Nr. 260 Erster Blatt
183. Jahrgang
Montag, 6. November 1933
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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An. zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen.
Richt Staatsverwaltung sondern Votköführung.
Oer Reichskanzler spricht in Ostpreußen über das Ziel der politischen Erziehung im nationalsozialistischen Staat.
Elbing, 5. Nov. (TU.) Die ostpreußische Industriestadt Elbing erscheint wie verwandelt. Die Straßen sind schwarz von Menschen. Hunderttausende sind aus ganz Ostpreußen und aus Danzig herbeigeeilt, um den Führer zu schen und sprechen zu hören. In eine ungeheure Maschinenhalle, deren Fassungsvermögen kaum zu berechnen ist, zumal ihr die Stirnwand fehlt und sogar noch Zehntausende auf dem Fabrikgelände über Lautsprecher den Kanzler hören können, strömen die Scharen. Biele Tausende hatten sich eigene Sitzgelegenheiten mitgebracht. Aber nicht nur in der Halle und auf dem weiten Fabrikgelände — überall auf Plätzen und Straßen und vor allem in
allen Sälen konnte man durch Lautsprecher die Rede Adolf Hitlers hören. Mit Elbing hört ganz Ostpreußen zu, der Rundfunk verbreitet die Rede, und nicht weniger als 1300 Großlautsprecher übermitteln sie in der ganzen Provinz. Bon der Halle bis hinaus zum Flugplatz zieht sich ein fast lückenloses Spalier von SA., Stahlhelm, Hitlerjugend, Jungvolk und Arbeitsdienst. Durch die Straßen ziehen SA.-Formationen mit Fahnen, überall mit herzlicher Begeisterung begrüßt.
In der Halle spielen Musikkapellen und verkürzen die Wartezeit. Um 14 Uhr erfolgt der feierliche Einmarsch der Fahnen durch das Spalier der SS., das sich durch den Mittelgang der riesigen Halle bis nach draußen zieht. Der Führer ist auf dem Flugplatz gelandet und begibt sich im Auto zur Halle. Unterwegs umbraust ihn nicht endenwollender begeisterter Jubel. Durch die riesige Halle geht ein Ruck, die Massen erheben sich und recken dem Führer die Hand entgegen. Ein jubelndes Heil durchbraust die Halle. Langsam schreitet er durch das SS.-Spalier, an dessen Ende ein kleiner Junge und drei Mädchen mit Rosensträußen ihn erwarten. Jedes Kind nimmt Hitler freundlich bei der Hand und dankt ihm. Dann empfängt ihn der Wehrkreiskommandant Generalmajor von B r auch i t s ch. Der Führer betritt die Rednertribüne, grüßt die Fahnen und wird wieder und wieder von endlosem Jubel begrüßt. Oberpräsident Koch spricht kurze Einführungsworte. Dann nimmt der Kanzler selbst das Wort.
Oer Führer spricht.
Er leitet seine Rede ein, indem er sich zu den zwei Grundsätzen, die im Vordergrund unseres Kampfes um die Abrüstung der andern Nationen stehen, erneut feierlich bekannte:
„1. Das deutsche Volk hat ein Recht, auf Erfüllung der Verträge zu bestehen und damit seine Gleichberechtigung zu fordern.
2. Das deutsche Volk hat keinen anderen Wunsch, als in Frieden und Freundschaft mit den anderen Völkern zu leben!"
Da die Welt weder das eine noch das andere anerkenne, aber keine Berechtigung habe, die Gesinnung und das Wollen des heutigen Deutschland irgendwie anzuzweifeln, sei es notwendig, das ganze deutsche Volk aufzurufen, daß es nun in seiner Gesamtheit Zeugnis dafür ablege. Der Er sprach sodann eingehend über die wirt- chen und politischen Folgen des Versailler ges, der das deutsche Volk in Lethargie und Verzweiflung gestürzt, aber auch die Siegermächte in seinen verheerenden Auswirkungen nicht verschont habe. Deutschland bekämpfe diesen Geist des Versailler Vertrages, „nicht etwa, weil wir Unfrieden wollen, nein weil wir überzeugt sind, daß dieser Vertrag der Feind jedes wahren Friedens, jeder Verständigung, jeder Versöhnung, ja überhaupt jeder menschlichen Vernunft ist." (Lebhafter anhaltender Beifall.)
