krone, dem Faulenzer die Strafe. Stein auf Stein muß ausgebaut werden. Ein neuer Führertyp muß das Volk zum Aufstieg führen. Ein neues Reich der Größe^ der Lauterkeit durch freiwillige Unterordnung aller muß erstehen. Wo wahre Führer ständen, folgten auch die Massen.
Eine Minute gedacht die Versammlung in stillem Gedenken all derer, die für Volk, Nation und für die nationalsozialistische Bewegung gefallen sind.
In den vom Redner auf den Reichskanzler ausgebrachten Heil-Ruf stimmte die Versammlung begeistert ein. Dem Redner wurde — wie auch während seiner Rede — nach Beendigung seiner Ausführungen begeisterter Beifall zuteil.
Schreinermeister Schäfer brachte ein dreifaches Sieg-Heil auf Deutschlands Führer, auf den Volkskanzler Adolf Hitler und das gesamte Handwerk aus. Die Kundgebung, die eine erhebende Einmütigkeit im hessischen Handwerk zeigte, schloß mit dem Horst-Wessel-Lied.
um deutsche Kunst, gestorben und unbekannt, morgen wiederauferstanden und ein Nationalheld, wesentlicher als die internationalen Größen! Und ein anderes, bitteres Wort des verstorbenen Dietrich Eckart: „Die Dichter der modernen Sorte, gigantisch was sie alles wagen, um mittels nagelneuer Worte das Abgedroschenste zu sagen". Adolf Hitler: „Wenn ein Staat durch ein Uebermaß von Schlechtigkeit und Feigheit zugrunde geht, so kann ihn nur ein Uebermaß von Heldenmut und Treue retten". Noch einmal Paul d e Lagarde: „Ich werde nicht müde werden zu predigen, daß wir entweder vor einer neuen Zeit oder vor einem Untergang stehen". Und eine Mahnung an die, die am Staate „nicht interessiert" sein wollen: „Man muß sich vor der Vorstellung hüten, daß die Nicht-Beschäftigung mit Politik auch vor ihren Folgen schütze". Das sagte Bismarck. Und zahllose dieser Sprüche sollen aufrütteln und wecken. Sammeln, kämpfen und siegen, — das ist die neue Parole deutscher Kunst. Und ersten Niederschlag findet die neugeborene Kunst: Ein jubelnder Vers aus dem Hut- ten-Werk des Kampfbund-Dichters Max Jung» nicke!:
„Geduld, !ch kenne meines Volkes Mark Was langsam wächst, das wird gehoppelt stark, Geduld, was langsam reift, das altert spat, Wei - andere welken, werden wir ein Staat-'
Kostbare Nasen.
Haben Sie vielleicht eine Rase, mit der sie 15 000 Mark im Jahr verdienen können? „CSenn Sie sich im Besitz eines so kostbaren Riechorgans be-
Das hessische Handwerk auf neuen Wegen
Eine bedeutsame Kundgebung.
^r6eilgi len.
»’..&*■
SÄ, Tätig.
üOet Aechstags. 933.
Wetium. -Dr-ÄliUler.
fiUl?Uen
tonb die Aus- fein, «Ife ■«tstegiiiunj eo„ 1,1 betlnübft MchastVn l7- ^Sozial, /Ortszeiten, >er Betriebs. Mer neuen tzch. m J°g. Proletarier rter zu formen nnem Wert ent- un neuen Reiche
yn btn näd)ften Ia= gelung her Flaghm- wird sich Machst Neureglung der rn es vorläufig it getroffenen itz die schwarz- ikenkreuzsahne Üchsslaggen gel- sieichspräfiden- werden, die in den ist. Ferner wird in sflagge erklärt mburgischeRegterun reien ermächtigt, U en Fahne ohne W erungen der freien Men diplomatischen ebenden Neuregelung gesetzt werden^
"b. Sein Werk, feine ng/voll HinW
SffÄS
stiSs
“’Ä un» ®“: 'or <ni> ®edt
Der Weg zu einer neuen nationalen Kunst
Was will der „Kampfbund für deutsche Kultur?"