Die Voraussetzung zur Behebung der deutschen Rot sei die Wiederherstellung des Zusammengehörigkeitsempfinden. Um die Menschen allmählich wieder einander näher zu bringen, sei es notwendig, sie in den großen Schmelztiegel Nation hineinzuwerfen, um sie zu läutern und aneinanderzuschmieden. Die Parteien sind gewesen und kehren niemals mehr zurück.
Das deutsche Volk wird eine neue Organisation der politischen Willensbildung bekommen und diese Organisation wird ausgebaut sein auf dem Gedanken der Autorität, der Führung von unten bis oben und diese Organisation wird die Zusammenfassung der deutschen Kraft garantieren. Wir werden sehen, welche gewaltige Kraft darin liegt, daß «ich die Hande, die sich gegenseitig abstießen, nun in-einanber-gefügt habe. Wenn der Gegner erklärt: Ich gehe doch nicht zu euch und ihr werdet mich auch nicht bekommen, „so sage ich ganz ruhig: Dein Kind gehört uns bereits heule! (Lebhafter Beifall.) Lin Volk lebt ewig. Was bist du? Du vergehst, aber delneRachkom- men stehen schon im neuen Lager. Sie werden in kurzer Zeit überhaupt gar nichts anderes mehr kennen, als diese neue Gemeinschaft. Volk und Führung werden i mmer mehr eins. Richt Staatsverwaltung werden wir haben, sondern Volksführung i st unser Ziel, und wir werden dieses Ziel erreichen. Am Ende un
serer Tage wird die Geschichte feststellen können, daß wir ein Reich und ein Volk hinterlassen
haben." (Lebhafte Bravorufe und Beifall.)
Um ein solches Programm durchzuführen, wollen wir den Frieden. Je größer unser Programm im Innern ist, um so notwendiger ist für uns der Friede, denn nur er allein kann a u f b a u e n. (Lebhafter Beifall.) Ich weiß ganz genau wie der Krieg ist. Ich habe ihn mit eigenen Augen gesehen, sehr zum Unterschied von vielen Staatsmännern, die ihn nicht selbst miterlebt haben. Freilich lehne ich ihn nicht ab, als Landesverräter, sondern ich lehne ihn ab als anständiger Deutscher, der auch als Soldat anständig gewesen ist und der auch in Zukunft gewillt ist, anständig zu sein. Ich werde deshalb nicht das Lebensrecht des deutschen Volkes preisgeben oder die deutsche Ehre. Wir wollen Aussöhnung mit unseren Gegnern von früher. Ich bin der Ueberzeugung, daß, wenn das deutsche Volk a m 12. November sein Votum abgibt, und
ein neuer Reichstag, der auf diesen Prinzipien begründet ist, der Regierung ihre Arbeitsmöglichkeit gibt, die Welt dann gar nicht anders kann, als dieses Votum zur Kentniszu nehmen, als Ausdruck der innersten Gesinnung eines 65-Millionen-Volkes. Und gerade die Demokratien können nicht einfach darüber zur Tagesordnung übergehen. Ich bitte Sie, meine Volksgenossen: Er- üllen Sie am 12. November Ihre Pflicht! Nicht iir eine Regierung treten Sie ein, Sie kämpfen liefes Mal mit ihrem Votum für d i e Stellung der deutschen Nation der Welt gegenüber. Seien Sie sich dessen bewußt! Wir haben einmal am 9. November eine maßlose Schande vor 15 Jahren auf uns geladen. Sorgen Sie dafür, daß nun nach 15 Jahren am 12. November diese Schande wieder weggewaschen wird! Das kann kein Staatsmann tun, das kann keine Regierung tun — das kann nur das Volk. Das müssen Sie selbst tun! (Ungeheure Beifallsstürme.)
Der Höhepunkt des Wahlkampses.-Ser Kanzler sprich! am Freitag zur deulschen Ardeilerschast.
Betriebsruhe für eine Stunde. — Ganz Deutschland hört. —Berkehrsstillstand für eine Minute.
Berlin, 6. Rov. (LRV.) Am kommenden Freitag, dem 10. November wird der Wahlkampf um Deutschlands Ehre, Freiheit und Frieden seinen Höhepunkt durch einen unmittelbaren Appell des Kanzlers an die gesamte deutsche Arbeiterschaft erreichen. Adolf Hitler wird um 13 Uhr dieses Tages in einem großen Berliner Werk sprechen.
Um zu ermöglichen, daß die gesamte werktätige Bevölkerung Deutschlands die Rede Adolf Hitlers in dem Berliner Werk mit a n - hört, wird von 13 bis 14 Uhr die Arbeit in allen Betrieben des Reiches, mit Ausnahme der lebenswichtigen Betriebe, ruhen. Der Rundfunküberträgtdieganzever- a n st a l t u n g, und zwar übermittelt er zuerst um 13 Uhr das Sirenenzeichen des Berliner Werkes, das den Beginn der Kundgebung anzeigt. Alle Sirenen der Fabriken, der Schiffe, alle Alarminstru- mente in Deutschland werden auf dieses Zeichen hin ebenfalls ertönen.
Die Belegschaften der werke haben sich um 13 Uhr zusammen mit ihren Arbeitgebern i n d e n Betrieben vor den Lautsprechern zu versammeln, um hier die große Kundgebung mitzuerleben. Sie wird eingeleilet durch eine Ansprache des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. G o e b b e l s , der einen Bericht von der schaffenden Arbeit gibt. Dann folgt d i e Rede Adolf Hitlers in dem Berliner Werk. Rach der Rede wird das Horst-Weffel-Lied den wür
digen Abschluß geben, während die Sirenen in ganz Deutschland zum Zeichen der Wiederausnahme der Arbeit ertönen.
Wit Beginn der Kundgebung um 13 Uhr soll zugleich der gesamte Straßenverkehr in Deutschland aller Fahrzeuge und Fußgänger für eine Minute stillgelegt werden, zum Zeichen dafür, daß das Volk geschlossen hinter der Politik seines Kanzlers steht. Auch hierzu gibt das Geheul der Sirenen das Signal.
Um jedem einzelnen Deutschen die Teilnahme an der Kanzlerrede möglich zu machen, soll kein Rundfunkgerät in dieser Stunde von 13 bis 14 Uhr ruhen. In den Schulen wird die Jugend in die Aula geführt werden und hier die Rundfunksendung mit anhören. Die Rundfunkgeräte der Privatleute sollen so ausgestellt werden, daß möglichst viele Menschen mithören können. In den Villen soll sich das gesamte Personal um den Rundfunkapparat zusammenfinden und in den Ga st Häusern wird ebenfalls die Rundfunksen- dnng übermittelt werden. Gan; Deutschland soll teilnehmen können an dieser einzigartigen Veranstaltung, an dieser Rede des Kanzlers unmittelbar zur Arbeiterschaft, während die Arbeilgeberschaft in der Hauptsache die Lasten des 1. Mai getragen hat, so soll es diesmal die Arbeitnehmerschaft sein, zu der der Kanzler kommt, um zu ihr zu sprechen. Das kann durch Rachholen der Arbeit geschehen.
Kein Friede ohne Ehre.
Reichsmimster Seldte spricht zum Stahlhelm in Düsseldorf.
Düsseldorf, 5.Nov. (WTB.) Eine riesige Wahlkundgebung veranstaltete der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, in den Räumen der Städtischen Tonhalle. Schon lange vor Beginn der Veranstaltung waren die Säle dicht besetzt, so daß zahlreiche Teilnehmer keinen Platz finden konnten. Kurz nach 20 Uhr erfolgte der Einmarsch der Stahlhelm-Fahnen aus dem Gau Düsseldorf sowie einer Anzahl Sturmfahnen der NSDAP. Zu der Veranstaltung hatten sich sämtliche höheren Führer des Stahlhelms sowie Vertreter der Gauleitung der NSDAP., der Behörden usw. emge- funden. Um etwa 20.30 Uhr betrat Reichsarbeüs- minifter Seldte unter stürmischem Beifall den Saal.