,,-tsdienft n 2lrbett-
SW«
Kind ° Ivng-- ic nach, ^n den Verbandelns ent' ionalfDi* £ Ein-
ferAs
ig£ ,ür cinenkbis'
finden, bann foUten Hie nicht zögern, von ihren Fähigkeiten Gebrauch zu machen. Freilich gehört dazu nicht nur Feinheit des Geruches, sondern auch lange Hebung. In englischen Blättern wurde kürzlich daraus hingewiescn, daß ein besonders gut ausgebildeter Geruchssinn in der Par- füm-Industric mit Gold ausgewogen wird. Das Mischen der verschiedenen Duftarten zu einem harmonischen und erfolgreichen Parfüm ist eine Kunst, die nur ein besonders hervorragender »Riecher" vollbringen kann. Ein winziger Tropfen ?u viel ober zu wenig von einer bestimmten Essenz ann die erstrebte Wirkung vernichten. Auf die Dosierung der einzelnen Bestandteile kommt alles an. Rur die erfahrensten Sachverständigen können da das Richtige treffen, und ihre Rase allein sagt ihnen, ob eine Dustmischung Aussicht bat, die Welt zu erobern. Andere Kenner, die mit ihrer Rase viel Geld verdienen, werden von Brauereien beschäftigt. Der Geruchssinn spielt auch eine wichtige Rotte im Weinhandel, denn aus dem Aroma läßt sich die Güte einer Sorte oft genauer bestimmen als durch den Geschmack. So kann also eine gute Rose sehr kostbar sein, aber sie muß für solche Zwecke erst richtig erzogen werden.
Büchertisch.
— DieHandelshochschule, Lehrbuch der Wirtschaftswissenschaften, herausgegeben von Prof. Dr. Schmidt, Frankfurt a. M-, Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin W 10. Das bekannte Sammelwerk, auf dessen Bedeutung für die berufliche Fortbildung des modernen Kaufmanns hier schon mehrfach hingewiesen wurde, wird nun durch einen stattlichen Ergänzungsband vervollständigt, von dem bereits 20 Lieferungen vorliegen. Rachgetragen wurde in einer Reihe von Kapiteln aus der Feder verschiedener Bearbeiter das heute besonders wichtige Arbeitsrecht. Weitere Abschnitte behandeln Strafrecht, Friedensvertrag, Reparationen'und Dölkerbund, Zei- tungs- und Zeitschriftenkunde. 3n das engere Fachgebiet des Kaufmanns satten wieder die nächsten Abhandlungen über Sprach- und Schriftverkehr und Formular- und Vertragstechnik. Wichtige Anregungen findet man in dein Abschnitt „Rede und Bortrag". Besonders ausführlich werden behandelt Warenkunde und Betriebswirtschaftliche Rationalisierung. Richts ist vielleicht für den Kaufmann von solcher Bedeutung wie die Studienmöglichkeit, die in diesem ausgezeichneten Werk jedem kaufmännischen Angestellten eine hochschularttge Ausbildung für nur ganz geringe Kosten gestattet. Der Fortgang des Studiums ist auch so eingerichtet, daß man es in den freien Abendstunden bequem durchführen kann!
Adolf Hitlers Idee, das geistige Kulturgut Deutschlands zu einer einheitlichen scharfen Waffe zu schmieden, will als einer der wichtigsten Kämpfer der „Kampfbund für deutsche Kultur" verwirklichen. Hitlers Erlaß: „Der .Kampfbund für deutsche Kultur' nimmt die Sammlung alles völkischen Kulturgutes und der Träger dieses Gutes vor", war der Anfang. Ein Anfang, der wie die gesamte neudeutsche Bewegung im kleinsten Rahmen begonnen hat. Der Kampfbund ist noch ganz jung, er wurde erst im Vorjahr gegründet
Hans Hinkel, Referent im Preußischen Kultusministerium, ist der Führer. Einer, der zupackt, Freund und Weggenosse Bernhard Rusts, des kommissarischen preußischen Kultusministers. Wie geht der Angriffsplan? Der Kampfbund hat einzelne Gruppen: Bildende Kunst, Architektur und Technik, Wissenschaft, Schrifttum, Theater und Film. Welcher Art sind Kampf und Ziele? Man erhält, in Wort und Schrift, temperamentvolle Auskunft.
Professor Max K u t s ch m a n n , ein führender Mann des Kampfbundes auf dem Gebiet der bildenden Kunst: „Das der künstlerischen Gestaltung zugrundeliegende, einem Werkstoff entsprechende handwerkliche Können ist nicht an eine bestimmte Rasse, an ein bestimmtes Volk gebunden. Die andere beim künstlerischen Gestalten wirksame Kraft, die den Darstellungswillen antreibende Vorstellung von inneren und äußeren Erscheinungen, entspringt dem Geistesgut des Volkes, dem der Künstler angehört." Rassische Bedingtheit also! Und die Quellen dieser Kunst? „Das vornehmste Kulturgut eines Volkes ist seine Vorstellung vom Sinn des Lebens, seine Religion, in der die natürliche Umwelt der Heimat ihre jenseitige Verklärung findet. An zweiter Stelle folgt, eng mit dem ersten oervunden, seine in Helden gedichte, Sagen und Märchen gekleidete Volkslegende. Dies war der Boden, aus dem auch bei den germanischen Völkern der Antrieb zum künstlerischen Gestalten hervorgewachsen ist."
Ein anderer der neuen Männer, Dr. v. Seers, über die gegenwärtige Situation, unter besonderem Hinweis auf das Schrifttum: „Das deutsche Schrifttum von morgen ringt noch in den Seelen um Klärung und Auferstehung. Der Ausdruck der neuen Zeit ist nirgends voll ausgesprochen, und doch spüren wir sein Reifen. Wie es noch keine große Dramatik aus dem Wehen der neuen Zeit gibt, so gibt es noch kein Schrifttum, das sie restlos ausdrückt. Ist das zu beklagen? Nein, das ist gut so, wie das Frühjahr so gut wie der Herbst und der kräftesammelnde Winter so gut wie der schwellende Sommer ist"
Und ein dritter, Dr. Fritz Stege, erklärt vom besonderen Standpunkt des Musikers aus die Ziele der gegenwärtigen Kulturbewegung: „Im dritten und vierten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts, so wird sich ein späterer Chronist einmal vernehmen lassen, erhielt die Kunstmusik eine weitgehende Befruchtung durch neue, lebendige Impulse echter Volkstümlichkeit. Die vollkommene Isoliertheit der damaligen Kunstmusik führte zu einer gefahrvollen Situation der Musikentwicklung. Die tiefe Kluft, die sich zwischen Volk und Kunst geöffnet hatte, konnte erst durch eine neue Musikergeneration überbrückt werden, die sich auf die Schätze der Na- tion besann und durch deren künstlerische Dorarbei- tung eine neue Verbindung mit der Volksseele anbahnte. Es lag im kulturpolitischen Charakter der Nachkriegszeit begründet, wenn der Deutsche dem Ausländertum Tor und Türen öffnete, wenn er jeden ausländischen Schmarren bejubelte und die Schöpfungen seiner eigenen Landsleute mißachtete, seine eigenen Künstler verhungern ließ. Die Friedensbedingungen des Wettkrieges hatten den Natio- nalstolz des Deutschen gebrochen — er konnte die Faustschläge in das Gesicht der deutschen Kultur nicht mehr mit gleichen Waffen heimzahlen... In
Ein bedeutsamer Abend im »Hubertus"
Der „Hubertus" Verein weidgerechter Jäger, Sih Gießen, e. D, hielt, wie man uns berichtet, am Mittwoch seine Mitgliederversammlung im „Hessischen Hof" bei ausgezeichnetem Besuch ab. Rach Bekanntgabe einer größeren Zahl von Reuaufnahmen und Reuanmeldungen, sowie Verlesung der Eingänge erstattete der Vorsitzende des Schiebausschusses, August Ki 1 binger. Bericht über die beabsichtigte Ausgestaltung des Schiehwesens in diesem Sommer. An die Mitglieder erging die dringende Mahnung, sich eifrig im sicheren Schießen als einer Voraussetzung für wirklich weidmännische Iagdausübung zu üben.