Nach Begrüßungsworten des Gebietsführers Bockmann ergriff Minister Seldte das Wort. Er führte u. a. aus: Wir müssen unseren Kameraden der Westmark, die nun eine Grenzmark geworden ist und unter besonderem Druck stand und steht, die Hand reichen um des Zusammenhalts des Ganzen willen, und dieses Ganze heißt immer Deutschland. Der Minister erinnerte an den Frontsoldatentag zu Pfingsten 1926, an dem in friedlichem Vormarsch die schwarzweihroten Stahlhelm-Fahnen zum erstenmal an den Rhein bei Düsseldorf getragen worden seien. Deutschlands Freiheit muhte und sollte werden, ob auch innere und äußere Feinde dagegenstanden, ob auch das, was man nationale Bewegung in Deutschland nannt, damals noch getrennt auf verschiedenen Anmarschstraßen diesem gleichen Ziel zustrebte. Schließlich waren es nach dem Aufsaugen oder dem Wegfällen der. vielen kleinen zwei große Kraftströme, die auf das gleiche Ziel, auf
die Erringung der inneren und äußeren Freiheit in Deutschland gingen. Es war, vom Süden ausgehend und Deutschland erfassend, die Bewegung Adolf Hitlers. Es war von Nord- deutscyland ausgehend die Traditionsbewegung des feldgrauen Frontsoldatentums, der Stahlhelm. Beide Bewegungen kommen, was auch immer wieder Adolf Hitler betont, aus dem gleichen Urgrund, aus dem gleichen seelischen Erlebnis, aus dem gleichen Rhythmus des deutschen Blutes. Diesesmal haben in der entscheidenden Schicksalsstunde die Führungen der nationalen Kräfte nicht versagt. Mit Dank ist unser Herz erfüllt, und diesen Dank wollen wir vom Stahlhelm ehrlich aussprechen und abstatten dem Führer, der uns die Hand offen und großzügig reichte, dem Führer der braunen Front, dem Volkskanzler Adolf Hitler. Der Friedenswille der deutschen Regierung ist ehr- l i ch. Das Wort ehrlich aber kommt von dem Worte „E h r e", und darum kann es keinen Frieden hne Ehre geben.
Die Worte Les Reichsarbeitsministers wurden wiederholt von stürmischem Beifall unterbrochen. Der Verbandsführer des Stahlhelms W i e de r h o f f dankte dem Minister für feine Ausführungen und sprach das Gelöbnis aus, om 12. November mit altem Frontsoldaten- geift für öie Regierung und den Führer Adolf Hisler einzutreten. Der Redner brachte ein dreifaches Siegheil auf den Reichspräsidenten, das deutsche Vaterland und den Führer Adolf Hitler aus. Deutschland-, Horst-Wessel- und Stahlhelm-Bundeslied bildeten den Ausklang der Kundgebung.
Die Spaltung der sozialistischen Partei Frankreichs.
29 neusozialistische Abgeordnete ausgeschlossen. Bor einer neuen Parteigründung.
Paris, 5. Nov. (WTB.) Der erste Bruch innerhalb der Sozialistischen Partei Frankreichs wurde offiziell vollzogen. Der Nationalrat hat d i e linksextremistischen Elemente der Action So- cialiste, die gegen den Willen der Parteileitung a m Amsterdamer Kongreß gegen den Krieg teilgenommen hatten, aus der Partei ausgeschlossen. Der Ausschluß der n e u s o -
Weißt Du:
daß Frankreich mehr Geschütze hat als wir Maschinengewehre, und mehr Maschinengewehre als Deutschland Gewehre?
zialistischen Richtung Renaudel erfolgte ebenfalls, so daß ein Mittelblack übrig bleibt, der unter Ablehnung jeder Kompromißpolitik im Lande für d i e Uebernahrne der gesamten Macht durch die Sozialisten und die Sozialisierung sämtlicher öffentlichen Betriebe werben
In der Debatte über die Spaltung der Partei hatte der Abgeordnete Vincent A u r i o l vergeblich sich für eine Vergleichslösung eingesetzt. Leon Blum verlangte, daß man über das Schicksal der insgesamt 29 Abgeordneten, die entgegen der Abstimmungsparole der Partei für öie Regierung Daladier gestimmt hatten, noch nicht entscheiden möge. Er erklärte, wenn es etwas nütze, um die Einheit der Partei wiederherzustellen, sei er bereit, sich vom politischen Leben ganz zurückzuziehen. Die Anhänger Renaudels und M a r q u e t s schritten, als die Annahme der Entschließung der Altsozialisten gegen sie bekannt wurde, zur Gründung einer eigenen Partei. Als Gründungstag wurde der 3. Dezember anaefetzt. Die Neusozialisten fordern im ganzen Lande zur Schaffung von Jean-Jaures-Vereini» gungen auf, die den Grundstock zu der neuen Partei bilden sollen, deren Name und deren Statuten bis zum 3. Dezember ausgearbeitet werden sollen. Außerdem wird die neue Partei wegen des Ausschlusses der sieben neusozialistischen Abgeordneten eine Eingabe an die zweite Internationale machen und die politische Seite des Problems der Spaltung der französischen sozialistischen Partei aufwerfen.
Landesverraterisches Verhalten von SpD.nndZentrnm inDanzig
Danzig, 4. Rov. (WTB.) In Danzig haben sich Vertreter der Sozialdemokratie und der Restgruppe des Z e n t r u m s in landesverräterischer Welse zur Einleitung eines Vorstoßes dervölkerbundsinstanzen gegen die Freie Stadt Danzig hergegeben. Der Danziger Senat hatte sich veranlaßt gesehen, die Organe der beiden Parteien wegen ihres, den Staat schädigenden Verhaltens zu verbieten. Die beiden Zeitungen haben daraufhin, anstatt sich auf die Verwaltungsbeschwerde zu beschränken, gleichzeitig das Eingreifea des völkerbundskom- missars veranlaßt, der die Petitionen und auch die Stellungnahme des Senats dem Generalsekretär des Völkerbunds zugeschickt hat mit der Bitte, die Angelegenheit dem Völkerbundsrat, als dem Garanten der Danziger Verfassung, zu unterbreiten. Die beiden Parteigruppen haben damit die primitiv st en Pflichten verletzt, die bei der besonderen Lage Danzigs den Danziger Bürgern obliegen, indem sie sich zu Werkzeugen einer die Selbständigkeit Danzigs gefährdenden Aktion des Auslandes gemacht haben.
Der Verlagsdirektor der sozialdemokratischen „Danziger Volksstimme", F o o k e n, ist auf Grund des vom Danziger Polizeipräsidenten erlassenen Schuhhaftbefehls in Schutzhaft genommen worden. Die beiden verantwortlichen Leiter des Zentrumsorgans, der „Danziger Landeszeitung", k i l l i a n und Teipel, konnten bisher nicht aufgefunden werden. Ls besteht der Verdacht, daß sie über öle polnische Grenze geflüchtet sind.
Henry Zord und das nationale Wiederausbauwerk.
Washington, 4. Nov. (WTB.) (Reuter.) Die Fordwerke haben erklären lassen, daß sie, um sich auf die vorn Staat geforderte 35 - Stunden- Woche umgu ft eilen, 45 000 Arbeiter, und Zwar 9000 wöchentlich, entlassen und die Fabrik in Dearborn auf sieben Tage stillegen werden. Henry Ford scheint durch seine Erklärung einen strategischen Sieg errungen zu haben. General Johnson hat erklärt, daß, wenn Ford diese Werkmänner weiter zu beschäftigen wünsche, die Nationale Wiederaufbau-Verwaltung geneigt sei, die Frage zu prüfen, ob nicht für die Automobilindustrie aus- nahm sweise von den Arbeitsbestimmungen Ad st and genommen werden könnte.