Studienrat Hölzel konnte mitteilen, daß der Besuch der Iagdausstellung des Reichsjagdbundes, die vorn 22. bis 50 April in Köln statt- findet, durch Ausgabe von Sonntagskarten während der ganzen Ausstellungszeit erleichtert werden wird. Er teilte ferner mit, daß der Hessi - s ch e Iagdklub in seiner Hauptversammlung im Februar einstimmig beschlossen habe, sich bei der Regierung für die Einführung des gesetzlich em Kugelschusses auf jegliches Schalenwild einzusetzen. Diese Mitteilung löste allgemeinen Beifall aus. Denn damit ist der Grundsatz, den der „Hubertus" feit Jahren verficht und den er feinen Mitgliedern zur Verwirklichung in der Praxis zur Pflicht machte, wenn sie nicht die Mitgliedschaft verlieren wollten, nunmehr von allen maßgebenden hessischen Iagdvereinen anerkannt, die mit dem Hessischen Oberförsterverband zusammen eine Front bilden. Es ist daher zu hoffen, daß endlich mit dem Abschuß des Rehwildes auf der Treibjagd mit Schrot Schluß gemacht wird, ein Verfahren, das bei dem heutigen Stande der Waffentechnik, der geringen Reviergröße und der großen Schühenzahl unnötig und verwerflich geworden ist, weil es weder mit den Grundsätzen des Tierschutzes, noch des Raturschuhes oder einer wirklichen nachhaltigen Iagdnuhung vereinbar ist.
Im Anschluß an den geschäftlichen Teil hielt Regierungsrat Frhr. Schenck zu Schweinsberg einen Vortrag über das Thema: ..Was muß der Jäger von dem Zielfernrohr wissen?" Die führenden deutschen Werke Hensoldt, Wetzlar. und Zeiß, Jena, hatten in dankenswerter Weis; ausgezeichnetes Anschauungsmaterial dazu geliefert, so daß mancher Fernrohrbesiher nun zum erstenmal einen Blick in das Innere dieses Instrumentes tuft konnte. Der Vortragende konnte zeigen, daß das Fernrohr heute vor allem bei nicht normalem Auge ein wichtiges Hilfsmittel zur Abgabe eines sauberen Schusses geworden ist, wie ihn weidgerechtes Jagen erfordert. Reben der Darstellung des Baues wurden das Einschieben, die Verwendung bei verschiedener Tageszeit, das Flüchtigschießen, die Behandlung des Rohres, die Ausmachung und schließlich Zielhilfsmittel, wie Zielstock u. ä. in so gründlicher Weise behandelt, daß der Vortrag sicher dazu beigetragen, den Schleier des Geheimnisvollen, der für manchen über dem Zielfernrohr liegt, zu lüften und dadurch das Fernrohr zu einem mit Verständnis zu benutzenden wertvollen Ausrüstungsstück des Weidmannes zu machen. H.
Bornotizcn.
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 20 Uhr 26. Vorstellung im Freitag-Abonnement mit einer Wiederholung des Schauspiels „Andreas Hollmann" von Hans- Christoph Kaergel unter der Spielleitung Wolfgang Kühnes. In der Rolle der Frau Hott-
das Gegenteil dessen, was das vorige Präsidium wollte. Der Marxismus und das Judentum hätten nur die Vernichtung des Mittelstandes im Auge. Das Volk wurde systematisch vergiftet und sturmreif für den Kommunismus gemacht. Der Nationalsozialismus verwahre sich heute dagegen, parteipolitisch genannt zu werden. Dieses Stadium der Bewegung sei vorbei.
Der Rationalsozialismus wolle sich nur im Sinne des Volkes betätigen.
National fein heiße fein Leben nicht sich, sondern seinen Vorfahren verdanken und seinem Volke dienen, nicht sich persönlich. Der Nationalsozialismus werde einstehen für das, was er tue. Das Handwerk, in dem man immer erklärt habe, es müsse sich von der Politik fernhatten, gehe heute ebenso auf die Straße, um für seine Existenz zu kämpfen. Daher müsse auch in den Innungen des Handwerks ein neuer Geist einziehen. Die Ausbildung des Nachwuchses bedürfe besonderer Pflege. Das gegenseitige Herabsetzen der einzelnen Innungen müsse aufhören. Gesunde Kritik sei anzuerkennen, aber Nörgelei müsse verschwinden.
Bei jeder Kammer werde ein Ehrengericht eingerichtet, das für Zucht, Ordnung und Sitte im Handwerk eintreten werde. Die Meister und Obermeister selbst hätten von nun an für Ordnung zu sorgen.
Gewiß werde es an Enttäuschungen nicht fehlen, aber vor allem müsse Deutschland leben. 2) «’n Syndici sei gesagt, daß sie Anwälte des Handwerks sein und dem gesunden Geist des Handwerks zum Durchbruch verhelfen müßten.
Der Redner behandelte bann das Problem S o - zialismus und Berufsorganisation. Er betonte weiter, eine menschenwürdige Behandlung des Lehrlings sei Hauptsache, denn der Lehrherr müsse dem Lehrling die Ettern ersetzen. Arbeitsbeschaffung und das Kennenlernen fremder Meisterstätten sei besser als viel schulmäßiges Ein- exerzieren. Die Handwerks-Schullehrer müßten das Handwerk viel besser kennenlernen.
Jn kürze werde es Linzethandelskammern geben. Gewerkschaften als solche würden nicht abgelehnt, jedoch die Bonzen, die darin säßen und wirkten. Das primäre werden die Innungen sein, auf denen sich der Landesverband und schließlich die Kammer aufbaut.
Der Nationalsozialistische Kampfbund sei keine
e des Reichs- bfunf.
Wfonidj.) Der nicht übet alle camslaa, S.Hril, i dem EpvüyM eil mit einet ers Hitler und 2-20 bis 13.30 Uhr, i eine Kundg^ rtriebszellen- Rede des Dcichs- st ein Defehl an
Reich und in : Eamslag einen
Rede des Reichs- echer übeimit» rn, wird der Deichs- je der SA. seine mng für die jsuhrung des
neuen Kultur am Horizont... Während sich A»; Herren am grünen Tisch den Kops zerbrachen, wie das Konzertleben zu retten sei, hatte längst eine neue Konzertform Platz gegriffen, die die stickige Enge des Konzertsaals vergessen ließ ... Während man von einer Volksliedkrise faselte, hatte man gar nicht bemerkt, wie hundert und aber hundert neue Volkslieder entstanden und von Millionen gesungen wurden, getragen von der Begeisterung einer neuen nationalen Bewegung! Unser Ziel: dem deutschen Genius, der deutschen Kunst den Weg zum Sieg zu bereiten! Wir geloben es, nicht eher von der Stelle zu weichen, nicht eher uns Ruhe zu gönnen, als bis aus den Wirrnissen unserer Zeit sich der Phönix einer neuen, nationalen Kunst erhebt!"
Den ganzen Tag über herrscht in der Zentrale des Kampfbundes unaufhörliches Kommen und Gehen. „Man sagt", so hort man auch von anderer Seite, „der deutsche Künstler sei Individualist und die Kunst immer nur Angelegenheit eines kleineren, intellektuell oorgebilbeten Kreises. Wie ist es in Wirklichkeit? Die Wilhelmstraße gibt nur ihren Entschluß kund, bie beutsche Kunst zusammenzurufen unb schon strömen biefe ^Individualisten' zur Sam melfielle, zum nationalen Kampf, es ist rührend unb erschütternd, biefe Sammlung, die das letzte deutsche Städtchen an der Grenze ersaßt, mitzuerleben. Eine Armee der kämpfenden deutschen Kunst marschiert auf! Ein Bauerngesicht wie das von Hanns Iahst in der ersten Reihe: gibt es nicht Ruhe und die Ueberzeugung, daß dieser Kampf siegreich fein wird? Und dann die andere Seite: der „Kampfbund" hat überall schon in den Arbeitergcgenden, in den Wohnstätten des angeblich „verspießten" Kleinbürgertums Säle gemietet und läßt die kärnp senden deutschen Künstler sprechen über das, was ihre Seele unb ihre schöpferische Kraft bewegt. UeberfüUt finb bie ersten Versammlungen, welch ein guter 'Auftakt dieses großen Feldzuges unter der Parole: „Die Kunst dem Volke!"
Die Kunst um ihrer selbst willen, — sie ist nichts. Die Kunst um der großen nationalen Idee willen, — sie faßt die deutschen Menschen, die deutschen Künstler zu einer Gemeinschaft zusammen. Im Kampfbund gibt man dem Dramatiker, dem Lyriker, dem Musiker und Bildhauer, dem Maler und Architekten die Parolen und stellt vor sie die Männer hin, die den Weg wiesen. Vor dem Berichterstatter liegt ein Blatt, darauf sind diese Geister beschworen:
Buhbacherpolizei begrüßt die nationale Regierung.
WSN. Butzbach, 6. April. Die Bereit- s ch a f t s p o l i z e i und Gendarmerie-Beamten des Standortes Butzbach haben dem Herrn Staatspräsidenten eine Entschließung übermittelt, in der sie ihrer freudigen Genugtuung über bie nationale Regierung in Reich unb Säubern Ausbruck gaben. Die Entschließung enbet mit folgenden Worten: „Mit Hindenburg-Hitlergeist, Göring-Schneid und Mannesmut wird alles in Deutschland wieder gut!".
Amtsniederlegungen in Friedberg.
WSN. Friedberg, 6. April. Schloffermeifter Wilhelm Adam H e ß hat fein Amt alsVorfitzen- ber der Handwerkskammer-Neben- stelle Friedberg freiwillig niedergelegt. Zum kommisiarifchen Vorsitzenden wurde Kaufmann Schimmel (Gießen) bestimmt.
Der nebenamtliche Direktor der Bezirksfparkaffe Mathildenstift, Amtsgerichtsrat T h u r n, hat fein Amt mit Wirkung vom 1. April ob freiwillig niedergelegt.
Verhaftung
des früheren Wormser Polizeidirektors.
WSN. Worms, 6. April. Der frühere Wormser Polizeidirektor Maschmeyer, der der SPD. angehörte, wurde in einem Wormser Sota! fest genommen und ins Amtsgerichtsgefängnis Osthofen eingeliefert.
Darmstädter Handelskammerpräsident zurückgetreten.
WER. Darmstadt, 6. April. Der langjährige verdienstvolle Vorsitzende der Industrie- und Handelskammer Darmstadt, Dr.-Ing. e. h. E. Schenck, hat sein Amt als Vorsitzender der Kammer niedergelegt. Sein Mandat als Mitglied wird Dr. Schenck beibehalten. Infolge des Ausscheidens mehrerer Mitglieder aus der Kammer sind Reubesehungen im Plenum und im Vorstand notwendig geworden, die in Kürze vollzogen werden.
Das Ebert-Denkmal in Frankfurt entfernt.
WSR. Frankfurt a. M., 6. April. Heute vormittag wurde das Ebert-Denkmal an der Paulstirche entfernt. Die Beseitigung der Figur, die ein gewaltiges Gewicht besitzt, verursachte erhebliche Schwierigkeiten.


